Beiträge von Franstef

    Dankeschön für die Rückmeldungen. Ich fühle mich wirklich willkommen hier und das fühlt sich richtig gut an.

    Deswegen ist es für mich auch wichtig, hier e h r l i c h und o f f e n zu schreiben.

    Ich habe keine Lust mehr, rumlügen zu müssen. Im Enddefekt habe ich mich durch meine Schönfärberei nur selbst verarscht!!!

    Ich bin jetzt den 5 Tag ohne Alkohol. Körperlich habe ich das Gefühl, es geht mir deutlich besser.

    Psychisch gehts mir nicht so gut, ich bin nervös und habe auch manchmal Angst unter Menschen zu gehen.

    Ich habe halt das Gefühl, jeder könnte mir ansehen, was ich grad durchmache :-[

    Um 20:00 ist das Meeting der AA direkt hier bei mir in der Nähe.

    Ich war logischerweise schon ewig nicht mehr da, aber mit Sicherheit kennen mich noch ein paar Leute von dort.

    Ich schäme mich natürlich, da jetzt wieder hinzugehen und zugeben zu müssen, das ich es wieder nicht geschafft habe.

    Aber vermutlich ist genau dies, der richtige Schritt 44.

    Ich werde auf jeden Fall hingehen, da wo die Angst ist gehts lang ;)

    Jetzt werde ich mir erstmal was zu essen machen. Selbst ist der Mann...Frau und Kind sind unterwegs, vermutlich noch
    Weihnachtseinkäufe machen. Bin froh, das ich meine Familie noch habe; ja, das bin ich wirklich ;(

    Ich spüre mich gerade sehr intensiv. Manchmal mehr als mir lieb ist. Aber es ist okay :-[

    Ich melde ich nach der SHG nochmal. Bis dann!

    Stefanut

    Vielen lieben Dank für die netten Rückmeldungen und die herzliche Aufnahme hier!
    Ich bin grad sehr berührt,offentsichtlich habe ich mir noch nicht alle Gefühle weggesoffen:-)

    Gerchia, gerade deine Zeilen bringen mich sehr zum Nachdenken...

    Ich will meine Frau und meinen Sohn nicht verlieren.

    Ich weiss aber auch, das ich in allererster Linie für MICH trocken werden muss.

    Nur wenn ich trocken bin und es mir gut geht, nur dann kann ich auch für meine Familie sorgen.

    Ich habe wieder eine ziemlich unruhige Nacht hinter mir und deswegen bin 12:00 geschlafen.

    Nervös bin ich immer noch, wobei ich das Gefühl habe, das es langsam besser wird....

    Ich werde jetzt erst mal eine schöne, heisse Dusche nehmen und dann melde ich mich später wieder.

    Nochmals danke für die nette Aufnahme hier 44.

    Liebe Grüsse

    Stefanut

    ich schreib jetzt verkürzt weiter. Ich habe jetzt nicht die Kraft mehr nochmal alles aufzuschreiben.

    Seit diesem Zeitpunkt habe ich mehrere Trockenphasen hinter mir, die dann wieder von Alkoholexessen abgelöst wurden.

    Seit knapp 9 Jahren habe ich die selbe Arbeitsstelle, da bin ich vor 2,5 Jahre leider auch schon mal wegen Alkohol aufgefallen.

    Darauf hin machte ich eine Gesprächstherapie bei der Fachstelle Sucht und ich hörte wieder auf mit dem Trinken.

    In dieser Zeit habe ich auch meine Frau kennengelernt, wir haben geheiratet und haben einen kleinen Sohn zusammen.

    Das klappte auch ganz gut mit dem Alkohol bis vor einigen Monaten, da habe ich langsam wieder angefangen, da ich dachte,
    jetzt habe ich es im Griff.

    Vor einigen Wochen merkte dann auch meine Frau, das ich es absolut nicht mehr im Griff hatte. Am Wochenende kam ich spätnachts
    oder erst am nächsten Morgen.

    Vergangene Woche hatte meine Frau und ich einen Termin bei unserem Hausarzt. Da sagte sie, wenn ich mich nicht ändere und aufhöre zu trinken, will sie sich trennen.

    Da ich Urlaub hatte habe ich dann bis Sonntag nachts weitergetrunken mit einen Tag Pause.

    Als ich Sonntag nacht zwar leise aber total betrunken nach Hause kam, sagte meine Frau, das sie sich jetzt endgültig trennen will, da
    ich ja weitertrinke.

    Montag gegen 11 Uhr nachdem ich aufgewacht bin, habe ich dann den kompletten Alkohol der noch im Haus war, weggeschüttet.

    Seit Sonntag nacht habe ich also keinen Tropfen Alkohol mehr getrunken. Ich war Montag vormittag dann auch noch beim Arzt
    der mich die komplette Woche krank geschrieben hatte, weil er gesehen hat, das ich fix und fertig bin.

    Er hat mir was zur Beruhigung mitgegeben mit der Aufforderung mich sofort zu melden, wenn ich Entzugsprobleme habe.

    Die letzen Tage waren nicht einfach ich war sehr nervös und habe geschwitzt wie verrückt. Gezittert habe ich aber nicht.
    Die Nächte waren auch sehr unruhig.

    Ich will diesmal wirklich nicht mehr anfangen zu trinken. Ich habe für mich kapituliert, ich sehe ein und gebe zu, das ich keine
    chance gegen den Alkohol habe.
    Ich habe aber eine Chance, wenn ich nicht mehr anfange.

    Ende Dezember habe ich ein Gesprächstermin bei der Fachstelle Sucht. Anfang Januar bei der Psychologin für die Aufnahme für die
    ambulante Therapie.
    Heute abend gehe ich zu den anonymen Alkoholikern in SHG.

    Ich hoffe ich bin auch bei euch willkommen und ihr begleitet mich auf meinem weiteren trockenen Weg.

    Liebe Grüsse

    Stefanut

    Hallo Forum,

    möchte mich kurz vorstellen: mein Name ist Frank, ich bin 47 Jahre jung und Alkoholiker.

    Ich trinke seit ich 20 bin, damals vermutlich noch aus Komplexen und jugendlichem Leichtsinn.

    Mit der Zeit wurde es allerdings immer schlimmer und hatte mit jugendlichem Leichtsinn oder Übermut überhaupt nix
    mehr zu tun. Es kam der Zeitpunkt, in dem ich es einfach nicht mehr unter Kontrolle hatte.

    Mit 27 machte ich meine ersten Erfahrungen mit einer Fachstelle Sucht, damals noch in meiner Geburtsstadt.
    Nach einigen Wochen bekam ich ein berufliches Angebot in einer grösseren Stadt im Schwarzwald und ich zog um,
    auch weg von meinem lieben Vater, der mich bis dato schon etliche Male aus dem Schlamassel gezogen hatte.(Schulden etc.)

    In der neuen Stadt ging es nicht lange, und ich fing wieder mit dem Trinken an, natürlich ohne hier eine neue Fachstelle
    Sucht aufzusuchen. Ich wollte ja so richtig neu durchstarten...ich Depp!!!

    Nach kurzer Zeit verlor ich meinen Job und bekam Arbeitslosengeld und macht neue (Sauf)schulden. Die Banken machten es
    mir damals reichlich einfach und in meinem besoffenen Kopp griff ich zu. Ich war ja auch ein sehr guter Schauspieler und konnte mich gut verkaufen...

    Ein dreiviertel Jahr später dann folgte mein erster richtiger Zusammenbruch und ich wurde mit dem Krankenwagen in einem
    hiesigen Suchtkrankenhaus eingeliefert.
    Nach 10 Tagen ließ ich mich auf eigene Verantwortung wieder entlassen, um dann am selben Abend wieder anzufangen zu trinken.
    Das Drama nahm weitere 2 Monate seinen Lauf, bis ich meinen damaligen Hausarzt abends im Suff anrief und er mich ich Turboeilverfahren ins Suchtkrankenhaus einliefern ließ mit der dringenden Empfehlung mich diesmal nicht so einfach gehen zu lassen. Er informierte auch meinen Vater der sich am nächsten Tag sofort auf den Weg zu mir ins Krankenhaus machte.
    Es war einerseits meine Einsicht in meine damalige Situation als auch das gute Zureden von meinem Papa so das ich mich entschied, diesmal wirklich etwas für mich zu tun und nicht gleich wieder abzuhauen.
    Ich war erst ca. zwei Wochen in der geschlossenen Station und kann dann in die offenere Motivatonsstation.
    Nach ca. 2 weiteren Wochen kam ich in ein Haus ausserhalb des Klinikgeländes, wo es um das Warum des Trinkens ging, offene Gruppen, Motivations und Entspannungstraining etc.
    Hier blieb ich ca. 6 weitere Wochen und am Wochenende durften wir, wenn wir wollten in unsere Wohnung.
    Ich wollte dies damals allerdings nicht, weil ich ja alleine wohnte und Angst vor mir selbst hatte.

    Ich muss mal eine Pause machen, Fortsetzung folgt in ca. einer halben Stunde...