Daher hat mein Bild eines "Alkoholikers" nicht zu ihm gepasst. Das Klischeebild des Alkoholikers, der trinkt, pöbelt, überspitzt gesagt keinen Job hat und nur säuft (soll jetzt überspitzt dargelegt werden) ist er nicht und es fällt einem schwer, das zu bemerken, weil alles unter dem Deckmantel "macht ja Spaß, andere trinken auch" verpackt wird.
Außerdem hat er schon paar mal über andere Bekannte geurteilt, dass die ein Alkoholproblem haben, weil sie soviel trinken (was sicherlich stimmt) und sich selber da aber nicht mit ihnen vergleichen wollte, dabei sehe ich keinen großen Unterschied zwischen ihnen. Aber bei ihm behauptet Er, ist es noch lange nicht so wie bei denen.
Das ist m.E. auch mit eine Ursache, warum Viele sich selbst nicht als Alkoholiker sehen (wollen). Der der "normale" Alkoholiker ist einer von den vollgepissten Typen, die sich häufig am Bahnhof, vor dem Supermarkt o.ä. Orten aufhält und die Leute entweder anschnorrt oder vollpöbelt.
Dieses Bild ist aber falsch! Der normale Alkoholiker - also der Großteil - geht nach wie vor arbeiten und funktioniert, passt sich nach außen hin an, trinkt eben "mal" einen über den Durst. Und wer will schon von sich sagen, auch Einer zu sein? Vor allem: "Sooo schlimm ist es doch bei mir noch lange nicht - guck Dir doch mal die Typen am Bahnhof etc. an! DAS Sind Alkoholiker! Und Erwin trinkt ja noch viiiiiel mehr wie meinereiner!"
So oder so ähnlich habe ich damals mir selbst gegenüber auch immer argumentiert :-\ Und solange ich nicht Alkoholiker bin kann ich ja weiter saufen - äh - trinken. Kultiviert trinken, denn ich trinke ja nur ... Bier/Whisky/Wein vom Feinsten ...