Beiträge von Pinguin

    Liebe Sara,

    natürlich haben wir Geduld. Niemand kann und wird Dich drängen. Und es haben auch nicht alle hier (von heute auf morgen) aufgehört.

    Den richtigen Zeitpunkt bestimmst DU, genau so wie der Entschluss, mit dem trinken aufzuhören, nur von DIR selbst ausgehen kann. Alles andere wäre in meinen Augen sinnlos.

    Schreib uns nur weiterhin, an welchem Punkt Du bist, und auch wenn Du zauderst. Das gehört in dieser Vorbereitungsphase einfach dazu und ist ganz natürlich. Du gehst damit bestimmt niemandem auf die Nerven. Mir jedenfalls nicht. :)

    Liebe Grüße
    Pinguin

    (Ich sehe gerade, dass jemand vor mir geschrieben hat, aber ich schicke das erst mal so ab - also den Beitrag über meinem, den habe ich noch nicht gelesen).

    Immer wenn Diskussionen in dieser Richtung gestartet werden, fliegen die Fetzen. Dabei glaube ich, dass wir gar nicht so unterschiedlicher Meinung sind, sondern vielleicht einfach nur manchmal aneinander vorbeireden.

    Zum einen gebe ich greenfox recht: es gibt solche Selbsthilfegruppen und solche. Wir haben Gott sei Dank die Wahlfreiheit, zumindest hier in Deutschland. Wobei ich schon gelesen habe, dass man in den USA nicht gefragt wird, sondern automatisch in die AA "zwangseingewiesen" wird, wenn man wegen Alkohol auf- oder straffällig geworden ist.

    Nicht alle SHGs sind gleich und nicht alle sind dogmatisch. Es ist in der Tat so, dss SHGs vielen Menschen das Leben gerettet hat. Das liegt auch am sozialen Zusammenhalt. Ich habe in verschiedenen SHGs erlebt, wie wichtig es ist, Freunde zu finden, die nicht (mehr) trinken. Viele Menschen haben sich im Laufe der Jahre einen Bekannten- und Freundeskreis aufgebaut, der aus (Mit-)Trinkern besteht. Trinken sie plötzlich nicht mehr, sind sie einsam. Diese Einsamkeit war für mich als Außenstehende schwer zu ertragen. Nicht alle Leute sind z.B. so kontaktfreudig wie ich. Manche tun sich richtig schwer, einen neuen Bekanntenkreis aufzubauen. Auch hierfür sind SHGs gut. In den meisten SHGs werden Ausflüge, Treffen außerhalb der Gesprächsgruppen organisiert, Telefonnummern ausgetauscht, es entstehen Freundschaften, nüchterne, trockene Kontakte. Das ist nicht zu unterschätzen! Es ist wichtig. Niemand sollte einsam sein, nur weil er den Alkohol meidet.


    Allerdings ging es ja im Kern der Diskussion darum, inwieweit die Suchthilfe abschreckend wirkt oder nicht. Es gibt viele Menschen, die entweder Berührungsängste haben, eine SHG zu besuchen oder die einmal in einer Gruppe waren und dann viele, viele Jahre nicht mehr. So wie ich.

    Denn Praxx hatte (leider) Recht. Mir ging es auch so. Ich war schon vor mehr als 15 Jahren bei einem Treffen der AA. Und ich ging nicht mehr hin. Aber nicht, weil die Leute so schrecklich waren oder weil ich dachte, das ist eine Sekte.... sondern weil es für "Anfänger", die sich noch nicht sonderlich stark mit ihrer Sucht auseinander gesetzt haben, schon abschreckend wirken KANN, wenn man hört, dass man unheilbar krank ist, dass man immer nur eine Ellenlänge vom nächsten Glas entfernt ist usw.... Da wird am Anfang erst einmal jegliche Hoffnung im Keim erstickt. Ich betone: anfangs! Und ich glaube, darauf will auch Praxx hinaus: dass dann Jahre "verloren" gehen, wo man früher hätte handeln können.

    Liebe, respektvolle Grüße
    Pinguin

    Liebe sunny,

    ich mache mir gerade sehr viele Gedanken darüber, was Land-in-Sicht geschrieben hat. Er hat das meines Erachtens gut analysiert, mit dem Ursache-Wirkung- / Henne-Ei-Vergleich. Mir fällt dazu ein, dass ich ja ziemlich lang in Psychotherapie war. Der Alkoholmissbrauch bzw. die Sucht war da auch Thema, aber ich war ziemlich erstaunt, als meine Therapeutin mir damals sagte, sie dürfe das in ihren Gutachten für die Krankenkasse nicht veröffentlichen, da ich sonst keinen Anspruch auf eine Psychotherapie hätte. Auf gut deutsch: wer ein Suchtproblem hat, ist laut Kostenträger verhaltens- und psychotherapeutisch nicht therapierbar.

    Ich ging es nämlich auch anders herum an. Ich dachte, zuerst löst du die ganze Kindheitskacke auf, dann löst sich das mit dem Alkohol auch auf. Heute weiß ich, dass es umgekehrt ist. Dass man mit klarem Kopf besser verarbeiten, reflektieren und an sich arbeiten kann.

    Mir fällt auch wieder diese Parabel vom "Kleinen Prinzen" ein:

    Den nächsten Planeten bewohnte ein Säufer. Dieser Besuch war sehr kurz, aber er tauchte den kleinen Prinzen in eine tiefe Schwermut.

    „Was machst du da?” fragte er den Säufer, den er stumm vor einer Reihe leerer und einer Reihe voller Flaschen sitzend antraf.
    „Ich trinke”, antwortete der Säufer mit düsterer Miene.
    „Warum trinkst du?” fragte ihn der kleine Prinz.
    „Um zu vergessen”, antwortete der Säufer.
    „Um was zu vergessen?” erkundigte sich der kleine Prinz, der ihn schon bedauerte.
    „Um zu vergessen, dass ich mich schäme”, gestand der Säufer und senkte den Kopf.
    „Weshalb schämst du dich?” fragte der kleine Prinz, der den Wunsch hatte, ihm zu helfen.
    „Weil ich saufe”, endete der Säufer und verschloss sich endgültig in sein Schweigen.
    Und der kleine Prinz verschwand bestürzt.
    Die großen Leute sind entschieden sehr, sehr wunderlich, sagte er zu sich auf seiner Reise.

    Allerliebste Grüße
    Pinguin

    Hallo Verena,

    konntest Du natürlich entbinden oder gab es einen Kaiserschnitt? Über 4 kg ist natürlich schon ein kleiner Brocken. :) Hast Du die Geburt gut "weggesteckt"? (Wenn diese Fragen zu persönlich sind oder zu indiskret, dann bitte einfach ignorieren) Aber da siehste mal wie prächtig er sich in Deinem Bauch entwickelt hat. ;) Mein Großer hatte 3900g und mein Kleiner 3300g. Stillst Du eigentlich?

    Sorry, ich bin so neugierig. Jetzt kommen natürlich die ganzen Bilder und Gefühle von früher wieder hoch. Es war einfach eine schöne Zeit, die Babyzeit, wenn auch oft sehr anstrengend. Blut, Schweiß und Tränen, halt. ;) Aber von solch einem Neugeborenen geht dieser ganz bestimmte Zauber aus, seufz....

    Alles Liebe!
    Pinguin

    Ich bin kein Biochemiker und weiß nicht, was da in Deinem Körper abläuft, wobei es natürlich fast schon logisch ist, dass die Kombination aus zwei Zellgiften nicht gesund sein kann.

    Da Du ja schreibst, es ist alles Deine Sache und Dein Problem etc., halte ich mich hier extrem stark zurück, obwohl ich mich gerade ein bisschen "veralbert" fühle, um es mal sachte auszudrücken, aber eines solltest Du wissen:

    Dass Du bei dieser Alkoholmenge weder lallst noch schräg läufst, sondern klar denken und artikulieren kannst, bedeutet nicht, dass Du auch nüchtern bist. Es ist meines Erachtens eine Illusion. Erstens liegt das am Wodka an sich. Ich habe das öfters gehört, dass Wodka irgendwie anders wirkt als andere alkoholische Getränke und eine andere Rauschwirkung hat, dass man sich dabei "klarer" fühlt etc.... (was für ein Zufall, dass das Zeugs dann auch noch als "Klarer" bezeichnet wird).

    Das Zweite ist, dass bei Dir wohl eine Toleranzsteigerung stattgefunden hat. Um es hier mal zu verkürzen: wer das regelmäßige maßlose Trinken gewöhnt ist, "verträgt" auch mehr und überlebt Mengen und Promillen, an denen der "Normale" sterben würde... Aber das ist bestimmt nichts Neues.

    Erwartest Du eigentlich wirklich, dass irgendjemand Dir im Forum hier Empfehlungen gibt à la "Du kannst jetzt noch soundsoviel Wodka und soundsoviel Koffein dazu trinken, bis zu dieser Grenze/Menge, bevor Du tot umfällst"? Das hier ist ein Forum für Alkoholiker und Angehörige. Wir kommunizieren hier, um uns gegenseitig aus der Sucht zu helfen. Vielleicht stellst Du Deine Frage mal bei "wer-weiß-was.de" oder so, falls Du Dein Alkoholproblem nicht angehen willst.

    Pinguin

    Hallo Saubstauger,

    was ist denn bitte eine 0,7 Liter-Flasche Alkohol? Es wird sich wohl nicht um reines Ethanol handeln, also was dann? Und: ist Deine Frage Ernst gemeint? Ich habe da so meine Zweifel.

    Inwiefern Dich welche Menge beeinträchtigt - wer soll das beurteilen, wenn nicht Du selbst?

    Pinguin

    Hallo stormy,

    da ich nicht wirklich was von Schlaftabletten halte, möchte ich Dir aber gerne die heilpflanzlichen Schlaftabletten auf Kräuterbasis empfehlen. Geh doch mal in die Apotheke. Es gibt Tabletten mit den Inhaltsstoffen Lavendel und/oder Hopfen. Du wirst es nicht glauben, die machen hundemüde und Du schläfst ein wie ein Engel. Probier es doch einfach mal aus. Ganz ohne Suchtgefahr und Nebenwirkungen. ;)

    Wie wär's?

    Liebe Grüße
    Pinguin

    ... ich schon seit Tagen hick-hack mit diesem Forum habe - UND ES NUR AN DIESEM RECHNER LIEGT!!!! Grummel, kreisch! Ich kann hier nicht mal ein Smiley einsetzen und muss immer wieder raus aus dem Forum, wenn ich was anderes lesen will und komm hier nicht rein und da nicht, und wenn, dann nur über Umwege. Ich komme nicht in meine Mitteilungen etc....

    Und mein geliebter Göttergatte ist zur Zeit jeden Abend weg und konnte sich noch nicht kümmern..... :(

    So, genug geschimpft..... Jetzt wurschdel ich mich mal wieder hier durch.

    Liebe Sara,

    ich habe mal in einem anderen Forum eine "Watschen" bekommen, weil ich sagte, ich wäre nie körperlich abhängig gewesen, was ja auch stimmt.

    Die Reaktion der anderen war daraufhin sinngemäß: "Na und? Hältst Du Dich nun für was Besseres? Einen körperlichen Entzug hast Du in ein paar Tagen durch. Das psychische bleibt länger haften und da fängt die Arbeit erst an." Autsch, das saß...

    Will sagen: Unterschätze die psychische Abhängigkeit nicht. Die meisten Menschen glauben, alkoholsüchtig ist man erst, wenn man das große Zittern kriegt, wenn man nicht rechtzeitig für Nachschub sorgt. Ich habe aber in Selbsthilfegruppen und in meiner ambulanten Suchttherapie schätzungsweise 50% erlebt, die immer "nur" psychisch abhängig waren. Also körperlich alleine abhängig ist immer mit psychisch abhängig gekoppelt. Wohingegen psychisch alleine schon geht! Erst einmal... Irgendwann kann es kippen. Wer weiß, wann das ist? Diesem Punkt näherst Du Dich ja gerade an, wenn Du schon tagsüber trinken möchtest - während des Jobs.

    Also - wie katro schon schrieb - raus aus der Gedankenmühle und tun. Selbsthilfegruppen tun nicht weh. Googel Dich durch, lese die Tipps hier im Forum. Hier gibt es auch tolle Links und Adressen von Suchtberatungsstellen. Leider kann ich Dich jetzt nicht verlinken, weil ich gerade technische Probleme habe. :( Probier es doch einfach aus. Du hast nichts zu verlieren, außer Deiner Angst.

    Alles Gute und liebe Grüße
    Pinguin

    Verena, Du glaubst gar nicht, wie ich mich für Dich/Euch freue! :D

    Ich würde hier jetzt gerne den Schneemann für Dich tanzen lassen, aber ich habe leider technische Probleme.

    Ganz herzlichen Glückwunsch. Schön, dass Ihr wohlauf seid!

    Herzlich grüßt
    Pinguin
    PS: "Ben" war mein Favorit. Hihi.... ;)

    Liebe Sara,

    "normal" ist es vielleicht nicht. Zumindest nicht für die "normal Konsumierenden". Für Suchtbolzen ist es leider normal, wenn man sich (nur noch) auf den Alk am Abend freut und kein anderes Highlight mehr hat. Normal ist nicht immer gesund. Wenn Du daran denkst, Dir eine Not-Ration auf die Arbeit mitzunehmen, dann klingt das extremst gefährlich. Das ist keine moralische Wertung sondern eher eine Warnung. Es geht um DICH.... Gib Dich nicht weiter dieser Unfreiheit, dieser Zerstörung hin. Suche Hilfe!

    Lieber Gruß
    Pinguin

    Liebe sunny,

    auch wenn der Spruch schon wieder "out" ist, ich mag ihn noch immer:
    "Hinfallen, Aufstehen, Krone richten, Weitergehen!"

    Allerdings finde ich es auch für die Zukunft wichtig, in sich zu gehen und zu fragen: "Was ist da eigentlich genau passiert und warum? Was war der Auslöser? Kam es schleichend oder plötzlich? Was waren da für Gefühle/Gedanken im Spiel?

    Jeder Hinfaller ist ja ein Signal und die Chance, etwas Neues über sich selbst und über seine eigene Abhängigkeit zu lernen. Von daher: pack diese Chance.

    Und es geht wieder von vorne los.... Aber Du fängst ja nicht bei Null an, sunny.

    Liebe Grüße
    Pinguin

    Liebe Rockqueen,

    na - wie geht es Dir denn? Du bist bestimmt ganz schön kugelig. ;D Schläfst Du noch gut? Bist Du enstpannt? Wenn ich richtig aufgepasst habe, müsste es ja bald so weit sein? ;)

    Ich wünsche Dir alles Beste für die bevorstehende Geburt. Keep calm - alles wird gut!

    Herzlich grüßt
    Pinguin

    Hallo Sara :)

    Ein ganz herzliches Willkommen hier im Forum.

    Hey, Du hast den ersten Schritt getan auf einem neuen Weg! 44. Du kannst es schaffen, so wie viele andere es vor Dir auch geschafft haben. Hab Geduld mit Dir.

    Liebe Grüße
    Pinguin