Hallo Stefanut,
super, dass es so gut bei Dir läuft! Das kannst und solltest Du durchaus genießen!
Ich möchte den Gedanken von Dietmar aufgreifen. Ich glaube er hat mit dem was er sagt sehr recht.
Bei mir war es ähnlich wie bei Dir. Es fiel mir relativ einfach nichts mehr zu trinken und ich hatte kaum Saufdruck. Nicht falsch verstehen: Ich hatte vorher jahrelang versucht irgendwie aufzuhören und es wurden nur Trinkpausen daraus. Auch nach Monaten wurde ich wieder rückfällig. Erst bei meinen (jetzt hoffentlich letzten) Versuch war es ganz anders und konnte es dauerhaft schaffen (sind jetzt schon ein paar Jahre). Und der große Saufdruck blieb tatsächlich im Großen und Ganzen aus.
Was war anders? Erst mal wollte ich es dieses Mal unbedingt schaffen. Aber ich wollte es auch unbedingt aufarbeiten. Und damit fing ich eigentlich sofort an. In den ersten Wochen meiner Trockenheit war ich abwechelnd in SHG, Psychologen und bei weiteren Maßnahmen. Und habe ganz viel Zeit mit mir selbst verbracht. Denkend verbracht, aufarbeitend verbracht um das, was ich mir da so erdacht habe dann anschließend wieder mit jemanden zu besprechen. Daraus resultierend, dass ich mein Leben richtig umgekrempelt habe. Das war eine Erkenntnis aus meiner Aufarbeitung.
Ich will damit sagen: Wenn Du keinen oder kaum mehr Saufdruck hast: SUPER - nutze die Zeit und den freien Kopf zum Aufarbeiten. Schmiede Deinen Langzeitplan! Keinen Saufdruck zu haben ist ein enormer Vorteil.
Reflektierend kann ich sagen, dass meine vorherigen Versuche trocken zu werden daran gescheitert sind, dass ich eben keinen Plan hatte. Also, vielleicht ist Plan das falsche Wort. Ich hatte einfach kein Bewustsein wie es funktionieren soll. Ich habe halt einfach mal nix getrunken und ging manchmal auch eine Zeit lang ganz gut. Aber ich hatte mich nicht mit mir und meiner Krankheit beschäftigt. Heute würde ich sagen: Ich musste Rückfällig werden, ging gar nicht anders.
Bleib dran! Ich freu mich für Dich, dass es so gut läuft.
LG
gerchla