Lieber Dietmar,
Danke für deine Antwort.
Ja, mir ist das alles schon sehr bewusst. Ich setze mich ja schon lange mit diesem Thema auseinander.
Wollte auch nur auf die gestellte Frage antworten.
Und ja, es geht hier um mich, endlich mal.
Ich muss, nachdem mir klar geworden ist, er hat ein Alkoholproblem, meinen Weg finden damit
umzugehen.
Ich schwanke zwischen Mitgefühl, Wut, Enttäuschung und Hoffnung hin und her.
Wenn er nicht trinkt ist unser Zusammenleben schön. Dann keimt wieder die Hoffnung auf.
Aber die Enttäuschung im umgekehrten Fall ist jedesmal schrecklich für mich.
Ich habe schon darüber nachgedacht mir ein kleines Appartement anzumieten, um in diesen Phasen einfach zu gehen. Wir haben 2 Katzen, diese müsste ich dann mitnehmen, da er, wenn er trinkt die beiden nicht richtig versorgt.
Andererseits habe ich ihm auch schon gesagt, er soll sich eine Wohnung suchen, wenn er nichts gegen seine Trinkerei tut. Ich habe aber eine Riesenangst davor, dass er dann komplett abstürzt.
Auch davor, dass er sich etwas antut. Die Gedanken hat er auch schon geäußert während der depressiven Phasen.
Mir ist natürlich klar, dass er mich damit manipuliert, aber das macht es nicht einfacher.
Es ist auch so, wenn ich nachmittags unterwegs bin, und weiß er ist allein zuhause, dann weiß ich nie was mich erwartet wenn ich heim komme. Hat er dann getrunken oder nicht?
Das war vorgestern wieder der Fall, er trinkt aber zum Glück im Moment nicht. Aber dieses Gefühl nicht in Ruhe etwas unternehmen zu können ist furchtbar.
Ich fahre auch seit Jahren mit meinen Mädels zu einem Beautywochenende. Ich tue das, aber entspannen kann ich mich dabei nicht. Im letzten Jahr kam ich von dem WE zurück und fand ihn völlig unterzuckert vor ( er hat seit 2 Jahren Diabetes ). Ich hab dann Blutzucker bei ihm gemessen und ihm Traubenzucker eingeflößt. Sowas braucht doch kein Mensch :-\.
Ich weiß, ich weiß, er ist ein erwachsener Mann, ich fühle mich aber trotzdem verantwortlich für ihn.
Ich lerne ganz langsam, dass ich an mich denken muss und stelle auch schon Fortschritte fest.
Wenn er trinkt gehe ich jetzt auch weg, besuche Freunde oder gehe zum Sport. Das kann ich bereits ohne mich schlecht zu fühlen.
Aber mich komplett zu lösen, das wird noch dauern.
So, das muss erstmal reichen,
Lieben Gruß,
Lilly