Hallo, Anuschka - und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:
Kurz zu mir: Ich bin selbst Alkoholiker und seit einigen Jahren trocken und bin Ur-Berliner.
Da hast Du ja einige Baustellen zu bearbeiten. Aber zum Glück gibt's den BER nur einmal. Und wenn Du die Bulemie besiegen konntest, warum auch nicht den Alkohol?!
*Suchtroutine durchbrechen (Wie auch immer das funktionieren mag)
Zum Thema "Suchtroutine" kann ich Dir nur ein paar Gedanken schildern, keine Definition.
Ich habe mich ja auch lange mit den Ursachen meiner Sucht beschäftigt - aber sie nicht wirklich gefunden. Bewusst geworden sind mir aber einige Verhaltensweisen, Routinen, die bei mir dazu führten, dass ich trinken wollte/musste.
Dazu gehörte u.a., dass ich selten "Nein" sagen konnte - egal, ob auf Arbeit oder im privaten Bereich. Das führte dazu, dass ich mich oft übernommen habe und völlig überfordert war, hohl. Tja, und wie füllt man die Batterien wieder auf? Wie zieht man sich am Besten zurück, um abzuschalten? Na klar - imma ruff uff de Lampe.
Also wusste ich lernen, wieder "Nein" zu sagen (ohne das "Ja"-Sagen dabei zu verlernen). Achtsamkeit zu üben - was tut mit gut, und was überhaupt nicht.
Ich suchte mir neue, andere und vor allen nichtalkoholische "Belohnungen" (nach einem harten Arbeitstag, einer langen Autofahrt, wenn etwas wirklich gut geworden ist). Ich habe für mich Ginger Ale entdeckt, ein Gruppenfreund isst dann erst einmal ein schönes Eis ... der Möglichkeiten gibt es viele.
Ich musste schauen, welche Situationen mich triggerten - um sie dann entweder zu vermeiden oder mir schon vorher Stragtegien zu überlegen. Bei mir war es z.Bsp. so, dass ich allen meinen Verwandten, Freunden, Kollegen von Anfang an reinen Wein (Passt ja
) eingeschenkt habe und z.Bsp. gesagt habe: "Wundert Euch nicht, wenn ich von einer Party o.ä. einfach plötzlich verschwinde - dann wurde es mir einfach zu viel."
Anfangs blieb ich auf einer Feier, wo es Alkohol gab, nur 1/2 - 1 Stunde. Heute können es auch mal 7 Stunden sein (Silvester).
Ich habe mir Strategien überlegt, wie ich von Feiern, Besuchen etc wieder weg komme, ohne auf Andere angewiesen zu sein - damit ich die Situation (hier: Feier o.ä.) verlassen kann, wenn sie mir zu viel wird.
Und zu Hause trinke ich dann eben mein Ginger Ale. Weil ich mich früher auf Feiern z.Bsp. sehr zurückgehalten habe und dann zu Hause aber ordentlich zugeschlagen habe.
Okay, dass soll erstmal mit zutexten reichen.
Ich wünsche Dir viel Kraft, ein schönes Wochenende!
Gruß
Greenfox