Liebe Conny,
gerade am Anfang sind diese Gedanken leider so normal. Es wäre ja ein Wunder, wenn wir beschließen würden, mit einer Sucht/Gewohnheit zu brechen und plötzlich alles abgestellt wäre. Das ist ja gerade das "Schwierige", dass es keinen digitalen On/Off-Schalter gibt, sondern dass es eher ein analoger Regler ist, der ganz langsam runterfährt.
Ich glaube, es kommt darauf an, diese Gedanken und Gefühle zu akzeptieren. Sie nicht überzubewerten, sie aber auch nicht unterzubewerten. Sich selbst okay zu finden mitsamt diesen (un-)heimlichen Sehnsüchten. Das Anstrengende (finde ich persönlich) ist ja eher das innerliche "Verhandeln", das "Hadern", wenn man die Entscheidung an sich in Frage stellt. Dies ist meines Erachtens auch der Grund für die meisten Rückfälle. Vielleicht wäre es für Dich auch abends gut, Dich abzulenken? Oder so wie Lusches schrieb, sich anderweitig zu "belohnen"?
Als ich vor etwa zwei Jahren angefangen habe, meinen drei-bis-vier-Mal-wöchentlichen Alkoholkonsum herunterzuschrauben bzw. auszusteigen, da habe ich die verschiedensten Strategien genutzt: manchmal bin ich einfach abends noch eine Runde im Ort herumgelaufen. Man muss ja nicht gleich joggen, ein strammer Spaziergang tut es doch auch. Es macht den Kopf frei. Oder ich habe meine Lieblingsmusik aufgelegt und manchmal dazu getanzt. Sehr oft habe ich mir eine kleine Wellness-Oase im Badezimmer geschaffen (was ich heute noch praktiziere) und mich so "ausgeklinkt"....
Es wird alles leichter, das kann ich Dir garantieren. Das Gehirn gewöhnt sich irgendwann daran, dass DU die Herrin in Deinem eigenen Haus bist! 
Alles Liebe
Pinguin