Beiträge von Gerchla

    Hallo Olli,

    herzlich Willkommen hier im Forum und meinen Glückwunsch zu einen Jahr ohne Alk.

    Am einfachsten wäre es, wenn Du im Vorstellungsbereich einfach Deinen eigenen Thread aufmachst. Da kannst Du ein bisl was über Dich erzählen und was Du hier so erwartest und wir können Dir dort dann antworten.

    Einen guten Austausch wünsche ich Dir und weiterhin alles Gute für Deinen Weg!

    LG
    gerchla

    Hallo Nelli,

    das mit dem 'sich rechtfertigen müssen weil man nichts trinkt' müsste mit zunehmender Dauer Deiner Abstinenz eigentlich abnehmen. Es ist ja so, dass man ein bestimmtes Umfeld hat und dieses einen ja kennt. Also z. B. als denjenigen, der immer gern Alkohol trinkt. Ändert man jetzt plötzlich sein Verhalten führt das zu Nachfragen. Eigentlich ganz normal und auch nicht unbedingt böse gemeint. Nervig wird das ganze nur, wenn man dauerhaft immer wieder damit konfrontiert wird. Auch wenn man z. B. erklärt hat, dass man keinen Alkohol mehr trinken will.

    Ich denke das ist dann auch stark von der Art des Umfeldes abhängig. Ist es ein eher mehr trinkendes Umfeld oder sind es Menschen, die nur ab und zu mal was trinken? Bei letzteren hat der Alkohol dann sowieso keinen so hohen Stellenwert und entsprechend wird auch nicht so viel darüber geredet.

    Bei mir war das so, dass ich allen mir wichtigen Personen gesagt habe, dass ich Alkoholiker bin. Damit war das Thema dann durch und niemand kam (kommt) mehr auf die Idee mir Alkohol anzubieten oder nachzufragen. Wobei mein Umfeld ohnehin eher wenig trinkt. Natürlich gibt es auch ab und zu mal Situationen (z. B. irgend eine Einlandung aus dem weiteren Bekanntenkreis etc.) wo mal mehr getrunken wird und wo die Menschen auch nicht wissen das ich Alkoholiker bin. Aber ehrlich gesagt ist da in der Regel auch kein Problem. Da die Leute mich nicht näher kennen ist es ihnen auch egal was ich trinke.

    Es wird entspannter - mit zunehmdender Dauer Deiner Abstinenz. Solltest Du aber ein stark trinkendes Umfeld haben würde ich aber darüber nachdenken ob das auf Dauer das Richtige für Dich ist. Aber ansonsten wird sich das irgendwann mal "einspielen".

    Alles Gute weiterhin!

    LG
    gerchla

    Hallo Paule,

    herzlich Willkommen bei uns im Forum.

    Problem erkannt - das ist schon mal eine Basis, auf die Du jetzt aufbauen kannst.

    Wir standen hier alle irgendwann mal an dem Punkt an dem Du jetzt stehst. Lies Dir die ganzen Lebensgeschichten hier mal in Ruhe durch. Ich denke daraus kannst Du für Dich Infos ziehen, wie Dein Ausstieg aussehen könnte.

    Aus meiner Erfahrung heraus ist es zu wenig sich zu sagen "ich muss mit dem Saufen aufhören". Und wie Franz schon geschrieben hat ist er Ansatz "ich will mit dem Saufen aufhören" bestimmt der bessere. Müssen ist doch meistens etwas, was man gegen seinen Willen tut. Auf Dauer macht das keinen Spaß. Wobei es jetzt am Anfang aus meiner Sicht erst mal egal ist ob Du musst oder willst. Die Erkenntnis, dass man keinen Alkohol mehr trinken will anstatt keinen mehr trinken zu dürfen, kann auch später kommen. Es braucht aber einen Plan, wie man das ganze angehen möchte und welche Schritte man einleiten will. Da gibt es keinen Masterplan, das wirst Du, wenn Du hier liest, schnell feststellen.

    Es ist aber schon so, dass es i. d. R. sehr wichtig ist, dass man sich Hilfe holt. Arzt, Suchtberatung, SHG, ggf. auch Therapie usw. Es ganz alleine ohne jede Hilfe zu schaffen ist wohl eher die Ausnahme und auch ziemlich schwer und manchmal auch gefährlich (Stichwort Kalter Entzug).

    Wenn Du Fragen hast, einfach stellen.

    Ich wünsche Dir alles Gute und einen guten Austausch hier im Forum.

    LG
    gerchla

    Hallo Sandra,

    gut, dass Du dem Druck nicht nachgegeben hast und hart bleiben konntest.

    Ich glaube ich würde jetzt ganz schnell erst mal die "geschenkten Flaschen" entsorgen. Wegschütten das Zeug, oder falls Du Angst hast das könnte Suchtdruck auslösen, jemanden beauftragen es zu tun. Oder jemanden sagen, dass er das Zeug mitnehmen soll...

    Ich meine: Es schon klar, dass Du immer und jederzeit an Alk kommen kannst, auch wenn Du nichts mehr im Haus hast. Aber ich finde es hat auch was symbolisches, psychologisches, wenn man sagen kann "meine Wohnung ist komplett alkoholfrei". Und es ist auch einfacher mal den Schrank zu öffnen als sich anzuziehen und zur Tanke zu laufen.

    Ich würde das Zeug weghauen.

    Alles Gute weiterhin und bleib Standhaft. Dann werden auch andere, bessere Zeiten kommen!

    LG
    gerchla

    Hallo Wolfgang,

    ich lese Deinen Weg in und durch die Therapie von Anfang an mit. Ich glaube Du machst das alles ganz richtig!

    Zitat

    Alkoholiker neigen nicht selten dazu, im nassen Zustand nahezu alles hinzunehmen, Hauptsache, man lässt sie in Ruhe ihren Trinkgewohnheiten nachgehen. Auch häufig dazu kommt, dass das permanent vorhandene schlechte Gewissen Alkoholiker dazu bringt, viele Dinge zu tun, um die Partner zufrieden und wohlgesonnen zu stimmen.

    Ich möchte das was Dietmar Dir geschrieben hat einfach nur unterstreichen. Genau so war es auch bei mir. Anfangs war es mehr das "Ruhe haben wollen" um (in meinem Fall heimlich) trinken zu können. Mit andauernder Trinkerei war es dann mein super schlechtes Gewissen das dafür gesorgt hat, dass ich wirklich so gut wie alles gemacht habe - egal ob ich selbst das eigentlich wollte oder nicht.

    Heute möchte ich sagen, dass ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg, also ob man dauerhaft trocken leben kann oder nicht, das eigene Selbstbewusstsein ist. Natürlich nicht zu verwechseln mit Überheblichkeit oder gar Arroganz. Aber zu sagen was einen stört, was man nicht möchte oder auch was man möchte halte ich für enorm wichtig. Sonst erreicht man keine wirkliche Zufriedenheit. Und wenn man nicht zufrieden ist, dann hat es das Suchtgedächtnis leichter einem Vorschläge zu unterbreiten wie man schnell wieder zufrieden werden kann....

    Das bedeutet nicht, dass man allen Problemen aus dem Weg gehen muss oder dass Probleme sofort dazu führen, dass man unzufrieden wird. Probleme oder einfach auch mal schwere Zeiten gibt es immer, und das hat ja auch nichts damit zu tun ob ich Alkoholiker bin oder nicht. Ich meine eine Art "Grundzufriedenheit" mit sich selbst, mit dem eigenen Leben.

    Zitat

    ich bin auf alles gefasst sogar auf Trennung,weil es so nicht weiter gehen kann ich bin nicht der Fußabtreter für jeden und alle
    ich möchte ganz einfach meine ruhe haben nicht wegen jeden Cent Rechenschaft ablegen,wenn ich etwas größeres einkaufen möchte frage ich sowieso aber wenn es 5 bis max 10 € kostet und das nicht jeden Tag das geht zu weit finde ich

    Ich wünsche Dir auf keinen Fall, dass es zur Trennung zwischen Dir und Deiner Frau kommt. Aber ich muss sagen, ich finde es gut, dass Du Dir diese Option offen lässt. Das bedeutet für mich nämlich, dass Du bereit bist alles dafür zu tun um Dein Leben in den Griff zu bekommen. Was in Deinem (in unserem) Fall erst einmal bedeutet dauerhaft trocken zu werden. Ich war auch bereit alles dafür zu tun um endlich weg zu kommen von dem Zeug. Letztlich kam es dann auch zur Trennung von meiner Frau, wenngleich die Gründe dafür im Detail bestimmt etwas anders liegen als bei Dir. Aber wie gesagt, ich wünsche Euch, dass Ihr es gemeinsam hin bekommt. Vielleicht hilft ja das Paargespräch....

    Weiterhin alles Gute wünsche ich Dir und ich werde Deinen Weg hier gerne weiter mitlesen.

    LG
    gerchla

    Hallo zusammen,

    mische mich mal kurz mit ein: Trockenwerden nur für sich selbst - da möchte ich mal sagen, dass das ideal ist, wenn man das von sich behaupten kann. Vielleicht mit dem Hintergrund, dass man (so sehe ich das) nur für andere da sein kann, wenn man sein eigenes Leben auf die Reihe bekommt. Erst wenn ich mit mir selbst im Reinen bin, kann ich auch anderen geben. So wie sie es verdient haben. Also auch dem Partner, den Kindern oder wem auch immer...

    Das dann Ehen oder Beziehungen trotzdem scheitern können ist leider so ;( Nur weil wir nix mehr trinken ist nicht gleich die ganze Welt um uns herum rosarot.

    @ Greenfox - Alles Gute für Deinen Scheidungstermin, wenn ich das mal so sagen darf. Das es nicht allzu emotional wird (ich hab' das schon hinter mir....)
    @ Wolfgang - Weiterhin alles Gute für Deine Therapie. Ich glaube Du bist auf dem besten Weg!

    LG
    gerchla

    Hallo Wolfgang,

    Zitat

    Keine Schmerzen, kein Zittern ,durchschlafen die ganze Nacht ,keine Albträume mehr , Geld erspart Ihr Euch auch noch
    (ich lege meines das ich pro Tag versoffen habe weg ) und das wichtigste ist Eure Familie ,Partner Eure Umgebung freut sich mit Euch und ist sehr stolz auf Euch ich erlebe es zum glück selber

    Es ist einfach nur schön zu lesen wie es Dir immer und immer besser geht! 44.

    LG
    gerchla

    Hallo Sandra,

    auch von mir Herlzlich Willkommen im Forum.

    Hier umsehen ist erst mal eine gute Idee. Lies erst mal, wie es den Menschen hier so erging mit dem Alkohol und wie sie es geschafft haben davon weg zu kommen. Oder gerade noch dabei sind davon weg zu kommen. Bestimmt findest Du die ein oder andere Parallele zu Dir und Deiner Geschichte und bekommt Anregungen, wie Du weiter vorgehen möchtest.

    Das was Du bis jetzt so von Dir geschrieben hast kennen wir hier wahrscheinlich alle. Ich kann Dir auch sagen, dass es bei dem Zustand, den Du jetzt hast nicht bleiben wird, wenn Du nichts gegen Deine Alkoholsucht unternimmst. Du ahnst es oder Du weißt es ja schon selbst. Es wird einfach immer schlimmer...

    Aber zum Glück gibt es ja Wege heraus! Du musst Deinen eigenen finden. Wir können Dir hier unsere Erfahrungen und Meinungen mitteilen und hoffen natürlich, dass Dir das hilft.

    Alles Gute und auf einen guten Austausch.

    LG
    gerchla

    Zitat

    Das Problem ist vielleicht auch: Ich habe keine schlechten Erfahrungen mit Alkohol. Ich werde zu dem Menschen, der ich gerne nüchtern wäre. Witzig, redegewandt, entspannt und irgendwann angenehm müde... Ich weiß, wann ich aufhören muss, damit es nicht ins Negative umschwenkt. Ich kann für einige Stunden mal positiv in die Zukunft sehen, Pläne schmieden (die nie umgesetzt werden).

    Ich kann Dir aus eigener Erfahrung nur sagen, dass der Übergang vom gelgentlichen Entspannungstrinker, der dann gut gelaunt, lustig und positiv ist, hin zum "trinken müssen", also zum Alkoholiker, fliesend und nicht kontrollierbar ist. All das, was der Alkohol Dir jetzt Positives gibt, bekommst Du dann, wenn Du ihn trinken musst auch wenn Du gar nicht willst, doppelt und dreifach negativ zurück. Das ist leider so. Es kann Jahre dauern bis man süchtig wird, es kann auch ganz schnell gehen. Wenn es aber mal passiert ist, dann gibt es keinen Weg zurück. Und die Abwärtsspirale dreht sich so lange weiter, bis man sich entweder zu Tode gesoffen hat oder aber den Absprung geschafft hat. Letzteres ist nicht so einfach, wie Du hier vielfach nachlesen kannst. Ich kann Dir nur raten, suche Dir Alternativen zum Alkohol. Er löst Dein Angstproblem nicht, er verdrängt es nur. Und das auch nur eine Zeit lang. Und ganz nebenbei bekommst Du noch einen Schwung zusätzlicher Probleme, die Du ohne Alkohol gar nicht hättest.

    Wie gesagt, sieht man am Anfang nicht. Geht schleichend, langsam. Aber irgendwann nimmt das ganze dann Fahrt auf. Dann ist es zu spät.

    LG
    gerchla

    Hallo Nana,

    erst mal herzlich Willkommen hier im Forum.

    Erst mal zu Deiner Frage "wann ist es zu spät?".

    Ich weiß nicht, ob die Dir jemand so einfach beantworten kann. Vielleicht so: Es ist zu spät, wenn Du versuchst aufzuhören und es nicht schaffst. Oder wenn Du es zwar schaffst, aber Deine Gedanken die ganze Zeit um den Alkohol kreisen und Du deshalb irgendwann wieder zu trinken beginnst.

    Das ganze hat nun nicht unbedingt etwas mit der Trinkmenge zu tun. Klar, wenn man regelmäßig eine größere oder große Menge an Alkohol zu sich nimmt ist die Gefahr der Abhängigkeit schon höher, vor allem aber auch die Gefahr seinen Körper zu schädigen, zu vergiften. Es kann aber auch sein, dass jemand, der z. B. über einen längeren Zeitraum täglich mehrere Bier trinkt (noch) nicht abhängig ist, ein anderer, der abends ein- oder zwei Feierabendbiere trinkt innerhalb ganz kurzer Zeit abhängig wird. Die Grenzen sind hier fliesend und es gibt keine Norm.

    Wie Du ja selbst geschrieben hast gibt es Vorgaben, bis zu welcher Menge ein Konsum als nicht gesundheitsschädlich (oder bedenklich) gilt. Diese Mengen sind ja, wie Du auch schon gesagt hast, sehr gering und setzen zusätzlich noch vorraus, dass man nicht täglich konsumiert.

    Ich denke, wenn Du wissen willst ob Du bereits abhängig bist, musst Du einfach aufhören zu trinken. Und dabei auch auf Deinen Körper achten ob nicht doch auch körperliche Entzugserscheinungen hinzu kommen. Über das Thema kalter Entzug kannst Du hier im Forum auch nachlesen. Das ist sehr gefährlich. Deshalb würde ich mit einem Arzt darüber sprechen und dann das ganze angehen. Wenn Du noch nicht abhängig bist, wirst Du kein Problem haben.

    Natürlich bleibt dann noch die Sache mit der Angsterkrankung. Ich kenne jemanden, ebenfalls Alkholiker, der genau durch so eine Angstkrankheit in die Alkoholsucht gerutscht ist. Und zwar ganz tief. Weil er meinte, dass Alkohol ihm die Angst überwinden oder verkleinern hilft. Das hat wohl auch temporär funktioniert, anfangs. Nur musste er die Mengen schnell und enorm steigern und irgendwann war es dann schlimmer als vorher.

    Mittlerweile trinkt er seit Jahren keinen Alkohol mehr und seine Angst ist auch weg. Behandelt durch Psychologen und er muss jetzt auch keine Medikamente nehmen.

    Und ich kann Dir auch von noch jemanden berichten die ebenfalls eine Angsterkrankung hatte. Wurde nicht zum Alkoholiker. Auch diese Person ist lange geheilt. Ebenfalls durch einen Psychologen und einer damit verbundenen Gruppentherapie. Ebenfalls ohne Medikament. In der akuten Zeit hatte sie zwar Psychopharmaka für den Notfall, aber sie hat sie nie gebraucht. Heute ist das Thema komplett vom Tisch.

    Das sind meine Erfahrungen, kurz zusammen gefasst, zum Thema "wann ist es zu spät?" und zu Angsterkrankungen.

    Ich wünsche Dir alles Gute und einen guten Austausch hier im Forum.

    LG
    gerchla

    Zitat

    Ab und an gehen meine Gedanken in die Richtung ..ach das geht so logger ..du bist doch gar nicht süchtig ..also schadets nix ab und an ne Fl Rum etc ...

    Genau diese Gedanken sind so gefährlich und heimtückisch. Oft habe ich nachgegeben, mich selbst belogen und wieder angefangen nach der Trinkpause. Meine Erfahrung ist, dass diese Gedanken am Anfang, die ersten paar Tage, noch gar nicht so präsent sind. Bei gings richtig erst nach "längerer" Zeit los, so nach zwei, drei Wochen. Das war dann schon ein Zeitraum, wo mein Suchthirn gute Argumente hatte. Also in die Richtung: "Jetzt hast Du sooooo lange nix getrunken und das war doch kein Problem. Jetzt kannst Du schon mal wieder. Wer soooo lange nichts trinken kann, der kann ja gar nicht süchtig sein".

    Tja, Pustekuchen. Alleine die Tatsache, dass man genau diese Gedanken hat sind schon ein Beleg dafür, dass man süchtig ist. Ein normaler, nicht süchtiger Mensch macht sich darüber schon gleich mal gar keine Gedanken. Warum auch.

    Deshalb darfst Du diese Gedanken auf keinen Fall unterschätzen. Es ist verrückt, wie man sich als süchtiger Mensch selbst belügen kann. Man weiß alles ganz genau und kann trotzdem nicht widerstehen und gibt diesen Gedanken nach. Deshalb finde ich es super, dass Du Dir diesen Notfallplan gemacht hast. Sollte es zu diesen Notfall kommen, dann "arbeite" unbedingt Deinen Plan ab.

    Zitat

    Wobei es schade ist, dass Du "darüber quatschen" ans Ende Deiner Liste gestellt hast. Man sollte das "darüber reden" nicht unterbewerten!

    Dieses Zitat von Greenfox finde ich ganz wertvoll. Dein Notfallplan kann und wird Dich hoffentlich bei akuter Trinklust davor bewahren zur Flasche zu greifen. Auf Dauer aber kann man diesen Kampf nur gewinnen, wenn diese Trinkbegierde weniger wird und irgendwann ganz verschwindet. Da kommt wieder die alte Weißheit: "Nur einfach nix mehr trinken reicht nicht aus" zum Tragen. Nicht mehr trinken wollen aus tiefer innerer Überzeugung heraus ist das Ziel. Nicht mehr trinken dürfen verliert dann an Bedeutung weil es egal wird ob ich etwas nicht mehr darf wenn ich es nicht mehr will.

    Ich konnte diese Überzeugung, jetzt mittlerweile schon eine Art Lebenseinstellung, durch Hilfe von außen erreichen. Hilfe, das war in meinem Fall eine SHG in der ich mich austauschen konnte, ein Psychologe der mir wieder ganz andere Denkanstösse gab und noch einige andere Menschen die wiederum für mich ganz wertvolle Ideen und Denkansätze hatten. Auch ein guter alter Freund, mit dem ich stundenlang über mich, meine Krankheit und meine mögliche Zukunft diskutiert habe, hatte mir sehr geholfen. Noch heute führen wir ab und an solche Gespräche. Ich möchte sagen, es waren im nachhinein tatsächlich hauptsächlich die vielen Gespräche mit unterschiedenlich Menschen die mich dazu brachten über mich und meine Alkoholsucht nachzudenken und sie richtig zu reflektieren. Immer und immer wieder, immer wieder aus anderen Gesichtspunkten heraus. Mit der Zeit wurde und werden diese Gespräche seltener, weil ich stabil und ruhig geworden bin, weiß was und wohin ich will. Und ich mein Umfeld ja auch nicht permanent mit "meinem" Problem zutexten will. Trotzdem finden ab und zu, wenn's passt oder mir danach ist, noch solche Gespräche statt. Für mich ist das ganz wichtig und es hilft mir mich weiter zu entwickeln und nicht doch wieder zurück zu fallen.

    Das war jetzt ein Plädoyer an's Reden! Ist aber halt auch meine Überzeugung, dass das mit am wichtigsten ist.

    Alles Gute Dir weiterhin.

    LG
    gerchla

    Guten Morgen Nicki,

    ein häufig diskutiertes Thema mit teilweise unterschiedlichen Ansätzen.

    Meine Meinung dazu:

    Deine Trockenheit steht über allem. Wenn Du also auch nur die ansatzweise denkst es könnte Dir Probleme bereiten, dass Du für Gäste an Weihnachten Alkohol im Haus hast, dann lass das im Himmels Willen sein. Dann gibt es keinen Alkohol und wer das nicht versteht ist fehl am Platz.

    Soweit meine Meinung.

    Was mich betrifft: Ich habe das Anfangs so gehandhabt, schon aus "Sicherheitsgründen". Mittlerweile kann ich Gästen Alkohol bei mir zu Hause anbieten, ihn auch selbst einkaufen. Richtig gut fühle ich mich dabei nicht aber löst in mir jetzt keinerlei Suchtdruck aus. Es ist eher so, dass ich das Zeug einfach nicht mehr sehen will. Aber wie gesagt, es geht. Als wir umgezogen sind, zur Einweihung, da war so ein Anlass. Ist jetzt schon 1,5 Jahre her. Seit dem gab es nix mir. Das liegt aber auch daran, dass mittlerweile so gut wie alle wissen, dass ich Alkoholiker bin und es bei mir eben nix gibt. Somit gibt es auch keine Erwartungshaltung mehr, keiner wundert sich. Wahrscheinlich würden sie jetzt eher besorgt sein, wenn ich mal was anbieten würde.

    Also, ich würde sagen: Alles für die Trockenheit. In diesem Fall gehst Du und Deine Krankheit vor. Wenn Du Dir unsicher bist, dann gibt es eben keinen Alkohol. Wo ist das Problem?

    LG
    gerchla

    Zitat

    aber auch die kritischen Stimmen hier find ich absolut okay ..fehlt ja noch das mir hier nur der Bauch gepinselt wird

    Und hier ist auch bestimmt keiner dabei, der Dich einfach nur angreifen will. Warum auch, es geht ja um Helfen und Tipps geben aus der eigenen Erfahrung heraus. Manche sind da halt gerade heraus, andere haben eine Diplomatenausbildung ;D Aber alle meinen es gut.

    Zitat

    Mal ne Weisheit für alle Lebenslagen :D ;)
    "Alle sagen,dass es nicht geht und dann kommt plötzlich einer und macht es einfach."

    44.

    LG
    gerchla

    Hallo Nicki,

    willkommen zurück! Ich hab mal Deine alten Beiträge gelesen und folgendes gefunden:

    Zitat

    Ich habe Angst vor dem was kommt...
    Ich habe Angst,dass andere das mitbekommen (Ich komme von einem Dorf,wo das Bier,schnaps und/oder Sekt,Wein zum täglichen inventar gehört)
    Ich habe auch Angst davor,dass ich meinen Feierabend oder das Essen gehen ohne Alkohol nicht mehr geniessen kann...
    Aber am allermeisten hab ich Angst,dass ich es nicht ohne Ärztliche Hilfe schaffe....

    Die Angst vor der SHG stand da jetzt nicht dabei aber aus dem was Du schreibst wird ja ganz deutlich, dass Du auch da eine große Angst gehabt hast!

    Und jetzt:

    Zitat

    .und es war wirklich toll :)

    Merkst was? Viele Ängste finden im Kopf statt. Auch all die anderen Ängste die Du hast finden in Deinem Kopf statt. Das ist verständlich, manche Dinge kann man sich einfach nicht vorstellen weil man glaubt, dass es NIE funktionieren kann. Aber Ängste sind doch auch dazu da, dass man sie überwindet! Und Du bist doch jetzt hier im Forum und, was ich ganz toll finde, jetzt auch in einer realen SHG. Und sowohl hier als auch in Deiner SHG siehst und erfährst Du doch, dass man die Sucht besiegen kann. Und Du erfährst oder hörst auch aus erster Hand wie das funktioniert hat und das manches vor dam man große Angst hatte vielleicht gar nicht so schlimm war.

    Ich wünsche Dir alles alles Gute. Bleib dran!

    LG
    gerchla

    Hallo onlyme,

    ich schließe mich Gerd an. Alleine schaffen ist sicher der schwierigere Weg. Ich habe das oft versucht weil ich heimlich getrunken habe. Also dachte ich natürlich, dass ich auch "heimlich" aufhören muss oder kann. Dann würde ja keiner wissen, dass ich ein Problem hatte und meine schöne heile Welt würde weiter bestehen. Alles wie vorher, nur ohne Alkohol. Davon träumt wahrscheinlich fast jeder Alkoholiker, der ein intaktes Umfeld hat und eigentlich gar nicht weiß warum er trinkt. So ähnlich war das bei mir. Ging nicht gut aus bei mir, habe ich Dir ja schon geschrieben.

    Aber wenn ich hier im Forum etwas gelernt habe, dann das, dass die Wege aus der Sucht ganz individuell sind und dass man eben nicht automatisch sagen kann: Das funktioniert so niemals. Klar sieht man im Laufe der Zeit, das manche "Methoden" offenbar erfolgversprechender sind, aber es gibt auch immer wieder mal Berichte von Menschen, die ganz andere Wege gegangen sind und es auch geschafft haben. Deshalb möchte ich Dich ermutigen, Deinen Weg weiter zu gehen - der Wille ist wichtig, aber man sollte auch einen Notfallplan haben wenn der Wille mal schwach und die Sucht übermächtig wird. Und notfalls vielleicht auch bereit sein, den geplanten Weg zu verlassen und in eine andere Richtung abzubiegen.

    Also, bleib dran und ich freue mich von Dir zu lesen.

    LG
    gerchla

    Hallo onlyme,

    willkommen hier im Forum. Wir sind hier alle "vom Fach", entweder selbst Alkoholiker oder Angehörige. Auch über Deine Form von Trinkverhalten wirst Du hier sehr viele Einträge finden.

    Ich war jemand, der täglich getrunken hat, die letzten Jahre meiner "Trinkerkarriere" reichlich. Ich will Dir nur kurz schreiben, wie ich es geschafft habe weg zu kommen:

    Erst mal viele gescheiterte Versuche kontrolliert zu Trinken, auch versuche einfach nicht mehr zu trinken. Das zog sich über viele Jahre. Dann kam der Entschluss (persönlicher Tiefpunkt oder es hat einfach "Klick" gemacht), nicht mehr trinken zu wollen. Dieser Moment hat sich anders angefühlt als die vielen vorher. Ich wollte nicht mehr und mir war klar, dass ich mein Leben an die Wand fahren werde, wenn ich es nicht schaffe. Ich wünsche Dir, dass Du an diesem Punkt ebenfalls angekommen bist. Ich denke, wenn einem klar ist, dass man nicht mehr will, also von ganz tiefen innen heraus, sind die Chancen es zu schaffen etwas höher bis vielleicht sogar ganz gut.
    So, dieser Wunsch, dieser Wille hatte bei mir zur Folge, dass ich bereit war alles dafür zu tun. Sofort zur SHG, Psychologe, Beratung und weitere Maßnahmen. Outing, erst im engsten Familien und Freundeskreis, dann auch im weiteren Familien und Freundeskreis. Ich habe keine klassische Therapie gemacht - aber nur deshalb nicht, weil ich gemerkt habe, dass ich es hin bekomme. Nicht, weil ich das für mich ausgeschlossen hätte. Ich wäre zu einer Therapie bereit gewesen. Ich wollte einfach weg mit aller Macht und vor allem auch dauherhaft ohne Alkohol leben. Letzteres ist dann aus meiner Sicht ein Prozess, der lange dauern kann, vielleicht sogar ein Leben lang. Da geht es dann auch darum, zufrieden zu sein und die Sinnlosigkeit des Trinkens oder des Alkohols zu erkennen und sich daran zu erfreuen, dass das keine Rolle mehr im eigenen Leben spielt. Das nur kurz zusammen gefasst. Im Detail ist das natürlich alles etwas komplizierter und auch sehr individuell.

    Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem Weg! Du hast schon die ersten wichtigen Schritte getan. Jetzt überlege Dir, wie Du diesen Weg genau gehen willst und welche Maßnahmen Du ergreifen möchtest, welche Hilfe Du in Anspruch nehmen willst. Wir können Dich hier begleiten und Dir unsere Sicht mitteilen, jeder von uns aus seinen eigenen Erfahrungen heraus.

    LG
    gerchla

    Hallo Rehbekker,

    es ist für mich immer schlimm, wenn ich lese oder höre, wie Angehörige oft zu leiden haben, weil der Partner / die Eltern oder auch die Kinder trinken. Da ich selbst Alkoholiker bin macht es mich auch deshalb betroffen, weil ich das meinen Kindern, meiner Frau auch zugemutet und angetan habe.

    Leider kann ich mich nur meinen beiden Vorschreibern anschließen. Es liest sich so, als ob Dein Vater bewusst diesen Weg gehen will. Ich hatte auch mal eine Phase (ich war aber nicht so weit "unten" wie Dein Vater), wo mir alles ziemlich egal war und ich überhaupt nicht mehr versucht habe irgendwie weniger zu trinken. Das war ganz kurz bevor ich dann den Absprung geschafft habe. Also quasi dieser "persönliche Tiefpunkt", der dann erreicht war und der mich komplett umdenken ließ.

    Vorher war oder wäre ich auch nicht erreichbar gewesen. Das ist ja das Schlimme daran. Angehörige können das natürlich nicht versehen. Er muss doch einfach nur nichts mehr trinken und man ist ja auch bereit ihn zu unterstützen wo man nur kann. Trotzdem hört der Trinker nicht auf mit dem Trinken. Das ist leider die Sucht, die bei jedem Süchtigen irgendwie gleich aussieht aber trotzdem total unterschiedlich ist. Deshalb gibt es leider auch kein Patentrezept das man anwenden könnte um jemanden da raus zu holen.

    Es ist immer so, dass es der Betroffene selbst wollen muss. Ich kenne Leute, die es nicht wollten und (mehr oder weniger unter Druck von außen) in eine Therapie gingen und dann darüber zur Erkenntnis kamen, dass sie es auch selbst wollen und es dann geschafft haben. Viele die unter Druck in eine Therapie oder SHG gehen, scheitern aber auch.

    Es tut mir sehr leid, dass ich Dir hier nichts anderes, positiveres schreiben kann. In jedem Fall solltet Ihr (Du und Deine Mutter) wissen, dass es nicht Eure Schuld ist, das Dein Vater trinkt. Jeder ist selbst für sein Leben verantwortlich. Ihr solltet unbedingt darauf achten, dass Ihr nicht noch weiter und tiefer mit hinein gezogen werdet. Eure Hilfe ist dann wichtig, wenn Dein Vater bereit ist sich helfen zu lassen.

    Ich wünsche Euch ganz viel Kraft und hoffe sehr, dass sich die Situation zum Besseren verändert!

    LG
    gerchla

    Hallo Marc,

    gut das Du wieder hier bist. Schade allerdings der Anlass.

    Du bist gefallen, aber Du bist auch wieder aufgestanden. Und hast erkannt, dass Du nicht kontrolliert trinken kannst. Dieses Ziel kannst jetzt also für Dich einfach mal abhaken und Dich auf Dein neues Ziel konzentrieren. Das heißt jetzt wohl dauerhafte Abstinenz. Und ehrlich gesagt: Da ist nichts schlimmes dran, ist halt so.

    Ich wünsche Dir auf jetzt Fall alles Gute und viel Kraft. Auf zu neuen Ufern, Du schaffst das genau wie es andere auch geschafft haben.

    LG
    gerchla

    Guten Morgen Thorsten,

    erst mal Herzlich Willkommen hier bei uns im Forum.

    Du bist wieder mal jemand, der mir zeigt, wie wenig sicher man sich sein kann oder darf. Ich habe jetzt fast 3 Jahre trocken hinter mir, hatte aber in dieser Zeit keine größere Krise zu bewältigen. Ich habe gehörigen Respekt vor solchen Sitationen und versuche mich soweit zu festigen, dass ich Schicksalsschläge und co. auch ohne Alkohol überstehen kann. Ob das dann aber tatsächlich klappen wird? Ich hoffe es einfach.

    Schön, dass Du wieder aufgestanden bist! Und schön, dass Du hier bist und Deine Erfahrungen mit uns teilst.

    Auf einen guten Austausch!

    LG
    gerchla