Pingu - ich stimme Dir voll zu. Aaaber:
Übrigens gibt es - gerade bei den AA - Menschen, die etwas noch viel schöner finden als Rausch und Suff: Die Gesellschaft von AUFRICHTIGEN Menschen. In unserer Gesellschaft erleben wir eine oberflächliche Small-Talk-Mentalität. In Selbsthilfegruppen kann man ohne Maske sein. Und das tut Leuten gut, die sich ihr halbes Leben lang verstecken mussten.
Warum gerade bei den AA? Bei den (meisten) anderen Gruppen ist es doch genauso! Oder nicht?
Und, katro:
Für mich klingt das anders, nämlich so, als ob es viele Alkoholiker nicht schaffen, in Kopf und Herz wirklich mit ihrer Sucht abzuschließen. Es scheint bei Vielen so zu sein, dass sie sich letztendlich misstrauen und davon ausgehen bzw. befürchten, wieder zu trinken, wenn sie sich nicht ständig überwachen oder in einer SHG von Anderen überwachen lassen. Es hört sich zwar logisch an, dass ein SHG-Besuch notwendig ist, um Veränderung im Denken/im Standpunkt zur Sucht rechtzeitig zu erkennen. Aber warum soll sich eine solche Veränderung ergeben, wenn man die Entscheidung, nicht mehr zu trinken, aus der Erkenntnis heraus getroffen hat, dass der Suff vom eigentlichen Leben mit seinen Höhen und Tiefen abschneidet?
Wer gerne zur SHG geht, um anderen zu helfen, die noch nicht so weit wie man selbst gekommen sind, oder um mit Menschen, die man schätzt, die Freizeit zu verbringen, der soll das gerne tun. Ist ja nichts Schlechtes, sondern kann sehr erfüllend sein. Schlecht oder nicht sonderlich konstruktiv ist in meinen Augen, wenn das jeweilige Gruppenmitglied der Meinung ist, ohne die Gruppe nicht auf dem eingeschlagenen Weg bleiben zu können. Das zieht runter, weil es ein Selbstbild erzeugt, das einen Menschen zeigt, der sich selbst nicht vertrauen kann.
Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, auf diese abstrusen Verschwörungstheorien nicht mehr einzugehen. Aber:
Was soll dieser komplette Blödsinn (sorry, aber anders kann ich es nicht nennen!!), dass man in SHGs überwacht wird?? Dass man in SHGs geht, nur um eine Veränderung im Denken zu erreichen?? Dass man, wenn man SHGs besucht, ein Mensch ist, der sich nicht selbst vetraut/vertrauen kann??
Das ist, mit Verlaub gesagt, gequirlter geistiger Dünn...!
Ich und die meisten anderen besuchen die Gruppen, weil sie zumindest in der Anfangsphase Halt geben, Mut machen (in persönlicher und nicht nur schriftlicher, theoretischer Form), Hilfe geben.
Was heisst, ich kann mir nicht selbst vertrauen?? Wer wenn nicht ich kennt sich am Besten? Ich habe - wie viele andere auch - erlebt, wie schnell sich der Verstand "ausschaltet"! Obwohl ich mir fest vorgenommen hatte, nicht zu trinken.
Die meisten, die eine SHG besuchen, brauchen auch keine "Veränderung des Geistes" - sie brauchen genau das, was ich zuvor beschrieb: Halt, Mut, Rat.
In der Gruppe wird niemand "überwacht" - ich frage mich, wo man solchen Bockmist zu kaufen kriegt??
Wenn wir merken, dass jemand Probleme hat, dann wird darüber gesprochen. Jeder schildert seine Erfahrungen - und derjenige kann sich aus diesen Erfahrungen und Ratschlägen herausnehmen, was er will. Okay, und wie soll jemand in Gruppen wie den AAs überwacht werden? Wenn man da nix auf den Tisch packt, gibt es auch nix zu "überwachen".
Ja, es gibt Menschen, die kommen auch ohne SHG klar. Und wenn Du dazu gehörst, dann ist das schön. Aber manchmal frage ich mich, ob Du jemals eine Gruppe besucht hast (habe es vielleicht überlesen, da Du ja nur gegen Gruppen wetterst). Und wenn, dann wahrscheinlich nur ein einziges Mal, weil diese Gruppe dann nicht zu Dir gepasst hat bzw umgekehrt.
Mist, nun hast Du mich doch aus der Reserve gelockt :-\ Aber das musste ich unbedingt loswerden.
Gruß
Greenfox