Beiträge von Brit


    Hallo Zusammen
    Deshalb bin ich jetzt wieder bei Tag 7. Ich schäme mich für mein Versagen...,
    Es ist gut zu wissen dass ich nicht alleine bin.
    Liebe Grüsse
    Schotterblume


    Moin liebe Schotterblume,
    erst einmal ist es eine ganz starke Leistung von dir, dass du deine Rückfälle sofort offen gelegt hast. Das ist ganz wichtig.
    Bitte sei dir immer bewusst, dass Alkoholismus eine anerkannte Krankheit ist. Eine Krankheit sucht "man" sich nicht freiwillig aus. Du musst dich also für keine Krankheit schämen!
    Du hast nicht versagt!

    Geh immer weiter Tag für Tag - es ist immer jetzt -

    Liebe Grüße
    Britt


    Hallo zus.
    ...Der Suchtdruck hat gesiegt... ich habe am Samstag Abend Alkohol getrunken . Jetzt habe ich Schuldgefühle.... Ich weiß ich bin selber Schuld.....Tja alles doof .
    Ich würde mich über Tips und Ratschläge freuen
    MFG
    Hermann

    Moin Hermann,

    du hast ja in den letzten Wochen schon des Öfteren über Suchtdruck geschrieben. Deine Belastungen waren ja nicht ganz ohne…Musstest du denn Sonntag und Montag weiter trinken?
    Bei kaum einer anderen Krankheit wird ja so hartnäckig von Schuld gesprochen wie bei einer Abhängigkeitserkrankung. Die Frage der Schuld ist symptomatisch beim Alkoholismus.
    Fragen wie „Hätte ich doch nur…wie konnte ich nur…ich hätte..sollen“ mit solch quälenden Gedanken hatte ich auch zu kämpfen.
    Ich habe damals meinen Vorfall als persönliches Scheitern, als selbstverschuldete Tragödie und Katastrophe wahr genommen. Aber ich wusste auch aus meiner ersten Therapie, dass diese Schuldgefühle einem das Leben zur Hölle machen.
    G.s.D. konnte ich sofort intervenieren und nur deshalb ist es bei diesem einem "Vorfall" geblieben.
    Schuldgefühle und Scham sind gerade bei einem Trinkrückfall schädlich und können dich zum Weitertrinken veranlassen.
    Ich denke, du brauchst Halt und Unterstützung, damit du dich dauerhaft stabilisieren kannst. Ich kann dir nur raten, dir schnellstmöglich ärztliche Hilfe zu suchen oder dich an eine Suchtberatungsstelle zu wenden.

    Nicht selbst bemitleiden und hängen lassen!

    Lieben Gruß
    Britt

    Du hast Möglichkeiten:

    - dich hinter Problemen zu verstecken und darauf zu warten, dass diese sich von selbst in Luft auflösen…
    - dich zu fragen: wo genau ist etwas schief gelaufen und dabei nicht an der Oberfläche kratzen…
    - das Problem nicht auf einer Schuldfrage klären, reine Schuldzuweisungen (DU-Botschaften) werden nicht zu einer Lösung beitragen…
    - stelle dir selbst die klassischen W-Fragen…
    - an Kommunikation auf Augenhöhe „arbeiten“…in ICH-Botschaften deine Gefühle, Ziele und Erwartungen ganz klar formulieren…

    Veränderungen beginnen mit dem ersten Schritt jedes Einzelnen. Du kannst nicht die Schritte deines Partners beeinflussen. Jeder ist selbst für sein Handeln verantwortlich und trägt die Konsequenzen.
    Der erste Schritt erfordert immer auch Mut und Verantwortungsbewusstsein, weil Veränderungen Unsicherheit und Unruhe ins Leben bringen.

    Trial-and-Error – Fehler machen erlaubt!

    Moin Norman,
    ich bin Britt, Ende 50, trockene Alkoholikerin und über 30 Jahre verheiratet.
    Erst einmal möchte ich mich Ellys Frage anschließen, denn dein erster Beitrag vor fast einem Jahr las sich schon ein wenig eigenartig….
    Du schreibst, deine Partnerin sei eine „funktionierende Alkoholikerin“. Bezeichnest du dich auch als „funktionierender Alkoholiker“ ? Trinkt ihr beide zuviel Alkohol ?
    Ich habe auch jahrelang geglaubt, dass ich funktioniere. Ich hielt mich für belastbar und war fest davon überzeugt, ich sei die beste Tochter, Schwester, Ehefrau, Mutter und Arbeitnehmerin.
    Aber wehe mir fehlte das Gefühl von Sicherheit, dann trank ich; wenn ich nicht schlafen konnte, trank ich; wenn ich Angst hatte, trank ich und wenn ich Erfolg hatte,
    dann trank ich eben auch…tagsüber funktionieren und abends heimlich saufen…
    Mein Umfeld merkte es nicht (da war ich mir ganz sicher….).
    Ich finde, ein „funktionierender Alkoholiker“ funktioniert letztlich nur aus seiner eigenen Sicht. ICH glaubte nur zu funktionieren und war blind für meine eigene Sucht.
    Und die Tatsache, dass ich in Job und Alltag immer gut funktionierte, machte die Einsicht nur noch schwerer. Vielleicht ist das auch ein Grund, dass viele den Kampf gegen den Alkohol niemals antreten?
    Es geht doch bei dieser Krankheit immer um den alkoholabhängigen Menschen.
    Spielt es dabei eine Rolle, ob er gesellschaftlich funktioniert oder sich regelmäßig unter der Penner-Brücke besäuft? Ich finde nicht.
    Der Begriff "funktionierender Alkoholiker" ist m. Mng. nach genauso blöd wie der Begriff "kontrolliertes Trinken".
    Ich wage auch zu behaupten, dass „funktionierende Alkoholiker“ nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Gesellschaft das größere Problem sind,
    denn sie nehmen mit Promille oder Restalkohol am Straßenverkehr teil, sie arbeiten mit Promille oder Restalkohol an Maschinen,
    sie betreuen mit Promille oder Restalkohol schutzbedürftige und Kinder, ja sie operieren sogar unter Drogen am offenen Herzen….

    Keiner von euch beiden scheint einen „klaren Kopf“ zu haben. Keiner weiß, was er will…Keiner ist in der Lage, „klare Ansagen“ zu machen…tja, da wird es verdammt schwer, irgendetwas zu ändern.

    Ich wünsche dir (und deiner Frau) klare Gedanken.
    LG Britt


    Moin Yanis,
    ich finde es klasse, dass bei dir ein Umdenken stattfindet und du das Hintertürchen verschlossen hast.
    Trotzdem denke ich, dass „man“ eine SHG nicht mit einem Hobby vergleichen kann.
    In meiner Gruppe habe ich „junge“ Menschen (ist 40 alt oder jung?) kennengelernt, die die „ältere“ Altersstruktur bevorzugten, weil sie dort „Vorbilder“ und „Profis“ vorfanden.
    Auch ich habe von den „alten weisen Männern“ mehr für mich mitgenommen als von den Jungen.
    Letztendlich ist es ausgesprochen wichtig, dass jeder „seine“ Gruppe findet, in der er Vertrauen und Halt findet. Sucht ist grenzübergreifend im Alter und in der sozialen Schiene und macht vor nichts Halt.
    Und wenn sich unterschiedliche Generationen miteinander verstehen, finde ich das gut. Wer WILL, kann immer profitieren, selbst in der schrägsten SHG, das ist meine Beobachtung.

    Zitat


    Das Image und die Vorstellung, die sich in der Gesellschaft dazu gebildet haben wie so eine SHG "läuft", beeinflusst auch meinen Blick auf das Thema.
    Also habe ich beschlossen auf die Suche zu gehen...


    Ja, geh auf die Suche, aber setze den richtigen Fokus, um dein Ziel zu erreichen…und lass dich nicht von dem Image der Gesellschaft beeinflussen „wie so eine SHG läuft“.
    Mach deine eigenen Erfahrungen.

    Viel Erfolg dabei wünscht
    Britt

    Moin liebe Wolfsfrau,
    schwierig zu erklären...ich denke, dass ich nur mir gegenüber rechenschaftspflichtig bin, weil nur ich ganz allein um meine Beweggründe weiß, warum ich so und nicht anders gehandelt habe. Vielleicht drücke ich es mal anderes aus. Rechenschaft im Sinne von: ich stehe dazu und/oder ich entlaste mich selber, warum ich Handlungen so und nicht anders ausgeführt oder Dinge nicht getan habe. Meine eigenen Fragen...meine eigenen Antworten, ohne Einfluss von außen. Mir selbst Rechenschaft abzulegen ist für mich keine (selbst)Anklage oder Bestrafung, ich sehe es als eine Art von Versöhnung mit mir selbst. Ich möchte mich erinnern: an die Sammlung glücklicher und unglücklicher Tage...an bedeutungsvolle Tage...an Erfolge, die unmöglich schienen...ich will mein Leben mit all seinen Höhen und Tiefen nicht vergessen.
    Ich gaube, das war jetzt doch ein bisschen wirr, aber egal, ich schick das nun ab...

    Lieben Gruß
    Britt

    Jeden Tag mehr Material

    Ich nehme mir die Zeit, meine ganz persönlichen Gedanken in eine Schriftform zu gießen. Ich führe ein Tagebuch. Es tut mir gut.
    Für mich bedeutet das, dass ich und mein Erbe irgendwann Spannendes, Tragisches, Peinliches, Trauriges, Lustiges, Bedrückendes oder Aufregendes nachzulesen haben werden.
    Insbesondere, wenn es darum geht, eine Krise oder die Jahrhundert-Pandemie im Nachhinein besser zu verstehen. Anders als bei Aug in Aug Gesprächen
    und anders als beim Posten von Befindlichkeiten in den sozialen Medien lege ich in meinem Tagebuch Rechenschaft vor mir selbst ab. Ich schreibe ehrlich, offen und aufrichtig,
    weil ich es sehr ernst nehme mit dieser Form der Reflexion über mein eigenes Denken, Fühlen und Handeln. Was in der Vergangenheit passiert ist, begreift „man“ in Gänze häufig erst durch die Auswertung persönlicher Zeugnisse.
    Was für ein Gedanke also, dass mit jedem Tag in meinem Tagebuch mehr Material entsteht, das für meine Nachfahren vielleicht sogar enorm wertvoll sein wird.

    Verstehen kann man das Leben oft nur rückwärts, doch leben muss man es vorwärts. (Kierkegaard)

    Britt

    Also, um es einfach auszudrücken:
    Wenn feststeht, dass von einem Menschen weder für sich noch für andere eine Gefahr ausgeht, dann hat der Staat kein Recht, seine Grundrechte (Freiheit) einzuschränken. Er muss also Maßnahmen aufheben und den verfassungsmäßigen Zustand wieder herstellen. Mit Sonderrechten, Privilegien oder Freiheiten hat das nichts zu tun. Ich kann es durchaus nachvollziehen, dass man dies als ungerecht den Ungeimpften gegenüber empfindet, weil bisher nur ein kleiner Teil der Bevölkerung die Chance hat, sich impfen zu lassen. Das Ganze scheint mir eher ein moralisches denn ein rechtliches "Problem" zu sein. Ich wünsche mir, dass es keine Zwei-Klassen-Gesellschaft geben wird und hoffe auf Solidarität, dass Nicht-Geimpfte den Geimpften auch gönnen können, stärker ins öffentliche Leben zurückkehren zu dürfen.

    LG Britt

    Moin,

    ebbt Corona ab?
    Es scheint, dass das rettende Ufer in Sicht ist.
    Trotzdem finde ich –wie auch bei der Alkoholkrankheit- , dass diese kostbare Brücke nicht gefährdet werden darf.
    Es darf nicht auf Treibsand gebaut werden… Allzu frühe Lockerungsträume (jetzt kann ich wieder…) haben sich oftmals als fatales In-die-Tasche-Lügen herausgestellt.
    Es ist noch nicht vorbei. Es ist ein Ringen auf Messers Schneide…

    LG Britt

    Moin,
    ich kann mich noch sehr gut an das Gefühl erinnern, als mir im Schwimmbad im tiefen Becken die Luft wegblieb. Ich zweifelte, dass ich es noch bis zum Beckenrand schaffen würde.
    Das Wasser gluckerte mir schon über dem Kopf. Ich schluckte und schluckte immer wieder, ruderte rauf und runter, kam wieder hoch, ging wieder unter. Panische Angst schnürte mich ein.
    Ich bin heute noch dankbar, dass es Menschen gab, die für mich da waren, die nicht wegschauten. Es war eine unglaublich schöne Erfahrung, etwas Helfendes, etwas Festes zu spüren. Alleine wäre ich untergegangen.
    Die ersten Schritte danach am Beckenrand vergesse ich nie mehr. Sie waren wackelig, ja sehr wackelig. Ich stolperte und ich wackelte. Aber es war jemand da, der mich bei diesen wackeligen Schritten unterstützte...
    Es waren für mich die schönsten wackeligen Schritte der Welt.
    Als der Schrecken vorüber war, gingen meine wackeligen Schritte ins Hüpfen über, aber es war doch noch wackelig….
    Ähnliches Empfinden habe ich in „Krisensituationen“(wie z.Bsp. Rückfälle, schlimme Diagnosen, Todesnachrichten) immer mal wieder gehabt.
    Es gibt keine Garantien, dass zu der einen Krise nicht auch noch eine zweite oder dritte hinzukommt.
    Für mich ist es ein Lebenstipp und ein Privileg, sich so etwas von der Seele zu schreiben, zu erzählen, zu reden, sich auszutauschen, zu teilen, zu verarbeiten. Nicht alleine zu sein.

    Mut, Zuversicht und Hoffnung machen. Das hält zusammen.

    Britt

    Hey Daun,

    jetzt will ich dir mal was schreiben:

    Weiß du eigentlich, dass du dich hier meiner Meinung nach unglaublich stark ent-wickelt hast?
    Wirklich ganz toll 44.

    Herzlichen Gruß
    Britt

    Moin Samira,

    ich bin Britt, gehe auf die 60 zu und bin trockene Alkoholikerin.
    Willkommen hier im Forum.
    Ich habe mich hier damals angemeldet, um Hilfe zur Selbsthilfe zu bekommen. Alkoholismus ist ja eine Krankheit, an der ich selbst und ständig „arbeite“, und dabei nehme ich alles mit, was ich an Unterstützung bekommen kann.
    „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“ gibt es bei mir nicht.
    Warum bist DU hier (erst mit Hinweis von Daun) ohne Vorstellung reingeplatzt? Hast du dich hier angemeldet, nur um jemanden beizuspringen und dabei andere zu kritisieren?
    Was hast DU für eine „Geschichte“ ? In welcher Form willst DU dich hier zukünftig einbringen? Bist du der Meinung, dass du nach einem Jahr Abstinenz "geheilt" bist? Wie kann ich dich unterstützen?

    Wenn du mir die „Netiquette“ eines Forums erklären willst... brauchst du nicht – DAS ist nicht das Thema, um das es geht…

    Zitat

    Ich denke, man muss schauen ,wie man sein Leben neu gestaltet

    Zitat

    Hilfreich finde ich ,wenn man sagt ,wie man selbst rausgefunden hat aus der Sucht

    Also, welche Abstinenz Weisheit möchtest DU kundgeben?

    Gruß Britt

    Hallo Proky,

    Zitat

    Tatsache ist, dass ihre Kodderschnauze uns leider auch einige Forumsteilnehmer schon gekostet hat...


    Das Ausscheiden von Forumsmitgliedern wird von jedem selbst verursacht. Doch das ist schwer zu akzeptieren – das Ausscheiden von Usern ist also deiner Meinung nach Susannes "Schuld"? Das denke ich nicht. Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich und muss somit auch mit den Konsequenzen leben. Womit wir wieder bei "Schuld" sind.... Der Mann denkt, seine Frau sei für sein Unglück verantwortlich, die Frau denkt, ihr Mann sei für ihr Unglück verantwortlich, die Kinder denken, die Eltern seien für ihr Unglück verantwortlich...
    Gruß Britt

    Moin Erkenntnis,
    warum bist du hier? Um zu "plaudern" (da gibt es bestimmt bessere Foren) oder Unterstützung beim Aufhören zu bekommen?
    Ich meine, wenn du für gut gemeinte Hinweise, wie es gehen könnte, nicht offen bist, dann ist es für mich als "Profi" verschwendete Zeit, mich bei dir einzubringen.
    Ich glaube Greenfox schrieb mal: "Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten."
    Na ja, wie dem auch sei, ich wünsche dir alles Gute. Ich bin raus...
    LG Britt

    Moinsen,

    jetzt will ich mal ichso`s ( liebe Grüße :), falls du mitliest ) Thread hochschubsen :

    Gestern Prof. Boerne zu Kommissar Thiel:
    „Wenn jemand inkompetent ist, dann kann er nicht wissen, dass er inkompetent ist.“

    Interessant, hab mal recherchiert: Der Dunning-Kruger-Effekt bezeichnet die kognitive Verzerrung in der (Selbst)-Erkenntnis inkompetenter Menschen, das eigene Wissen und Können zu überschätzen.
    Diese Neigung beruht auf der Unfähigkeit, sich selbst objektiv zu beurteilen.

    Passt irgendwie auch in dieses Forum.

    Bleibt oder werdet gesund!

    Hallo Lilly,
    sorry, jetzt habe ich mich gar nicht vorgestellt:
    Ich bin Britt, Mitte 50 und trockene Alkoholikerin.
    Wenn du noch "geschafft" Kreutzchen im Kalender machst, gehe ich davon aus, dass du noch nicht allzu lang nüchtern bist.
    Das, was du da beschreibst, ist schlicht und einfach Suchtdruck. Und den muss man gerade am Anfang einer Trockenheit - wenn nötig mit der Faust in der Tasche - aushalten. Kennst du irgendwelche Bewältigungsstrategien?
    Ich wünsche dir einen guten Austausch hier.
    LG Britt

    PS: Traumwandlerin, Das Wort Sucht geht auf „siechen“zurück, das Leiden an einer Krankheit bzw. Funktionsstörung. Hat nichts mit Suchen zu tun.