Bisher konnte mir diese Frage keiner beantworten, vielleicht bist Du der Erste...
Aua - da hast Du die Latte aber ganz schön hoch gehängt schwitz.
Ich glaube, die Frage kann ich nicht konkret beantworten. Bei mir war es auch eine Frage der Entwicklung.
Anfangs habe ich mich ganz bewusst mit dem Thema "Wie gehe ich in bestimmten Situationen mit mir um" beschäftigt. Auch und vor allem mi Hilfe meiner SHG, aber auch mit meinem Therapeuten, den ich die ersten 2 Jahre regelmäßig aufsuchte.
Du hast da auch einen wichtigen Punkt angesprochen:
Meine Frau hat immer noch diese situationsbedingten Probleme, wenn sie zum Beispiel sieht, dass ein Kellner am Nachbartisch ein kalt beschlagenes Glas Wein serviert. Das löst dann ein unbeschreibliches Verlangen in ihr aus und gelegentlich gibt sie diesem Verlangen dann auch nach, nicht unbedingt sofort aber ein oder zwei Tage später.
Das habe ich so auch mehrfach von Gruppenfreunden oder auch dem Therapeuten gehört. Mir persönlich ist es zum Glück nicht so ergangen. Aber ich habe das auch als Warnung von Anderen/Betroffenen, denen es so erging, an andere verstanden. Und darum habe ich mir selber "Grenzen" gesteckt - die ich mit der Zeit, mit zunehmender Stabilität erweitert habe.
Anfangs bin ich nicht zu größeren Festivitäten, Feierlichkeiten gegangen. War mir einfach a) zu heikel und b) zu anstrengend.
Und als ich dann - so nach 'nem halben/dreiviertel Jahr - wieder mal hierhin oder dorthin gegangen bin, habe ich mir auch wieder "Sicherheiten" eingebaut: Zum Beispiel habe ich meiner Familie und auch meinen Kollegen von Anfang an reinen Wein eingeschenkt und gesagt, wie es um mich steht und dass ich die Feier (oder was auch immer) "ohne Angabe von Gründen" verlassen werde, wenn es mir nicht gut tut/zu viel wird. Zu Anfang blieb ich oft nur eine Stunde - mittlerweile sind es durchaus auch mal 6-7 Stunden.
Hinzu kommt ein 2. Punkt, der da mit rein spielt: Ich habe mir immer eine Rückzugsmöglichkeit offen gelassen bzw. organisiert.
Natürlich kann man so nicht jeder Situation aus dem Weg gehen - so wie bei Deiner Frau, bei der unter Umständen schon ein kühles, beschlagenes Glas Wein am Nachbartisch so einen Trinkwunsch auslösen kann. Und auch das wird ja wohl nicht jedes Mal so sein, sondern ist von der (ich nenne es jetzt mal so) "Tagesform" eines jeden Einzelnen sein.
Wie schon gesagt, bei mir hat es sich mit der Zeit so entwickelt. Früher dachte ich schon mal bei solchen, wie von Dir beschriebenen, Situationen: "Ach ja, jetzt ein schönes, kühles Bier ..." und habe mich dann bewusst für ein anderes Getränk entschieden. Heute ist das schon "normal".
Ich glaube, da könnte man stundenlang über dieses Thema philosophieren ...
Aber jetzt muss ich erst mal ein wenig arbeiten 
Gruß
Greenfox