Beiträge von Gerchla

    Hallo Jason,

    ist nicht einfach zu beantworten, Deine Frage. Was kommt wovon? Nicht immer ist der Alkohol an allem Schuld. Man hat ja auch vor der Trinkerkarriere bestimmte Eigenschaften oder Wesenzüge. Fakt ist aber, dass der Alkohol diese hervorholen kann oder verstärken kann. Und mit zunehmenden Alkoholmissbrauch verstärken sich Symptome oft oder völlig neue brechen hervor, wie z. B. Depressionen.

    Ich habe für die Erfahrung gemacht, dass ich nicht in der Lage war irgendetwas an meiner, von mir gefühlt völlig desolaten Situation, zu ändern, so lange ich getrunken habe. So sehr das auch wollte, ich konnte nichts ändern weil immer der Alkohol an Nummer 1 stand und ich quasi nie bei klarem Verstand war. Ich brauchte auch immer diese paar Stunden des wegbeamens, des an nichts denken müssens, des Gefühls "ach heute nicht, trink ich noch ein paar und dann gehe ich das halt morgen an".

    Erst als ich zu trinken aufgehört hatte, konnte ich meine ganzen Baustellen angehen. Und das waren viele. Aber es war nicht so, dass ich aufgehört habe und alles war gut! Nein, meine Probleme waren selbstverständlich immer noch vorhanden. Einen ganzen Haufen davon hatte ich nur deshalb, weil ich viele Jahre lang getrunken hatte. Ohne die Sauferei hätte es die gar nicht gegeben!

    Und meine Psyche, meine Verhaltens- und Denkmuster haben sich nicht sofort verändert. Daran musste ich arbeiten, mit Hilfe von z. B. Psychologen, Freunden und anderen Menschen. Nach und nach konnte ich dadruch mein Leben zurück gewinnen, wieder zum positiven Denken finden. Das ist ein paar Jahre her und auch heute komme ich noch immer an Situationen, wo ich die Zeit von damals reflektiere und immer noch aufarbeite.

    Zitat

    Ich will nur eines wissen, kommt man egal wann, wieder zu seinem normal Gefühlspensum zurück nach dem klick ?

    Meine Meinung bzw. Erfahrungen dazu kennst Du jetzt. Was mich interessieren würde: Machst Du von den Antworten zu dieser Frage jetzt abhängig, ob Du etwas gegen Deinen Alkoholkonsum unternimmst oder nicht? Ich kann Dir nur raten, so schnell wie möglich etwas zu tun. Umso früher umso besser!

    Alles Gute wünsche ich Dir.

    LG
    gerchla

    Hallo Gerd,

    Deinen Wunsch den beiden zu helfen verstehe ich natürlich sehr gut. Aber ich glaube nicht, dass Du das so einfach kannst. Also ich habe in meinem erweiterten Umfeld z. B. auch jemanden, wo ich annehme, dass ein Alkoholproblem vorhanden ist. Meine Strategie war dann folgende: Ich habe mit der betreffenden Person über mich gesprochen, über meine Sucht und meinen Weg heraus. Ohne diese Person irgendwie auf ihr eigendes Trinkverhalten anzusprechen. Diese Person weiß also, was bei mir los ist und sie weiß auch, dass sie mich jederzeit ansprechen könnte, wenn ihr danach wäre.
    Tut sie es, kann ich versuchen zu helfen. Tut sie es nicht, kann ich nicht helfen. Anders kann und wollte ich die Sache nicht angehen. Ich bin mir sehr sicher, dass diese Person komplett dicht gemacht hätte, wenn ich sowas wie "ich sehe doch, du hast ein Alkoholproblem. Lass dir doch helfen, ich habe es doch auch geschafft" gesat hätte. Also ich hätte zu meiner Trinkerzeit jedenfalls dicht gemacht und denjenigen "entfreundet".

    Deshalb glaube ich, dass es ziemlich schwierig ist zu helfen. Es sei denn Deine Bekannte möchte es. Vielleicht haben andere da andere Erfahrungen oder eine andere Meinung. Meine kennst Du jetzt.

    Alles Gute für Dich weiterhin und natürlich auch für Deine Bekannte.

    LG
    gerchla

    Hallo Julia,

    herzlich Willkommen hier im Forum.

    Ich bin Alkoholiker, Mitte 40, drei Jahre trocken.

    Auf die Frage, ob Dein Freund Alkoholiker ist oder nicht kann ich Dir keine 100%ige Antwort geben. Es scheint aber zumindest so.

    Aber ist das nicht eigentlich egal? Es ist doch so, dass Du Dich in der aktuellen Situation mehr als unwohl fühlst. Dass Du für Dich und Dein Kind eigentlich etwas ganz anderes wünscht und dass Du so keine gemeinsame Zukunft gestalten möchtest. Ist es nicht so?

    Also, was tun? Selbstverständlich mit dem Partner reden! Hast Du gemacht. Die Antwort war:

    Zitat

    Im nüchternen sagt er ich bin halt so dann geh und such dir nen besseren, wenn es dir nicht passt.

    Also, was soll man denn dann dazu noch sagen? Das sagt er nüchtern? Wenn er betrunken dabei wäre, ok auch mies, aber nüchtern? Das bedeutet ja nix anderes als friss oder stirb. Er deutet ja nicht mal ansatzweise an, dass er bei sich irgendwas ändern könnte. Da kann ich mich den Empfehlungen von Greenfox nur anschließen. Sicher ist das bestimmt nicht einfach für Dich. Bestimmt sind ja auch starke Gefühle im Spiel und von außen redet man sich immer sehr leicht. Aber von außen hat man halt auch einen neutraleren, sachlichen Blick.

    Egal ob Dein Mann jetzt schon Alkoholiker ist oder sich im Moment noch in der Vorstufe befindet: Wenn er sein Trinkverhalten nicht ändert wird es nicht besser werden. Es wird immer schlimmer werden, für ihn und damit aber auch für Dich und Dein Kind. Ich sage Dir das aus eigener Erfahrung. Es scheint bei Dir noch relativ früh zu sein. Mach' nicht den Fehler und gehe diesen verhängnisvollen Weg über Jahre oder Jahrzehnte mit. Achte auf Dich und Dein Kind und auf Euer leben und sei konsequent bei Deinen Entscheidungen.

    Wenn Deinem Mann etwas an Euch liegt, wird er ins Nachdenken kommen, wenn Ihr z. B. ausgezogen seid. Und wird sich herausstellen, ob er etwas gegen seine Krankheit unternehmen will oder nicht, ob er etwas an seiner Situation verändern will oder nicht. Wenn er das will, dann kannst Du ihn sicher gut unterstützen. Wenn nicht, dann ist es gut, wenn Du Dein eigenes Leben lebst, denn Du bist für sein Leben nicht verantwortlich.

    Lies Dich hier auch mal im Angehörigen-Bereich ein. Da wirst Du sicher einige Parallelen zu Dir finden. Und bestimmt auch den ein oder anderen sinnvollen Hinweis bekommen.

    Alles Gute wünsche ich Dir (Euch) und einen guten Austausch hier.

    LG
    gerchla

    Guten Morgen Wolfgang,

    also ich muss mal sagen, es liest sich "sehr gut", was Du so schreibst. Ich denke, Du gehst richtig an die Sache heran. Und wie Greenfox schon geschrieben hat: Du hast selbst erkannst, dass Du ein Problem hast, reflektierst Dich und hast selbst damit begonnen etwas gegen die Sucht zu unternehmen. Das sind schon mal sehr gute Voraussetzung um den Kampf gegen den Alkohol anzutreten.

    Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, was Du ja schon weist: Ja, es wird bzw. ist nicht einfach. Bei mir z. B. war es nicht die körperliche Abhängigkeit, die mir schaffen gemacht hat. Es war die psychische. Die meisten von uns müssen sich mit beidem herumschlagen. Die körperlichen Symptome werden i. d. R. sehr schnell verschwinden und es wird Dir körperlich recht schnell sehr gut gehen. Kein Schwitzen mehr, besserer Schlaf, geistig rege und einfach viel wacher und fitter.

    Die Psyche ist die Herausforderung. Aufarbeiten was war und an einer trockenen Zukunft basteln. Wir sagen es hier ja oft: Nur nix mehr trinken führt auf Dauer normalerweise nicht zum Erfolg. Denk- und Verhaltenweisen müssen ebenfalls "trocken" werden. Und dabei kann man sehr gut auf Hilfe von außen zurück greifen. Also z. B. eine SHG besuchen oder eine Therapie machen. Oder was Du jetzt ja schon machst, also einen Psychologen mit ins Boot holen. Deshalb denke ich mal, dass Du wirklich auf dem richtigen Weg bist.

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles erdenklich Gute! Bleib dran

    LG
    gerchla

    Hallo andzia,

    auch von mir herzlich Willkommen hier im Forum.

    Deine Situation, alles was Du beschreibst, ist sehr typisch und Du kannst hier im Forum viele ähnliche Geschichten lesen.

    Ich würde Dir auf jeden Fall auch empfehlen eine Selbsthilfegruppe für Angehörige zu besuchen. Ich glaube, dass der persönliche Ausstausch sehr hilfreich sein kann.

    Wichtig ist auf jeden Fall, dass Du erkennst, dass Du KEINE Schuld am Trinken Deines Sohnes hast. Und es liegt auch nicht in Deiner Macht ihn zum Aufhören zu bewegen. Das kann er nur selbst, er ganz allein. Wenn er das tut, dann kannst du ihm helfen. Vorher wirst Du keine Möglichkeit haben etwas zu tun.

    Deshalb ist es ganz wichtig, dass Du auf DICH achtest. Es hilft niemanden, wenn Du durch die Sucht Deines Sohnes unter gehst.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und einen guten Austausch hier ihm Forum

    LG
    gerchla

    Hallo Wolfgang,

    auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum.

    Meine Vorredner haben ja schon vieles gesagt. Ich denke auch, dass Du unter Entzug leidest. Schwitzen und Unruhe sind da sehr typisch. Was Deine Trinkmenge betrifft: Die Menge ist nicht entscheidend, auch nicht wie Du sie Dir zuführst, also ob mit Bier, Wein, Mischgetränken oder Schnaps. Entscheidend ist, ob Du problemlos auf Alkohol verzichten kannst und eben keine Entzugserscheinungen hast. Und selbst da kommt es häufig vor, dass Betroffene zwar keine körperlichen Entzugserscheinungen haben, sehr wohl aber psychische.

    Lies Dich in Ruhe hier ein und stelle gerne Deine Fragen. Wir erzählen hier i. d. R. von unsere Geschichte, teilen unsere Erfahrungen und Du kannst für Dich entscheiden, ob da was für Dich "dabei ist" oder nicht.

    LG
    gerchla

    Hallo Susi,

    erst mal herzliche Willkommen bei uns im Forum. Schön, dass Du Dich dazu entschlossen hast etwas gegen Deine Alkoholsucht zu unternehmen.

    Komm erst mal hier an und lies Dich etwas ein. Du findest hier Menschen, die Ähnliches wie Du erleben mussten, aber auch ganz andere Geschichten. Bestimmt ist etwas dabei, was Du für Deinen Weg mitnehmen kannst.

    Eines möchte ich aber vorab noch sagen: Es hört sich für mich so an, als ob Du nun kalt entziehen möchtest. Bitte überlege Dir, ob Du dieses Risiko wirklich eingehen willst. Kalter Entzug kann u. U. schlimme Folgen haben. Das kannst Du hier nachlesen. Ich möchte Dir deshalb dringend raten, Dich von einem Arzt auf Deinem Weg begleiten zu lassen. Falls Du das nicht schon tust, aber aus dem was Du geschrieben hast geht das nicht hervor.

    Später mehr von mir. Jetzt wünsche ich Dir erst mal, dass Du die ersten Tage gut herum bringst und ich hoffe sehr, dass Du das nicht ohne ärztliche Begleitung machst. Bis bald und

    LG
    gerchla

    Hallo Jack,

    sehr interessant was Du so schreibst. Teilweise erkenne ich mich wieder, manchmal auch nicht.

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    Und ich bin mir schon sehr sicher, dass ich für immer aufhören möchte. Nur will ich da irgendwie nicht laut aussprechen, weil mir dieses Ziel so weit weg vorkommt.

    Es gibt viele trockene Alkoholiker die von Tag zu Tag denken. Vor allem am Anfang. Manche aber auch länger. Aus Tagen werden Wochen, dann Monate, dann Jahre. Eigentlich egal, hauptsache weg von dem Zeug. Nicht zielführend wäre nur, wenn Du Dir einen bestimmten Termin setzt und dann schon darauf wartest bis Du ihn erreicht hast. Das wäre dann sozusagen das Ende einer Trinkpause. Aber ich denke mal, dass Du nicht so denkst.

    Ich hatte viele Trinkpausen, anfangs waren die richtig lang, sogar über Monate. Dann das erste Bier nach x Monaten, weil man sich ja bewiesen hat, dass man ja gar kein Problem hat, und schwupp ist man wieder da wo man vorher war. Bei mir war es sogar so, dass sich nach jeder Pause mein Pensum erhöht hat. Quasi nach dem Motto: Jetzt hast Du so langen nix getrunken, jetzt brauchst auch kein schlechtes Gewissen haben wennst mal mehr hast....

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    Nachmal zu der Frage von Wegen Plan: Ich habe tief in mir drin vor, für immer davon los zu kommen. Ich möchte meine Gewohnheit komplett umstellen und dem Trinken von Alkohol nichts positives mehr abgewinnen.

    Ich glaube da bist Du genau auf dem richtigen Weg! Wir schreiben hier ja oft: "nur nix mehr trinken reicht nicht aus, man muss sich auch hinterfragen, sein Denken umstellen usw.". Genau das ist es meiner Meinung nach. Vor mir kann ich sagen, dass ich nicht mehr keinen Alkohol trinken DARF sondern in nicht mehr trinken WILL. Ich sehe keinen Sinn mehr darin. Es ist immer die gleiche Frage: Warum soll ich Alkohol trinken, was bringt er mir und was ist morgen noch davon übrig?

    Das ich mich aber trotzdem weiter mit dem Thema beschäftige (wie z. B. hier im Forum) hilft mir dabei, mein Bewustsein aufrecht zu erhalten und mich bezüglich meiner Sucht auch immer wieder neu zu hinterfragen. Was sich jetzt sehr stressig anhört ist für mich aber genau das Gegenteil. Es belastet mich in keinster Weise und ich bin sehr entspannt was das Thema betrifft. Ohne allerdings überheblich oder leichtsinnig zu sein. Letzteres ist mir sehr wichtig. Da ich meine Sucht auch nicht als allgegenwärtiges Thema mit allen Menschen um mich herum ständig in den Fokus richten möchte, bin ich z. B. hier im Forum und kann mich austauschen. Mit Menschen, die wissen wovon ich spreche und ab und an kann ich vielleicht auch mal jemanden durch meine Geschichte helfen. Das wäre z. B. auch in einer realen SHG so.

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    Ich habe auch mal überlegt, zu den AAs zu gehen.

    Mach doch einfach. Da war ich übrigens auch, habe ich gleich nachdem ich aufgehört habe (gerade mal 24 h ohne Alk) das erste mal besucht. Ich wollte einfach alles probieren weil ich es unbedingt schaffen wollte. Das war sehr gut, dass ich dort hingegangen bin. Hat mir enorm viel gebracht für den Anfang. Je länger ich trocken war, desto mehr merkte ich, dass mir diese Gruppe nichts mehr bringt. Immer die gleichen Monologe, immer ein (für mich) eher negativer Beigeschmack nach den Gruppensitzungen, ein eher bedrückendes Gefühl. Also habe ich mich verabschiedet, ohne Groll oder negative Gedanken. Im Gegenteil. Natürlich hätte ich mir eine andere Gruppe suchen können, z. B. eine Dialoggruppe (was die AA ja nicht sind). Aber ich ging andere Wege und das war gut so. Ich würde aber jederzeit sofort wieder eine Gruppe besuchen wenn mir danach wäre. Ausprobieren, ich kenne z. B. einen , der über "seine" Gruppe viele neue Freunschaften geschlossen hat und sich ein Leben ohne gar nicht vorstellen kann. Und das nicht unbedingt deswegen weil er Angst hätte dann Rückfällig zu werden sondern weil er sich einfach sehr wohl fühlt.

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    Ein Gewitter oberhalb des Gardasees ist nüchtern viel schöner, als nach 3x0,5L VinoBianco.

    44.

    LG
    gerchla

    Hallo gamma draconis,

    herzlich Willkommen hier im Forum :welcome:

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    klein aber fein und dem Virus des unabhängigen Denkens gegenüber aufgeschlossen.

    Das halte ich auch für sehr wichtig. Wenn ich etwas gelernt habe in der ganzen Zeit in der ich jetzt nicht mehr trinke, dann ist es das, dass es keinen 100%igen Masterplan gibt der für alle anwendbar wäre. Oberflächlich betrachtet scheint es ja immer das gleiche zu sein was man tun "muss" um von der Sucht weg zu kommen. Schaut man aber etwas genauer hin, dann ist es faszinierend, welche Wege die Menschen gegangen sind. Trotzdem bin ich jetzt kein Gegner von Grundbausteinen. Ich denke es gibt bestimmte Regeln, wenn man sich daran hält, dann hat man eine Orientierung wie es klappen könnte. Nur, ein alleiniges Allheilmittel sind sie eben nicht und nicht jede/r der etwas anders macht ist deshalb automatisch zum Scheitern verurteilt.

    Ich empfinde dieses Forum hier als sehr offen. Hier kann man auch mal, in der Regel sehr sachlich, über Dinge diskutieren die eben nicht Mainstream sind. Unterschiedliche Meinungen werden respektiert. Deshalb bin ich sehr gerne hier.

    Ich wünsche Dir einen guten Austausch!

    LG
    gerchla

    Hallo und Guten Morgen Jack,

    schön das Du hier bist.

    Kurz zu mir: Mitte 40, Alkoholiker, bald 3 Jahre trocken.

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    Ich habe glücklicherweise einen fetten Job, kann mir meine Arbeitszeit fast aussuchen. Bin mit einer tollen Frau verheiratet, die auch noch einige Jahre jünger ist. Familien alle soweit gesund. Also ein rundum cooles Leben. Es fehlt an nix und ich denke, ich kann Gott oder dem Universum danken, dass es jetzt über viele Jahre keine herben Einschläge gab. Zumindest familiennah.

    Das passt sehr gut zum Ist-Zustand als ich zu trinken begonnen habe. Mir fehlte es an nichts - alles super, alles prima. Trotzdem wurde der Alkohol zunehmend zum Begleiter, erst mal nur so in Gesellschaft, in lustigen Runden. Dann das Feierabendbierchen, irgendwann auch zwei oder drei und so ging es dann dahin. Im Nachhinein habe ich natürlich versucht aufzuarbeiten warum es so weit kommen konnte, warum ich überhaupt da hinein rutschen konnte. Keine schwere Kindheit, keine Schicksalschläge etc. So richtig kann ich es immer noch nicht sagen.

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    Aber etwas passte dann doch nicht.

    Tja, so ist es und so war es auch bei mir. Was genau und weshalb ich dachte der Alkohol ist mein Freund der mir hilft zu entspannen, ich weiß es nicht genau. Ich denke, letztlich ist Alkoholsucht zu großen Teilen eine psychische Erkrankung. Also muss irgendwas in diesem Bereich bei mir nicht gestimmt haben.

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    Es ist echt beeindruckend, zu erkennen, warum ich so gerne getrunken habe.

    Ich habe eigentlich gar nicht gerne getrunken. Klar, ganz am Anfang, als ich vielleicht noch nicht süchtig war, da war's lustig. Unsere Gesellschaft tut ja ihr übriges dazu. Was haben wir mit unseren Trinkerlebnissen geprotzt, immer wieder haben wir unsere Abstürze verbal aufleben lassen, uns gefeiert für die Mengen, die wir getrunken hatten. Wer viel verträgt ist ein Held! Wer nach zwei Bier schon einen sitzen hat ist ein Weichei. Der Weg von Helden zum Alki ist allerdings kurz. Und wenn Du dann mal als Alki geoutet wirst, tja dann ist vom Helden nix mehr übrig. Dann reden sie nicht mehr mit dir sondern über dich. Dann bist plötzlich nicht mehr der, der viel verträgt sondern der, der schon wieder den Kanal voll hat. Da hat unsere Gesellschaft ein sehr großes Problem. Wenn ich mir anschaue was mittlerweile an Kapagnen gegen das Rauchen läuft und das mit Alkohol vergleiche.... Naja, anderes Thema.

    Was ich eigentlich sagen wollte: Ich habe ab dem Zeitpunkt wo ich wirklich süchtig war (wann das genau war kann ich aber nicht sagen) nicht mehr gerne getrunken. Ich habe ja gemerkt, dass ich trinken musste. Oft habe ich die ersten Biere des Tages ganz schnell reingeschüttet und oft auch einiges davon gleich wieder ausgek.....zt. Das war nicht lustig oder schön. Und geschmeckt hat es mir irgendwann auch nicht mehr. Zusammenfassend kann ich deshalb heute sagen: Die meisten meiner Trinkerjahre habe ich getrunken ausschließlich wegen der Wirkung. Diese Erkenntnis war für mich sehr wichtig um trocken werden zu können.

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    Für heute kann jch sagen, dass ich wohl froh sein kann, dass es in meinem Leben bisher keinen Schicksalsschlag gab, der mich weiter in die Alkoholfalle abgedrängt hat.

    Das ist immer so eine Gefahr. Auch Menschen die "nur" Alkoholmissbrauch betreiben und vielleicht noch nicht süchtig sind wissen natürlich, wie der Alkohol bei ihnen wirkt. Wenn dann mal ein Schicksalsschlag kommt oder einfach eine stärkere Belastung ist der verstärkte Griff zur Flasche sozusagen schon vorprogrammiert. Und dann geht es oft ganz schnell.

    Ich denke heute schon immer mal dran, was ich tue wenn ich heute, also trocken, einen Schicksalsschlag zu verarbeiten hätte. Bisher bin davon verschont geblieben. Natürlich habe ich mir fest vorgenommen niemals Alkohol zu trinken. Ich hoffe sehr, dass alles was ich bisher getan habe um trocken zu werden und zu bleiben mich stark genug gemacht hat, das dann auch zu schaffen. Denn das Suchtgedächtnis kann man halt leider nicht formatieren... Es bleibt.

    Jetzt hätte ich aber noch ein paar Fragen an Dich: Wie ist Dein Plan? Willst/wirst Du jetzt dauerhaft abstinent leben? Siehst Du Dich als Alkoholiker?

    Ich wünsche Dir einen guten Austausch hier und freue mich wieder von Dir zu lesen!

    LG
    gerchla

    Hallo Sandra,

    auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum. Schön dass Du zu uns gefunden hast und Dich auch getraut hast hier zu schreiben.

    Kurz zu mir: männlich, Mitte 40, Alkoholiker und seit fast 3 Jahren trocken. Vorher ca. 15 Jahre getrunken, am Schluss sehr intensiv.

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    Ich bin nun 46, habe nie wirklich (oder vielleicht doch) sooo viel getrunken.

    Ich habe sehr lange mit mir selbst "diskutiert" ob nun abhängig bin oder nicht. Ob ich ein Problem habe oder nicht. Da wurden dann auch gerne meine Trinkmengen her genommen und mit anderen verglichen. Selbstverständlich habe ich immer Leute gefunden die noch vieeeeeel mehr getrunken haben als ich. Oder Leute die andere Sachen getrunken haben, harte Sachen die ich z. B. nicht getrunken habe.

    Heute sage ich: Die Menge ist nicht entscheidend! Entscheidend ist ob man einfach nichts trinken kann wenn man das will. Einfach bedeutet einfach, also ohne darüber nachdenken zu müssen. Ich möchte sogar behaupten man hat schon ein Problem, wenn man anfängt darüber nachzudenken ob man ein Problem hat. Was nicht heißen muss, dass man bereits süchtig ist aber auf jeden Fall auf den Weg dorthin oder einfach gefährdet ist.

    Wenn Du nun eine oder 1,5 Flaschen Wein am Abend trinkst, Dir morgens dann vornimmst "heute nicht" und dann abends trotzdem wieder trinkst, dann ist die Sache schon einigermaßen klar. Und ich kenne das sehr gut von mir! Ich habe dann immer mal versucht Trinkpausen zu machen, also paar Tage, anfangs auch Wochen gar nichts trinken. Hat funktioniert und mir suggeriert: Wusste ich doch, ich habe gar kein Problem, es geht ja. Was ich dabei "übersehen" habe war allerdings, dass ich während dieser Pausen trotzdem immer wieder an Alkohol gedacht habe. Mal mehr, mal weniger.

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    Ich bin noch nicht so weit, das medizinisch anzugehen, aber ich denke darüber nach.

    Es hat lange gedauert bis ich so weit war den Schritt zu gehen und zu sagen "ich will nicht mehr", sehr lange. Da war ich dann aber bereit alles dafür zu tun endlich weg zu kommen von der Flasche, von der Abhänigigkeit. Und es ging bei mir ohne Therapie aber mit psychologischer Unterstützung und SHG und diversen anderen Hilfmitteln. Es muss nicht immer gleich die "große Keule" Langzeittherapie sein. Aber es ist auch möglich, dass das der beste oder einzig mögliche Weg ist. Auch ich war bereit das zu machen, wenn ich mit meinem Weg gescheitert wäre. Ich habe das nie für mich ausgeschlossen. Hauptsache weg von dem Zeug und mein Leben zurück haben, das war das was ich ganz fest wollte.

    Ich glaube Du hast hier im Forum eine super Möglichkeit Dich auszutauschen und kannst Dir die Geschichten von uns anhören bzw. nachlesen. Ganz unterschiedliche Menschen mit ganz unterschiedlichen Sichtweisen und Wegen in die Trockenheit. Ich denke das kann Dir Hoffnung geben und Dir einen möglichen Weg für Dich aufzeigen. Also, wenn Du Fragen hast, dann her damit. Ansonsten wünsche ich Dir einen guten Austausch und alles alles Gute für Deine Zukunft!

    LG
    gerchla

    Hallo Nicki,

    auch von mir noch ein etwas verspätestes herzliches Willkommen hier im Forum.

    Schön, dass Du da bist und Dich hier öffnest.

    Zitat

    Kamen bei Euch irgendwelche "dummen" Sprüche, als ihr aufgehört habt?

    Nicht einen Spruch habe ich gehört! Eher das Gegenteil war der Fall. Da ich heimlich getrunken habe, gab es einige Menschen, die gar nicht glauben wollten dass ich Alkoholiker bin. Andere wiederum waren total erschüttert weil sie das nie vermutet hätten. Aber das waren nur (für mich auch verständlich) die ersten Reaktionen. Anschließend haben alle, ihren Möglichkeiten entsprechend, versucht mich zu unterstützen. Eine Ausnahme: Mein Vater - der hat es mehr oder weniger ignoriert und ignoriert es heute noch (bin jetzt fast 3 Jahre trocken). Das hat mich anfangs verwirrt, geärgert und ich wusste nicht, was ich tun sollte. Ich war sogar verletzt, weil ich mir dachte: wenn mein Sohn mir sagt, dass er Alkoholiker ist, dann würde ich doch ab und an mal fragen wie es ihm geht....

    Nun, es ist wohl so, dass er selbst ein Problem mit Alkohol hat wobei ich nicht weiß ob er Missbrauch betreibt oder Alkoholiker ist. Aber das ich mir mittlerweile auch egal. Es ist ja sein Leben. Und ich kann es jetzt auch akzeptieren, dass er das Thema ignoriert. Es ist wie es ist.

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    Sagt ihr offen und ehrlich, " Ja, ich bin (trockener) Alkoholiker"?

    Es war für mich sehr wichtig es meinem näheren Umfeld zu sagen. Und zwar gleich am Anfang. Ich habe quasi eine Tour gemacht. Eltern, Geschwister, enge Freunde usw.
    Ich bin auch sofort in eine SHG und dort haben ich natürlich mit den Leuten gequatscht. Und ich habe gefragt: Soll ich das jetzt jedem sagen? Auch in der Arbeit, auch im "erweiterten" Umfeld?

    Und die sagten dann zu mir: Nicht unbedingt! Wenn Du ein Arbeitsumfeld hast wo getrunken wird, dann ist es sicher besser es zu sagen. Wenn nicht, warum solltest Du das tun? Es müssen nicht alle wissen, es kann Dir auch schaden... Aber letztlich muss man einfach selbst entscheiden, wem man es sagt und wem nicht. Aber ich kann Dir aus meiner Erfahrung sagen, dass es über die Zeit gar nicht mehr so wichtig ist. Je länger Du trocken bist umso mehr verliert es an Bedeutung. Dein Selbstbewustsein nimmt zu, Du kannst mit schwierigen Situationen (warum trinkst Du nicht mit?) souverän umgehen und Dein Umfeld gewöhnt sich daran, dass Du halt einfach nix trinkst. Es wird ganz normal.

    Zitat

    Ich weiss, dass das Schwachsinn ist, aber solche Gedanken hab ich :(

    Ich glaube Du machst Dir viel zu viele Gedanken! Als ich am Anfang stand habe ich regelmäßig einen Mönch besucht. Ein sehr kluger und sehr netter Mensch. Warum und weshalb ich bei ihm gelandet bin ist eine längere Geschichte die ich Dir jetzt hier nicht auftischen will. Zu ihm sagte ich:

    "Ich habe doch so einen Berg vor mir! Trennung von meiner Familie, Alkoholkrank, finanziell alles ungeklärt - ich weiß gar nicht wie es weiter gehen soll. Ich weiß, ich will nie mehr trinken aber wie soll das alles werden?" So habe ich sinngemäß mit ihm gesprochen und so habe ich mich auch gefühlt. Ganz viele "wenns" und "abers" und oft gaaaanz weit in die Zukunft gedacht.

    Er sagte dann zu mir:

    "Stell Dir ein Haus vor. Dach kapputt, es regnet hinein, Wände feucht, im Keller steht das Wasser, die Scheiben sind undicht, es zieht herein, der Boden ist verschlissen und überhaupt müsste alles mal neu gestrichen werden. Womit fängst Du an? Zuerst dichtest Du das Dach ab damit nicht weiter Wasser eindringen kann! Dann pumpst Du das Wasser aus dem Keller, damit das Haus austrocknen kann. Jetzt dichtest Du die Fenster ab. Nun kannst Du damit beginnen die Schönheitsreperaturen vorzunhemen. Streichen, neuer Boden usw... Du kannst nicht alles auf einmal tun. Gehe einfach eines nach dem anderen an und achte darauf was das wichtigste ist, das tue zuerst.

    Ich glaube, dass könnte Dir auch helfen.

    Ich freue mich auf einen guten Austausch mit Dir und wünsche Dir alles erdenklich Gute für Deinen Weg.

    LG
    gerchla

    Hallo Cocoon,

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    Liebe Gerchla, kannst du rückblickend sagen, was an diesem einen Tag anders war als an allen anderen? Ich wache doch jeden Tag auf und sage mir: heute nicht! Oder sogar: "von heute an nie wieder!" Letzteres hat ja nie funktioniert, deswegen versuche ich es jetzt ja mit der Tageslösung.

    Ich glaube der Schlüssel war, dass ich es ausgesprochen habe. Also, es kam zu einer Konfliktsituation mit meiner Ex-Frau. Ein klassisches "Wir müssen Reden" Gespräch das sie mit mir führen wollte. Diese Situation gab es es vorher auch schon ein paar mal. Dieses mal habe ich aber nicht rumgelogen und wilde Ausreden erfunden sondern ich habe ihr gesagt: Ich bin Alkoholiker!

    Wahrscheinlich kennst Du meinen Trinkhintergrund nicht. Nur ganz kurz: Ich habe heimlich getrunken, konnte es lange geheim halten und meine Frau hat bis zum Schluss nichts gewusst. Zwar bemerkt, dass unsere Ehe im Eimer ist und das nichts mehr stimmt aber sie wusste nicht so genau warum.

    Also dieses Ausprechen "ich bin Alkoholiker" und das Wissen, dass ich jetzt nicht mehr zurück kann, dass damit meine bisherige (verlogene) Welt zusammen gebrochen ist und ich neu anfangen muss, dass könnte der Schlüssel bei mir gewesen sein. Warum ich das aber ausgerechnet jetzt bei dieser Ausprache wollte kann ich auch nicht genau sagen. Es war nur so, dass ich mittlerweile schon morgens mit dem Trinken begonnen hatte (etwas, was ich viele Jahre lang nie gemacht habe) und dass ich die Menge enorm gesteigert hatte. Und langsam auch harte Sachen dazu kamen. Ich war wohl kurz davor von der kritischen Phase in die chronische Phase zu wechseln. Wobei ich damals davon keine Ahnung hatte. Aber irgendwie war ich so weit unten wie nie zuvor. Obwohl ich ja noch meinen Job hatte, Führerschein und meine Kinder/Ehe.... Und sicher hätte ich auch nochmals mit viel Kreativiät und rumlügen die "Kurve" bekommen können und meine Sauferrei noch weiter treiben können. Aber wie gesagt, ich wollte nicht mehr....

    Das hilft Dir jetzt wahrscheinlich nicht wirklich weiter. Irgendwie scheint es diesen persönlichen Tiefpunkt oder diesen "Klick" zu geben. Wo der ist oder wie der ausgelöst wird, ich weiß es nicht.

    Alles alles Gute Dir.

    LG
    gerchla

    Hallo Maud,

    ein paar Gedanken von mir.

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    Jedoch, als meine Freundin so Cremaint trank...verspürte ich auch Lust auf ein Gläschen (es wäre nie bei nur einem Gläschen geblieben).

    Gut, dass Du standhaft geblieben bist. Spontan stellte sich mir die Frage, ob man sich in so eine Gefahr begeben muss. Ich habe solche Situationen, also wo ich genau wusste das getrunken wird, am Anfang vermieden. Aus Angst eben nicht standhaft bleiben zu können. Relativ bald hatte ich dann eine Strategie aufgebaut um mit solchen Situationen gut umgehen zu können weil das reale Leben ja weiter geht und ich mich nicht komplett absondern wollte. Mittlerweile handhabe ich solche Situationen souverän ohne jedes Problem. Und sie werden auch immer weniger oder finden kaum noch statt, weil sich mein Umfeld verändert hat bzw. alle jetzt auch wissen was Sache ist.

    Zitat

    Bin allerdings mit erhobenen Haupt und sehr stolz zuhause gewesen

    44. Überleg mal was jetzt wäre, wenn Du getrunken hättest! Versuch' Dir klar zu machen wo Du dann jetzt, heute stehen würdest! Und denke mal drüber nach, was Dir Dein Suchthirn so vorgegauckelt hat wie toll es wäre mitzutrinken und was unterm Strich heute noch davon übrig wäre.

    So habe ich immer wieder gedacht. Das hat mir geholfen mir klar darüber zu werden was der Alkohol überhaupt für eine Rolle spielt.

    Zitat

    Witziger weise, überdenken auf einmal alle ihren Konsum.

    Diese Erfahrung teile ich. Mein bester Freund hat nach meinem (für ihn erschütternden) Outing sofort sein eigenes Trinkverhalten unter die Lupe genommen und trinkt seither fast gar nix mehr. Dabei hatte er (aus meiner Sicht) auch vorher schon kein problematisches Trinkverhalten. Aber er sagt jetzt, es wäre für ihn ein trotzdem nochmal ein Grund gewesen nachzudenken und eigentlich sieht er tatsächlich keinen tieferen Sinn im Trinken von Alkohol. Ich hab' ihn jetzt schon ewig nicht mehr mit einem Bier gesehen. Da hat er früher schon gern mal ein getrunken und er weiß auch, dass es mich nicht stört wenn ich dabei bin.

    Das waren, nur mal so, meine Gedanken.

    Bleib dran und alles Gute

    LG
    gerchla

    Hallo Cocoon,

    heute nicht ist schon mal ein guter Ansatz. Ich kenne persönlich Menschen, die es genau über diesen Weg geschafft haben. Irgendwann wird dieses "nur heute nicht" zur Selbstverständlichkeit und dann wird es normal nichts mehr zu trinken.

    Bei mir war es z. B. ganz anders. Ich wusste plötzlich: ich will nicht mehr! Auf keinen Fall mehr. Ich will keinen Alkohol mehr. Ein ganz fester Wille und Entschluss. Ich hatte dabei nie den Gedanken "ich darf nicht mehr sonst...." Es war ein "ich will nicht mehr weil..."

    Warum das so war, weiß ich ehrlich gesagt nicht genau. Mein Kartenhaus ist zusammen gefallen, das könnte man als Schlüsselerlebnis bezeichnen. Aber das fällt bei anderen auch zusammen und die hören nicht auf zu trinken oder gehen ganz anders an die Sache heran.

    Auf jeden Fall: Wirf die Flinte nicht ins Korn und bleib dran. Ich möchte Dir raten Hilfe zu suchen und anzunehmen, auszuprobieren. Viele schreiben hier, wie lange sie rumgeeiert haben und dann irgendwann mal zur Suchtberatung sind oder eine SHG besucht haben und dass es ihnen geholfen hat. Und dass sie gar nicht verstehen, dass das nicht schon viel früher gemacht haben.

    Also bleib dran und ich drück die Daumen.

    LG
    gerchla

    Hallo Thomas,

    auch von mir ein herzliches Willkommen.

    Eigentlich ist alles schon von meinen Vorpostern gesagt. Wenn Du wirklich was ändern willst an Deiner Situation, dann sei einfach bereit alle Hilfe auszuprobieren die Dir geboten wird. Geh' zum Arzt, führe ein Gespräch bei der Suchtberatung, besuche eine SHG (oder teste mehrere). Sei offen für Hilfsangebote. Nicht alles was angeboten wird muss auch das Richtige für Dich sein aber einfach auprobieren. Das kann ich aus meiner Erfahrung raten.

    Alles Gute und einen guten Austausch hier im Forum wünsche ich Dir.

    LG
    gerchla

    Hallo Maud,

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    Und belügen werde ich mich auch nicht.


    44.

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    Ob das sogar die Abstinenz wird ist nicht ausgeschlossen.

    Wenn Du tatsächlich süchtig sein solltest wirst Du Dich damit auseinander setzen müssen. Aber will mal so sagen: Ich hatte noch nie so ein tolles Leben wie ich es habe, seit ich nicht mehr trinke. Und mir fehlt absolut nichts! Es ist aus meiner Sicht also absolut kein Verlust keinen Alkohol mehr zu trinken.

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    Welche SHG könnt Ihr empfehlen?

    Aus meiner Sicht: Ausprobieren! Ich weiß nicht, welche oder wie viele SHG Du in Deinem Umfeld hast. Wenn Du in einer (größeren) Stadt lebst, dann sicher mehrere. Am Land ist es oft etwas schwieriger. Einfach testen, am besten mehrere. Es ist z. B. nicht jede Gruppe der AA's ist wie die andere. Es ist wie überall auch stark von den Menschen abhängig ob man sich wohl fühlt oder nicht. Grundsätzlich sind aber die AA z. B. eine Monologgruppe. D. h. man erzählt von sich (wenn man will) und hört den anderen zu. Also keine angeregten Diskussionen. Aber, die Erfahrung habe ich gemacht, man diskutiert dann halt nach dem offiziellen Gruppenabend noch ein wenig (wenn man will und andere es auch wollen). Es entstehen Freundschaften usw. usf. Also einfach testen. Keiner kann Dich zwingen bei einer Gruppe zu bleiben oder Dich dort zu öffnen wenn Du es nicht willst. Aber wenn Du es nicht ausprobierst, dann weißt Du auch nicht ob eine SHG das richtige für Dich ist.

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    Desweiteren wollte ich mal nachfragen warum ich hier nicht in alle Rubriken komme?

    Ja, da muss man freigeschalten werden. Unser Admin liest sicher mit und wird sich bestimmt mal bei Dir melden.

    LG
    gerchla