Beiträge von Greenfox

    Ich fühle mich ohne ihn und seine ständigen Kontrollen und Vorwürfe viel besser.

    Und das ist es doch, was zählt!

    Dein Mann wird sich immer als Opfer sehen - bis er selber den Absprung will und schafft. Erst dann wird er nach einiger Zeit, wenn er alles aufgearbeitet hat, vielleicht sein jetziges Verhalten anders sehen.

    Auch Dir einen schönen, entspannten 2. Advent!

    LG
    Greenfox

    Auch von mir Danke - werd mal in die Mediethek schauen.


    Auch wenn Kokain hier im Vordergrund steht - gerade in der ersten Folge (noch in der ZDF-Mediathek anzuschauen) zeigt sich aber auch, wie ähnlich Suchtkarrieren verlaufen - unabhängig von der Art der Droge.

    Das kann ich nur bestätigen. Mein letzter Aufenthalt in einer Klinik wegen dem Suff war in einer, wo auch andere Süchte, aber auch Burn out, Depressionen etc. behandelt wurden. Und die Ursachen waren überall gleich/ähnlich.
    Und in meiner SHG haben wir uns mal einen Film angeschaut, da ging es um einen Spielsüchtigen. Und damit hat bei uns eigentlich keiner etwas am Hut - und doch haben wir uns, unser Verhalten streckenweise wiedererkannt. Obwohl es hier nicht um eine stoffgebundene Sucht ging.
    Habe leider den Namen von dem Film vergessen.

    Allen einen fleissigen Nikolaus und einen schönen, stressfreien 2. Advent!

    Greenfox

    Hi, Pingu,

    mit dem

    Was die anderen machen und wie sie mit Alkohol umgehen, kann mir doch egal sein.

    meinte ich nicht, dass es mir völlig egal ist, wie in unserer Gesellschaft mit dem Thema umgegangen wird. Ich meinte vielmehr konkret, dass es mir persönlich egal ist, ob jemand trinkt/trinken will oder nicht. Ich habe für mich entschieden, dass ich keinen Alkohol mehr trinken will. Punkt.
    Es hilft mir nicht, zu wissen, dass andere kontrolliert, also genussmäßig trinken können. Oder sich andere noch mehr zulöten, als ich es getan habe. Ich kümmere mich nur um mich.
    Und das tue ich auch dann, wenn ich z.Bsp. im Krankenhaus meine SHG vorstelle oder hier im Forum "rumtreibe" ( ;)). Für mich ist das eigentlich nur eine andere Form der Selbsthilfe/Therapie - für mich.
    Wenn ich dann andere Menschen dadurch eventuell dazu bringe/animiere/anstoße, auch etwas für sich zu tun, dann ist das ein angenehmer, positiver Nebeneffekt.

    Im Übrigen kann ich Deiner Aussage

    Grandios ausgeführt hat die gesellschaftliche Stellung des Alkohols übrigens der Autor Daniel Schreiber. In seinem Buch "Nüchtern - Über das Trinken und das Glück" nimmt er eine kritische, aber durchweg kluge Haltung in Bezug auf den Umgang mit Alkohol in unserer Gesellschaft ein. Ich war schwer begeistert.

    nur 100%ig zustimmen. Habe das Buch auch in meiner SHG empfohlen und schon mehrfach verliehen.

    Gruß
    Greenfox


    Aber Fakt ist doch: Manche können mit Alkohol gut umgehen. Sie brauchen ihn nicht. Sie genießen ihn selten. Und das wars. Für sie ist Alkohol kein großes Thema. Das ist cool.
    Ich kann das nicht. Ich habe verlernt mit Alkohol richtig umzugehen. Für mich ist es ein ständiges Thema. Für mich ist Alkohol Gift. Ein Teufelszeug.
    ...
    Tag 3.

    Tag 3 44. Auf dass noch viele folgen mögen!

    Eine wichtige Erkenntnis ist m.E., dass ICH nicht mit Alkohol umgehen kann - und dementsprechend ICH etwas für mich im Umgang mit ihm ändern muss/will/werde. Oder auch nicht - die Entscheidung liegt nur bei mir. Was die anderen machen und wie sie mit Alkohol umgehen, kann mir doch egal sein.

    Als ich Deinen Post las


    Vor einiger Zeit hab ich das Buch von A. Carr gelesen. ... Danach hatte ich einer meiner legendären Tagebucheinträge: „Ab morgen werde ich niiiie wieder auch nur einen Tropfen von diesem Teufelszeug anrühren!“ Ich saß auf meinem breiten Fenstersims, es war Spätabends, warme Sommerluft – und trank mein allerletztes Bier. Ich war unbesiegbar, sicher wie noch nie…

    kam mir erst einmal das berühmte Sprichwort "Morgen, morgen, nur nicht heute - sagen alle faulen Leute." in den Sinn.
    Denn aus dem "ab morgen" sind ja wohl doch ein paar Tage mehr geworden ...
    Aber dann fiel mir ein, dass ich ja auch nicht sofort "trocken" wurde, nachdem ich den Entschluß gefasst hatte, dem Alkohol den Abschied zu geben. Ich musste mich ja auch erst einmal informieren, was und wie ich es am Besten anstelle. Und auf Anhieb hat es ja auch nicht (bei mir) funktioniert.

    Und darum noch mal: Tag 3 44.

    Alles Gute und einen schönen Tag Dir und allen anderen :)

    Greenfox

    Bin heute beim Rumstöbern auf diesen Thread gestoßen und finde es immer wieder bemerkenswert, wie sich die Gemüter über bestimmte Hilfsmittel/Krücken erhitzen können.

    Genau wie Pingu - und auch andere hier - habe ich mit den AA, aber auch den Blaukreutzlern, Guttemplern u.a. nicht allzuviel am Hut. Aber es ist doch wie hier im Forum oder in (m)einer realen SHG: Es kommen viele Hinweise/Ratschläge/Erfahrungen auf den Tisch - und davon nehme ich mir, was zu mir passt/passen könnte, was mir helfen könnte (ob es hilft, wird sich dann zeigen).
    So hat mir auch zu Anfang dieses "nur heute" sehr geholfen!

    Wie schrieb Pingu:


    Schritt für Schritt. Tag für Tag...

    Ohne dieses "nur heute" hätte ich nicht gewagt, auszusteigen. Denn die Vorstellung, für immer nie mehr einen Tropfen zu trinken, war so schrecklich für mich, dass ich es nicht gewagt hätte. Die Freiheit und das Glück darüber stellt sich doch erst im Verlauf der Abstinenz ein. Das kann man doch am Anfang noch gar nicht ermessen oder sich überhaupt vorstellen.

    Und - ich schrieb es ja schon mehrfach - mit dem "nur heute" ist es doch nicht so, dass man es immer wie ein Mantra vor sich hin murmelt. Es ist zwar da - aber nicht immer und ständig offensichtlich präsent.
    Am Besten hat mir der Satz von keppler gefallen:


    Ich persönlich antworte übrigens auf die Frage von Aussenstehenden, ob ich denn nie wieder Alkohol trinken werde, stets mit dem Satz: "Ich habe es nicht vor ...". Für mich ist das die konkreteste Aussage zu meiner heutigen, morgigen und in die Zukunft gerichteten Entscheidung, die ich treffen kann. Damit kann ich sehr gut leben!

    Ich weiss nicht, was die Zukunft bringt - aber ich weiss, das ich nicht wieder in die Sucht zurückfallen will - und demzufolge nicht vorhabe, wieder anzufangen! Aber die Entscheidung, ob ich es tue oder nicht, liegt allein bei mir - jederzeit auf's Neue. Denn nichts und niemand kann mir verbieten, wieder etwas zu trinken und dann (unweigerlich) wieder zu saufen.

    Wem es hilft, sich zu sagen, "heute trinke ich nicht" - der sage es sich. Wem es besser gefällt und hilft, zu sagen "nie wieder" - auch okay. Und wer am Besten damit klarkommt und es ihm hilft, wenn er sagt "Ich steige einfach aus der Sucht aus" - super.

    Dem Einen fällt es mehr oder minder leicht, der Andere hat zu kämpfen - aber das Ziel ist doch wohl bei uns allen gleich: wieder ein selbstbestimmtes Leben führen! Oder?

    Hallo, Berla!

    Auch von mir ein herzliches Willkommen hier im "Alkoholforum - Für Betroffene, Angehörige und Interessierte"!

    Und hier bist Du auf jeden Fall richtig - denn Du bist ja zumindest interessiert, oder ;)

    Ich finde es gut, dass Du Dir Gedanken über Deinen Umgang mit Alkohol machst. Und: MIR hat es früher auch geschmeckt - bis der Geschmack dann leider fast egal wurde...

    Und auch Dein Vorsatz, mal einen Monat ganz ohne auszukommen - super 44.
    Bei einem Mitglied meiner SHG sind aus solchen "nur mal 4 Wochen" dann 12 Jahre geworden. Weil es ihm "ohne" einfach besser und gut ging.

    Übrigens, nur mal so: Bei 6 Flaschen a 1/2 Liter Bier (mit ca. 5 Umdrehungen) hast Du 150 g reinen Alkohol zu Dir genommen. Das ist die gleiche Menge wie 1/2 Liter 30%iger Schnaps.

    Ich wünsche Dir (und uns) einen guten Austausch!

    Gruß
    Greenfox

    Betty, ich gebe Dir ja Recht. Es kann sehr schön und stimmungsvoll sein. Aber hier ist es meistens nur sehr, sehr voll und eine "Fress-Bude" an der anderen ... bei mir jedenfalls kommt da keine (positive) Weihnachtsstimmung auf :(

    Nichts desto Trotz wünsche ich ALLEN stressfreie und schöne (Vor-)Weihnachtstage! :snowmanDance:

    Gruß
    Greenfox

    Auch dieses Jahr ereilt uns wieder die Weihnachtszeit und damit die Zeit der Weihnachtsmärkte.
    Ich war vergangenen Sonntag das erste Mal in diesem Jahr auf einem Weihnachtsmarkt - in Berlin am Charlottenburger Schloss.
    Nur - da ich mich dort dienstlich für ca. 8 Stunden rumtreiben "durfte" :(, habe ich von diesem nicht viel mitbekommen. Hatte mehr so mit vollkommen zugeparkten Haltestellen, Geh- und Rettungswegen, pöbelnden Radfahrern, die durch die Massen radeln mussten etc sowie dem üblichen "Könnse mir mal sagen, wo ich hin will?" zu tun.
    Allerdings konnte ich bei einigen Ständen mal so die Preise sehen >:( Das hatte schon nix mehr mit "Gut und Böse" zu tun - das war schon Wucher ...
    Ich weiss schon, warum ich mir privat keine Weihnachtsmärkte antun will. Da mach ich es mir doch lieber zu Hause im Warmen mit einem schönen Weihnachtstee gemütlich :) 8)

    Hallo, Sunny!

    So sehr ich Deine Stimmung auch halbwegs nachvollziehen kann - Ich möchte mal einen Spruch von Mario Barth etwas abwandeln:

    Nicht jammern - machen!

    Eine Veränderung wie der Ausstieg aus der Sucht kommt nicht von allein oder vom Jammern - man muss auch etwas dafür tun! Natürlich passiert das nicht plötzlich, von jetzt auf gleich.
    Such Dir professionelle Hilfe! Setz Dich an den Kasten, den man Computer nennt und schau im Internet nach, wo es bei Dir in der Nähe Suchttherapeuten gibt, ruf dort an und lass Dir einen Termin geben. Und/oder sprich mit Deiner Krankenkasse, und/oder such Dir eine Selbsthilfegruppe und rede mit den Leuten dort.
    Egal was, aber TU ETWAS FÜR DICH!

    Wenn Du Dich in Deinen Kleiderschrank setzt, wird der Dich bestimmt nicht anziehen - das musst Du schon selber machen.

    Bitte entschuldige, aber manchmal braucht man wirklich einen Tritt in den A...lerwertesten, um sich zu bewegen - ist nicht böse gemeint. Im Gegenteil!

    Gruß
    Greenfox


    > Mir hat maßgeblich geholfen, dass ich mir externe Hilfe gesucht habe. Das war bei mir mein Hausarzt und die Suchtberatung. Das hat dem ganzen mehr Verbindlichkeit gegeben! Sonst hätte ich mich wahrscheinlich wieder selbst ausgetrickst.

    Eins aber noch: "Es ist leichter nicht wieder anzufangen, als nach dem Anfang wieder aufzuhören". Das ist tatsächlich so!

    Wusste doch, dass ich etwas vergessen habe: die externe Hilfe ;)
    Yepp, bei mir war es ein Psychotherapeut - und vor allem meine SHG. Der Therapeut hat mir insbesondere zu Anfang sehr geholfen, u.a. mich selbst zu verstehen und Ursachen etc zu erkennen.
    Na, und die SHG gibt mir bis heute Stabilität, da sie und die Arbeit im Verein (Krankenhausvorstellungen, Gruppenleiter etc.) mittlerweile zu meinem Leben "dazugehört". Und sie zählt mit unter meinen Punkt "stetige Erinnerung".

    Allen noch einen schönen Abend!

    Greenfox

    Hallo, Macintosh,

    schön, dass Du den Weg hierher gefunden hast 44.
    Es ist richtig und wichtig, dass Du Dir Hilfe suchst - bevor Du von Deinem "Freund" mit in den Abgrund gezogen wirst.

    Und lass Dich nicht von der Aussage der Beratungsstelle irritieren - Fehlbesetzungen gibt es (leider) immer wieder und überall >:(

    Als Betroffener kann ich Dir nur raten: Trenn Dich von ihm! Das heißt nicht, dass Du ihm, WENN nixweiss0 er denn doch mal etwas gegen die Sucht unternehmen will, nicht helfen sollst/kannst.

    Aber andere Angehörige werden Dir hier bestimmt ihre Erfahrungen mitteilen (können).

    Ich wünsche Dir viel Kraft!

    Gruß
    Greenfox

    Einige andere Beiträge haben mich dazu animiert, hier noch ein paar Sachen zu schreiben, die mir - zumindest in der Anfangszeit - sehr geholfen haben. Vieles habe ich damals in meiner SHG oder auch bei der Langzeittherapie gehört und für mich als sinnvoll, gut und machbar empfunden. Einiges baut auf dem anderen auf bzw. greift ineinander über und die Reihenfolge sagt nix über die Wertigkeit aus.

    - Schaffung einer "alkoholfreien Zone": In der ersten Zeit (so ca. 2 Jahre) gab es - in Absprache mit meiner Frau - keinen Alkohol in der Wohnung. So konnte ich sicher sein, dass ich z.Bsp. nachts, wenn ich mal Jieper kriege, nicht einfach nur aufstehen und an den Kühlschrank gehen brauche. Ich müsste schon losgehen und erst mal etwas besorgen: Zeit gewonnen, um zur Besinnung zu kommen (wenn's denn klappt und ich nicht so weit bin, dass mir alles egal ist).

    - "Rückzugsmöglichkeit sichern": Okay, die erste Zeit bin ich nicht zu irgendwelchen Betriebsfeiern o.ä. gegangen, aber auch Familienfeiern können - ich nenne es jetzt mal so - "gefährlich" werden. Trotzdem achte ich immer darauf, dass ich eine Festivität, egal welcher Art, jederzeit verlassen kann, wenn es mir unangenehm wird. D.h., ich lasse mich zum Beispiel nicht mit dem Auto mitnehmen oder nehme jemanden mit bzw. achte darauf, dass ich mit den Öffentlichen halbwegs vernünftig wegkomme. Denn sonst will ich vielleicht gehen - und muss warten, bis mein "Chauffeur" oder Fahrgast auch loswill.
    Hier spielt auch der nächste Punkt mit rein:

    - "Wie sage ich es meinem Kinde?": Ich bin sehr offensiv mit meinem "Problem" umgegangen und tue es noch heute - nach dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung": Ich habe meiner Familie, Verwandten, Freunden und auch meinen Kollegen von Anfang an gesagt "Ich bin Alkoholiker, momentan trocken - und das möchte ich auch bleiben!" Und deshalb habe ich meiner Familie erklärt, dass ich eine Feier verlassen werde, wenn ich mich unwohl fühle - und es auch so gehalten. Zu Anfang war es manchmal nur ne Stunde, die ich geblieben bin. Mittlerweile können es auch durchaus mal 6 Stunden und mehr sein - je nach dem. Betriebsfeiern besuche ich mit derselben Erklärung nach wie vor nicht, da ich weiss, wie die verlaufen :-X
    Und wenn mich ein Fremder bei irgendeiner Gelegenheit löchert, ich solle doch - trotz vorheriger Ablehnung -doch wenigstens einen "Kleinen" mittrinken und mich "nicht so haben" - dann kriegt er dieselbe Erklärung zu hören. Und bisher habe ich damit noch nie eine schlechte Erfahrung gemacht. Im Gegenteil!

    - "stetige Erinnerung": Ich mache mir - durch meine regelmäßigen SHG-Besuche, Krankenhausvorstellungen, das "Rumtreiben" hier im Forum usw. immer wieder bewusst, dass ich ein Problem im Umgang mit Alkohol habe und wohin mich der Suff geführt hat und wieder führen würde. Das heisst nicht, dass ich ständig "Ich bin Alkoholiker!" oder ähnliches vor mich hinmurmele ;) Nach meinem ersten Ausstiegsversuch habe ich irgendwann meine SHG nicht mehr besucht (zu den Gründen habe ich schon einiges geschrieben) und mich dann auch nicht mehr mit dem Thema beschäftigt. Einfach nicht mehr dran gedacht - ich bin jetzt trocken, basta! Und dadurch habe ich auch nicht mehr auf die "Gefahren" um mich herum (z.Bsp. Situationen) und in mir (Verhaltensweisen, Stimmungen etc.) geachtet. Das ging nur ein knappes halbes Jahr gut - dann lag ich wieder auf der Schnauze und habe für ca. 4 Jahre gesoffen. Wobei ich mein altes "Level" schnell erreicht und übertroffen hatte ;(

    - "Achtsamkeit": Ich versuche darauf zu achten, wie es mir selbst psychisch geht und Situationen zu meiden oder zu verlassen, die dazu führen könnten, dass sich der Suchtteufel meldet (kenne mich schließlich am Besten). Ich achte darauf, was ich esse/trinke bzw. darauf, dass kein Alkohol darin enthalten ist. Auch wenn es oft nur minimalste Mengen sind: ich habe mich ja bewusst gegen Alkohol entschieden, also will ich auch nicht bewusst welchen zu mir nehmen. Ich habe bestimmt schon oft Alkohol unbewusst zu mir genommen und weder gemerkt oder geschmeckt. Aber das "hebt mich nicht an" - ist eine reine Kopfsache.

    - "Notfallplan": Ich habe immer eine Liste mit Telefonnummern von Gruppenfreunden in meiner Tasche, die ich anrufen kann, wenn es mir dreckig gehen sollte. Das sind eben Menschen, die die Probleme wie "Saufdruck" oder ähnliches kennen bzw. wissen, was das ist. Diese Liste hat mich schon davor bewahrt, mich "wegzuballern" ... Man sollte sich wirklich klarmachen, wen man anrufen oder sprechen kann, wenn es einem nicht gut geht und man vor dem Griff zur Flasche steht. Alleine das darüber-reden kann unheimlich helfen.

    Bestimmt würde mir noch etwas einfallen, aber ich denke, das reicht erst mal.

    Gruß
    Greenfox

    Hi, Sunny!

    Ziehen lassen und Motivation "klauen" ist für den Anfang okay. Nur musst Du Dir selbst klar werden, was Du wirklich für Dich willst und wo der Weg hinführen soll!

    "Ziehen lassen" hat nur dann einen Sinn, wenn Du selbst "aus dem Labyrinth" rauswillst und mitmachst - was natürlich von uns keiner kontrollieren kann und will. Wir können nur Hilfestellung leisten, indem wir Dir von unseren Erfahrungen und Wegen berichten. Du musst/kannst Dir dann das davon "rausnehmen", wo Du meinst, dass es für Dich passend sein könnte.
    Und dafür kann ich Dir auch nur nochmal eine reale SHG ans Herz legen, denn da bekommt man "sofort" Antworten - auch wenn sie einem manchmal nicht passen (https://alkoholforum.de//index.php?topic=229.msg5454#msg5454).

    Die eigentliche "Arbeit" musst Du allein machen ...

    Habe diesen Thread erst heute entdeckt und bin dabei über Hups Frage gestolpert:


    Wisst ihr, über was ich mir in diesem Zusammenhang in den letzten Tagen Gedanken gemacht habe?

    Das Durchschnittsalter hier. Wie .. als würde es tatsächlich erst in diesem Alter zu einem gewissen "Klick" kommen ..

    Gestern war ich mal wieder in einer Entgiftungsstation, um meine SHG vorzustellen. Und dabei wurde mir die Frage nach dem Durchschnittsalter gestellt und ab welchem Alter man zu uns kommen könne. Als ich dann antwortete, dass zu uns alle kommen können, die für sich ein Problem erkannt haben oder sich nur informieren wollen und dass das Alter egal sei, wir aber leider so Ü45 sind, kam leichtes Unverständnis über das "leider" auf. Es sei doch gut, dass keine Jüngeren da seien!?

    Ich konnte nur antworten, dass es gut wäre, wenn es keine jungen Süchtige gäbe. Meine Erfahrungen auf Entgiftungsstationen etc. (siehe auch hier im Forum) zeigen aber etwas anderes. Aber anscheinend ist die "Jugend" vielleicht nicht in der Lage oder willens, den Ernst ihrer Lage zu erkennen? Vielleicht kommt hier auch eine gewisse Sorglosigkeit ("Ich bin jung und will mein Leben geniessen!") oder aber Verdrängung, wie es z.Bsp. bei mir war und wie Pinguin schrieb


    Ich gebe zu, dass ich meinen Alkoholkonsum viele, viele Jahre dermaßen heruntergespielt und verharmlost hatte... Dadurch dass ich erst abends trank, meistens "nur" Bier.... dass ich in den Schwangerschaften aufhören konnte, dass ich mein Leben nach außen hin geregelt bekam, mein Haushalt funktionierte, ich meine Kinder nicht vernachlässigte.... weder Führerschein noch Arbeitsstelle verlor.... Und körperliche Entzugserscheinungen hatte ich scheinbar auch nicht.... Da log ich mich selber in die Ecke, so lange Zeit... Wenn sich mal eine leise Stimme meldete, ich könne süchtig sein, dann war die schnell wieder übertönt mit scheinheiligen Argumenten wie: "Schau Dir mal die Typen am Kiosk und am Bahnhof an: DAS sind Alkis. Ich doch nicht..." Das Selbstbelügungs-System funktionierte bei mir reibungslos....

    zum Tragen? nixweiss0
    Heute wünsche ich mir oft, die Menschen würden viel früher erkennen, dass sie in eine Sucht gerutscht sind. Dann könnten Sie eher einen Ausstieg in Angriff nehmen und so den Rest ihres Lebens "mit klarem Kopf" geniessen.
    Aber wenn ich an mich selbst in jüngeren Jahren denke, glaube ich, dass es Wunschdenken bleibt ... ;(

    Gruß
    Greenfox

    Hallo und Guten Morgen!

    Auch von mir ein "Herzliches Willkommen" hier im Forum!

    Einen sehr wichtigen Schritt hast Du schon mal getan: Für Dich selbst zu erkennen, dass Du ein (Alkohol-)Problem hast ("Ich kann nicht mehr ohne") und, dass Du es alleine nicht schaffst, Hilfe brauchst.
    Okay - sind schon zwei Schritte ;)

    Du schreibst

    Ich könnte niiie mit meinen Freunden drüber reden.

    Ich denke mal, dass das normal ist. Da ist zum einen die Scham, gestehen zu "müssen", dass man ein Problem hat, welches man nicht selbst lösen kann. Und zum anderen wird man selten auf echtes Verständnis stoßen, wenn der/die Andere entweder selbst dem Alkohol "verhaftet" ist oder aber kein Problem mit/ohne Alkohol hat (gilt für jede andere Sucht ebenso).
    Da ist es gut und richtig, sich Menschen zu suchen, die das gleiche "Problem" haben und somit auch die ganzen Probleme kennen, die bei einem Ausstieg(-sversuch) auftreten.
    Und somit bist Du hier genau richtig!

    Hier weiss denke ich mal jede/r, was Du meinst


    Ich kann nicht mehr ohne... Habe unzählige Male versucht aufzuhören. Nein. Kein Alkohol mehr. Ich brauch ihn nicht. So... ab morgen. Mist. Okay... jetzt aber dieses Datum - das ist perfekt... ou neiiin! Dann jetzt aber ab diesen Monat - dieser Monat ist geschaffen für Neuanfänge... seufz... vertrauen in mich selbst verloren... Selbsthass.

    Ich brauch Hilfe. Und ich schäme mich.

    Ich möchte Dir raten, Dir (außer dem Forum) auch eine reale Selbsthilfegruppe zu suchen, wo Du mit Menschen, die dieselben Probleme haben/hatten "in echt" quatschen kannst. Mir persönlich hat das sehr geholfen und gut getan.

    Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft und uns allen einen guten Austausch!

    Gruß
    Greenfox