Ich bins, samo

  • Naja, das dachte ich mir, dass das kommt.

    Ich denke nicht, dass nur die anderen Schuld sind. Aber ich wollte mal dem Mythos der Selbsthilfegruppen begegnen. Dass es vielleicht einfach nicht für jeden passt.

    Ich allein bin "Schuld" an meinem Alkoholkonsum. Das weiß ich. Und ich selbst packe es nicht, frisch trocken oder so, vielleicht noch nass, tausend Selbsthilfegruppen auszuprobieren. Trotzdem bin ich allein verantwortlich.


  • Sorry, dass keine der vielen SHG in Berlin zu Dir passen - tut mir leid für Dich.
    Abgesehen davon, dass in einem Verein keine Gruppe wie die andere ist (Jeder Alkoholiker ist ein Mensch, aber nicht jeder Mensch ist ein Alkoholiker).
    Da anscheinend aber immer nur die Anderen schuld sind - bin ich raus.

    Liebe Samo,

    ich glaube nicht das Greenfox sagen wollte das du anderen die Schuld an deinem Alkoholproblem gibst, sondern für mich klang er frustriert da du anscheinend keine SHG findest, wo es „normale“ Menschen mit Suchtproblenen gibt die dich verstehen.
    Und fanz ehrlich für mich liest es sich auch so als ob immer die anderen in der Gruppe schuld sind, aber nie du selbst.
    Vielleicht hast du einfach Pech..ich meine das kann ja sein klingt aber trotzdem mehr danach das du dich evtl nicht in die Gruppe integrieren kannst?
    Und ehrlich warst du nüchtern bei den Gruppen oder hattest du vorher aus Nervosität was getrunken?

    LG

    Silke

  • Hallo Romie,

    danke für deine nette Antwort.

    Es war nicht ein Erlebnis, es war eine Folge von Erlebnissen seit meiner Geburt. Auch Ereignisse, die ich sicherlich nicht mehr weiß, die mir aber heute niemand mehr erzählen kann, weil es auch niemand anders weiß, der noch lebt. Und ja, ich hab versucht, es aufzuarbeiten, aber irgendwie hat es nicht geklappt.

    Letztendlich läuft jede Therapie darauf hinaus, irgendwann zu funktionieren. Wenn man dann immer noch nicht funktioniert, ist der Therapeut enttäuscht, man selbst sowieso usw.

    Wenn du geboren wirst, deine Mutter nach deiner Geburt eine Depression entwickelt, dass sie sich ganze 11 Jahre nicht mehr um dich kümmern kann, wenn du dann in einer Pflegefamilie im gleichen Haus landest mit einer lieben Pflegemutter, aber einen "bösen" Pflegevater, der dir immer wieder klar macht, dass du nicht zur Familie gehörst. Wenn du dann mit 11 Jahren die Mutter wechseln musst, weil die eigene Mutter plötzlich meint, sich wieder um dich kümmern zu können. Und wenn sie dann immer noch depressiv ist und ständig trinkt und von dir erwartet, dass du dich um sie kümmerst, aber du machst alles falsch. Und der Vater unterstützt dich nie, er ist immer wieder auf der Seite der Mutter, weil er so schwach ist und selber Alkholiker, allerdings ein stiller.

    Wenn du dann als Jugendliche selbst krank wirst, deine Mutter dir eigentlich einerseits helfen möchte, aber überfordert ist und dich mit 17 praktisch raus schmeisst, nachdem sie erstmal noch eine Jugendliche aus der Klinik, in der ich war, aufgenommen hat, dann überfordert war, einen Suizidversuch unternommen hat, und uns dann nur noch los werden wollte.

    Wenn du dann ausgezogen bist, ohne gelernt zu haben, wie man selbst lebt und dann noch ein Jahrzehnt ständig von deiner Mutter angerufen wirst, und die Vorwürfe anhören musst, dass du dich nicht genügend kümmerst, wenn du sie besuchst und auch dann nur alkoholisierte Vorwürfe kommen und du selbst kaum weißt, wie du überleben kannst, dann brichst du irgendwan den Kontakt ab. Folge war, ich konnte dann meine Mutter noch 5 Wochen beim Sterben begleiten.

    Okay, die folgenden Jahre habe ich versucht zu leben, irgendwie. Jetzt bin ich wieder an dem Punkt, wo ich eben jetzt bin.

    Liebe Grüße
    Samo

  • Vielleicht kann ich mich nicht integrieren. Darüber kann ich nachdenken. Aber der Vorwurf, dass ich nicht nüchtern war, tut echt weh.
    Kennst du Selbsthilfegruppen?

  • Naja, was solls, ich jammere wiedeer, ich erzähle von meinr Kindheit.

    Ich bin mit 57 Jahren noch immer nicht erwachsen geworden. Das ist mein Problem. Immer noch habe ich dieses Mangelgefühl. Das ist schlimm, weil nur, wenn man erwachsen ist, kann man der Alkoholabhängikeit entgegen wirken.

    Nja, ich bin jetzt schon ziemlich betrunken. Ich hatte aber auch was anderes geschrieben, bezüglich des Tiefpunktes, der Kapitulation.

    Ich dnek, da muss ich hinkommen, sonst klappt gar nix.

  • Hi liebes,

    kurz zum Verständnis, das war kein vorwurf ;)

    Ich wollte nur wissen ob du bei den Treffen nüchtern warst, denn hey ich kenne es von meinem Partner, wenn er irgendwo neu hin muss auch noch vor fremden Menschen dann wäre er so nervös das er sich vorher einen Schluck genehmigen würde, deshalb die Frage.

    Was du erlebt hast ist eine Katastrophe, um mit offenen Worten zu sprechen eine richtige scheiss Vergangenheit die du hast.
    Es tut mir sehr leid das du das so erleben musstest glaub mir..ich spreche da aus Erfahrung.
    Ich habe in meiner Vergangenheit soviel Scheisse mitgemacht, glaub mir ich hatte es NIE einfach und ich war selbst schon in Therapie, Gruppentherapie und Selbsthilfegruppen, diese hatten jetzt nichts mit Alkoholsucht zu tun, aber es gibt ja auch noch andere Krankheiten und bei mir hat sich die ganze scheisse in eine psychische Angststörung entwickelt.

    Ich bin kein depressiver Mensch, eher sehr lebenslustig und humorvoll, leider holen mich meine Ängste immer wieder ein und ich muss täglich kämpfen damit diese Ängste nicht die Oberhand gewinnen.

    Also verstehen kann ich dich wirklich gut, auch wenn ich keine Süchtige bin.

    Vielleicht kannst du dich nicht in diese Gruppen integrieren weil du sehr lange einsam bist/warst?
    Manchen fällt es auch einfach schwer mit fremden Kontakte zu knüpfen?

    Die Scheisse die du erlebt hast..versuchst du diese ganzen Dinge zu vergessen/verdrängen wenn du dich betrinkst?
    Hälst du diese ganzen Gefühle die wahrscheinlich immer wieder hochkommen nicht aus, ohne dich zu betäuben?
    Bitte verstehe meine Fragen nicht falsch, ich möchte nur versuchen dich ein wenig zu verstehen und kennenzulernen :)

    Vielleicht magst du mir ja ein wenig erzählen, wie es dir kurz vor dem ersten Schluck geht,welche Gefühle da grade sind usw.
    Und vor allem wie geht es dir wenn du nicht trinkst?
    Wirst du dann depressiv oder aggressiv oder weißt Viell nichts mit dir anzufangen?

    Starte doch einfach mal einen Versuch nicht zu trinken und wir tauschen uns hier darüber aus wie es dir geht und Viell hilft es dir grade dann mit jemandem zu schreiben dem du all deine Gefühle und Dinge vor den Latz knallen kannst ohne ein Blatt vor den Mund nehmen zu müssen? ;D

    Einen Versuch ist es allemal wert, oder. ;)

    Lass dich nicht unterkriegen und denke daran es ist nie zu spät!

    Ganz liebe Grüße

    Silke

    Ps: hab grade erst gesehen das du geantwortet hast und schon ziemlich betrunken bist, am besten liest du meinen Beitrag nochmal morgen wenn du wieder nüchtern bist!

  • Ansonsten, wie kann man einen neuen Partner finden, wenn man keinen Sex haben kann.

    Und will das irgendwie in der Selbsthilfegruppe jemand wissen? Bestimmt nicht. Auch Therapeuten wollen das nur begrenzt wissen. Es geht darum, zu funktionieren in der Gesellschaft. Wenn man dann echt existenzielle Probleme hat, und man noch einigermaßen kompetent erscheint, bleibt man allein. Naja, ist ja auch verständlich, alles kann man halt nicht therapieren.

    Insofern bin ich allein.

  • Ich weiß, dass ich hier auch betrunken schreibe. Ich kann es sein lassen, wenn es nicht gewünscht ist.


  • Und was willst du mir damit sagen?


    Lass uns doch einfach morgen weiterschreiben, wenn du wieder nüchtern bist ;)

    Lies dir unsere Beiträge dann nochmal in Ruhe durch und Viell gibt es dir einen Denkanstoß!

    Pass auf dich auf.

    Lg

    Silke

  • Ganz abgesehen davon, passiert hier im wirklich nicht viel im Forum. Ist aber okay. Ihr selbst seid bei mir nur auf die Kritik der Selssthilfegruppen eingegangen, nicht auf das andere was mir passiert ist. Oder was mir gerade passiert.


  • Ganz abgesehen davon, passiert hier im wirklich nicht viel im Forum. Ist aber okay. Ihr selbst seid bei mir nur auf die Kritik der Selssthilfegruppen eingegangen, nicht auf das andere was mir passiert ist. Oder was mir gerade passiert.

    Doch das bin ich liebe Samo und das würdest du wahrscheinlich sehen und verstehen wenn du nicht vernebelt wärst, werde aber auch weiter nicht mit dir schreiben, da ich es von meinem Partner kenne. Mit ihm zu diskutieren wenn er betrunken ist, ist wie gegen eine Wand zu reden!

    Lies dir unsere Beiträge nüchtern nochmal durch und dann sehen wir weiter.

    Lg

    Silke

  • Hallo,

    mein Gott, eigentlich müsste es ausreichen, wenn ich nüchtern meine Beiträge lese, die mit zunehmenden Konsum immer unsachlicher, kindischer und vorwurfsvoller werden. So will ich doch gar nicht sein.

    Jedenfalls will ich heute nichts trinken, weiter als bis morgen kann ich nicht denken. Also nur für heute will ich nüchtern sein. Erstmal. Dafür muss ich mich in meinem heutigen körperlichen und psychischen Zustand aushalten. Ich muss mich selbst ertragen. Das wird schwer werden, aber ich will es schaffen. Ich will nicht mehr trinken, ich will mich nicht mehr kaputt machen. Ich habe schon ein bisschen angefangen, die Wohnung aufzuräumen.

    Ich danke allen, die mir geantwortet haben trotz meines gestrigen Zustandes.

    Liebe Grüße samo

  • Liebe Samo,

    nach wie vor habe ich Deinen Thread aufmerksam verfolgt. Aufgrund Deiner – für mich – deutlich offenbar gewordenen Verletzlichkeit und sehr starken Ich-Bezogenheit, fällt es mir nicht leicht die passenden Worte zu finden, um Dir einerseits zu signalisieren, dass Du hier sehr wohl ernst genommen wirst, es beileibe niemandem egal ist, was Du schreibst, und das Forum – so jedenfalls meine Wahrnehmung seit relativ langer Zeit – durchaus „lebt“ und alles andere als langweilig ist.

    Einiges wurde Dir schon von den anderen Usern geschrieben. Die meisten Forumsfreunde sitzen ja nicht den ganzen Tag vor dem PC und warten darauf, bis es „bei Samo“ brennt, um dann sofort antworten zu können. Ich denke, wir alle haben auch größtenteils ein recht erfülltes Real-Live.
    Und dann muss man Deine Beiträge erst einmal in Ruhe lesen, sie für sich einordnen und sortieren, seine Gedanken in Worte fassen, um sie Dir, ohne Dich zu verletzen, was m. E. hier niemand möchte, nahebringen zu können.
    Das alles benötigt Zeit und Geduld.

    Wie eben die Suchterkrankung, und bei jedem von uns die diversen anderen Begleitumstände auch Zeit und Geduld erfordern. Niemand ist – oder zumindest nur seltenen Einzelfälle – von jetzt auf gleich nicht nur trocken, sondern auch mit ihrem neuen, abstinenten Leben zufrieden geworden und zurecht gekommen. Viele kleine, oft kaum wahrnehmbare Schrittchen sind dafür notwendig. Aber all diese Schrittchen ergeben dann zurückblickend eine lange Wegstrecke. Und: Sie sind meist bedeutend „gesünder“, wie in Riesenschritten vorwärts eilen zu wollen, und laufend auf die eigenen Nase zu fallen!

    Ich kenne Dich ja nur vom Forum hier, aber auch so entsteht ein lebhaftest Bild, wie Du „real“ sein könntest.
    Ich nehme Dich von hier als eine Frau wahr, die sehr raumgreifend ist, viel Raum für sich benötigt, viel Aufmerksamkeit – und vor allem viel Verständnis und Anerkennung für all das, was Du schon erlebt hast, oder erleben „musstest“.

    Ich bin mir sicher, es gibt viele solcher „Leidensgeschichten“ hier im Forum. Nur – die meisten von denen, die auch schlimmes Leid miterlebt haben, sind oft nicht so rückwärtsgewandt, wie Du es bist.
    Vielleicht liegt das darin begründet, dass sie, wie ich zum Beispiel, für sich erkannt haben, dass zwar die Aufarbeitung meiner Vergangenheit wichtig und richtig ist, auch ihre Zeit und ihren Platz braucht, aber mich letztlich nur die aktive Bewältigung der Situation Heute und im Jetzt weiterbringt.

    Wenn ich bei Deine Beiträge lese, dann beschleicht mich oft das Gefühl, dass Du bei der ganzen Rückschau Dein Jetzt und Heute aus dem Blick verlierst.
    Ein gutes Beispiel ist Deine Wohnung, so wie Du das beschreibst.
    Du könntest nun Tage und Wochen damit verbringen, darüber nachzudenken warum und wieso und durch was es dazu gekommen ist, dass Deine Wohnung so unaufgeräumt ist, dass Du sie nicht einmal Deinen Freunden zeigen möchtest. Und während der langen Zeit des Nachdenkens würdest Du immer noch in derselben unaufgeräumten Wohnung sitzen, und es würde sich eher noch mehr Unrat und Unordnung anhäufen.

    Du könntest aber auch kurz und bündig „Bilanz“ ziehen, den Ist-Zustand feststellen, und was Du tun musst, damit dieser unaufgeräumte Ist-Zustand in eine aufgeräumte, saubere Wohnung verwandelt wird, in der es Dich erfreut, wohnen zu können.
    Und wenn Du all die alten, unordentlichen Dinge beiseite geräumt hast, wieder Raum zum atmen, leben und Dich wohlfühlen hast, dann kannst Du Ausschau halten nach freier Zeit, in der Du Dich dem Wieso-Warum-Wie-ist-es-dazugekommen widmest.

    Ähnlich verhält es sich mit Deiner Suchterkrankung. Solange Du darüber nachdenkst, wieso Du süchtig geworden bist, weswegen Du immer wieder trinken musst, und über die vielen, tausenden Gründen, die wahrscheinlich alle Suchtkranke haben (können), und trotzdem weitertrinkst, solange bist Du mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht in der psychischen Verfassung Dein Leben so zu verändern, dass ein Suchtmittelfreies Leben möglich wäre.

    Dein Urteil über die Selbsthilfegruppen, die Du schon miterlebst hast, ist – so glaube ich aus Erfahrung zu wissen – stark Deiner Subjektivität und – wie es hier anklingt – instabilen Persönlichkeit geschuldet. Ein „Mythos“ jedenfalls sind Selbsthilfegruppen nicht, und es umgibt sie auch keiner.
    Für den einen Betroffenen gibt es „die passende“ Selbsthilfegruppe, ein anderer muss, wenn er eine für sich passende sucht, eine lange Suche hinter sich bringen.
    Rückblickend auf meine eigenen Suchtgeschichte glaube ich feststellen zu können, dass meine zeitweise Abneigung gegen manche Selbsthilfegruppe viel meiner zu der Zeit vorhandenen ganz persönlichen Situation und meines Status geschuldet war, in dem ich mich in dieser Phase befand. Heute hätte ich höchstwahrscheinlich in so mancher Gruppe, aus der ich „geflohen“ bin, keinerlei Probleme mehr.

    Heute würde ich vieles, was mir in diesen Gruppen „an den Kopf geworfen wurde“ verstehen und nachvollziehen können.
    Ich meine aber auch aufgrund meiner Erfahrung in der Selbsthilfe sagen zu können, dass sich Neulinge, die in eine Selbsthilfegruppe hineinschnuppern und sofort so viel Raum einnehmen, wie Du ihn hier im Forum gerne für Dich in Anspruch nehmen möchtest, eher sehr frustriert wieder abwenden, weil ihnen eben nicht auf Anhieb die Zuwendung entgegenschlägt, die sie dann einfordern.
    Ich bin schon in relativ vielen Selbsthilfegruppen Gast gewesen, egal welcher Suchthilfeorganisation sie angehörten. Im Verlauf meiner Erfahrungen habe ich gelernt, zuerst einmal eher still zuzuhören, still mitzuerleben und auf- und wahrzunehmen, bevor ich mich ganz persönlich einbringe.
    Da war vieles, das m. E. so gar nicht zu mir gepasst hat. Aber eben auch vieles, das bei genauem Hinsehen absolut zutreffend auf mich war.
    Noch heute halte ich es so in meiner Gruppe: Was ich mitnehmen kann, nehme ich mit. Was mir nicht gut tut, oder zu dem ich derzeit noch keinen richtigen Zugang habe, das lasse ich einfach in meiner Gruppe liegen.

    Es geht bei alldem um Dich!
    Im Grunde genommen, da hast Du vollkommen recht, ist es einer Selbsthilfegruppe zunächst einmal ziemlich egal, ob Du als Einzelne nun wieder kommst oder wegbleibst. Wieso sollte es nicht egal sein? Es kennt Dich ja noch niemand, und es hat noch niemand von Dir profitiert.
    Und das ist der eigentlich Sinn von Hilfe zur Selbsthilfe: Dass man voneinander und miteinander profitiert! Das man sich miteinander weiterentwickeln kann. Und eben auch, dass ich mit anderen in Kontakt bin, die um „mein Problemthema“ Bescheid wissen, mir ihre ehrliche Meinung dazu mitteilen, und mir oft ein Feedback zu Dingen geben, die ich noch gar nicht „so“ sehen konnte.

    Du gehst in eine SHG wegen Dir! In erster Linie wegen Dir!
    Nicht weil Du den anderen mitteilen möchtest, wie schwer und einzigartig schlimm Du es in Deinem Leben hast, sondern weil Du weißt, dass dort Betroffene sitzen, die auch eine schwere und schlimme Vergangenheit – oder sogar noch eine aktuelle Problemsituation – haben.
    Und Du gehst dahin, weil Du von der Erfahrung all dieser betroffenen Menschen lernen kannst. Natürlich nur, wenn Du das annehmen kannst, was man – zu Dir – sagen möchte.

    Da ist dann oft so einiges, das tut richtig weh. Das liegt dann richtig quer und passt mir zum Beispiel überhaupt nicht in meine Vorstellung, wie ich mir vorstelle aus meinen Dilemmas kommen zu wollen. Wenn mir da dann einer sagt: „Dietmar, Du musst jetzt einfach mal deinen Arsch hochbekommen und aktiv etwas gegen dies oder jenes tun!“, dann wurmt mich das saumäßig.
    Weil ich ja eigentlich von mir selbst denke, dass ich schon genügend dafür tue, um aus dem Dilemma zu kommen. Aber eben entweder nicht genug, oder einfach nur das Falsche.
    Das einsehen zu können – und überhaupt einmal zu wollen! – ist oft schmerzlich und überhaupt nicht angenehm.
    Aber – es hat mich oft weitergebracht, wie schmeichelnde, einfühlsame und mitfühlende Worte von Menschen, die mir nicht auf die Zehen treten wollten.

  • Hallo Dietmar,

    ja, wenn ich alkoholisert bin, und wenn ich hier geschrieben hab, war ich immer mehr oder weniger alkoholisiert, außer heute, dann bin ich egozentrisch, selbstmitleidig, vorwurfsvoll, Raum einnehmend und noch einiges mehr.

    Ich trinke nur allein zuhause, "draußen", also mit Freunden oder anderen Menschen, auch in Selbsthilfegruppen bin ich immer nüchtern und bin so nicht, jedenfalls hat mir das noch keiner gesagt. Ich hab auch noch nicht übermäßig viel geredet in Selbsthilfegruppen, vor allem habe ich dort nicht meine ganze Lebensgeschichte erzählt, oft war ich auch nur da und hab zugehört.

    Und ich hab mich mißverständlich ausgedrückt gestern. Ich meinte nämlich nicht, dass ich mir wünsche, dass jemand auf meine Lebensgeschichte eingeht, sondern vielleicht darauf, dass ich gestern feststellte, dass ich dem Tiefpunkt und der Kapitulation nahe komme oder so. Aber das ist jetzt auch egal.

    Also, natürlich ist es völliger Quatsch, zu erwarten, dass gleich jemand antwortet. Und so weiter.

    Kurz gesagt, ich war besoffen und somit so, wie du es beschrieben hast. Im Real Life bin ich auch oft so, wenn ich besoffen bin, aber da bin ich ja nur mit mir allein, das kriegt ja sonst keiner mit, es sei denn, ich schreibe hier im Forum z. B. Nüchtern bin ich ziemlich anders im Real Life.

    Also wahrscheinlich bin ich ähnlich wie du, wie ihr es ward, als ihr noch nass gewesen seid.

    Aber es ist gut, dass du es auf den Punkt bringst, wie du mich siehst.

    Über alles andere, was du geschrieben hast, muss ich noch nachdenken, nochmal lesen und werde vielleicht nochmal darauf antworten.

    Bezüglich der Wohnung: Ich hab schon angefangen aufzuräumen, wie ich in meinem letzten Beitrag schon sagte.

    Viele Grüße samo

  • Hallo liebes,

    schön zu hören das du heute nicht trinken willst :)

    Wie geht es dir denn jetzt?

    Was hast du denn schönes in deiner Wohnung gemacht?

    Sorry hab grade nicht viel Zeit, wollte dir das aber noch mitteilen :)

    LG

    Silke

  • Hallo Dietmar,

    ich wollte nochmal danke sagen dafür, dass du mir so ausführlich geantwortet hast.

    Gruß samo

  • Hallo Silke,

    danke für deine Antwort und Nachfrage. So wirklich gut geht es mir nicht.

    Ich habe in kleinen Stücken angefangen aufzuräumen. Hier ein Stück, da ein Stück, eine Maschine Wäsche gewaschen.

    Liebe Grüße samo

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