Beiträge von Pinguin

    Vielen Dank, lieber Pit für die konstruktiven Anregungen, die Du mir an die Hand gibst. 44.

    Ich neige dazu, aus "Langeweile" zu trinken. Oft ist dahinter das Bedürfnis nach etwas "Aufregendem". Aber natürlich ist Alkohol die denkhaft schlechteste Wahl, weil dann nämlich gar nichts passiert, außer oftmals etwas Schlechtes. Man kann halt nicht immer sofort allen Bedürfnissen nachgehen. Schon durch die Kinder bin ich manchmal an das Haus gebunden, so dass mir spontane Aktionen im Alleingang verwährt bleiben.

    Dann heißt es dann, aushalten und eben auf eine andere Art als durch das Trinken kompensieren.

    Mit dem "Feind" in meinem Kopf meinte ich in erster Linie den Rebellen, den Dickschädel, der immer nach Freiheit schreit. Und da es in meinen Augen eine Art "Fehlprogrammierung" ist, empfinde ich diesen Teil von mir schon ein wenig als "Feind" oder Gegenspieler. Wenn man so süchtig ist, dass man eine Zwangshandlung als Freiheit interpretiert, dann hat das nichts mit seinem ursprünglichen Ich zu tun. Also so ist zumindest meine eigene Interpretation.

    Früher habe ich das so aufgespalten, dass ich sagte: "Das Herz (also die Leidenschaft, das Gefühl) will trinken, aber der Kopf (der Verstand, die Vernunft) sagt nein und will nicht."

    Inzwischen frage ich mich, ob ich da nicht falsch gelegen bin. Vielleicht ist es ja umgekehrt. Vielleicht will das Herz ja gar nicht trinken, denn das Herz steht für einen gesunden Urinstinkt, für einen Herzenswunsch, für Sehnsucht, auch und gerade nach Gesundheit und Freiheit. Vielleicht ist ja der Kopf der Teil, der sagt: Trink etwas... Aber eben nur, weil ich die Biochemie meines Gehirns durch die Gewohnheit des Trinkens etwas durcheinander gebracht habe.

    Jedenfalls ist mir durch Achtsamkeit bewusst geworden, dass vor jedem (schlechten) Gefühl, vor jeder Regung oder Laune immer zuerst der Gedanke steht, als Ursache - und dann kommt das Gefühl als Wirkung. Schlechte Gefühle kommen nicht aus dem nichts, immer geht ihnen ein Gedanke voraus. Darum versuche ich, auf meine Gedanken zu achten.

    Oh, ich hoffe, ich bin jetzt nicht zu arg psychologisch oder spirituell geworden. Aber mir tut das gerade gut, das aufzuschreiben. Das macht mich ein bisschen stabiler und reflektierter. Ich hoffe, ich stoße auf Verständnis.

    Jedenfalls ganz lieben Dank nochmals für Deine Worte, Pit. Ich hoffe, Dir geht es so weit gut. Bei uns scheint die Sonne und es hat frühlinghafte Temperaturen von um die 20°C. Das ist schon Wahnsinn für November!

    Liebe Grüße
    Pinguin

    Heute gab es Linseneintopf mit Kassler und Würstle und Spätzle...

    Morgen gibt es Pizza mit Gorgonzola und Ruccola. Ich liebe die italienische Küche. Neulich habe ich mir auf dem Flohmarkt ein italienisches Kochbuch gekauft, um mal etwas anderes auszuprobieren, als immer nur Pizza und Pasta. ;)

    Und was schlemmt Ihr so?

    Super, Betty! Vielen Dank, ganz lieb. ;D

    Deine Ansätze gefallen mir und sie können mir vielleicht helfen. Gerade Dein letztes Posting ist etwas, was meinem Wesen schon ziemlich entspricht. 44.

    Jedenfalls lerne ich gerne von Dir und anderen erfolgreichen Menschen. Ich habe eine große Achtung vor Dir, hast Du doch so lange schon keinen Alkohol mehr angerührt. Mein Lieblingsmusiker Phil Collins ist auch schon seit drei Jahren trocken. Aber hallo! Ihn könnte ich mir ja auch in dieser Hinsicht als Vorbild nehmen, nicht nur als Drummer. ;)

    Ganz herzliche Grüße
    Pinguin
    :heartBalloon:

    Ich habe gerade Samuel Koch's "Rolle vorwärts - Das Leben geht weiter als man denkt" gelesen. Es ist ein gutes Buch, wenn man sich für das Schicksal von Samuel bzw. für das Leben von Tetraplegikern interessiert.

    Mir gefiel sein erstes Buch "Zwei Leben" etwas besser. Aber dennoch war ich sehr dankbar, Samuel kürzlich bei einer Konzertlesung live erleben zu dürfen. Seine Tapferkeit ist berührend. Und ich hatte das Glück, nach der Veranstaltung mit ihm sprechen zu können und habe auch ein schönes Foto mit ihm zusammen.

    Hallo tipt,

    schön, dass Du da bist. Respekt vor Deinen 8 Jahren Nüchternheit! 44.

    Wie geht das "kein Verlangen mehr"? Diese Frage ist die erste, die mir in den Kopf kommt. Wird das mit den Monaten oder Jahren weniger, bis es Richtung Null sinkt oder geht das schneller? Das würde mich sehr interessieren. Hattest Du eine stationäre Reha?

    Bis bald und ich freue mich auf Deine Beiträge.

    Pinguin

    Guten Morgen :)

    Ich möchte Euch, Greenfox, LiS und Franz einmal ganz herzlich für Eure Antworten danken. Im Moment sauge ich das auf wie ein trockener Schwamm. Und ich habe mir Eure Hinweise und Tipps mehrmals durchgelesen.

    Greenfox:
    Wo und wie hast Du denn den Spruch ausgegraben? Hast Du lange suchen müssen? Ich mag diese Aussage total, eigentlich sollte ich sie meditieren und wie ein Mantra wiederholen, weil sie für mich Gültigkeit hat. Hier sind wir wieder bei der Diskrepanz Anspruch und Wirklichkeit.... Ich bin einfach der Meinung, dass Alkohol (trinken) doof ist und mein Idealismus verbietet mir, darüber einfach hinwegzugehen und mich so zu verhalten als wäre das Saufen normal.

    Klar, muss ich mit den Konsequenzen leben, wenn ich mich FÜR den Rausch entscheide. Und ich bin mir in dem Moment dessen auch bewusst. Ich weiß dann genau, dass es einen hohen Preis hat. Vielleicht ist es einfach nur das Spiel mit dem Feuer, was mich reizt, ich habe nur Ahnungen und kein Wissen.

    Mein Ziel ist es definitiv, mir einen gesunden "Kick" zu holen, der mir nicht schadet. Neulich habe ich Gleitschirmflieger auf einer Wiese gesehen. Vor etwa 20 Jahren hatte ich mich mal für einen Schnupperkurs angemeldet. Am ersten Tag war ich dort und bin etwa 8 m hoch "gesegelt", über eine Strecke von etwa 20 Metern. Das war ein herrliches Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren.

    Und am zweiten Tag des Kurses, wo man wirklich richtig geflogen wäre, habe ich verschlafen, jetzt rate mal warum? Weil ich total verkatert war. DAS ist doch voll bezeichnend und ich habe mich damals geschämt und es so bereut. Eine der wenigen Dinge im Leben, die ich bis heute bereue.

    Nächstes Jahr im Frühling mache ich nochmals einen solchen Kurs und werde komplett nüchtern sein. Weil ich es will.

    LiS:
    Deine Ansätze finde ich immer sehr gut. Eben dieses Konzentrieren auf die positiven Dinge. Du wirst es nicht glauben, aber das tue ich ja auch. Nie in meinem Leben war ich mir bewusster und sah klarer meine Ziele vor Augen als jetzt. Ich musste erst 42 werden, um zu erkennen, wer ich bin und was ich will. Nur mit der Alkoholsache da bin ich so instabil, was mich wirklich nervt.

    NLP interessiert mich sehr, nur weiß ich nicht, wie ich das an mir selbst anwenden soll. Ich habe ein bisschen herumgegoogelt, bin aber nicht schlauer geworden. Es wäre toll, wenn es irgendwelche Schriften zu NLP und Alkoholismus gäbe.

    Franz:
    Ich finde es mutig, dass Du sinngemäß schreibst "mach doch so weiter" und ich hoffe, Du erntest dafür keine Schimpfe. Aber ich weiß, was Du meinst. Im Sommer hatte ich mal eine Phase, wo ich dachte, ich lasse jetzt los (was ich nicht mit "Aufgeben" gleich setze). Ich tat so, als wäre ich ganz "normal", weil ich dachte, so könnte ich meinem Gehirn ein Schnippchen schlagen. Also immer dann trinken, wenn ich Lust darauf hatte, ohne Kontrolle. Meine Idee war: "Weder kontrolliert noch unkontrolliert trinken". Ich dachte, wenn ich mir die Freiheit gebe, dann werde ich auch freiwillig verzichten können. Das war so ein großer Irrtum.

    Das Ende vom Lied war - ich kann es mit einer Szene aus dem Film "Der Rosenkrieg" vergleichen:

    Man sieht ein Ehepaar mit zwei kleinen Kindern. Der Ehemann sagt zu seiner Frau: Du darfst doch den Kindern nicht immer Süßigkeiten hinstellen, die werden noch dick. Und die Mutter antwortet, wenn die Kinder selbst entscheiden können und die Freiheit haben, dann verlieren sie die Lust am Naschen. Nur das Verbotene reizt.

    Dann kommt ein Schnitt im Film, ein Zeitsprung, und man sieht die Kinder etwa 4 Jahre später. Beide total übergewichtig, um es mal mit einem diplomatischen Wort auszudrücken.

    Und so ähnlich endete auch mein "Experiment". War also auch nichts.

    An dieser Stelle mache ich mal einen Punkt. Weil ich jetzt meinen Kleinen für die Schule fertig machen muss.

    Ich möchte Euch noch einmal herzlich für Euer Feedback danken. Ich bleibe auf jeden Fall "dran". Und ich wünsche Euch einen guten Start in eine neue, klare, nüchterne Woche. Was so sicher ist wie das Amen in der Kirche: heute trinke ich nichts. Und morgen auch nicht. Und übermorgen auch nicht.

    Liebe Grüße und bis bald
    Pinguin

    Hallo liebe Leute hier,

    ich brauche bitte einmal ein paar Werkzeuge an die Hand, falls jemand Ideen hat, wie ich den Trotzkopf in mir ausschalten kann, dann nur her damit.

    Im Gegensatz zu früher trinke ich wesentlich weniger häufig, aber die Menge ist geblieben. Für alle, die, welche mich noch nicht kennen: ich hatte noch keinen körperlichen Entzug nötig, war aber schlimm psychisch abhängig.

    Ich hatte eine ambulante Suchttherapie gemacht sowie eine Psychotherapie. Beides hat mir geholfen, traumatische Erlebnisse aus der Vergangenheit wirklich "aufzuarbeiten" und abzuschließen. Ich bin diesbezüglich in Frieden mit mir, habe Orientierung und Selbstvertrauen gewonnen, doch das Thema "Alkohol" ist noch immer ein nicht gelöster "Knoten".

    Nun kann ich mich aber nicht damit zufrieden geben, dass ich "nur" noch alle paar Wochenenden trinke. Manchmal ist es jedes Wochenende, manchmal drei Wochen gar nichts. In dieser Zeit fühle ich mich super gut.

    Aber ich kann es einfach nicht "aufrechterhalten". Immer meldet sich der Trotzkopf in mir und der setzt sich dann durch. Ich fühle mich dann gespalten. "Jemand" in mir schwätzt auf mich ein: "Du bist ein freier Mensch, Du kannst tun, was Du willst. Niemand kann Dir verbieten, etwas zu tun, was Du willst..." usw.... Und da ich von meiner Persönlichkeit her ein Rebell bin, so sprenge ich die Grenzen und breche aus, indem ich nachgebe und trinke. Ich habe dann ein großes Bedürfnis, Kontrolle abzugeben und loszulassen. Denn irgendwie bin ich ein totaler Kontroll-Freak im Alltag und von daher taucht die Sehnsucht nach Kontrollverlust immer wieder auf und kommt an die Oberfläche.

    Ich bin so ehrlich und aufrichtig wie es geht, auch wenn es manche von Euch schockieren mag. Aber anders kann ich es nicht deuten und erklären. Und da ich mir von Euch ein paar Anregungen erhoffe, muss ich einfach auspacken.

    Auch wenn ich inzwischen keine peinlichen Sachen mehr mache während des Rausches, so nervt es mich DENNOCH. Wenn ich am nächsten Morgen dann aufwache, fühle ich mich natürlich von den schlimmsten Kopfschmerzen gepeinigt und ich frage mich: "Hat das jetzt wirklich sein MÜSSEN?" Die Antwort ist jedesmal die gleiche: "Natürlich hat es nicht sein müssen, es war so unnötig wie ein Kropf. Hat nichts gebracht, sondern nur Deine Gesundheit und Deine Selbstachtung angekratzt."

    Ich möchte keine weitere Suchttherapie mehr machen, keine Reha mehr. Ich will es alleine schaffen. Aber ich weiß nicht, wie ich diesen Dickkopf/Trotzkopf in mir überwinden soll. Die ganze Zeit suche ich nach einer Art "psychologischen Trick", wie ich den Teil in mir, der nach vermeintlicher "Freiheit" schreit, ausschalten kann.

    Kann mir bitte jemand von Euch Profis und Abstinenzlern sagen, wie man sich dahingehend umprogrammiert, so dass ich gerade das Nicht-Trinken als Rebellion und Freiheit empfinden kann? Ich bin ja auch nur ein Mensch und suche daher den Weg des geringsten Widerstandes.

    Vielen herzlichen Dank für jedes Feedback.

    Liebe Grüße
    Pinguin

    Die Situation beim Pflegepersonal ist haarsträubend.

    Aber auch bei den Minijobs wird kräftig ausgenutzt. Ich habe nun schon den dritten Minijob in Folge, bei dem ich keinen Anspruch auf bezahlten Urlaub und schon gar nicht auf "Krankheit" habe. Bin ich krank, verdiene ich nichts, nehme ich Urlaub, verdiene ich auch nichts. Das ist illegal, aber praktisch jeder Arbeitgeber macht das so bei Minijobbern. Wer zieht denn auch schon vor's Arbeitsgericht und wir Hausfrauen brauchen doch den Job!

    Bei allem Respekt, Franz. Ich kann das leider nicht nachvollziehen, wie man einen Nachbarn HASSEN kann. So ein Gefühl kenne ich gar nicht. Höchstens Wut. Hass vergiftet einen nur selbst. Hass auf andere ist in meinen Augen selbstzerstörerisch....

    Greenfox... Schön, dass Du Dich gemeldet hast. Vielleicht liegt es ja an meinem ADHS (ich möchte das ja nicht so ausbreiten, hier, aber es ist halt ein Teil von mir)...... Die Hirnchemie ist da ja so verschoben, dass Aufputschmittel beruhigend wirken. Vielleicht wirkte deshalb der angeblich so beruhigende Hopfen auf mich ebenfalls gegenteilig?

    Gestern hatte ich 7 Stunden Besuch und danach hatte ich ehrlich gesagt schon Lust, etwas zu trinken. Das war die Sehnsucht nach Abgrenzung. Und wenn ich auch mit den liebsten Menschen zusammen bin, so ist Gesellschaft oft doch sehr anstregend für mich. Heute bin ich froh, dass ich einen klaren, gesunden Sonntag genießen darf.

    Und den wünsche ich Euch auch.

    Herzlichst
    Pingu

    Liebe Betty,

    erst einmal ganz lieben herzlichen Dank für die schönen Grüße und Wünsche! :heartBalloon: :engel:

    Das hört sich vielleicht viel an, ist es aber nicht. Ehrlich! :)

    Früher war es viel schlimmer, da habe ich noch mehr gemacht oder machen wollen und war am Ende total überfordert oder verplant usw... mit meinem ADS zusammen war das ziemlich unheilvoll.

    Ich packe das alles in kurze, kleine Einheiten. Was lerntechnisch auch effektiver ist. Also anstatt dass ich jetzt einmal in der Woche 1 oder 2 Stunden Italienisch lerne, mache ich kleine Einheiten von (meistens) täglich 10-20 Minuten. Das klappt bisher ganz gut.

    Englisch läuft so "nebenher". Ich schmökere da jeden Tag ein bisschen herum, in so kleinen Auszeiten wie auf dem Klo (lach!) oder wenn ich mal eine Pause mache. Oder ich höre BBC Radio und kommuniziere mit meinen englischen und amerikanischen Freunden auf Facebook.

    Schlagzeug ist auch in viele kleine Einheiten gegliedert. Also ich übe meistens so 1-4 mal täglich jeweils für 5-10 Minuten.

    Von daher ist das gar nicht soooooo viel. ;) Vor allem macht alles Spaß.... Das Szegediner ist übrigens schon auf dem Herd, kocht sich ja fast von selbst...

    Ich hoffe, Du hast auch ein recht schönes Wochenende. Übrigens finde ich es gigantisch, dass Du ein Buch herausbringst. Für so etwas habe ich immer große Bewunderung übrig. :) Für dieses Projekt wünsche ich Dir eine ganze Menge Freude und viel Erfolg!

    Herzlich
    Pinguin

    Hallo Ihr Lieben,

    keppler's kurzer Hinweis hat mir wieder einmal zu denken gegeben. Es geht um Amazon. Auch ich bin kritisch, muss aber zugeben, dass ich bei Amazon Dauerbesteller und Prime-Mitglied bin. Ich genieße die Vorzüge der von-heute-auf-morgen-Lieferung und meine Kinder profitieren davon, Filme zu "streamen". Doch nun kommt das AAAAAAAAAAABER:

    Oftmals bekomme ich ein schlechtes Gewissen, eben darum, weil ich eigentlich darauf achten möchte, die regionalen Einzelhändler zu unterstützen. Der Einzelhandel stirbt und ich trage meinen Teil dazu bei, weil ich mir nicht die Zeit NEHME, in die Stadt zu gehen. Zudem ist es eine saumäßig große Umweltbelastung, diese ganze Pakete-Hin-und-her-Transportiererei.

    Zudem hat Amazon ja den Ruf, arbeitnehmerfeindlich zu sein. Mittlerweile, nach den großen Medienskandalen, hat Amazon da aber auch Verbesserungen unternommen. Bei uns in der Stadt hat sich vor etwa zwei Jahren Amazon angesiedelt und ich war auf einer Informationsveranstaltung, als sie Arbeitnehmer suchten. Schon als ich damals hörte, Amazon kommt, war ich scharf auf einen Job als Picker. Ich muss sagen, dass Amazon weit besser zahlt als manch andere Unternehmen hier in der Stadt. Hinzu kommen Prämien. Wir haben die höchste Arbeitslosenquote in ganz Baden-Württemberg und von daher kam amazon gerade recht. Warum ich nicht bei Amazon angefangen habe, ist, dass nur Vollzeit im Schichtbetrieb geht und das kann ich mir als Hausfrau und Mutter momentan nicht zumuten.

    Ich fand dann einen anderen Job als "Pickerin" in einem anderen Versandunternehmen. Die zahlten weitaus schlechter als Amazon. Leider hat der Laden dann aber auch dicht gemacht. Schade. Der Job hat mir sehr viel Spaß gemacht.

    Neulich erst ist mir aber etwas widerfahren, was mir wieder einmal zu denken gegeben hat. Ich bestellte ein aktuelles Buch bei amazon. Normalerweise kommt es am nächsten Tag und ich habe mich tierisch darauf gefreut. Aber das Päckchen hing dann wegen einer Fehlleitung bei Hermes fest. Noch am selben Tag, an dem das Buch eigentlich hätte kommen sollen, bin ich in eine Buchhandlung - 10 Minuten von unserem Ort entfernt - gefahren, weil ich auf Buch-Entzug war. Und DORT entdeckte ich dann das Buch, welches ich bestellt hatte. Meine Gedanken waren: Hättest Du es doch nur in der Buchhandlung gekauft. Du hättest es sofort gehabt und hättest noch den netten Buchhändler unterstützt.

    Und weiteres geschah:
    Ich bestellte gestern eine CD und ein Buch. Zuerst kam eine E-Mail, dass das Buch ein bisschen länger dauert, aber die CD rausgeht. Ein paar Stunden später schrieben sie, dass nun auch die CD raus geht. Somit bekomme ich heute zwei separate Päckchen. Muss das sein?!? Okay, ich bin selbst schuld.

    Der Kundenservice bei Amazon ist aber (leider?) auch vorbildlich. Davon könnten sich andere Unternehmen mal eine dicke Scheibe abschneiden. Ich habe von Fällen im Freundeskreis gehört, wonach Amazon SOFORT und OHNE großen formellen Aufwand oder Rückfragen den Preis von Artikeln erstattet, wenn man nicht zufrieden ist oder wenn der Artikel Mängel aufweist. Teilweise sogar noch über die Gewährleistung oder Widerrufsfrist hinaus! Und ich habe das selbst auch so erlebt.

    Wenn man also eine Liste mit Vor- und Nachteilen erstellt, dann überwiegen ganz klar - QUANTITATIV gesehen - die Vorteile. Es kommt aber wie so immer bei Pro- und Contralisten auf die Gewichtung der einzelnen Argumente an. Was ist mir wichtig und was möchte ich unterstützen und was nicht?

    Ich würde mich sehr über Meinungen freuen und hoffe, dass es keinen Streit gibt.

    Pinguin