Beiträge von Greenfox

    Vergangenen Sonntag erreichte mich der Hilferuf eines Gruppenfreundes: er hatte einen heftigen Rückfall und trank seit 10 Tagen wieder ordentlich ;( Und seine Frau kam damit natürlich auch nicht klar und wusste nicht, was sie tun sollte.

    Also habe ich erst mit ihm am Telefon gesprochen (soweit es ging), habe dann seiner Frau gesagt, sie soll ihm eine Tasche packen und bin dann zu ihm hin. Ich habe ihn in mein Auto gepackt und bin mit ihm los. Nach insgesamt 3 Krankenhäusern und 10 Stunden bin ich dann wieder nach Hause - und er blieb auf einer Entgiftungsstation schwitz.
    Er sagte immer wieder, dass er mir das doch nicht zumuten könne und ich doch endlich nach Hause fahren solle. Wäre ich wirklich gefahren, wäre er aber garantiert wieder "ausgebüxt" (hat er mir selbst gestanden, als ich ihn endlich abliefern konnte). Denn die Wartezeiten waren ätzend und ich musste meine ganze Überredungskunst einsetzen, dass sie ihn aufnehmen.
    Auch wenn es gedauert hat und auch für ihn belastend war (die Entzugserscheinungen wurden ja von Stunde zu Stunde heftiger) - wir haben es geschafft. Und nächste Woche kann er wieder zur Gruppe kommen. Nüchtern.

    In diesem Falle bin ich losgezogen. In anderen Fällen hat jemand anderes Zeit.
    Aber auch das gehört (für mich und meine Gruppe) mit dazu - nicht nur theoretisieren, sondern u.U. im Rahmen der eigenen Möglichkeiten auch aktiv werden, handeln, aktive Hilfe leisten.

    Hallo und auch von mir ein HERZLICHES WILLKOMMEN im Forum :welcome:

    Guten Morgen , ich bin 46 und schreibe hier für meine Frau .

    Sorry, wenn ich Dir gleich zu Anfang schon widersprechen muss:
    Meines Erachtens schreibst Du nicht für Deine Frau, sondern für DICH - ganz einfach, weil Du Dich als Angehöriger vermutlich überfordert fühlst und nicht wirklich weisst, wie Du damit umgehen sollst und wie Du Deiner Frau helfen kannst.

    Das ist aber insofern kein Problem - denn dieses Forum ist ja auch für Angehörige.

    Und hier gibt es auch viele Angehörige, die Dir bestimmt von ihren Erfahrungen berichten können.
    Was ICH Dir bzw. Euch raten kann, ist erst mal ein gemeinsamer Besuch bei einer Suchtberatungsstelle. Zum Einen sind die anonym. Dort bekommt ihr jede Menge Hinweise und Tipps - sowohl, was eine Entgiftung für Deine Frau und weitergehende Hilfsangebote (z.Bsp. Selbsthilfegruppen [SHG] in der Nähe, Informationen über Langzeittherapien [was ist das, wo, wie beantragt man etc]) als auch für DICH als Angehörigen nützliche (Aufklärungs-)Hinweise. Denn ich nehme an, DU hast Dich noch nicht wirklich mit dem Thema befasst nixweiss0

    Schau doch auch mal in unsere Linksammlung - da findest Du ja vielleicht auch schon Nützliches.

    Ich finde es ja schon mal sehr gut, dass Deine Frau schon mal selbst erkannt hat, dass sie ein Problem hat, etwas ändern muss - und es Dir gegenüber auch eingestanden hat. Die Meinung, es aber alleine zu schaffen bzw. schaffen zu wollen hat aber oft auch etwas mit der Scham der Umwelt gegenüber zu tun. Denn "Alkoholiker" ist in der Öffentlichkeit nunmal sehr negativ belegt.

    Als ich das mit dem Alkoholiker-Test gelesen habe, musste ich "schmunzeln". Hat es doch an mein damaliges Verhalten erinnert: Wenn ich mal einen solchen Test gemacht habe, habe ich natürlich :o die Angaben schon "leicht" nach unten korrigiert. Und wenn dann das Ergebnis trotzdem (immer) war, dass ich "hochgradig gefährdet" oder schlimmer bin - dann habe ich diese Tests einfach als Quatsch und unseriös abgetan ...

    Auf jeden Fall wünsche ich Dir (und uns) einen guten Austausch hier. Und vielleicht schafft es Deine Frau ja, entweder selbst zu schreiben oder eine reale SHG aufzusuchen ...
    Natürlich gibt es auch Menschen wie Bassmann, die es (mehr oder weniger) alleine schaffen. Aber Hilfen helfen.

    In diesem Sinne

    Gruß
    Greenfox

    Ich versteh nicht, warum immer wieder Autoren auf diese (primitive) Mittel zurückgreifen müssen. Viel lieber ist mir ein interessanter, spannender Plot.

    Im Allgemeinen gebe ich Dir Recht. Im speziellen Fall: Der Bosnien-Krieg bzw. alle Kriege/Kriegsverbrechen brauchen keine primitiven Mittel - da sind oft schon Untertreibungen mehr als genug ...


    Ich mag es sehr, wenn in eine Geschichte ... viele Fakten, am besten noch Hintergrundinfos zu Technik, Geschichte, Physik, Kunst, ... drin sind, dürfen auch ruhig Verschwörungstheorien enthalten sein ... erzeugt dann eine gute spannende Atmosphäre.

    Na, dazu passt das Buch, dass ich gerade beim Wickel habe:

    Daniel Moore: "Sonnenfinsternis"

    Hier erfährt man "so ganz nebenbei" etwas über den Bosnien-Krieg in den 90ern und die Balkan-Mafia. Sehr spannend geschrieben - leider muss ich beim Lesen Pausen machen, weil ich auch noch zur Arbeit muss oder andere Sachen erledigen ...

    Hallo - und auch von mir (Ü50, trocken seit 2008) ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:


    Ich habe vor auch eine SHG zu suchen die zu mir passt, aber ich ziehe demnächst um, da bringt das vorher nix.

    Da hoffe ich auf das Forum. Wenn einer was in Lütgendortmund kennt bin ich für PN dankbar.

    Vielleicht findest Du ja hier etwas Passendes. Oder Du schnökerst mal ein wenig in unserer Linksammlung.

    Ansonsten möchte ich mich Gerchla anschließen:


    Nur einfach nix mehr trinken reicht nicht um dauerhaft trocken zu bleiben. Man muss tiefer gehen, verhaltens- und denkweisen ändern. Das hätte ich ohne Hilfe nicht geschafft.

    So, jetzt will ich Dich aber nicht gleich am Anfang zutexten. Schön, dass Du hier bist und ich wünsche Dir einen guten Austausch hier im Forum.

    Bis demnächst
    Gruß

    Greenfox


    Es dauert erst mal, bis man die erste Zeit hinter sich hat. Nach der esten Euphorie (juhu ist ja ganz einfach nix zu trinken) kommen auch andere Zeiten, Probleme bleiben, sie lösen sich nicht, nur weil man jetzt nix mehr trinkt. Im Gegenteil, man nimmt sie plötzlich richtig wahr. Das kann einen dann schon auch mal runter ziehen, auch dafür braucht man eine Strategie. Denn trinken ist keine Alternative - man löst seine Probleme nur nüchtern - besoffen schafft man sich nur neue.
    ...
    Behalte Dir eine gewisse Leichtigkeit ruhig bei aber sei wachsam. Diese Krankheit, diese Sucht ist wirklich unglaublich raffiniert und man darf sie auf keinen Fall unterschätzen.

    44. Das kann ich nur bestätigen/unterschreiben!

    Ich weiss, was Du meinst. Aber ich bin nicht der Meinung, dass es so funktioniert: einfach aufhören und nicht mehr dran denken und gut is.
    Zumindest bei mir hat es nicht so funktioniert und bei Vielen, mit denen ich mich über die Jahre unterhalten habe, auch nicht.

    AA-Gruppen zu besuchen finde ich nicht schlecht. Aber auch in der Schweiz gibt es nicht nur die AAs - guckst Du hier.
    Schau Dir einfach mal auch andere Gruppen an. Und bei SHG handelt es sich nicht nur um "Gleichgesinnte", sondern auch um "Gleichbetroffene". Das heisst, die haben nicht nur das gleiche Ziel, sondern mehr oder weniger auch das Gleiche hinter sich wie Du (teilweise noch vor Dir hast). Und das ist für mich fast noch wichtiger - denn aus den erzählten Erfahrungen der "Alten" habe ich mir damals Anregungen, Tipps, Hinweise für mich gezogen.
    Siehe:

    ich wäre sehr sehr dankbar um anmerkungen, tips, gedanken, hilfe, kommentare, was auch immer.

    Manches habe ich 1:1 übernommen, manches abgewandelt.

    Nicht jede Gruppe sagt einem zu - also: mehrere anschauen!

    Ah, eine Frage hab ich noch: Du hast also kalt entzogen - habe ich das richtig verstanden?

    ich hab halt immer wieder gelesen dass man nicht von jetzt auf gleich aufhören soll sondern das gift langsam ausschleichen muss, weil man's sonst mit den bösesten entzugserscheinungen zu tun bekommt (vor allem die epileptischen anfälle haben mich beeindruckt). naja, als ich dann einmal eine AA-gruppe in zürich besuchte sagten die mir, das sei quatsch und klar ginge das von jetzt auf gleich, es sei sogar die einzige chance, davon wegzukommen.
    ... also hab ich letzte woche am donnerstag entschieden, ab freitag früh nichts mehr zu trinken.

    Dann schon mal HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH, dass das gut gegangen ist :o Ich hoffe doch für die AA-Gruppe, dass sie Dir das NICHT so geraten hat. Von jetzt auf gleich aufhören - ja! Aber unter ärztlicher Aufsicht - damit es bei Entzugserscheinungen eben nicht zur Katastrophe kommt. Ein Gruppenfreund von mir hat es erlebt: Mitten beim Überqueren einer Straße einen (epileptischen) Anfall bekommen - wurde nur mit Glück nicht überfahren!

    klar, die finger weg davon, aber dem thema nicht die zentrale rolle geben.

    Hm, scheint für Dich ja ziemlich simpel zu klingen. Hast Du Dir schon mal Gedanken darüber gemacht, was Du machst, wenn es Dich doch "überkommt"? Willst Du alles genau so machen wie bisher - nur eben ohne Alk? Und Du meinst, das klappt?

    Ehrlich gesagt - ich bezweifele, dass das bei Dir sooo einfach gehen wird. Denn alleine wenn Du schon schreibst

    bis vor kurzem noch habe ich über mehrere jahre hinweg täglich alkohol konsumiert (bis 4.0 promille).

    glaube ich schon, dass Du einiges wirst in Deinem Leben umstellen müssen. Und schon alleine deswegen könnte sich der Besuch einer SHG lohnen - einfach mal lauschen, was die Anderen so gemacht haben. Nur so, Anregungen holen.
    In meiner SHG ist es z.Bsp. so, dass niemand etwas sagen MUSS. Wenn einem danach ist (auch als "Neuling"!), KANN man etwas sagen. Man kann auch einfach nur dasein und lediglich zuhören. Zur Erklärung: wir sind eine reine Betroffenen- (also ohne Therapeut o.ä.)/Dialog-Gruppe - im Unterschied dazu sind die AAs Monolog-Gruppen. Und auch bei den AAs (so wie ich sie erlebt habe) MUSS man nichts sagen/erzählen.

    Ich kann Dir nur empfehlen, Dir jede Menge Rat zu holen - egal, ob bei einer Suchtberatungsstelle, in einer SHG und/oder hier im Forum. Was Du daraus machst ...

    was denkst du denn über therapien oder gruppen wenn man schon clean ist?

    Momentan hast Du erst einmal eine Trinkpause ...

    Gruß
    Greenfox

    Hallo und erstmal WILLKOMMEN hier im Forum! :welcome:

    Ich weiss zwar nicht, was die Umfrage soll, aber ich kann Dir sagen, dass ich anfangs auch einige (Ein-)Schlafprobleme hatte. Bei mir hat es sich aber nach ungefähr ein-zwei Monaten dann so langsam normalisiert.

    Ich habe damals immer wieder vor mich hingegrübelt, wieso, weshalb, warum, was kann/muss ich jetzt machen ... Und das hat sich dann so langsam gelegt, weil ich gemerkt habe, dass ich ja einen klaren Kopf habe und ich alles angehen KANN.

    Wie bist Du eigentlich zu Deinem Ausstieg gekommen - eigener Entschluß, Anstoß von aussen, kalter Entzug ??? oder Entgiftung in einer Klinik. Wie siehst Du Deinen weiteren Weg - willst Du ihn "alleine" gehen (a la Münchhausen am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen), hast Du vor, Dir Hilfe (Suchthilfe, SHG, Therapie ...) zu suchen?

    Hast Du hier im Forum schon mal ein wenig rumgeschnökert? Eventuell unsere Linksammlung entdeckt ...

    Gruß
    Greenfox

    @Lynn931106:

    Herzlich Willkommen hier im Forum! Schön, dass Du hergefunden hast.
    Ich weiss ja nicht, ob Du - bevor Du Dich angemeldet hast - hier schon mal ein wenig geschnökert hast. Denn zu

    Habe wirklich schon alles versucht um meiner Mutter zu helfen aber außer das sie einmal die Woche zur Psychologin ging hab ich nichts hin bekommen .

    wirst Du hier auch viel lesen können - und alles nur mit einem Fazit:

    Solange der/die Betroffene nicht selber etwas ändern will, geht gar nichts. Da kann man sich auf den Kopf stellen, La Paloma pfeifen und mit dem Hintern Fliegen fangen - es wird nicht funktionieren!
    Auf jeden Fall wünsche ich Dir und uns einen guten Austausch!

    @BlackEyed
    Auch wenn Du schon "ewig" nicht mehr hier warst: Hat mit dem Aus-/Umzug alles geklappt?

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Corab!

    Schön, mal wieder von Dir zu lesen.
    Irgendwie ist es aber auch schade, dass Du nur das bestätigen kannst, was schon sooo viele Angehörige vor Dir feststellen mussten:

    Man kann sich nur um sich selbst kümmern, auf sich selbst achten.

    Der/die Betroffene ist für sich selbst verantwortlich - genau wie der/die Angehörige/n. Wenn der/die Betroffene Hilfe annehmen will und der/die Angehörige in der Lage ist/sich in der Lage fühlt, helfen zu können, dann ist das optimal. Aber optimal ist oft die Ausnahme ...

    LG
    Greenfox

    Es ist eine kleine Gruppe. Mit mir sind es insgesamt 11 Leute. Es ist bis auf eine nicht unter 60,
    was ich ein bisschen schade finde. Außerdem ist locker die Hälfte davon (noch) nicht abstinent.

    Die Gruppengröße finde ich okay. Und dass Durchschnittsalter ... Naja, liegt vielleicht an der Sache an sich - welcher "junge" Mensch kommt denn von sich aus auf die Idee, sich bei einer Party ohne Alkohol (oder anderen Substanzen) zu vergnügen? Ohne Spaßmacher kann man doch nicht feiern ...
    In meinem Verein ist das Alter auch oft ein Thema. Aber irgendwie kommen wir nicht wirklich an die Jugend ran. Die sehe ich immer nur auf den Entgiftungsstationen ???

    Dass die Hälfte - zumindest ein Teil der Gruppe nicht abstinent ist ... Du hast Recht: Schön, dass sie trotzdem kommen! Ich hoffe doch stark, dass sie wenigstens zur Gruppe nüchtern sind - denn das würde ich als "No go" empfinden, wenn jemand angeheitert zur Gruppe kommt!
    Natürlich wird das bei uns als Einzelfall entschieden, aber im Normalfall gilt bei uns die Regel: "Gruppe = nüchtern, nicht nüchtern = keine Teilnahme an der Gruppe!"

    Hoffe, Du hast auch noch andere Gruppen in Reichweite, die Du Dir auch anschauen und "ausprobieren" kannst. Es ist aber auch gut, sich eine Gruppe 2-3 Mal anzuschauen, bevor man sich entgültig entscheidet ...

    Auf jeden Fall wünsche ich Dir eine schönes Wochenende!

    Gruß
    Greenfox

    Hallöle!

    Ich möchte nur mal kurz beim Thema SHG mit einhaken:
    Du schreibst, dass Dein Männe auch mit seinen Kräften "am Ende" ist. Es gibt nicht nur für uns Betroffene SHG, auch für Angehörige! Vielleicht solltet Ihr mal darüber reden und vielleicht wäre es ja auch etwas für ihn. Damit er auch sieht, dass nicht nur ER diese oder jene Probleme hat, damit er auch ein paar Tipps bekommt, wie er diese oder jene Situation mit Dir bewerten und angehen kann, damit er auch ein wenig Kraft tanken kann. Und eins kannst Du mir glauben: KRAFT haben wir unseren Angehörigen genügend genommen!

    Und wenn Du für Dich selbst eine/mehrere Gruppen suchst: Zumindest bei uns (in meiner) ist es so, dass auch Angehörige willkommen sind. Zumindest ist es gut, wenn sie zu Anfang und/oder ab und an mal mitkommen und nicht nur von Dir hören, welche Probleme wir beim Trockenwerden haben (können).
    Auf Dauer kann ich es aber nicht empfehlen, wenn Betroffene und Angehörige dieselbe Gruppe besuchen: versuch mal, über Dein Problem zu reden, wenn es neben Dir sitzt :-\

    LG
    Greenfox

    Heute hab ich den zehnten Tag nix getrunken

    :blumen: 44.

    Es summiert sich - und irgendwann werden aus Tagen Wochen (z.Bsp. schon in 4 Tagen ;) ) ...

    Aber, lieber Greenfox, es gibt halt andere Reibungspunkte. Du hast recht: Alleine die Aussage, dass ich jetzt wieder gesund bin macht mich krank!

    Das darfst Du ihm aber nicht wirklich krumm nehmen - er weiss es eben nicht besser. Wenn er selbst kein Problem mit/ohne Alkohol hat und sich auch sonst nie mit dem Thema beschäftigt hat - woher soll er dann wissen, wie es Dir wirklich geht und das die eigentliche "Arbeit" jetzt erst losgeht nixweiss0

    Vielleicht lest ihr ja gerne? Ich kann Euch (BEIDEN!!) ein Buch empfehlen: "Alk. Fast ein medizinisches Sachbuch" Man merkt, dass der Autor nicht nur "einer von uns" ist, sondern auch von Beruf Satire-Autor - es ist sehr humorvoll geschrieben - und trotzdem lehrreich.

    Gruß
    Greenfox


    Ich hab mich gestern entschieden, meinen Mann nicht zu seiner Familie zur Osterjause
    zu begleiten.
    ...
    Getrunken habe ich nichts...
    Ich bin sehr froh, dass ich den Tag gestern, trotz Stimmungstief, trinkfrei verbracht habe.

    44. :blumen:

    Und das wirft bei mir eine - wie ich finde: sehr wichtige - Frage auf, die ich Dir schon kurz nach Deiner Anmeldung gestellt habe:

    Und Du hast geschrieben, dass Du verheiratet bist. Was sagt denn Dein Männe dazu (gehe wegen dem Avatar davon aus, dass Du ein Mädel bist 8) )?
    Hast Du mit ihm über Deine Problematik und eventuelle Lösungsansätze gesprochen? Ist er mit im Boot?

    Denn wenn er z.Bsp. jeden Tag dahockt und sein Quantum vernichtet, wird's für Dich natürlich sauschwer ... Oder wenn er meint,

    Zitat

    Ja super, endlich bist gesund.

    ...

    Aber das musst Du nicht hier erörtern, dass solltest Du hauptsächlich mit Dir und eventuell Deiner Therapeutin klären ...

    Trotzdem noch eine schöne Osterzeit!

    Gruß
    Greenfox

    Bei mir war es so, dass ich immer den "Mülleimer" gespielt habe: Kummer, Sorgen, Nöte wurden bei mir abgeladen und ich hab geholfen, wo ich konnte, Nur - bei wem konnte ich meinen Müll abladen, Hilfe kriegen??

    Ich hab mir dann Hilfe bei der Flasche gesucht ... :(

    Mittlerweile bin ich zwar immernoch bzw. wieder da und höre zu und helfe, kann mich aber doch besser abgrenzen und auch mal sagen: "Sorry, aber damit musst Du Dir bei jemand anderem Hilfe suchen. Ich kann Dir da nicht helfen."

    Hallo, Esprit238!

    Danke für Deine Vorstellung - begrüßt hatte ich Dich ja schon.

    Ja, das ist das Problem, wenn man so einen Ausstieg für irgend jemand anderen startet ...
    Ich wünsche Dir jedenfalls viel Erfolg bei der Therapie und, dass es diesmal funktioniert.

    Wichtig finde ich zwar, dass man in etwa die Gründe, warum man zur Flasche gegriffen hat, auslotet. Aber man sollte die "Schuld" nicht auf "die Anderen" abwälzen - vielleicht hat Dein Chef Dich ja "fallenlassen", weil Du alkoholisiert warst, Fehler gemacht hast, die Kollegen die ihren Ärger spüren lassen, weil sie Deine Arbeit mitmachen/Deine Fehler ausbügeln mussten ...
    Ich kenne solche Kreisläufe von mir: Ich hatte etwas getrunken, am nächsten Tag ging es mir nicht so gut, habe dann irgendwelche Bemerkungen auf mich bezogen, Frust geschoben - also etwas getrunken. Daher ging es mir dann am nächsten Tag ...
    Und weil ich etwas getrunken hatte, obwohl ich mir vorgenommen hatte, nichts zu trinken, wurde ich deprimiert/depressiv. Und um mich wieder aufzuheitern, habe ich dann auch wieder etwas getrunken - was mich dann wieder deprimiert hat ...

    Solche Kreisläufe kann man nur schwer für andere durchbrechen. Solche Ursachenforschung sollte mehr dazu dienen, Muster zu erkennen, um sie nicht zu wiederholen.
    Ich bin momentan auch oft deprimiert (Trennung mit Rosenkrieg ;( ), habe aber für mich mittlerweile andere Möglichkeiten gefunden, das zu "bekämpfen. Denn wenn ich jetzt zu Flasche greifen würde ...
    Oder auch andersherum: Wenn es mal super läuft, hies es früher "Darauf einen Dujardin!" (oder so ähnlich ;) ). Heute belohne ich mich anders.

    Ich wünsche Dir jedenfalls viel Erfolg und ein schönes Osterfest - und uns allen einen guten Austausch!

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Xandi!

    Auch ich möchte noch kurz meinen Senf dazu geben ;)

    Aus meiner Erfahrung ist es so, dass nicht nur Betroffene, solange sie noch nicht für den Ausstieg bereit sind, dieses Thema tunlichst vermeiden. Die Gründe hierfür liegen ja wohl auf der Hand.

    Aber genauso scheuen auch Angehörige, Freunde, Bekannte, Kollegen sehr oft dieses Thema gegenüber Jemandem, der den Ausstieg "geschafft" hat. Und hier sehe ich die Gründe in der Unsicherheit, Unwissenheit - und ein bisschen Angst.
    Schließlich will man den Anderen ja nicht "Beleidigen", zu nahe treten - aber vielleicht auch nicht selbst "enttarnt" werden.

    Überleg doch mal, wie es wäre, wenn Dir ein naher Bekannter/Verwandter sagen würde, er hätte Krebs ... Könntest Du mit ihm/ihr dann sofort und/oder "normal" darüber reden? Soviel zum Thema "Unsicherheit, Unwissenheit" ...

    Nur mal so als kleine Sicht auf die "andere Seite".

    Gruß
    Greenfox