Beiträge von Greenfox

    Habe mir gerade mal das Rezept von pingu angeschaut - hört sich ja lecker an. Mal sehen, vielleicht demnächst mal ausprobieren.
    Meine Schwägerin hat bei mir eine Bestellung aufgegeben: Schmorgurken. Besser mit Bestellung - sonst kommt sie immer unangemeldet, wenn ich gerade welche für meine Family gemacht habe ;)

    Wiedergeburt
    Ein Gedicht Peter (pce t+) http://www.a-connect.de/storry.php

    Ich habe wieder Spaß am Leben:
    Neues zu sehen, Neues zu wagen.
    Ich versuche mal wieder, mein Bestes zu geben,
    doch diesmal für mich, in persönlichen Fragen.

    Was will ich, was kann ich, was erwart' ich von mir,
    was will ich mir selber beweisen?
    Ich bin so gut, wie jeder Andere hier!
    Wer's nicht glaubt, der soll sich 'was scheißen.

    Ich bin durch ein tiefes Tal gegangen,
    ich hab' nicht mehr an mich geglaubt,
    das Hirn war im Alkohol gefangen.
    Er hätte mir fast das Leben geraubt.

    Ich hab' eine neue Freiheit gewonnen.
    Ich hänge nicht mehr am Tropf.
    Illusionen durch Alk sind gottlob zerronnen.
    Ich hab einen klaren Kopf.

    Ich sehe die Umwelt mit nüchternem Blick
    im wahrsten Sinn sozusagen.
    Ich bestimme wieder selbst mein Geschick,
    ich erlaube mir, niemand zu fragen,

    wie ich leben soll, ob's genehm, was ich tue,
    solang ich nur trocken darf leben.
    Ich habe gefunden ein innere Ruhe,
    die kein anderer Mensch mir kann geben.

    Ich habe Freunde, die zu mir halten,
    die mich akzeptieren, so wie ich bin.
    So kann ich mein Leben neu gestalten.
    Danke, es macht wieder Sinn.

    Wenn du einem geretteten Trinker begegnest,
    dann begegnest du einem Helden.
    Es lauert in ihm schlafend der Todfeind.
    Er bleibt behaftet mit seiner Schwäche
    und setzt seinen Weg fort,
    durch eine Welt der Trinkunsitten.
    In einer Umgebung,
    die ihn nicht versteht,
    in einer Gesellschaft
    die sich berechtigt hält,
    in jämmerlicher Unwissenheit
    auf ihn herabzusehen,
    als auf einen Menschen zweiter Klasse.
    Weil er wagt gegen den Alkoholstrom
    zu schwimmen.
    Du solltest wissen:
    Er ist ein Mensch erster Klasse!


    Friedrich von Bodelschwingh (*1831 +1910)

    Hallo, Sven!

    Auch von mir ein herzliches Willkommen!

    Eigentlich kann ich mich nur meinen "Vorrednern" anschließen: Insbesondere über katros Link (wenn er ihn nicht eingestellt hätte, hätte ich es getan) bekommst Du die wichtigsten Ratschläge.
    Auch wenn es nicht leicht wird und vielleicht auch hart klingt, aber: Kümmere Dich um Dich! Lass Dich nicht runterziehen! Such Dir eine Wohnung und zieh aus.
    Du kannst nicht die Verantwortung für das Handeln Deiner Eltern übernehmen.

    Auch - oder vielleicht: weil - ich selber zur saufenden Seite gehör(t)e: Ich weiss, dass dies zwar hart klingt, aber für DICH der beste Weg ist - sich nicht runterziehen lassen.

    Gruß und: Viel Kraft!

    Greenfox

    Ich finde es schade, dass gerade dieses Thema hier so versandet ... (Sandmann: Sorry für das Wortspiel ;)

    Denke mal, gerade für Neu-Aussteiger und solche, die darüber nachdenken, wäre es doch interessant, welche Erfahrungen die verschiedenen Menschen mit den verschiedenen SHG machen. Bevor ich mich damals überwunden habe und eine Gruppe besuchte, wusste ich vorher überhaupt nicht, was mich erwartet. Es erfordert doch eine Menge Mut, den Schritt über die Schwelle zu gehen (Habe schon etliche immer wieder an unserem Treffpunkt vorbeilaufen sehen, bevor sie dann endlich doch reinkamen).
    Und über einen Austausch hier über diese Erfahrungen können sich diejenigen ein Bild machen und für sich entscheiden, ob sie es nicht doch mal ausprobieren wollen ...

    Fände es daher auch besser/angebrachter, diesen Thread vielleicht nicht im internen, sondern in den öffentlichen Bereich zu behandeln - oder?!?

    Zu dem Thema hab ich auch was:

    Ich wünsche dir Zeit
    Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben.
    Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:
    Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,
    und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.

    Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,
    nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
    Ich wünsche dir Zeit – nicht zum Hasten und Rennen,
    sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

    Ich wünsche dir Zeit – nicht nur so zum Vertreiben.
    Ich wünsche, sie möge dir übrigbleiben
    Als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,
    anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.

    Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
    und die Zeit um zu wachsen, das heißt um zu reifen.
    Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.
    Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

    Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,
    jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
    Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
    Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!

    Elli Michler

    Danke, WalkerMR, für Deine hohe Meinung zu meiner Meinung ;D Hier sind aber noch mehr Leute, die es schon mehr als xyz Tage/Monate/Jahre geschafft haben. Und in meinen Augen ist jede/r, die etwas ändern will, ein "Held", auch wenn es nicht immer auf Anhieb klappt - da ich weiss, wie schwer es ist/sein kann.

    Aber ich muss Manni auch insofern Recht geben:


    Vieles kann ich nicht so ausdrücken, wie ich es verbal von Face to Face ausdrücken würde. ... Im normalen Leben bin ich ein sehr emotionaler Mensch der auch mal schnell übers Ziel hinaus schießen kann. Nur habe ich dann die Möglichkeit es sofort zu relativieren und richtig zustellen. Das ist hier nicht möglich. Das geschriebene Wort steht.

    Trotzdem - und auch wegen seiner "Anonymität" - mag ich dieses Forum als Ergänzung zu meiner SHG. Und wie sage ich dort immer wieder, wenn "Neue" dazukommen: Die Selbsthilfe besteht darin, dass hier jeder seine Erfahrungen mit bestimmten Problemen, Situationen auf den Tisch packt - und sich jeder das für sich passende weg-/annimmt. Wir sind alle unterschiedlich, haben unterschiedliche Lebenswege und auch "Trinker-Karrieren" hinter uns. Nur in Einem sind wir uns wohl einig: Wir wollen etwas in unserem Leben dahingehend ändern, dass es uns wieder besser - und vielleicht sogar gut - geht. Der Eine geht lieber auf Gras, der Andere lieber auf Asphalt, für den Einen sind Selbsthilfegruppen das A und O, für den Anderen nicht, der Eine mag die Art SHG der AAs, der Andere lieber sofortiges Feedback.
    Und da wir hier - wie auch in den SHGs - unsere eigenen Erfahrungen darlegen, können Andere, die noch keine (derartigen) hatten/habe, sehen, welche Möglichkeiten es überhaupt bzw. noch gibt.

    Mein Weg muss nicht der Eure sein - für den Einen oder die Andere könnte er es aber sein. Und nur deshalb beschreibe ich ihn ... und lese über Eure Wege - weil, vielleicht ist dieser ja besser als meiner (für mich!).

    Gruß
    Greenfox


    ... ich mag mich nur mit Positivem und das was mir Spaß macht beschäftigen.

    Leider ist im Leben nicht alles positiv, eitel Sonnenschein und macht immer Spaß ;(
    Und auch ich habe mich schon - und tue es hiermit wieder - entschuldigt, falls ich jemandem mit meiner Meinung auf den Schlips/Fuss treten sollte: Ich möchte hier nur meine Meinung kundtun, die sich aus meinen Erfahrungen resultiert (und sich durchaus auch ändern kann!). Ich möchte sie niemanden aufzwingen und auch niemandem Angst einjagen.

    Hupskatze, hast Recht. Ich editiere mal den Satz:

    Zitat

    Meinem Verständnis nach bedeutet jede bewusste Einnahme von Alkohol - wenn man sich vorher für die Abstinenz entschieden hatte - einen Rückfall ("Da ist Alkohol drin, trotzdem/deshalb nehme ich es zu mir.").

    Jetzt will ich auch mal meinen (alkoholfreien ;)) Senf zu diesem Thema geben.
    Eins ist klar: Ich bin Alkoholiker und trocken. Und damit es so bleibt, tue ich alles. Eins habe ich in den vergangenen Jahren gelernt: Ein Rückfall beginnt im Kopf.


    Der Alkoholgehalt führt zu keiner nachgewiesenen Gefährdung von Kindern, Schwangeren, Alkoholkranken oder Autofahrern. Dafür sind die Mengen zu gering“, sagt Falk Kiefer, leitender Oberarzt der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim. „Aus psychologischer Sicht sollten trockene Alkoholiker allerdings auf alkoholfreies Bier, Malzbier oder Malztrunk verzichten.“ Da Geschmack und Aussehen an alkoholhaltiges Biererinnern, könnten diese Getränke Betroffene dazu verleiten, wieder in alte Gewohnheiten zurückzufallen

    Und genau das ist der Grund, warum ich solche Getränke meide! Ich weiss zwar, dass das Getränk zwar "alkoholfrei" ist (Verarsche! Da ist trotzdem noch minimal Alkohol drin, darf in Deutschland aber "alkoholfrei" genannt werden, anderswo heisst das "alkoholarm"!), aber in meinem Kopf werden Erinnerungen an das richtige Bier wach, an den Geschmack, die Wirkung ... Genau so verhält es sich auch mit Lebensmitteln, wo Pseudo-Alkohol in Form von Aroma enthalten ist (Rum-Eis z.Bsp.).
    Wie heisst es in der Bibel? "Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um." (Sirach 3.27) Warum soll ich mich also in die Gefahr begeben? Und das auch noch sehenden Auges??

    Auch in vielen anderen Lebensmitteln ist Alkohol enthalten. Allerdings sind das so geringe Mengen, dass es meist nicht zu schmecken ist. Auch in einer Rotwein-Sosse ist der Alkohol verkocht.
    Aber: Ich habe mich bewusst dafür entschieden, keinen Alkohol zu mir zu nehmen! Demzufolge achte ich auch darauf, dass in den Lebensmitteln keiner ist!

    Es gibt aber auch andere Sachen, wie zum Beispiel Medizin, die nicht unerheblichen Mengen Alkohol enthalten. Die sind natürlich absolut TABU! Das wäre dasselbe, als würde man ein Glas Schnaps trinken ("Klosterfau Melissengeist", Hustensäfte etc). Hier gibt es mittlerweile diverse alkoholfreie Alternativen.

    Allerdings ist mir auch klar, dass Alkohol nicht gleich Alkohol ist. Und Senf, Ketchup, Gewürzgurken habe ich nie gegessen um der Wirkung wegen ;D - also esse ich das auch weiterhin.

    Damit sind wir wieder bei meiner Eingangsbemerkung: Der Rückfall beginnt im Kopf.
    Meinem Verständnis nach bedeutet jede bewusste Einnahme von Alkohol einen Rückfall ("Da ist Alkohol drin, trotzdem/deshalb nehme ich es zu mir.").
    Guckst Du auch hier: http://www.gutefrage.net/frage/kann-man…kfaellig-machen

    Ansonsten habe ich richtig Glück: Ich mochte Marzipan noch nie ;D

    Hi, Mandalay!

    Auch wenn Du doch etwas getrunken hast: Kopf hoch und weiter auf Dein Ziel hinarbeiten!
    Und für das Gespräch heute drücke ich Dir die Daumen - denn es ist ein erster Schritt! Und zwar von einem ganz anderen Kaliber, als hier in einem Forum anonym zu schreiben - da sitzt Dir ein leibhaftiger Mensch gegenüber. Sei einfach offen und ehrlich (Dir selbst gegenüber - dem Anderen ist es vermutlich egal), dann findet sich schon ein Weg...
    Würde mich freuen, zu lesen, wie es gelaufen ist ...

    LG
    Greenfox

    Zitat

    Mindestens ein Mal am Tag komme ich in eine Situation, wo ich mir selbst gegenüber erfreut feststelle, dass ich in meinen Suchtzeiten in dieser konkreten Situation anders gedacht, empfunden oder gehandelt hätte. ... Das Thema Sucht ist also irgendwie ständig präsent (und wenn es auch nur wie ein Virenscanner im Hintergrund läuft)

    Ja, so ist es auch bei mir. Auch wenn ich nicht gerade bei meiner SHG bin - das bin ich nur einmal die Woche.
    Und

    Zitat

    nur dass es nicht belastet, sondern Freude bereitet.


    es belastet mich eben nicht, sondern ich freue mich, dass ich trocken bin und es bleiben will.
    Und ich bin für mich der festen Überzeugung, dass der regelmäßige Besuch der SHG mir hilft, am Thema zu bleiben und somit auch auf meine innere Stimme, meine Alarmglocken zu hören. Denn hier https://alkoholforum.de//index.php?topic=228.0 schrieb ich ja schon, was mir passierte, als ich die Gruppe nicht mehr besuchte und mich nicht mit dem Thema beschäftigte!
    Wohl dem, dem die Beschäftigung mit sich selbst oder "nur" dieses oder jenes Forum ausreicht, um sein Ziel zu erreichen.

    Und (Sorry!) bei mir kommt es einerseits so rüber, als ob Du von Dir so sehr überzeugt bist, dass Dir ein Rückfall nie passieren wird/würde. Oha - "Hochmut kommt vor dem Fall"!
    Andererseits betätigst Du Dich (zumindest) hier im Forum: Du beschäftigst Dich also doch immer wieder (nicht nur unbewusst) mit dem Thema! Und das/ein Forum ist doch eigentlich nix anderes als eine Online-SHG. Also bist Du Dir selbst wohl doch nicht so hundertprozentig sicher ...

    Im Übrigen

    Zitat

    mit deiner (Ex-)Sucht

    halte ich (für mich) für die falsche Ausdrucks-/Denkweise: Es ist meine (all-)gegenwärtige Sucht! Ich habe sie nur momentan unter Kontrolle - und so soll es bleiben!

    Und was hat das Ganze nun mit Manne's Antialkoholtagebuch zu tun??

    Zitat

    Was ich voller Überzeugung nicht will, hat keine Chance.

    Ich weiss nicht, ob hier schon mal über meinen (nunmehr schon ca. 4 Jahre zurückliegenden) "Anfall" von Saufdruck berichtet hatte nixweiss0

    Ich war damals mit meiner Tochter und ihrer Freundin bei einem großen Einkaufscenter in der Nähe von Berlin, wo es auch einen großen Kinder-Indoor-Spielplatz gibt, um dort ihren Geburtstag zu feiern. Alles war chic und schön, die Kinder spielten und hatten Spass, mir gings gut. Ich ging nach draussen, um eine zu rauchen. Und als ich so da draussen stand, mich freute, dass alles schön war und auch das Wetter mitspielt -

    kam auf einmal das "grosse Zittern" über mich (im wahrsten Sinne des Wortes!) und in mir schrie es "Ich brauche jetzt! sofort! Alkohol!". Und damit war nicht nur ein Bier gemeint ...
    Ich weiss nicht, ob sich das jemand vorstellen/nachvollziehen kann - dort in dem Center gab es überall die Möglichkeit, Alk zu kaufen. Und ich war schon drauf und dran, loszuziehen und mir eine Flasche zu holen! Zum Glück konnte ich auch noch die andere Stimme hören, die mich fragte "Willst Du alles aufgeben und wegschmeissen, was Du Dir in den letzten 2 Jahren mühsam wieder aufgebaut hast?". Und ich habe als "Notfallkoffer" immer eine kleine Telefonliste von den Mitgliedern meiner Selbsthilfegruppe dabei. Also habe ich mein Handy und diese Liste rausgeholt. Aber bevor ich irgend eine Nummer davon anrufen konnte, war dieser Anfall so schnell wie er gekommen war auch schon wieder vorbei ...
    Ich bin dann erstmal wieder zu meiner Frau und den Kindern und habe einen halben Liter Wasser mit zitternden Händen erstmal auf ex getrunken ...

    Das liest sich jetzt vielleicht so einfach und hört sich so lapidar an - aber es ging mir in dem Moment richtig Schei...e!

    Und hätte ich mich nicht in der Zeit meiner Trockenheit bis dahin nicht ständig in Form meiner Selbsthilfegruppe, der Arbeit im Verein und auch sonst immer wieder mit diesem, meinem Thema beschäftigt - ich bin der festen Überzeugung: Ich hätte diese warnende Stimme nicht mehr gehört bzw. nicht auf sie gehört!!

    Dieser plötzliche Saufdruck war keine "normale" Situation. Vorher hätte ich genau wie Du gesagt:

    Zitat

    Um mich zum Trinken zu bewegen, müßte man schon körperliche Gewalt ausüben.

    Seitdem bin ich mir da nicht mehr soooo selbstsicher. Seither weiss ich (für mich), dass ich einer solchen Situation nur dadurch begegnen kann, indem ich immer "am Thema" bleibe, nicht sorglos sein darf!

    Und es geht mir sehr gut damit ...