Beiträge von Greenfox

    Meine Hausärztin hat mir, als ich ihr sagte, ich sei Alkoholiker und bräuchte Hilfe, Ähnliches gesagt. Daraufhin sagte ich ihr, dass sie wohl keine Ahnung von der Materie habe und ich mir einen anderen Arzt suche. Seitdem ist sie meine EHEMALIGE Hausärztin.

    Sucht/Abhängigkeit ist ein ziemlich spezielles Feld und natürlich/leider hat nicht jeder (Haus-)Arzt wirklich Ahnung davon. Und auch nicht jeder Psychologe.

    Natürlich hast Du recht in Bezug auf die Schädlichkeit von täglichem Alkoholkonsum. Und doch gibt es Menschen, die sind aus mir unerfindlichen Gründen trotzdem nicht abhängig - hier ist es eben nicht wie in der Mathematik, wo 2+2 IMMER 4 ergibt.

    Du warst der Meinung, nach einem halben Liter Whiskey noch geradeaus zu denken und empfindest nun die Realität als konfus ...

    Wie heisst es irgendwo in Facebook:

    Drogen und Alkohol sind was für Anfänger.
    Wer wirklich cool ist, zieht sich die Realität rein.

    Unabhängig davon beglückwünsche ich Dich zu einer Woche ohne Alk 44. :blumen:

    Solltest Du, nachdem Du Dich hier wieder abgemeldet hast ( nixweiss0 ) doch nochmal hier reinschauen: Pass auf, dass Dich Dein Selbsthass nicht auffrisst!

    Zitat

    Es ist mir schon klar, dass es ohne ... nicht geht, aber hier bin ich überzeugt, dass ich einige Schritte auf dem Weg zum Ziel weiter komme

    Du merkst aber schon, dass Du Dir hier selbst widersprichst?! "Es ist mir schon klar, dass man ohne Sauerstoff nicht überleben kann, aber ich bin überzeugt, ohne atmen überleben zu können ..."

    Wenn der Link, den Du eingestellt hast, tatsächlich ALLE SHG in Deiner Umgebung zeigt, dann hast Du für Betroffene tatsächlich nur die AA zu "Auswahl" ...
    Und so wie ich die AA kennengelernt habe, muss man da nichts erzählen, wenn man nicht will/bereit ist ... Sie sind zwar christlich ausgerichtet, aber auch offen für Atheisten wie mich oder andere Konfessionen.

    Auch wenn ich nicht bei den AA bin, habe ich doch etliche Dinge von ihnen als für mich zutreffend/positiv erkannt und angeeignet. Wenn es mir zu "kirchlich angehaucht" war/ist, habe ich es eben so abgewandelt, dass es für mich passt.

    Zum Beispiel der berühmte Gelassenheitspruch:

    Im Original heisst es: "Gott gebe mir ..."
    In meiner Version heisst es nunmehr:

    Ich wünsche mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
    den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
    und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

    Und schon kann ich als orthodoxer Atheist etwas mit dem Spruch anfangen - und danach leben.
    Und selbst das 12-Schritte-Programm kann ich so "umbauen", dass es für mich passt - ohne irgendwelche Anspielungen auf einen Gott (warum sollte ich auf mich anspielen ;) ;D ) o.ä.
    Denn so funktioniert es nunmal in einer Selbsthilfegruppe: Jeder berichtet von seinen Problemen und wie er damit umgegangen ist. Und wenn ich ähnliche Probleme habe und der Weg des Anderen zu einer Lösung geführt hat, dann KANN ich doch versuchen, ob es bei mir auch funktioniert. Um so mehr, wenn man hört, dass dieser Lösungsweg bei VIELEN funktioniert hat.
    Ich KANN also eine Brücke benutzen - oder in die Schlucht springen, hoffen heil unten anzukommen und es dann eventuell zu schaffen, auf der anderen Seite ohne abzustürzen wieder hochzuklettern ... Oder ich kann einen anderen Weg über die Schlucht suchen (und vielleicht sogar finden).

    Herzlich Willkommen beim schreibenden Part des Forums :welcome:

    Auch wenn Du Dich hier schon ein wenig eingelesen hast, möchte ich mich kurz vorstellen: Ich bin m, 56, Alkoholiker aus Berlin und nach mehreren Anläufen nun seit einigen Jahren trocken und in der Suchtselbsthilfe aktiv.

    Wenn ich es richtig verstanden habe, bist Du zur Zeit nicht trocken und versuchst Dich alleine durchzuwursteln - also ohne Therapeut/in, SHG oder anderweitige Unterstützung?!?
    Die AA hast Du nur einmal besucht und - da sie Dir nicht zugesagt haben - danach nicht wieder? Hast Du Dir auch mal andere SHG angeschaut? Es gibt (bestimmt auch in der Schweiz) diverse andere Formen von SHG - nicht nur Monolog-Gruppen wie die AA.

    Ich habe großen Respekt vor der Arbeit der AA - mag aber keine Monolog-Gruppen. Nach meiner letzten Entgiftung habe ich mir etliche verschiedene SHG angeschaut - u.a. auch die AA - und mich im Endeffekt dann für eine reine Betroffenen-Dialog-Gruppe entschieden. Aber es gibt ja auch (von Therapeuten) angeleitete Gruppen und, und, und ... Es sollte also für jeden "Geschmack" etwas zu finden sein. Wenn man denn nicht gerade auf dem Land hinter den sieben Bergen oder einer einsamen Insel wohnt.

    Gruß
    Greenfox

    Dann gib ihm doch die offiziellsten und direktesten Quellen ever: UNS!

    Mit UNS meine ich jetzt nicht "UNS" im Sinne von Werbung für unser Forum, sondern: Suchtberatung, SHG, auch dieses (oder andere) Forum/Foren - kurz: Betroffene, die das ganze "Theater" aus eigener Erfahrung KENNEN und WISSEN, wovon sie reden.
    Oder gib ihm ein Buch aus unserer Literatur-Ecke zu lesen: Hier sind die Autobiografien zu empfehlen (Ich persönlich empfehle "Nüchtern", "Trockenzeit. Die stillen Siege eines Trinkers" und "Denn sie wissen nicht, was sie tun: Mein Leben als "nasse" Alkoholikerin: neun Jahre, vier Monate und zwölf Tage")

    Ja, das ist so eine Sache mit dem "intuitiv" ... Wie heisst es so schön: Wer nie seine Kekse im Bette as, weiß nicht, wie Krümel pieken!
    Und wer nicht selbst süchtig ist ...

    Und ICH habe so meine Probleme mit dem, was in den Büchern steht, ab wann etwas eine Sucht ist. Denn der Übergang ist dermaßen schleichend und an nichts Greifbarem festzumachen. Und Menschen, die dieselbe Menge Alkohol im selben Zeitraum konsumieren sind nicht unbedingt auch beide abhängig bzw. nicht. Der Eine ist/wird abhängig, ein anderer nicht nixweiss0

    Aber Kontrollverlust ist, wenn ich mir vornehme, garnicht/maximal eine bestimmte Menge zu trinken - und dann doch bzw. mehr trinke. Es muss nicht unbedingt bis zum Umfallen gesoffen werden.
    Aber wie oft habe ich mir (damals!) vorgenommen, mal nix zu trinken ... oder nur EIN Bier ... naja, wie Du Dir vorstellen kannst, hat es selten/nie funktioniert ;(

    Ich habe damals bis zum Termin meines Krankenhaus-Entzugs täglich ein Six-Pack getrunken - das war zwar wesentlich weniger als mein übliches Quantum, hielt mich aber ruhig und half mir, die Zeit bis dahin zu überstehen.
    Natürlich wollte ich den Entzug machen, um komplett von dem Zeug wegzukommen. Aber: Ich wollte den Zug auch ERLEBEN. Und ein "kalter Entzug" KANN tödlich enden :o

    Und so ein Krampfanfall kommt urplötzlich und ohne körperliche Vorwarnung - ein Gruppenfreund hatte "Glück", dass ihn ein solcher Anfall erwischte, nachdem er eine Stunde von einer längeren Autobahnfahrt (eben OHNE Alkohol) wieder zu Hause war ...

    Ich bin empört das gerade Alkohol Kranken so viel Hilfe geboten wird während die Betroffene die Opfer die einige dieser "Kranken" veranstalten oft sehr alleine gelassen werden.

    Ja, die Hilfen für Suchtkranke werden mehr und öffentlichkeitswirksamer propagiert als die für Angehörige.
    Aber gerade HIER in diesem Forum herumzu"schreien", dass es KEINE Hilfe für die Angehörigen gäbe, halte ich für vollkommen unangebracht!

    Das wäre fast so, in einem Krankenhaus rumzuschimpfen, dass niemand den Kranken helfen würde. Was meinst Du: Wozu bzw. für wen ist dieses Forum da?
    Schau doch mal im Namen nach: "Alkoholforum - Für Betroffene, Angehörige und Interessierte"

    Hallo, ella, und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Ich bin m, 56, Alkoholiker und nun schon einige Jahre trocken.

    Was für eine Art von Hilfe erwartest Du hier zu finden bzw. wie können wir Dir helfen?

    Gruß
    Greenfox

    Ahoi, Seebär und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Man muss nicht heimlich (oder auch unheimlich) oder nur/schon tagsüber trinken oder seinen Führerschein oder Job verlieren (ich habe beides nie verloren) und kann sich trotzdem Gedanken über seinen Umgang mit Alkohol machen. Und gut ist, dass Du dies tust, BEVOR die ganzen unangenehmen Folgen auftreten.

    Ich selbst bin m, 56, Alkoholiker und nach mehreren Anläufen nun seit einigen Jahren trocken.

    Von daher kann ich Dir sagen: Egal, ob Du nun schon in einer Abhängigkeit/Sucht gelandet bist oder noch Missbrauch betreibst - ich findes gut, dass Du Dir Sorgen machst (zu Recht, denn der Weg in die Sucht ist zwar schleichend, geht dann aber rasend schnell) und gegensteuern willst.

    Von daher: Wenn Du Fragen hast - immer raus damit!
    Und ich empfehle Dir unsere Info-Seiten: die Linksammlung und unsere Literatur-Seite

    Gruß
    Greenfox

    Da kann ich Gerchla (wie meistens) nur zustimmen.

    Solche Leute hatten wir auch schon mehrfach in der Gruppe, die nur wegen der MPU kamen und meinten, sie hätten nur Pech gehabt und "die Bullen" hätten Schuld, dass sie ihre Pappe verloren hätten ...
    Dieser Mensch hat es einfach (noch) nicht kapiert. Sollte er denn tatsächlich nochmal in der Gruppe (gezwungenermaßen) auftauchen, frag ihn doch einfach, ob auch "die Bullen" Schuld daran gehabt hätten, wenn er im Suff jemanden überfahren hätte ... Bei uns haben die Leute dann immer geschluckt und die Klappe gehalten - und erstmal überlegt.
    Im Übrigen bedanke ich mich immer für das Kompliment "Bulle" - ist ja schließlich anerkanntermaßen ein Zuchttier. Nur bei "Ochse" werde ich sauer ;)

    Hallo, Seven,

    schade, dass ausgerechnet Deine erste Erfahrung mit einer SHG so schlecht verlaufen ist.
    So wie Dietmar auch schreibt habe ich es damals auch gemacht: Ich bin 2 Wochen lang jeden Tag in eine andere SHG gegangen, habe sie mir angeschaut und mich dann entschieden. Da waren Gruppen bei, die ich heute als schlechtes Beispiel nehme, aber auch viele Gruppen, die zwar gut waren, aber nicht ganz zu mir passten.
    Okay, ich habe auch das Glück, in einer Großstadt (Berlin) zu leben - und hier haben wir eine hohe Dichte an unterschiedlichsten SHG. Wenn jemand auf dem Land oder gar Helgoland lebt, hat eben nicht so eine Auswahlmöglichkeit.
    Ich möchte damit aber nur sagen, dass Du bitte nicht von dieser einen Gruppe auf alle SHG schliessen solltest. Und auch nicht darauf, dass in dieser Gruppe immer nur 2 Typen aufschlagen. Es gibt immer mal "schlechte Tage" ...

    Das Wichtigste ist: Du hast Dich überwunden und bist hingegangen 44. Und Du bist weiterhin trocken :blumen:

    Dann frage Dich doch mal selbst, horch doch mal in Dich rein:

    Worin besteht bei diesem Typ Deine Verlust-Angst? Was fürchtest Du, zu verlieren?

    Wenn Du jemanden suchst, der Dich ständig im Suff anruft und wahlweise vollheult, anmacht oder vollpöbelt - findest Du an jedem Bahnhof oder vor jedem Supermarkt.
    Wenn Du jemanden suchst, der Dich ständig zu unmöglichen Zeiten im Suff anruft und wahlweise vollheult, anmacht oder vollpöbelt - sollte auch nicht schwer zu finden sein.
    Oder geht es darum, dass Du nie weisst, ob der Anruf aus Mexiko oder China kommt?

    Sorry, ich möchte mich auf keinen Fall über Deine Ängste lustig machen!! Deshalb solltest Du Dir diese Fragen auch ernsthaft stellen.

    Wäre es denn wirklich ein Verlust, wenn Du ihn in den Wind schiessen würdest? Oder nicht vielmehr ein Gewinn für Dich und Deinen Gemütszustand?