Beiträge von Gerchla

    Hallo Freundin,

    schön, dass Du Dich wieder gemeldet hast. Und was Du zu berichten hast klingt ganz gut.

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    Mittlerweile habe ich mich versucht mehr von diesem ganzen Problem zu distanzieren, da es mich vorher immer verletzt hat wenn er getrunken hat weil es so etwas wie ein Vertrauensbruch für mich war aber jetzt verstehe ich dass, das eigentlich gar nicht wirklich etwas mit mir zu tuen hat, sondern einfach damit dass er diese Sucht hat und diese ihn dazu bringt immer wieder was zu trinken


    Gut erkannt. Du bist nicht schuld, dass er trinkt. Mir scheint, Dein Freund geht auch ganz offen mit seiner Sucht um, zumindest Dir gegenüber. Ihr sprecht darüber, er erklärt Dir, dass es schwer für ihn ist nichts zu trinken usw. Das ist eine gute Basis....

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    Zu seinem besten Freund hat er jetzt den Kontakt abgebrochen, da dieser ihn ständig zum trinken überreden will auch wenn mein Freund klar und deutlich nein sagt.

    Wenn Dein Freund in eine SHG geht und/oder eine Therapie macht, wird er sicher bald erkennen, dass so jemand kein Freund ist. Eher das Gegenteil. Insofern hat er hier alles richtig gemacht. Als echter Freund sollte man die Wünsche oder den Willen des anderen respektieren, selbst dann, wenn man das vielleicht nicht ganz nachvollziehen kann. Ich kenne ja Deine bzw. die Sitiuation Deines Freundes nicht genau. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass diejenigen, die einen immer zum Trinken überreden wollen, meist selbst ein Riesenproblem haben.

    Je nachdem, in welchem Umfeld man gelebt hat als man getrunken hat wird sich dieses, wenn man dann trocken ist, verändern. Hatte man ein stark trinkendes Umfeld, ist die Veränderung größer, weil man dieses Umfeld als trockener Alkoholiker nicht mehr haben will, weil es auch vor allem anfangs gefährlich ist. Hatte man ein "normales" Umfeld wo weniger getrunken wurde, sind die Einschnitte nicht so groß. Ich war z. B. Heimlichtrinker, hatte keine Kneipenfreunde, keine Saufkumpane usw. Ich musste mich eher in meinem gewohnten Verhalten stark verändern. Z. B. bin ich immer 5 x am Tag wegen irgend ner Kleinigkeit einkaufen gegangen und habe dabei heimlich getrunken. Oder beim Kochen, da habe ich immer getrunken usw. Also alltägliche Situationen, die ich auch jetzt habe. Das war meine Herausforderung. So ist das bei jedem anders.

    Ich glaube auf jeden Fall, dass Dein Freund auf dem richtigen Weg ist. Und Du auch. Voraussetzung ist jetzt natürlich, dass den Worten auch Taten folgen.

    Alles Gute Dir und Deinem Freund.

    LG
    gerchla

    Jake
    Ja, da hast Du im Grunde schon Recht. Aber manchmal passiert's auch, dass jemand in der Klinik oder später in der Therapie plötzlich die "Erleuchtung" bekommt. Es muss nicht immer so sein, dass der Betroffene zu 100%, sozusagen aus tiefster eigener Überzeugung heraus, in die Klinik und in eine Therapie geht. Aber die Chance es zu schaffen und dauerhaft trocken zu werden erhöht es natürlich enorm. Ist ja schwer genug, selbst dann, wenn man es unbedingt schaffen will....

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    Nicht mit Alkohol umgehen zu können ist m.E. keine lebenslange Unfähigkeit, sondern ein veränderbares Verhalten.

    Na, dass hört sich doch sehr gut an. Klingt plausibel! Aber ich frage ich mich jetzt, warum die Betroffenen das nicht wissen? Warum es kaum einer schafft, so wie Bassmann des geschafft hat. Warum ist das so? Und was ist die Alternative? Wo sind die Therapeuten, die sich genau darauf konzentrieren, dieses veränderbare Verhalten zu verändern? Gibt es die? Wenn ja, warum gibt es dann immernoch so viele Rückfälle, so viele "ich darf nie mehr Trinken"-Alkis? Ich finde diese ganze Diskussion wirklich sehr spannend, sie bringt mich auch nicht auf die Palme. Ich bin mir nur nicht sicher, ob die Menschen, die das so geschafft haben wie Bassmann, wirklich "richtige" Alkoholiker waren.... Diese Frage stelle ich mir immer wieder.... Vielleicht muss man hier auch unterscheiden in diejenigen, die es schaffen, wirklich ganz ohne Druck, ohne das ihnen etwas fehlt komplett auf Alkohol zu verzichen und die, die sogar ab und an wieder mal ein Glas trinken können, ohne Rückfall usw. Zumindest letztere waren in meinen Augen keine Alkoholiker bzw. haben den Absprung rechtzeitig geschafft.

    Von mir kann ich sagen, dass ich es "geschafft" habe, keinen Sinn mehr im Trinken von Alkohol zu sehen. Es ist alles gut, so wie es jetzt ist. Vielleicht könnte ich auch mal ein Glas trinken, ich weiß es nicht und es ist mir auch egal. Weil ich keinen Sinn mehr darin sehe. Andere fühlen sich vielleicht von so einer Diskussion dazu animiert es mal auszuprobieren.... Und vielleicht scheitern sie.....
    LG
    gerchla

    Hallo Xena,

    es macht mich ein Stück traurig und zu gleich auch wütend, wenn ich lese was Du geschrieben hast. Aber ich habe von Deinem Mann nichts anderes erwartet. So, wie Du die Situation geschildert hast, wäre es ein Wunder gewesen, wenn er in die Klinik gegangen wäre.

    Nachdem Du hier ja schon alles gelesen hast, aber noch nicht bereit bist entsprechende Konsequenzen zu ziehen, möchte ich Dir noch einen Film ans Herz legen. Vielleicht kennst Du ihn ja schon, aber falls nicht https://www.youtube.com/watch?v=xJtZfOXcljM

    Sollte der Link nicht funktionieren, dann einfach in Youtube nach "Trocken oder Tod" suchen.

    Alles Gute Dir.

    LG
    gerchla

    Hallo Karen,

    :welcome: hier im Forum.

    Deinen Zeilen entnehme ich, dass Du ärztlich betreut wirst. Das ist sehr gut! Mit Deiner 1. Woche ohne Alkohol startest Du Deinen Weg in eine neues Leben! Das ist eine gute Entscheidung. Bei mir war das damals die beste Entscheidung, die ich jemals getroffen habe....

    Zu Deinen Symptomen: Ich denke auch, dass das durchaus "normal" sein kann. Für den Körper ist es doch eine enorme Veränderung. Ich weiß nicht wie lange und wieviel Du so getrunken hast aber grundsätzlich fehlt ihm ja jetzt etwas, an das der jahrelang gewöhnt. Ich war anfangs auch sehr müde, habe viel geschlafen. Habe das aber eher als sehr angenehm empfunden, weil ich vorher jahrelang zwar immer stockbesoffen ins Bett gefallen bin aber so ab 2 Uhr nachts meist wach wurde und dann war Sense mit schlafen. Ich hatte das Gefühl, mein Körper will das alles nachholen... Vielleicht ist das bei Dir ja ähnlich... Aber das ging dann doch relativ schnell vorbei und ich fühlte mich jeden Tag körperlich besser und besser. Psyschisch ist da dann nochmal ne andere Baustelle.

    Wenn es längere Zeit nicht besser wird hast Du ja noch den Arzt an Deiner Seite! Da würde ich dann einfach mal checken lassen.

    LG und alles Gute auf Deinem Weg

    gerchla

    Zitat

    Am liebsten würde ich gerne meine Sachen packen und gehen, aber dann würden die Katzen nichts mehr zu essen bekommen.

    Gute Idee. Nimm die Katzen mit.

    Und jetzt mal im Ernst: Siehst Du nicht was da bei Dir abgeht? Du bist die wundervollste Co-Abhängige, die man sich als Alki vortellen kann. Ich bin mit meinem Latein am Ende.

    Ich wünsche Dir alles Gute, ganz viel Kraft und hoffe, dass Du einen Weg aus dieser Geschichte heraus findest. Wie das gehen könnte, kannst Du hier im Forum nachlesen.

    LG
    gerchla

    Hallo Sunshine,

    super, dass Ihr euch beraten habt lassen! Das was man Euch dort erzählt hat ist wohl dem ähnlich, was Du hier schon gelesen hast. Aber das macht die ganze Sache natürlich für Dich und Deinen Bruder und auch Deinen Mann nicht einfacher. Es gibt Euch aber die Richtung vor, wie es gehen könnte.

    Denkt doch mal darüber nach, ob Ihr nicht auch mal eine SHG für Angehörige besuchen möchtet. Wie Du ja schon geschrieben hast, dominiert das Thema Alkohol Euer ganzes Leben und es ist wahrscheinlich (leider) auch nicht davon auszugehen, dass das jetzt ganz schnell vorbei ist. Das ist schon ein langer Weg, den Deine Eltern jetzt gehen müssen, wenn sie denn dazu bereit sind. Darum glaube ich, dass Dir so eine Gruppe viel geben kann. Du findest dort auch immer Hilfe, wenn Du sie nötig hast.

    LG
    gerchla

    Das ist schade und sch..e >:(

    Kann mich nur Betty anschließen. Er will wohl nicht. Und das bedeutet: Du wirst nix für ihn tun können.... leider. Jetzt musst Du auf Dich achten und Dir Hilfe holen. Du kannst ja hier lesen, wie andere damit umgegangen sind und was sie getan haben. Das kann Dir bestimmt helfen. Ich weiß, es ist alles verdammt schwer....

    LG
    gerchla

    Hallo Nanni,

    erst mal 44. Du warst beim Arzt, super! Jetzt dran bleiben - Du beginnst jetzt damit, den Weg in ein lohnenswertes Leben zu gehen. Das wird nicht immer einfach sein, aber wenn Du Dir alle Hilfe holst, die Du bekommen kannst, dann wirst Du das schaffen. Es lohnt sich!!!!

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    Blutwerte sind leider nicht so gut ausgefallen :(

    Hmmm, war irgendwie zu erwarten, oder? Meine Werte waren am Anfang auch eine Katastrophe... Du bist jetzt in ärztlicher Betreuung und ich denke, dass ihr das zusammen hinbekommen werdet! Bis Du mit Deiner Ärztin dann nächste Woche den genauen Plan machst, solltest Du versuchen Dein Trinklevel niedrig zu halten (das hast Du ja jetzt mit einem Bier schon mal geschafft) aber besser nicht sofort komplett aufhören. Sicher weißt Du, dass kalter Entzug lebensgefährlich sein kann. Bestimmt hat Deine Ärztin Dich über das Thema aufgeklärt, oder?

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall ganz viel Kraft und freue mich wieder von Dir zu lesen.

    LG
    gerchla

    Hallo Regenbogen,

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    nur wenn jemand ein böses bein hat, versucht man doch auch zu helfen, wenn man sieht da kann jemand nicht so gut,
    hat was mit menschlichkeit und menschenwürde zu tun,

    das die krankheit auch einen großen suchtfaktor hat, steht doch auf einen anderen blatt,

    Ich verstehe Dich schon. Man will helfen, weil man sieht wie elend es den anderen eigentlich geht. Und man aus eigener Erfahrung weiß (sowohl Du als auch ich) , wohin es führen wird, wenn derjenige nichts unternimmt. Aber im Vergleich zum bösen Bein ist hier die Sucht das Entscheidende. Sie steht eben nicht auf einem anderen Blatt sondern sie ist genau das Problem. Ich sag jetzt mal so: Wenn ich eine "normale" Krankheit habe, z. B. ein gebrochendes Bein oder eine fürchterliche Erklältung, dann werde ich selbst doch alles Versuchen um diese Krankheit zu bekämpfen. Ich gehe z. B. zum Arzt. Weil ich will, dass ich schnell wieder laufen kann oder die Schmerzen weg gehen oder ich endlich die Halsschmerzen los haben will. Leider ist das bei der Alkoholsucht nicht so. Schon gar nicht dann, wenn ich körperlich noch keine oder keine wahrnehmbaren Probleme habe und mein Leben noch im Griff habe (Stichwort "funktionierender Alkoholiker") Das die Leber bereits komplett im Eimer ist merken viele dann halt erst wenn's zu spät ist, um mal ein ganz banales Beispiel zu nennen. Aber selbst dann KÖNNEN viele nicht aufhören obwohl sie WISSEN, dass es sie umbringen wird. Das ist die Sucht!

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    icht so wie mein ex-mann der den tag erst mal mit einen großen schluck wodka beginnen,
    doch ist die krankheit/sucht nicht die selbe?


    Ja, es ist dieselbe Krankheit! Aber trotzdem ist diese Krankheit höchst individuell. Oberflächlich betrachtet kann man einfach in unterschiedliche Arten von Trinkern einteilen, also Quartalssäufer, Spiegeltrinker, usw. Genau betrachtet, ist aber bei jeder Art von Alkoholiker eine ganz individuelle Geschichte dahinter. Und genauso ist es auch, wenn man es schafft, davon wieder los zu kommen. Hier im Forum gibt es so viele Geschichten darüber zu lesen, wie die Menschen es geschafft trocken zu werden und zu bleiben. Das ist alles höchst individuell. Was beim einen gut klappt, würde beim anderen nie funktionieren.

    Aber eines zieht sich immer durch wie ein roter Faden. Um trocken zu werden muss der Betroffene selbst etwas unternehmen und es wollen. Es muss nicht immer so sein, dass der Betroffene von Anfang an selbst zu 100 % es unbedingt schaffen will (was aber natürlich äußerst hilfreich ist), manchmal kommt die Erkenntnis dann auch z. B. während der Therapie.... Aber er oder sie muss von sich aus etwas tun wollen. Ansonsten kannst Du einfach nichts machen.

    Im Gegenteil, so lange die Angehörigen den Alkoholiker immer noch umsorgen oder versorgen und keine Konsequnzen ziehen macht er weiter. Das gehört zur Krankheit. Natürlich besätigen Ausnahmen die Regel aber normal ist das so. Ich spreche jetzt mal von mir: Hätte mich meine Familie schon Jahre bevor ich letztlich den Ausstieg geschafft habe verlassen, wäre das bei mir wahrscheinlich auch sehr viel früher passiert. Denn alleine wollte ich nie sein.....

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Kraft und alles Gute auch für Deinen Freund und vor allem auch für seine Frau.

    LG
    gerchla

    Hallo sunshine,

    ich kann Deinen Zwiespalt echt gut nachvollziehen. Aber ich kann auch Deinen Mann sehr gut verstehen, wenn er sagt, das Deine Eltern keine Rücksicht auf Dich nehmen. Zu raten, was jetzt das Richtige ist, ist sehr schwer. So aus der Ferne betrachtet würde ich mich aber gegen einen Einzug bei Deinen Eltern entscheiden. Du hast jetzt bald eine kleine Familie, eine neue, super schöne Situation mit einem Baby kommt auf Dich zu. Dafür braucht Ihr beide, Du und Dein Partner, jetzt Euere Energie.

    Auch wenn das jetzt schlimm für Deine Mama ist. Ich glaube, wenn sie es schafft ihre Krankheit zu besiegen, wird sie später verstehen, dass Du diese Entscheidung getroffen hast. Ein Beispiel von mir: Als ich noch getrunken habe, wäre es für mich eine Katastrophe gewesen, wenn mich meine Familie/Frau + Kinder verlassen hätte. Heute sage ich: Sie hätten mich verlassen sollen, es wäre so viel besser für sie gewesen. Und die Dinge hätten sich wohl auch schneller geklärt....

    Wünsche Dir viel Kraft und auch für Deine Eltern alles Gute.

    LG
    gerchla

    Hallo Xena,

    als ich das mit Deinen Schuldgefühlen gelesen habe, dachte ich kurz: Ist doch immer das selbe! Der Alkoholiker säuft sich die Birne weg und die Anghörigen fühlen sich schuldig, weil sie ja der Grund für seine Sauferei sein könnten oder glauben, sie hätten irgendwas anders machen müssen.

    Das ist absoluter Quatsch! Jeder Mensch ist für sein Leben selbst verantwortlich, auch Dein Mann. Ausnahmen sind Kinder oder behinderte Menschen, die für sich (noch) keine Verantwortung übernehmen können. Aber ein Erwachsener Mensch sollte wissen was er tut. Das wollte ich Dir zum Thema Schuldgefühle schreiben und Deine Angst vor einem Psychlogen für Dich kann ich zwar verstehen, aber ich denke es könnte Dir sehr viel helfen genau damit umzugehen. Ich war auch beim Psychologen um meine Sucht und das was ich getan habe aufzuarbeiten. Und es war nicht einfach dort hin zu gehen und zu erzählen. Heute bin ich einfach nur froh, dass ich es gemacht habe.

    Übrigens ist meine Frau damals auch aus allen Wolken gefallen, als sie plötzlich erfahren hat, dass sie einen langjährigen, heimlichen Trinker als Mann hat. Und sie hat mich gefragt was sie falsch gemacht hat. Ich konnte ihr die Frage damals, als ich quasi noch in der Entgiftungsphase war, nicht klar beantworten. Aber später konnte ich ihr dann eine Antwort geben und die lautete: NICHTS - Ich sagte ihr: Du hättest machen können was du willst, es hätte nichts geändert! Ich habe getrunken weil ich süchtig war (bin) und es so wollte (musste). Nichts hätte mich davon abbringen können. Bitte mache dich frei von Schuldgefühlen. Hat sie dann auch gemacht, mit psychologischer Hilfe.

    Was Deinen Mann betrifft: Er geht zur Entgiftung! Das ist doch schon mal ein erster wichtiger Schritt! Gut, dass Du ihm dabei zur Seite stehst. So lange er gegen seine Krankheit kämpft ist es gut, wenn er von Dir Unterstützung bekommt! Nach der Entgiftung geht es dann weiter. Lasst Euch beraten, was die nächsten Schritte sind, wie es für ihn weiter gehen könnte. Ihr könnt' das schaffen, hier im Forum findest Du viele Beispiele dafür.

    Und zu guter Letzt: Pass auch auf Dich auf! Such' Dir auch Hilfe, sollte es Dir zuviel werden. z.B. in einer SHG für Anghörige.

    Wünsche Dir/Euch viel Kraft und Erfolg.

    LG
    gerchla

    Hallo Nanni,

    erst mal :welcome: hier im Forum. Schön das Du hergefunden hast und schön, dass Du etwas gegen Dein Alkoholproblem unternehmen willst.

    Mokka und Greenfox haben eigentlich schon alles gesagt was auch ich sagen würde. Ich weiß auch von mir selbst, wie schwer der erste Schritt ist. Den hast Du ja jetzt schon mal getan indem Du hier offen über Deine Sucht schreibst. Aber wenn Du wirklich etwas ändern willst, dann musst Du die nächsten Schritte gehen. Arzt, Suchthilfe usw.

    Ich möchte es mal so sagen: Deine Kinder werden es Dir eines Tages danken, wenn Du jetzt etwas gegen Deine Sucht unternimmst! Hätte ich das damals nur früher gemacht, vieles wäre meinen Kindern und auch meiner Frau erspart geblieben....

    Also, pack's an, suche Dir alle Unterstützung und Beratung die Du bekommen kannst und gehe Deinen Weg in die Trockenheit. Da wartet ein tolles Leben auf Dich!

    LG
    gerchla

    Hallo Regenbogen,

    herzlich Willkommen hier im Forum! Einen guten Austausch wünsche ich Dir.

    Wie Du das so von Deinem Freund beschreibst ist einfach das typische Verhalten. Und aus Deiner eigenen Erfahrung mit Deinem Ex-Mann weißt Du doch sicherlich, wie viel Macht diese Krankheit über den Betroffenen hat.

    Ich bin ja selbst Alkoholiker und ab und zu ergibt sich mal die Situation, dass ich jemanden, der aus meiner Sicht ein Alkohol-Problem hat, damit "konfrontiere". Weil ich eben auch gerne helfen möchte. I. d. R. mache ich das dann so, dass ich über irgend einen Vorwand versuche von mir zu erzählen um einfach über das Thema zu sprechen. Fast immer machen die Leute dann aber dicht. Oder tun so, als ob sie selbst damit ja kein Problem haben. Und das lasse ich dann auch so stehen. Ich denke, mehr kann ich nicht machen! Ich signalisiere, dass ich Alkohliker bin und dass man mit mir über das Thema sprechen kann, wenn man das von sich aus will.

    Du hast ja schon stundenlang mit Deinem Freund darüber gesprochen, ohne Erfolg. Was bleibt Dir da jetzt? Aus meiner Sicht eigentlich nur, dass Du ihm zu verstehen gibst, dass Du ihm hilft, wenn er dazu bereit sein sollte den Kampf gegen seine Krankheit ernsthaft anzugehen. Und auch nur dann. Ansonsten kannst Du meiner Meinung nach nicht viel tun, außer vielleicht versuchen seine Frau zu unterstützen . Sie wird sicherlich enorm leiden und auch nicht wissen, wie sie damit umgehen soll. Vielleicht wäre für sie ein Austausch hier auch hilfreich?

    LG
    gerchla

    Hallo Skinked,

    :welcome: im Forum.

    Ok, Problem ist erkannt. Es ist der Alkohol, wie bei uns allen hier.

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    Mittlerweile trinke ich täglich um die 8 Dosen Bier und merke wie ich dadurch meinen Job, meine Freunde und meine Familie vernachlässige.


    Der Klassiker - wenn Du nichts unternimmst, wird das noch schlimmer werden...

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    Mittlerweile trinke ich täglich um die 8 Dosen Bier und merke wie ich dadurch meinen Job, meine Freunde und meine Familie vernachlässige.


    War bei mir auch so. Möglichst viel Zeit allein, bzw. zu zweit mit dem besten Freund, dem Alkohol verbringen. Familie, Freunde und co. sind da nicht mehr so wichtig....

    Zitat

    Ich habe schon so oft versucht "Pausen" einzulegen, aber ich bin nie konseguent.


    Könnte daran liegen, dass Du Alkoholiker bist und es einfach nicht mehr kannst. Oder nur unter größter Anstrengung und dann auch nur über einen begrenzten Zeitraum. So war es bei mir....

    Wie sieht denn jetzt Dein Plan aus? Super, dass Du Dich hier angemeldet hast. Hier kannst Du viel lesen, von den Erfahrungen anderer Alkoholiker profitieren, die den Ausstieg geschafft haben. Vor allem auch wie sie es geschafft haben. Und was sie tun um dauerhauft trocken zu bleiben. Wenn Du magst, dann erzähl doch noch ein wenig darüber, wie Du Dir Deinen weiteren Weg so vorstellst.

    LG
    gerchla

    Hallo Mongamenlover,

    herzlich Willkommen hier im Forum. Schön, dass Du hierher gefunden hast.

    Die AA, da habe war ich auch eine Zeit lang. Ich bin froh, dass ich diese Erfahrung machen konnte. Hat mir anfangs sehr geholfen. Später hatte ich dann nicht mehr das Gefühl, dass es zu mir passt. Wie Du schön beschreibst, war während der Sitzungen keine oder kaum Diskussion möglich. Aber vor und nach den Sitzungen haben wir schon rege diskutiert und uns ausgetauscht. Ich denke, auch bei den AA's ist jede Gruppe anders. Naja, ich bin dann einen anderen Weg gegangen. Wenn Du in Deiner Gegend die Möglichkeit hast eine andere Gruppe auszuprobieren, dann versuch' das doch mal. Und das Forum hier ist ja auch eine Art Gruppe, aber ist schon etwas anders, weil anonym und virtuel.

    Schön auf jeden Fall, dass Du die Reißleine gezogen hast! Ich wünsche Dir guten Austausch hier.

    LG
    gerchla

    Hallo Mimose,

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    Ich habe ein bisschen Angst davor dass es auch wieder schwierige Tage gibt.
    Wie sind da eure Erfahrungen? Ich habe gelesen dass manchmal erst nach ein paar Wochen die große Krise kommt. Ich möchte darauf vorbereitet sein.

    Die gibt es bestimmt! Aber es muss nicht unbedingt gleich ganz schlimm kommen. Bei mir war das so, dass ich die ersten Wochen/Monate teilweise wie in Watte gepackt sehe, wenn ich zurück denke. Da waren so viele Baustellen, sind so viele Dinge ans Licht gekommen (die ich immer schön weggelogen/weggesoffen) hatte. Damit musste ich mich plötzlich nüchtern, ohne Nebel und Alkoholeuphorie auseinander setzen. Das war wirklich nicht wenig, inkl. Trennung von meiner Frau und meinen Kindern... Geld, dass nicht mehr dort war, wo es eigentlich sein sollte...

    Sollte man eigentlich denken, ich wäre höchstgefährdet gewesen wieder mit dem Trinken anzufangen. Vielleicht war es so, aber ich habe es nicht so empfunden. Nach mehreren erfolglosen Versuchen aufzuhören wusste ich: dieses mal ist es anders. Und um das zu unterstützen und auch um mir selbst gegenüber ein klares Signal zu setzen, habe ich mir auch von Anfang an Hilfe gesucht. Die vielen Male vorher wollte ich es immer alleine schaffen, das war mir nicht möglich. Diesmal sollte es anders sein. Also SHG, Beratung, Psychologe usw. Irgendwie hatte ich am Anfang immer irgend einen Termin oder ein Ereignis auf das ich mich wieder vorbereiten musste, wo ich dann im Anschluss wieder ein Stück klarer gesehen habe.
    Und natürlich kamen die Gedanken, die ich auch jetzt immer wieder mal habe: Wann kommt denn jetzt der Hammer? Wann wird irgendwas passieren, dass dich überlegen lässt, ob du das jetzt nur mit ein paar Bier erträgst? Bisher (bin seit Ende 2013 trocken) ist das bei mir ausgeblieben. Aber natürlich habe ich mir Gedanken dazu gemacht, wie reagieren könnte, für den Fall das ich auf dumme Gedanken komme. Z. B. habe ich einem wunderbaren Freund, der mir besonders am Anfang sehr viel durch gute Gespräche geholfen hat, gefragt, ob ich ihn anrufen kann, wenn mich was aus der Bahn wirft. Worauf er geantwortet hat: IMMER - egal zu welcher Uhrzeit, egal wo ich bin. Das ist z. B. etwas, was mich ziemlich entspannt.

    Letztlich weiß ich natürlich nicht, was mir die Zukunft bringt. Ich kann eigentlich nur versuchen jetzt, also in der Gegenwart, so zu leben, dass ich mir für später keine Hürden baue. Das war mit Alkohol bei mir durch die ständige Lügerei, die Antriebslosigkeit und letztlich auch durch meine Charakterveränderung ständig der Fall. Dauernd neue Ausreden, dauernd irgendwas, das ich geheim halten musste, dazu noch das heimliche trinken usw. Deshalb versuche ich jetzt, Probleme immer sofort zu lösen oder wenigstens anzugehen, wenn sofort keine Lösung möglich ist. Ich versuche klar und bewusst zu leben, auf Menschen offen zu zu gehen, mir ein funktionierendes soziales Umfeld zu schaffen, das mich auch mal trägt, wenn es nicht so toll läuft. Und mich auch abzugrenzen, wenn ich etwas nicht will. Das hat super (also ganz normal) funktioniert bevor ich in die Trinkerei abgerutscht bin, während meiner Trinkzeit habe ich das dann alles vernachlässig und zum Teil richtig kaputt gemacht.... Naja, typisch halt.

    Ich denke es ist wichtig, dass Du Dir diese Gedanken, über eine mögliche große Krise machst. Es zeigt, dass Du das nicht auf die leichte Schulter nimmst. Du hast jetzt auch die Möglichkeit Dir einen Notfallplan zurecht zu legen. Ob bei Dir dann die große, die kleine oder gar keine Krise kommt kann keiner voraus sagen. Und wenn sie nicht kommt, bleibt ja immer noch die Gefahr der Leichtsinnigkeit. Du weißt schon: schon x Monate trocken, war ja ganz einfach, könnte ja mal vielleicht doch probieren ob ich nicht mal wieder was trinken könnte.... Auch gegen solche Gedanken kannst Du Dir jetzt schon eine Strategie zurecht legen.

    4 Tage hast Du jetzt schon mal 44. Das sind die ersten 4 Tage auf Deinem Weg in ein neues, tolles Leben! Bleib dran!

    LG
    gerchla

    Hallo Mimose,

    :welcome: hier im Forum. Schön, dass Du hierher gefunden hast.

    Ich möchte mich meinen Vorrednern anschließen. Erst mal solltest Du meiner Meinung nach wirklich aufpassen, dass das mit dem kalten Entzug nicht in die Hose geht. Wenn Du kein Vertrauen zu Deinem Hausarzt hast, dann versuche es doch bei einem anderen. Ich glaube das wäre mal völlig unabhängig von dem weshalb Du zu ihm gehst sinnvoll. Du musst doch nicht freiwillig zu nem Arzt, auch nicht wegen einer Erkältung, dem Du nicht vertrauen kannst, oder?

    Ansonsten kann ich Dir nur raten, Dir gerade am Anfang erst mal alle Hilfe zu suchen und anzunehmen, die Du finden/kriegen kannst. Also z. B. Suchtberatung oder SHG, psychologische Hilfe im zweiten Schritt oder eine Therapie, je nach dem. Darüber kann man sich sehr gut mit seinem Arzt und/oder der Suchtberatung austauschen. Den Ausstieg wirklich ganz allein, also quasi "geheim" zu machen und auch zu schaffen halte ich für ziemlich schwierig. Ich habe heimlich getrunken und natürlich mehrmals versucht auch heimlich aufzuhören. Nach dem Motto: Da keiner weiß das ich ein Problem habe muss ich das jetzt auch alleine wieder hinbekommen. Hat nie funktioniert.... Es ist viel besser, man hat Menschen an seiner Seite, die etwas davon verstehen und die dann auch da sind, wenn man ein Problem hat oder einfach nicht weiß, wie man mit bestimmten Situationen umgehen kann.

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall einen guten Austausch hier und ganz viel Energie für die Umsetzung Deiner Pläne!

    LG
    gerchla