Beiträge von Bassmann

    Hallo Titus,

    du schreibst zum einen: „Mir muss jemand sagen, wo es langgeht.“ Und zum anderen: „Immer, wenn Druck entsteht, geht gar nichts mehr. Und wenn ich an Suchtberatung denke, dann bedeutet das für mich Druck. Allein schon bei dem Gedanken greife ich zur Flasche.“

    Das widerspricht sich in meinen Augen.
    Andererseits kann ich das mit der Ablehnung des Drucks verstehen. Ich wäre auch nicht unter Anwendung eines äußeren Drucks vom Alkohol losgekommen. Ich brauchte ein positives Ziel.

    Vielleicht kann dir die Suchtberatung dabei helfen, einen positiven Blick in eine abhängigkeitsfreie Zukunft zu gewinnen? Vielleicht kann dir ein Arzt helfen, vielleicht kann…?

    Du findest es nur heraus, wenn du es versuchst.

    Gruß
    Bassmann

    Hallo Titus,

    Ich bin dabei alles zu verlieren. Ich merke das und kann nichts dagegen tun.

    Du GLAUBST, nichts dagegen tun zu können.
    Das glaubte auch ich einmal in Bezug auf meinen Alkoholmissbrauch. In meiner Vorstellung hatte ich alles versucht, um den Missbrauch zu beenden. Ich hatte versucht, …weniger zu trinken, …später am Tag mit dem Trinken anzufangen, … alkoholarmes Bier zu trinken usw. usf..
    Und nichts klappte.
    Ich musste trinken. Zumindest empfand ich das so.

    Heute missbrauche ich den Alkohol nicht mehr.
    Ich hatte das Glück, aus mir selbst heraus die Motivation entwickeln zu können, mein Leben zu verändern, weil ich zuvor beim Ausstieg aus einer anderen Sucht die Erfahrung gemacht hatte, dass ein Leben ohne Abhängigkeit um Längen besser ist.
    Diese Erfahrung ließ mich den Entzug durchstehen.

    Nicht jeder schafft es alleine. Muss er auch nicht. Es gibt jede Menge Hilfen. Z.B. hier: https://alkoholforum.de//index.php?topic=238.0

    Alles Gute und Willkommen im Forum!
    Bassmann

    Viel wichtiger, als sich Gedanken über das kontrollierte Trinken zu machen, ist die Suche nach einer Antwort auf die Frage, warum sich jemand nach erfolgtem Entzug und getroffener Abstinenzentscheidung darauf einlässt, das zu tun, was im folgenden Zitat thematisiert wird:


    ...es gab Worte wie ein zwei kannst schon trinken du hast es im Griff...

    Meist liest man in solchen Fällen: Ich dachte, dass ich das nach langer Abstinenzzeit hinbekomme.
    Was ich nie lese, ist die Antwort auf die Frage: Warum will ich eigentlich wieder Alkohol trinken?

    Ich vermute, dass eine ehrliche Antwort auf diese Frage hilfreicher sein könnte als der Bezug auf Rückfallstatistiken. (Und dass es 10 % anders handhaben können, sollte m.E. eher anspornen statt entmutigen.)

    Grüße vom
    Bassmann

    Ich möchte auch meinen Senf zu

    Zitat

    „Wenn du deine Sucht hinter dir hast, hast du das Leben am Hals“.

    beisteuern.

    Ich halte diesen Satz für falsch. (Und ich erlebe mein Leben nach der Sucht auch anders.)

    Meiner Meinung nach hat derjenige, der seinen persönlichen Suchtausstieg so empfindet, die Sucht noch lange nicht hinter sich gelassen, sondern steckt mittendrin.
    Es ist sicherlich so, dass sich das Leben nach dem Trinkstopp anders gestaltet und dass es zumindest anfangs möglicherweise auch härter empfunden wird, weil zum einen einiges an Aufräumarbeit zu leisten ist und zum anderen alles irgendwie "neu" ist.

    Vor allem aber lässt sich das Leben wieder fühlen.
    Wer auf dieses Fühlen nicht neugierig bzw. dazu nicht bereit ist, bleibt m.E. in seiner Sucht gefangen.
    Wenn er nicht trinkt, führt er ein trockenes Leben. Trocken, aber eben das Leben eines Süchtigen, eines trockenen Alkoholikers.

    Für mich müsste der Satz deshalb heißen: Wenn du dir nicht mehr gestattest, dein Suchtmittel zu konsumieren, aber in deiner Sucht verharrst, zeigt sich das Leben ausschließlich von seiner harten Seite.

    Bassmann

    Hallo Franz,


    Was mich so herunterzieht, sind Postings, die belehrend, mit erhobenen Zeigefinger, vorwurfsvoll, kleinkariert und die, in dem Motto "ich habs dir eh gleich gesagt, dass das und das passiert, wennn du dieses und jenes (nicht) tust ...", übervorsichtig, ....

    ich habe jenes von vielen Foristen an den Tag gelegte Übervorsichtige/Demut vor der Krankheit Zeigende/Kapitulierende usw. lange Zeit nicht kapiert. Im Gegenteil: Ich spürte, dass mir diese Art und Weise des Umgangs mit dem Alkoholismus nicht helfen kann, wirklich und endgültig aus dem Suchtkreislauf auszusteigen. Also hielt ich dagegen, weil mir die Reaktionen halfen. Mehr als einmal bestärkten mich gerade die extremen Reaktionen darin, es anders als der Mainstream zu machen.

    Inzwischen bin ich gelassener geworden. M.E. gibt es nicht den sogenannten Missbräuchler und den „richtigen“ Alkoholiker, sondern letztendlich nur Abhängige, wobei deren Abhängigkeit mehr oder weniger stark ausgeprägt ist. Wahrscheinlich kann ein schwach Abhängiger einen stark Abhängigen nur schwer verstehen. Umgekehrt dürfte es genauso sein. Aber beide leiden unter ihrer Sucht und sollten Hilfe (z.B. in einem Forum wie diesem) bekommen.

    Nicht nur aus diesem Grunde finde ich es schade, wenn du als „Gemäßigter“ in diesem Forum nicht mehr schreibst.

    Wie auch immer, ich wünsche dir alles Gute.

    Bassmann

    Heute starte ich ins sechste Jahr meiner Unabhängigkeit vom Alkohol.

    Auch wenn ich im Gegensatz zu den „Klassikern“ weder vor der Macht des Alkohols kapituliert, noch ihn ganz aus meinem Umfeld verbannt habe, stelle ich zumindest eine wesentliche Gemeinsamkeit fest: Alkohol hat in meinem Leben so gut wie keine Bedeutung (mehr).

    Ich finde zwar nach wie vor die tiefrote Farbe mancher Rotweine schön, doch schon bei der Geruchsprobe ist es mit dem Schönheitsempfinden vorbei. Da gelingt es mir nicht in Begriffen wie blumig usw. zu denken, sondern da fällt mir eigentlich nur das Wort Fäulnis ein. Beim Tabakrauch ist das ähnlich. Vor dem Ausstieg fand ich ihn animierend, seit einigen Monaten nach dem Ausstieg nur noch unangenehm. Ich kann ihn aushalten, aber schön ist anders.

    Das zeigt mir, wie Sucht die objektive Realität in eine (falsche) subjektive Realität verändert.

    Gut, dass ich in die objektive Realität zurückgefunden habe.

    Bassmann

    Hallo Linda,


    Wie ich schon mal an anderer Stelle erklärte, habe ich hier oft das Gefühl, mich verteidigen zu müssen.

    das Einzige, was du verteidigen musst, ist deine Entscheidung, einen Weg aus der Abhängigkeit vom Alkohol zu finden. Ob dieser Weg nun von dem Einen oder Anderen gut oder schlecht gefunden wird, dürfte letztendlich egal sein. Was allein zählt, ist, dass sich deine Lebensqualität nachhaltig verbessert. Ob du diese Lebensqualität nun in 0,0 Promille Alkohol bis ans Ende deiner Tage oder im moderaten und nicht gesundheitsgefährdenden Konsum (falls es den gibt) findest, ist m.E. unerheblich.

    Als ich in dieses Forum kam, ging es mir darum, eine Art öffentliches Tagebuch zu führen. Das hatte ich bei meinem Ausstieg aus der Nikotinabhängigkeit so gemacht und dabei festgestellt, dass mir das Schreiben eine große Hilfe war. Anfangs hatte ich nur in den Tagebüchern anderer angehender Nicht(mehr)raucher gelesen. Das war schon klasse, weil mich vieles von dem, was ich las, dazu motivierte alles daranzusetzen, irgendwann das Gleiche wie diejenigen zu erleben, die mir Monate voraus waren.
    Als ich dann selber schrieb, machte ich die Erfahrung, dass nicht nur ich, sondern auch Andere von meiner Schreiberei profitierten. Deren Rückmeldungen taten mir gut. Und als ich dann meinen Ausstieg aus der Alkoholabhängigkeit anging, war mir völlig klar, dass ich mir auch hierfür ein Forum suchen würde.

    Mein Weg aus dem Suff war im Vergleich zum Suchtausstieg der meisten hier Schreibenden Foristen „anders“. Und weil er anders war, bekam auch ich Dinge zu hören/zu lesen, die mir nicht gefielen. Der eine prophezeite mir, dass meine Begeisterung für die neu gewonnene Freiheit irgendwann ins Gegenteil kippen würde, ein anderer schrieb –was auch dir geschrieben wurde- dass meine Beiträge Andere zum Trinken verleiten könnten. Es gab aber auch Zustimmung. Und weil ich diese Zustimmung oftmals nicht öffentlich, sondern per PM bekam, weil sich die Schreiber vor der Reaktion des Mainstreams fürchteten, blieb ich dem Forum als eifriger Schreiber erhalten.

    Und davon profitiert hoffentlich der eine oder andere Aussteiger, der mit dem klassischen Suchtausstieg nicht klarkommt. Ich zumindest habe von dieser Auseinandersetzung, in der ich mich manchmal einer Vielzahl Andersdenkender gegenüber sah und mich deshalb durchaus in eine Verteidigungsstellung gedrängt hätte sehen können, auf jeden Fall profitiert.

    Deshalb habe ich hier auch nicht das Gefühl, mich verteidigen zu müssen. Und das musst auch du nicht haben. Schreibe ehrlich und offen über deinen Weg. Das wird dir helfen. Und wenn dein Weg funktioniert, werden deine Berichte vielleicht dem Einen oder Anderen eine Hilfe sein.

    Gruß
    Bassmann

    Hallo Linda,

    was du schreibst, kann ich nicht nur nachvollziehen, sondern habe es ähnlich erlebt. Nicht nur Alkohol, sondern vermutlich jedes Suchtmittel -ich habe neben dem Alkohol auch die Abhängigkeit vom Tabak kennengelernt- wird, sofern man süchtig geworden ist, benötigt um sich gut zu fühlen. Wenn man es also konsumiert, geht es einem subjektiv besser. So entsteht der Gedanke, dass es sich bei dem Suchtmittel eigentlich um etwas Gutes handelt. Negativ empfindet man nur die Tatsache,dass man zuviel konsumiert. Deshalb richtet sich das Bestreben darauf, es irgendwie hinzukriegen den Konsum zu reduzieren.

    Ich habe nun bei mir die Erfahrung gemacht, dass die Vorstellung, dass Suchtmittel etwas Positives bewirken, in dem Augenblick endet, wo man zum ersten Mal spürt, dass ein Leben ohne zwanghaften Suchtmittelkonsum durchaus seine Vorteile hat. Und dieser Satz ist aus meiner Sicht das Understatement schlechthin. Für mich hat diese Erfahrung und der daraus folgende Suchtausstieg zu einer Freiheit geführt, die jeden echten oder vermeintlichen Drogenvorteil alt aussehen lässt.
    Man kann mit dem Drogenkonsum aufhören, weil man seinen sogenannten Tiefpunkt erreicht und Angst vor Krankheit, Tod usw. hat.
    Man kann sich aber auch positiv auf den Weg machen und z.B. ausprobieren, ob das, was eine Betty, einen Bassmann oder wen auch immer am Suchtausstieg so sehr begeistert, vielleicht auch für einen selbst zu einer ähnlich tollen Lebenserfahrung führt.

    Aus meiner Erfahrung hat Drogenkonsum langfristig keinen positiven Effekt, der Ausstieg dagegen schon.
    Ich wünsche dir, dass auch du diese Erfahrung bald machen darfst.

    Gruß
    Bassmann

    Guten Morgen Linda,

    was ich nicht verstehe, ist dein vehementes Klammern an das kT.
    Ich bin zwar selbst kein Verfechter der Abstinenz und erfahre bei mir auch nicht,dass sie notwendig ist,damit ich ich nicht wieder in den Suchtkreislauf abrutsche. Ich habe mich jedoch gefragt,ob ich mich bei permanentem Suchtdruck so verhalten würde wie du. Die Vorstellung, jeden Tag darunter leiden zu müssen, erscheint mir schrecklich.

    Was spricht in deinen Augen dagegen, zumindest für eine gewisse Zeit einen anderen Weg zu versuchen?

    Gruß
    Bassmann

    Hallo Linda,

    Wie ich schon sagte, hilft es mir, mich hier mitzuteilen und vielleicht kann ich sogar dem einen oder anderen auf seinem Weg helfen....

    wenn es dir hilft, hier zu schreiben, dann tue das. Jeder andere Benutzer dieses Forums nimmt sich doch auch das Recht dazu.

    Ich kann durchaus verstehen, dass du dich durch Rekonvaleszents Beitrag angegriffen fühltest. Wer lässt sich schon gerne sagen, dass seine Beiträge Andere möglicherweise zum Trinken animieren? Doch ist die von Rekonvaleszent angedeutete Wirkung deiner Beiträge auf das Trinkverhalten Anderer seine ureigene Meinung und keine Tatsache.

    Und wer weiß, ob nicht der Eine oder Andere Hilfe aus deinen Beiträgen erfährt?

    Viele Grüße
    Bassmann

    Hallo Cloe,

    zu deinen Fragen: Bevor ich endgültig ausstieg, brachte mich der Saufdruck als psychische Entzugserscheinung stets dazu, mein Vorhaben stets relativ schnell zu beenden.

    Ich kann also rückblickend feststellen, dass es die psychische Seite der Sucht war, die mir zu schaffen machte. Da sich außer Schwitzen und leichtem Zittern keine größeren Entzugserscheinungen zeigten, machte ich den Entzug -blauäugig wie ich war- zuhause und ohne ärztliche Aufsicht.

    Gruß
    Bassmann

    Hallo Cloe,

    es ist dieses „Klickmachen“, von dem Greenfox schreibt, was letztendlich wirklich zählt.

    Auch ich habe viele Jahre lang „eigentlich“ nicht mehr trinken wollen, tat es dann aber doch. Denn immer dann, wenn ich den Alkohol reduzierte oder ganz wegließ, sorgten die Entzugserscheinungen ziemlich schnell dafür, dass ich meinen Entschluss umschmiss.

    Erst als ich eine Ahnung davon bekam, was ich gewinne, wenn ich mich vom Alkohol unabhängig mache, es also anging, die unvermeidbare Durststrecke des Entzugs durchzustehen, war es dann gar nicht so schwer, wie ich erwartet hatte.

    Ein Tipp: Lies die Berichte erfolgreich ausgestiegener Alkoholiker. So etwas motiviert.

    Alles Gute
    Bassmann

    Hallo Linda,

    ich finde es überhaupt nicht quälend, mich mit dem Thema Alkohol zu beschäftigen.

    Als ich das über Jahrzehnte hinweg als Abhängiger tun musste, war das tatsächlich irgendwann eine quälende Angelegenheit, weil ich einerseits vom zwanghaften Alkoholkonsum loskommen wollte, es andererseits aber nicht schaffte und mich deshalb schlecht fühlte.

    Heute ist das Band, das mich an den Alkohol fesselte, zerrissen. Und es vergeht eigentlich kein Tag, an dem ich nicht Freude darüber empfinde. Ich denke also zwangsläufig täglich an meine alkoholische Zeit. Allerdings nicht wehmütig, sondern voller Freude darüber, dass ich diese Fessel losgeworden bin.
    Diese Freude weiterzugeben motiviert mich, in diesem Forum zu schreiben.

    Aus demselben Grund habe ich lange Zeit in einem Rauchstoppforum geschrieben. Erst als es geschlossen wurde, war damit zwangsläufig Ende. Was aber nicht bedeutet, dass ich auch heute nach fast zehn Jahren immer wieder Freude darüber empfinde, diese Geißel losgeworden zu sein.

    Es ist diese Freude über das Ende meiner Gefangenschaft in Süchten/Abhängigkeiten bzw. die tägliche Erfahrung, dass mein Leben schöner geworden ist, die das Thema für mich am Kochen hält.

    Gruß
    Bassmann

    Hallo Linda,

    mir stößt der folgende Satz auf:


    Ich bin neidisch auf die, die einfach ein paar mal in der Woche was trinken oder auch nicht und sich gar keine Gedanken darüber machen!

    Ich frage mich, warum du neidisch bist.
    Oder vielmehr: Eigentlich meine ich zu wissen, warum du neidisch bist.

    Es gibt Menschen aus anderen Kulturkreisen, die essen geröstete Spinnen. Und zwar -davon gehe ich aus- ohne sich darüber große Gedanken zu machen. Sie machen es einfach, weil es in ihrem Lebensraum so üblich ist.
    Wärst du auch auf diese Menschen neidisch?

    Ich habe an mir selbst erfahren, dass es letztendlich nichts anderes als dieses durch Sucht verdrehte Denken ist, das uns annehmen lässt, uns würde etwas Positives gelingen, wenn wir es schaffen, Suchtmittel moderat zu konsumieren.

    Denn wenn es uns gelingt, gedanklich wirklich aus den Suchtkreislauf auszusteigen, werden uns Suchtmittel irgendwann egal.
    Und zwar ganz einfach deshalb, weil wir nicht (mehr) meinen, sie ge- bzw. missbrauchen müssen, damit es uns gut geht.
    Ist zumindest meine Erfahrung.
    Schlecht ging es mir nur während des Entzugs. Seit seinem Ende verspüre ich eine große Freiheit.

    Grüße vom
    Bassmann

    Hallo Lime Juice,

    ich weiß zwar in etwa, wann ich abhängig wurde.Und ich weiß noch sehr genau, wie mein Leben als Abhängiger verlief, wie sich dieses Leben anfühlte und wie es sich jetzt ohne Abhängigkeit anfühlt.

    Da ich allerdings erfuhr, dass so gut wie alles in meinem Leben -egal ob es sich zu diesem Zeitpunkt nun gut oder schlecht anfühlte- wichtig für mein jetziges Leben war, denke ich nicht darüber nach, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich nicht abhängig geworden wäre.

    Hat alles seinen Sinn.

    Gruß
    Bassmann


    Ich jedenfalls bin froh darüber und muss aber auch heute manchmal denken: Jetzt musst du den ganzen Sche... nüchtern aushalten. ;)

    Das mit dem "Aushalten-Müssen" löst bei mir ein "Muss das denn so sein?" aus, denn ich denke nie so, wie der Autor des Zitats manchmal denkt, sondern freue mich darüber, dass ich den ganzen Schei… nüchtern aushalten darf und mir nicht wegen meiner Sucht weiteren Schei… ansaufen und anrauchen muss ohne den ursprünglichen Schei… dadurch zu ändern.

    Dieses Denken hat sich bei mir vor fast 10 Jahren im ersten Halbjahr meines Ausstiegs aus der Nikotinsucht entwickelt und wurde anschließend durch den Ausstieg aus der Alkoholabhängigkeit noch verstärkt.

    Aufgrund dieses Denkens konnte ich zwar nicht „einfach so“ mit dem Trinken aufhören. Dieses Denken, das eigentlich mehr ein durch die Rauchstopperfahrung erworbenes inneres Wissen –oder auch eine Erkenntnis- ist, hat meinen Ausstieg aus der Alkoholabhängigkeit aber mit Sicherheit erleichtert.

    Bassmann

    Hallo Mike,

    ich sehe es weniger als Schande an, nichts gegen die Alkoholabhängigkeit zu unternehmen. Vielmehr ist es schade, in diesem Zustand zu verharren. Denn wenn einmal der Punkt erreicht ist, an dem man merkt, dass man auch dann trinken muss, wenn man eigentlich gar nicht trinken will (oder es z.B. aus gesundheitlichen Gründen nicht sollte), wird die Abhängigkeit zur Belastung.

    Sich aus einer Abhängigkeit zu befreien heißt in erster Linie die Chance auf ein besseres Leben zu ergreifen. Ob man den Weg aus der psychischen Abhängigkeit nun mit Hilfe einer realen oder einer virtuellen Gruppe von Leidensgenossen oder alleine geht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Der physische Entzug jedoch sollte von einem Arzt überwacht werden. Darauf zu verzichten kann -wie Betty bereits schrieb- böse enden.

    Alles Gute
    Bassmann