Hallo Insertname,
schön, dass Du da bist! Und ein herzliches Hallo! wikende091
Obwohl ich weiblich bin, kann ich mich in vielen Deiner Zeilen wiederfinden, besonders was das Thema "Kreativität" anbelangt. Jetzt meine komplette Geschichte zu schreiben, wäre zu viel des Guten und vielleicht ermüdend. Aber genau so wie katro möchte ich Dir den Tipp geben, Dich hier erst einmal ein bisschen durchzulesen... Wenn Du dabei bleibst und Dich ein wenig zu Wort meldest, nicht gleich wieder verschwindest, dann kannst Du als Vollmitglied in den Who-is-Who-Bereich, wo es noch mehr zu lesen und vielleicht einiges für Dich "mitzunehmen" gibt.
Ich selbst habe auch eine kreative Ader: Schreiben, Tanzen, Musizieren, manchmal auch Malen.... Wie Du habe ich früher auch gekifft, um meine Kreativität anzukurbeln. Und später bin ich ins Saufen reingeschliddert. Allerdings muss ich sagen, dass ich nicht nur Gutes produzierte, im Suff, sondern wenn ich ehrlich bin auch viel Schrott. Wie ist das bei Dir? Kommt bei Dir im Rausch nicht auch manchmal Mist raus oder ist es immer genial? Sei ehrlich zu Dir.... Und kommt es nicht ab und zu vor, dass Du trinkst, um produktiv zu sein und am Ende kommt gar nichts dabei raus? Null. Niente.... Also ich meine: gar kein Produkt? Also bei mir war das oft so... Und Hand aufs Herz: schau bei Dir mal ganz genau hin. Das kann Dir helfen. Ehrlichkeit sich selbst gegenüber ist das A und O der Genesung von Süchten. Den ersten Schritt in Punkto Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit Dir selbst gegenüber hast Du ja schon gemacht. Gratulation! Vor allem kennst Du Dein Hauptmotiv des Trinkens, das ist enorm wichtig.
Eine Freundin hier aus dem Forum hat mir einmal das Buch "Das Leben und das Schreiben" von Stephen King empfohlen. Obwohl ich kein Fan von ihm bin und mich nie für ihn interessierte, las ich dieses biographische Buch, was mir einen großen Schub in die gewünschte Richtung gab. Denn Stephen King ist/war Alkoholiker, was ich bis dato nicht wusste. Er hat aufgehört zu trinken und konnte dennoch Bücher wie am Fließband schreiben. Sogar das Rauchen hat er irgendwann "stecken" können, ohne seine Kreativität zu verlieren.... Somit wurde Stephen King für mich zum Vorbild....
Dieses verklärte Märchen, dass Künstler bzw. Genies unbedingt in irgendeiner Form drogensüchtig sein müssen (Alkohol IST auch eine Droge) muss aus unserem Kopf raus... Kreativität ist zum einen die Fähigkeit zur Konzentration. Dass uns Drogen beim Konzentrieren helfen, ist eine Illusion. Weder Nikotin noch THC noch Alkohol können das auf Dauer leisten, dass wir uns konzentrieren. Wir bilden uns das ein.... Vielleicht funktioniert das am Anfang sogar noch, aber irgendwann nicht mehr... Zum anderen hat Künstlertum etwas mit dem Flow-Gefühl zu tun. Einem meditativen Zustand, der uns Raum und Zeit vergessen lässt und uns in der Tätigkeit, in der wir sind, aufblühen lässt. Dieses Flow-Gefühl suchte ich stets mit Drogen. Irgendwann ging dieses Gefühl weg, nach jahrzehntelangem Konsum... Es blieb nur noch Leere und Unfähigkeit zurück... Im Prinzip machen wir etwas komplett Destruktives, wenn wir Drogen zu uns nehmen.... Du kommst an Deine wahren Schätze nicht ran, wenn Du benebelt bist. Schließlich sind wir keine Schamanen, die uns in heiligen Riten ekstatisch dem Mysterium des Leben nähern und dann so ganz nebenbei auf einmal in Trance ein Meisterwerk produzieren oder eine Erleuchtung erfahren, auch wenn wir das gerne so wünschen. Ich weiß nicht, ob ich damit Deine inneren Welten beschreibe, wenn ich dieses Beispiel anführe, es sind nur so meine eigenen Gedanken zur Sache, weil das genau mein Thema ist, was Du geschrieben hast.
Und ich bin froh, dass hier jemand gelandet ist, der dieses Thema anspricht... Weil das nämlich ein ganz starkes Motiv zum Trinken ist... Erstaunlicherweise kommt dieses Thema in der Literatur und in der Suchtwissenschaft so gut wie gar nicht vor. Ich mache seit September eine ambulante Suchttherapie. In den Arbeitsblättern wird dieses Thema ignoriert und in den Gesprächen darüber wissen die Suchtexperten keine Antwort und können keinen Anstoß geben. So habe ich mir auch schon einen Wolf zu dem Thema gegoogelt und finde nichts entsprechendes. Ich las fast alle Bücher über Alkohol, die es gibt, aber finde nicht die Antwort auf die Fragen...
Aber ich möchte Dir noch ein Buch ans Herz legen. Es heißt: "Der Weg des Künstlers" von Julia Cameron... Es ist nicht jedermanns Sache, weil es sehr spirituell/esoterisch ist. Aber es hat wohl vielen Menschen geholfen...
So, jetzt habe ich aber genug getextet.... 
Einen schönen Sonntag erst mal.
Viele Grüße
Pinguin