Guten Morgen,
naja, ich finde dieses Beispiel hat nichts mit gesundem Egoismus zu tun.
Ich bin so erzogen worden, dass ich meine Bedürfnisse immer zurückstellte, immer für andere da war und immer meine Hilfe anbot. Ich war sozusagen ein seelischer Mülleimer.
Ich bildete mir immer ein, nur so akzeptiert und geliebt zu werden. Ja, ich habe diesen totalen Quatsch jahrelang gelebt und es ging mir schlecht dabei, sehr schlecht...
Erst in meiner Therapie habe ich endlich begriffen, dass ich nicht selbstsüchtig und rücksichtslos bin, wenn ich "gesunden Egoismus" (gesund, weil ich Andere dabei nicht verletze) lebe.
Ich übe mich in radikaler Selbstfürsorge und Eigenliebe. Ich darf NEIN sagen, ohne Begründung! Das ist ein unglaublich tolles Gefühl und gibt mir die Kraft, dauerhaft und zufrieden abstinent zu bleiben.
LG Britt
Beiträge von Brit
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Hallo, Andreas, und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:Das kannst Du knicken.
Hallo Andreas,
ich sehe das wie Greenfox. Abstinenz bedeutet für mich Veränderung.
Alles Gute von Britt -
Manchmal wünschte ich, mich so gut ausdrücken zu können wie Gerchla: Einfach mal wieder auf den Punkt gebracht!
Aber leider liegt es auch in meinem Naturell, manchmal meinen Senf in Threads dazuzugeben, obwohl ich mir die Zeit sparen könnte bzw. sollte ...Hallo lieber Gerchla, hallo lieber Greenfox
ihr beide seit wirklich top (jetzt geb ich euch auch mal ein Smiley) 44. Danke!
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende an alle von Britt -
Hallo Miteinander
Es ist heute mein 5. trockener Tag....Ich bin noch lange nicht über dem Berg.... mit teils sehr trinkfreudigen Freunden....froh über weitere Literatur über das Thema.
Was habt ihr gelesen? Ich kenne "Alkohol hat mich belogen" und "Nüchtern" von Daniel Schreiber.Danke euch :).
Liebe Grüsse
Liv
Hallo Liv,
schön, dass du die erste Woche alkoholfrei überstanden hast. Mach weiter so.
Bis heute ist für mich die Suchtfibel (Wie Abhängigkeit entsteht und wie man sich daraus befreit) von Ralf Schneider aus meinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken. Lektüre, die mich auf meinem Weg in eine zufriedene Trockenheit ständig begleitet.
LG Britt -
Hallo liebe Betty,
es tut mir sehr Leid um den Verlust deiner kürzlich verstorbenen Mama. Du hast Recht, wir können die Vergangenheit nicht mehr ändern. Manchmal denke ich, das ist auch gut so, denn sonst hätte ich für mich wertvolle Erfahrungen und Menschen nicht kennen lernen dürfen.
Ich weiß aber: Alkohol schadet ab dem ersten Tropfen und deshalb trinke ich heute nicht.
Alles Liebe dir wünscht Britt -
Guten Morgen!
ZitatVielleicht erzählst du uns ja mal mehr. Viel Erfolg.
Mein Papa war nicht wieder zu erkennen. So habe ich ihn noch nie erzählen gehört.
Als er "an der Reihe" war, sprudelte es nur so aus Ihm heraus.
Er erzählte von seiner erfolgreichen Fußballkarriere und dem damit verbundenen sonntäglichen "Stiefeltrinken", Heimlichtuerei und Verstecken von Bierdosen vor meiner Mama und uns Kindern u.v.m.
Sogar im Dienst wurde getrunken. Nach dem Nachtdienst das Bierchen zum Einschlafen, Bei Spät/Frühdiensten das Feierabendbier zusammen mit Kollegen. Das war damals normal und jeder tat das.
Er will nächste Woche wieder mitkommen. Mir zeigt der gestrige Abend, wie wertvoll so eine Gruppe sein kann.ZitatDas könnte eine ganz wichtige Erfahrung für Dich werden.
Das war es in der Tat und ich bin dankbar dafür.
Ich wünsche allen ein schönes und zufrieden trockenes Wochenende
LG Britt -
Guten Morgen,
heute habe ich meine 3. Motivationsstunde im Lukas Werk. Die erforderlichen Unterlagen für den Rehaantrag an die RV sind komplett. Letzte Woche habe ich Eltern/Schwiegereltern/Schwester (also dem engsten Familienkreis) von meinem Vorfall erzählt und dass ich erneut eine Therapie beantragt habe.
Die Reaktion meiner Eltern (beide Mitte 70) hier im O-Ton:
Meine Mama: ..."Ach Kind, du bist doch keine richtige Alkoholikerin...."
Mein Papa:..."Ich habe früher auch zuviel getrunken...du hast den Umgang mit Alkohol nicht anders gelernt..das tut mir Leid...ich würde gern mehr über Alkoholismus erfahren..nimmst du mich mal mit in die Gruppe?"
Heute Abend ist er dabei, ich freu mich drauf.
Alles Liebe wünscht Britt -
Dietmar: Ich glaube, dass Ihr die Entwicklungsansätze und den Sinn von „erlerntem KT nach Prof. Körkel“ nicht versteht.
Trink einfach nichts mehr, Du hast ja schon den Glauben und die Erkenntnis, dass Dir Trinken nicht gut tut.
Guten Morgen,
ich als Alkoholikerin will diese Entwicklungsansätze und den Sinn des KT nach Körkel gar nicht verstehen. Natürlich kann "man" das KT versuchen, aber bei Rückfallpatienten wie mir würde ich mir "das Hintertürchen" jederzeit offen lassen bzw. neue Strategien zur Schadenbegrenzung entwickeln. Gibt es eigentlich Langzeitstudien dazu? Werden die Kosten dieser Therapien/Sitzungen von der GKV oder RV übernommen?
Lieber Greenfox:Zitat... Da ich von dem von Dietmar vorgeschlagenen "Kontrollierten Trinken" auf Grund meiner eigenen Erfahrungen absolut nichts halte... ( :sorry:
In meiner Gruppe wird dieses Thema bewusst nicht angesprochen bzw. diskutiert.
Lieber Walter:Zitat... Mein Verstand sagt mir eigentlich dass "ab und zu trinken" nicht klappt
Deshalb lohnt es sich meiner Ansicht nach nicht, auch nur einen Gedanken an das KT zu verschwenden.
Wenn du der Ansicht bist, abhängig zu sein und ernsthaft abstinent leben willst, dann gibt es für mich nur die eine Möglichkeit: Lass das erste Glas stehen. Das wahre Leben findet nüchtern statt.
Ich trinke heute nicht.
LG von Britt -
Hallo,
lieber Dietmar,ZitatDein Mann liebt Dich, deshalb will er weiter mit Dir zusammen sein. Aber Deine Alkoholkrankheit, mit der kommt er nicht klar. Mit Dir schon! Verstehst Du den Unterschied?
ZitatAber die Suchterkrankung als Teil der Partner*innen anzuerkennen, das sollte schon möglich sein, sonst würde es in der Partnerschaft wohl immer einen großen Ausschluss geben.
es rumort gerade in mir: Ja ich verstehe den Unterschied. Die Krankheit gehört zu mir. Ich akzeptiere das als unumstößlichen Fakt. Mein Mann akzeptiert diese in mir nicht, egal was ich für meine Famile aber vor allem für mich tue.. Ich habe Angst, dass unsere Beziehung früher oder später scheitert.
LG Britt -
Lieber Rainer,
hey klasse, weiter so....ZitatAuf der anderen Seite bin ich natürlich stolz wie Hary auf das trockene Jahr. Was dagegen etwas fehlt ist die Anerkennung von meiner Frau, da gab es kein einziges lobendes oder anerkennendes Wort zu meiner "Leistung". Eine Zeit lang war ich deswegen echt sauer, ich musste aber feststellen, das sie es einfach nicht besser weis, für sie ist es nichts besonderes nicht zu trinken oder zu rauchen. Sie hatte nie ein Problem damit (geraucht hat sie eh noch nie).
Genauso geht es mir auch
LG von Britt -
Guten Morgen,
gestern war ich zur Vorbereitung auf die Therapie in der Motivationsgruppe. Das diskutierte Arbeitsblatt wollte ich mit meinen Mann nochmals durchgehen. Er überflog das Ganze und lenkte das Gespräch in eine ganz andere Richtung. Letztendlich ging es nur um seine eigenen Gefühle. "Warum, wieso, ich verstehe nicht, dass musst du mir erklären, ich kann nicht mehr, was geht in dir vor, versprich mir..u.v.m." Ich sagte ihm, dass ich krank/Alkoholikerin bin und dass ich alles tun werde, um diese Krankheit (wieder)zum Stillstand zu bringen. Aber ich kann nichts versprechen. Z.Zt. kann ich auf seine Gefühle keine Rücksicht nehmen. Ich habe selbst gerade damit zu kämpfen, Gefühle anzunehmen und ohne Alkohol auszuhalten. Ich weiß, er leidet, aber er geht trozdem das Risiko ein, weiterhin mit mir zusammen zu leben. Manchmal frage ich mich warum? Als ich letzte Woche weg war, fragte ihn eine Nachbarin (ich wohne in einem kleinen Dorf) wo ich denn sei. Mein Mann log und sagte, ich sei im Urlaub, obwohl er weiß, dass ICH meine Krankheit annehme und deswegen nicht mehr lügen werde. Heute wollte ich in in eine neue SHG. Sie befindet sich in dem Ort, in dem mein Mann arbeitet. Na ja was soll ich sagen: O-Ton: "Was ist, wenn dich da einer kennt, dann weiß ja jeder, dass du Alkoholikerin bist, da fühle ich mich sehr schlecht, warum gehst du nicht da oder da hin....Er schämt sich für mich. Seine Haltung: "dass nicht sein kann, was nicht sein darf" verhindert meinen Fortschritt in eine zufriedene Abstinenz.
Ich habe mir diese scheixx Krankheit nicht ausgesucht, aber ich ich muss damit bis zu meinem letzten Atemzug leben.
Danke für`s Lesen
LG Britt -
Lieber Greenfox,
Wie du vielleicht gelesen hast, hatte ich ja Ende November einen Vorfall. Schon da hätte ich was unternehmen sollen. In deinem letzten Beitrag beschreibst du voll umfänglich, warum ich den Alkotest gekauft habe. Besser hätte ich es nicht formulieren können. Danke dafür.
Liebe Camina,
Ob mein Mann Hilfe in Anspruch nimmt, kann ich dir noch nicht sagen. Ich weiss aber, wenn ich ihn darum bitte, wird er es tun. Ich mache das für meine Familie, aber vor allem für mich.
Lg Britt -
Hallo,
Ich bin wieder zuhause und stabil. Die Woche in der “Käseglocke“ hat mich wieder ein Stück weiter gebracht. In einem Angehörigengespräch reflektierten wir den ganzen Vorfall. Es brodelte schon mehr als ein halbes Jahr in mir. Ich bin dankbar, dass ich eine so tolle Familie habe. Ich weiß, ich muss es alleine schaffen, aber alleine schaffe ich es nicht. Ich werde nochmal eine ambulante Sucht-Therapie durchlaufen und in engem Kontakt zur Psycho- Therapeutin bleiben. Reden, wenn was raus muss...Um mir mehr Sicherheit und meinem Mann mehr Vertrauen zu geben, habe ich einen Alkoholtester gekauft. Wann immer jemand in meiner Familie möchte, dass ich puste, dann werde ich das tun.
Ich wünsche euch allen ein schönes und zufrieden trockenes Wochenende
Lg Britt -
Hallo,
meine Feiertage waren perfekt und harmonisch. Am Mittwoch hatte ich starken Suchtdruck. Habe mit meinem Mann darüber gesprochen. Um einen Rückfall zu verhindern, habe ich mich vorsorglich mit 0 ‰ in die qualifizierte einweisen lassen.
Jetzt sitze ich im Cafe mit Hotspot und möchte das gerne teilen. Jeder sagt, dieser Schritt zeigt Stärke und dennoch schäme ich mich in Grund und Boden.
Liebe Grüße von Britt -
Lieber Eshock,
Jede Krankheit ist so schlimm wie die Wahrheit...
Lg britt -
Hallo zusammen und ein gutes neues Jahr wünsche ich euch.An Heiligabend und Silvester habe ich jedoch Wein getrunken - in Maßen (in Gesellschaft hatte ich ja aber nie wirklich ein Problem). In den Momenten hat es mir nichts gemacht, im Nachhinein frage ich mich aber ob es nicht kontraproduktiv ist ..Was meint ihr dazu?
Ich weiß es ist bei jedem individuell, aber mach ich mir etwas vor?Lass ich mir damit ein Hintertürchen offen?
Eine gutes Neues!
Eure Sabine
Hallo Sabine,
Du hast entschieden zu den Feiertagen zu trinken. Es war deine Entscheidung. Für mich ist deine Hintertür ganz weit offen...
Lg Britt -
Lieber Albert,
schön, dass du hierher gefunden hast. Du liest dich sehr reflektiert und entschlossen.
Mit meinem Outing ging es nach hinten los: Als ich mich vor fast 5 Jahren dazu entschloss, meinem Mann alles zu erzählen , nahm er mich in die Arme und sagte:
...dann hör doch einfach auf...Am nächsten Tag soff ich alle im Haus befindlichen alkoholischen Flaschen weg. Mit 2,7 ‰ ging ich in den Entzug. Erst dann beschäftigte sich mein Mann mit dieser Krankheit. Im März bin ich 5 Jahre trocken,
im Haushalt gibt es nichts Alkoholisches. Therapeutische Hilfe und SHG sind für mich bis heute wichtige Begleiter. Der Begiff kontrolliertes Trinken existiert für mich nicht, denn ich bin Alkoholikerin. Die Gier nach mehr ist immer da.
Ich wünsche dir immer die richtigen Entscheidungen
Lg Britt -
Ich wünsche euch allen ein zufriedenes Weihnachtsfest und immer die für euch richtigen Entscheidungen.
Alles Liebe Britt -
Zitat
Aber in Wirklichkeit sind die Gründe für das Abtauchen in diese [..]Scheinwelt andere: Die Betroffenen bringen es (noch) nicht fertig, ihre Wünsche in die Wirklichkeit umzusetzen, sodass ihre wahren Bedürfnisse befriedigt werden.
Wie wahr...Danke
Lg britt -
Lieber Siegfried,
die Traumatherapie im Januar wird dich ganz sicher stärken, da bin ich sicher.
Alles Liebe für dich, bleibe gesund und vor alle zufrieden trocken.
Lg britt