Heimatlos
und viel zu Hause.
Unterbeschäftigt
und viel zu viel zu tun.
Rette mich
vor mir selber.
Hauptsache Liebe
und Hauptsache Du.
("Rette mich vor mir selber" von Element of Crime)
Heimatlos
und viel zu Hause.
Unterbeschäftigt
und viel zu viel zu tun.
Rette mich
vor mir selber.
Hauptsache Liebe
und Hauptsache Du.
("Rette mich vor mir selber" von Element of Crime)
Hallo Ihr Lieben,
auf die Gefahr hin, dass ich mir nun Feinde mache, aber ich kann jetzt meine "Gosch" auch nicht mehr halten bezüglich der Diskussionen über "kontrolliertes Trinken", "Dogmen" usw.... - und ich versuche das jetzt mal, höflich und diplomatisch darzustellen, warum das so ist.
Die Menschen, die sich "geheilt" fühlen und die Suchtforschung und Suchtmedizin und die Selbsthilfegruppen kritisieren, für ihren "Dogmatismus"; diese Menschen geben vor, sie möchten denen helfen und Mut machen, die sich nicht trauen, Hilfe zu beanspruchen, weil es ja immer um alles oder nichts gehen würde.
Habt Ihr - sicherlich sehr klugen und freidenkerischen - Leute Euch einmal überlegt, dass dieser Schuss nach hinten los gehen kann?
Wenn ich mit meinem Alkoholproblem lese, dass ich das in den Griff bekommen kann, wenn ein "Bewusstseinswandel" stattgefunden hat oder wenn ich eine "Erleuchtung" hatte oder nur "genug Willen", es dann probiere, es "lernen" möchte. Wenn ich dann auf die Schnauze falle, aufstehe und wieder versuche, "genüsslich" zu trinken und wieder und immer wieder.... Es funktioniert nicht. Und ich versuche das Jahre um Jahre oder vielleicht gar Jahrzehnte lang, bin ich dann zu "dumm" oder zu "schwach" oder "habe ich es einfach nicht geblickt"?
Meiner Meinung nach passiert das - nämlich genau das - den meisten Menschen, die ein Alkoholproblem haben. In den Selbsthilfegruppen und in der Suchttherapie traf ich praktisch KEINEN, keinen einzigen, der nicht mehrmals im Leben versucht hat, den Alkohol zu genießen. Und zwar alle und jeder durch die Bank durch. Wohingegen die absolute Abstinenz selten angestrebt wurde. DARUM landen die Menschen ja in der Suchthilfe, weil sie es alleine (und das bedeutet: mit mäßigem Konsum) nicht hinbekommen.... Es ist die ewige Sehnsucht des Trinkers (gewesen), weiterzutrinken. Und nichts anderes. Es geht nur darum, weiterzutrinken. Egal wieviel und egal wie. Die Kontrolle darüber zu gewinnen. Endlich wieder erwachsen zu sein und Herr in seinem eigenen Haus. Jedes Scheitern an maßvollen Umgang macht kleiner und kleiner und kleiner, raubt Selbstachtung, Stück für Stück. Also kann das Ziel, irgendwann einmal wieder mit Alkohol umgehen zu können, selbst-vernichtend sein und tödlich für die Würde eines jeden Alkoholkranken.
Das ist meine Meinung - beruhend auf Selbst- und Fremdbeobachtung.
Was ich auch meine zu wissen, was meine persönliche Überzeugung ist:
Es gibt einen "Point of no Return". Da könnte ich meine Hand dafür ins Feuer legen. Und falls es diese wissenschaftliche Theorie nicht gäbe, dann würde ich sie "erfinden" in meinem Größenwahn.
Keine Ahnung, wann und wie dieser Point of no return eintritt. Es liegt wohl nicht an der Dauer des Alkoholkonsums und nicht an der Menge und nicht an der Psyche. Oder vielleicht doch? Vielleicht ist es eine Kombination aus allem? Jedenfalls ist das Erreichen dieses Punktes so individuell wie wir Menschen mit unseren einzigartigen Genen und unserer ganz eigenen Gehirn- und Persönlichkeitsstruktur sind.
Ich glaube fest daran, dass wenn man diesen Punkt überschritten hat, dass es dann kein Zurück mehr gibt zum normalen Konsum. Und wenn jemand nach Alkoholsucht oder Alkoholmissbrauch zu einem normalen Konsum zurückfindet, dann darum, weil er glücklicherweise diesen Punkt noch nicht überschritten hat. Vielleicht heißt dieser Punkt ja gar nicht "Sucht" oder "Abhängigkeit". In diesem Zusammenhang ist das egal und überflüssig, es begrifflich zu definieren. Vielleicht gibt es ja Süchtige, die den Point of no return noch gar nicht erreicht haben? Womöglich gibt es nicht-Süchtige, die ihn schon überschritten haben? Irgendetwas passiert da in dem Menschen mit dem Alkoholproblem, ganz tief drinnen. Und das ist nicht nur "psychisch". Es ist etwas anderes. Und ich hoffe, die Wissenschaftler kommen einmal dahinter, was es ist.
Obwohl ich ein scharfer Kritiker der Anonymen Alkoholiker bin und mich immer stark zurückhalten muss, so viel Kritik übe ich an ihnen, DENNOCH haben sie recht, was die Kapitulation betrifft. Es ist eine Kapitulation, die stolz macht und eine Befreiung sein kann:
"Endlich, endlich muss ich nicht mehr kämpfen. Ich brauche zum Erwachsensein nicht mit Alkohol umgehen zu MÜSSEN. Ich darf auf Alkohol verzichten. Ich habe schon ganz oft versucht, das zu lernen, nämlich mit Alkohol umzugehen. Aber nun darf ich aufgeben, ich darf kapitulieren. Es gibt viele Dinge, die ich kann, aber dem Alkohol gegenüber bin ich machtlos. Darum lasse ich das Trinken komplett sein."
Und nun noch etwas Persönliches zum Schluss, ich rede hier also NUR VON MIR:
Warum soll ich Alkohol gemäßigt trinken? Selbst wenn ich nur ein Glas Wein trinke, habe ich etwa 0,3 Promille im Blut. Dann erfahre ich schon eine Bewusstseinstrübung. Will ich das? Ich persönlich will dann lieber immer den Vollrausch oder die absolute Klarheit. Mir reicht ein leichtes Betüteltsein nicht. Also lasse ich es bleiben.
Mein Argument war so viele Jahre: Alkohol schmeckt einfach! Aber hallo. Ich trank Alkohol also nur wegen des Geschmackes? Schöner Selbstbetrug. Wie schmeckt denn Alkohol an sich? Wie Nagellackentferner.
Ich war einmal in der Slowakei in Urlaub. Nachmittags kaufte ich mir drei Flaschen Bier und freute mich auf den Abend, denn mir schmeckt das ja so gut. Ich trank die erste Flasche, schmeckte lecker. Aber ich fühlte nichts im Kopf. Niente. Dann die zweite Flasche, es tat sich nichts.... Bis wir dann feststellten: ich habe aus Versehen alkoholfreies Bier gekauft, denn ich kann ja kein slowakisch. Ich hatte es vom Geschmack her gar nicht gemerkt. Aber ich hatte kein Dusel-Gefühl im Kopf. Da wurde ich so wütend, ich dachte, gleich zerstöre ich das Mobilar der Ferienwohnung. Von da an wusste ich, dass ich nicht wegen des Geschmackes trank.
Pinguin
Lieber Guido,
es ist schmerzlich zu erkennen, dass wir die Jahre nicht mehr zurückholen können. Dafür ist es tatsächlich zu spät. Andererseits: stell Dir vor, das wäre noch weitere 18 oder 20 Jahre so gegangen. So etwas kommt leider oft vor. Ich habe meinen alkoholkranken Vater erst jetzt, da ich bereits 41 bin, nüchtern erleben dürfen, nämlich auf dem Sterbebett.
Darum ist es andererseits eben wieder nicht zu spät. Jeden Tag hast Du nun die Chance, Deiner Tochter zu zeigen, dass Du sie liebst. Eine wunderbare Chance! Ein Geschenk....
Liebe Grüße
Pinguin
Hallo Prinzessin,
Zudem wache ich immer vollkommen verkatert auf und dieser Kater hält manchmal 24h an.
Ich habe Herzrasen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Magenprobleme und Schwindel und das nach immer kleineren Mengen.
Das kommt mir sehr bekannt vor. Mir ging es nämlich auch so. Es ging sogar so weit, dass ich eine Panikstörung entwickelte. "Substanzinduzierte Panikstörung" nennt man sowas dann wissenschaftlich.
Es gibt so viele Trinker, die am nächsten Tag aufstehen und ihrer Arbeit nachgehen, funktionieren einfach, tagaus, tagein... Egal, ob süchtig oder nicht süchtig. Ich vertrug den Alkohol ab einem gewissen Zeitpunkt plötzlich auch nicht mehr. Mein Körper rebellierte.
Ich stehe diesbezüglich auch vor einem Rätsel, denn einerseits gewöhnt sich der Körper ja an immer größere Mengen - dachte ich eigentlich. Doch mein Körper wurde immer empfindsamer. Für mich war das der Hauptgrund, aufzuhören.
Und ganz egal, ob Du jetzt süchtig bist oder nicht, aber vielleicht solltest Du auf die Signale Deines Körpers hören. Man muss sich einfach klar machen, dass Alkohol ein (Zell-)Gift ist und mit jedem Rausch eine Attacke auf praktisch alle Organe einschließlich des Gehirns und der Nerven, stattfindet. Der Abbau dieses Giftes verlangt vom Körper Höchstleistungen ab.
Allerdings muss ich auch sagen, dass der Kontrollverlust, den Du erwähnst, kein gutes Zeichen ist. Es könnte der Vorbote eines Abgleitens in eine Sucht darstellen. Womöglich schützt Du Dich irgendwie selbst vor diesem Abgleiten, weil Du es nicht mehr verträgst. Somit ist es doch auch positiv. Oder nicht?
Lieber Gruß
Pinguin
Ich glaube, ich bin zu wenig Buddha und zu sehr Hedonist. Daher gefällt mir das hier ganz gut: ![]()
Durch die Leidenschaften lebt der Mensch, durch die Vernunft existiert er bloß.
Nicolas Chamfort
PS:
Aber mir ist schon klar, dass die "irrationalen Leidenschaften" wohl im Sinne von Süchten verstanden werden sollten....
Suchtfrei.... das Leben ist schön!
oder
Suchtfrei.... ich bin dabei! ?
![]()
LG
Pinguin
Hallo! ![]()
Ich habe gerade ein kleines, aktuelles Interview mit Daniel Schreiber, dem Autor von "Nüchtern" gefunden.
Guckst Du hier... ![]()
http://www.spiegel.de/gesundheit/dia…-a-1007438.html
LG,
Pinguin
Betty, das ist ein tolles Bild!
44.
***********
Auch ich wünsche an dieser Stelle Euch allen ein wohlwollendes Jahr 2015, in welchem sich das erfüllt, was Ihr Euch von Herzen wünscht.
Eure Pinguin
At the sound of the tolling midnight bell
a brand new year will begin.
Let's raise our hopes in a confidant toast,
to the promise it ushers in.
May your battles be few, your pleasure many,
your wishes and dreams fulfilled.
May your confidence stand in the face of loss
and give you the strength to rebuild.
May peace of heart fill all your days
may serenity grace your soul.
May tranquil moments bless your life
and keep your spirit whole.
- Author Unknown
Danke, LiS!
![]()
I like this, greenfox. ![]()
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Liebe Freunde!
Obwohl es wahrscheinlich in der ganzen Republik nicht schneit (oder schneit es bei Dir?), hoffe ich doch, dass die Weihnachtsstimmung da ist.
Ich wünsche Euch von Herzen ein schönes, stimmungsvolles Fest mit leckerem Essen, in angenehmer Gesellschaft, mit Lachen und Freude und hübschen Geschenken....
Es möge fließen: Tee, Kaffee, Wasser, Apfelsaft, Cola, Säfte usw.
So haben wir auch was vom Fest und können es mit allen unseren Sinnen ohne Nebel und Dumpfheit wahrnehmen. Und danach stehen wir fit und ausgeruht auf.
Liebste Grüße aus dem milden Süden
Pinguin
Hallo fifiona,
erst einmal herzlich Willkommen hier im Forum! Schön, dass Du da bist.
:welcome:
Mein Weg/Konsum ist ähnlich. Auch ich bin nicht staubtrocken. Der Konsum hat sich von früher 3-5 x die Woche drastisch reduziert und ich erfahre komplett alkoholfreie, lange Phasen. Auch ich habe SHG-Erfahrungen, eine fast zweijährige Psychotherapie hinter mir sowie eine ambulante Suchttherapie.
In dieser Zeit habe ich viel gelernt. Aber ich bin noch da und immer noch auf dem Weg, den ich - einmal den Fuß darauf gesetzt - nicht mehr verlassen kann und will. Die Sucht scheint weg zu sein oder extremst minimiert.
Es gab einmal ein Buch über den Nikotinausstieg, wo bildlich vom "Bäume fällen" gesprochen wurde. Craving bzw. das Greifen nach dem Suchtmittel hat so viele Auslöser. Nun gilt es, diese Auslöser zu erkennen. Jeder Auslöser steht für einen Baum, der gefällt werden will/soll. Sei es durch Ersatzhandlungen oder mittels dem Motto "Augen zu und durch".... So habe ich mich langsam vorgearbeitet. Ich habe z.B. die Bäume "Wut", "Angst", "Traurigkeit", "lockere Gesellschaft" gefällt. Will sagen, dass sehr, sehr viele Situationen (die meisten) keine Auslöser mehr sind.
Übrig sind vielleicht noch zwei oder drei Auslöser, die ich noch nicht benennen, erspüren kann. Aber ich bin auf dem Weg...
Lange Rede, kurzer Sinn: ich bin gespannt auf Deine Geschichte(n) und freue mich über einen Austausch.
Liebe Grüße und schöne Weihnachten
Pinguin
Ist denn nicht schon alles gesagt worden?
Streiten ist doch prinzipiell in Ordnung, aber bei dieser SHG-Diskussion kommen wir einfach nicht auf einen gemeinsamen Nenner, das war nämlich noch nie so - warum sollte es jetzt auch anders sein? Und ist es überhaupt wichtig, dass hier jeder jeden versteht? Ich denke nein. Es geht doch einfach nur um Respekt. Die SHG-Befürworter mögen doch bitte die Meinung derer respektieren, welche die SHGs ablehnen und die SHG-Gegner mögen doch bitte die Ansichten derer respektieren, welche die SHGs schätzen gelernt haben. Kann es nicht so einfach sein? Ach bitte, das wäre doch gut, oder?
Pinguin
PS: Das Wichtigste ist wirklich die Gruppe selbst und an sich. Man darf sie bitte wirklich nicht alle über einen Kamm scheren. Und was ich persönlich noch wichtiger finde ist das:
WER HEILT, HAT RECHT!
DANKE an die obigen Schreiber für ein (schönes) Gänsehaut-Gefühl.
__________
Gerade hörte ich, dass Joe Cocker nun auch gegangen ist. ![]()
Danke, Udo.
Merci, Cherie.
Du hast mich Zeit meines Lebens begleitet.
Gestern Nacht habe ich Deine Stimme gehört, aus der Kehle eines unbekannten Entertainers.
Der ganze Saal hat gestern noch mitgesungen bei diesem Lied. Gänsehaut:
Hey Verena ![]()
Das freut mich aber! Da hast Du genau so ein Glück gehabt wie ich. In beiden Schwangerschaften bekam ich nur eine ordentliche Kugel und ging überhaupt nicht in die Breite. Kaum waren die Kinder draußen, war die Luft aus dem Ballon. ![]()
Ich konnte sofort alles wieder anziehen.
Ganz liebe Grüße
Pinguin
WOW! :o Das klingt SEHR interessant.
DANKE! ![]()
Hallo Maria,
herzlich Willkommen hier im Forum. ![]()
Du bist eine bewundernswert-starke Frau. Seit über einem Jahr trocken neben einem Partner, der trinkt. Respekt! Leider habe ich keinen klugen Ratschlag parat, außer, Dich vielleicht einmal an eine Suchtberatungsstelle zu wenden. Dort werden auch Einzelgespräche angeboten und Du kannst in einem diskreten Rahmen die Dinge besprechen, die Dich belasten. Falsch machen kannst Du da nichts. Vielleicht möchtest Du es ja mal ausprobieren? Die Leute dort kennen solche Situationen und Partnerschaften.
Dazu wünsche ich Dir viel Mut.
Liebe Grüße
Pinguin
Hallo Ropedi,
puh - das ist harter Stoff...
Ich möchte Dich daher erst einmal herzlich Willkommen hier im Forum heißen. Schön, dass Du da bist und Dein Schweigen brichst. :welcome:
Bis bald!
Pinguin
Hey Hopfen,
Du hast mich aber erst einmal erschreckt. ![]()
Aber Gott sei Dank hat Dein Posting ein "Happy End".
44.
Positiv ist, dass da kein Nebel ist, dass alles KLAR ist. Alles klar? Ja, immer doch.
Gut ist, dass ich AUFRECHT das Haus verlasse und nicht wie ein geprügelter Hund. Positiv ist, dass ich morgens, wenn ich zum Rauchen auf den Balkon gehe, nicht über leere Bierflaschen stolpere... Gut ist, dass mich jede Überwindung eines Cravings wachsen lässt.
Dir einen wunderschönen Tag, Hopfen. ![]()
Pinguin