Auch von mir ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:
Ich bin m, 56, Alkoholiker und glücklicherweise nun schon seit einigen Jahren zufrieden trocken.
Und da ich immer Pegeltrinker war, konnte ich - wie Thomas - nie wirklich nachvollziehen/verstehen, was sogenannte Quartals-Trinker (sehr irreführender Name), zu denen ich Dich zählen würde, immer wieder zu ihren "Selbstabschüssen" bewegt nixweiss0
Ich finde es super, dass Du schonmal selbst die Einsicht hast, dass Du Alkoholiker BIST und etwas dagegen unternehmen willst. Denn aus meiner jahrelangen Tätigkeit in der Suchtselbsthilfe weiß ich, dass es gerade diesen Menschen oft verdammt schwer fällt, zu akzeptieren, einzusehen, dass sie Alkoholiker sind und dringend Hilfe annehmen sollten. Eben gerade deswegen, weil sie eine gewisse Zeit abstinent leben können - was für MICH damals ein Ding der Unmöglichkeit gewesen wäre ...
SHG finde ich schon mal sehr gut. Außerdem würde ich Dir unbedingt noch einen Besuch bei Deinem Hausarzt empfehlen - und diesem gegenüber dieselbe Offenheit wie hier.
Ärzten gegenüber generell - denn wir Alkoholiker haben eine erhöhte Toleranz gegenüber Narkosemitteln etc, was sich z.Bsp. bei anstehenden OPs negativ bemerkbar machen könnte. Und auch die Zusammensetzung von intravenös verabreichten Medikamenten ist ja nicht ganz unwichtig für uns - mit oder ohne Alkohol 
Und schon mal über eine stationäre Langzeittherapie nachgedacht? Einfach mal für ca. 3 Monate raus aus dem Alltag in eine "Käseglocke", sich nur um Dich kümmern, Dich mit dem Thema und Dir selbst befassen und Dir das Rüstzeug für ein abstinentes Leben holen?
Das hört sich jetzt hochtrabender an als es wirklich ist. Wenn Du in die SHG gehst, dann quatsch mal mit den Leuten dort, welche Erfahrungen sie mit einer LZT gemacht haben und was dort so abging. Ich hätte es NIE für möglich gehalten - aber ich habe damals freiwillig auf meine 12 Wochen noch 4 Wochen Nachschlag beantragt. Und es hat mir sehr gut getan!
Und was Deine Depressionen angeht: Ich habe es an mir selbst beobachtet und auch von vielen anderen Betroffenen in Gesprächen gehört - mit der Abstinenz schwinden sehr oft (nicht immer!) auch die Depressionen. Wenn ich dann nachfragte, ging es ihnen wie mir, dass die Depressionen eigentlich wegen dem Alkohol kamen.
ICH bekam sie, weil ich trank und einfach nicht aufhören konnte. Und ich trank, weil ich Depressionen hatte. Und dann hatte ich Depressionen, weil ich trank ... Der berühmte Teufelskreis.
Wenn allerdings der Alkohol als Medizin gegen vorhandene Depressionen eingesetzt wird (ich glaube, davon kann Wodka1964 "ein Lied singen" :-\ ) dann hilft es trotzdem, abstinent etwas gegen die Depressionen zu tun ...
Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Erfolg und hier einen guten Austausch!
Gruß
Greenfox