Beiträge von Pinguin

    Hallo Anton,

    eigentlich hatte auch ich meinen Ausstiegstermin auf den 1. Jänner gelegt, weil dieser Zeitpunkt mit hohen Erwartungen verbunden ist. Doch ich habe genau deswegen, weil ich meinte, es sei ein "künstlicher Termin", das Neujahr vorverlegt. Außerdem dachte ich das, was ich unten in meinem Profil als Sprüchlein zitiert habe....

    Mein Datum ist somit der 22. Dezember gewesen. Im Silvester-Feiern ohne Alkohol bin ich schon geübt, von daher wird Silvester für mich nicht schwer.

    Ich finde Deinen Beitrag wirklich klasse, aber ich muss zugeben, dass mich jene Bilder genau so wenig abschrecken wie die Warnhinweise auf Zigarettenschachteln.... Solche Horrorszenarien, die durchaus Realität sind oder für mich selber irgendwann einmal werden könnten, stressen und ängstigen mich nur noch mehr. Und Angst ist kein guter Motivator. Zumindest nicht für mich persönlich. Das habe ich mittlerweile eingesehen. Ich versuche lieber, schöne Visionen zu entwickeln. Bilder der Befreiung und der Selbstbestimmung. Helle Bilder, die mir zeigen, wie schön die Klarheit, die Reinheit sein kann.

    Aber das soll keine Kritik an Deinem Beitrag sein, ich wollte nur aufzeigen, wie ich selbst das empfinde....

    Ich freue mich jedenfalls sehr, dass Du zwei nüchterne Monate hinter Dir hast. An solchen Fakten orientiere ich mich sehr gerne. Das sind die Bilder, die mir Kraft geben. Dass es andere (auch) können. Offensichtlich viele.

    Ganz liebe Grüße und eine schöne Silvesternacht
    von Pinguin

    Meine Geschichte ist nicht fertig geworden. Dafür habe ich gestern und heute Morgenseiten geschrieben, das ist eine Art, seinen Geist zu entleeren, gleich nach dem Aufstehen zwei volle DIN A 4-Seiten schreiben. Ich schreibe momentan überhaupt sehr viel. Das ist mein Katalysator....

    Oh, bin ich froh, dass diese Feiertage vorbei sind. Ich bekam schon fast einen Weihnachts-Feiertags-Koller. :)

    Auf ein Neues!

    Einen guten Start in die Woche für alle Ihr Lieben da draußen
    Pinguin

    Ich möchte hier jetzt gar nichts bagatellisieren. Wollte nur sagen, dass ich schon auch in nassen Zeiten genießen kann/konnte (ich rede jetzt nicht vom Rausch). Dass ich auf einmal von etwas überwältigt bin und die Tränlein fließen, das passiert mir auch noch hin und wieder.

    Mit der schwindenden Genussfähigkeit meinte ich, dass ich - je kürzer die Trinkpausen - in so einem Stresszustand bin, wo es mir im Kopf zu arg um den Alkohol geht. Von der Wichtigkeit her. Da rücken dann die normalen, gesunden Highlights in den Hintergrund. Und das will ich nicht mehr. Wenn dann Vorfreude sich nur noch auf das Bier am Abend reduziert, dann finde ich das ziemlich arm.

    Momentan sind mir die Ursachen des Trinkens auch wieder egal. Ich habe da genug geforscht. Es gibt so viele vermeintlichen Pseudogründe fürs Trinken; sollte mich jetzt eher wieder den Argumenten FÜR den nüchternen Kopf zuwenden, zur Zeit. Es ist aber gut, dass Ihr darauf eingeht, denn es ist schon ganz schön wichtig für mich, zu sehen, was sich bei Euch so abgespielt hat und wie Ihr damit umgeht oder umgegangen seid. Es ist sogar mehr als wichtig für mich, denn es gibt mir so ein bisschen eine Orientierung und sehr oft auch Momente der Erkenntnis (zumindest vom Kopf her). Dass jeder Weg einzig in seiner Art ist, ist mir natürlich total bewusst.

    Heute ist erst Tag 6 und ich merke schon, wie ich an diesem Abend einen Durchhänger habe. Ich habe jetzt erst einmal gebadet und dann eine Kurzgeschichte angefangen zu schreiben. Irgendwie möchte ich mir beweisen, dass ich auch ohne Alkohol kreativ sein kann. Wenn die Kinder im Bett sind oder morgen früh möchte ich weiter schreiben. Mein einziges Ziel für die nächsten Tage ist, diese Geschichte zu Ende zu bringen, nüchtern natürlich, denn das wäre schon eine kleine Leistung für mich. Etwas zu Ende zu bringen/zu schreiben.

    Ich möchte gerne lernen, durch Erfahrungen, durch Menschen, die mir Lehrer sind und durch meine eigenen Fehltritte. Ich kann mir aber nicht mehr so viel "Versagen" leisten (bezogen auf die Sucht) sonst zerbreche ich.

    Zudem muss ich die Mitte finden. Denn je mehr Kraftaufwand, desto schwieriger, dann wird es zum Krampf. Ganz locker lassen geht auch nicht, sonst entgleitet es mir. Es ist nicht so einfach für einen Extrem-Menschen wie mich, die Balance zu finden. Aber ich versuche es. Immer wieder aufs Neue. Und es gibt ja da genug Wege, um sich auszugleichen. Und ich kenne nur gute Wege, außer den einen: Drogen.

    Danke für Eure Beiträge. Ich weiß diese mehr zu schätzen als Ihr erahnen könnt.

    Allerliebste Grüße
    Pinguin

    Irgendwie bin ich immer noch krank. Schleppe die ganze Zeit eine Erkältung und Bronchitis mit mir herum, die nicht so richtig ausbrechen will und ich hänge im Seil. Mein kleiner Sohn ist auch etwas krank, hatte am ersten Weihnachtsabend Fieber.

    Das ist richtig doof. Ich habe zu nichts Lust und vor alle habe ich den Feiertags-Koller. So viele Feiertage hintereinander sind für mich schwer auszuhalten.

    Vorhin habe ich zwei sogenannte "Morgenseiten" geschrieben. Das ist ein Rat, den ich immer wieder in den Sachbüchern und Ratgebern lese: Schreiben Sie jeden Morgen, am besten kurz nach dem Aufstehen, zwei Seiten mit allem, was Ihnen in den Sinn kommt.

    Das soll reinigend und klärend wirken.

    Hier im Forum ist es so ruhig, zur Zeit. Was sicherlich an Weihnachten liegt? Ich hoffe, Ihr habt Weihnachten gut überstanden, überlebt und im allerbesten Fall natürlich genießen können im Kreis Eurer Liebsten.

    Herzliche Grüße
    Pingu

    Ja, lieber LiS. Da hast Du mir jetzt ein paar Aha-Effekte beschert. :) Vielen Dank von Herzen dafür. 44. Wieder einmal merke ich, wieviel ich "vergessen" hatte.

    Was Du schreibst, auch die wissenschaftliche Erläuterung mit der Dopamin-Geschichte, macht mir wieder so einiges verständlicher, auch was die Genussfähigkeit anbelangt.

    Aber der letzte bzw. vorletzte Absatz ist der Hammer (Kündigung wegen Eigenbedarf usw...). Das habe ich jetzt öfters gelesen, das gefällt mir so gut. Vor allem der Satz: "..... um zu sehen, wer da wirklich steht", da krieg ich mentale Gänsehaut. ;) Das hast Du sehr schön formuliert. Ich mag solche Metaphern. Kann ich was mit anfangen.

    Was ich zur Zeit auch immer wieder gerne heranziehe ist diese "HIN-WENDUNG" zu etwas, anstelle des Wegstrebens von etwas anderem. Ganz wichtig für mich.

    Bin wirklich sehr labil, das liegt aber daran, dass ich mir selbst nicht mehr so ganz über den Weg traue. Habe einfach viel zu oft versagt. Wenn Du merkst, dass Du im Leben scheinbar so ziemlich alles erreichen kannst, was Du anstrebst, aber bei dem Sucht-Thema einfach hängen bleibst, dann ist das wie ein "Und täglich grüßt das Murmeltier", als wäre man gefangen in einem sich ständig wiederholenden Kreislauf. Jedesmal wenn man denkt, man ist ausgebrochen, merkt man, dass da noch eine Schale ist, noch eine Wand, durch die man durch muss, dass man immer noch im Käfig hockt. Das ist auf Dauer so frustrierend.

    Ich hoffe, die Festigkeit bzw. die Sicherheit und das Selbstvertrauen ergibt sich mit der Übung/Erfahrung.

    Ich wünsche Dir einen schönen Weihnachtsfeiertag, was immer Du tust. Positive Schwingungen und viel Licht...

    Pinguin

    Lieber Greenfox,

    als Musikerin aus Leidenschaft liebe ich Handglocken. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das Konzert bezaubernd war. :)

    Gestern war ich das erste Mal auf der Christmette, um 23 Uhr! Obwohl ich noch so müde war. Alleine. Aber da dieses Weihnachten ja nüchtern verläuft, hatte ich noch die Kraft und vor allem die Muse und auch den Mut, zur Ruhe zu kommen.

    Hach und was soll ich sagen: es war besinnlich und schön. Es gab da ein "Spinett" (was natürlich ein Keyboard war, welches darauf eingestellt war) und eine Querflöte. Zudem gab es auch Orgelmusik und wir haben gesungen. Obwohl ich eher Buddhistin bin, laufen bei mir jedesmal die Tränen, wenn gemeinsam "Stille Nacht" und/oder "Oh Du Fröhliche" gesungen wird..... Hach, das war einfach wirklich entspannend und Futter für die Seele. :)

    Einen schönen ersten Weihnachtstag wünscht Dir
    Pinguin

    Ich bin in einem sozialkritischen, politisch eher links ausgerichteten Haushalt aufgewachsen und ich würde mich sogar in die Schublade "intellektuell" stecken. Das ist wohl das einzige, wofür ich meiner Mutter dankbar bin, dass sie uns zu Menschen mit kritischem Sachverstand erzogen hat, die nicht alles "schlucken" was ihnen serviert wird sondern hinterfragen. "Habe den Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen", Kant.....

    Was mich aber manchmal ärgert, ist die oftmals durchschimmernde Arroganz gewisser Menschen, die anderen die Augen öffnen wollen für die Miss-stände unserer ach so schlimmen Gesellschaft. Dieses Schwarz-Weiß-Denken, immer. Auf der einen Seite sind die bösen kapitalistisch ausgerichteten und auf der anderen Seite das dumme Volk, dem man Brot und Spiele hinwirft und die nicht blicken, wie doof sie sind?

    Ich stehe dazu, dass ich sowohl die TAZ, den Stern, den Spiegel, die BILD (oh Schreck) und auch die Zeit lese (meistens im Internet). Und ich stehe dazu, dass ich sowohl ARTE, 3Sat, Phönix, aber manchmal auch RTL inklusive Trash-TV schaue.

    Was ist denn daran verwerflich, dass ich es mir gemütlich mache mit einem Tee oder mit Keksen und mir so etwas zur Unterhaltung anschaue? Solch eine Sendung, die hier so scharf angegangen wird - schon vor der Erstausstrahlung - ist sicherlich nicht das Hochwertigste zum Thema, aber es KANN in gewissen Gesellschaftsschichten das Bewusstsein für das Thema Sucht schärfen und die Bereitschaft, offener und auch toleranter mit dem Thema umzugehen. Ich betone: es "kann".... Der Optimist in mir ist einfach nicht totzukriegen.

    Entschuldige Keppler, ich wollte Dich nicht persönlich angehen. Dein Beitrag hat mich nur ein bisschen provoziert, weil es eben einen Grundkonflikt in mir wachkitzelt oder spiegelt, den ich von meinen Wurzeln her kenne. Ich habe mal in irgendeinem Buch gelesen, dass so Leute wie ich, und solche Eltern wie ich sie habe, eben auch auf ihre eigene Art "spießig" sind, weil sie nur das gelten lassen, was ihren eigenen Wertvorstellungen und Urteilen entspricht.

    Liebe Betty,

    vielen Dank. Das ist ein sehr schönes Ritual, das Du Dir zu eigen gemacht hast....

    Ich wünsche Dir auch jetzt schon ein friedliches, besinnliches, auch fröhliches Fest im Kreis Deiner Liebsten.
    whip2_

    Lieber Bassmann,

    ich bin Dir sehr dankbar, dass Du mal in meinem Thread geschrieben hast. Du hast mich schon so oft inspiriert.

    Ich möchte aber an dieser Stelle wirklich noch einmal betonen, dass ich nicht der Typ bin, der aus Sorgen trinkt oder um Gefühle zu verdrängen. Ganz im Gegenteil: Alkohol verstärkt bei mir die Gefühle, auch die schlechten. Also von daher: als Verdrängungs-Medizin funktionierte Alk bei mir nie.... Ich missbrauchte Alk immer als "Verstärker", nicht als Dämpfer. Vor allem fälschlicherweise als Verstärker der positiven Gefühle oder Sinneseindrücke. Aber da ich nie ein Ende sah, wurde es dann nach dem "Höhepunkt" immer die komplette Betäubung und Vernebelung. Ich Depp.

    Muss jetzt mal aber ganz ehrlich sagen, dass ich in den letzten Wochen oder Monaten eben mit Entsetzen feststellen musste, dass mir die GENUSSFÄHIGKEIT im Allgemeinen verloren geht und das erschreckt mich.

    Als ich damals in der ambulanten Suchttherapie lernen sollte, wie man wieder ohne Alkohol genießt, dann konnte ich noch damit nichts anfangen, weil ich noch genießen konnte, auch ohne Alkohol.... Das sieht inzwischen aber ganz anders aus. Und ich muss sagen - sorry meiner harten Worte - das KOTZT mich an. Es ist nicht so, dass meine Genussfähigkeit komplett abhanden gekommen ist, aber ich merke, dass sie langsam abstirbt, wenn ich jetzt nicht diesen Sprung mache.

    Da muss sich wirklich was im Bewusstsein bewegen, aber ich weiß, das braucht Zeit.... Und ich habe am meisten Angst vor den "Schmacht-Anfällen". Angst ist aber nicht immer der beste Lehrer....

    So viele Gedanken gerade... Aber ich mal mal einen Punkt.

    Schöne Weihnachten auch Dir, Bassmann. Und danke nochmal.

    Pinguin

    Wenn ich Euch nicht hätte..... :)

    Bin so dankbar. Auch wenn manche vielleicht glauben, es ginge hier "zu kuschelig" zu. Aber ich muss sagen, dass mir das viel mehr hilft, als Druck. Mit Druck und Androhungen von Horrorszenarien, Belehrungen usw. kann ich nicht umgehen. Das bewirkt bei mir nur das Gegenteil.

    Positive Zuwendungen untereinander und füreinander, das gibt einem doch eher die Kraft, weiterzumachen und die Flinte nicht ins Korn zu werfen.

    Bin gerade in einer sentimentalen Stimmung, wie Ihr merkt. ;)

    Mokka, ich finde das wirklich super, dass Du ab Neujahr......!! 44. Ich hatte mir das auch als Ziel gesetzt, aber ich "schaffe" es nicht mehr bis dorthin.

    Dieses Mal ist es anders als die vielen Male vorher. Bei mir. Denn ich habe wirklich ANGST. Und ich hatte noch nie Angst vor einem Neubeginn, doch diesmal schlottere ich wirklich. Nun gilt, es all die verschütteten Ressourcen ausfindig zu machen. Weil es gerade ist, als hätte ich ALLES vergessen, was ich einmal wusste. Aber es ist ja nicht weg. Es ist irgendwo. Und vielleicht komme ich da nach ein paar Wochen mit einem klaren Hirn wieder dran...

    Werde mir wieder mein Schatzkästchen bestücken, dass da auf dem obersten Regal vor sich hinstaubt. Wo ich die schönen Dinge sammle. Für Momente, wo ich schwach bin oder schwach zu werden meine. Heute kann ich mir schon etwas auf einen Zettel schreiben, einen schönen Traum. Und in die Kiste stecken....

    Bis nachher und ganz viele liebe Grüße und einen langen Atem für die Weihnachtsvorbereitungen - und ganz viele schöne kleine Wohlfühlmomente wünsche ich Euch....

    Das kränkelnde
    Pingu

    Danke, Ihr seid lieb. Das tut gut.... Auch weil ich gerade die Mega-Erkältung habe und nur so "herumtropfe".... Kann die Industrie nicht mal so "Nasen-Tampons" erfinden? Hoffentlich ist das an Heilig Abend besser.... Vor einigen Jahren war ich schon mal an Heilig Abend krank. Nicht schön.

    Danke Euch noch mal und einen angenehmen, gemütlichen Abend.

    Ganz lieb grüßt
    Pinguin