Hallo, blueday, und ersteinmal HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:
Kurz zu mir: Ich bin Ü50, Berliner, Alkoholiker und seit mehreren Jahren trocken.
Es ist schonmal gut, dass Du Dir nicht nur Gedanken gemacht, sondern auch die Initiative ergriffen hast.
Okay, ein kalter Entzug ist definitiv das Letzte was ich raten würde, ist aber nunmehr auch egal.
Können nach dem 5. Tag Entzug noch irgendwelche schweren Entzugssymptome auftreten?
Wie soll es nun weitergehen? Selbsthilfegruppe? Nochmal Gesundheitscheck beim Arzt?
...
Vielleicht war ja jemand schon in ähnlicher Lage? Äusserlich alles tiptop (Job, Umfeld, Gesundheit et.) und trotzdem langsam und unbemerkt und dann plötzlich schnell in die Alkoholfalle geraten...
Mein Rat wäre genau das: zum Arzt und diesem auch genau so von Deiner Alkoholproblematik erzählen. Denn dann kann er genauere Leber- u.a. Werte checken und Dir vielleicht auch schon Tipps geben.
Und eine SHG zu besuchen kann auch nicht schaden (ich persönlich bin großer Befürworter von SHG).
Und was Du als "... äußerlich tiptop ..." bezeichnest: In der heutigen Gesellschaft ist nunmal das Klischee verhaftet, dass Alkoholiker diese dreckigen, unangenehmen Typen sind, die schon morgens vor den Geschäften und auf Parkbänken sitzen und saufen.
Dem isst aber nicht so. Na klar sind auch das Alkoholiker. Aber die Mehrzahl entspricht dem eben nicht: Viele gehen noch arbeiten, haben gute Jobs und haben (zumindest nach außen hin) ein intaktes Umfeld. Und es zieht sich durch ALLE "Schichten". Ich habe alle möglichen Menschen kennengelernt: Lehrer, Polizisten, Hausfrauen, Unternehmer, Politiker, Diplomaten, Elektriker, Ärzte, Therapeuten etc. ... es kann jeden (be)treffen.
Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Erfolg und Kraft auf dem weiteren Weg und uns allen einen guten Austausch!
Gruß
Greenfox