...hoffe dass ich
hier nicht so schnell (am besten gar keinen) Ausrutscher beichten muss.
Setz dich nicht so sehr unter Druck, Franz.
Geht es dir darum, einen Weltmeistertitel in „unfallfreier Trocknung“ zu gewinnen, oder willst du schlicht und einfach deine Lebensqualität verbessern?
Dass man durch ein alkfreies -oder wie in meinem Fall alkarmes- Leben nur gewinnen kann, kann ich bestätigen. Registriere sensibel die positiven Veränderungen, die die neue Lebensweise mit sich bringt, und dann wirst du merken, dass sich ein Prozess in Gang setzt, der darauf hinausläuft, dass du den durch die alkfreie Lebensweise eingeheimsten Gewinn nicht mehr hergeben willst.
Der Blick auf das Schöne des neuen Weges schafft meiner Erfahrung nach weitaus mehr Motivation als die ständige Angst vor Rückfällen/Ausrutschern. Selbst wenn du einen Ausrutscher hinlegen würdest, muss das nicht zwangsläufig negativ zu sehen sein. So hatte ich vor meinem endgültigen Ausstieg aus der Nikotinsucht einen Rückfall, den ich nachträglich als notwendig ansehe. Denn der Rückschritt in das abhängige Rauchen führte mir ganz klar vor Augen, dass ich mit Zigaretten nicht mehr glücklich leben KANN.
Ab dieser Erfahrung gab es für mich keinen Zweifel mehr, dass mein zweiter Ausstieg endgültig sein würde. Bei diesem erneuten Ausstieg fand ich selbst Schmachtanfälle gar nicht mehr so schlimm, da ich sie als Aufbäumen der Sucht ansah, die ich irgendwann endgültig hinter mir lassen würde.
Ich will damit nicht sagen, dass ein Rückfall immer oder nur gute Seiten haben muss. Immerhin bescherte er mir drei weitere Jahre abhängiges Rauchen. Aber im Ergebnis hat er mich weit nach vorne gebracht.
Also habe zumindest ich keinen Grund für eine Beichte, sondern eher Grund für Dankbarkeit, dass alles so kam, wie es kam. Denn diese Rückfallerfahrung war so nachhaltig, dass sie nicht nur meine Einstellung zum Tabak, sondern auch zum Alkohol veränderte.
Bassmann