Beiträge von Pinguin

    Hallo Klaus,

    ich finde das eine ganz tolle Idee. Erst war ich skeptisch, aber dann habe ich Deine Homepage gefunden. :) Wenn Dein Projekt fertig ist, wo kann man das Produkt dann anschauen?

    Also meine Verstecke waren recht einfallslos:

    im Keller,
    im Wäschekorb zwischen schmutziger oder sauberer Wäsche,
    lächerlich: Bierflaschen in die Taschen eines langen Wintermantels stecken und an meinem Mann vorbei auf den Balkon schleichen.
    "Ecken" eigneten sich gut, also alles, wo man was "dahinter" stellen kann, um den anderen zu "hintergehen"..... :( Hinter dem Mülleimer, hinter einem Musikinstrument, hinter leeren Pfandflaschen, hinter dem Korbstuhl, hinter der Türe usw...

    Pinguin

    Ja, das sind lauter tolle Sachen! 44.

    Was ich auch super finde:

    Wenn Nachbarn klingeln, dann ist alles okay! Ich bin nüchtern. Das ist echt - boah! - total entspannt. Wir hatten doch auch schon mal einen Notfall, als nachts unsere Nachbarin kam, um halb zwölf und wir einen Rettungswagen holen mussten, weil sie eine allergische Reaktion auf einen Wespenstich hatte. Wenn ich mir heute vorstelle, ich wäre da betrunken gewesen, die Bude voll mit Notarzt und Sanitätern.... Das wäre so peinlich gewesen.... :-\

    Liebes Zottelchen,

    der Sucht haftet etwas Schizophrenes an. Es findet eine Art Abspaltung statt. Für mich selbst ist es wichtig, zu erkennen, dass diese "Gedanken" oder dieser "Wunsch" einfach Überbleibsel dieses "Suchtteufelchen" sind. Manchmal kommt das wieder zum Vorschein und am liebsten will ich dass das nie wieder kommt. Aber leider ist es so, dass es wohl immer wieder kommen wird - unser ganzes Leben lang.

    Doch wenn ich mir überlege, wie selten das eigentlich passiert, dann ist es doch gar nicht so dramatisch. Als ich früher noch 3-4 Mal die Woche getrunken hatte und dann versuchte, aufzuhören, da kamen täglich diese Gedanken ans Trinken. Und so langsam schleicht sich das aus. Ich glaube, wichtig ist, dass man nicht anfängt, an seinem Entschluss zu zweifeln. Also sich nicht zu fragen: "Bin ich noch normal oder was? Warum will ich das jetzt?" sondern es einfach als das abtun, was es ist: etwas aus der Vergangenheit, was nichts mehr mit meinem jetzigen Leben zu tun hat.

    Ist es nicht manchmal so wie mit einem Ex-Freund? Man weiß, diese kranke Beziehung ist vorbei und eigentlich ist man froh drum. Hin und wieder kann es passieren, dass man melancholisch oder nostalgisch wird. Dann blendet man das Negative kurz aus und schwelgt in schönen Erinnerungen. Dabei weiß man ja, dass es alles keinen Sinn macht und dass diese harmonischen Zeiten nie wieder kommen.

    So wie Greenfox es geschrieben hat: ich versuche mir in solchen Momenten des Cravings immer klar zu machen, wohin es führt. Also mittlerweile weiß ich für mich, dass ich den Suff an sich schon gar nicht mehr genießen kann. Das geht nie wieder. Die letzten Rückfälle waren vom ersten Moment an einfach nur Sch..... Es hatte nichts aber auch gar nichts mit Genuss zu tun. Vom ersten bis zum letzten Schluck einfach nur überflüssig, peinlich, selbstbetrügerisch und destruktiv.... :( Diese "guten Zeiten" sind vorbei. Wir haben jetzt bessere Zeiten. Ich hoffe, dass ich das alles schreiben darf ohne arrogant rüberzukommen, denn ich bin noch nicht so gefestigt wie so viele andere hier.

    Zottelchen, zweifle nicht an Dir. Die Gedanken gehören leider dazu. Ich finde es super, dass Du gestern die richtige Entscheidung getroffen hast. Es ist ganz große Klasse! Du kannst stolz auf Dich sein. Echt!

    Herzlich grüßt
    Pinguin

    Ja, das stimmt allerdings! ;D

    Weißt Du, was ich cool fände? Suff-freie Partys!!! Ausgelassen feiern ohne Alkohol. Und ich meine, so richtig, dass es kracht! Das ist meine Vision. Und wer weiß, wenn ich es endlich, endlich mal geschafft habe, vielleicht gründe ich dann eine eigene SHG. Etwas absolut NEUES! Mit eigenem Namen! Und dort sind natüüüüüüüüüüürlich alle Altersklassen willkommen. :)

    Hey Greenfox, Du warst aber schnell.... 44.

    Wenn ich gewusst hätte, dass ich eine Antwort bekomme, die nicht böse ist, dann hätte ich es stehen lassen. ;)

    Ja. Das war auch oft die Bewunderung, die ich geerntet habe und die mir irgendwie peinlich war (obwohl ich auch schon 41 bin). Dass ich "jetzt schon" meinem Alkoholproblem ins Auge blicke, wurde da gelobt.... Mir ist das irgendwie unangenehm. Vor allem denke ich, dass ich hätte schon viel früher aussteigen können/müssen bzw. mich damit auseinandersetzen. Unbewusst war mir ja immer klar, dass ich zu viel trinke.

    Hach, es wäre halt einfach schön, wenn es mehr Leutchen in den SHGs in meinem Alter geben würde.... Da sieht man mal wieder, wie schleichend diese Alkoholsucht ist. Sie zieht sich oft über Jahre/Jahrzehnte...

    Und Greenfox: ich habe größten Respekt vor Deinem Engagement. Das muss jetzt doch mal gesagt werden. 44.

    "Siehst Du, Momo", sagte Beppo, "es ist so:
    Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich.
    Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals
    schaffen, denkt man."
    Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort:
    "Und dann fängt man an, sich zu eilen. Und man eilt sich immer
    mehr. Jedesmal, wenn man aufblickt, sieht man, daß es gar nicht
    weniger wird, was noch vor einem liegt.
    Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst,
    und zum Schluß ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr.
    Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht
    machen."

    Er dachte einige Zeit nach.
    Dann sprach er weiter: "Man darf nie an die ganze Straße auf
    einmal denken, verstehst du?
    Man muß immer nur an den nächsten Schritt denken, an den
    nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich.
    Und immer wieder nur an den nächsten."

    Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte:
    "Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine
    Sache gut. Und so soll es sein."
    Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort:
    "Auf einmal merkt man, daß man Schritt für Schritt die ganze Straße
    gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht
    außer Puste."
    Er nickte vor sich hin und sagte abschließend: "Das ist wichtig."

    Zitat aus "Momo" von Michael Ende