Beiträge von Greenfox

    Es ärgert mich nur, warum ich nicht schon viel früher begonnen habe, mein Problem zu lösen. Das hätte meiner Familie und mir so manchen Ärger erspart.

    Möglich ... Aber so bist Du zu dem Menschen geworden, der Du bist. Mit den ganzen Erfahrungen.

    Ein Gruppenfreund erzählte, dass er schon mmal 12 Jahre trocken war - einfach so, weil er es wollte. Mit dem Nachteil, dass er damals nicht wusste/erkannt hatte, dass er schon abhängig war. Und als er dann mal wieder beim Mittagessen am Weinglas seiner Frau kostete ... bestellte er am nächsten Tag schon sein eigenes Glas und am darauffolgenden Tag kaufte er die erste Flasche (könnte ja sein, dass der Wein im Restaurant alle ist) ... Und so nahm es für weitere Jahre seinen Lauf ...
    Nun ist er schon wieder 4 Jahre trocken - nur mit einer Entgiftung und regelmäßigem Gruppenbesuch, ohne Langzeittherapie o.ä.
    Aber er hat die Erfahrung gemacht, was passiert, wenn ...

    Schön, dass es jemand vor mir angesprochen hat (sonst kriege ICH wieder den Schwarzen Peter):

    2x habe ich etwas Rotwein zum Kochen gebraucht ...

    Mich "stört" dieses "gebraucht".
    Zum Ablöschen kann man auch andere Sachen benutzen - z.Bsp. den schon angesprochenen Traubensaft.

    Und nicht nur der Geschmack KÖNNTE triggern - alleine schon der Umgang/das Kochen mit dem Wein ... Man könnte ja mal kosten, ob der wirklich gut für das Essen passt nixweiss0
    Bei mir ist früher nur 40-60 % des Weins im Essen gelandet ...

    Ich habe mich vor 9 Jahren dafür entschieden, KEINEN Alkohol mehr (bewusst) zu mir zu nehmen. Und dazu zählt nunmal auch der Alkohol in Saucen, Kuchen etc.

    Nichts hat mich diese Woche dazu bewegen können zum Glas oder zur Flasche zu greifen. ... Mit jedem Gedanken an ein "Gläschen" Wein der bei mir ab und zu mal aufkommt nach jahrelangem Konsum kommt ein Gegengedanke. Was bringt mir das?

    44.

    Schit am Boom ...

    Werd mich gleich Montag wieder in der Klinik melden... Ich geb nicht auf!!!

    Super! 44. Nur: Warum nicht gleich? Willste bis morgen weitertrinken?


    wie ich es ahnte, Rückfall nach allen regeln der sucht! ...
    Bin wieder dort wo ich war und hab zu allem übel noch dass Gefühl ich gehöre hier hin.

    Es gibt auch "selbsterfüllende Prophezeiungen": Wenn man sich nämlich von Anfang an selbst einredet, es nicht zu schaffen!

    Also ab in die Klinik, entgiften - und dann: Ich schaffe das!

    Leider muß ich mich Dietmars Ausführungen anschließen.

    Was mir auch ein wenig ... "unangenehm" auffällt ist: Vor 7 Tagen hattest Du, als Du Dich hier anmeldetest, noch kein Alkohol-Problem, nun aber schon "allgemeingültige" Schlußfolgerungen parat nixweiss0

    Sorry, wenn ich das so direkt schreibe, aber so empfinde ich nunmal.

    Etwas anderes wäre es wirklich, wenn Du Deine Überlegungen nur auf Dich bezogen hättest.


    Kleines simples Beispiel als Denkübung. Fangen wir mal uns selbst gegenüber mit etwas leichtem an, und versuchen durch mehrmaliges Lesen des Satzes so viel wie möglich herauszuziehen. Immer und immer wieder.
    Bis wir zu der Erkenntnis gekommen sind das wir den Satz bis ins letzte ausgequetscht und zerlegt haben.

    Ich kenne keinen der an den Folgen seiner Abstinenz gestorben wäre, wohl aber genügend Alkoholiker !

    Noch einen ?

    Ich kenne keinen Alkoholiker der seine Probleme durch seinen Alkoholkonsum lösen konnte !

    Einfach stimmt`s.
    Suuper ! Warum machen wir es uns dann so schwer. Warum steigen wir nicht aus den alten Denkmustern aus und probieren mal die "Glück" verheißende Seite aus. Warum nicht. Warum denken wir nicht einfach mal rational, sondern lassen uns oft von unseren Gefühlen lenken. Rational hat nichts mit Kaltherzigkeit zu tun. Die "Glück" verheißende Seite wäre die Abstinenz.

    DAS widerspricht eklatant Deinen folgenden Worten:

    Nicht das jetzt manche meinen ich würde hier im Forum langsam zum "militanten Gesundheitsapostel" verkommen und anderen gegenüber nur noch mit erhobenem Zeigefinger herumlaufen. Das wird nicht passieren. Das steht mir am wenigsten zu.

    :sorry: Für MICH etwas to much!

    Ich habe ihm nur einmal zugeschaut als er an einem Grill Abend einige Flaschen Bier für sich und seine Freunde aufgemacht hat. 3-4 Flaschen Ruck Zuck mit dem Feuerzeug. Da war mir alles klar. ;)
    Bin mal gespannt wann von denen die ersten in der SB auftauchen. Oder haben die schon eine Zweigstelle auf der Uni. 8)

    Oops - ich würde nicht so voreilig schlußfolgern (von mir auf andere oder so): ich kenne auch Leute, die machen Dir Flaschen rucki-zucki die Flaschen mit nem Kamm, Feuerzeug, ner anderen Flasche etc auf - ohne dass sie überhaupt Alkohol trinken ...
    Oder hat Dein Neffe die 3-4 Flaschen ruck-zuck selber getrunken?

    In meiner "Anfangszeit" habe ich auch immer andere, wildfremde Menschen beobachtet und oft gedacht: "Na, mein Freund - Willkommen im Klub!" Wieso eigentlich? Ich kannte die überhaupt nicht! Bei einer Dampferfahrt mit meiner SHG hätte ich Dir zum Schluß sagen können, wer von den (nicht zur Gruppe gehörenden) Passagieren wieviel Bier während der Fahrt getrunken hat.
    Wie sagt ein Gruppenfreund von mir immer: Geht aus den Köpfen der Anderen!
    Dieser Spruch passt bei vielen Gelegenheiten - so auch bei dieser. Vielleicht war der Typ mit den 6 Bier auch ein Alkoholiker - vielleicht war es aber auch seine Halbjahresration.
    Ich denke, man sollte immer schön bei sich selbst bleiben und nicht über andere, fremde Personen urteilen.

    Okay, hier im Forum ist es oft ein biiißchen anders - hier sind wir zwar größtenteils anonym, aber nicht unbedingt fremd. Und die Meisten WOLLEN ja, dass wir Anderen einen Blick von außen auf eine bestimmte Situation werfen und unseren anderen Blickwinkel einbringen. So kann man sich austauschen und voneinander profitieren.
    Aber einen Fremden nur aus einer einzigen, kurzen Sequenz heraus zu beurteilen - traue ich mir mittlerweile nicht mehr zu ...

    Aus eigener Erfahrung kann ich hier nix berichten. Aber ein Gruppenfreund hat von jemandem aus seiner Langzeittherapie erzählt, der sich, gleich nachdem er den Termin für die LZT erhalten hat und dieser noch über 8 Wochen hin war, einen Termin für eine erneute Entgiftung im Krankenhaus geben lassen. Nach dem Motto: "Trinke ich nicht, muss ich ja nicht zur Entgiftung. Trinke ich aber zwischenzeitlich doch, gehe ich entgiftet zur Langzeittherapie."
    Er brauchte die Entgiftung zwar nicht, hatte sie aber in der Hinterhand - eben damit die LZT nicht womöglich für ihn ausfällt ...


    Allerdings sehe ich die Miteinbeziehung Deiner Tochter, in Form, dass sie mit Dir mitgeht, eher kritisch.
    Weil Du damit ja eher sogar eine eventuelle Co-Abhängigkeit förderst.
    Etwas anderes wäre es, wenn Deine Tochter einen eigenständigen Termin bekommt, in dem sie ihre Probleme bzgl. Deinem Alkoholkonsum ansprechen kann.
    (Jedenfalls wird das so bei mir hier gemacht. Meine Ex-Frau hat auch bei der Caritas eine ambulante Co-Abhängigkeitstherapie gemacht.)

    Ich sehe es ähnlich - aber eben nur ÄHNLICH.

    Zum Einen denke ich, solltest Du zum ersten Termin alleine gehen (aus dem bisher Gelesenen schätze ich das so ein, dass Du das packst). Dann kannst Du erstmal freiweg "die Lage ausloten", Deine Probleme ansprechen etc.
    Beim nächsten Termin dann gemeinsam mit Deiner Tochter - und ab dann so wie es Dietmar angesprochen hat, getrennt, eigenständig.

    Bei dem gemeinsamen Termin kann man mit Hilfe des Suchthelfers/Therapeuten bestimmte Dinge, Probleme mal ansprechen, auf den Tisch bringen, einen Grundstein legen.
    Und die "getrennten" Termine im Anschluß sind schon sinnig, weil so jeder seine eigene Sicht frei darlegen und sich mit seinen Problemen beschäftigen kann. Und wer redet schon gern über ein Problem, wenn es neben ihm/ihr sitzt ;)

    Und jetzt nicht von dem Wort "Problem" abschrecken lassen - das ist nicht so groß gemeint, wie es sich gewaltig anhört ...

    Gruß
    Greenfox


    Manchmal wird mir richtig schlecht, wenn ich mir überlege, wieviel Geld ich in diesen verdammten
    Alkohol gesteckt habe. Unsummen...dafür hätten andere 3 Häuser gebaut.
    Ich schäme mich da richtig für, in diesen Momenten, wenn mir das schmerzlich bewusst wird.

    So ging es mir in der ersten Zeit auch. Aber mittlerweile sage ich mir

    "Sellerie - weg ist weg, gestern war gestern. Hauptsache was draus gelernt - und jetzt wird nach vorn geschaut!"

    Solange ich peinlich berührt an die "alte nasse" Zeiten denke, ist es für mich okay. Wenn ich anfangen würde, sie zu verklären, müsste ich aufpassen (wohlgemerkt "müsste" - hoffe nur, dass ich es dann auch tue, WENN ...).

    Gruß
    Greenfox

    Es ist schon so, wie andere hier schreiben. Die Betonung, dass die Leberwerte ja so gut und in Ordnung wären, ist leider für viele Betroffene immer wieder ein Fallstrick, der sie verleitet die Problematik herunter zu spielen – und gleich danach wieder zu saufen.

    Aber auch andersherum: Erhöhte Leberwerte alleine sagen nix darüber aus, dass jemand säuft/gesoffen hat. Bei mir waren sie vor kurzem auch erhöht - obwohl ich definitiv seit mittlerweile fast 9 Jahren trocken bin. Es gibt eben auch einige Medikamente und auch Krankheiten, die sich auf die Leber schlagen ...

    Also, Leute: Wer sich nur auf Leber- oder andere Werte verlässt, kann sich durchaus selbst ins Knie schiessen - siehe Dietmar.

    Es ist aber tatsächlich so, dass nicht jeder Arzt Erfahrung mit Alkoholismus hat.

    Meine Hausärztin hat mal zu mir gesagt - nachdem ich sie um Rat für die weitere Verfahrensweise fragte, da ich Alkoholiker sei (hatte ich damals schon für mich erkannt) -: "Ihre Leberwerte sind doch in Ordnung. Sie sind kein Alkoholiker."

    Es war mein letzter Besuch bei ihr.

    Das, was Dietmar schreibt, habe ich bei meiner Antwort eigentlich vorgehabt, aber leider vergessen: Das Wichtigste bei so einer Selbstreflexion ist schonungslose Ehrlichkeit sich selbst gegenüber!

    Wie meine ich das? Es gab und gibt doch diese "Selbsttests" in Zeitschriften und auch diversen Internetportalen, bei denen man für sich selbst (bekommt also niemand sonst zu sehen!) überprüfen kann, wo man steht, ob man normalen Alkoholkonsum betreibt oder Mißbrauch - oder schon abhängig ist. Natürlich können diese Tests nur Anhaltspunkte geben.
    Ich hielt sie immer für den größten Schwindel überhaupt - weil jedes Mal herauskam, dass ich abhängig bin bzw. mindestens schweren Mißbrauch betreibe. Und das, obwohl ich meinen Alkoholkonsum in den Angaben drastisch reduziert, also halbiert habe ...

    Natürlich weiß ich aus heutiger Sicht, dass ich mich damit selbst von Hacke bis Nacke beschissen habe - weil ich die Antwort nicht wahr haben wollte!
    Ich wollte nicht zu "den Pennern auf der Parkbank" gehören, zu dem Abschaum, den Losern. Denn das ist das Bild, die Assoziation, die die Menschen vor Augen haben, wenn sie das Wort "Alkoholiker" hören.

    Heute weiß ich, dass das viel zu einfach gestrickt ist. Es gibt so viele "funtionierende Alkoholiker" in allen beruflichen und gesellschaftlichen Schichten, dass sie oft gar nicht auffallen - nur, wenn sie "ausfallen" ...


    So - da ich das beim Schreiben meiner vorherigen Antwort im Kopf hatte, wollte ich es doch noch loswerden - nicht, dass es mir den Kopf verstopft ;)

    Gruß
    Greenfox

    Da kann ich Gerd nur zustimmen. Bei meinen Trinkpausen (das waren meine Entgiftungen und ca./max. eine Woche danach) habe ich eben das an mir beobachtet: Nachholen ;(

    Gestern wieder keinen Wein getrunken. Mist aber auch.

    Soso - Du fängst jetzt schon an, über Deine "selbstauferlegte" Abstinenz negativ zu denken. nixweiss0 Geht selten gut.

    Ich kann den Alkohol nicht vor meinen Augen verbannen wie manche Menschen sich einbilden. Also wegschmeissen, auskippen usw. Das wird nichts. Ich muß mit dem Alkohol leben. Ich muß ihn nicht trinken, aber leben muß ich damit. Alkohol ist allgegenwärtig in unserer Gesellschaft. An jeder Ecke. In jedem Supermarkt an jeder Tankstelle. Je näher er bei mir ist und sei es im eigenen Kühlschrank um so mehr ich mit ihm konfrontiert werde um so mehr muß ich mit ihm auseinander setzen. Ich vergleiche das mit einem der einen 300 Kmh schnellen Porsche fährt, aber auf der Autobahn das Schild Tempolimit 80 Kmh vor Augen hat. Er hat ein Gebot zu beachten. Niemand verschrottet seinen Porsche nur weil er sich nicht an die Gebote der Geschwindigkeit halten will. Als notorischer Raser kommt früher oder später das böse Erwachen. Wie bei dem der das Maß beim Weintrinken nicht kennt.

    Interessant, welche Ausreden Du so erfindest, dass Du "nicht kannst". Okay, Du willst nur reduzieren bzw. vorerst keinen Alkohol trinken. Aber die Hintertür hältst Du Dir sperrangelweit offen.
    Ich konnte den Alkohol sehr gut aus meiner Wohnung verbannen, auch durch ausgiessen oder verschenken. Unabhängig davon, dass er um mich herum weiter stark präsent ist. Und na klar würde ich den Porsche nicht verschrotten - aber verkaufen und mir einen weniger starken PS-Boliden zulegen. Oder vielleicht Fahrrad fahren - ist ja auch gesünder ...


    Ich will Dir kein Kind in den Bauch reden. Ob Du abhängig bist oder nur Mißbrauch betrieben hast und ob Du nach der Dir selbst auferlegten Abstinenzzeit Gefallen daran gefunden hast oder "endlich" wieder trinkst ... sei alles dahingestellt.
    Aber Du scheinst ja Dich selbst reflektieren zu wollen. Nur sehe ICH dabei in meinen Augen ziemlich viele Über- bzw. Untertreibungen, Hintertüren und Schlupflöcher.

    Wie ich auf den Quatsch komme? Weil ich mich früher auch so "reflektiert"/gesehen habe - ich hatte immer alles im Griff. Pustekuchen!
    Aber im Nachhinein ist man ja immer schlauer. Und hört daher vielleicht auch die Flöhe husten nixweiss0

    Habe jetzt genug genervt. War mir aber wichtig.

    Gutes Schlußwort.

    Gruß
    Greenfox

    Ausser der Schwäche eines dummen Menschen.

    Das hat nix mit "dumm" zu tun!

    Ich find es gut, dass Du Dir Gedanken um Deinen Konsum machst - und nicht nur "Hopp, hopp - rin in'n Kopp".
    Vielleicht hilft Dir ja schon diese Beschäftigung mit dem Thema, zukünftig bewusster mit dem Alkohol umzugehen und so "Mißbrauch" wieder in "Genuß" zu verwandeln.

    Gruß
    Greenfox

    Wein war diese Woche auf 3,5 Flaschen a 0,75 Ltr. reduziert. Wichtig wird werden das Limit zu halten.

    Ja, soetwas habe ich auch mal gemacht ... Aber dann kam mal ein harter Tag, wo ich mir dann sagte: "Okay - dafür dann nächste Woche entsprechend weniger." Was ich dann meist "vergessen" habe umzusetzen. Statt dessen gab es dann immer wieder mal solche harten Tage, die sich dann zu harten Wochen summierten ...

    Das Ende vom Lied hieß dann wieder "Entgiftung" :(