Beiträge von wolfsfrau

    Hallo Anuschka,

    ich fänd's schön, wenn Du hier für Dich weiter schreibst. Wenn ich Dich richtig verstanden
    hatte, war Dir das wichtig, um Rückfällen vorzubeugen und Ermutigung auf Deinem Weg
    zur Abstinenz zu finden. (Dafür muss man in anderen Fäden keine Einigkeit mit allen haben.)

    Es gibt auch einen geschützteren Bereich, für den Du auf Wunsch sicherlich frei geschaltet
    werden kannst. Ich selbst bin co-abhängig, weiß aber, wie hilfreich es ist, über den eigenen
    Weg irgendwo reden/schreiben zu können, um bei der Stange zu bleiben.

    Alles Gute und von hier aus liebe Grüße,

    Wolfsfrau

    Hallo Blaumann,

    Zitat

    Ich formuliere schon einmal etwas harsch und Grenzwertig. Ich schreibe aber
    von meiner Warte aus gesehen über das was ich mir gegenüber selbst empfinde

    Für mich lesen sich ich-Sätze über eigenes Fühlen und Handeln auch ganz anders als die
    eher (ver)störenden Verallgemeinerungen mit "man", Prozenten, alle/niemand, ... Das ist viel zu
    unterschiedslos und wirkt schlicht anmaßend (und wie "von oben"), da Du den inneren Weg der
    anderen kaum in ganzer Tiefe erahnen kannst, schon gar nicht ohne das Erleben echter Sucht.

    Es ist in der Gruppenarbeit nicht umsonst oberstes Gebot, dass jeder nur für sich selbst ("ich")
    spricht. Alles andere hebelt Verantwortungen und Grenzen aus und vernichtet die Basis für re-
    spektvollen Austausch mit klarer Eigenverantwortung jedes Einzelnen. Ich denke, das trifft auch
    für schriftliche Selbst-Mitteilungen wie hier im Forum zu.

    Ich würde Dir empfehlen, ohne "man" oder "viele" zu formulieren und wirklich bei dem zu
    bleiben, was Du selbst über Dich, Deine Gedanken, Sorgen, Fragen zu fassen bekommst.
    Dazu kann sich dann wirklich jeder frei in Beziehung setzen, wenn er mag.

    Viele Grüße,
    Wolfsfrau

    Das Narkose-Thema habe ich mit meiner Mutter auch durch. Vor ihrer OP telefonierte
    ich (ohne Absprache :-X ) mit ihrer Praxis, weil mich das beschäftigt hat. Auch mir wurde
    gesagt, dass das eine wichtige Information für die Anästhesie-Begleitung (Dosierung) ist.
    Ich war so froh über meinen Mut, die Info (Alkohol) an der richtigen Stelle hinterlegen zu
    können.


    Hallo Mia,
    ich wünsche Dir weiterhin alles Gute, viel Kraft und gute Begleitung für Deinen Entzug. 44.

    Lieben Gruß,
    Wolfsfrau

    Ich las gerade diesen Hinweis, @jasper,

    und mir leuchtet da etwas ein:

    Ein subjektiver "Gewinn" liegt ganz bestimmt vor. Auf den bin ich gar nicht eingegangen.

    Ich hatte nur die Lebendigkeit und ihren Verlust im Auge. Als Verlust von Lebensqualität
    in Form echter Beziehungen, emotionaler Ehrlichkeit, innerer Freiheit, Selbstannahme.

    Erstmal gute Reise!

    Lieben Gruß,
    Wolfsfrau


    (...) abhängig. (...) Mehr vom eigentlichen Leben. Noch mehr von den Menschen die es
    nicht auf die "Reihe" bekommen.

    Das war die Beschreibung, auf die sich mein Beitrag bezog. Diese "Abhängigkeit" von
    Menschen, die ... , existiert nur so lange, wie ich mich auf die Rolle des Zuschauers,
    der das Szenario nicht verlässt, festschreiben lasse. Das bin ICH, der/die das tut.

    Da beginnt Deine eigene Verantwortung. Es ansprechen, eigene Grenzen finden, bis
    wo Du mitgehst. Wut oder Ärger über mögliche Verstrickung mit diesen Menschen ist
    ein Signal von Co-Abhängigkeit. - An der Sucht eines anderen verzweifeln, ohne sich
    selbst zu retten, ist auch krank (machend). Diese Unfreiheit wähle ich durch mein
    Dranbleiben selbst. Das ist mir auf meinem Weg klar geworden.

    Dass "kein Sinn" (Qualitätsgewinn o.a.) hinter der Sucht steht, dürfte selbsterklärend
    sein. Sonst gäbe es kaum einen Grund, da wieder raus zu wollen. Dieses Forum zeigt es
    doch.

    Hallo Blaumann,

    ich habe eine Frage an Dich: Bist Du um Deiner selbst willen (Alkohol) hier angemeldet?
    Oder geht es um Schwierigkeiten im Umgang mit Alkohol-Konsumenten (die von Dir be-
    schriebenen jungen Leute im Betrieb mit wöchentlichen Screenings), weil Du sie mit Deiner
    (betrieblichen?) Beurteilung vielleicht "reinreitest" und dann mit ihren Reaktionen konfron-
    tiert bist (bei fehlender "Charakterstärke" ihrerseits)? Fühlst Du Dich davon erpresst?
    Geht es in die Richtung, dass am Ende Du Dich "schuldig" oder angemacht fühlst, weil Du
    Klartext (Testergebnis) sprichst?

    Es ist schwer, konkret zu fassen, was Dich so an Konsumenten ärgert? - Für mich wäre nur
    belastend, wenn es nahe Menschen sind und sie von mir "erwarten", dass ich meinen Mund
    halte, obwohl von zwischenmenschlicher Qualität im Kontakt schon nichts mehr übrig ist. Ich
    hätte keine Lust, für jemanden zu lügen, dem sein eigenes Leben und seine eigene Gesund-
    heit längst nicht so wichtig sind, wie mir. (Und es ginge um seine, nicht meine.)

    Viele Grüße,
    Wolfsfrau

    ... oh, also so "trocken" (im Humor) habe ich gar nicht gedacht.

    Da ich nicht Alkoholikerin bin, sondern "nur" Co-Abhängige (mit denseben süchtigen
    Denkmustern), war mir wichtig, hier nicht fahrlässig oder gleichgültig rüberzukommen.
    Hinter meinem Satz (Erfahrung ersetzt Spekulation) stehe ich, aber nicht um den Preis,
    dass sich damit jemand - aus Stolz oder sonstigen Gründen - unnötig selbst gefährdet.
    (Auch wenn das überhaupt nicht in meiner Macht liegt.)

    Tatsächlich hatte ich auch das Bild (ähnlich wie Jasper): Die Sucht selbst wird schon
    dafür sorgen, dass sie den Betroffenen irgendwann an den Punkt bringt, der eindeutig
    zu begreifen ist. (Ja, ich bin süchtig/gefährdet.)

    Ich mache es mir mit dem Thema nicht leicht, merke ich, und mir ist auch niemand
    egal, der (noch oder wieder) in der Sucht drin steckt. Vermutlich, weil ich selbst so
    lange alle Neben-Erscheinungen erlebt habe ohne es selbst erkennen zu können. Das
    war ein totaler Widerspruch zu aller Aufklärung und allen Inputs, die ich immer "so toll
    verstand". (MICH aber nicht damit in Beziehung setzen konnte, ich bekam es nicht mit.)

    So, ... das noch dazu, auch an Blaumann. Ich erkenne Ähnlichkeiten zu mir selbst, sonst
    hätte ich gar keine Beiträge dazu schreiben können.

    Liebe Grüße an alle, :)

    Wolfsfrau


    Ich glaube Michael ist schon ganz tief in der Sucht... (Pardon dass ich über Dich schreibe)

    Danke für diese Wahrnehmung, Jasper. Ich denke gerade, dass es dann besser wäre,
    ich lösche den missverständlichen Satz/Beitrag.

    @ lieber Greenfox,
    könntest Du das tun? Dann wären die folgenden Beiträge vielleicht auch zu löschen?

    Danke, falls ihr Mitschreiber ab dem Beitrag von mir auch einverstanden seid.

    Lieben Gruß,
    Wolfsfrau

    @ Greenfox,

    das war auch keine Aufforderung! schwitz.

    Aber wenn es um Sucht geht, und jemand nimmt sie und die gewählte Abstinenz ernst,
    erübrigen sich alle theoretischen Fragen. Dann IST Abstinenz das, was jemand will.
    Und er wird nicht darum "zocken", sprich: testen. (Schaff' ich's, schaff' ich's nicht .. ?)

    Der "Hinweis" war etwas provokativ formuliert. (Bitte um Entschuldigung für mögliche
    Missverständnisse. Wie unterscheidet sich sonst, ob jemand seine Gesundheit ernst
    nimmt?)


    Ich will nur behaupten das man den Rezeptor Vernunft gezielt abrufen kann im "Ernstfall".
    Oder hoffe ich das nur für mich.

    ... wenn Du in einer Sucht bist, ist Deine Vernunft verbaut. Was Du dann denkst, sind
    schon die Ergebnisse von Leugnen, Relativieren, Abwehren ("hab ich nicht, bin ich nicht",
    "ich hab' das doch im Griff, gefälligst, wer wäre ich sonst ?!").

    Ich glaube, auf Deine Fragen können Dir nur echte eigene Erfahrungen (Ausprobieren)
    die Antwort geben. - Oder Berichte von Betroffenen, die ihrerseits dachten, das ist doch
    locker zu steuern. Ich finde es gut, dass hier noch jemand (Jasper) von sich schreibt.

    Nochmal viele Grüße,

    Wolfsfrau

    ... ich heiße nicht Dietmar und ich trage heute Dutt. Darf ich trotzdem mitmachen?


    Der Konsum der meisten hier ist doch nicht der gesteigerte Alkohol als solches,
    sondern der Grund der dahinter steht. Fällt der Grund im gehobenen Lebensalter weg,
    was dann ?


    Das findet dann sicher jeder auf seinem Bänkchen abends vorm Haus selbst raus ... ?
    Du betonst ständig, Du hättest keinen Bock, Menschen zu retten. Die wollen das auch nicht.
    Die wollen Klarheit und Zusagen, wenn sie Hilfe dabei brauchen, SICH SELBST zu retten,
    indem sie sich in Bewegung setzen. So läuft das, nicht durch Zugtiere in fremder Verant-
    wortung. Ich brauchte lange, zu begreifen, dass ich keine Schuld trage, wenn ich meine
    Eltern sich selbst überlasse. Ihr Leben, ihre Entscheidung. Meine Energie, die dabei drauf
    ginge, mir ihren Kopf zu machen. (Ohne dass sie ihren eigenen für eine Entscheidung nutzen.)



    Weisst du auf was ich hinaus will bei diesem Thema. "Der trinkt. Der ist Scheiße."
    Wo er doch so intelligent ist. Verstehe ich aber nicht. Schließt das eine zwangsläufig das andere aus ?

    Die Hasenschule sagt: Wir sind nicht verantwortlich dafür, diese Krankheit zu haben.
    Aber wir sind verantwortlich dafür, uns um Heilung zu bemühen, wenn wir uns selbst lieben.
    Das hat mit "Scheiße sein" nichts zu tun, völlig egal, ob Karl Bürgersteig das so findet.



    Das gleicht der selben Plattitüde das Hyper Intelligenz und Wahnsinn dicht beieinander liegen.
    Auch "Brain Shit" ! Oder ? Oder meine Überlegungen sind zu weit weg.

    Hinter Deinen Fragen vermute ich irgendein auslotendes Interesse zu Deiner eigenen Person.
    Suchst Du Verbindungen zwischen "Alkohol nutzen" und Deinem Freiheitsstreben als Sieger?
    Das muss sich nicht im Weg stehen. Einem Süchtigen nützt aber alle Intelligenz nichts. Außer
    für die Entscheidung, sich (endlich) Hilfe zu holen, trotz Scham und trotz Gesichtsverlust.
    Die gern zitierte Hasenschule: "Du kannst nicht Dein Gesicht und Deinen Arsch gleichzeitig
    retten." - Damit ist gesagt, was Dir Intelligenz, Durch-, Hinter- und Vorausleuchten nutzt. "0".
    (Wärest Du substanz-süchtig. Ich vermute ein anderes Seelenloch, das Sucht begünstigen kann.)



    Sich der Vergangenheit nicht stellen wollen. Das ist das Problem der meisten.
    Nur in einem Forum anmelden reicht da nicht. Ich halte den Spiegel vor.
    Aber zuerst für mich selbst.

    Volle Zustimmung! Dazu wünsche ich mir einen eigenen Faden, in dem es genau um Dich geht.
    Wo Du erzählst, was ist. - Fragen erzeugen einen Blend-Radius, der genau das verhindert. Und
    dann bleibst Du unberührbar, wenn auch "sicher", eben vorm Erkannt werden. Mit allen Auswüch-
    sen der Fehl-Kommunikation und immer abhebender zielenden Verhedderungen.

    Genügt Dir das?
    (Also, mir würde das mächtig stinken, wenn mich keiner versteht und ich wieder allein schlau bin.)

    Das lege ich hier einfach in die Mitte. Zum Mitnehmen, Aussuchen oder einfach Weitergehen.

    Ich wünsche Dir, dass Du findest, was DU suchst. Vielleicht sind es Menschen statt Antworten.
    Oder Menschen sind die Antwort? (Auch das Auszüge aus meinem eigenen Weg, deshalb geteilt.)

    Alles Gute Dir!

    Wolfsfrau

    Sorry an den Faden-Starter,

    dass ich von der ursprünglichen Frage jetzt noch weiter abdrifte.

    ... ich möchte hierzu etwas sagen:


    Mit Vernunft kommst du aber keinen Schritt vorwärts. Vernunft ist Stillstand.

    Irrtum. SUCHT ist Stillstand.
    Sie benebelt Gefühle, Denken, Bewusstheit und lässt uns glauben, wir seien nüchtern.
    Sie lässt uns sogar glauben, unser Verhältnis zur Droge sei komplett selbstbestimmt
    und wir hätten "den Laden" in der Hand.

    Vernunft ist die Ebene, die sich sehr unbequem anfühlt, wenn nämlich sucht-tragende
    Einstellungen, Höhenflüge, Selbstüberschätzung oder unnötige Selbstabwertung mit dem
    Weglassen der Droge dem Bewusstsein erstmals zugänglich werden. Und dem Selbstbild.
    Das scheppert gewaltig und ist nichts für Weicheier oder Genuss-Philosophen.

    Nüchtern werden hat am meisten mit Selbsterkenntnis und -versöhnung zu tun. Da wo vorher
    die persönliche Allmacht war ("ich habe kein Problem"), liegen unbewohnte Löcher verborgen.
    Die bekommt man aber erst mit, wenn man begriffen hat (Vernunftentscheidung sei Dank), dass
    viele bisherige Selbsteinschätzungen den eigenen Blick auf die Wahrheit nur verstellt haben.

    ***

    Die Frage, ob man die Sucht "besiegen" kann, indem man die eigene Kontrolle dagegen setzt,
    ist nichts anderes als die Fortsetzung alkoholischen Denkens ("ich hab's im Griff"), unbemerkt.
    Weil noch keine Ernüchterung in Wahrnehmung, Denken und Fühlen stattfinden konnte.

    An diesem Ansatz wirst Du in diesem Forum nach meiner Einschätzung nicht vorbei kommen.
    Mir fällt auch kaum ein Schreiber ein, der unfreiwillig danach lebt. Die meisten tun es bewusst,
    aus eigener Selbstachtung heraus. Und um ihr Leben zu bewahren. Dafür ist Einsicht not-wendig.
    (Neben anderen Wegen, die hier ebenfalls vertreten und gelebt werden.)

    Weder Sucht nocht Abstinenz funktionieren wie Lego-Steinchen auf dem Brett.
    Da hiflt auch kein Gedanken-Schach.

    Sucht IST.
    Und sie fordert ihren eigenen Tribut (Leben).
    Damit gedanken-spielend umzugehen, empfinde ich als zynisch.

    Möglich, dass es einem Todkranken von außen egal sein kann, ob er komatös stirbt oder klar.
    Aber diese Frage und die Entscheidung darüber ist eine Sache zwischen iHM und sich selbst.
    Darin hätte ich als Außenstehende gar nichts verloren, das wäre aus meiner Sicht anmaßend.
    Und ob ein anderer ausgerechnet meine "Expertise" (die nur für mich und mein von oben sehr
    kleines Leben gilt) für seine Lebensführung braucht, ... nun ja, ich übe eigentlich Verzichten.

    Es gibt ein Pendant zur Stoff-Sucht, die Co-Abhängigkeit: Wissen, was ein anderer braucht.
    Meine Abstinenz liegt darin, mich von Annahmen zu enthalten, was das Leben eines anderen
    "verbessern" könnte. (Ganz klarer Grenzübergriff, und Selbsttäuschung hin zum Größenwahn.
    Auf der Rückseite das Ausweichen vor meiner eigenen Unvollkommenheit und eigenem Fühlen.)

    Ich habe immer noch das Gefühl, als wolltest Du stellvertretend für andere IHR Thema mit
    ausleuchten. Wieso das? Was ist Dein persönliches (biographisches) Interesse? Willst Du hier
    jemandem "helfen"? Wie bringt es ansonsten Dich selbst voran?

    Das sind meine offenen Fragen an Dich, Blaumann.

    Grüße von der
    Wolfsfrau

    Hallo zusammen,

    ich bin gerade selbst über diese Seite gestolpert, die in wenigen Sätzen
    und nach Stichpunkten (auf der Hauptseite anklickbar) Hintergründe zur
    Entstehung und Denkweise in AA für Laien verständlich erklärt:

    http://aa-allensbach.de/


    Speziell finde ich die umfangreiche Liste an Slogans hilfreich, die ebenfalls
    dort hinterlegt ist. (Darin spiegelt sich das Selbst- und das Suchtverständnis.
    Zwar hat AA es das erste Mal niedergelegt, es gilt aber auch für mich als Co-
    Abhängige, wenn ich Such als Verlust meiner seelischen Freiheit verstehe.)

    ;D

    http://aa-allensbach.de/slogans/


    Viel Spaß beim Stöbern und liebe Grüße,

    Wolfsfrau

    Hallo Zensilein, :)

    ich habe hier noch nichts geschrieben, weil ich 'nur' ein Erwachsenes Kind aus einer
    Suchtfamilie bin.

    Aber die gefühlsmäßigen Stationen beim Loslösen vom Süchtigen dürften dieselben sein ...


    Er hat gesagt er braucht keine therapie etc..Es tut echt weh..
    Warum häng ich noch so an einen Menschen der so uu mir war?

    Ich habe dieselbe Arroganz mit meiner Mutter durch. Ich versuchte vor einigen Jahren,
    sie zum Gruppenbesuch (AA) zu bewegen und legte meinem Brief noch einen eigenen
    Erfahrungsbericht mit Selbsthilfegruppen (der 12 Schritte) bei, um ihr Mut zu machen,
    dass einem da wirklich (emotional) nichts "passiert". (Beschämung oder so.)

    Es kamen genau zwei Zeilen zurück, sie habe keine Verwendung für die Broschüren.
    (Meinen Brief behielt sie fairerweise.)

    ... und so ist es geblieben ... Jeder erneute Versuch, sie zum Einholen von Hilfe oder
    Beistand (inzwischen eher seelisch für andere Belang) zu bewegen, stößt auf "brauche
    ich nicht". "Du glaubst doch nicht (im Ernst), dass ich da hingehe und von mir erzähle ..."

    Es ist eine Beziehung, die sie mit sich zu führen hat.
    Ihr muss etwas fehlen, damit sie losgeht um es sich zu holen ...
    (Lange habe ich meinen Wert daran festgemacht, ob sie sich "für mich" helfen lässt.)

    Ich musste lernen und muss es noch, DIE Beziehung zu stärken, die mir Kraft und Halt
    gibt: Die Beziehung zu mir selbst. - Bei mir muss ich nicht erst darum ringen, gesehen,
    gefühlt, ernst genommen zu werden. Wenn ich denn mal das Wagnis eingehe, mich
    selbst für ernst zu nehmen und für liebenswert zu halten. - So begann mein Weg raus
    aus dem Ringen um jemand anderen. Es war eigentlich ein Ringen um meinen Platz,
    ums Angenommensein.

    Ich muss lernen, mir all das zu geben, was ein süchtiger Mensch niemals geben könnte,
    völlig egal, wie er - falls gerade nüchtern - ist oder sein könnte, oder mal war, ... oder ir-
    gendwann wieder sein könnte ... Um emotional Abwesende zu kämpfen, ist wie einen leeren
    Teller essen zu wollen, damit etwas in den Magen kommt. (Besser, wir suchen anderswo
    nach Nahrung!)

    In Al-Anon (eine von vielen Angehörigengruppen) sagen sie immer:
    "Geh dorthin, wo die Menschen GUT zu Dir sind!" - Mehr nicht. Sie haben dasselbe durch.

    Ich wünsche Dir Mut und alles was Du brauchst, um liebevoll mit Dir selbst zu bleiben!

    Lieben Gruß,
    Wolfsfrau

    Ich empfinde es nicht als Widerspruch, ein Beziehungsproblem zu haben,
    um dann auf die Spur zu kommen, dass es durch eine Sucht bedingt sein kann.

    Um das Vertrauen und die Anonymität der Schreibenden hier zu schützen, wäre
    ich auch dafür, nichts zu vernetzen oder zu verbinden, das allein Sache des Hilfe-
    suchenden ist. (Wieviele Baustellen, in welcher Reihenfolge, wo/wie angegangen ... )

    Wäre die PM-Funktion schon für neue Mitschreiber nutzbar, könnte ich mir vorstellen,
    sie per PM zu fragen, ob eine inhaltliche Rückmeldung (Baustellen) erwünscht ist.

    Allen einen schönen Sonntag,
    Wolfsfrau

    Hallo LifeLaughLove, :)

    ich möchte etwas zum Schämen sagen. Der Satz, der mein Leben immer
    unerträglicher gemacht hat, war "das darf aber niemand wissen (über mich)".

    Wenn das niemand wissen darf, musste ich das also "allein hinkriegen".
    So fertig mit meiner Welt und so mutlos, wie mich meine eigenen Anläufe
    schon gemacht hatten. Es geht nicht ohne Vertrauen, MIT dem eigenen
    Problem OK zu sein, dass man "das haben darf, dass es das gibt".

    Dieses Forum belegt das ja. Etliche Selbsthilfegruppen auch. Abhängigkeit
    gilt inzwischen als anerkannte Krankheit. Also als ein Geschehen, das nur
    mit Unterstützung (medizinisch, therapeutisch, usw.) zu behandeln ist.

    Unterstützung brauchen ist also ebenso anerkannt.

    Sich aktiv danach umzuschauen, gilt als Beleg FÜR den eigenen Willen,
    sich daraus wieder befreien zu wollen. Daraus spricht Selbstachtung!
    Ein besseres Leben haben zu wollen, das muss man sich erstmal trauen.

    Es gehört zum Wesen der Therapie, dem Menschen sein innerstes "ich"
    zurück zu schenken. Es geht nicht um Fehler-Reparatur. Ich brauchte sehr
    lange, um entdecken zu können, wo die Scham mein DENKEN über mich
    selbst verändert hat. Und wo ich also falsche Dinge über mich zu glauben
    gelernt habe. (Dass ich keine Fehler machen darf, keine seelischen Schmer-
    zen haben, nie schwach sein, niemanden brauchen, keine Aggression fühlen,
    usw. ... )

    Vielleicht wirst Du staunen, wieviel schon in Ordnung ist mir Dir.

    Und vielleicht gibt der Alkohol dann Dir und dem Therapeuten Hinweise,
    in welchen Punkten Du selbst durch Dein Zuhause "versehrt" warst und Du
    Dir nicht anders als mit Flucht/Sucht zu helfen wusstest.

    Ich bin auch in alkoholkrankem Elternhaus aufgewachsen und das macht
    etwas mit einem. Ich habe völlig falsche "Anleitungen" zum Umgang mit mir
    selbst abgeguckt. Scham, unmenschlicher Leistungswille, Härte gegen sich
    selbst und vor allem Dichthalten über jegliches Gefühl. "Du erzählst doch
    niemandem, was hier ist ?!" (Anordnung, keine Frage.) Also schämte ich mich
    schon als Kind für das, was bei uns (also auch MIR) nicht "normal" war.

    Rückblickend kann ich nur sagen: Kein Wunder, dass ich zerrissen, verängstigt
    und so gut wie freudlos war, immer auf der Suche, "eine Bessere" zu sein. BIS
    mir mein Therapeut stückchenweise klar machen konnte, was bereits zum Besten
    bestellt ist, worüber ich längst an Fähigkeiten verfüge. Fühlen war die wichtigste.
    Und dass es nur unter dieser alles zerfressenden Scham verschüttet war. Scham,
    die nichtmal meine eigene war! - Die stattdessen aber meine Lebendigkeit verklebt
    hat. - Als ich das begriff, wurde ich erstmals in meinem Leben richtig wütend!

    Ich war also blockiert und unfähig, um Hilfe zu bitten, weil mir jemand Fremdes
    (meine Eltern) vormachte, dass ER/SIE Hilfe niemals bräuchte. (Und ich ja wohl
    aus Loyalität nicht? Niemanden, um MEINE Ängste loszuwerden, um reden zu können?)

    In "Sucht-Familien" wird nicht über das geredet, was offenkundig ist: Schmerz, Scham.
    Man "hat" weder Probleme noch Schmerzen noch Scham. - Es braucht viel Glück, trotz
    dieser "Gehirnwäsche" noch Schmerz genug fühlen zu können, um MEHR fürs EIGENE
    Leben rausholen zu wollen. Und dann brauchte ich Mut und Ermutigung durch andere,
    an diesen Wunsch zu GLAUBEN. Und an das Recht, es "schöner" haben zu dürfen, als
    meine Eltern es sich (und damit früher auch mir) gestatten konnten.

    Mein "Irrweg" (Gefühle abkapseln, freudlos und oft isoliert zu sein) entpuppte sich als
    folgerichtiger Schritt in einem kaputten System (Sucht/Familie). Als Produkt außerhalb
    meines eigenen Wesens und meiner eigenen Vollständigkeit. - Die musste/durfte ich
    dann etwas verspätet kennen lernen!

    :sun:


    Ich wünsche Dir Kraft und Mut, an die Berechtigung Deiner Gefühle & Wünsche zu glauben!

    Liebe Grüße,
    Wolfsfrau


    wolfsfrau
    Du kannst den Willen zum Hinterfragen bei den Jugendlichen schon erzeugen.

    @Blaumann,

    ok, ich bin in dem Thema KorinthenkackerIn, denn:
    NEIN, ich kann gar nichts erzeugen. Wille ist für mich etwas jedem innewohnendes.
    Ob er schläft oder nicht, daran kann ich vielleicht etwas "machen". Dinge durchs
    Benennen identifizierbar werden lassen, einer Unterscheidung zugänglich, und damit
    bewusst. - Damit dann umgehen, eine eigene Wahl treffen, das muss dann wirklich
    jeder selbst (wollen). Darüber habe ich keine Kontrolle und das ist besser so. Auch
    ein Umdenken trägt nicht, wenn es nicht im eigenen Innern reifen konnte.

    Ich bin jetzt aus dem Thema raus, weil es anders gelagert ist, als ich es "lebe".

    Wolfsfrau