Beiträge von Greenfox


    Daher hat mein Bild eines "Alkoholikers" nicht zu ihm gepasst. Das Klischeebild des Alkoholikers, der trinkt, pöbelt, überspitzt gesagt keinen Job hat und nur säuft (soll jetzt überspitzt dargelegt werden) ist er nicht und es fällt einem schwer, das zu bemerken, weil alles unter dem Deckmantel "macht ja Spaß, andere trinken auch" verpackt wird.
    Außerdem hat er schon paar mal über andere Bekannte geurteilt, dass die ein Alkoholproblem haben, weil sie soviel trinken (was sicherlich stimmt) und sich selber da aber nicht mit ihnen vergleichen wollte, dabei sehe ich keinen großen Unterschied zwischen ihnen. Aber bei ihm behauptet Er, ist es noch lange nicht so wie bei denen.

    Das ist m.E. auch mit eine Ursache, warum Viele sich selbst nicht als Alkoholiker sehen (wollen). Der der "normale" Alkoholiker ist einer von den vollgepissten Typen, die sich häufig am Bahnhof, vor dem Supermarkt o.ä. Orten aufhält und die Leute entweder anschnorrt oder vollpöbelt.
    Dieses Bild ist aber falsch! Der normale Alkoholiker - also der Großteil - geht nach wie vor arbeiten und funktioniert, passt sich nach außen hin an, trinkt eben "mal" einen über den Durst. Und wer will schon von sich sagen, auch Einer zu sein? Vor allem: "Sooo schlimm ist es doch bei mir noch lange nicht - guck Dir doch mal die Typen am Bahnhof etc. an! DAS Sind Alkoholiker! Und Erwin trinkt ja noch viiiiiel mehr wie meinereiner!"

    So oder so ähnlich habe ich damals mir selbst gegenüber auch immer argumentiert :-\ Und solange ich nicht Alkoholiker bin kann ich ja weiter saufen - äh - trinken. Kultiviert trinken, denn ich trinke ja nur ... Bier/Whisky/Wein vom Feinsten ...

    Wieder aus eigener Erfahrung: Natürlich ist nicht auszuschließen, dass er irgendwann mal zur Besinnung kommt. Aus welchem Grund auch immer. Ich bin schließlich auch nach sehr vielen Jahren zur Besinnung gekommen.

    Unter dem Aspekt muss ich natürlich meine Aussage korrigieren. Stimmt - ich bin ja auch nach vielen Jahren zur Besinnung gekommen. Auch mit "Hilfe" etlicher äußerer Aspekte.
    Als ich meinen Post schrieb, hatte ich die Art und Weise "Ach, ich trinke wohl zu viel - dann werde ich mal aufhören damit" im Hinterkopf.
    Das Problem bei einem noch nassen Alkoholiker ist nur, nach dem "Erkennen" des Problems dessen Lösung auch in Angriff zu nehmen - denn die ist mit (meist) heftigen Schwierigkeiten verbunden. Unter anderem dem Entzug und kräftigen Rückschlägen ...

    Ich möchte natürlich kein Leben führen mit jemandem, der süchtig ist. Aber ich möchte ihm den Stempel auch nicht aufdrücken, weil ich eben nicht weiß, ob das "normal" ist.

    Wenn er nun nicht süchtig ist/sein sollte, aber trotzdem so viel trinkt - würdest Du dann mit ihm zusammenleben wollen??

    Deswegen stelle ich mir die Frage, ob er vielleicht in ein paar Jahren zur Besinnung kommt und von alleine aufhört so viel zu trinken.

    Aus meiner Erfahrung heraus halte ich das für Wunschdenken. Es mag ja Menschen geben, die es so gemacht/geschafft haben - aber vermutlich liegt das im Promille-Bereich (super Wortspiel ;) ).

    Übrigens: Noch nachträglich HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum!

    Gruß
    Greenfox

    Ich kann mich den Ausführungen Bassmanns nur anschließen.

    Schade, dass Du Dich anscheinend vor Deinem Mut, Dich (zumindest anonym) zu outen erschreckt hast.
    Auch ich dachte früher, der Einzigste Loser zu sein, nichts wert - obwohl ich doch auch die Menschen, die noch tiefer gerutscht waren wie ich, auch vor Augen hatte. Ich hatte ja immerhin noch Wohnung, Famile, Arbeit ...
    In der Gemeinschaft habe ich dann gemerkt, dass es nicht nur mir so geht, andere die wenn schon nicht gleichen (war aber oft auch der Fall) dann aber ähnliche Probleme haben/hatten. Und aus deren Lösungen/Lösungsansätzen habe ich dann meine Lösungen/Lösungsansätze gezogen.
    Und die geben ich heute - nachdem ich nun schon ein paar Jahre nach mehreren Anläufen trocken bin - weiter. Vielleicht helfen sie ja jemandem.

    Also: nicht den Mut verlieren! Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut ...

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Nadine, und Herzlich Willkommen hier im Forum.

    Zunächst einmal: Ich habe Deinen Post im Bereich "Allgemeines" mal gelöscht, da er völlig gleichlautend, also doppelt war und er hier im Bereich der Angehörigen m.E. schon richtig platziert ist.

    Kurz zu mir: Ich bin Alkoholiker und seit einigen Jahren trocken.

    Zu Deiner Frage: Es ist schwierig, Ferndiagnosen zu treffen.
    Wenn er es kein Wochenende schafft, ohne Alkohol zu überstehen - dann besteht eine große "Chance" auf ein bestehendes Alkoholproblem.

    Vielleicht kannst Du ja mit ihm über Deine Wahrnehmungen sprechen (wenn er nüchtern ist - also vielleicht Mittwochs)?!?
    Auch ein Besuch bei einer Suchtberatung wäre vielleicht hilfreich.

    Ich kann Dir hierfür auch unsere Linksammlung empfehlen - hier findest Du u.a. Hilfe bei der Suche nach Suchtberatungsstellen, aber auch Infos für Dich - z.Bsp. hier.

    Ich wünsche Dir alles Gute, Kraft und Erfolg für Deinen weiteren Weg - egal wie dieser aussieht und wo er Dich hinführt.

    Gruß
    Greenfox

    Ich habe mich viel mit dem Thema beschäftigt und es scheint für mich, zumindest im Moment, ein guter Anfang zu sein.

    Ich war dann 5 Jahre (bis 2015) trocken und habe dann wieder mit 1-2 Bier angefangen ...

    ... auch ich hatte vor etlichen Jahren nach einer Reha und anschließender Trockenzeit (allerdings nur nicht ganz 2 Jahre) wieder mit 1-2 Bier wieder angefangen.
    Aus diesen 1-2 Bier sind nach relativ kurzer Zeit wieder ca. 10 Bier und einige "Runterspülmittel" geworden ...

    Kein Kommentar.

    Auch von mir erst einmal ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Und mir sind beim Lesen genau dieselben Sätze wie Dietmar "aufgestoßen" - und kann mich ihm anschließen.

    Kurz zu mir: Ü50, auch ich habe einen Job, der mich fordert und den ich (auch nach über 30 Jahren und dementsprechenden Erfahrungen aller Coleur) noch gerne mache (Polizei) - und auch ich hatte vor etlichen Jahren nach einer Reha und anschließender Trockenzeit (allerdings nur nicht ganz 2 Jahre) wieder mit 1-2 Bier wieder angefangen.
    Aus diesen 1-2 Bier sind nach relativ kurzer Zeit wieder ca. 10 Bier und einige "Runterspülmittel" geworden ... bis ich vor nunmehr 9 Jahren endlich endgültig die Reissleine ziehen konnte.

    Ich kann mich aber nur Dietmar anschließen: Du musst Dir selbst klar werden, was Du wirklich willst. Das geht nunmal oft nicht von jetzt auf gleich.
    Das Lesen und der Austausch hier können Dir helfen.

    Also dann: Auf einen guten Austausch!

    Gruß
    Greenfox

    Leider kenne ich viele Menschen, denen wurde die Pappe abgenommen, sie wurden vom Ehepartner/in verlassen, der Job/die Wohnung gekündigt - und sie saufen trotzdem weiter. Weil sie sich nicht ändern "wollen" (Ich habe das "wollen" bewußt in Gänsefüßchen gesetzt, weil es oft auch "können" heißen könnte - ebenfalls bewußt in Gänsefüßchen).
    Und solange dies so ist, können von außen Anstöße noch und nöcher kommen - es wird nix passieren. Erst wenn der-/diejenig es selbst will, kann es klappen. Auch wenn der Weg schwer ist/sein wird.

    Hättest Du gerne gehabt, dass wir alle schreiben "ja, das stimmt, da hast Du bzw. der Schreiber recht ..." und/oder Bettys Satz wiederholen?
    Der Satz stimmt ja. Aber warum soll ich nochmal dasselbe schreiben wie Betty? Und für den Beginn einer Diskussion fand ich den Ansatz etwas wenig ...

    Auch von mir ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum und 44. für Deinen Entschluß!

    Kann mich eigentlich nur den Vorrednern anschließen. Ich bin nun auch schon ein paar Jahre trocken - und sehr zufrieden damit :D
    Habe aber doch ein, zwei Bemerkungen - damit Du nicht evtl. enttäuscht wirst:

    Gehst Du aber auf eine Suchtstation, dann hast Du neben der medizinischen Betreuung auch Suchtspezifische Anwendungen, also Therapien. (I.d.R. Gesprächskreis, Ergotherapie, Sport und Bewegung usw.)

    Normalerweise dauert so ein Entzug zwischen 7 – 12 Tagen.

    Da kommt es leider auch darauf an, in welcher Ecke Du wohnst und wieviel dem Krankenhaus zur Verfügung steht.
    Ich wohne in Berlin und da wurden die Entgiftungen arg zusammengestutzt: Was früher mal 2-3 Wochen war, sind jetzt oft nur noch 5-7 Tage, und da Therapeuten rar sind, fallen auch oft Therapien aus. Lediglich das Jüdische Krankenhaus zieht noch voll durch: 14 Tage einschließlich straffem Therapieplan.
    Ich weiß das, weil ich regelmäßig auf Suchtstationen gehe und dort meine SHG vorstelle.

    Ich möchte Dir auch noch 2 Rubriken hier im Forum ans Herz legen, die sehr hilfreich sein können.
    Da ist zum Einen das Glossar, da hier oft mit Abkürzungen "gearbeitet" wird, die UNS zwar geläufig sind, aber Neuen oft befremdlich vorkommen können.
    Und zum Anderen unsere Linksammlung - hier findest Du viele nützliche weiterführende Links, die Dir z.Bsp. helfen können, eine Suchtberatung oder SHG zu finden, oder ....

    Lies Dich hier erst mal ein.
    Ich wünsche Dir viel Erfolg!

    Gruß

    Greenfox

    Hallo und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Kurz zu mir: Ich bin Ü50 und Betroffener - wie Dein Mann. Allerdings bin ich seit einigen Jahren trocken.
    In die Brüche gegangen ist meine Ehe trotzdem - auch ohne den Suff.

    Hier findest/triffst Du auch viele Angehörige, die Dir (und allen anderen) von ihren Problemen und Problemlösungen erzählen können.

    Ich wünsche Dir und uns einen guten Austausch!

    Gruß
    Greenfox

    Das weiss ich jetzt auch, das erste, wo ich die Symptome noch nicht kannte, habe ich für eine Herzattacke gehalten, bin dann sofort zu meinem Hausarzt hin, der hat sofort ein EKG gemacht, was absolut einwandfrei war, ich habe wohl einen Kampfkörper.

    Für mich liest das so, dass
    a) Du Deinem Hausarzt nicht gesagt hast, dass Du Alkoholikerin auf Entzug bist und er somit Dein Problem nicht kannte

    oder

    b) Du den Arzt wechseln solltest! Denn WENN er das o.g. gewusst hat, dann hätte er Dir DRINGENDST empfehlen müssen, den Entzug in einer Klinik zu machen und Dich darüber aufklären müssen, was das war - nämlich ein Krampfanfall, der hätte tödlich enden können!

    Bezüglich Deiner Frage, was PIA ist - schau doch mal in die Rubrik Glossar, wo Brant mal angefangen hat, solche hier verwendeten Abkürzungen und Begriffe inkl. einer kurzen Erklärung aufzulisten.

    Gruß
    Greenfox

    Hallo und HERZLICH WILLKOMMEN hier bei uns im Forum!

    Das liest sich ja fast, als würdest Du einen kalten Entzug machen :o Zumindest alleine zu Hause. Und selbst mit "enger ärztlicher Betreuung" ... bei mehreren Delir???

    Mich würde mal interessieren, ob Du nach Deiner Therapie + Adaptionshaus weiter Hilfe (SHG oder Therapeut o.ä.) in Anspruch genommen hast oder es dann alleine in Angriff genommen hast?
    Und wie sieht es jetzt aus? Welche Pläne hast Du, um a) trocken zu werden und b) zu bleiben?

    Gruß
    Greenfox

    Auch in "meiner" Gruppe haben wir ab und an dieses Thema.
    Deshalb hatte ich unter der Überschrift "Zufriedene Trockenheit - was bedeutet das für mich?" hier schon mal meine Gedanken dazu aufgeschrieben. Sorry, wenn ich es nur verlinke ...

    Auch ich finde Achtsamkeit wichtig. Achtsamkeit mir selbst gegenüber - denn wenn solche Gedanken auftauchen, ist es schon (fast) zu spät und ich steuere in Richtung Rückfall. Wenn ich auf mich achte und darauf, dass es mir gut geht, ich also zufrieden bin mit dem , was ich (erreicht) habe, mit mir selbst, dann brauche ich gar keinen Alkohol - weder um mich zu belohnen (da gibt es viel Schöneres, das micht vor allem nicht unzufrieden macht (Kopfschmerzen, Kater, Depression, weil doch getrunken, etc) noch um mich "herunterzuholen".
    Ich bin also zufrieden und trocken.

    Und dazu müssen es auch nicht immer 100% sein - manchmal reichen auch 80%. Und die werden von der Umwelt dann als 100% wahrgenommen ...

    Hallo und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Kurz zu mir: Ich bin Ü50, Alkoholiker und seit ein paar Jahren trocken.

    Hast Du noch andere Hilfe außer der Soziotherapie - eine Selbsthilfegruppe, Freunde, die von Deinem/n Problem/en wissen und Dich unterstützen?
    Lies Dich hier in Ruhe ein. Hier wirst Du jede Menge verschiedene (Lebens-)Wege finden, wie es jeder Einzelne aus der Sucht geschafft - oder noch nicht (ganz) - hat.
    Vielleicht findest Du ja auch ein paar nützliche Tipps für Dich. Und wenn Du Fragen hast - immer raus damit!

    Ich wünsche Dir erst einmal viel Erfolg!

    Gruß
    Greenfox

    Auch von mir ein Herziliches Willkommen hier im Forum :welcome: und Glückwunsch zu Deinem Entschluß 44.

    Wenn jemand wie Du sowieso schon unter Angststörungen leidet, dann kann er/sie schonmal ganz schnell das Wörtchen "kann/können" in solchen Berichtenüber Entgiftungen etc überlesen.
    Denn viele Entzugserscheinungen etc KÖNNEN auftreten - sie müssen es nicht zwangsläufig. Das ist wie mit einem Beipackzettel von Medikamenten.

    Ich kann mich nur Gerchla's Rat anschließen:

    Wie wäre es denn, wenn Du einen/Deinen Arzt erst mal einweihst und mit ihm über Deine Sucht sprichst? Sicher ist er/sie auch über Deine Angststörung informiert so dass er/sie das komplette Krankheitsbild abschätzen kann. Vielleicht besuchst Du parallel auch noch eine Suchtberatung um Dir von dort auch noch Infos zu holen. Je mehr Du weißt, desto besser ist das.

    Gemeinsam könnt ihr dann entscheiden was für Dich der richtige Weg ist. Und dann wirst Du das auch schaffen!

    Da bist Du auf der sicheren Seite!. Und es ist auch gut, wenn Du es selber schaffst, Deinen Konsum bis zur Entgiftung/Behandlung selbst zu reduzieren. Ich z.Bsp. habe vor meiner letzten Entgiftung meinen Konsum auf ein SixPack/Tag runtergeschraubt. Das war zwar weit unter meinem sonst üblichen Level, hat mich aber halbwegs ruhig gehalten und mich vor Entzugserscheinungen bewahrt.

    Im Übrigen heisst Reduktion ja nicht "kalter Entzug", also von jetzt auf gleich komplett aufhören ohne ärztliche Kontrolle. Das KÖNNTE nämlich tatsächlich gefährlich werden. Wohlgemerkt: KÖNNTE!

    Ich wünsche Dir jedenfalls viel Kraft und Erfolg!

    Gruß
    Greenfox