Beiträge von Pinguin

    Hallo barry,

    ich finde Deine Frage / Deine Überlegungen gut.

    Ich glaube, dass früher nur jene Alkoholkranken aufgefallen sind, die in unserer heutigen Zeit von der Masse als "richtige Alkoholiker" wahrgenommen werden, die sogenannten "Penner" mit der Flasche, auf der Bank.

    Und meines Wissens nach wurden diese Menschen wie Geisteskranke behandelt und in sogenannte "Besserungsanstalten" gesteckt. Die Bedingungen dort waren unmenschlich und lebensfeindlich. Später dann, unter den Nazis, zählten Süchtige zum "unwerten Leben" und wurden verfolgt und im schlimmsten Fall vernichtet.

    Man kann wirklich dankbar sein, dass die Zeiten sich geändert haben.

    Pinguin

    Liebe Istecht,

    jetzt nur keine Panik. Tiiiiiiiiiiiief durchatmen und eins nach dem anderen.

    Du hast Dich mit Deiner eigenen Wahrheit konfrontiert, das ist erst mal ein kleiner Schock. Aber nun kannst Du ganz langsam da ran gehen. Du weißt jetzt wo Du stehst und wo Du hinwillst.

    Du kannst Deinen Nerven Gutes tun mit einem hochwertigen Vitamin-B-Komplex aus der Apotheke plus hoch dosiertem Magnesium. Das heißt jetzt nicht, dass ich Dir zu einem sogenannten "kalten Entzug" rate. Ich hoffe, Du hast einen guten Hausarzt, zu dem Du Vertrauen hast. Du kannst ihm ja sagen, dass Du die letzten Jahre (?) sehr viel konsumiert hast (und brauchst nicht einmal das Wort "Sucht" zu benutzen) und dass Du deswegen gerne ein großes Blutbild machen möchtest. Dann weißt Du auch, wie es um Deine Leberwerte steht.

    Ruf doch mal bei einer Suchtberatungsstelle an und mach einen Termin aus. Dort ist immer alles anonym, auch wenn sie Kontaktdaten erheben. Niemand denkt dort schlecht von Dir und keiner drängt Dir etwas auf. Du hast nichts zu verlieren, wenn Du Dir Hilfe holst.

    Bleib bei allem ganz ruhig und bewahre Dir einen kühlen Kopf. Du kannst stolz auf Dich sein, dass Du jetzt da stehst, wo Du jetzt stehst. Nämlich mit der Erkenntnis: "So kann es einfach nicht mehr weitergehen." Und das verändert Dein Leben!

    Nur Mut.

    Herzlich grüßt
    Pinguin

    Liebe Istecht,

    ganz kurz.....

    Es ist einfach toll, dass Du Deine Vorräte vernichtet hast. Das wollte ich vorhin noch schreiben, hatte es aber vergessen.

    Weißt Du, wie ich mir das "Abgewöhnen" manchmal vorstelle? Wie einen Muskel. Der Muskel "Abstinenz" oder "nüchtern" oder "nicht trinken" ist ganz schlaff und untrainiert. Jedes Mal, wenn wir dem Alkohol "widerstehen", dann trainieren wir diesen Muskel und dieser wird stärker. Diese Vorstellung hat mir schon oft geholfen. Ich musste den "vermeintlichen" Verzicht auch immer wieder "üben". Das gibt unheimlich Kraft und der Alkohol rückt aus diesem Zentrum raus und verliert immer mehr an Wichtigkeit. Das braucht natürlich Zeit, aber es lohnt sich.

    Wegen den Büchern überlege ich mir noch, welches ich Dir ans Herz legen würde. ;)

    Liebe Grüße
    Pinguin

    Hallo barry,

    ich freue mich wie Bolle für Dich, dass Du Nägel mit Köpfen gemacht hast, dass Du Dich im Fitness-Studio angemeldet, dass Du hingegangen bist...... 44. Manche brauchen da ewig dafür, aber Du setzt es gleich um, suchst Dir Alternativen zum Saufen - und das Tolle ist: es macht Dir Spaß! :)

    Mich hat das Fitness-Studio schon oft vor Rückfällen "gerettet". Ich bin dann sogar auch hin, wenn ich eigentlich gar keine Lust drauf hatte, nur um meine Grenzen, um meine Kräfte zu spüren. Danach hatte ich NIE Saufdruck. Nie.

    Barry - weiter so! Und Glückwunsch zu nüchternen zwei Wochen!

    Pinguin

    Hallo Istecht,

    :welcome:

    herzlich Willkommen bei uns im Forum. Schön, dass Du da bist. Ich hoffe, Du kannst hier viel für Dich rausholen und mitnehmen. :) Wie ich lese, hast Du Dich in den letzten zwei Tagen schon gut informiert. Das ist eine sehr gute Basis, um Dich langsam zu befreien.

    Ich habe sehr viele Bücher über Alkohol/Missbrauch/Sucht gelesen und in der asiatischen Kampf-Philosophie sagt man: "Lerne Deinen Gegner kennen." und man sagt auch "Würdige Deinen Gegner". Das meint, man solle ihn nicht unterschätzen. Aber überschätzen ist auch nichts. Du bist stärker!

    Die Basis ist der Wille, die Motivation. Darauf kannst Du aufbauen. Am Anfang hilft es vielleicht besonders, sich all der Vorteile bewusst zu werden, die das Nicht-Alkohol-Trinken mit sich bringt. Mit diesen Bildern gelingt es leichter und man empfindet es nicht als Verzicht, sondern als Bereicherung, auszusteigen.

    Einsteigen in ein neues Leben, Dich neu kennenlernen. Das kann spannend und schön sein.

    Ich freue mich auf den Austausch.

    Liebe Grüße
    Pinguin

    Ich muss Greenfox recht geben. Ich persönlich kam damit überhaupt nicht klar, wenn jemand angetrunken oder betrunken oder mit Fahne in die SHG kam. :( War für mich auch ein Grund, eine bestimmte Gruppe nicht mehr zu besuchen. Ich brauche da einfach den "geschützten" Raum.

    LG
    Pinguin

    Hatte mich schon kurzfristig entschlossen, einen Kartoffelsalat zu machen und einfach ein paar ungesunde Chicken Nuggets und Fischstäbchen dazu zu servieren. Ganz bequem. ;)

    Aaaaaaaaber! Wir lieben sowohl PIZZA als auch Linseneintopf. Somit habe ich meinen Kochplan fürs Wochenende! Jippieh! Bedeutet:

    Morgen Pizza
    Sonntag Linsen

    DANKESCHÖN! ;D

    (manchmal bin ich so dummdabbelig, was das Kochen betrifft)


    Pingu

    Hallo Ihr Lieben,

    im Zuge meiner momentanen "Englisch-Studien" in Vorbereitung auf meine Cambridge-Prüfung würden mich diese tief vergrabenen englischen Texte schwer interessieren.

    Aber ich habe das gestern nicht gefunden.... Falls es jemand "auf die Schnelle" parat hätte, ohne viel Zeit dabei verlieren zu müssen, wäre ich froh, wenn ich einen direkten Linke dorthin hätte.

    Vielen lieben herzlichen Dank! :*

    Pinguin

    Zu einem Einsiedler kamen eines Tages Menschen. Sie fragten ihn: "Welchen Sinn siehst du in einem Leben der Stille?"

    Er war gerade mit dem Schöpfen von Wasser aus einer tiefen Zisterne beschäftigt. "Schaut in die Zisterne, was seht ihr?", fragte er. Die Besucher: "Wir sehen nichts."

    Nach einer Weile forderte der Einsiedler sie wieder auf: "Schaut in die Zisterne, was seht ihr?" Sie blickten hinunter und sagten: "Jetzt sehen wir uns selbst."

    Der Einsiedler sprach: "Als ich vorhin Wasser schöpfte, war das Wasser unruhig, und ihr konntet nichts sehen. Jetzt ist das Wasser ruhig, und ihr erkennt euch selbst. Das ist die Erfahrung der Stille."

    (Quelle unbekannt)

    Hallo face,

    :welcome:

    herzlich Willkommen im Forum und danke für Deinen ersten Beitrag.

    Diesen fände ich als eigenen Thread im "Vorstellungsbereich" besser aufgehoben, denn Du bist ja auch was eigenes. ;)

    Du klingst nicht so glücklich mit dem kontrollierten Trinken. Oder irre ich mich? Wenn Du magst, kannst Du ja gerne mehr darüber schreiben, wie Du das händelst. Das interessiert mich einfach.

    Viele Grüße
    Pinguin

    Komisch..... Mel, ich habe Dein Posting genau so gelesen wie Walker..... Aber ich habe mich im Gegensatz zu Walker nicht getraut das zu schreiben.

    Mich beunruhigte Dein zweimaliges "noch" auch ein bisschen. Das klang nicht so selbstsicher. Andererseits bin ich natürlich beruhigt, dass Du nicht da bist, wo Du einmal aufgehört hast. Ich hoffe und wünsche Dir von Herzen, dass Du da auch nie wieder hinkommst.

    Herzlich grüßt
    Pinguin

    Liebe Conny,

    gerade am Anfang sind diese Gedanken leider so normal. Es wäre ja ein Wunder, wenn wir beschließen würden, mit einer Sucht/Gewohnheit zu brechen und plötzlich alles abgestellt wäre. Das ist ja gerade das "Schwierige", dass es keinen digitalen On/Off-Schalter gibt, sondern dass es eher ein analoger Regler ist, der ganz langsam runterfährt.

    Ich glaube, es kommt darauf an, diese Gedanken und Gefühle zu akzeptieren. Sie nicht überzubewerten, sie aber auch nicht unterzubewerten. Sich selbst okay zu finden mitsamt diesen (un-)heimlichen Sehnsüchten. Das Anstrengende (finde ich persönlich) ist ja eher das innerliche "Verhandeln", das "Hadern", wenn man die Entscheidung an sich in Frage stellt. Dies ist meines Erachtens auch der Grund für die meisten Rückfälle. Vielleicht wäre es für Dich auch abends gut, Dich abzulenken? Oder so wie Lusches schrieb, sich anderweitig zu "belohnen"?

    Als ich vor etwa zwei Jahren angefangen habe, meinen drei-bis-vier-Mal-wöchentlichen Alkoholkonsum herunterzuschrauben bzw. auszusteigen, da habe ich die verschiedensten Strategien genutzt: manchmal bin ich einfach abends noch eine Runde im Ort herumgelaufen. Man muss ja nicht gleich joggen, ein strammer Spaziergang tut es doch auch. Es macht den Kopf frei. Oder ich habe meine Lieblingsmusik aufgelegt und manchmal dazu getanzt. Sehr oft habe ich mir eine kleine Wellness-Oase im Badezimmer geschaffen (was ich heute noch praktiziere) und mich so "ausgeklinkt"....

    Es wird alles leichter, das kann ich Dir garantieren. Das Gehirn gewöhnt sich irgendwann daran, dass DU die Herrin in Deinem eigenen Haus bist! :)

    Alles Liebe
    Pinguin