Beiträge von Greenfox

    Hallo, Gina!

    Schön, dass Du Dich mal wieder meldest.

    Ich wohne in einer kleinen Stadt und habe Angst das mich jemand kennt oder gar sieht wenn ich zu einer Selbsthilfegruppe gehe.

    Ich wohne in einer großen Stadt (Berlin) und dachte damals auch, es kriegt keiner mit. Ich war nach meinem "Outing" erschrocken, wieviele Leute es wussten und noch mehr ahnten!
    Die Verkäuferin bei Netto: "Nanu, Sie haben ja die ganze Woche keinen Alkohol gekauft?" Und als ich dann nach dem ersten Schock :-[ sagte, dass ich weg will von dem Zeug: "Gut so!" Wow!

    Hör auf mit den Ausreden: Entweder willst Du etwas ändern - oder eben nicht.

    "Wasch mich - aber mach mich nicht nass" funktioniert nicht!

    Und dass es nicht unbedingt beim ersten Anlauf klappt und vor allem nicht einfach ist, das wissen wir alle!

    Gruß
    Greenfox

    Hallo und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Und liebe Leute ich bin noch nicht in der Verfassung Kritik ertragen zu können die Selbstvorwürfe die ich mir täglich mache reichen mir aus.

    Okay. Dann nur eine Frage:

    Ich weiblich 28 und vermutlich nicht alkoholabhängig...

    Mein Problem ist vermutlich etwas anderes als bei den meisten da ich wirklich nicht regelmäßig trinke. Wobei ich das zwischenzeitlich auch wiederrufe.

    Ich habe einen anderen Bezug zu Alkohol wie meine mitmenschen das habe ich schon in meiner Jungend gemerkt. Ich hatte öfter einen rausch als andere das zog sich bis heute durch.

    Wenn Du meinst, Du wärst nicht alkoholabhängig - warum sagt Deine Geschicht (mir) etwas anderes?

    Du verniedlichst, Du streitest ab - und schreibst von Kontrollverlust, sobald Du Alkohol getrunken hast ...

    In Bezug auf Deinen Ausraster/Aussetzer/"kapitalen Bock": Nutze Deine Scham Deinen Angehörigen und Deinem Freund gegenüber, um etwas zu ändern, um aktiv etwas zu ändern.
    Aber ich kann Dich auch trösten: Du bist nicht die Erste und Einzige, die so einen Korken hat steigen lassen - und sich hinterher in Grund und Boden dafür schämt :-[

    Gruß
    Greenfox

    Ach ja, da war die Frage nach der Strategie: Ich versuche mir Hilfe zu holen und schaue heute noch ins Internet, ob es Selbsthilfegruppen gibt.

    Nicht versuchen - machen. Und es gibt garantiert Selbsthilfegruppen.

    Schluß mit "vielleicht, versuchen & Co"!

    Auch von mir ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Ich habe eine unfassbare Angst vor einer komplett nüchternen Zeit, obwohl es mir mit dem halben Jahr ohne Alkohol sehr gut ging... Ich denke, das kennt ihr sicher auch, dass einem eine Zeit ohne Alkohol nicht lebenswert erscheint.

    Ich bin selber Alkoholiker und seit einigen Jahren trocken.
    Und ich hatte keine Angst vor der abstinenten Zeit, denn ich wollte endlich wieder selbstbestimmt leben. Und nicht den ganzen Alltag auf den Suff ausrichten (wann kann ich endlich wieder, habe ich noch genug, wo kriege ich Nachschub her, wie entsorge ich die Flaschen möglichst unauffällig etc..
    Was mir Angst gemacht hat, war die - ich nenne es jetzt mal so - "Zwischenzeit". Also die Zeit zwischen meinem letzten Schluck bis hin zur "Normalität" Abstinenz, also bis dahin, wo die Abstinenz mehr oder weniger schon normal wird.

    Denn das war für mich immer ein Kampf, den ich mehrmals gegen den Alkohol verloren habe. Erst nach 4-5 Anläufen habe ich es bis zu meiner heutigen zufriedenen Abstinenz geschafft.

    Leider hab ich dann aber irgendwann gedacht, ich hätte es im Griff und kann wieder trinken. Nur ein wenig.....Es ging auch wieder eine ganze Weile gut, aber jetzt stehe ich wieder genau dort, wo ich schon einmal war.

    Mein erster Anlauf funktionierte anderthalb Jahre - und dann ging es mir wie Dir und wahrscheinlich auch zig Anderen.

    Heute weiß ich, dass ich nie wieder etwas trinken kann, weil ich dann die Kontrolle verliere. Aber wozu sollte ich?? Ich brauche das Zeug nicht! Einen wunderschönen Sonnenuntergang kann ich auch bei einem schönen Ginger Ale mit 'nem Orangenscheibchen geniessen. Ein schönes Wasser mit nem Spritzer Zitrone ist doch auch etwas Feines, oder!?

    Schön, dass Du den Anfang wagen willst. Such Dir Unterstützung bei einer Suchtberatung, einer SHG. Vor Allem bei Deinem Arzt.

    Gruß
    Greenfox

    Aber man kann Menschen, vor allem seinen Sohn, auch einfach mal helfen - bei den ersten Schritten zumindest. Jeder verdient auch mehr als eine Chance im Leben.

    Irgendwann ist es auch für den Helfer zu viel, nachdem er dem Sohn, der Tochter, dem Freund ... wem auch immer die 378ste Chance gegeben hat. Irgendwann braucht auch der Helfer Hilfe. Und das ist nicht nur bei Polizei, Feuerwehr etc so, sondern auch hier!!
    Anuschka, Du tust ja so, als hätte sie noch garnichts für ihren Sohn getan. Da habe ich aber etwas ganz anderes aus Ekuss Beiträgen gelesen ...

    Und Jemandem, der Dich darauf hinweist, Gefühlskälte vorzuwerfen - das nenne ich gefühlskalt. :sorry:

    Na, dass freut mich aber sehr!

    Nicht so sehr, dass Du "meinen Verein" auserkoren hast (das natürlich auch), sondern vielmehr, DASS Du Dir eine Gruppe gesucht und auch besucht hast. Du bist AKTIV geworden.

    Und ich schrieb es ja schon des Öfteren, dass ich SHG für sehr gut und hilfreich halte. Man kommt raus, lernt andere Menschen mit den gleichen Problemen und deren Lösungen/Lösungsansätze kennen und hat reale Gesprächspartner, die auch sofort reagieren, antworten können bei Fragen/Problemen.

    Selbst wenn es Dir in der einen Gruppe nicht gefallen sollte - gerade hier in Berlin haben wir so viel Auswahlmöglichkeiten an SHG ... da sollte ein Deckel für den Topf zu finden sein.

    Gruß
    Greenfox

    Vielleicht sieht man sich ja mal ;)

    Hallo, Frank!

    Schade, dass man unter diesen Umständen wieder von Dir liest ... naja, es ist, wie es ist.

    Mir ist es die letzten Tage vor der Entgiftung gelungen, moderat zu trinken und zwar so, dass der Körper seinen Alk bekam, jedoch wenig genug, um nicht in den Vollrausch zu verfallen.

    So habe ich es auch hinbekommen. Denn bis zum Termin in der Klinik war es noch hin - ich wollte doch aber aufhören. Nur - einen klaten Entzug wollte ich nicht versuchen. Also eben den Flattermann beruhigen, ohne sich wegzuschiessen.

    War übrigens im Einverständnis mit meiner (heutigen Ex-)Frau.

    Ist mir zwar auch nicht unbedingt leicht gefallen - aber leichter, als mich jeden Tag abzuschiessen oder eben mit dem Flattermann zu kämpfen.

    Ein guter Weg wäre, Du sprichst mit Deinem Chef (der, wie Du schreibst) um Dein Alkoholproblem weiss und gehst anstatt zur Arbeit zum Arzt und holst Dir einen Termin in der Klinik!

    Gruß
    Greenfox

    Kein Wundermittel. Aber es KANN - wie Dietmar schon schrieb - im Zusammenwirken mit psychtherapeutischen Maßnahmen sehr hilfreich unterstützen.
    Ein Gruppenfreund hatte vorher sehr häufig Rückfälle, hat eigentlich immer nur Trinkpausen gemacht. Seit einem Jahr erhält er Baclofen - und ist trocken und glücklich.
    Glücklich, weil ihn die ständigen Rückschläge depressiv gemacht haben und er dies nun nicht mehr ist.

    Ich schreibe aber von meiner Warte aus gesehen über das was ich mir gegenüber selbst empfinde

    Dann schreib es verdammt noch mal auch so - und beleidige nicht pauschal alle Abhängigen als Versager!! Dann schreib "Ich bin ..."
    Sorry, aber so viel Intelligenz und vor allem Höflichkeit und Respekt kann man ja wohl erwarten!!

    Hallo, Anuschka - und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Kurz zu mir: Ich bin selbst Alkoholiker und seit einigen Jahren trocken und bin Ur-Berliner.

    Da hast Du ja einige Baustellen zu bearbeiten. Aber zum Glück gibt's den BER nur einmal. Und wenn Du die Bulemie besiegen konntest, warum auch nicht den Alkohol?!

    *Suchtroutine durchbrechen (Wie auch immer das funktionieren mag)

    Zum Thema "Suchtroutine" kann ich Dir nur ein paar Gedanken schildern, keine Definition.
    Ich habe mich ja auch lange mit den Ursachen meiner Sucht beschäftigt - aber sie nicht wirklich gefunden. Bewusst geworden sind mir aber einige Verhaltensweisen, Routinen, die bei mir dazu führten, dass ich trinken wollte/musste.

    Dazu gehörte u.a., dass ich selten "Nein" sagen konnte - egal, ob auf Arbeit oder im privaten Bereich. Das führte dazu, dass ich mich oft übernommen habe und völlig überfordert war, hohl. Tja, und wie füllt man die Batterien wieder auf? Wie zieht man sich am Besten zurück, um abzuschalten? Na klar - imma ruff uff de Lampe.
    Also wusste ich lernen, wieder "Nein" zu sagen (ohne das "Ja"-Sagen dabei zu verlernen). Achtsamkeit zu üben - was tut mit gut, und was überhaupt nicht.

    Ich suchte mir neue, andere und vor allen nichtalkoholische "Belohnungen" (nach einem harten Arbeitstag, einer langen Autofahrt, wenn etwas wirklich gut geworden ist). Ich habe für mich Ginger Ale entdeckt, ein Gruppenfreund isst dann erst einmal ein schönes Eis ... der Möglichkeiten gibt es viele.

    Ich musste schauen, welche Situationen mich triggerten - um sie dann entweder zu vermeiden oder mir schon vorher Stragtegien zu überlegen. Bei mir war es z.Bsp. so, dass ich allen meinen Verwandten, Freunden, Kollegen von Anfang an reinen Wein (Passt ja ;) ) eingeschenkt habe und z.Bsp. gesagt habe: "Wundert Euch nicht, wenn ich von einer Party o.ä. einfach plötzlich verschwinde - dann wurde es mir einfach zu viel."
    Anfangs blieb ich auf einer Feier, wo es Alkohol gab, nur 1/2 - 1 Stunde. Heute können es auch mal 7 Stunden sein (Silvester).

    Ich habe mir Strategien überlegt, wie ich von Feiern, Besuchen etc wieder weg komme, ohne auf Andere angewiesen zu sein - damit ich die Situation (hier: Feier o.ä.) verlassen kann, wenn sie mir zu viel wird.

    Und zu Hause trinke ich dann eben mein Ginger Ale. Weil ich mich früher auf Feiern z.Bsp. sehr zurückgehalten habe und dann zu Hause aber ordentlich zugeschlagen habe.

    Okay, dass soll erstmal mit zutexten reichen.

    Ich wünsche Dir viel Kraft, ein schönes Wochenende!

    Gruß
    Greenfox

    Vor dem "Outing" musst/solltest Du für Dich überlegen, wem Du es erzählen willst.
    ICH bin sehr offensiv damit umgegangen (und tue es auch heute noch) und habe es allen meinen Verwandten und Freunden erzählt. Auch auf Arbeit habe ich die Karten auf den Tisch gelegt - auch um klarzumachen, warum ich nicht zu irgendwelchen Schichtfahrten, Feiern o.a. Freizeit-Veranstaltungen kommen werde (Saufen mit Alibi). Und um irgendwelchen Gerüchten/Tuscheleien den Wind aus den Segeln zu nehmen. Nun muss ich aber dazu sagen, dass ich mit meinen Arbeitskollegen und Vorgesetzten ein gutes Verhältnis/Glück gehabt hatte/habe.
    Und auch sonst gehe ich mit dem Thema sehr offensiv um. Wenn mir jemand Alkohol anbietet, lehne ich maximal 2 Mal höflich ab. Danach sage ich dann "Sorry, aber ich bin trockener Alkoholiker - und trocken will ich auch bleiben!" Und schon ist Ruhe ;) und ich brauche mir nicht irgendwelche Ausreden einfallen lassen. Ist natürlich, zugegeben, nicht jedermans Sache.

    Ich persönlich habe nur gute Erfahrungen mit diesem Umgang gemacht.

    Was die SHG und das "erstmal nur zuhören" angeht: Von "meiner" Gruppe weiß ich, dass es jedem selbst überlassen ist, ob und was er/sie erzählt. Abgesehen natürlich von einer kurzen namentlichen Vorstellung, damit man weiß, wie man ihn/sie anreden soll. Und wenn Jemand erst 3 Treffen nur zuhört und dann aufgetaut ist und etwas erzählt, ist das auch okay.
    Nach meiner letzten Entgiftung vor etlichen Jahren habe ich mir 2 Wochen lang jeden Tag eine andere SHG angeschaut, bevor ich mich dann endgültig entschieden habe, welche ich besuchen wollte. Von daher weiß ich, dass es durchaus auch Gruppen gibt, die einen schon fast "nötigen", seine Geschichte zu erzählen ... war dann mit ein Grund, warum diese Gruppen nicht in meine engere Wahl kamen ;)
    Seit einigen Jahren leite ich auch "meine" Gruppe und sorge schon aus eben diesem Grund dafür, dass die Leute erst einmal in Ruhe die Gruppe begutachten können, damit sie nicht verschreckt/verprellt werden und sehen können, dass wir ganz normale Menschen sind und keinen beissen ;D

    Ich kann Dir auch nur empfehlen, Dir erst einmal mehrere verschiedene Gruppen anzuschauen, um festzustellen, welche zu Dir passt, wo Du Dich wohl fühlst.
    Solltest Du allerdings irgendwo auf dem Lande wohnen und nur die Auswahl "die oder keine" haben ... :-\

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Mia!

    Schön, dass Du das so konsequent durchziehst. Allerdings war das ja erst der Anfang, die ersten 5 Tage ...

    Eine Selbsthilfegruppe....ich muss sagen ich schäme mich da schon ziemlich. Auch das alles dem Arzt zu erzählen war so schwer für mich und hat mich eine mega Überwindung gekostet. Ich denke andauernd: Was ist wenn ich dort jemanden treffe, den ich kenne ?

    Ja, was ist, wenn man da jemanden trifft, den man kennt?? Dann weiß man, dass derjenige dieselben Probleme hat wie man selbst! So einfach ist das!
    Ist genau dasselbe, als wenn Du ihn schniefender Weise im Arztwarteraum triffst: Ah, den hat's auch erwischt!

    Und in ALLEN SHG ist das Motto: Was in diesem Raum erzählt wird, bleibt auch in diesem Raum!
    Dann weisst Du und dieser Bekannte eben voneinander, dass ihr BEIDE ein Alkoholproblem habt. Und was denkst Du, wieviele es von Dir (mehr oder weniger) wissen, ohne dass Du sie in der SHG triffst. Oder dasselbe Problem haben, ohne dass Du sie dort triffst.

    Du hast ein Problem - und gehst es an. Du handelst - und wirst nicht behandelt. Sieh es positiv!

    Ach so: Ja, als TRIGGER bezeichnet man "Auslöser". Das können sehr vielfältige, unterschiedliche Sachen sein. Was den Einen triggert, juckt den Anderen vielleicht überhaupt nicht.
    Das können nicht nur Speisen und/oder Getränke sein. Auch Situationen und Verhaltensweisen können ein Trigger sein.

    Gruß
    Greenfox