Beiträge von Greenfox

    Hallo, Nicki!

    Auch von mir ein ganz herzliches WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Ja, Du hast Angst vor dem, was kommt. Vor WAS hast Du Angst: vor dem, was kommt, wenn Du so weiter machst wie bisher und Du dann vermutlich endgültig abstürzt? Oder vor dem anfänglichen schweren Weg der Veränderung, der aber die Aussicht auf ein wesentlich angenehmeres Leben bietet: OHNE Abstürze, OHNE Black outs, OHNE Schamgefühle, OHNE ständige Schuldgefühle ...

    Und: JA - dieser Weg wird nicht einfach. Aber was ist daran so schlimm, Hilfe anzunehmen - auch wenn es ärztliche Hilfe ist? Ein "kalter Entzug" ist viel schlimmer, kann tödlich enden. Immer wieder abzustürzen, umzufallen ist viel schlimmer, als die helfende Hand in Anspruch zu nehmen und wieder selbstbestimmt und freihändig laufen zu lernen.

    Du hast Dir Gedanken gemacht, das ist gut. Für den weiteren Weg wirst Du Kraft brauchen - die wünsch ich Dir.
    Vor allem versuch, darüber auch mit Deinem Mann zu sprechen und ihn "mit ins Boot" zu holen.

    Ich habe auch mal da "gestanden", wo Du jetzt stehst. Ich habe mich für meinen Weg entschieden, alle Hilfe, die ich kriegen konnte, angenommen - und kann momentan auf etwas über 8 Jahre zufriedene Abstinenz zurückblicken.
    Anfänglich habe ich auch meine Schwierigkeiten gehabt, habe aber m.E. auch etliche Stolperfallen umgangen, weil ich darauf hingewiesen wurde - und es gehört(beherzigt habe. Und auch, weil ich zugegriffen habe, wenn mir Hilfe angeboten wurde.

    Hier findest Du einen "Grabbeltisch" mit den unterschiedlichsten Erfahrungen - such Dir das für Dich vermeintlich passende heraus.

    Ich wünsche Dir (und uns) jedenfalls einen guten Austausch hier!

    Gruß
    Greenfox

    Es ist schlimm, das zu lesen - bestätigt aber leider, was immer wieder hervorgehoben wird: Wenn der Betroffene nicht will, kann man absolut nichts machen!
    Deinem Vater wird schon klar sein, dass er sich umbringt. Aber Du kannst Dich auf den Kopf stellen, im Dreieck springen, Pogo tanzen - es wird nichts daran ändern, dass er das tut, was ER will. Und eben das nicht tut, was er nicht will.

    Ich weiss: es ist sehr schwer, aber Pingu hat Recht - Du musst loslassen und Dich um Dich, Dein Wohlergehen kümmern.

    Und dafür wünsche ich Dir alle erdenkliche Kraft!

    LG
    Greenfox

    Lang, lang ist's her ... und nicht schön zu lesen, dass es Dir nicht gut geht.

    Trotzdem - Willkommen zurück hier im Forum!

    Ich habe gelesen, dass Du Therapien gemacht hast und Gespräche mit ner Beraterin, Deiner Ärztin, Deinem Mann. Gut. Aber sonst?
    Hast Du es auch mit Selbsthilfegruppe(n) versucht - mit Menschen zu reden, denen es genauso geht/ging wie Dir?

    Zum Einen hättest Du dann gesehen, dass es nicht nur Dir besch..en geht. Dann hättest Du auch deren Lösungen/Lösungsansätze gehört - vielleicht wäre etwas für Dich dabei gewesen. Und, nicht zu verachten, Du hättest Dir auch mal Deinen ganzen momentanen Frust, Deine Sorgen/Problem von der Seele reden können - ohne zu trinken. Mir zumindest hat es sehr geholfen. meiner Überzeugung nach bin ich deshalb nun schon über 8 Jahre trocken. Und damit immernoch sehr zufrieden.

    Okay - (zufriedene) Trockenheit heisst nicht ewige Gesundheit und Sorg(en)losigkeit. Aber mit 'nem klaren Kopf kriegt man die meisten Probleme wesentlich leichter in den Griff.

    Es ist so aussichtslos....... ich habe das Gefühl, nie mehr glücklich sein zu können, es tut permanent nur weh.

    Dachte ich auch mal. Ist ein Trugschluß.

    Gruß
    Greenfox

    Öh ha - schwere Kost (zumindest für mich) :o Aber "Jedem Tierchen ..."

    Ich hab zur Zeit mal wieder den "Borowiak: ALK - Fast ein medizinisches Sachbuch" beim Wickel. Mir ist gerade danach. Vor allem, weil das Buch nicht so "bierernst" geschrieben ist.
    Fängt ja schon im Vorwort an:

    Falls irgend jemand einwenden will, dass das Buch ja schon vor etlicher Zeit hier vorgestellt wurde: ich lese das Buch JETZT - und es gibt auch einige "Neue" hier (verzeiht das Wort), die u.U. nicht bis dahin zurückblättern ...
    Und - ich finde das Buch immer wieder gut.

    Ich wünsche mir, jeden Tag einen weiteren Tag auf meiner Nix-getrunken-Liste ankreuzen zu können, ich will heute und morgen und übermorgen nichts trinken!!! Und danach überübermorgen und überüberübermorgen und so fort... ich weiß noch nicht wie lange ich es schaffe. Am liebsten natürlich für immer... Ich habe Angst davor, dass ich es wieder nicht schaffe. Deswegen geh ich wieder zurück zum Anfang: heute werde ich keinen Alkohol trinken!

    Richtig so: kleine Brötchen backen! Denk noch nicht an überüberübermorgen - ersteinmal ist das Heute wichtig. Und "überüberübermorgen" ist ein anderes Heute - nämlich dann schon Tag 5 :D

    Wenn tatsächlich die Mehrheit primär dem Alkohol verfällt ...

    Ich weiß nicht, ob es die Mehrheit ist. Aber bei der Mehrheit meiner Gesprächspartner (einschließlich mir) war es so.

    Und was das gesellschaftskritische angeht - die Gesellschaft ist doch sowieso doppelzüngig und biegt alles so hin, wie sie es braucht.
    Da wird das Rauchen in der Öffentlichkeit verboten, weil es ja auch die Mitmenschen belästigt/schädigt - okay, gehe ich noch mit. Dass das Dampfen dem gleichgestellt wird - scheinheilig.
    Alkoholwerbung ist erlaubt (insbesondere bei SPORTveranstaltungen), ebenso wie der öffentliche Genuss/Konsum - obwohl auch der Alkohol die Mitmenschen in nicht unerheblichen Maße belästigt und schädigt. Ich denke hier insbesondere an die vielen Trunkenheitsfahrten. Oder fahr mal hier in Berlin mit den Öffentlichen - jeder Dritte hat ne Pulle in der Hand und es stinkt wie in einer Destille ... Das ist mit ein Grund, warum ich lieber Auto fahre und nicht mit den Öffentlichen.

    Hallo, Gerd!
    Auch von mir ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum.
    In Deine Homepage werde ich demnächst mal reinschauen, vielleicht verstehe ich Deine kryptischen Andeutungen dann besser.

    Diese oben genannte Satz hat mich davor gerettet, vom Alk weg zu kommen.

    Reichlich missverständlich, oder ;)

    Gruß
    Greenfox

    Vielleicht solltest Du Dir auch mal überlegen, mit Deinem Mann zusammen zu überlegen, ob es für BEIDE sinnvoll ist, weiter den Weg zusammen zu gehen. Du willst weg vom Alkohol - er bringt ihn trotz Deinen "Outings" immer wieder mit.
    Vielleicht will er ja, dass Du weiter trinkst. Oder er ist nicht nur gedankenlos ... Wenn ihm etwas an Dir liegt und eine Paartherapie Sinn machen soll, sollte auch DAS Thema geklärt werden - BEVOR Ihr die Therapie beginnt.

    Überhaupt ist eins klar: Wenn man erfolgreich aus der/einer Sucht aussteigt, verändert man sich. Man ist/bleibt nicht derselbe. Und das kann für eine Ehe nicht nur förderlich sein ...
    Und wenn man immer wieder erfolglos den Ausstieg versucht, belastet dies eine Beziehung ebenso ...


    Nehmen wir doch beispielsweise Depressionen oder Angsstörungen. Ich hab mal ein ganzes Buch zu der Frage gelesen, was denn vorher da war, quasi die Henne oder das Ei? Denn Alkohol macht ja am Ende unter Umständen auch wieder depressiv. Das Fazit war dann, das auf jeden Fall beides gleichzeitig behandelt werden muss, sonst kriegt man das Eine nicht in den Griff.

    Das entspricht nicht meinen Erfahrungen. Bei den Meisten, mit denen ich gesprochen habe, sind die Depressionen mit dem Ausstieg aus dem Suff, immer weniger geworden und schließlich ganz verschwunden. Auch bei mir war es so. Bei mir kamen die Depressionen, weil ich es mal wieder nicht geschafft hatte, NICHT zu saufen. Also musste ich etwas trinken, um die Depris wegzuspülen ... So oder ähnlich erging es sehr vielen.
    Natürlich gibt es auch Ausnahmen. In meiner SHG gibt es auch jemanden, bei dem der Alkohol eher eine Folge seiner Depression ist. Auch ihm fällt es ein wenig leichter, den Depressionen mit klarem Kopf zu begegnen.
    Aber er ist (meiner Erfahrung nach) eher die Ausnahme.

    Gruß
    Greenfox

    Naja, ich hab natürlich schon auch erlebt, dass dann so Gedanken kommen wie "oh, ein Problem, endlich noch ein Grund wieder zu trinken". Aber dahinter steckt schon noch mehr. Angefangen habe ich mit dem Trinken ja auf Grund einer Traumafolgestörung. Die ist heute weitestgehend "ausgeheilt", also definitiv kein Grund mehr, deswegen zu Trinken. Was jetzt übrig ist, dass sind die Probleme der Gegenwart, und die will ich gerade einfach verdrängen.

    Kennst Du das Lied "Über den Wolken" von Reinhard Mey? Dort heisst es:

    Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein:
    Alle Ängste, alle Sorgen,
    sagt man, blieben darunter verborgen,
    und dann würde was uns groß und wichtig erscheint, plötzlich nichtig und klein.

    Wenn Du im Refrain das Wort "Wolken" durch "Alkohol" ersetzt, erhältst Du eine Sicht, für die es sich lohnt, sich über den Alkohol zu erheben ...
    Probleme mit Alkohol wegzuspülen heisst, neue zu erschaffen. Wie wenn man die süßen Gremlins nass macht ...


    Gibt es seelische Entzugserscheinungen? Bestimmt...

    Heute fühle ich mich wackelig, denke, das Kämpfen keinen Sinn macht. Einspruch! Aber natürlich macht kämpfen Sinn! Aufgeben führt nur dazu, dass sich die Spirale weiter dreht. Und nein, davor habe ich große Angst. Ich hoffe, dass ich es heute schaffe.

    Frage beantwortet?!

    Ich verstehe schon, warum sich so mancher beim Kampf gegen Alkohol in einen Schonraum Klinikum zurückzieht...

    Aber das will ich nicht. Ich will es hier und jetzt schaffen aufzuhören, also muss ich lernen, die alltäglichen Probleme auszuhalten oder anders damit umzugehen, sie überhaupt erst anzupacken. Kennt ihr das?

    Oh ja - dachte auch, ich wäre der Größte, Beste, Schärfste und schaffe das ganz allein. Schließlich habe ich mich ja durch das Saufen auch allein in die Schei..e geritten ...
    Tja, mit dieser Einstellung bin ich immer wieder auf die Schnauze gefallen, bevor ich zugab, ein Schwächling zu sein und mich in den "Schonraum Klinik" zurückzog ...
    Es ist keine Schande, Hilfe anzunehmen!


    Manchmal denke ich, ich träume vielleicht zu weit in die Zukunft. Dann sehe ich mich schon Jahre später, während solche "Laster" wie Alkohol längst hinter mir liegen. Und damit konzentriere ich mich schon gar nicht mehr auf die kommenden, die allerersten Schritte, sondern bin schon viel zu weit entfernt.

    Wohl wahr! Konzentriere Dich auf das Hier und Jetzt, auf die nächsten Schritte - es kommen noch genug Biegungen und Häuserecken, wo Du nicht sehen kannst, was dahinter liegt.

    Mach nicht den 4. Schritt nach dem 1. - da kommt man durcheinander, stolpert und fällt hin.

    Gruß
    Greenfox