Ich bins, samo

  • Und das alles kann ich in Selbsthilfegruppen doch nicht erzählen. Ich hab ansatzweise angefangen, von meinen Geschwistern in der letzten Selsbthilfegruppe zu erzählen. Es kam der Rat, mich meiner Schwester gegenüber abzugrenzen, von der hab ich bist jetzt noch nicht soviel erzählt hier.

    Es kam die Erfahrung eines Mitgliedes der Gruppe: Bruder, Schwester und all der Scheiß. Ich hab keinen Kontakt mehr zu meinen Geschwistern und auch nicht zu meiner Tochter. Das ist mir scheißegal. Ich kümmere mich nur noch um mich selbst. Und seine Frau saß daneben. Na, die hat er ja bis jetzt. aber wenn die denn ooch noch meckert!!!!!

    Soll ich diesen Rat annehmen?

    Wovon soll ich denn in der Selbsthilfegruppe erzählen? Alles, was mich selbst betrifft. Muss ich dann wirklich alle anderen Menschen ausschließen, die mir wichtig sind? Weil, diese Menschn machen mich doch auch aus.

    Liebe Grüße
    samo

  • Ja, ich weiß, ansonsten nehme ich zumindest hier sehr viel Raum ein. Das stimmt.

    Aber was anderes passiert hier ja auch nicht. Andere Threads werden nicht weiter geführt, neue werden nicht eröffnet. Und wenn Antworten kommen, dann immmer von den gleichen. Es ist okay so, die meisten haben ein ausgefülltes Leben im Real Life. Ich hab mich jetzt ziemlich lange durch das Forum durchgelesen. Aber im Endeffekt muss alles im Real Life passieren.

    Wahrscheinlich ist es das. Besser im Real Life, als hier. Wobei ich immer noch dankbar bin für Antworten, die kommen. Trotzdem muss ich im Real Life mein Problem bewältigen.

    Viele Grüße samo

  • Frau Samo: bist Du schon wieder knülle?

    Lass das doch bitte. Das bringt keinem etwas - weder Dir noch den Lesern.

    LG
    Caroline

  • Hallo Caroline,

    ja, das war ich. Knülle.

    Ich finde es ja gut, dass ihr es so geschafft habt. Und dass die meisten anscheinend so anders waren, als sie nass waren. Aber die meisten haben es auch nicht schwarz auf weiß, wie ich hier. Viele können sich sicherlich auch nicht mehr so genau erinnern, wie sie waren, als sie nass waren. Selbst wenn die ganze Familie drauf ging durch ihren Alkoholkonsum.

    Ich akzeptiere es, wenn ihr die Nassen nicht aushaltet, ist sicherlich auch ätzend. Dann schlage ich vor, dass ihr mich hier sperrt.

    Grüße samo

  • Liebe Samo,

    ich weiß, wenn Du so willst sogar „in Farbe“ (nicht nur schwarz auf weiß), wie ich in meiner nassen Zeit war. Es gibt aus dieser Zeit relativ viele Fotos, auch schon Videos (Super8 und VHS) von mir.
    Ich war in der Anfangsphase, als sich die Sucht langsam in mein Leben schlich, ein „Sonnyboy“, eine Stimmungskanone. „Wo Dietmar ist, ist immer was los“, hieß es. Im Freundes- und Bekanntenkreis war oft die erste Frage, wenn ein Fest anstand: „Kommt Dietmar auch?“ und wenn das bejaht wurde, dann: „Dann gehe ich auch hin.“
    In der zweiten Phase war ich immer noch „der Sonnyboy“, aber da gab es auch viele einsame, sehr nasse Stunden. Mein Alkoholkonsum war zeitweise so exorbitant, dass ich zu den Umtrunken in der Öffentlichkeit auch viel heimlich nachschütten musste.
    Und in der 3. Phase, da soff ich fast nur noch mit Gleichgesinnten, ließ viele Feiern und Treffen bei Freunden ausfallen, weil es mir angenehmer war, mich einfach nur zuzuschütten.

    Als ich dann, nach vielen Jahren in der Abstinenz, ein paar Rückfälle hatte, da trank ich nur noch einsam und allein. Zum einen, weil ich mich schämte, und zum anderen, weil es zu offensichtlich war, dass ich fürchterlich am Stoff hing.
    Friedlich war ich immer, egal in welcher Phase. Meine Methode, Streit aus dem Weg zu gehen oder zu schlichten, war stets. „Trinken wir einen zusammen, dann ist alles wieder gut!“
    Ich dachte eine sehr lange Zeit, ich hätte tausend gute Gründe, warum ich so viel saufen musste. Schlimme Kindheit (Sekten-Elternhaus), Behinderungen durch einen schweren Unfall (Trauma), harte Lehrjahre, strenges Elternhaus, kein Verständnis für all die „schönen Dinge, die ich gerne gemacht hätte“, usw.
    In meiner ersten Langzeittherapie war ich mit Sicherheit zu 75% rückwärtsgewandt, also stets „in der Vergangenheit forschend“. Da glaubte ich auch noch, dass wenn ich „den Grund oder die Ursache“ finden würde, warum ich süchtig geworden war, dann wäre alles viel, viel leichter für mich. Genauso wie ich dachte, wenn ich … sagen wir einmal „die berechtigten Gründe“, wie schwere Kindheit etc. meiner Vergangenheit „aufarbeiten“ könnte, dann hätte ich keine Gründe mehr um wieder zu saufen.

    Heute weiß ich, dass es zwar gut und richtig für mich ist, wenn ich vergangene, querliegende Dinge nicht aus den Augen verliere und bei gegebener Zeit aufarbeite, aber dass ich zuallererst schauen muss, wie ich im Jetzt und Heute ausgeglichen, zufrieden – und trocken bleibe. Ganz mal davon abgesehen, dass ich all die schlimmen Ereignisse meiner Vergangenheit nur und ausschließlich nüchtern – und zwar von meinem gesamten Wesen her „nüchtern“ – konstruktiv und für mich brauchbar aufarbeiten kann.

    Ich kann Dich problemlos nass aushalten. So wie ich auch die vielen Nassen, die ich immer wieder in meinen Selbsthilfegruppenvorstellungen sehe, problemlos aushalten kann.
    Aber – und bitte liebe Samos, das schreibe ich ohne Abwertung (weil ich ja mal selbst so war) und ohne Dich verletzen zu wollen: Ich leide mit Dir, wenn Du betrunken hier schreibst. Es tut mir weh zu sehen und zu lesen, wie Du Dich durch Deine Betrunkenheit echauffierst, und in manchem auch blamierst.
    Es tut mir auch deswegen weh, weil ich denke, dass Du nüchtern ein völlig anderer Mensch bist und dann keinen solchen Unfug schreiben würdest. Und es erschreckt mich auch, wenn Du verbal hochaggressiv und abwertend die Anderen hier im Forum angehst.

    Ich kann nur hoffen, dass Du verstehst ….

  • Okay, ich sag ein letztes Mal, was mich hier so verletzt hat.

    Auch wenn ich Dietmar oft falsch verstanden hab und er viel Hilfreiches zu sagen hat, war ich das erste mal sehr verletzt, als er seine Vorstellung von mir im Real Life gepostet hat.

    Er hat festgestellt, dass ich eine instabile Persönlichkeit bin, was ich ja schon selbst von mir offenbart hab. Und dann hat er etwas von anderen Alkoholikern berichtet, die irgendwie eine dissoziale Persönlichkeit oder eine andere Persönlichkeitsstörung zu haben scheinen. Vor allem die, die nicht aufhören können.

    Und gleichzeitig auf eine ganz indirekte Weise klar gemacht, dass er anders ist. Ich hab aber nunmal ne Persönlichkeitsstörung und das habe ich mir auch nicht ausgesucht. Aber Dietmar meint sicher, dass man das halt bearbeiten muss und dann anders wird. Ja, ganz ganz ganz langsam, es dauert ewig. Und zu meiner Jugendzeit gab es noch nichtmal die Diagnose. Geschweige denn geeignete Therapien. Ich bin teilweise Therapien durchlaufen, die mir mehr geschadet haben als geholfen. Und dann bin ich dem Stigma "Borderline" begegnet. Als ich dann die Diagnose hatte. Eine Tagesklinik, die mir mal sehr geholfen hat, hat irgendwann keine Borderliner mehr aufgenommen, als ich in der Not mal wieder hin wollte. Lag nicht an der Psychologin, die hätte mich gern genommen, das System hatte so entschieden. Aus der Psychiatrie, in der man in einer Krisensituationen war, sollte man auch ganz schnell raus. Hier kann Ihnen keiner helfen, machen sie ein spezielle Therapie, dafür musste man aber erstmal ein Jahr über die Runden kommen.

    Egal, ich möchte mich hier nicht mehr zum Affen machen. Ich möchte nicht mehr Gefahr laufen, betrunken über mich mehr zu berichten, als ich eigentlich will. Teilweise habe ich hier von mir berichtet, z. b. einen Teil meiner Kindheitsgeschichte, weil ich danach gefragt wurde. Und weil ich anscheinend so ein verdammtes Mitteillungsbedürfnis habe.

    Hatte heute einen Termin bei der Chefin der Ergotherapie. Ein heilloses Durcheinander. War der Organisation geschuldet. Doppelt und Dreifachtermine und ach...Einen Riesenanspruch hat diese spezielle Form der Ergotherapie, die nach außen hin auf Flyern und Internet vertreten wird. Die Verwirklichung ist leider chaotisch. Weil das anscheinend so gar nicht geleistet werden kann. Okay, ich habs letztendlich so gelassen genommen, wie ich konnte. Und versuche in Zukunft, mir das rauszunehmen, was mir hilft und nicht mehr daran zu verzweiflen, dass auf dem Papier eigentlich soviel mehr möglich sein könnte.

    Ich möchte mich, wie gesagt, aber nicht weiterhin zum Affen machen. Deshalb bitte ich die Verantwortlichen, meinen account zu löschen oder mich zu sperren.

    Liebe Grüße
    samo

  • Ich akzeptiere es, wenn ihr die Nassen nicht aushaltet, ist sicherlich auch ätzend. Dann schlage ich vor, dass ihr mich hier sperrt.

    Und schon wieder hast Du etwas in "den falschen Hals" gekriegt.

    Wir haben Dir nur vorgeschlagen, nur zu posten, wenn Du nicht gerade mal wieder "knülle" bist, eben weil Du dann Dinge postest, die Du im nüchternen Zustand entweder nicht geschrieben hättest, weil es Dir eigentlich zu privat ist oder eben unter die Gürtellinie geht.
    Auch wenn Du anscheinend mit EINER Gruppe meines Selbsthilfevereins Erfahrungen gemacht hast, die Dir nicht passen, ABER:

    Zu uns kann man auch kommen, wenn man eben noch nicht trocken ist. Die einzige Bedingung ist, dass man NÜCHTERN zur Gruppe kommt. Und zwar aus dem Grund, weil man angetrunken für Argumente wenig/garnicht aufnahmefähig ist und sich schnell angegriffen fühlt - obwohl einen niemand angreift/angreifen will - und dann aggressiv mit Rundumschlägen reagiert.

    Eins habe ich zu Beginn meiner Trockenheit gelernt: Ich musste zum einen lernen, einen gesunden Egoismus zu entwickeln und öfter mal NEIN zu sagen, wenn mir etwas nicht gut tut/nicht gefällt. Aber ich musste auch lernen, manche Dinge AUSZUHALTEN, ohne mich in den Alkohol(rausch) zu flüchten. Zum Beispiel Kritik.

    Natürlich kannst Du wieder flüchten - und ich Deinen Account sperren.
    Wenn Du also diesen Wunsch wiederholst, werde ich ihm entsprechen ...

    Gruß
    Greenfox

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!

  • Hallo Greenfox,

    da ich mich nicht unter Kontrolle habe, um nur nüchtern zu posten und zu lesen, würde es mir helfen, wenn mein account gelöscht werden würde oder ich gesperrt werden würde.

    Alles andere versuche ich jetzt im Realen Leben. Trotzdem danke für eure etlichen Antworten. Auch die haben mit geholfen, bzw. mich zum Nachdenken gebracht. Und auch einfach das Lesen im Forum hat mir etliche Informationen gebracht, die ich vorher noch nicht hatte.

    Jetzt muss ich anders weiter machen. Danke trotzdem. Ja, ich wünsche weiterhin, dass mein account gesperrt wird.

    Liebe Grüße samo

  • Hallo Samo,

    das was Du beschreibst kenne ich auch so, Alkohol ist irgendwie zum Regulierer für alle starken Gefühle geworden, das haben wir uns sehr früh antrainiert. Wie man da rauskommt weiss ich leider auch noch nicht...

    "Es gibt tausend "Gründe". Um es auf dem Punkt zu bringen, es sind Gefühle, Anspannungssituationen, die ich einfach nicht aushalten kann. Das kann Leere sein, Trauer, Wut, Einsamkeit."

    1000 Gründe trifft es.

    Wünsche Dir alles Gute, und Du bist sicher, ob mit oder ohne Alkoholsucht, ein guter und wertvoller Mensch.

    Liebe Grüße,
    Maya

  • Hallo Samo,

    "Er wurde dermaßen attackiert, weil es ja in einem Museum auch eine Cafeteria gibt, und da wahrscheinlich Alkohol ausgeschenkt wird"

    Puh, dass was Du über die Gruppen schreibst klingt richtig stressig und unlogisch - dann bleibt einem ja eigentlich nur nach Saudi Arabien ziehen, wo Alkohol verboten ist ;) Das wäre auch nichts für mich, klar gibt es Richtlinien und Tipps, aber es bleibt ein individuelles Problem. In einem Forum habe ich gelesen, dass einer angeblafft wurde (ziemlich aggressiv), weil er in den Urlaub fahren wollte. Ich weiss nicht, mich verletzt so ein angeschnautze, man kann das alles auch freundlich ausdrücken. Da kann ich Dich verstehen dass Du keine Lust drauf hast. So reflektiert wie Du hier schreibst glaube ich Dir auch dass es nicht allein Deine Schuld ist, manche Menschen sind einfach unsensible Stinkstiefel, da kann man nur seine Reaktion darauf ändern, aber nicht deren fiese Art.

    Theater und Bistro klingt stressig - vielleicht eine Gruppe für positive, entspannende Aktivitäten suchen? Eine nette Nordic-Walking Gruppe oder sowas in der Art? Nicht nur auf den Problemen rumreiten müssen, sondern schönes mit anderen erleben?

    Liebe Grüße,
    Maya

  • Hallo liebe Gruppe,

    nur noch ein kurzer Nachtrag, da nonverbal doch oft Missverständnisse passieren. Das Selbsthilfegruppen wichtig und nützlich sind stelle ich natürlich nicht in Frage, aber ich wollte nochmal betonen, dass es eben auch Individuen gibt denen mit schroffer Art nicht wirklich geholfen ist. Manche Leute kommen gut damit klar und kommen vielleicht ins nachdenken wenn Ihnen knallhart die Meinung gesagt wird, manche machen dann eher zu. Ich bin der Typ, dem wertschätzende Kommunikation wichtig ist, mit "zack, zack, so hat das zu laufen, du dummi!" kann ich wenig anfangen. Das finde ich verletzend, und da das andauernde, sensible sich verletzt und missverstanden und angegriffen fühlen auch mit Alkohol betäubt wurde, ist für mich eine Selbsthilfegruppe in der jeder frei Schnautze dem anderen was ihm gerade durch den Kopf geht ins Gesicht schleudert nichts. Einzelne Personen, ok, so sind Gruppen nunmal, aber wenn es das Leitmotiv einer Gruppe ist, dann empfinde ich das als toxisch. Das wollte ich Samo schreiben, da sie sich verletzt durch das Verhalten einiger Leute gefühlt hat. Das kann ich halt gut nachvollziehen.

    Liebe Grüße,
    Maya

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!