Hallo Benny,
ich bin einer von denjenigen, die sich a la Münchhausen am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen haben. Und seit ich da raus bin bzw. bereits während des Ausstiegs, hat sich eine Menge in Bezug auf meine Einstellung zum Alkohol geändert. Hatte ich ganz früher gedacht, dass er mir hilft und später relativiert, dass er mir zwar schadet, aber gleichzeitig auch hilft, so denke ich heute, dass er mir bei nichts eine Hilfe sein kann oder konnte, sondern das Gegenteil bewirkt(e).
Das sah ich irgendwann ganz klar vor mir. Und das motivierte und motiviert mich, einen Weg aus der Sucht/dem zwanghaften Konsum von Alkohol zu suchen. Und weil ich jeden Tag aufs Neue feststelle, dass ein von Suchtmitteln unabhängiges Leben ganz klar das bessere ist, war‘s das für mich mit Alkoholmissbrauch und anderen Suchtmitteln. Aus dem „Es geht auch ohne Suchtmittel“ wurde nach und nach ein „Wie konnte ich nur jemals glauben, dass mir Suchtmittel bei irgendetwas eine Hilfe sein können“.
Heute weiß ich, dass die vermeintliche Hilfestellung von Suchtmitteln allein aus der irgendwann entstandenen Abhängigkeit resultiert. Wenn ich mich aus dieser Abhängigkeit löse, tut es erstmal weh. Aber irgendwann hat man sich eine Freiheit zurückerobert, die einfach klasse ist. Diese Erfahrung habe ich zunächst beim Tabak und später dann erneut beim Alkohol gemacht. Und diese Erfahrung motiviert mich Tag für Tag, mein Leben unabhängig von Suchtmitteln zu leben.
Bassmann