Beiträge von Gerchla

    Guten Morgen Maud,

    erst mal herzlich :welcome: hier im Forum. Schön, dass Du Dich nach dem Mitlesen jetzt auch dafür entschieden hast mit zu schreiben.

    Kurz zu mir: männlich, Mitte 40, Alkoholiker und bald 3 Jahre ohne.

    Ich möchte Dir einfach ein paar Gedanken von mir mitteilen, die mir beim Lesen Deines Textes gekommen sind. Also einfach aus meiner eigenen Erfahrung heraus ohne irgendwas bewerten oder klug daher reden zu wollen.

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    Mit Alkohol verbinde ich: gesellig + lustig sein, lachen, tanzen, Musik hören, mit Freunden zusammen trinken, Party, Gespräche führen und einfach Spaß und gute Laune haben.

    Da kam bei mir erst mal einfach nur die Frage auf, ob das Du Dir das alles auch ohne Alkohol vorstellen kannst oder ob Du den Alkohol brauchst um das zu tun bzw. diesen Zustand zu erreichen.

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    In letzter Zeit allerdings beobachte ich bei mir Tendenzen nicht mehr aufhören zu können beim Trinken

    Deshalb finde ich es sehr gut und wichtig, dass Du hier aktiv wirst. Denn das ist ein Zeichen, dass Du kein normales oder unaufälliges Trinkverhalten (mehr) hast. Wenn Du (weiter) trinken willst obwohl Du eigentlich schon genug ist das schon ein Alarmsingal. Ich persönlich bin der Meinung, dass es schon ein Alarmsignal ist, wenn man beginnt häufiger über sein Trinkverhalten nachzudenken.

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    Körperlich bin ich auch nicht abhängig.

    Das machst Du wahrscheinlich daran fest, dass Du keine klassischen Entzugscherscheinungen hast, wie Zittern oder Schwitzen. Aber das ist eigentlich auch egal denn die psychische Abhängigkeit ist eigentlich die kompliziertere. Also, wenn Du körperlich abhängig bist ist es natürlich sehr gefährlich beim Entzug. Und man sollte grundsätzlich niemals kalt entziehen, also ohne ärztliche Begleitung. Aber, der reine körperliche Entzug ist relativ schnell vorbei. Was aber bleibt ist die psychische Abhängigkeit, also einfacher gesagt, die Sucht. Und diese werden wir Alkoholiker nie mehr los, unser ganzes Leben nicht mehr. Aber wir können lernen mit ihr umzugehen und sie sozusagen still zu legen. Achtsam allerding müssen wir immer bleiben.

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    Das bin doch nicht ICH!


    Alkohol verändert die Persönlichkeit. Wenn man mal betrunken ist, dann nur ganz kurz, temporär. Wenn man über Jahre trinkt, so wie ich (Spiegeltrinker), dann dauerhaft, auch wenn man nüchtern ist. So meine Erfahrung. Und es bedarf viel Arbeit (bei mir) um wieder in die Spur zu kommen. Also einfach mit dem Trinken aufhören reicht nach meiner Erfahrung nach jahrelangem Trinken nicht. Weil sich das Gehirn an alkoholische Denk- und Verhaltensmuster gewöhnt hat...

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    Nun zum Eigentlichen, furchtbaren Fiasko

    Vielleicht ist das, was für Dich jetzt das eigentlich Furchtbare ist, bald das Schlüsselerlebnis, dass Dich dazu gebracht hat Dein Leben (oder weniger dramatisch: Dein Trinkverhalten) zu ändern. Es ist oft so, dass es bestimmte Tiefpunkte sind, die einen Alkoholiker dann dazu bringen etwas zu verändern. Ganz unterschiedlich, also z. B. Führerschein weg, Frau oder Mann weg, Job weg, oder ein Unfall im Suff oder oder oder. Der persönliche Tiefpunkt ist sehr individuell. Leider ist es bei der überwiegenden Mehrzahl so, dass sie trotz allem nie den Weg heraus finden ;(

    Ob Du jetzt Alkoholikerin bist oder Missbrauch betreibst oder oder, dass kann ich nicht beurteilen und das will ich auch gar nicht. Es liegt an Dir, wie Du Dich siehst und wie Du Dein zukünftiges Leben gestalten möchtest. Ich wollte Dir einfach nur mal schreiben, was ich mir bei Lesen Deines Textes so gedacht habe und hoffe, es gibt Dir den ein oder anderen Denkanstoss.

    Schön, dass Du da bist. Ich wünsche Dir einen guten Austausch hier im Forum

    LG
    gerchla

    Hallo Zoe,

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    Der Wein steht gekühlt bereit, ich werde aber nicht trinken

    Warum machst Du das? Ich hätte mich das nicht getraut. Ich habe erst mal alles vernichtet was ich im Haus hatte. Meine sämtlichen Notreserven und Geheimverstecke geplündert und alles weggekippt. Das war für mich auch symbolisch wichtig. Nie mehr Alkohol.

    Mittlerweile kann ich (nach nun fast 3 Jahren ohne Alkohol) durchaus Gästen auch mal Alkohol anbieten. Also auch kaufen und lagern, bei mir zuhause ohne dass ich einen Gedanken daran verschwenden würde ihn trinken zu wollen. Aber ich muss ehrlich sagen, dass passiert fast nicht mehr, denn mittlerweile wissen alle Bescheid und finden es selbstverständich dass es bei mir keinen Alkohol gibt. Das ist ein höchst angenehmes Gefühl für mich. Denn auch wenn ich es kann (konnte) Alkohol anzubieten, es widersprach zunehmend meiner persönlichen Überzeugung.

    Die wandelte sich nämlich langsam von "nur weil ich ein Problem habe müssen andere doch nicht verzichten" in "wenn andere kein Problem haben dann haben sie auch keines bei mir keinen Alkohol zu trinken". Mit zunehmender Dauer meiner Abstinenz regt es mich immer mehr auf welch hohe Bedeutung (inklusive Verharmlosung) der Alkohol in unserer Gesellschaft hat. Ok, das ist jetzt an ganz anderes Thema.

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    Ich habe gestern eine meiner besten Freundinnen eingeweiht, die nicht sehr überrascht war.

    Das finde ich sehr gut! Ich habe das damals auch gemacht. Mein bester und ältester Freund hat es (nach meiner Familie) als erstes erfahren. Allerdings ist er im Gegensatz zu Deiner Freundin vom Stuhl gekippt. Im nachhinein kann ich sagen, dass es sehr gut war mich ihm auch so früh anzuvertrauen. Wir hatten sehr viele Gespräche anfangs die nur um meine Sucht gingen und natürlich um alles was sonst noch so damit zusammen hing. Also meine Ehe, Kinder usw. Ich konnte mit ihm ganz anders sprechen als in der SHG oder beim Psychologen. Und er hat mir auch ganz andere Antworten oder Ratschläge gegeben. Keine psychologisch geschulten Antworten sondern einfach frei aus der Hüfte heraus gesagt was er denkt. Das werde ich ihm nie vergessen.

    Das war teilweise sehr kontrovers. Hat mir aber enorm geholfen zu mir zu finden. In ihm hätte ich jemanden gehabt, den ich nachts um 3 Uhr anrufen hätte können wenn ich z. B. kurz vorm Rückfall gestanden wäre. Dann wäre er ins Auto gesprungen und da gewesen. Dazu kam es glücklicherweise nie aber ich wusste das er da ist.

    Bleib auf Deinem Weg. Alles Gute weiterhin.

    LG
    gerchla

    Hallo Zoe,

    herzlich Willkommen hier im Forum.

    Alles was Du so schreibst kommt mir sehr bekannt vor. Deine aktuelle "Phase", die Du im Rahmen Deiner Alkoholsucht erreicht hast ist mir auch sehr vertraut. Fast täglich trinken, Alkohol verstecken, Lager anlegen, wahrscheinlich auch schon Probleme mit der Entsorgungslogistik bekommen (die leeren Flaschen müssen unbemerkt entsorgt werden), grundsätzlich heimlich trinken um nicht enttarnt zu werden. Trinkpausen werden immer weniger, immer kürzer... Ja daran kann ich mich noch seeeeehr gut erinnern. In diesem Level befand ich mich mehrere Jahre...

    Und so geht' s dann weiter: Steigerung der Menge nach und nach, dadurch gestiegene Entsorgungsproblematik, langsamer Umstieg auf härtere Sachen (weniger Flaschen, gleiche Wirkung bzw. schnellere Wirkung), immer früherer Beginn mit dem Trinken bis hin zum ersten Schluck schon morgens, vor der Arbeit, gar keine Trinkpausen mehr, sogar bei Krankheit wird getrunken...

    Also so war das bei mir. Wobei ich, kurz nachdem ich anfing morgens zu trinken und immer häufiger auch härtere Sachen in Spiel kamen, die Reißleine ziehen konnte.

    Du bist da jetzt noch ein ganzes Stück früher dran. Und das ist sehr gut. Je früher desto besser wobei Sucht natürlich Sucht bleibt. Auch ich habe schon in viel früheren Phasen versucht aufzuhören, kontrolliert zu trinken usw. Ich bin immer gescheitert und es dauerte dann immer wieder mehrere Monate bis ich mal wieder einen (ebenfalls zum Scheitern verurteilten) Versuch startete.

    Im Nachhinein fragte ich mich dann natürlich schon, warum ich immer gescheitert war. Man sagt dann immer so schön: Ich war halt noch nicht soweit (was auch stimmt). Fakt ist aber, dass ich alle meine Ausstiegsversuche komplett alleine versucht habe, heimlich. Das erschien mir logisch und der einzig mögliche Weg, denn ich habe ja auch heimlich getrunken. Da kann ich ja jetzt nicht plötzlich her gehen und sagen: Hallo Welt - Ich bin Alkoholiker und ich will jetzt trocken werden.

    Also, hätte ich das nur mal gemacht. Vielleicht wären mir ein paar Jahre des Trinkens erspart geblieben. Hilfe holen bedeutet übrigens nicht immer automatisch das volle Programm machen "zu müssen". Hilfe kann auch bedeuten bestimmte Dinge zu testen und zu beurteilen was gut für einen ist und was nicht. Ich habe z. B. keine klassische Therapie gemacht, ging aber zum Psychologen, besuchte eine SHG und noch ein paar andere Dinge. Für mich war aber auch entscheidend, dass ich mich den mir wichtigen Menschen geoutet habe. Grundsätzlich war ich aber bereit, alles dafür zu tun nie mehr trinken zu müssen. Alles bedeutet, ich wäre sicher auch in eine Langzeittherapie gegangen. Klar wollte ich das nicht unbedingt aber ich habe es nie ausgeschlossen.

    Aber wie Du hier in den vielen Lebensgeschichten von uns Betroffenen lesen kannst, wurden wir höchst individuell trocken. Mit Therapie und ohne, mit SHG und ohne, einige sogar ohne "alles" - durch die Erkenntnis das sie den Alkohol nicht mehr brauchen... Aber Du wirst auch lesen, dass es i.d.R. einfacher ist diesen Weg mit Hilfe zu gehen.

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall einen guten Austausch hier und dass Du Deinen persönlichen Weg raus aus der Sucht findest.

    LG
    gerchla

    Hallo Mimi,

    herzlich Willkommen hier bei uns im Forum.

    Ich bin Alkoholiker, bald 3 Jahre trocken. Ich verstehe Deine Situation. Ich habe selbst erlebt und verstanden - allerdings erst nachdem ich trocken wurde - dass Nicht-Süchtige gar nicht nachvollziehen können was da überhaupt passiert. Man liebt einen Menschen und es kann doch nicht sein, dass dieser "nur" wegen Alkohol alles kaputt macht. Er/Sie muss doch einfach nur mit dem Trinken aufhören. Das muss doch gehen. So schwer kann das doch nicht sein. Er/Sie muss doch sehen das ich ihn/sie liebe und alles bereit bin zu tun. Einfach nur mit dem Trinken aufhören. Oder wenigstens einfach weniger trinken.... Usw. usf.

    Leider ist es so, wie meine Vorposter es schon geschildert haben. Normalerweise kann ein Partner (oder Eltern, Geschwister oder wer auch immer) einem Alkoholiker der trinken möchte nicht helfen. Eine Chance dass sich etwas ändert besteht erst dann, wenn der Betroffene selbst und von sich aus zu der Erkenntnis kommt dass er so nicht mehr weiter machen möchte. Dass er sein Leben ändern möchte und mit dem Trinken aufhören möchte. Oft bedarf es dazu auch mehrerer Anläufe, oft funktioniert das beim ersten oder auch zweiten Versuch noch nicht.

    Die Sucht ist sehr mächtig und ziemlich fies. Um von ihr los zu kommen muss der Betroffene den Punkt erreichen wo er bereit ist wirklich alles dafür zu tun trocken zu werden und zu bleiben. So war jedenfalls meine Erfahrung, selbstverständlich hatte auch ich mehrere (mehr oder weniger ernsthafte) Versuche hinter mir mit dem Trinken aufzuhören. Gescheitert, weil ich im inneren nicht bereit war wirklich alles dafür zu tun und auch vermeintlich unangenehme Konsequenzen in kauf zu nehmen.

    Im nachhinein wünschte ich mir, meine Familie hätte mich verlassen, rechtzeitig. Es hätte ihnen viel Leid erspart. Mir geht es hier gar nicht um mich. Ob ich deswegen aufgehört hätte, ob das dann der "Schuss vor den Bug" gewesen wäre, ich weiß es nicht. Vielleicht ja, vielleicht hätte ich dann aber auch erst recht und völlig "befreit" weiter getrunken. Aber meine Frau und meine Kinder hätten ihr Leben zurück gehabt, hätten ihre Zukunft gestalten können, hätten sich Perspektiven schaffen können. So hat sich letztlich alles um mich gedreht, immer und immer wieder und ich habe ihnen viele Jahre "geraubt". Und sie wussten die meiste Zeit noch nicht mal was eigentlich los ist....

    Was ich Dir damit sagen will ist, dass Du nicht die Verantwortung für einen Alkoholiker übernehmen kannst. Jeder Mensch ist für sein Leben selbst verantwortlich. Du hast nur dieses eine Leben - mach was draus! Nur wenn Dein Partner ernsthaft etwas unternehmen sollte, also z. B. entgiften, Therapie antreten usw., dann kannst Du an seiner Seite stehen. Dann macht es Sinn ihn zu unterstützen, dann hätte Eure Beziehung vielleicht eine Perspektive.

    Soweit meine Gedanken die eigentlich denen der meisten hier ziemlich gleichen.

    Ich wünsche Dir eine guten Austausch hier im Forum.

    LG
    gerchla

    Hallo Agrimonia,

    erst mal :welcome: hier im Forum.

    Gleich nachdem ich Deinen Post gelesen habe stellte ich mir die Frage: Was hat sie denn schon alles unternommen um vom Alkohol weg zu kommen?

    Das geht leider aus dem was Du schreibst nicht hervor. Deine Ängste kann ich als Papa sehr gut nachvollziehen. Bei mir gab's zwar immernoch eine nicht trinkende Mama (zum Glück), aber Alkoholkrank und Kinder ist einfach eine nicht so tolle Kombination, auch nicht für Väter....

    Du bist jetzt hier in einem Forum gelandet, wo Du Austausch mit größtenteils trockenen Alkoholikern hast, auch mit vielen Angehörigen. Allein die Tatsache, dass sich hier so viele trockene Alkoholiker "treffen" und miteinander diskutieren zeigt, dass man diese Krankheit durchaus besiegen kann.

    Auch Du kannst das!

    Mich würde interessieren, ob Du schon Schritte in diese Richtung unternommen hast (z. B. Suchtberatung / Arzt / SHG)? Ein erster Schritt ist ja auch schon mal, dass Du Dich hier angemeldet hast.

    Also, bitte wirf die Flinte nicht ins Korn. Es gibt Möglichkeiten von der Sucht weg zu kommen und dauerhaft weg zu bleiben. Hier findest Du viele Beispiele und viele Geschichten wie das bei anderen funktioniert hat. Grundsätzlich glaube ich, dass es mit Hilfe einfacher oder besser geht als ohne. Aber wenn Du Dich hier ein wenig einliest wirst Du sehen, dass jeder seinen eigenen Weg finden muss.

    Dabei wünsche ich Dir alles Gute und einen guten Austausch hier im Forum.

    LG
    gerchla

    Hallo OnlyTheH,

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    Klar könnte man mit dem Trinken aufhören, allerdings ist das für mich nicht Sinn der Sache

    Was ist denn für Dich der Sinn der Sache? Trinkst Du wirklich "nur" um Spaß zu haben? Kannst Du ohne Alkohol keinen Spaß haben? Warum ist das Deiner Meinung nach so?

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    Würde Alkohol in meinem Leben die Überhand gewinnen und würde ich mich zum Beispiel sozial total abschotten wäre es sicherlich eine sinnvolle Maßnahme, aber in meinem Fall sehe ich da Momentan keinen triftigen Grund für

    Hätte der Alkohol in Deinem Leben überhand gewonnen wäre es bereits zu spät. Dann würdest Du hier nicht als "Interessierter" schreiben sondern als Betroffener. Und ja, dann wäre es sicherlich eine sinnvolle Maßnahme keinen Alkohol mehr zu trinken aber das wäre dann nicht mehr so einfach. Vielleicht hast Du Dich ja mal informiert wie viele Alkoholiker es überhaupt schaffen wieder mit dem saufen auzuhören. Sind nicht gerade viele....

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    Offenbar ist eine solche Reaktion des Körpers ja nicht bei jedem vorzufinden, daher hat es mich gewundert.

    Ich würde Dir empfehlen mal eine Arzt aufzusuchen. Ich kenne z. B. jemanden, der schon bei der geringsten Menge Alkohol tierische Kopfschmerzen bekommt. Der war bei Arzt, schon vor vielen Jahren. Ist irgend eine Krankheit deren Namen mir nicht mehr einfällt. Aber die Lösung ist einfach: Er trinkt keinen Alkohol mehr.

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    Alkohol ist im Maßen doch nicht direkt schlecht (?)


    Alkohol ist grundsätzlich mal Zellgift, egal in welcher Menge. Aber ja, ich sehe es auch so wie Du. Wer damit umgehen kann und entsprechend kleine Mengen trinkt, dem sei sein Bierchen mit Freunden gegönnt. Welche Mengen als unbenklich gelten weißt Du ja, oder? Also über den Daumen "darfst" Du als Mann ca. 24 Gramm Alkohol pro Tag zu Dir nehmen. Pro Woche solltest Du aber zwei Tage haben an denen Du gar nichts trinkst. Ein Glas Bier (0,5 l) hat ca. 20 Gramm Alkohol. Ab und an mal ein Bierchen also kein Problem.

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    Ich hatte lediglich das Bedürfnis mein kleines "Luxusproblem" in den Griff zu bekommen

    Ich wünsche Dir, dass Du Dein "Luxusproblem" in den Griff bekommst! Und, weil Du nun schon mal hier im Forum für Alkoholiker und Angehörige gelandet bist, vielleicht die ein oder andere Anregung was den Umgang mit Alkohol betrifft, mitnimmst.

    VG
    gerchla

    ... und ich schließe mich meinen Vorpostern komplett an.

    Alles wird besser! Bei mir persönlich besonders hervor zu heben:

    - deutliche Gewichtsreduzierung ohne zu hungern und trotz deutlich erhöhtem Naschverhalten ;)
    - richtiges, gutes Schlafen mit anschließend erheblich gesteigerter Energie und Konzentration
    - endlich wieder in die Lage versetzt Sport zu betreiben, der sich so gut wie auf alle Lebensbereiche sehr positiv auswirkt
    - positive Lebenseinstellung

    Und der ganze "Rest" wie Leberwerte, Blutdruck usw. kommt noch oben drauf.

    LG
    gerchla

    Lieber techfreak,

    herzlichen Dank für Deinen Rat. Tatsächlich war es das an Deiner Geschichte bzw. an der Geschichte Deiner Frau was mich am meisten beschäftigt hat bzw. beschäftig. Also das sie ein Glas getrunken hat und dann ewig lange nichts um dann irgendwann ein zweites zu trinken. Ein Jahr später ein zweites Glas! Ich vermute das sie ein ganzes Jahr darüber nachgedacht hat dieses zweite Glas irgendwann mal zu trinken weil beim ersten ja nichts passiert ist. Es war also sicher schon dieses eine Glas nach 28 Jahren, dass sie wahrscheinlich erst in einen Denkrückfall und dann in einen Trinkrückfall getrieben hat.

    Das zeigt so deutlich wie brutal gefährlich diese Sucht ist. Und klar, wir Alkoholiker wissen ja, dass wir das erste oder eine Glas stehen lassen müssen, egal wie lange wir schon trocken sind. Trotzdem hat sie es nicht getan...

    Ich will Deinen Rat befolgen und kann mir im Moment nicht vorstellen, dass mir das passieren könnte. ABER - mir geht es gut, mein Leben ist geordnet, es fehlt mir an nichts. Erst wenn ich mal durch eine Krise muss wird sich zeigen wie gut ich vorbereitet bin! Und bei Deiner Frau war es, jetzt mal so von außen gesehen ohne es zu wissen, ja gar keine Krise die das ausgelöst hat. Es war ein vielleicht etwas penetranter, aufdringer Mensch der vielleicht oder wahrscheinlich gar nicht weiß was das für Folgen hatte oder haben konnte...

    Ich wünsche Dir viel Kraft und finde die Anregung von Liv sehr gut. Vielleicht kannst Du Deine Frau ja so erreichen.

    Alles Gute

    LG
    gerchla

    Guten Morgen techfreak,

    erst mal HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum.

    Ich bin trockener Alkoholiker, seit Ende 2013. Es stimmt wahrscheinlich, dass wir Dir hier nicht "direkt" helfen können zumal ich auch das Gefühl habe, dass Du selbst schon ziemlich genau darüber Bescheid weißt, wie diese miese Krankheit funktioniert. Und natürlich hast Du recht wenn Du sagst, dass Du erst mal nichts tun kannst solange Deine Frau sich nicht öffnet. Aber der Austausch hier, die Erfahrungen von anderen Angehörigen, da kannst Du bestimmt die ein oder andere Anregung mitnehmen.

    Und was Du natürlich tun kannst und auch musst, ist auf Dich achten. So gut das eben geht.

    Ich kann Dir leider nicht allzu viel dazu sagen. Für mich ist es so, dass mir das was Du geschrieben hast sehr nahe geht. Obwohl wir uns ja nicht kennen. Einerseits ist es so, dass ich denke: 28 Jahre trocken, das kann doch nicht sein und dann dabei an Dich und Deine Situation denke. Und andereseits sehe ich mich, seit ein paar Jahren trocken, äußerst zufrieden und ich möchte sagen glücklich und davon überzeugt, dass ich nie wieder trinken will. Auch überhaupt keine Probleme damit habe nichts zu trinken, es mittlerweile zu einer Art Lebenseinstellung gemacht habe nichts zu trinken aus tiefster Überzeugung und nicht nur deshalb weil ich es nicht "darf". Tja und dann lese ich hier das Deine Frau nach unglaublichen 28 Jahren rückfällig wurde...

    Das zeigt mir, dass ich IMMER an meinem Bewusstsein arbeiten muss. Immer wieder.

    Das hilft Dir jetzt natürlich nicht weiter, aber ich wollte Dir einfach meine Gedanken mitteilen. Ich wünsche Dir hier einen guten Austausch und hoffe sehr und drücke die Daumen, dass Deine den Weg zurück in die Abstinenz findet.

    LG
    gerchla

    Hallo Lunaa,

    erst mal herzlich Willkommen hier im Forum auch von mir.

    Ich glaube Du bist hier sehr richtig. Wir sind sozusagen Profis was das Thema Alkohol betrifft. Leider.

    Was Du so schreibst deutet darauf hin, dass Du vor allem familiär psychisch ziemlich zu kämpfen hast bzw. hattest und dann den vermeintlich leichten Ausweg in den Alkohol gesucht hast. Das funktioniert ja am Anfang meist recht gut, mittel- und langfristig endet es aber in der Katastrophe.

    Das hast Du erkannt und willst es ändern! Das ist schon mal das wichtigste. Lies Dich hier mal ein, Du wirst die unterschiedlichsten Geschichten finden. Wie Menschen zu Trinkern wurde und wie sie es geschafft haben wieder los zu kommen.

    Ich selbst glaube, dass man es allein sehr schwer hat davon weg zu kommen. Ich weiß, dass es Menschen gibt die das geschafft haben aber viele eben nicht. Auch ich habe häufiger versucht trocken zu werden, alleine und ohne Hilfe. Ich hatte keine Chance.

    Deshalb, überleg' Dir doch mal, ob oder welche Hilfe für Dich in Frage käme. Also z. B. mal eine SHG besuchen oder die Suchtberatung. Letztere kann Dir auch gut dabei helfen, einen Plan für das weitere Vorgehen zu entwickeln. Und letztlich hast Du ja immer selbst in der Hand, was Du tun willst und was nicht.

    Auf jeden Fall wünsche ich Dir alles Gute für Deinen Weg und einen guten Austausch hier im Forum.

    LG
    gerchla

    Ich kann mich Bassmann und Greenfox nur anschließen.

    Meistens war es dann so, dass die Menschen sogar Respekt darüber geäußert haben, dass ich so offen erzähle. Und einige konnten sich plötzlich Dinge erklären, die sie vorher nicht verstanden haben. Jetzt wussten sie plötzlich, warum ich so "komisch" war.

    Mein erster Weg war damals der in eine SHG. Gerade mal 24 h ohne Alkohol war ich da. Verunsichert und in einem psychischen Ausnahmezustand war ich damals. Alles war geplatzt, mein ganzes bisheriges Leben lag sozusagen in Trümmern. Und dann komme ich da hin und sehe viele Menschen, die das gleiche oder noch Schlimmeres durchgemacht haben wie ich. Die haben mir von sich erzählt, wir konnten miteinander reden, ich merkte plötzlich: Du bist nicht allein!

    Probier's doch einfach mal aus, Du hast wirklich nix zu verlieren sondern kannst nur gewinnen.

    LG
    gerchla

    Hallo Tessana,

    hast Du Angst vor Hilfe? Ich frage jetzt mal so direkt, weil ich hatte nämlich Angst davor. Ich konnte mir nicht vorstellen mit jemanden über "mein Problem" zu reden. Im Hinterkopf hatte ich auch: Wenn Du es einmal erzählst, dann ist es raus! Dann kannst Du nicht mehr zurück. Das Hintertürchen ist dann geschlossen, zumindest wenn es jemand aus der Familie erfährt.

    Heute weiß ich: Ich war damals einfach noch nicht so weit. Was hätte ich mir ersparen können, wenn ich früher etwas gemacht hätte. Früher zum Arzt, früher in die SHG, früher zum Psychologen.... Aber es ging einfach nicht.

    Vielleicht denkst Du jetzt, dass ich mich leicht rede. Aber ich weiß schon wovon ich spreche. Oft habe ich voll motiviert zu mir gesagt: Das schaffe ich auch allein...

    Aus meiner Erfahrung kann ich Dir nur sagen, dass Hilfe nicht weh tut. Im Gegenteil, sie gibt Dir halt, sie kann Dich strukturieren, sie kann dafür sorgen, dass Du auf dem Weg bleibst und letztlich auch dafür, dass Du dauerhaft trocken bleibst.

    Aber es gibt natürlich auch Menschen die es komplett ohne geschafft haben. Vielleicht bist Du ja so ein Mensch. Ich würde es Dir wünschen.

    LG
    gerchla

    Hallo Tessana,

    auch von mir ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum. Schön, dass Du zu uns gefunden hast.

    Hier im Forum wirst Du viele Geschichten lesen können, einige davon vielleicht ganz ähnlich wie die Deine, andere komplett anders. Vielfältig wie die Sucht selbst.

    Worüber Du hier auch lesen kannst, sind die unterschiedlichen Wege die einzelnen Betroffenen gegangen sind um aus dem Alkoholsumpf heraus zu kommen. Da wirst Du sicherlich die ein oder andere Anregung für Dich finden.

    Was hast Du denn jetzt vor? Willst Du erneut allein versuchen vom Alkohol weg zu kommen oder planst Du Dir Hilfe zu holen?

    Kurz zu mir: männlich, Mitte 40, seit Ende 2013 trocken. Ich habe lange und immer wieder versucht alleine, sozusagen heimlich, trocken zu werden. Ich war Heimlichtrinker und ich dachte: Da ja keiner weiß dass ich Alkoholiker bin kann ich ja versuchen alleine trocken zu werden. Dann ist alles ganz normal und niemand wird jemals etwas davon erfahren. Ich habe mich natürlich in Grund und Boden geschämt, dass ich "so schwach" war und soff. Da erschien mir ein offensiver Umgang mit meiner Krankheit quasi als ausgeschlossen. Nach dem Motto: Ich bekomm' das schon irgendwie hin, hauptsache ich muss mich nicht outen.

    War natürlich alles Quatsch. Bis auf ein paar Trinkpausen, auch mal ein paar längere Trinkpausen, habe ich immer getrunken und zunehmend immer mehr. Im Nachhinein kann ich sagen, dass es eben nicht reicht "nur" nichts mehr trinken zu wollen. Man muss sein komplettes Leben verändern. Damit meine ich Verhaltenweisen, Denkweisen und, wenn es nicht anders geht, auch das Umfeld.

    Und das hätte zumindest ich ohne Hilfe sicher nicht geschafft.

    Ich freue mich auf einen guten Austausch mit Dir und wünsche Dir alles Gute auf Deinem Weg!

    LG
    gerchla

    Liebe xandi,

    ich bin tief bewegt. Wirklich. Was Du da schreibst, was Du da erleben musstest löst neben Erschütterung auch eine gehörige Wut in mir aus.

    Zitat

    Alles was ich bin, habe ich mir selbst zu verdanken und ich ende nicht als Gelegenheitsarbeiterin und Säuferin!!

    Nein, das wirst Du nicht! Lebe DEIN Leben, das hast Du Dir verdient!

    LG
    gerchla

    Hallo Astalavista,

    herzlich Willkommen bei uns im Forum. Schön, dass Du Dich hier austauschen möchtest. Du wirst hier viele Menschen treffen, die in der gleichen oder einer ähnlichen Situation waren wie Du jetzt und die ihre Weg gegangen sind. Jeder ein wenig anders....

    Kurz zu mir: Mitte 40, männlich, seit Ende 2013 trocken, vorher ca. 10 Jahre Spiegeltrinker

    Zitat

    Ich bin mir unsicher und hab Respekt und Angst vor diesem Schritt.


    Du musst diesen Weg nicht alleine gehen. Überleg Dir doch mal, ob Du Dich dabei nicht begleiten lässt. Grundsätzlich ist das Aufhören zu trinken ohne ärztliche Betreuung nicht ungefährlich. Ich meine damit den Kalten Entzug, wie fühlst Du Dich den körperlich? Wie lange trinkst Du schon nicht mehr?

    Ich kann ja nur von mir erzählen: Nachdem mein Entschluss stand, nie mehr Alkohol trinken zu wollen, habe ich alle Hilfe angenommen, die mir damals gerade so über den Weg gelaufen ist. Also Arzt, Psychologe, SHG, viele Gespräche mit unterschiedlichen Menschen. Ich hatte keinen stationären Entzug, auch keine körperlichen Symptome, und ich hatte keine stationäre Therapie. Hätte man mir das damals aber als notwendig angeraten, ich hätte nicht gezögert es zu tun.

    Gelernt habe ich bei der ganzen Sache, dass es für mich nicht ausreichend war, nur einfach nichts mehr zu trinken. Mir wurde bewusst, dass ich meim komplettes Leben, mein Denken und meine Verhaltensweisen ändern muss. Und mir wurde auch bewusst, dass das ein langer Prozess ist und der nicht von heute auf morgen abgeschlossen werden kann. Aber ich wusste, dass ich es anders nicht schaffen werde. Ich wusste, dass ich Rückfällig werden würde wenn ich es nicht so konsequent angehe. Ich hatte einige Trinkpausen vorher, teilweise Monate ohne Alkohol. Aber konnte es nie dauerhaft schaffen weil ich einfach nur nichts mehr getrunken habe, aber sonst eben nichts änderte.

    Kein einfacher Weg für mich, aber er hat sich mehr als gelohnt. Ich habe mein Leben zurück.

    Ich wünsche Dir eine guten Austausch hier und alles Gute auf Deinem Weg!

    LG
    gerchla

    Hallo Kathrin,

    erst mal Herzlich Willkommen hier im Forum.

    Bin leider gerade etwas unter Zeitdruck, deshalb nur ganz kurz. Ich bin Mitte 40, Alkoholiker, seit Ende 2013 trocken.

    Lies Dich hier mal in Ruhe ein. Wir haben hier viele Angehörige, die in einer ähnlichen Situation sind/waren, wie Du jetzt. Da wirst Du sicher einen guten Austausch haben.

    Ich schreibe Dir morgen mal was ich Dir dazu zu sagen habe. Muss jetzt leider weg.

    Alles Gute und einen guten Austausch hier im Forum wünsche ich Dir.

    LG
    gerchla

    Hallo Davesn,

    tja, da möchte ich mich mal komplett Greenfox anschließen. Ich kann nicht genau verstehen, was Du hier von diesem Forum erwartest. Ist es so, wie bereits von Greenfox nachgefragt, dass wir Euch sagen sollen wie man effektiv Werbung für Alkohol macht? Wenn dem so ist, dann kann ich nur sagen: failed

    Wenn nicht, dann würde es mich freuen mehr über Eure/Deine Intention sich hier anzumelden zu erfahren.

    Was die Umfrage betrifft: Ich schaffe es nicht mal die erste Seite auszufüllen... Ich würde ja gerne helfen, aber die Fragen passen leider nicht. Ich trinke seit einigen Jahren keinen Alkohol mehr, ich müsste also einfach irgendwo immer ankreuzen können "nie", aber die Fragen sind ja so aufgebaut, dass sie sich an Menschen richten die (noch) Alkohol trinken. Klar, die gibt es auch hier im Forum, aber die sind eigentlich normalerweise gerade damit beschäftigt trocken zu werden....

    LG
    gerchla