Beiträge von Bassmann

    Hallo Benny,

    ich bin einer von denjenigen, die sich a la Münchhausen am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen haben. Und seit ich da raus bin bzw. bereits während des Ausstiegs, hat sich eine Menge in Bezug auf meine Einstellung zum Alkohol geändert. Hatte ich ganz früher gedacht, dass er mir hilft und später relativiert, dass er mir zwar schadet, aber gleichzeitig auch hilft, so denke ich heute, dass er mir bei nichts eine Hilfe sein kann oder konnte, sondern das Gegenteil bewirkt(e).

    Das sah ich irgendwann ganz klar vor mir. Und das motivierte und motiviert mich, einen Weg aus der Sucht/dem zwanghaften Konsum von Alkohol zu suchen. Und weil ich jeden Tag aufs Neue feststelle, dass ein von Suchtmitteln unabhängiges Leben ganz klar das bessere ist, war‘s das für mich mit Alkoholmissbrauch und anderen Suchtmitteln. Aus dem „Es geht auch ohne Suchtmittel“ wurde nach und nach ein „Wie konnte ich nur jemals glauben, dass mir Suchtmittel bei irgendetwas eine Hilfe sein können“.

    Heute weiß ich, dass die vermeintliche Hilfestellung von Suchtmitteln allein aus der irgendwann entstandenen Abhängigkeit resultiert. Wenn ich mich aus dieser Abhängigkeit löse, tut es erstmal weh. Aber irgendwann hat man sich eine Freiheit zurückerobert, die einfach klasse ist. Diese Erfahrung habe ich zunächst beim Tabak und später dann erneut beim Alkohol gemacht. Und diese Erfahrung motiviert mich Tag für Tag, mein Leben unabhängig von Suchtmitteln zu leben.

    Bassmann


    Was mir jedenfalls bei dieser Hitze wieder besonders aufstößt, ist die menschliche Unvernunft. Vor Allem/gerade im Umgang mit Alkohol.
    Vielleicht bin ich ja auch nur auf dem Auge besonders empfindlich ...

    M.E. bis du tatsächlich in Bezug auf den Alkohol besonders empfindlich oder auch einseitig fokussiert, Greenfox.
    Ich glaube nämlich, dass das Problem weitaus globaler ist, denn wir tun ständig Dinge, die absolut unvernünftig sind. Und nicht selten ist Sucht dabei mit im Spiel. Bei unserer kürzlich geführten Diskussion über Zucker ist mir aufgefallen, dass immer dieselbe Schiene gefahren wird. Plötzlich wird festgestellt: Da will uns jemand etwas madig machen.

    Das war bei uns früher in Bezug auf das Trinken so. Da gab es sicherlich nicht nur bei mir das Ehegesponst, das mahnte: Trink doch nicht so viel.
    Bei den meisten war/ist das auch in Bezug auf das Rauchen so. Da mahnen inzwischen sogar die Verkaufsverpackungen.
    Und jetzt fühlen wir uns auch noch in Bezug auf den Zucker angemahnt.

    Dabei scheint es immer wieder dasselbe Prinzip zu sein, das hier greift: Dopamin, Dopamin, Dopamin.
    Ich glaube deshalb, dass unser Tun öfter als uns bewusst ist, nicht unvernünftig, sondern suchtgeprägt ist.
    Damit müssen wir uns auseinandersetzen und nach Wegen suchen, wie wir das in den Griff bekommen können.

    Bassmann

    Hallo Mira,

    nachdem ich meinen „Klamaukbeitrag“, der einen unsinnigen Zusammenhang zwischen Rauchen und Sex herstellte, entfernt habe, nehme ich mal zur Sache Stellung.

    Ich fand es auch nicht immer leicht, Rauch- oder Saufwünsche auszuschlagen, aber im Vergleich zur Zeit vor dem Ausstieg, wo es ein Ding der Unmöglichkeit war, meine Finger von Zigaretten und Alkohol zu lassen, war es ein Kinderspiel.
    Anders als du hätte ich es vor dem endgültigen Ausstieg nie geschafft, 48 Stunden lang keine einzige Zigarette zu rauchen. Und ich konnte auch viele Jahre lang keinen einzigen Tag benennen, an dem ich keinen Alkohol in gesundheitsgefährdender Menge getrunken hätte.
    Wenn es mal nur bei einer Flasche Wein oder einem Liter Bier blieb, fühlte ich mich wie ein Held.

    Dass sich auch nach längerer Zeit des Nichtrauchens oder Nichttrinkens psychische Entzugserscheinungen immer wieder mal zeigen, sah und sehe ich als normale Sache an. Hier hat mir immer Allen Carrs Devise geholfen, positiv zu denken. Also nicht zu lamentieren oder zu bedauern, sondern mich darüber zu freuen, dass ich den Kreislauf aus täglichem Suchtmittelkonsum und Entzug durchbrochen hatte und jetzt nur noch durch meinen letzten Entzug zu gehen hatte.

    Dir alles Gute
    Bassmann


    das trinken ist so eng mit Selbsthass verknüpft und ich habe keine Lust mehr dahin meine Energie zu stecken... ich will mich nicht mehr selbst kasteien.

    Okay, Lunaa, somit steht fest, was du nicht mehr willst.

    Doch nun stellt sich zu einen die Frage, was du von einem Leben ohne Betäubung erwartest und zum anderen, was du tun kannst, um diese Betäubung nicht mehr zu brauchen.

    Wie ich bei meinem Ausstieg erfahren habe, braucht es dazu eine ordentliche Portion Motivation. Und die fällt umso stärker aus, je besser ich mir mein künftiges Leben vorstellen kann und je überzeugter ich davon bin, dass es nur ohne Abhängigkeit(en) ein gutes sein wird.

    Willkommen im Forum.

    Bassmann

    Als ich (noch) trank, versuchte ich meinen Alkoholkonsum zu verbergen. Ich fühlte mich als Versager. Und mir lag daran, dass mein Umfeld mich nicht (auch) so sah.

    Als ich den Ausstieg aus dem Kreislauf der Sucht anging und die Erfahrung machte, dass ich der Sucht gegenüber gar nicht so hilflos war, wie ich jahrelang geglaubt hatte, hörte ich auf, mich als Versager zu fühlen.
    Und plötzlich lag mir daran, meinem Umfeld mitzuteilen, dass ich jahrelang dem Suff verfallen war.

    Doch damit sagte ich meinen Leuten nichts Neues. Das hatten sie selbst schon längst herausgefunden.

    Für mich sieht es deshalb so aus, dass die Angst vor Entdeckung nur so lange Nahrung erhält, wie ich mich als Versager fühle und deshalb verstecke. Mit der Veränderung meines Selbstbilds, wird der Angst genau diese Nahrung entzogen.

    Wenn ich die Veränderung nicht aus mir selbst heraus erzeugen kann, sollte ich mir helfen lassen. Denn je früher ich mich verändere, desto weniger lang muss ich unter meiner Sucht leiden.

    Bassmann


    Das Denken daran hört vermutlich nie auf?!

    Das dürfte durchaus zu erwarten sein. Aber richtig ist auch, dass du -und nur du- es in der Hand hast, wie du an den Alkohol/das Trinken denkst.

    Es ist wie mit dem halb vollen oder halb leeren Glas.
    Du kannst dich wehmütig daran erinnern, dass du früher in bestimmten Situationen trinken „durftest“. Du kannst dir aber auch voller Freude bewusst machen, dass du heute in denselben Situationen genau das nicht mehr tun musst, sondern eine Wahl hast.

    Und eins hast du ja bereits in den fünf Tagen ohne Alkohol erfahren: Die Welt ist nicht untergegangen, sondern sie scheint schöner zu werden.

    Und das ist kein Schein, der trügt.

    Alles Gute
    Bassmann


    Das Leugnen der Sucht ("ist doch gar nicht so schlimm").
    Es wird durch die Werbung aufrecht erhalten...Für mich ist hier die Werbung der Arm der Sucht-Erhaltung.

    So einfach ist es m.E. nicht.

    Bei mir fing das Leugnen in dem Augenblick an, als ich versuchte, von meinem Suchtmittel weniger zu mir zu nehmen.
    Das war in meinem Fall zunächst einmal die Zigarette. Bis zu diesem Augenblick hätte ich nie einen Gedanken daran verschwendet süchtig zu sein.
    Doch nun wusste ich es besser. Leider wusste ich nun auch, was es heißt süchtig zu sein.
    Und in diesem Augenblick begann das Dagegen-Anleugnen, indem ich begann, die Zigarette als das Tollste der Welt zu verklären.

    Vom Alkohol wurde ich erst viel später abhängig. Und hier leugnete ich noch nicht einmal mir gegenüber, sondern nur meiner Umwelt gegenüber. Ich brauchte keine Werbung um zu leugnen. Ich brauchte nur die Vorstellung, dass ich ohne Alkohol nicht leben kann und dass Alkoholiker kranke und ein Leben lang gefährdete Leute sind, um meiner Umwelt gegenüber abzuleugnen, dass auch ich dazu gehör(t)e.

    Und ich brauchte auch keine Antiwerbung oder den Wegfall von Werbung, um mit dem Leugnen aufzuhören. Was ich tatsächlich brauchte, war die Vorstellung, eine reelle Chance zu haben, ohne mein Suchtmittel leben zu können, ohne mich ständig nach ihm zu verzehren.

    Bassmann

    Danke und ja, Keppler, du bringst es auf den Punkt.
    Ich sehe den Ausstieg nicht als Leistung an, sondern als das schönste Geschenk, das man sich selbst machen kann.

    Was den Ausstieg zumindest am Anfang als Leistung erscheinen lassen, weil mehr oder weniger schwer machen kann, sind die Entzugserscheinungen. Aber wenn man innerlich weiß -und bei mir war das so- dass es zum Ausstieg keine Alternative gibt, weil man nicht länger ein Sklavenleben führen will, dann hält man durch, da selbst in Leidphasen ein Rest der Freude darüber vorhanden ist, sich endlich auf den Weg gemacht zu haben und statt des Schreckens ohne Ende ein gutes Ende anzusteuern.

    Dass es gut sein wird, habe ich in Foren vor allen Dingen von den ehemaligen Rauchern gelernt. Da konnte ich bei vielen fast körperlich deren Freude spüren.
    Bei den ehemaligen Trinkern ist das meist irgendwie verhaltener.

    Bassmann

    Vielen Dank für die Gratulationen und guten Wünsche.
    Es ist jedoch nicht mein fünfter, sondern mein vierter Jahrestag. Das fünfte Jahr hat gerade erst begonnen.
    Aber das werde ich sicherlich ebenso erfolgreich zu Ende bringen wie die vergangenen vier Jahre. Bin ja schließlich ein starker Typ (Ist das so richtig mit dem Eigenlob?).

    Bassmann

    Das Jahr fünf meines Ausstiegs hat vor ein paar Tagen begonnen.

    Zu berichten gibt es weder im positiven noch im negativen Sinne Neues.
    Was mich aber immer wieder begeistert, ist die Tatsache, dass das Glücksgefühl nicht abnimmt, das ich empfinde, wenn mir aufs Neue bewusst wird, dass ich nicht mehr trinken (und nicht mehr rauchen) muss.
    Und das passiert sehr oft.

    Als ich mit dem Rauchen aufhörte, begann ich damit, monatlich den eingesparten Betrag auf einem für diesen Zweck eröffneten Konto zu parken. Seitdem ich nicht mehr trinke, hat sich der monatlich gesparte Betrag noch einmal erhöht. Dieses Geld ist allein für mich und allein für Unternehmungen gedacht, die mir Freude bereiten.
    Meist investiere ich es in Kurzreisen.
    Und so kurz die Wochenendtrips auch sein mögen. Über die Jahre hinweg haben sich jede Menge schöne Erinnerungen angesammelt, die ich nur deshalb machen durfte, weil ich nicht mehr rauche und nicht mehr trinke.

    Immer wenn ich an Suchtzeiten zurückdenke, und dabei ist es egal, ob ich ans Trinken oder ans Rauchen denke, wird mir bewusst, dass ich -obwohl ich es am Anfang des Ausstiegs nicht erwartete- nichts verlor, aber jede Menge gewann.
    Und damit bin ich wieder beim ersten Absatz dieses Beitrags angelangt.

    Bassmann

    Hallo Berna,


    obwohl ich selbst nicht glaube, dass ich zu vil trinke. Das bringt mich nun etwas in Verlegung...

    ich bin kein Experte für Alkoholabhängigkeitstests. Ich vermute aber, dass diese Tests nicht ausschließlich über die Trinkmenge zu der Einschätzung kommen, dass eine Testperson gefährdet ist eine Abhängigkeit zu entwickeln.
    Dass Alkohol keine gesunde Flüssigkeit ist, weiß ohnehin jedes Kind. Richtig übel wird es aber, wenn man in eine Abhängigkeit gerät. Es kann deshalb nicht schaden, die Antennen in diese Richtung -und nicht ausschließlich auf den rein mengenmäßigen Vergleich mit anderen Leuten- auszurichten und sensibel zu registrieren, ob da etwas dran sein könnte.

    Gruß
    Bassmann

    Hallo LiS,

    Jahrelang hatte ich gegen etwas angekämpft. Erfolglos. Heute weiß ich auch warum: es ist ein Teil von und in mir. Und ich kann ja nicht plötzlich einfach aufhören damit ein wichtiger Teil von mir selbst zu sein.

    Saufen als Teil meines Wesens?
    Ich kann mir das nicht vorstellen.

    Für mich besteht der Kasus Knaktus meiner Vergangenheit als Abhängiger von Alkohol und Tabak in dieser -im Nachhinein fast nicht mehr nachvollziehbaren- Veränderung des Denkens und Fühlens, die eine entstandene Sucht nach sich zieht. Saufen, weil es mir schlecht geht oder weil es mir gut geht; Rauchen, um mich zu beruhigen usw.?
    Das ist eine Vorstellung und ein Fühlen, das allein der Abhängigkeit entspringt und mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat.

    Seit ich das realisierte, sind mir Suchtmittel schnuppe.

    Ich gehe deshalb nicht davon aus, dass Trinken oder Rauchen ein wirklicher Teil von mir war. Ich habe mich schlicht und einfach abhängig gemacht und mich in Folge so verhalten (müssen), wie es dieser Abhängigkeit entsprach.

    Viele Grüße
    Bassmann


    Ich kenne einige Leute, die sind sogar fast solz darauf, dass sie jeden Tag eine etwas deutlichere Bettschwere haben, und die mich dann noch schräg anreden, warum ich nichts trinke, wann ich endlich wieder was trinke und die selbst von sich sagen, sie wollen gar nicht aufhören zu trinken.

    Solche markigen Sätze kenne ich auch. Und zwar insbesondere aus meiner Raucherzeit. Ich kenne sie von anderen, aber auch von mir selbst.

    Nachdem ich gemerkt hatte, dass ich abhängig war und mit dem Rauchen nicht aufhören konnte, obwohl ich mir kaum etwas sehnlicher wünschte, drehte ich den Spieß um und behauptete, eine so schöne Sache überhaupt nicht beenden zu wollen.

    Soweit das nach außen Getragene.

    Innerlich fühlte ich mich als Schlappschanz und freute mich klammheimlich darüber, wenn Andere, die den Absprung von der Qualmerei zunächst geschafft zu haben schienen, rückfällig wurden. Auf der anderen Seite verging ich vor Neid, wenn Andere den Absprung augenscheinlich schafften.

    Das ist der Unterschied zwischen Schein und Sein. (Und bei den Trinkern wird der nicht anders sein.)

    Bassmann

    Hallo Marbejalah,

    ich habe zwar nie Selbstmordgedanken wegen meines Trinkens gehabt, aber es ging mir zunehmend schlechter bei dem Gedanken, bis zu meinem Lebensende vom Alkohol abhängig sein zu müssen. Ich trank, weil ich dachte, ohne den Alkohol nicht leben zu können, wobei es mir in der Endphase meiner Abhängigkeit ausschließlich um die betäubende Wirkung ging. So konnte ich vergessen, dass ich mein Leben ziemlich beschissen fand. Wobei es eigentlich richtiger wäre zu sagen, dass ich mich beschissen fand, weil ich mich so dermaßen abhängig gemacht hatte.

    Warum trinkst du?

    Ich hatte das Glück, über den Ausstieg aus einer anderen Sucht die Erfahrung machen zu dürfen, dass sich die Vorstellungen über die positiven Wirkungen eines Suchtmittels in Luft auflösen, wenn der Entzug nicht nur physisch, sondern insbesondere auch psychisch gelungen ist. Aus meiner Sicht ist die folgende Erkenntnis der Dreh- und Angelpunkt für den erfolgreichen Ausstieg: Suchtmittel können das Leben langfristig nicht verbessern, sondern -sobald eine Abhängigkeit entstanden ist- ausschließlich verschlechtern. Es macht deshalb keinen Sinn, sich an den Gedanken zu klammern, nur hin und wieder mal die „Köstlichkeiten“ des Suchtmittels „genießen“ zu wollen. Denn dann bin und bleibe ich psychisch immer ein Süchtiger, und zwar unabhängig davon, wie lang die Trinkpausen zwischen den Rückfällen auch immer sein mögen.

    Es geht nur über einen endgültigen Cut. Und der muss m.E. in erster Linie im Kopf erfolgen.
    Natürlich kann ich meine Abhängigkeit auch mit Selbstmord stoppen. Aber das ist völlig unnötig, weil es auch anders/besser geht. Und dass es anders geht, beweisen zahlreiche Aussteiger u.a. in diesem Forum.

    Herzlich willkommen im Forum, Marbejalah, und lass weiter von dir lesen.

    Bassmann


    Er war Mittel zum Zweck ...Stress von jetzt auf gleich abzubauen, Dinge aufzuschieben und Entscheidungen nicht treffen zu MÜSSEN u.v.m.

    Der Alkohol war kein Mittel, sondern wurde von dir (und mir und anderen) als Mittel missbraucht. Und wie mir (und anderen) wird dir jetzt bewusst, dass durch den Alkohol langfristig nichts abgebaut wurde oder ohne Entscheidung läuft, sondern dass neuer Stress entstanden ist und neue Entscheidungen zu treffen sind.
    So ist z.B. ein Leben ohne Promillezufuhr nicht mehr ohne weiteres möglich, Dinge lassen sich nicht länger aufschieben, weil sie durch den Alkohol entstanden sind und immer mehr auf den Nägeln brennen wie z.B. das immer tiefere Absacken in die Abhängigkeit/Sucht usw. usf.

    Irgendwann ist die Entscheidung fällig, ob man so weitermachen will/kann oder seinem Leben eine neue Richtung gibt.
    Du hast deine Entscheidung jetzt getroffen. Und es ist eine gute Entscheidung, auch wenn sie in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten das eine oder andere Problem aufwerfen wird.
    Wie bereits Greenfox schrieb: Es lohnt sich, sich aus der Abhängigkeit zu lösen.

    Willkommen im Forum, Oleander.

    Bassmann

    Sucht äußert sich darin, dass das Suchtmittel eine herausragende Stellung in Bezug auf das Wohlbefinden des Abhängigen einnimmt. Deshalb kann sich ein Abhängiger nicht vorstellen, ohne das Suchtmittel glücklich leben zu können.
    Und genau mit dieser (falschen) Vorstellung muss er aufräumen. Insofern erfordert jeder Suchtausstieg eine Einstellungsänderung.

    Um die zu bewirken ist ggfs. eine therapeutische Hilfe erforderlich.
    Einfach nicht mehr trinken, klappt langfristig i.d.R. nicht, weil dadurch keine wirkliche Einstellungsänderung herbeigeführt wird. Wer so vorgeht, wird sich wahrscheinlich Tag für Tag nach seinem Suchtmittel sehnen... und irgendwann der Sehnsucht folgen.

    Bassmann

    Guten Morgen Suses Mann,

    so wie ich die Sache sehe, betrachten das die Wenigsten hier. Für mich ist der Alkoholismus eine Abhängigkeit/Sucht, die nach dem gleichen Muster gestrickt ist wie jede andere Sucht (z.B. die Abhängigkeit vom Nikotin).
    Mit der richtigen Einstellung und insbesondere Motivation ist es deshalb m.E. (und meiner persönlichen Erfahrung nach) möglich, sich dieser Abhängigkeit zu entledigen.

    Eine Sache ist jedoch immer zu bedenken: Ein nicht ärztlich überwachter Entzug des Suchtmittels kann tödlich enden. Insofern sollte auch für denjenigen, der nicht den klassischen Weg (Suchtberatung, klinischer Entzug, Langzeittherapie) gehen möchte, ein Mediziner die erste Anlaufstelle sein.

    Ansonsten gibt es auch für nicht „klassische Aussteiger“ jede Menge Hilfen, die durchaus genutzt werden sollten. Mir haben z.B. der Austausch in Foren und insbesondere erfolgreiche Aussteigergeschichten sehr geholfen.

    Beste Wünsche
    Bassmann


    Ich hoffe, daß ich nun dauerhaft die Finger davon lassen kann...

    Naja, Hoffnung ist schön und gut. Aber die stirbt bekanntlich, auch wenn sie das nach dem Volksmund erst zuletzt tut.

    Meiner Erfahrung nach fällt das mit der Dauerhaftigkeit umso leichter, je mehr man in der Lage ist für sich selbst zu beschreiben, was man im positiven Sinne davon hat, nicht mehr zu trinken. Und wenn man das dann auch noch fühlen kann, sieht es ganz gut aus.
    Denn: Positive Zukunftserwartungen in Bezug auf ein suchtmittelfreies (oder -armes) Leben und tatsächliche positive Erfahrungen erhöhen die Motivation.

    Willkommen im Forum.

    Bassmann


    Und da hab ich gewusst, dass ich nie wieder rauchen werde. Aber ich musste es wohl so lernen. Anders ist sicher angenehmer:)

    Du hast es auf die oben beschriebene Art gelernt, Ennasu, ich habe es über die von mir schon oft beschriebene Rückfallerfahrung gelernt, andere lernen es wieder auf eine andere Art und Weise.
    Wenn am Ende dabei raus kommt, dass man genau weiß, dass man es nie wieder tun wird, weil man sich nicht länger von der Sucht und ihrem verdrehten Denken verarschen lassen will dann war's das mit der Abhängigkeit.

    Es sei denn, man steht auf verdrehtes Denken.

    Bassmann

    Hallo Sunny

    wenn ich mich in den Seelenzustand zurückversetze, in dem ich mich befand, als ich noch trank, kommt mir eigentlich nur in den Sinn, dass es niemandem gelungen wäre, mich vom Alkohol zu trennen. Ich hätte mich zwar gefreut, dass sie/er sich um mich kümmert. An meinem Trinkwunsch hätte das jedoch nichts geändert. Nicht anders war es mit dem Rauchen. Auch hier hatte meine Familie keine Chance. Meine Frau versuchte erst gar nicht, mich vom Tabak zu trennen, weil sie selber rauchte, meine Tochter begann irgendwann ebenfalls zu rauchen.

    Das wirklich Schlimme an einer Abhängigkeit ist, dass jeder Entzug des Suchtmittels aufgrund der Entzugserscheinungen extrem negativ empfunden wird. Nimmt man das Suchtmittel wieder zu sich, sind die Entzugserscheinungen weg und es geht dem Abhängigen subjektiv besser.
    Erfolgreich aus der Suchtspirale aussteigen kann deshalb m.E. nur derjenige, dem es gelingt in sich zu spüren, dass ein Leben ohne Sucht und Suchtmittel eine weitaus höhere Lebensqualität als ein suchtgesteuertes Leben hat bzw. haben kann.
    Nur dann ist man m.E. dazu bereit, die Zeit des Entzugs auszuhalten.

    Dass ein Angehöriger helfen kann, eine derartige Einstellungsänderung herbeizuführen, wage ich zu bezweifeln.

    Bassmann