Hallo Anton,
guter Plan! Wünsche Dir alles erdenklich Gute bei der Umsetzung. Und freue mich wieder von Dir zu lesen.
LG
gerchla
Hallo Anton,
guter Plan! Wünsche Dir alles erdenklich Gute bei der Umsetzung. Und freue mich wieder von Dir zu lesen.
LG
gerchla
Hallo Valdes,
schön, dass Du hierher gefunden hast. Von den Erfahrungen hier können Du und Deine Frau nur profitieren.
Und Respekt, für Deine/Eure Entscheidung erst mal eine Trinkpause einzulegen und Euer Trinkverhalten zu überprüfen bzw. zu hinterfragen.
ZitatMich würde mal interessieren, ob jemand, der Alkoholiker ist, für ein halbes Jahr das Trinken einstellen kann ohne darunter zu leiden.
Ich hatte nach der Geburt meiner Tochter eine relativ lange Trinkpause. Ich weiß nicht mehr genau, ob es ein halbes Jahr war, aber das könnte schon gut hinkommen. Damals (ist jetzt 12 Jahre her) war mein Trinkniveau noch "überschaubar" aber ich war sicher schon abhängig. Motivation war für mich damals, dass ich wahnsinnige Angst hatte, ich könnte im betrunkenen Zustand mich nachts im Schlaf auf meine Tochter rollen. Wenn sie mal bei uns im Bett geschlafen hat.
Aber Du wolltes ja wissen, ob die Trinkpause ohne zu leiden funktioniert hat. Ja, was ist schon leiden? Körperlich hatte ich überhaupt keine Leiden, die hatte ich aber 10 Jahre später, als ich mit täglich 10 Bier und einer Flasche Wein (im Schnitt) aufgehört habe zum Saufen auch nicht gehabt.
Psychisch war es damals so, dass ich es auch ganz gut im Griff hatte. Wenngleich die Gedanken immer wieder mal um den Alk kreisten, das weiß ich noch. Aber der Druck war auszuhalten und teilweise auch ganz weg. Also eigentlich alles gut. Wenn ich nur nicht wieder angefangen hatte. Ganz banal hatte mich mein neuer Nachbar spontan auf ein Bierchen im Garten eingeladen und ich hab das getrunken. Das war's! Von da an war dann auch klar, dass ich süchtig bin. Das war wohl im Nachhinein für mich so ein "Schlüsselmoment". Und natürlich hat sich meine Trinkmenge dann sofort über das Niveau von vor der Trinkpause gesteigert. Ich hatte vorher so maximal 2-3 Bier am Tag, auch mal einen Tag nix. Da war ich dann schnell drüber. Und dann wurden meine weiteren Versuche kontrolliert zu trinken auch immer schwieriger und die Pausen immer kürzer. Die letzten 2 Jahre konnte und wollte ich gar keine Pausen mehr machen. Ich musste sogar trinken, wenn ich z. B. mit Erkältung im Bett lag. Irgendwann dann auch schon früh, vor der Arbeits usw usw.
Ob Du nun Alkoholiker bist oder nicht kann Dir wahrscheinlich keiner sagen. Wie gesagt, die Menge allein macht's nicht aus, die ist sicher ein Indikator, aber viel trinken heißt nicht automatisch abhängig und umgekehrt. Ich finde es super, wie Du jetzt damit umgehst. Wenn Dir das "nie mehr Alkohol" solche Angst macht, dann ist das jetzt erst mal voll ok, so an die ganze Sache heran zu gehen. Vielleicht stellst Du Dir auch irgendwann die Frage, warum Du überhaupt wieder Alkohol trinken willst? Abstinent zu leben kann ja auch eine Lebenseinstellung sein, ohne den Alkoholikerhintergrund. Als Kinder hat uns der Alk ja auch nicht gefehlt.... Die Erwachsenen haben immer nur so getan, als wäre das ganz toll und als gehöre es zu unserer "Kultur". Naja, anderes Thema.
Zusammmengefasst wollte ich Dir einfach sagen, dass m. E. nicht 100%ig gesagt werden kann ob Du Alkoholiker bist oder nicht, egal wie Du Dich aktuell fühlst. Das Risiko das es schief geht, wenn Du wieder trinkst ist da, kann aber auch anders laufen. Als Alkoholiker bin ich froh, nicht mehr trinken zu MÜSSEN, froh, dass ich weg bin von dem Zeug, dass mir nur Elend gebracht hat. Du hast vielleicht die Chance, freiwillig darauf zu verzichten.
Ich wünsche Dir auf jedenfall einen guten Austausch hier und ein Händchen für die richtigen Entscheidungen. Nur Du allein betimmst, wie Dein Leben in Zukunft läuft.
LG
gerchla
Hallo Anton,
erst mal: :welcome: hier im Forum.
Kalter Entzug, mann mann mann..... Gut, dass nichts passiert ist und Du alles soweit überstanden hast.
Jetzt hast Du ja schon mal einiges geschafft, jetzt heißt es dran bleiben.
ZitatMein Ziel ist es, das noch 1-2 Wochen so weiter zu machen und anschließend lebenslang ohne Alkohol zu leben und mit gesunder, mäßiger Ernährung und Lebensweise mein Normalgewicht zu erreichen und zu halten.
Hast Du schon einen Plan, wie Du Deine künftige Trockenheit gestalten willst? Das mit dem Abnehmen ist ja eher ein "Nebenprodukt", Bier durch Wasser ersetzen und schon fallen ewig viele Kalorien weg. War bei mir auch so, 25 Kilo hab ich abgenommen. Mittlerweile laufe ich Langstreckedistanzen, was natürlich zusätzlich hilft.
Aber ich habe nicht zum trinken aufgehört um abzunehmen und ich habe auch nicht zum Laufen begonnen um abzunehmen. Ich wollte endlich wieder zu mir finden. Mein Leben selbst in der Hand haben und weg vom Alkohol, der mich körperlich und psychisch beherrscht hat. Und der Sport hilft mir jetzt einfach beim Entspannen. Der Rest ist Nebeneffekt.
Wünsche Dir einen guten Austausch hier!
LG
gerchla
Hallo Marc,
zum Thema Joint: kenn ich mich nicht aus, interessiert mich aber auch nicht. Hab keinerlei Bedürfnis das auszuprobieren. Ich will auch mein Bewuststein nicht mehr verändern, ich hatte jahrelang überhaupt kein Bewustsein und bin froh, dass ich wieder eins hab. Kannst jetzt spießig nennen, aber mir fehlt nichts. Seit ich nicht mehr saufe fehlt mir absolut nichts, im Gegenteil, ich genieße es immer noch, dass ich klar bin in der Birne.
zum Thema Alklohol zum Kochen: Deine Entscheidung, ich koche auch leidenschaftlich gerne und auch für mich war zunächst die Herausforderung beim Kochen nicht zu saufen. Das habe ich zum Glück hinbekommen, denn es wäre echt übel gewesen, wenn mich kochen getriggert hätte. Ist eine meiner liebsten Beschäftigungen. Aber ich koche nicht mehr mit Alkohol. Meine Strategie ist so aufgebaut, dass ich für mich ausgeschlossen habe, bewusst Alkohol zu mir zu nehmen. Wenn ich es nicht weiß oder hinterher erfahre, mache ich einfach einen Haken dran. Das ist mir bisher einmal passiert, auch noch in Form einer Schnapspraline, die ausgesehen hat, wie ein sehr bekanntes Schokokonfekt mit Mandelsplittern. Ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen, dass da Schnaps drin sein könnte. Lange Rede kurzer Sinn, ich hab die erwischt und konnte es relativ problemlos abhaken. Keine tieferen Gedanken danach, kein Saufdruck. Weil ich mir immer gesagt habe: Wenn Du es nicht selbst wolltest, wird Dir nix passieren.
Würde ich mich Alk kochen, wäre das was anderes für mich. Glücklicherweise habe ich auch kein Problem damit, dass ich nun auf Geschmack verzichten müsste. Klar gibt es viele leckere Gerichte mit Weinsaucen usw. Aber noch mehr ohne. Für mich wäre das Kochen mit Alkohol der Beginn eines Rückfalls. Wie gesagt, für mich! Es fällt mir allerdings sehr leicht ohne Alk zu kochen, ich vermisse gar nichts. Ich halte das was Du machst allerdings für ein Spiel mit dem Feuer, aber das musst Du wissen.
Dass Du nun den Wein daheim hast, im Kühlschrank oder Weinregal oder wo auch immer ist das eine, dass Du mit ihm "arbeitest", ihn verarbeitest, ihn dauernd um Dich herum hast (beim Kochen) und ihn auch schmeckst beim Essen, ist nochmal was anderes.
Bei mir hat es gedauert, aber jetzt kann ich auch mal Alk im Haus haben. z. B anlässlich eines Besuchs. Wenn der weg ist, ist dann aber auch der Alk wieder weg, d. h. ich habe übern Hof einen "Schuppen", wo das was nicht weg ging dann steht. Z.zt. steht da gar nix drin, weil mittlerweile alle guten Freunde bei mir ohnehin nix trinken wollen. Ne Zeit lang waren mal paar Bier oder ne Flasche Sekt dort zwischengelagert. Bier ist dann irgendwann abgelaufen und ich hab's weg geschüttet, Sekt wurde zu irgend einem Anlass mal getrunken, natürlich nicht von mir. Das alles wäre mir aber nach ein paar Wochen Trockenheit nicht möglich gewesen. Auch ich habe mir von Anfang an gesagt, wenn ich saufen will, dann komme ich jederzeit an den Stoff. Discounter um die Ecke, nachts und sonntags die Tanke, wenn ich will kann ich immer saufen. Im Kühlschrank oder an einem Ort, an dem ich mehrmals vorbei komme am Tag, möchte ich das Zeug aber nicht haben. Nach wie vor nicht, ich habe nämlich gehörig Respekt.
Ich bin froh, dass ich jetzt so damit umgehen kann, weil meine Partnerin dann auch mal was trinken kann, wenn sie möchte. Das passiert zwar fast nie (im Sommer vielleicht mal ein Radler), aber ich habe nicht das Gefühl sie muss sich wegen meiner Krankheit einschränken. Was sie jederzeit auch tun würde, aber muss sie jetzt nicht mehr. Und Gästen kann ich auch mal was anbieten, aber wie gesagt, da es fast alle wissen, wollen die gar keinen Alkohol wenn sie bei uns sind.
Naja, Du wirst wissen was Du machst. Bei mir haben einige meiner Rückfälle (oder besser Beendigung meiner Trinkpausen) so ähnlich begonnen. Z.B. mit: Zum Essen wenigstens ein alkoholfreies Bier. Wenig später: ein halbes Glas Wein zum Rehbraten, das gehört jetzt aber einfach dazu. Dann ging es halt wieder dahin... Aber diese Stories kennst Du ja.
Wünsche Dir auf Deinem Weg weiterhin alles Gute und freue mich wieder von Dir zu lesen.
LG
gerchla
Hallo Marc,
oja, die Realität bleibt. Oder besser gesagt: man nimmt sie plötzlich so wahr, wie sie tatsächlich ist. Die Nebel haben sich gelichtet, die Probleme, die darin verborgen waren sind plötzlich sichtbar. Ganz ohne alkoholische Verzerrung... Bittere Erkenntnis, die hatte ich auch. Ich weiß ja nicht wie hoch der Berg Deiner Probleme ist, meiner war riesig. Er bestand aber nicht nur aus einem großen Problem sondern aus vielen kleineren und auch größeren. Zusammen genommen aber, habe ich es als Riesenberg gesehen. Da war einiges aufgelaufen, die vielen Jahre des Wegsaufens rächten sich....
Glücklicherweise traf ich dann schon in der Anfangsphase (zeitlich ungefähr so wie bei Dir jetzt) auf einen sehr klugen Mann. Dem schilderte ich mein Elend. Der sagte sinngemäß folgendes: Stell Dir vor Du wohnst in einem Haus, total verfallen. Dach kaputt, Fenster undicht, Wände nass, Boden aufgequollen von der Feuchtigkeit, im Keller steht das Wasser. Womit fängst du an? Erst mal mit dem Dach, damit es nicht reinregnet, erst dann kümmerst du dich um die Fenster, schaust das die Wände trocken werden und der Boden dann wieder gemacht wird. Am Schluss bringst Du den Keller in Schuss.
Das hat mir sehr geholfen. Eines nach dem anderen. Und wenn dann mal alles soweit abgearbeitet ist, dann heißt es dran bleiben. Das geht dann allerdings trocken wesentlich besser als im Suff. Denn neue Probleme oder Herausforderungen werden dann nicht gleich wieder weg gesoffen und zu den anderen gelegt. Man kann sie sofort angehen.
Ganz klar, auch ohne Alkohol hält das Leben nicht nur schönes bereit. Aber es gibt auch nichts, was der Alkohol schöner machen würde. Im Gegenteil, er tut zwar so, serviert Dir dann die Rechnung aber auf einmal plus Zinsen und Zinseszins.
Bleib dran.
LG
gerchla
Hallo Rike,
erst mal - HERZLICH WILLKOMMEN - hier im Forum.
Ich bin Alkoholiker, also kein Angehörigier. Aus meiner Sicht kann ich spontan nur sagen: Lass' Dich nicht auf eine Beziehung mit einem nassen Alkohliker ein.
Aber mir scheint, Du weißt das alles selbst. Hast ja die Fakten klar skizziert und weißt ja eigentlich was richtig wäre. Tja, wenn da nicht die Gefühle wären....
Es sind eben immer die beiden Gesichter, die Alkoholiker oft haben. Nüchtern und besoffen. Leider ist letzteres mit dem Andauern der Krankheit der Normalzustand. Dir jetzt eine "Musterlösung" zu geben traue ich mehr ehrlich gesagt nicht zu. Ich glaube das wäre vermessen von mir. Aber eine Chance hat Eure Beziehung aus meiner Sicht nur dann, wenn er SOFORT etwas gegen seine Krankheit unternimmt. D. h. Arzt aufsuchen, entziehen, Suchtberatung, ggf. dann eine Therapie. Das wäre aus meiner Sicht ein Grund, zunächst einmal zu ihm zu halten und ihn dabei zu unterstützen, dann das könnte ihm dann wirklich helfen und Kraft geben. Eure (gemeinsame) Zukunft hinge dann davon ab, ob er dauerhaft Abstinent leben kann/will oder nicht.
Aber wie Du ja schreibst, hat er diese Option mangels Kraft schon abgelehnt. Ich glaube, dann solltest Du jetzt auf Dich schauen. Aber eigentlich weißt Du das ja schon.
Drücke Dir die Daumen und wünsche Dir einen guten Austausch hier.
LG
gerchla
Hallo Pischi,
:welcome: hier im Forum. Schön, dass Du hier her gefunden hast.
Wie Du hier siehst und nachlesen kannst, bist Du nicht allein mit Deinem Problem. Als ich Deinen Text gelesen habe, kam bei mir spontan folgender Gedanke auf: An der Stelle warst du auch mal!
Auch das Gefühl, Angst davor zu haben nie mehr was trinken zu dürfen ist mir natürlich noch gut in Erinnerung. Und das ich jemals psychologische Hilfe annehmen würde, war komplett außerhalb meiner Vorstellungskraft. Und überhaupt, ich hatte ja alles was ich brauchte: Intakte Familie, super Job, keine Geldsorgen, eigentlich alles gut. Bisl viel getrunken halt, aber: Nur Bier, wirklich nur Bier. Ok, mal ein Glas Wein aber nein, meistens nur Bier.
Ich gebe zu, dass ich da jetzt gerade schon ein wenig ironisch bin, aber das waren wirklich meine Gedanken damals. Zum Thema "nur Bier" hat ja Greenfox schon mal eine Umrechnungsformel gezeigt. Da relativiert sich dann schon einiges...
"The times, they are a changin" heißt ein Lied von Bob Dylan.... So war es dann auch bei mir. Denn nach Jahren des heimlichen Bierkonsums, nach viiiiiieeeelen Jahren ohne größere Auffälligkeiten kam dann plötzlich regelmäßig Wein dazu, weil, da braucht man ja weniger und muss nicht so viele Flaschen entsorgen. Naja, und natürlich habe ich vieleJahre erst abends mit dem Trinken angefangen und schon mal gar nicht in der Arbeit. Aber auch das hat sich dann geändert. Die ersten 3 Biere auf ex in der S-Bahn auf dem Heimweg, später dann schon mal was in der Arbeit und am Schluss vor der Arbeit.... Tja, der klassische Abstieg, die klassische Alkoholikerkarriere.... Aber das es mal so weit kommen könnte habe ich die Jahre vorher natürlich nicht gedacht!
Ich kann Dich nur ermutigen Dein Leben in die Hand zu nehmen und nicht den Alkohol Dein Leben diktieren zu lassen. Es wird nämlich mit der Zeit nicht besser, es wird nicht "von selbst" besser, das Gegenteil passiert. Die Wege aus der Sucht sind individuell, jedoch solltest Du m. E. nicht von vorne herein bestimmte Dinge ausschließen. Ausprobieren ist da die bessere Alternative. Vielleicht am Anfang wirklich einfach mal mit einer SHG, vielleicht gibt Dir schon das was Du brauchst um Deinen Weg zu gehen. Oder zur Suchberatung. Warum nicht? Ich bin übrigens auch als erstes gleich mal in eine SHG. Das hat mir sehr geholfen, ich kann es nur empfehlen!
Und male Dir nicht zu viele Horrorgeschichten aus. "Man könnte mich erkennen, ich könnte den Job verlieren, usw usf." Das ist nicht so. Wenn jemand seinen Job verliert, dann i. d. R. wegen dem Saufen und nicht weil er etwas dagegen unternimmt. Da ist die Erfahrung (auch meine) eher so, dass man dafür Anerkennung und Respekt erntet.
Zu Deiner Angst, NIE mehr Alkohol trinken zu dürfen kann ich Dir aus meiner Erfahrung sagen: Es fehlt nichts, absolut nichts. Ich konnte mir das anfangs nicht vorstellen, ich dachte ein Glas xy gehört doch dazu usw. Urlaub in Frankreich ohne ein Glas Rotwein? Unmöglich! Doch möglich, sogar besser. Wenn man mal das Bewustsein für seine Situation und sein Leben entwickelt hat, erkennt man, dass das alles Quatsch ist. Es geht problemlos ohne, ohne irgendwas an Lebensqualität zu verlieren. Wir Alkis gewinnen im Gegenteil an Lebensqualität. Und auch die Angst, man könnte ausgegrenzt werden, Spaßbremse sein usw. Ich kann das nicht bestätigen. Mittlerweile weiß mein Umfeld, dass ich nichts trinke und es ist ganz normal. Man schenkt mir keinen Alkohol mehr, man bietet mir automatisch meine alkoholfreien Lieblingsgetränke an und es wird auch nicht weiter darüber gesprochen. Alles ist ganz normal.
Ich wünsche Dir, dass Du Deinen Weg findest. Es lohnt sich wirklich auszusteigen, am besten natürlich, wenn man noch nicht ganz unten angekommen ist. Hier im Forum kannst Du viele individuelle Lebensgeschichten lesen und bestimmt ist auch die ein oder andere Anregung für Dich dabei. Ich freue mich wieder von Dir zu lesen.
VG
gerchla
Hallo Roberto,
Mir sind zwar schon Gedanken gekommen, es mir einmal die Woche zu erlauben, aber das geht natürlich nicht. Dann geht alles wieder von vorne los. Und ich weiß auch keinen Grund, warum ich es machen sollte.
Der letzte Satz ist m. E. der Schlüssel zum Erfolg! Warum solltest Du einmal die Woche Alkohol trinken? Was würde das ändern? Selbst wenn es funktionieren würde (was es aber voraussichtlich sicher nicht wird)? Du hättest dann also 1x die Woche was getrunken, ein Bier oder zwei, ein Glas Wein vielleicht. Und? Was wäre dann anders?
Das sind die Gedanken, die ich mir auch gemacht habe. Es fehlt mir nichts ohne Alkohol. Ich war Wirkungstrinker, immer. Vielleicht gaaaaaanz am Anfang nicht, aber bald schon war ich Wirkungstrinker. Es ging nicht um Geschmack oder Kultur oder sonst irgendwas. Die Wirkung war' s, sonst nix. Selbstverständlich versucht das Suchtgedächtnis einem da was anderes zu erzählen. Aber nüchtern betrachtet (haha, kleines Wortspiel) ist leicht zu erkennen was wirklich Sache ist.
Ich finde das prima, dass Du das jetzt so siehst. Und übrigens: bei dem Versuch, wo ich es dann wirklich geschafft habe trocken zu werden (also mein letzter) war bei mir auch alles anders als die vielen Male vorher. Plötzlich wurde ich nicht oder kaum noch getriggert. Ich habe plötzlich nicht mehr ständig an Alk gedacht, nicht dauernd gezählt wie lange ich jetzt schon nix mehr trinke. Klar ist man stolz und weiß wie lange man schon nicht mehr trinkt, aber diese Gedanken: jetzt hast Du ja schon XX-Tage nix getrunken, jetzt könntest Du ja.... es geht doch.... usw. die waren WEG!
Also, bleib dran. Ich freue mich wieder von Dir zu lesen!
LG
gerchla
Hallo Regina,
wieder was gelernt, also was Annapurna betrifft ![]()
Es ist schön, wenn es Dir hilft hier zu schreiben. Dann mach' das doch einfach weiter, wenn Dir danach ist. Ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist, Dir jetzt ständig zu sagen, was meiner Meinung nach richtig oder falsch ist. Das wird Dir im Moment wohl nicht helfen. Und solltest Du mal gezielt Rat suchen, dann weißt Du ja wo wir sind.
Ich freue mich weiter von Dir zu lesen und drücke die Daumen, dass alles so wird wie Du es Dir wünscht!
Lg
gerchla
Hallo Chris,
schön, dass Du hier ins Forum gefunden hast. Mit 25 bis Du noch sehr jung und ich finde es gut, dass Du Dein Trinkverhalten hinterfragst. Du hast für Dich festgestellt, dass es zu viel ist. Und Du hast auch festgestellt, dass Du nicht so trinken kannst wie Du es gerne möchtest. Das sind auf jeden Fall schon mal deutliche Anzeichen, dass Du da ein Problem hast. Wie das Problem nun genau aussieht, ob nun bereits süchtiger Alkoholiker bist oder "nur" Missbräuchler ist erst mal völlig egal. Fakt ist ja, Du willst etwas ändern aber es scheint nicht so einfach zu funktionieren.
Lies Dich hier mal richtig ein. Dann kannst Du Deine Situation sicher auch selbst ganz gut einschätzen. Das kann Dir dann auch helfen, Deinen Weg zu finden. Ach, und was Deine Freunde betrifft: RICHTIGE Freunde, also wirklich echte, werden Dich auf jeden Fall dabei unterstützen nichts mehr zu trinken, wenn sie wissen das Du Alkoholiker bist und weg von dem Zeug willst. Richtige Freunde würden vielleicht sogar von sich aus freiwillig im Beisein von Dir keinen Alkohol trinken, außer es käme von Dir das go, dass Du damit kein Problem hast. So habe ich das jedenfalls erfahren.
Aber egal wie, es ist DEIN Leben und Du musst sehen, dass es so läuft, wie Du es willst. Solange Du am Alk hängst, bestimmt der wie es läuft.
Wünsche Dir eine guten Austausch hier und lass' von wieder Dir hören.
VG
gerchla
Hi Marc,
hört sich gut an, was Du schreibst! Prima, dass es der Jungsabend so reibunglos lief. Soziale Kontrolle - das ist gut ausgedrückt. Etwas, das vor allem am Anfang sehr helfen kann. Deshalb ist es auch sinnvoll, sich bei den "wichtigen" Menschen zu outen. Ich hatte übrigens auch ein paar Bekannte/Freunde, die ausgelöst durch mein Outing plötzlich ihr eigenens Trinkverhalten hinterfragt haben. Einer hat sogar das Alkohol-Trinken komplett eingestellt. Wobei ich mir sehr sicher bin, dass keiner von denen ein Problem hatte. Aber schön war einfach, dass ich nur positive Rückmeldungen bekommen habe. Respekt und Anerkennung, dass ich versuche gegen den Suff zu kämpfen. Das hat mir auch sehr geholfen.
Family-mäßig lief es bei mir leider eher umgekehrt. Ich hatte in meiner nassen Zeit eigentlich eine "schöne" heile Welt, wahrscheinlich weil ich Heimlichtrinker war und das Umfeld nix mitbekommen hat. Nach meinem Outing, was auch verbunden war mit einer Trennung von meiner Frau, war ich und bin ich teilweise noch, der Böse. Viele können auch mit der Thematik Alkohol und "ich bin Alkoholiker" überhaupt nicht umgehen. Schon krass. Aber unterm Strich habe ich jetzt wirklich auf so viele neue Menschen kennen gelernt, mit denen ich ein prima Verhältnis habe. Ganz anders als zu nassen Zeiten wo ja nix echt war.
Also, bleib' dran und vor allem schreibe weiter, es immer schön von Dir zu lesen.
lg
gerchla
Hallo tipt,
herzlich willkommen im Forum. Und Glückwunsch zu 8 Jahren Trockenheit!
Wünsche Dir einen guten Austausch hier!
VG
gerchla
Hallo Marc,
also, was soll ich sagen? Eigentlich nur 44.
Liest sich gut, was Du zu berichten hast. Auch die Gedanken die Du Dir machst, z. B. über den Jungen, zeugen davon, dass Du ein Bewustsein hast und weißt was auf dem Spiel steht. Und dass Du mit einem Freund darüber gesprochen hast ist ein weiterer Schritt. Das habe ich damals auch gemacht. War bzw. ist mein wirklich bester (uralter) Freund, er hat mir sehr geholfen. Einfach durch zuhören und motivieren. Vielleicht war er sogar der, der am meisten mitgewirkt hat an meinem Weg zur dauerhaften Abstinenz.
Also dran bleiben, ich freue mich das so läuft bei Dir!
LG
gerchla
Hallo Annapurna,
jetzt will ich mich auch mal wieder melden. Nach Deinen letzten Posts war ich, ehrlich gesagt, etwas verwirrt und wusste nicht genau ob oder was ich dazu sagen soll.
Mir scheint, dass Du Dir Argumente zurecht gelegt hast, die belegen, dass es bei Dir und Deinem Partner ja eigentlich gar nicht so schlimm ist. Wenn das so ist, dann freut mich das für Dich. Und das meine ich durchaus ernst und nicht zynisch.
Falls Du Dir aber nur was vor machst möchte ich Dir schon sagen, dass irgendwann das Erwachen kommen kann. Aus Alkoholikersicht kann ich Dir sagen, dass unsere Krankheit unbehandelt immer tiefer in den Abgrund führt. Zwangsläufig. Und dummerweise alles um sich herum mit runter zieht. Das ist ein Prozess, der individuell unterhschiedlich lange dauert. Ich habe bestimmt 10 Jahre getrunken, war schon Alkoholiker, und alles hat (noch) prima funktioniert. Ich hatte es quasi "im Griff". Vielleicht hätte man auch bei mir sagen können: lieber so einen netten, lustigen Alkoholiker als einen nicht trinkenden Idioten. Ich denke, viele Jahre hätte man das sagen können, bestimmt über 10 Jahre lang.
Doch irgendwann wird es schlimmer und dann noch schlimmer und noch schlimmer. Der Charakter verändert sich, der Alkohol dominiert, er wird zum Lebensmittelpunkt, alles dreht sich darum, auch wenn man so tut, als wäre es nicht so. Das Leben an meiner Seite war für meine Frau und meine Kinder nicht mehr das Leben, das sie verdient hätten.
Ich war ein Heimlichtrinker. Nach meinem Outing sind die Menschen reihenweise aus allen Wolken gefallen. Selbst meine Frau wollte es nicht glauben. Aber ein Mensch wusste es schon lange: Meine kleine Tochter, damals 9 Jahre alt. Sie hatte es schon lange geschnallt und gelitten. Soviel von mir zum Thema "Kinder bekommen das gar nicht mit". Ich hätte das nie gedacht, ich habe nie vor meiner Tochter getrunken.
Das wollte ich Dir auf jeden Fall mal mitteilen. Ansonsten kann ich mich jetzt nur Greenfox anschließen und fragen, welche Art Hilfe wir Dir geben können? Im Moment bin ich ein wenig ratlos, weil Du ja selbst schreibst, dass Du eigentlich ganz zufrieden bist.
LG
gerchla
Hallo Fragezeichen,
wie geht es Dir aktuell? Hey 2 Wochen, das hört sich schon mal gut an 44. Bleib dran, es lohnt sich!
VG
gerchla
Hallo Marc,
das kenne ich auch, dass Gefühl 100 mal am Tag an ein Bierchen erinnert zu werden. Und diese kleinen Kämpfe habe ich am Anfang meiner ""Karriere" auch längere Zeit immer wieder gewonnen. Mal paar Wochen lang, mal paar Tage - bis dann irgendwann doch mal ganz subtil von hinten die Stimme kam: " na siehste, jetzt hast ja soooo lang nix mehr getrunken, soooo schlimm kanns ja nicht sein". Und zack, da war's dann wieder vorbei. Ein alter Alkoholiker-Kollege, der schon viele Jahre trocken war, hatte immer gesagt: Nach jedem Rückfall steigert sich das Pensum. Und er hatte recht. Immer wenn ich nach ein paar Wochen Trinkpause wieder angefangen habe, war es so als müsste ich aufholen, was ich verpasst hatte. Und dann waren es halt nicht mehr 4 Bier am Tag, sondern 5 oder 6....
Damit will ich Dich jetzt aber nicht entmutigen, sondern nur sagen: Holzauge sei wachsam! Als ich dann entgültig so weit war, dass ich aufhören wollte und dann auch aufgehört habe, hatte ich komischerweise überhaupt keine Stimme mehr. Bis heute schweigt sie..... Und ich hoffe das bleibt so!
Ach, und was den Spruch "Frühstück der Gewinner" betrifft: Damals fühlte ich mich erniedrigt, aber sowas von. Ich wusste, dass der Typ recht hat. Der hat halt einen Alki morgens um 8 Uhr seinen Stoff kaufen sehen und einen Spruch gemacht. Der hat gessen aber nicht dazu geführt, dass ich irgendwas geändert habe. Heute ist es nicht so, dass ich darüber lachen kann, eher ein Gefühl des Schämens kommt da in mir hoch. Und der Erleichterung, weil die Zeiten vorbei sind.
Wie läuft's bei Dir aktuell?
VG
gerchla
Hallo Annapurna,
:welcome: hier im Forum.
Ich gehöre nicht zu den Angehörigen sondern bin Alkoholiker, habe diese Erfahrung also "nur" von der anderen Seite. Ich wünsche Dir einen guten Austausch hier. Ich bin sicher, dass Du viele gute Anregungen bekommen wirst.
Und selbstverständlich brauchst Du Dich hier nicht für Deine Zeile zu schämen. Das wäre ja noch schöner. Wie Du Deinen Partner beschreibst ist das der klassische Abstieg eines Alkoholikers. Das geht noch ein ganzes Stück tiefer, aber Du musst diesen Weg ja nicht mit gehen. Ich wäre im nachhinein froh gewesen, wenn meine Ex-Frau mich verlassen hätte. Vielleicht hätte ich früher geschnallt was um mich herum und mit mir eigentlich passiert. Vielleicht auch nicht, aber dann hätte sie wenigstens ihr Leben zurück gehabt.
Aber jetzt komm' erst mal an hier im Forum. Wünsche Dir viel Kraft und freue mich wieder von Dir zu lesen.
LG
gerchla
Hallo Robert,
herzlich Willkommen hier bei uns. Schön, dass Du hier her gefunden hast. Ich finde Du hast Deine Situation sehr gut analysiert und hast einen klaren Plan, weißt was Du willst. Das ist schon mal gut.
Das Du keine SHG besuchen willst finde ich erst mal nicht so schlimm. Jeder hat m.E. einen individuellen Weg in die Trockenheit. Trotzdem würde ich Dir aus meiner Sicht raten es einfach mal zu versuchen. Das Forum hier bleibt Dir ja ohnehin. Als ich meinen Weg in die Trockenheit antrat habe ich alles Mögliche ausprobiert, auch eine reale SHG. Das war super, eine wichtige Erfahrung für mich. Nach einigen Monaten hatte ich dann das Gefühl, dass es nicht 100%ig zu mir passt und bin andere Wege gegangen. Aber da hatte ich mich dann auch schon ein Stück weit entwickelt. Wenn man trocken wird ändert sich vieles, man denkt anders, handelt anders und bekommt einen ganz anderen Blick. Aber ausschließen würde ich von vorne herein erst mal nichts, einfach offen sein für alles, was Dir helfen könnte. Entscheiden kannst Du dann ja schließlich selbst ob etwas passt oder nicht.
Mir ist auch klar, dass bei mir nur ein absoluter Verzicht auf jeglichen Alkohol zum Erfolg führen kann.
44.
So ist es! Das Du diese Erkenntnis hast, ist schon mal Gold wert!
Was Entzugerscheinungen betrifft: Wie lange trinkst Du nicht mehr? Überleg' Dir bitte, ob Du nicht mit Deinem (Haus-)Arzt sprichst. Es ist grundsätzlich gut, wenn der Bescheid weiß aber es geht hier natürlich auch um kalten Entzug. Das kann, wenn's blöd läuft, richtig gefährlich werden. Kannst Du hier im Forum nachlesen. Ich würde lieber auf Nummer sicher gehen.
Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Erfolg und Energie und freue mich die Berichte über Dein neues trockenes Leben hier zu lesen.
VG
gerchla
Gerd, Franz, ich bin da hin un her gerissen. Einerseits denke ich mir, ich bin halt zu empfindlich und will es ja eigentlich gar nicht sein. Andererseits sage ich mir, das muss doch nicht sein, dass man dem Alk so viel Raum und Bedeutung einräumt. Klar wird er das wieder vergessen, nur wird er bei anderen Gelegenheiten wahrscheinlich wieder daran erinnert. Ich hatte da hinterher eine recht emotionale Diskussion mit meiner Partnerin. Ich habe ihr gesagt, dass mich das aufgeregt hat. Worauf sie antwortete: ich soll's mal nicht überbewerten. Und ich sagte dann, dass ich es einfach sch...e finde und mir haben sie als Kind immer so kleine Senfgläser (die aussahen wie kleine Maßkrüge) gegeben und gesagt da wäre mein Bier drin. Worauf sie mich wiederum fragte, ob ich glaube dass ich deswegen zum Alki geworden bin.
Also, was ich sagen will, da kann man echt lange diskutieren. Mir fehlt einfach oft bei vielen das Bewustsein. Vielleicht wird das ja mal besser. Ich erinnere mich, dass wir früher immer ganz stolz mit Kaugummizigaretten durch die Gegend gelaufen sind. Sowas gibt's heute, glaube ich, ja auch nicht mehr. Wahrscheinlich genau aus dem Grund, weil man geschnallt hat, das Rauchen nicht cool ist. Aber so lange der Alk so positiv als Kulturgut in der Gesellschaft gesehen wird, wird's wahrscheinlich erst mal nix mit bewusterem Umgang.
VG
gerchla
Hallo Marc,
mann mann mann, was Du da so schreibst. Mit heimlich trinken, die Läden wechseln, weil man sich nicht als Alki outen will, erst mal nur wenig kaufen... Deja-vu... Ich hab' dann sogar versucht die Kassiererinnen zu wechseln, wenn schon zum 3. mal ein einem Tag im selben Discounter war. Lächerlich, die wussten doch alle das ich Alki bin. Und das ist denen doch sch...ss egal.
Einmal kam ich morgens kurz nach Öffnung im Discounter, auf dem Weg zur Arbeit, an einen Kassierer, der mein Sixpack Plastikfuselbier mit den Worten "das Frühstück der Gewinner" über den Scanner zog. Ich hab' betreten gelacht, das Zeug in meinen Rucksack gepackt, bin raus und hab erst mal 2 auf ex gesoffen.
Unglaublich, ich bin so dankbar, dass es vorbei ist.
VG
gerchla