Ich möchte hier jetzt gar nichts bagatellisieren. Wollte nur sagen, dass ich schon auch in nassen Zeiten genießen kann/konnte (ich rede jetzt nicht vom Rausch). Dass ich auf einmal von etwas überwältigt bin und die Tränlein fließen, das passiert mir auch noch hin und wieder.
Mit der schwindenden Genussfähigkeit meinte ich, dass ich - je kürzer die Trinkpausen - in so einem Stresszustand bin, wo es mir im Kopf zu arg um den Alkohol geht. Von der Wichtigkeit her. Da rücken dann die normalen, gesunden Highlights in den Hintergrund. Und das will ich nicht mehr. Wenn dann Vorfreude sich nur noch auf das Bier am Abend reduziert, dann finde ich das ziemlich arm.
Momentan sind mir die Ursachen des Trinkens auch wieder egal. Ich habe da genug geforscht. Es gibt so viele vermeintlichen Pseudogründe fürs Trinken; sollte mich jetzt eher wieder den Argumenten FÜR den nüchternen Kopf zuwenden, zur Zeit. Es ist aber gut, dass Ihr darauf eingeht, denn es ist schon ganz schön wichtig für mich, zu sehen, was sich bei Euch so abgespielt hat und wie Ihr damit umgeht oder umgegangen seid. Es ist sogar mehr als wichtig für mich, denn es gibt mir so ein bisschen eine Orientierung und sehr oft auch Momente der Erkenntnis (zumindest vom Kopf her). Dass jeder Weg einzig in seiner Art ist, ist mir natürlich total bewusst.
Heute ist erst Tag 6 und ich merke schon, wie ich an diesem Abend einen Durchhänger habe. Ich habe jetzt erst einmal gebadet und dann eine Kurzgeschichte angefangen zu schreiben. Irgendwie möchte ich mir beweisen, dass ich auch ohne Alkohol kreativ sein kann. Wenn die Kinder im Bett sind oder morgen früh möchte ich weiter schreiben. Mein einziges Ziel für die nächsten Tage ist, diese Geschichte zu Ende zu bringen, nüchtern natürlich, denn das wäre schon eine kleine Leistung für mich. Etwas zu Ende zu bringen/zu schreiben.
Ich möchte gerne lernen, durch Erfahrungen, durch Menschen, die mir Lehrer sind und durch meine eigenen Fehltritte. Ich kann mir aber nicht mehr so viel "Versagen" leisten (bezogen auf die Sucht) sonst zerbreche ich.
Zudem muss ich die Mitte finden. Denn je mehr Kraftaufwand, desto schwieriger, dann wird es zum Krampf. Ganz locker lassen geht auch nicht, sonst entgleitet es mir. Es ist nicht so einfach für einen Extrem-Menschen wie mich, die Balance zu finden. Aber ich versuche es. Immer wieder aufs Neue. Und es gibt ja da genug Wege, um sich auszugleichen. Und ich kenne nur gute Wege, außer den einen: Drogen.
Danke für Eure Beiträge. Ich weiß diese mehr zu schätzen als Ihr erahnen könnt.
Allerliebste Grüße
Pinguin