Beiträge von Risu

    Vielleicht geht es ja doch auch darum, sich noch einmal Klarheit zu verschaffen darüber, wie und mit wem man sein Leben leben will.

    Das du vorbelastet bist und keinen alkoholmissbrauchenden Partner akzeptierst ist dein gutes Recht, sehr vernünftig, gesund und absolut richtig.

    Wenn dein Partner dann entscheidet, dass ihm seine Alkoholexesse so wichtig sind, dass er lieber damit und ohne dich weiter leben möchte, ist das traurig, unvernünftig, ungesund, aber seine Entscheidung.

    Du hättest dir gewünscht, dass er sich ändert, aber das kannst du nicht erzwingen.

    Du kannst nur entscheiden ob du damit leben willst oder nicht. Du hast dich entschieden. Jetzt guck nach vorne und geh deinen Weg weiter geradeaus.

    Herzlichen Glückwunsch zur ersten Woche ohne.

    Wahrscheinlich ist dein Beitrag hier so durchgeflutscht, weil so viel geschrieben wurde.
    Nimm es nicht persönlich. Da melden sich bestimmt noch einige.

    Ich bin Risu und bin jetzt bei Tag 260.

    Das Forum hilft mir beim Thema zu bleiben und im Austausch zu bleiben.

    Ich lese allerdings viel mehr als ich schreibe. :)

    Hallo Verve,

    herzlich Willkommen und gut das du dich angemeldet hast. Du wirst hier bestimmt noch viele Antworten bekommen. Solange empfiehlt es sich erst mal herumzulesen und von den vorhandenen Threads zu lernen.

    Ich bin kein großer Schreiber, nur soviel schon mal:

    Das Wichtigste ist, dass du dir selbst und deiner Wahrnehmung vertraust. Wo Rauch ist, ist meistens auch Feuer.

    Pass gut auf dich und deine Kinder auf.

    Dein Mann muss sich um sich selbst kümmern - wollen.

    Viele Grüße,
    RiSu

    Hallo Siegfried,

    das kommt mir auch bekannt vor, als ich noch getrunken habe war ich oft damit beschäftigt, so zu sein, wie ich dachte, dass andere mich haben wollen.

    Das hat sich bei mir mittlerweile sehr geändert. Ich dachte das liegt am Alter, aber vielleicht hängt es doch noch mehr mit dem Alkohol zusammen.

    Zum einen das ewig schlechte Gewissen, was einen dazu gedrängt hat nur nicht so zu scheinen wie man ist... ...denn wie (schlecht und unvollkommen) man wirklich ist, darf ja keiner wissen.

    Zum anderen eine gewisse Egomanie, andere nur zu benutzen um sich selbst auszurichten. Und die Aktionen und Reaktionen anderer immer auf sich selbst zu beziehen.

    Der hat das und das gesagt, warum macht der das, warum tut er mir das an, will er mir was böses...Blabla. Dabei hat der Mensch einfach nur was gesagt, was mit ihm zu tun hatte und nicht mit mir.

    Für mich ist das sehr befreiend, aus diesem kranken Denken raus zu sein und nicht mehr alles auf mich zu beziehen. Das war wie ein Teufelskreis.

    LG Risu

    Das Gedicht finde ich klasse. Von 1910 und top aktuell.

    Ich habe direkt mal gegoogelt, ob ich noch mehr ähnliches finde, bin aber auf die Schnelle nicht fündig geworden.


    Bei vielen Alkoholikern ist das - leider - nicht anders. Sie denken und glauben, wenn sie sich bereit erklären, Hilfe anzunehmen, in Therapie gehen, eine SHG besuchen, usw. dann wird schon "irgendwie" alles gut.
    Das reicht aber halt nicht, um wirklich trocken zu werden und sich von seiner Sucht lösen zu können.

    Wenn das nicht reicht, was braucht es denn noch? Um wirklich trocken zu werden und sich von der Sucht zu lösen?

    Ein schöner Thread!

    Ich habe überlegt, was ich dazu beitragen kann und da kam mir spontan das hier in den Kopf:

    Matthaeus 6
    34

    Darum sorge dich nicht um Morgen;
    denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen.
    Es ist genug, daß jeder Tag
    seine eigene Plage hat.

    Hallo Camina,

    Ich glaube auch, dass solche Situationen sehr stärken. Außerdem muss man seine neue Rolle ja einüben und irgendwann wird es dann ganz normal sein, aber soweit bin ich noch lange nicht.

    Bezüglich Selbsthilfegruppe sieht es bei mir so aus:

    Ich würde gerne in eine SHG gehen, allerdings ist das sehr aufwendig, mit viel Fahrtzeit verbunden und es ist schwierig die richtige Gruppe zu finden.

    Ich bin auch abends nicht gerne so lange unterwegs, also die typischen 20:00 Uhr Termine sind mir viel zu spät, da schlaf ich bei ein und komm dann später nicht mehr zur Ruhe.

    Ich kann mich nicht so richtig dazu aufraffen, weil ich weiß, dass ich eigentlich langfristig keine Lust habe, so lange durch die Gegend zu fahren und so spät mach Hause zu kommen.

    Ich behalte es aber mal im Hinterrkopf. Vielleicht krieg ich ja noch den Dreh.

    Hallo Rekonvaleszent,

    das ist ein guter Tipp immer irgendwelche Sachen in der Hand zu halten. Was das „Suchtgedächtnis“ genau sein soll, weiß ich noch nicht so richtig. Anscheinend hat es sich noch nicht bei mir gemeldet. Das darf auch gerne so bleiben. :)

    Aber ich werde gewarnt sein und darauf achten.

    Halli hallo,

    ich bin bei Tag 27 angekommen. Und es geht mir gut. Abstinenz wird immer normaler für mich.

    Ich hatte in der letzten Woche das erste Mal eine Situation, in der ich mich ein bißchen gegen Gruppendruck wehren musste und ganz deutlich sagen musste, dass ich keinen Alkohol trinke.

    Das hat aber auch gut geklappt. Es war nur so ein ein Überraschungseffekt, weil ich damit gar nicht gerechnet hatte.

    Ich bin schon ein bißchen stolz auf mich. :)

    Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.

    Guten Morgen,

    Vielen Dank für eure interessanten Rückmeldungen.

    Ihr habt Recht, ich werde es doch noch einmal mit einer realen SHG probieren. Da kann man vielleicht auch mal die Sachen sagen, die man nicht für immer und ewig im Internet gespeichert haben möchte. :)

    Und es ist auch mein Wunsch mich weiter damit auseinander zu setzen und noch mehr darüber zu lernen, warum es so gekommen ist.

    Ich muss ja auch nicht jede Woche hingehen, aber es ist doch gut, wenn es einen Ort gibt, wo ich hingehen kann, wenn ich den Austausch brauche.

    Noch ein Vorteil ist, dass man Geschichten und Sorgen von anderen hört. Online liest man ja doch immer etwas selektiv und pickt sich das raus, was man lesen möchte.

    Was Kuchen und Soßen angeht, habe ich eigentlich keine Bedenken. Ich glaube, dass ich eher psychisch abhängig bin und noch nicht körperlich. Daher macht mir sowas keine Sorge.

    Ich habe festgestellt, dass ich immer auf Wirkung getrunken habe, auch in den letzten Jahren, halbwegs kontrolliert ging es um den kleinen Dusel, den ich haben wollte.

    Den Dusel kriegt man ja nicht von Soße essen. Andererseits, wer weiß, vielleicht aktiviert der Geschmack ja doch unbewusst irgendein Suchtgedächtnis.

    Daher werde ich darauf achten, dass auch in den Speisen kein Alkohol ist. Also: Tschüß, Tiramisu. Tschüß, Lieblingseisbecher. Ich werde mal nach neuen Lieblingsdesserts Ausschau halten müssen.

    Hallo,

    Ich bin noch da und ich bin bei Tag 19 der Abstinenz.

    Es läuft ziemlich gut bei mir. Das erstaunt mich sehr, ich hatte mir das viel schwerer vorgestellt.

    Ich habe fast kein Verlangen. Nur ganz selten ploppt mal so ein Gedanke auf, der mir vorgaukelt, dass es nett wäre jetzt was zu trinken. Es gibt zwei / drei Situationen die ich noch komplett meide, z.B. Essen gehen, beim Griechen, wo man direkt und ungefragt einen Uzo hingestellt bekommt.

    Ich bin tatsächlich an einem Abend zu einer SHG gefahren, aber ich hätte wohl vorher anrufen sollen, denn es war keiner da. Ich habe auch den Raum nicht gefunden und ziemlich lange rumgesucht.

    Da es bei mir gerade so gut läuft und ich auch gerade andere Abendgestaltungen ausprobiere, verschiebe ich das Thema SHG erst mal...

    Ansonsten versuche ich sehr gut auf mich zu achten und nichts stressiges oder aufregendes zu machen um nicht aus meiner Ruhe zu kommen.

    Ich glaube ein Problem von mir sind Situationen in denen sich Stress oder auch positive Spannung immer weiter aufbauen. Dann gerate ich immer mehr in ein Gefühl von innerer Anspannung, dass sich über Tage hinweg ziehen kann und das ich dann nicht mehr abbauen kann.

    Ich versuche gerade solche Spannungen gar nicht erst entstehen zu lassen.