Beiträge von Greenfox

    Na klar sind Ferndiagnosen schlecht bis schlichtweg unmöglich.
    Aber ich denke mal, dass es bei LiS ja keine Fern- sondern eine Nahdiagnose ist.
    Abgesehen davon haben wir als Betroffene ja doch die besseren "Antennen", um "unsereinen" zu erkennen.
    Und dass unsere Schauspielerei auch oft von Erfolg gekrönt ist, habe ich ja bei meinem "Outing" gesehen: Waaas, Du - Alkoholiker? Hätte ich nie gedacht!"

    Der kleine Prinz hat Recht: ich habe mich geschämt, weil ich getrunken habe, habe ich mich geschämt, weil ich getrunken habe, habe ich Depris gekriegt, habe ich getrunken, habe mich geschämt, noch mehr Depris .... Teufelskreis :-[

    Zum Glück bin ich da raus :D

    Habe hier ein Interview gefunden, dass mich sehr angesprochen hat. Unter Anderem, weil ich mich in großen Teilen wiederfand :-[
    Deswegen stelle ich es mal hier ein:

    Gefunden habe ich das Interview hier

    Auch von mir "Herzlichen Glühstrumpf" zu den ersten 100 Tagen.

    Und dass es auch ohne Alkohol gute und schlechte Tage gibt, hast Du ja schon selbst erkannt.
    Und trotzdem bin ich der Meinung: Mit einem klaren Kopf kann man alles wesentlich besser meistern - auch wenn man nicht alles lösen kann. Das ist eben das reale Leben :D

    Gruß
    Greenfox

    Momentan habe ich gerade das Buch "Das Ende meiner Sucht" von Dr. Oliver Ameisen beim Wickel, bin also noch dabei.
    Hierin beschreibt er seinen verzweifelten Kampf gegen den Alkohol und wie er letztlich auf Baclofen stösst. Und ihn dieses Medikament "heilt".
    Ich finde es hochinterssant und auch leicht zu lesen. Auch finde ich mich in Teilen wieder. Allerdings eben nur in Teilen.
    Denn bei ihm war der Alkohol "nur" Mittel zum Zweck im Kampf gegen seine Angst-/Panikattacken, diese waren also das eigentliche, das primäre Problem.
    Und bei mir war der Alkohol, den ich ursprünglich zur Entspannung einsetzte, dann irgendwann die Ursache für meine leichten Depressionen. Die dann auch mit dem Alkohol verschwanden.

    Ich bin gespannt - denn momentan bin ich erst bei einem Drittel des Buches. Aber wenn es sich so weiter liest, bin ich demnächst durch (habe heute erst angefangen).
    Sehr interessant finde ich auch seine Beschreibung des Verhaltens der Ärzte ihm gegenüber, wenn er ihnen immer wieder sagt, dass die Panikattacken, seine Angstzustände - die er schon lange hatte, bevor er zum Alkohol griff. Und regelmäßig erhielt er zur Antwort, dass diese verschwinden, wenn er aufhört zu trinken.
    Und auch die sonstige Hilflosigkeit der Ärzte gegenüber der Problematik "Sucht".

    So - bin durch :)

    Es ist schon erstaunlich, wie er sich durch seine Sucht kämpft und nicht aufgibt. Wahnsinn!

    Jetzt kann ich auch besser nachvollziehen, dass Baclofen - wie hier auch schon des Öfteren geschrieben - als DAS Hilfsmittel angesehen wird.
    Aber für mich/nach meinem Verständnis kann es wirklich nicht mehr als das sein - ein Hilfsmittel, Unterstützung zum Ausstieg aus der Sucht.

    Ein, wie ich finde, sehr lesenswertes und informatives Buch. Auch wenn es mit reichlich medizinischen Ausführungen gespickt ist (er ist eben Arzt ;) )

    Hallo, Nagini!

    HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:
    Den ersten Schritt hast Du getan - Du hast erkannt, dass Du nicht nur ein "Problem" hast und Hilfe brauchst.
    Hilfe kannst Du zum Einen dadurch bekommen, indem Du hier von den Erfahrungen der anderen liest. Und Fragen stellen, Dich austauschen kannst. Oder auch einfach nur von Deinen Befindlichkeiten berichten.

    Hast Du schon unsere Linksammlung im Bereich Selbsthilfe/Therapie entdeckt?
    Hier findest Du auch noch weitere Hilfen.

    Ich kann Dir auch nur raten, mal zu einer Suchtberatung gehen und mit den Leuten dort zu sprechen. Die können Dir dann weitere Möglichkeiten bei Dir vor Ort aufzeigen und zu weiteren Schritten/Maßnahmen raten.
    Und: Keine Angst - diese Beratung ist anonym.

    So - Viel "Spaß" beim Lesen und Stöbern hier.
    Hoffe, bald mal wieder von Dir zu lesen.

    Gruß
    Greenfox

    Da hier auch immer wieder Fragen zum Entzug und Entzugserscheinungen auftauchen, habe ich hier mal einen Extra-Thread eingestellt, wo einige Frage hierzu beantwortet werden sollen.

    Von wegen, Du kriegst nix auf die Reihe - ist doch super, dass Du bei der christlichen LZT angerufen und um Hilfe gebeten hast, nachdem Du schon bei der anderen Klinik alles klar gemacht hast! Also nix von wegen :wall: Von mir gibt's ein 44.

    Hier im Klinikum ist ein Alkoholentzug nach drei bis max. vier Tagen "beendet". Habe heute bei der örtlichen Drogenberatung angerufen und mich rückversichert, dass dies so ist. Bei mir reicht dies nicht, da ich mittlerweile wie geschrieben heftige Entzüge habe.

    Auch wenn die das "immer so" machen - angeblich sind das doch Ärzte, müssten also gelernt haben, eine vernünftige Diagnose zu stellen nixweiss0

    Also, ich würde den Fall trotzdem der kassenärztlichen Vereinigung schildern - wenn es Dir wieder besser geht natürlich!

    Alles Gute!

    Greenfox

    Wo das enden kann, wenn nichts passiert, ging in den letzten Tagen durch den Blätterwald

    Davon habe ich noch nichts gelesen (hast Du vielleicht mal nen Link?). Aber mich würde ganz stark interessieren, was da bei rumkommt! Denn: was hätten sie denn tun sollen? Wenn der-/diejenige partout nicht will, bringt doch auch eine Einweisung nach PsychKG nicht wirklich etwas.

    ... die Familie war nach Jahrzehnten der Sauferei so abgestumpft ...

    Ob man das "abgestumpft" nennen kann? Ob ich denjenigen nun verlasse, um mich selbst zu schützen oder ignoriere - das Eine ist körperliches Verlassen, das Andere psychisches Verlassen. Und beides ist doch für die betroffenen Angehörigen schon traurig genug ...

    Sucht ist schon etwas Schreckliches - für alle Beteiligten ;(

    Unterhalten sich zwei Freunde.
    "Warum hast Du eigentlich nie geheiratet?"
    "Weil ich immer an Deine Frau denken muss."
    "Liebst Du sie denn sehr?"
    "Nein, ich habe nur Angst, dass meine auch so werden könnte."

    Hallo, Guido!

    Ja, es tut gut, wenn die Familie hinter einem steht.
    Und was die Waffe "Bilder im Kopf" angeht - kenne ich. Habe auch immer noch ab und an solche Flashbacks (obwohl momentan der Alkohol "weit weg" ist) und dann weiß ich, dass ich DAS nie wieder (durch)machen will!
    Alpträume - kenne ich auch. Habe des Öfteren meine Ex geweckt, weil ich plötzlich im Bett hochgefahren bin und mich erst mal orientieren musste. Und dann sowas von froh war, dass es nur ein Traum war (diese Träume wirken ja so echt :o )

    Yepp - ich kann mich dem nur anschließen: Du hast keinen Grund, Dich hier entschuldigen zu müssen.

    Du willst raus aus der Sucht, unternimmst Schritte 44.
    Das die dann nicht greifen, aus welchem Grund auch immer, ist zwar traurig - aber Du gibst nicht auf! Und das ist super 44.
    Und wenn Du zu einer vernünftigen Entgiftung/Therapie nach München/Rostock oder wo auch immer musst - dann fahr da hin.

    Alles gut - ich denke, die meisten hier wissen, wie es einem geht, der raus will und ständig wieder auf die Schnauze fliegt!
    Nicht allen gelingt es beim ersten Anlauf!

    Gruß
    Greenfox

    Sorry, aber - willst Du es Dir aufschreiben/ausdrucken und dann mit dem Zettel in der Hand vorlesen?

    Ich glaube, dass musst Du schon alleine formulieren. Denn wir kennen Deinen Vater nicht, wissen nicht, in welchjem Zustand er ist, wenn Du es ihm sagen willst, wie Deine rethorischen Fähigkeiten sind (Sorry!) ...

    Nur Mut, Du kriegst das schon selber so formuliert, dass er es genau so versteht:

    er hat nun die Wahl zu entscheiden aber ich bin dennoch für ihn da - wenn er Hilfe will und braucht.

    Gruß
    Greenfox

    Ist dieser Schritt deshalb zu hart oder sogar gänzlich falsch ihn vor die Wahl - Flasche oder ich zu stellen? Vermutlich wird er sich ja für die Flasche entscheiden.

    NEIN, dieser Schritt ist nicht zu hart - er ist die EINZIGE Möglichkeit.
    Und JA - Du musst darauf gefasst sein, dass er die von Dir vermutete Wahl/Entscheidung trifft.

    Aber bei ihm zieht scheinbar nur die harte Gangart - Ganz oder gar nicht, ein Mittelding gibt es bei ihm nicht, weil es dann nach wenigen Tagen sowieso wieder in Sucht ausartet.

    Es ist nunmal ein Symptom dieser Sucht. Und auch wenn es schwer fällt: das musst Du akzeptieren! Nur so hast Du die Möglichkeit, selber nicht daran kaputt zu gehen und ihm, wenn er denn doch (irgendwann) Hilfe annehmen will, ihm diese zu gewähren.

    Du kannst nichts für ihn tun, solange er keine Hilfe annehmen will. Außer ihn vor die Wahl zu stellen - und die Konsequenz einer Entscheidung für den Alkohol auch konsequent durchzuziehen!

    Ich wüsste keine anderen "Anregungen" ...
    Sei mir nicht böse - aber auch wenn ich schon seit über 7 Jahren trocken bin, weiss ich doch noch, wovon ich rede.

    Gruß
    Greenfox

    Habe auch etliche Russen als Freunde. Und da ich auch etwas russisch spreche ... Das spricht sich übrigens "Maladjez" und heißt so viel wie "Prachtkerl"/"gut gemacht".

    Finde es nicht selbstverständlich, dass er vorbeikommt und meinen Müll beseitigt und mich überwacht und sonst was für mich tut. Dass ist für den eine Selbstverständlichkeit.

    Ich denke, da spielt - neben der eigentlichen Persönlichkeit - auch die Tatsache mit rein, dass er aus eigener Erfahrung weiß, wie sch...lecht es einem in so einer Situation geht.

    Wegen dem Krankenhaus ist mir noch so durch den Kopf gegangen: Wenn es Dir wieder besser geht, vielleicht schreibst Du Deine Erfahrungen mal auf und schickst das Ganze an die Kassenärztliche Vereinigung? Denn solch dilettantische "Behandlung" kann schnell böse enden.

    Gruß
    Greenfox

    Mann, oh man, da hast Du aber voll daneben gegriffen mit diesem Krankenhaus :o >:(
    Gut, dass Du einen Freund hast, der weiss worum es geht (weil er es selber durchgemacht hat) und der Dir helfen kann. 44. 44.

    hätte mir nur der Notruf geholfen. Aber was sollen die Nachbarn denken? Bin ja neu hier eingezogen. Und schon kommt der Krankenwagen?

    Kümmere Dich nicht um die Nachbarn! Der Notruf ist für Menschen in Not da - und nicht zur "Bespaßung" der Nachbarn. Und wenn es Dir Schei..e geht, dann ruf den Notruf!

    Ich finde es übrigens gut (und äußerst wichtig!), dass Du im Khs dass mit den Benzo's angesprochen hast

    Wäre wie einen Alkoholiker mit Wodka zu behandeln.


    44.

    Ansonsten: Vielleicht kann Dein Freund Dich ja in ein anderes Krankenhaus (vielleicht die von Dir so genannte "Klapse") bringen?

    Ich drück Dir die Daumen, dass Du den Entzug bald rum kriegst!

    Und Deinem Kumpel kannst Du sagen: Молодец! 44.

    Gruß - und alles Gute!
    Greenfox
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