Beiträge von Gerchla

    Alles Gute Bibi, auf Deinen Post in ein paar Jahren freue ich mich schon jetzt. Ich hoffe, ich bin dann noch hier im Forum aktiv, man weiß es ja nicht.

    Eines noch, zu Deinem Gefühl, dass die Leute Dir hier Deinen Erfolg neiden könnten oder alles schlecht reden wollen: Was mich betrifft und ich denke auch was die anderen betrifft, möchte ich das komplett ausschließen. Im Gegenteil, ich (wir) würden uns sehr sehr freuen, wenn alles so funktioniert wie Du es Dir wünscht und vorher sagst. Und natürlich weiß keiner von uns hier, wie stark Du tatsächlich in der Sucht hingst oder ob Du überhaupt süchtig bist oder "nur" missbrauch betrieben hast. Das wissen wir alles nicht, dazu wissen wir auch viel zu wenig von Dir.

    Das was bei Dir vielleicht als Neid oder schlecht reden herüber kam ist nichts anderes als die Erfahrungen, die wir selbst gemacht haben und die auch andere gemacht haben und mit uns geteilt haben. Siehe die Geschichte meines AA-Freundes. Und leider habe ich und ich denke auch andere, schon ganz viele Geschichten von Alkoholikern gehört (und auch persönlich im Umfeld erlebt), die Deiner sehr ähnlich waren. Und die eben leider nicht so ausgingen, wie Du es bei Dir prognostizierst. Darum, und NUR darum, habe ich auch warnende Worte an Dich gerichtet. Das hatte nichts mit "nicht gönnen" oder "schlauer trockener Alkoholiker sein wollen " zu tun.

    Ich wünsche Dir nur das beste! Viel Erfolg in Deinem neuen Leben und vielleicht schreibst Du ja mal in ein paar Jahren hier und berichtest über Dein neues, tolles Leben.

    LG
    gechla

    Liebe Camina,

    das ist ein ganz spannendes Thema, also ab wann war ich eigentlich abhängig bzw. Alkoholiker. Ich kann auch nicht genau sagen, wie viele Jahre exakt ich abhängig getrunken habe.

    Natürlich war mir das erst mal egal und eigentlich ist ja auch egal. Aber im Zuge meiner Aufarbeitung wollte ich natürlich wissen, wann es eigentlich gekippt ist. Heute sage ich immer, dass ich über 10 Jahre abhängig getrunken habe, vielleicht aber auch 15. Wahrscheinlich ist es die goldene Mitte, so 12 oder 13 Jahre. Ich denke da dann immer zurück an meine erste bewusste und sehr lange Trinkpause. Und erinnere mich daran, dass ich während dieser langen Pause trotz vorher sehr niedrigem Trinkniveau häufig an Alkohol gedacht habe.

    Das ist für mich der Indikator, dass ich damals schon süchtig war. Zu dieser Zeit habe ich mir darüber aber natürlich noch überhaupt keine Gedanken gemacht. Da hat halt meine Frau immer mal gesagt ich soll nicht immer mein Feierabendbier trinken und ob ich nicht einfach mal darauf verzichten könnte. Weil ich ja auch dann immer danach gerochen habe. Und klar, konnte ich. Aber ich dachte halt eben trotzdem oft daran, wie schön es jetzt wäre ein Bierchen zu trinken..... Ich denke heute, das war der Beginn und über die Jahre folgte dann das Grauen.

    Ich wünsche Dir auch ein wunderbares Wochenende. Bis bald und wir lesen uns.

    LG
    gerchla

    Guten Morgen Risu,

    schön von Dir zu lesen. Und dann noch so Positives!

    Zitat

    Ich habe fast kein Verlangen. Nur ganz selten ploppt mal so ein Gedanke auf, der mir vorgaukelt, dass es nett wäre jetzt was zu trinken.

    Das freut mich für Dich. Bei mir war das damals ähnlich. Der Wunsch zu trinken kam bei mir kaum auf. Einerseits ging es mir psychisch so schlecht, dass ich überhaupt keinen Bock mehr hatte auf das Zeug, das dafür verantwortlich war und andererseits ging es bei mir mit jedem trockenen Tag körperlich derart bergauf, das mich das zusätzlich motivierte. Diese Verbesserung meiner körperlichen Verfassung, z. B. das schnelle Abnehmen zahlreicher Kilos, hat mich neben dem festen Willen nie mehr so weit unten sein zu wollen wie ich gerade war (hier vor allem psychisch) zusätzlich motiviert.

    Zitat

    Es gibt zwei / drei Situationen die ich noch komplett meide, z.B. Essen gehen, beim Griechen, wo man direkt und ungefragt einen Uzo hingestellt bekommt.

    Grundsätzlich mag ich es eigentlich gar nicht, jemanden der so postives erlebt wie Du gerade dann mit erhobenen Zeigefinger darauf hinzuweisen, dass er achtsam sein soll und nicht zu schnell glauben soll, das es reicht einfach nur nichts mehr zu trinken, auch wenn ihm das gerade vielleicht ganz leicht fällt. Ich will damit sagen, Du tust sehr gut daran bestimmte für Dich gefährliche Situationen zu meiden. Der berühmte Grieche, ja das kenne ich auch. Wenn ich da heute hin gehe, dann sage schon beim ersten Kontakt mit dem Kellner, dass er mir keinen Ouzo bringen soll. Manchmal ist aber der erste Kontakt der, dass er den Ouzo an den Tisch bringt und dann erst guten Tag sagt. Da frage ich dann meine Begleitung ob jemand meinen Ouzo möchte und wenn nicht, dann geht er entweder zurück oder bleibt einfach stehen. Mich juckt das heute nicht mehr.

    Aber denke bitte auch daran, dass Du in unverhoffte Situationen geraden kannst. Diese sind, so meine Erfahrung, die schwierigsten. Die Triggerpunkte die Du kennst kannst Du gut umschiffen. Aber wenn spontan was passiert braucht es einen Plan. Wie reagierst Du wenn Dir jemand unverhofft Alkohol anbietet, womit Du gar nicht gerechnet hast, z. B. oder was tust Du, wenn dieser Mensch trotz mehrmaligem Verneinen Deinerseits hartnäckig bleibt usw.

    Wenn Du mal länger trocken bist, können Dich solche Situationen gar nicht mehr aus der Ruhe bringen. Am Anfang kann es hochgefährlich sein. Ich habe mich z. B. auch auf die Situation vorbereitet was passiert, wenn ich mal ungewollt Alkohol zu mir nehmen sollte. Und tatsächlich ist mir das auch in den jetzt schon vielen trockenen Jahren mehrmals passiert. Einmal griff ich tatsächlich ganz klassisch zu einer Schnapspraline, die jedoch aussah wie ein sehr bekanntes Schokokonfekt und wäre nie auf die Idee gekommen, dass das was anderes sein könnte. Tja, schwupp in den Mund und draufgebissen. Und der Schnaps ergoss sich in meinen Mundraum. Es war ein komisches Gefühl, kurz stieg Panik in mir auf, dann jedoch griff mein Plan. Nämlich das mich das ganz sicher nicht aus der Fassung bringen wird und auch nicht rückfällig werden lässt. Und so war es dann auch, das ist jetzt auch schon einige Jahre her.

    Und dann gab es noch die ein oder andere Situation, wo ich während des Essens oder auch im Nachhinein erfahren habe, dass z. B. in einem Kuchen Alkohol verbackt wurde oder in einer Soße. Wenn ich es während des essens erfahre oder schmecke, dann breche ich selbiges sofort ab und bitte um etwas anderes. I. d. R. frage ich auch vorher, wenn es etwas ist, wo Alkohol enthalten sein könnte. Erfahre ich es ihm Nachhinein, hake ich es einfach ab. Sowas kommt aber äußerst selten vor.

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    Da es bei mir gerade so gut läuft und ich auch gerade andere Abendgestaltungen ausprobiere, verschiebe ich das Thema SHG erst mal...

    Es ist sehr schön, dass Du keine Probleme hast, Deine neu gewonnene Zeit, also vor allem die Zeit abends, mit sinnvollen Tätigkeiten zu verbringen. Allerdings war für mich die SHG nicht dazu da, meine Zeit zu verbringen oder rum zu bringen ohne an Alkohol zu denken. Ich ging in die SHG um zu lernen, um zu erfahren wie andere es gemacht haben, um mir auch den ein oder anderen Rat abholen zu können. Und ehrlich gesagt, meine Zeit dort war Gold wert. Ich traf dort z. B. einen Menschen, der neben mir saß und mir erzählte, dass er vor ein paar Wochen nach jahrelanger Trockenheit einen fürchterlichen Rückfall hatte. Der saß da einfach neben mir, ein ganz netter und liebenswürdiger Mensch, gepflegt und sehr sympathisch. Und der erzählt mir, kurzeittrocken, seine Geschichte. Und dass er es jetzt aber wirklich schaffen möchte usw., dass sich seine Frau aber nach diesem Rückfall jetzt endgültig getrennt hat usw.

    Diese Gespräch ging nicht spurlos an mir vorüber. Und es gab noch einige mehr. Deshalb war ich in einer SHG, um zu lernen und auch um meine Sucht zu verstehen um sie dann auch aufarbeiten zu können.

    Zum Thema Aufarbeiten: Für mich war das meine zentrale Aufgabe. Nach den ersten Wochen ohne Alkohol wurde mir klar, dass ich nicht einfach nur nichts mehr trinken will sondern dass ich für gute und zufriedene Zukunft auch wissen muss, wie das alles so kommen hat können. Und warum. Und dieses warum, das war mir schnell klar, war nicht deshalb, weil ich Stress hatte, alles schief lief und das Leben ungerecht zu mir war. Denn andere hatten das auch und tranken nicht. Das lag viel tiefer, da ging es um Verhaltensmuster, um Dinge die ich als Kind nicht gelernt hatte usw. Es war mir enorm wichtig mir darüber im Klaren zu sein. Denn damit konnte ich auf bei künftigen Problemen ganz anders reagieren. Und den Gedanken irgendwas mit Alkohol lösen zu wollen erst gar nicht aufkommen lassen.

    Zitat

    Ich glaube ein Problem von mir sind Situationen in denen sich Stress oder auch positive Spannung immer weiter aufbauen. Dann gerate ich immer mehr in ein Gefühl von innerer Anspannung, dass sich über Tage hinweg ziehen kann und das ich dann nicht mehr abbauen kann.

    Siehe meine Zeilen von oben. Vermeidung von Situationen die Du als problematisch erkannt hast ist sicher eine gute Strategie. Allerdings ist das Leben nicht immer plan- und berechenbar. Man muss also auch lernen mit solchen Situationen umzugehen, wenn sie einen trotzdem widerfahren oder wenn sie unvermeidbar sind. Das bleibt leider nicht aus, denn nur weil wir jetzt nichts mehr trinken fasst uns das Leben nicht mit Samthandschuhen an.

    Ich würde mich freuen immer wieder mal von Dir zu lesen und dadurch Deinen Weg ein wenig begleiten zu können. Ich wünsche Dir alles Gute. Du bist auf einem sehr guten Weg!

    LG
    gerchla

    Hallo Ramses,

    herzlich Willkommen bei uns im Forum.

    Ich bin Ende 40, Alkoholiker und lebe jetzt schon länger ohne Alkohol.

    Ich trank über 10 Jahre abhängig, wahrscheinlich eher in Richtung 15 Jahre, so ganz genau kann ich nicht sagen, wann es letztlich gekippt ist. Die üblichen Versuche mit den Trinken aufzuhören scheiterten natürlich alle kläglich, es wurden ( Du wirst das kennen) einfach nur Trinkpausen daraus. Am Anfang waren sie noch richtig lang, mehrere Monate, später wurden sie immer kürzer und die letzten Jahre waren sie gar nicht mehr möglich.

    Nach meinem Ausstieg, der nun schon mehrere Jahre her ist, hatte ich kein Bedürfnis mehr Alkohol zu trinken. Hier finde ich Deinen letzten Satz sehr interessant:

    Zitat

    Zwecks Aufarbeitung werde ich nochmal psychologische Hilfe in Anspruch nehmen.

    Tatsächlich habe ich die Aufarbeitung meiner Sucht immer als zentralen und wichtigstens Punkt meines neuen Lebens gesehen. Dieser Prozess dauert eigentlich bis heute an (und er wird auch hoffentlich nie enden), wobei die Intensität natürlich viel niedriger ist als am Anfang. Natürlich dauerte es erst mal ein paar Wochen, die ich heute wie durch eine Nebelwand sehe, bis ich damit beginnen konnte. Das war einfach die Zeit, wo ich nach vielen Jahren plötzlich ohne den Stoff auskommen wollte und wo sich mein ganzes Leben (inkl. Trennung von der Familie ect.) radikal veränderte. Aber nach dieser allerersten sehr intensiven Zeit begann ich zu denken. Und mir schien ein zufriedenes und gleichzeitig trockenes Leben nur möglich, wenn ich mich intensiv mit mir und natürlich auch meiner Sucht beschäftige. Zentral war dabei für mich die viele Schuld, die ich während meiner Saufzeit auf mich geladen hatte.

    Diese drohte mich echt zu erdrücken und ich wusste, ich muss irgendwie lernen mit ihr umzugehen. Ich lernte diese Schuld zu akzeptieren und sie als Teil meines Lebens zu sehen, als wichtigen Teil. Dazu holte ich mir (genau wie Du das auch vor hast) Hilfe. Bei mir war das ein Mönch, den ich zufällig mal kennengelernt hatte und der mir wieder einfiel nachdem meine Besuche bei einem klassischen Psychlogen für diesen Bereich nicht hilfreich waren. Aber egal wie und wer, entscheidend war für mich, dass ich aufgearbeitet habe.

    Und dazu stehe ich auch hier im Forum immer wieder und erzähle das allen, die hier ankommen und planen ein neues Leben ohne Alkohol zu beginnen. Also der alte Spruch: nur nichts mehr trinken reicht nicht aus. Aufarbeiten und verstehen warum und wieso man getrunken hat halte ich für sehr wichtig und als eine Basis für ein zufriedenes Leben ohne Alkohol.

    Dazu gibt es auch andere Meinungen. Es gibt auch Menschen die sagen, es bringt ihnen nichts zu wissen wieso und warum. Sie machen sich lieber bewusst welche Vorteile ein Leben ohne Alkohol hat. Ich akzeptiere diese Meinung selbstverständlich, für mich würde das aber nicht ausreichen.

    Wie auch immer, schön das Du da bist. Und ich wünsche Dir einen guten Austausch hier bei uns im Forum.

    LG
    gerchla

    Guten Morgen Holden,

    schön das Du zu uns gefunden hast und herzlich Willkommen bei uns im Forum.

    Erst mal möchte ich Dich bekräftigen, diesen Weg den Du vor hast jetzt zu gehen, auch unbedingt zu gehen. Du kannst Dir und Deinem Leben nichts besseres tun, als Dich aus Deiner Sucht zu lösen und ein Leben ohne Alkohol zu führen. Es gibt keine Nachteile, ich betone: KEINE - auch wenn man das am Anfang vielleicht etwas anders sieht, auch wenn man sich das vielleicht nicht so recht vorstellen kann, wie das denn dann funktionieren soll, so auf Dauer, so für immer....

    Es funktioniert prima, glaube mir.

    Ich finde Du hast Dir da schon mal einen recht guten Plan zurecht gelegt. Erst mal finde ich es sehr gut und absolut richtig, dass Du in einer Klinik entgiften willst bzw. wirst. Damit umgehst Du die Risiken, die ein kalter Entzug hätte. Sehr gut 44.

    Und Du schätzt es auch richtig ein, wenn Du ein wenig Angst vor der Zeit nach der Entgiftung hast. Wobei ich Dir sagen möchte, dass Du keine Angst zu haben brauchst, aber Du Dir einfach bewusst darüber sein musst, dass das kein Selbstläufer ist. Die eigentliche Arbeit für Dich beginnt eben nach der körperlichen Entgiftung. Dort bist Du ja bestens betreut, es kann Dir nichts passieren.

    Dann geht's nach Hause und ab da geht es los. Nun gibt es die unterschiedlichsten Wege, die Du da gehen kannst. Wahrscheinlich sind nicht alle Wege die richtigen für Dich. Es wird Dinge geben, die bei Dir gut funktionieren, wo Du Dich wohl fühlst und gut klar kommst und andere, die überhaupt nicht zu Dir passen. Das ist NORMAL!

    Also, welche Möglichkeiten hast Du? Erst mal tust Du ja bereits etwas, was Du auch unbedingt nach der Entgiftung weiter tun solltest, wenn Du Dich dort wohl fühlst. Du besucht eine SHG! Super, wenn sie zu Dir passt. Das war übrigens auch meine erste Anlaufstelle und es waren bei mir auch die AA. Das hat mir sehr über die ersten Wochen und Monate geholfen.

    Es gibt nicht wenige Alkoholiker, die nur über ihre Gruppe zu einer dauerhaften Abstinenz finden. Ich kenne einige, wo das so ist.

    Du kannst oder solltest aber auch mit Deinem Arzt darüber sprechen. Vielleicht wäre ein eine psychologische Betreuung etwas für Dich (die hatte ich z. B. auch). Oder aber Du gehst den Weg einer "richtigen" Therapie, entweder ambulant oder sogar langzeit und stationär. Es kommt auch etwas darauf an, welchen Weg Du für Dich als machbar und richtig ansiehst. Wenn Du sehr unsicher bist und glaubst es alleine nicht lange schaffen zu können, dann wäre eine Therapie vielleicht erst mal gar nicht so schlecht. Wo Du längere Zeit und unter professioneller Hilfe Dich mit Deiner Situation, Deiner Krankheit auseinander setzen kannst. Bevor Du dann mit dem nötigen Rüstzeug zurück in den Alltag gehst.

    Ich hätte das sofort auch getan. Jedoch bemerkte ich mit jedem Tag den ich trocken war, dass es mir immer besser ging und dass ich sehr gut voran kam in der Aufarbeitung meiner Sucht. Das es gut für mich war, mich in der SHG auszutauschen, mit meinem besten Freund zu reden, den Psychologen zu haben. Irgendwann kam dann noch ein Mönch hinzu (eine längere Geschichte), der mir ganz viel geholfen hat bezüglich der Aufarbeitung meiner enormen Schuldgefühle). Und ich hatte also nie das Gefühl, ich müsste jetzt wieder mit dem Trinken beginnen, im Gegenteil, mit jedem Tag wurde es besser. Somit erübrigte sich für mich dann irgendwann die Frage, ob ich eine Therapie machen sollte.

    Ich denke, Du wirst herausfinden was Dein Weg ist. Bitte achte aber darauf, dass Du alle offenen Gefahren bannst. Also schütte all Deinen Alkohol weg, hab nix im Haus. Meide erst mal irgendwelche Feierlichkeiten, wo Alkohol getrunken wird. Vielleicht musst Du auch erst mal auf den ein oder anderen Freund / Freundin verzichten, weil diese/r mit Dir zusammen immer getrunken hat. Verstehst Du was ich meine. Das ist sehr individuell. Es könnte auch bestimmte Situationen sein, bei denen Du bisher immer getrunken hast, die Du evtl. jetzt erst mal vermeiden solltest. Überlege Dir statt dessen, was Du gerne tun möchtest. Vielleicht Dinge, die Du in Deinem Post schon genannt hast, die Du schon lange nicht mehr tun konntest. Ich z. B. begann, jeden Abend und am Wochenende lange Spaziergänge in der Natur zu unternehmen. Endlich könnte ich mich wieder bewegen, raus gehen, einfach laufen und mich treiben lassen. Ohne immer den Druck zu verspüren irgendwo Alkohol zu haben den ich unbedingt trinken musste. So konnte ich auch sehr viel Zeit (von der Du ohne Alkohol plötzlich sehr viel hast) sinnvoll verbringen ohne in Versuchung zu geraten. Das hat mir ganz am Anfang sehr geholfen, diesen "ich komme nach Hause und das erste was ich natürlich mache ist trinken" Modus zu durchbrechen. Wobei, am Ende meiner Sucht trank ich ja schon morgens und dann eigentlich ständig. Aber sind eben schon bestimmte eingefahrene Rituale oder Verhaltensmuster, die gefährlich werden können. Die muss man dann ändern!

    Ich kann Dir versichern, wenn Du mal "über den Berg" bist, dann kannst Du ein ganz normales Leben führen. Auch auf Parties gehen, einen Weihnachtsmarkt besuchen usw. ohne dass Du lechzend vor der Glühweinbude stehst. Wenn Du Deine Sucht aufarbeitest und das Bewustsein erlangst, wie sinnfrei Alkohol eigentlich ist, dann ist das alles kein Problem. Aber das ist ein Prozess der Zeit braucht und die solltest Du Dir auch nehmen!

    Ich drücke Dir die Daumen, Du kannst jederzeit hier schreiben wenn Dich was bewegt, Du was wissen möchtest etc. Wir helfen gerne mit unseren eigenen Erfahrungen. Ich freue mich wieder vor Dir zu lesen!

    LG
    gerchla

    Guten Morgen Camina,

    das ist wirklich schön, dass Du jetzt hier schreibst. Du bringst ganz wertvolle Erfahrungen mit. Auch welche, auf die Du sicher gerne verzichtet hättest, wie z. B. Dein Rückfall. Aber genau das sind Erfahrungen, die nicht alle haben. Mir fehlt diese Erfahrung zum Beispiel. Nicht falsch verstehen, ich bin sehr froh darüber, dass es so ist. Aber wenn hier jemand schreibt, dass er gerade ganz verzweifelt ist, weil er /sie einen Rückfall hatte, dann kannst Du mit Deinen eigenen Erfahrungen nochmal ganz anders helfen.

    So haben wir hier alle, jeder für sich, individuelle Erfahrungen über die wir berichten können und die dem einem hilfreich sein können, für den anderen vielleicht nicht das Richtige sind. Aber umso mehr wir hier sind und umso unterschiedlicher unsere Erfahrungen und Wege sind, desto mehr können diejenigen profitieren, die hier oft erst mal ganz verzweifelt aufschlagen und sozusagen nach Erster Hilfe suchen.

    Ich freue mich auf einen Austausch mit Dir!

    LG
    gerchla

    Hallo Bibi,

    das ist ja schön, dass das alles so wunderbar bei Dir klappt. Und dass Du so zuversichtlich bist und heute schon weißt, wie Du irgendwann mal wieder was und wie viel trinken wirst. Ich freue mich wirklich für Dich und ich wünsche Dir, dass alles so aufgeht, wie Du es vorher sagst.

    Ich möchte Dir eine kleine, wahre Geschichte eines AA-Freundes von mir erzählen. Diese hat dieser mir damals erzählt, als ich ein paar Wochen trocken war. Ich war damals auch ganz begeistert von meinem neuen Leben und so voller zuversicht, auch wenn ich noch viele Altlasten vor mir herschob. Im Gegensatz zu Dir wollte ich aber nicht irgendwann wieder trinken weil mir schon damals der Sinn von Alkohol abhanden gekommen war.

    Er erzählte also von sich. Er war ein sehr guter Erzähler und ich hörte ihm sehr gerne zu. Zu diesem Zeitpunkt war er 15 Jahre trocken. Er erzählte mir von seiner Anfangszeit, als er gerade ein paar Wochen trocken war. Vorher trank er sehr viel hartes Zeug, vor allem Vodka, mindestens 2 Flaschen am Tag und reichlich Bier zum herunter spülen. Er war megastolz das er es geschafft hatte nicht mehr zu trinken. Sein Job brachte es mit sich, dass er etwa die Hälfte seiner Arbeitszeit in der Welt herum reisend verbrachte. Entsprechend sprach er auch mehrere Sprachen fliesend. Schon damals hat er bei seinen Auslandsreisen, wenn diese länger als dauerten, immer die jeweiligen AA-Meetings in den Städten in denen er nächtigte besucht. Er war gerade mal 2 Monate trocken, da verschlug es ihn nach Japan, ich glaube es war Tokio.

    Auch dort besuchte er eine Gruppe der AA, wie er es von da an bei zahlreichen folgenden Besuchen dann auch immer tat. Bei diesem ersten Besuch erfuhr er von den japanischen AA Freunden von einer AA-Freundin, die einen Rückfall hatte und im Krankenhaus lag. Euphorisch wie er war, bat er um die Adresse um diese AA-Kollegin, die ja nicht mal kannte, besuchen zu können. Er wollte sie motivieren, sich nicht hängen zu lassen und dran zu bleiben. Er sagte mir, dass er so gut drauf war und so positiv dachte, dass er dieser Frau unbedingt seine Geschichte erzählen wollte und ihr so helfen, wieder zu einem trockenen Leben zurück zu finden.

    Und tatsächlich ging er in das Krankenhaus und besuchte diese Frau. Er sprach mit ihr und erzählte seine Geschichte, voller Begeisturung darüber, dass er es geschafft hatte nicht mehr trinken zu müssen. Diese Frau fragte ihn dann, wie lange er denn schon trocken sei. Stolz antwortete er: 2 Monate!

    Sie hat dann rausgeworfen. Sie bat ihn sehr strikt sein Zimmer zu verlassen und wieder zu kommen, wenn er mal 2 Jahre hinter sich hätte.

    Diese Geschichte hat er mir erzählt und er hat mir damals gesagt, dass dieses Erlebnis ihn sehr sehr nachdenklich gemacht hat und es für ihn auch ein Wegweiser für sein künfitiges weiteres Leben ohne Alkohol war. Und für mich hat diese Geschichte eine ähnliche Bedeutung.

    Übrigens, er traf diese Frau bei späteren Aufenthalten in Japan in genau dieser Gruppe wieder. Sie hatte die Kurve wieder bekommen und es stellte sich heraus, dass sie schon häufiger mehrere Jahre trocken war und leider auch mehrere schwere Rückfälle hatte. Bis mein AA-Freund in Rente gegangen ist, sah er diese Frau immer wieder mal wenn er dort war. Seither haben sie aber keinen Kontakt mehr.

    Mit der Geschichte kannst Du anfangen was Du willst.

    Alles Gute wünsche ich Dir.

    LG
    gerchla

    Hallo Matthias,

    herzlich Willkommen bei uns im Forum.

    Schön, dass Du hier schreibst. Ich stelle mich mal kurz vor: Ich bin Ende 40, Alkoholiker und lebe jetzt schon länger ohne Alkohol.

    Ich kann Dir nur zu Deiner Entscheidung, etwas gegen Deine Sucht unternehmen zu wollen, gratulieren. Du bist ja schon recht weit was Deine mögliche Vorgehensweise betrifft. Also damit meine ich, dass Du "nur" noch entscheiden musst, ob Du stationäre oder ambulante Therapie machst.

    Bei mir lief das damals ein wenig anders ab. Also ich hatte natürlich auch erst mal so Versuche, einfach mit dem Trinken aufzuhören. Und wie bei Dir, ging das dann immer mal eine Zeit lang gut. In den Anfangsjahren meiner Sucht habe ich auch mal monatelang pausiert und dann dummerweise wieder angefangen. Aber ich hatte ja keine Ahnung... Später ging es noch ein paar Wochen, dann paar Tage. Die letzten Jahre meiner Sucht war es schon ein erfolgt, wenn ich mal nur 5 oder 6 Biere am Tag trank und nicht das Doppelte.

    Als ich aufhörte, war das eine sehr spontane Geschichte. An diesem Tag hatte ich noch ein paar Bier getrunken und kam wie immer abends nach Hause. Es gab einen Showdown und anstatt wie immer, mich aus der Situation heraus zu lügen (ich muss noch dazu sagen, dass ich all die Jahre tatsächlich komplett heimlich trank), habe ich mich spontan meiner Frau gegeüber geoutet. Und von diesem Moment an wusste ich auch, dass ich nie mehr wieder trinken will und dass ich bereit bin alles, wirklich alles dafür zu tun. Ich war also auch bereit eine Therapie welcher Art auch immer zu machen.

    Allerdings brauchte ich jetzt erst mal "erste Hilfe". D. h. dieser Abend war natürlich im Ar...., denn ich outete mich dann auch noch meinen Kindern gegenüber und meine ganze heile Welt brach in Stücke. Und die Welt meiner Familie ebenso oder sogar noch mehr, denn die traf es ja wie ein Blitz. Ich dagegen wusste ja, dass ich ein Säufer war. Übrigens wie bei Dir, sehr erfolgreich im Job und eigentlich alles wunderbar. Egal, jedenfall ging dann bereits am nächsten Abend, also gerade mal 24 h ohne Alk, zu meinem ersten Treffen bei den AA.

    Das war für mich die unterschwelligste und schnellste Art von Hilfe die mir in den Sinn kam. Ich entzog quasi kalt, ging erst nach ein paar Tagen zum Arzt. Machte dann aber auch einen Termin bei der Beratung und gleich auch einen Termin bei einem Psychologen, wo ich allerdings 7 Wochen Wartezeit hatte. Jeden Abend verbrachte ich von da an bei den AA.

    Und über die Tage, die Wochen ohne Alkohol kristalisierte sich für mich eben ein Weg heraus, den ich gehen konnte und wollte. Natürlich kam dann der Termin beim Psychologen, ich fand noch auf anderen Wegen psychische Hilfe und es fiel mir tatsächlich einigermaßen leicht nicht mehr zu trinken. In dieser Zeit trennte ich mich von meiner Frau und somit auch von meinen Kindern, was die absolute Hölle für mich war. Trotzdem konnte ich ohne große Schwierigkeiten auf Alkohol verzichten und spürte an jedem Tag, wie schön es doch ist ohne das Zeug zu leben. Irgendwann war dann die Option einer klassischen Therapie für mich vom Tisch weil ich merkte, dass ich mit den Maßnahmen die ich ergriffen hatte, auf dem für mich genau richtigen Weg war.

    Wie gesagt, ich hätte jederzeit eine Therapie gemacht. Über die Monate und dann auch die Jahre konnte ich mich aber auch ohne ständig weiter entwickeln und wurde immer zufriedener und glücklicher mit meinem Leben.

    Das mal ganz grob zusammen gefasst meine Geschichte.

    Wenn Du fragen hast, dann raus damit. Ich wünsche Dir einen guten Austausch hier im Forum und viel Erfolg beim Ausstieg aus der Sucht.

    LG
    gerchla

    Hallo PardLeo,

    ein ganz herzliches Willkommen auch von mir. Schön das Du Dich überwinden konntest und hier Deine aktuelle Situation zu schildern. Es scheint Dir sehr schwer gefallen zu sein, gerade deshalb finde ich es ganz toll, dass Du es trotzdem gemacht hast.

    Kurz zu mir: Ich bin Ende 40, Alkoholiker und lebe jetzt seit mehreren Jahren ohne Alkohol.

    Ich habe eine Paralle zu Dir. Ich war, genau wie Du jetzt, ein heimlicher Trinker. Ganz viele Jahre lang trank ich komplett heimlich. Meine Familie (Frau und 2 Kinder) wussten nicht, dass ich Alkoholiker bin. Und das, obwohl ich gerade in den letzten Jahren wirklich ganz enorme Mengen Alkohol täglich zu mir nahm. Letztlich führte es dann dazu, dass mein ganzes Leben erst mal den Bach runter ging und dass meine Ehe zerbrach und alles im Eimer war. Zwar trennte ich mich von meiner Frau nachdem ich trocken wurde, jedoch lagen die Ursachen für das Scheitern meiner Ehe sicher in der Zeit in der ich getrunken hatte. Es waren ja so viele Jahre. Jahre in denen sich meine Frau weiter entwickelte, ich mich aber nicht bzw. eher zurück.

    Wenn ich Dir etwas raten darf dann Folgendes: Sei ehrlich, sei immer ehrlich. Oute Dich. Meine Versuche heimlich mit dem Trinken aufzuhören sind alle kläglichst gescheitert. Ehrlichkeit ist der erste und wichtigste Schritt. Und ich glaube nicht, dass Deine Familie Dich fallen lässt. Gerade weil sie dort ja selbst Erfahrung haben. Ich kann Dich nur ermuten es anzugehen und offensiv an Deinem neuen Leben zu arbeiten.

    Diesen outen ist schwer. Ich weiß noch wie ich es meinen Eltern sagte, meinen Geschwistern, meinen Kindern, meiner Frau.... Ich war ein Held, vorher.... Danach war nichts mehr so wie es voher war. Und das war gut so. Auch wenn ich mir das nie hätte vorstellen können.

    Mach Dir einen Plan, wie Du Deine Krankheit besiegen möchtest. Welche Schritte (Psychologe, Suchtberatung usw.) für Dich in Frage kommen und gehe Deinen Weg. In ein neues Leben. Deine Lieben werden es Dir danken und Du bekommst nicht weniger als Dein Leben zurück!

    LG
    gerchla

    Hallo Camina, herzlich Willkommen bei uns im Forum,

    als ich hier ankam war ich auch schon einige Zeit trocken. Ich hatte also keine akute Not sondern einfach nur das Bedürfnis mich über meine Krankheit auszutauschen. Und in mir wuchs auch langsam der Wunsch, anderen zu erzählen, wie es bei mir damals funktioniert hat. Denn ich war so dankbar (bin es natürlich immer noch), dass ich nicht mehr trinken musste, dass ich mir dachte: es wäre toll, wenn ich anderen Denkanstösse geben könnte damit sie auch einen Weg heraus finden!

    So kam ich hier an und über die Jahre bin ich dann ein immer aktiverer Schreiber geworden. Ich würde mich freuen, wenn Du hier auch aktiv schreiben würdest und Deine Erfahrungen mit uns und all den anderen teilen würdest. Oft kommen hier Menschen in akuter Not an, schreiben ein paar mal, und verschwinden dann einfach wieder. Wir wissen dann nicht, was mit diesen Menschen passiert ist und ob sie der Alkohol wieder in den Würgegriff genommen hat. Aber manchmal bleiben auch Menschen oder schreiben in unregelmäßigen Abständen über ihr neues, trockenes Leben. Und darüber freue ich mich dann ganz besonders. Denn das zeigt mir dann, dass das Engagement, das wir hier einbringen, absolut nicht umsonst ist.

    Schön das Du da bist!

    LG
    gerchla

    Hallo Kay,

    herzlich Willkommen bei uns im Forum.

    Ich stelle mich kurz vor: Ende 40, Alkoholiker, lebe seit längerer Zeit ohne Alkohol.

    Ich will einfach mal auf folgende Frage von Dir eingehen:

    Zitat

    Aber mal ehrlich...Schafft man nach einer Pause den Switch zum kontrollierten Trinker?

    Also ich hab das auch nach fast einem Jahr Trinkpause (also komplett ohne einen Tropfen Alkohol) nicht geschafft. Dann hatte ich auch mehrere Versuche, wo ich einige Wochen (auch Monate) nicht trank und anschließend ganz schnell wieder da war wo ich vorher war bzw. eigentlich immer darüber. Mit jeder Pause steigerte ich dann meinen täglichen Bedarf.

    Für mich ist die "Formel" hier ganz einfach: Bist Du Alkoholiker, wirst Du wohl nie mehr kontrolliert trinken können. Die absolute Abstinez ist die einzige Alternive (übrigens eine wunderbare Alternative). Hast Du bisher "nur" Missbrauch betrieben, bist also noch nicht abhängig, so kannst Du zu einem kontrolliertem Trinken zurück finden. Wo Du aber jetzt genau stehst, wird Dir niemand genau sagen können. Du selbst wirst das einschätzen müssen. Also probiere es doch einfach mal aus!

    Trinke jetzt doch einfach mal bis Silvester nichts mehr. Fällt Dir das leicht, dann ist das schon mal nicht so schlecht, wenn auch noch keine Garantie, dass Du nicht doch süchtig bist. Musst Du aber ständig an Alkohol denken und darum kämpfen nichts zu trinken, dann schaut die Sache schon mal nicht so gut aus. Jemand der nicht süchtig ist, wird problemlos einfach mal wochenlang auf Alkohol verzichten können, ohne das ihn das irgendwie juckt. Probiere es einfach mal aus.

    Und stell Dir bei alledem vielleicht auch mal die Frage, warum Du unbedingt kontrolliert trinken können willst. Ich meine, einfach gar nix trinken auch wenn man nicht süchtig ist, ist eine recht gesunde Angelegenheit. Tut nicht weh und man verliert daruch entgegen aller anders lautender Meinungen auch nichts an Lebensqualität. Im Gegenteil, diese steigt. Sogar der Spaß auf Parties, etc. steigt enorm, sofern man seinen Spaß nicht ausschließlich mit saufen erreichen konnte.

    Alles Gute wünsche ich Dir. Lass doch mal hören, wie es Dir so ergeht!

    LG
    gerchla

    Hallo Hexe70,

    ein verspätetes herzliches Willkommen hier im von mir an Dich. Ich war jetzt eine Woche mit meiner Familie unterwegs und da nutze ich die Zeit dann immer komplett für meine Lieben, so dass ich mich dann im Forum quasi gar nicht aufhalte.

    Ich stelle mich mal ganz kurz vor: Ich bin Ende 40, Alkoholiker und lebe nun schon längere Zeit ohne Alkohol.

    Dein Post ist ja nun schon ein paar Tage alt und weiß nicht, ob Du inzwischen hier im Forum etwas gestöbert und gelesen hast. Wenn ja, dann wirst Du im Anghörigenbereich sicher einige wichtige Informationen für Dich finden haben können. Also ich denke Du wirst gelesen haben, dass es eigentlich fast immer das Gleiche ist. Angehörige, egal ob es sich nun um die Eltern, Geschwister oder Lebenspartner eines Alkoholikers handel, haben quasi keine Möglichkeit die Krankheit des Betroffenen zu heilen.

    In Deinem Fall bedeutet das, dass nur Dein Sohn allein in der Lage ist, seine Sucht zu bekämpfen und dann hoffentlich auch zu besiegen. Nun scheint es ja so, dass er das schon mehrmals ernsthaft versucht hat, jedoch immer wieder rückfällig wurde.

    Ich kann Dir leider hier so aus der Ferne nicht sagen, warum das bei ihm so ist bzw. war. Es ist ja sehr unterschiedlich, wie Betroffene ihre Sucht bezwingen. Da gibt es welche, die schaffen das ganz ohne große Hilfe von außen (sehr wenige bzw. über diese Menschen liest man nicht unbedingt was weil sie es ja allein mit sich selbst ausmachen), dann diejenigen, die klassischen Hilfsangebote wie z. B. Beratung, SHG usw. nutzen und darüber trocken werden und bleiben. Und dann natürlich auch noch die, die eine richtige Therapie machen, langzeit zum Beispiel und hier wirklich alle Möglichkeiten ausschöpfen.

    Nun, und bei einigen sind mehrere oder sogar sehr viele Anläufe notwendig. Manche sind auch jahrelang trocken und legen dann einen Rückfall hin und hänger wieder jahrelang in der Sucht um es dann irgendwann erneut heraus zu schaffen. Es ist alles höchst individuell und eigentlich hat Dein Sohn, auf den ersten Blick zumindest, es völlig richig gemacht sich in professionelle Hände zu begeben. Nur funktioniert hat es eben leider nicht.

    Die Frage ist nun: Warum bzw. was muss sich in seinem Leben ändern, dass für ihn der Alkohol keine Alternative mehr ist.

    Diese Frage kannst Du nicht beantworten. Das kann nur er. So schlimm es sich anhören mag, aber Du wirst hier wohl lernen müssen, ihn los zu lassen. Das heißt nicht, dass Du ihn fallen lassen musst, aber loslassen musst Du ihn. Es ist natürlich völliger Quatsch ihn dauerhauft einzusperren. Ganz neben bei geht ja damit auch Dein eigenes Leben den Bach hinunter, denn Dein Leben dreht sich dann nur noch um die Sucht Deines Sohnes.

    Guter Rat ist jetzt natürlich teuer. Ich kann Dir keinen richtigen geben, einmal, weil ich eigentlich gar nichts über Deine /Eure Situation weiß aber auch weil ich denke, dass er bei einem Arzt eigentlich richtig aufgehoben sein sollte und dieser hat sicher mehr Erfahrung als z. B. ich.

    Eine kleine Weisheit möchte ich noch da lassen. Hat mal jemand sinngemäß zu mir gesagt: Du musst die Gründe weshalb Du trinkst beseitigen. Beseitige sie und es wird Dir leichter fallen mit dem Trinken aufzuhören.

    Ich dachte damals, dass mir dieses schlaue dahergerede ja nix bringt, denn ich hatte ja eigentlich gar keinen "richtigen" Grund zu trinken. Heute weiß ich, dass dem nicht so war. Vereinfacht kann ich sagen, dass mein Leben geprägt war von Ängsten und von Verzweiflung. Größtenteils hervorgerufen von der Trinkerei, so dass über die Jahre ein richtiger Teufelskreis entstanden ist. Und genau diesen gilt es zu durchbrechen.

    Wenn man das geschafft hat, dann kann man diese Sucht besiegen. Und natürlich bekommt auch als nicht trinkender Mensch vom Leben Saueres. Oft auch nicht zu knapp. Jedoch ist das dann alles kein Grund mehr zum Alkohol zu greifen.

    Vielleicht sollte Dein Sohn einmal sein Leben genau beleuchten, genau schauen was es eigentlich ist, dass ihm den Alkohol als Lösung seiner Probleme erscheinen lässt. Was fehlt ihm im Leben, wer möchte er sein, wo will er hin.

    Aber ich vermute, dass in der Therapie genau darüber viel gesprochen wurde. Insofern scheint die Rückkehr in die Realität das Problem zu sein. Vielleicht müsste diese Realität verändert werden?

    Aber all das kann nur ER. Nicht Du.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft. Tut mir leid, dass ich Dir hier keine Zauberformel schreiben kann. Ich kann Dir nur meine Gedanken hier lassen.

    LG
    gerchla

    Liebe Hoffnungslos,

    Diese Reaktion von ihm finde ich schon etwas komisch. Er will Dich nicht rein schauen lassen und geht sofort auf Angriff. Nasses Verhalten meiner Meinung nach und ich finde auch kein gutes Zeichen.

    Ich hab damal meiner Frau und auch meinem Sohn (der genauso alt war wie Dein großer) offen von der Gruppe erzählt. Viel mir nicht ganz leicht aber ich wollte Ihnen ja auch zeigen, dass ich es wirklich ernst meine. Ich hab auch mit z.b. Meinen Geschwistern oder meinem besten Freund darüber gesprochen.

    Es ist halt kein gutes Zeichen wenn er einfach nur dicht macht. Aber da kannst Du nichts machen. Er entscheidet nicht Du. Du musst nur für Dich klar machen, ob Du das so akzeptieren willst oder nicht.

    Vielleicht wartest Du noch ein wenig ab und schaust wohin er sich entwickelt. Wenn er wieder trinken sollte würde ich an Deiner Stelle nicht mehr viel überlegen.

    LG
    Gerchla

    Liebe Hoffnungslos,

    ich will gleich mal auf ein paar Dinge von Dir eingehen:

    Zitat

    Das ist nur eine kleine Geschichte dazu da ich denke, das die wurzeln vielleicht schon dort begraben sind.


    Es ist gut möglich, dass seine Sucht darin ihren Ursprung hat. Bei mir war das so, dass in unserer Familie nie über Probleme gesprochen wurde. Probleme gab es also sozusagen gar nicht, auch wenn sie da waren. Über Gefühle etc. wurden folglich natürlich auch nicht gesprochen. Ich hatte es also nicht gelernt mit Problemen umzugehen. Und mir Leuchte fiel nix besseres ein als sie erst zu ignorieren und als das nicht mehr recht funktionierte, sie mit Alkohol wegzudrinken. Das ist jetzt ganz einfach gesprochen aber darauf bin ich gestossen, als ich mich fragte wieso, weshalb, warum.

    Aber, das hilft in Deiner Situation jetzt ja nicht weiter. Selbst wenn Du oder er weiß warum er möglicherweise süchtig wurde, dann hilft Euch das jetzt gerade auch nicht weiter. Es kann später mal wichtig werden aber nicht jetzt.

    Zitat

    Er hat sich mal im halbsuff geäußert, das er so unzufrieden ist, weil ich mich nicht dafür bedanke das er arbeiten geht.


    Ehrlich gesagt erinnert mich sowas an typisches nasses Alkigeschwätz. Davon wirst Du wahrscheinlich auch zu anderen Themen immer wieder was zu hören bekommen haben. Gründe warum er so unzufrieden ist, Gründe warum er trinken muss, Gründe warum dieses nicht passt oder jenes. Und schuld ist alles und jeder, nur er selbst nicht. Das ist recht typisch und sozusagen eine Nebenwirkung der Sucht. Vernüftiges Argumentieren ist da dann auch nicht mehr möglich.
    Und selbst wenn Du "nur" zuhause gewesen wärst und Dich um die Kinder etc. gekümmert hättest: Das IST Arbeit - und zwar nicht zu knapp! Und es ist für mich nahzu krotesk, dass man sich bei Partner bedanken soll, weil er das Geld verdient. Im welchen Jahrhundert leben wir denn? Dann könnte er ja alternativ sich um Haushalt und Kinder kümmern und Du schaffst die Kohle ran.

    Ach was reg ich mich auf, es ist was es ist: Typisches Alkoholikergeschwätz eben. Aber leider verletzt es enorm.

    Zitat

    Nach diesem Anfall hatte sich bei mir eine Angst und Panikstörung entwickelt, die ich aber heute recht gut im Griff habe.


    Darunter litt meine erste Frau auch. Allerdings bereits vor meiner Trinkerzeit. Das war auch für mich eine ganz schlimme Zeit, weil sie so oft Todesangst hatte, meist nachts. Sich dann an mich klammerte und mich bat sofort den Notarzt zu rufen. Was ich dann auch immer gemacht habe. Natürlich konnte der nichts feststellen und sprizte Valium. Langzeit-EKG's, die sie auch dran hatte während der Anfälle haben nichts aufgezeichnet und so war irgendwann klar, dass es sich um "Angst aus heiterem Himmel" handeln musste. Eine Angststörung also.

    Ein sehr guter Psychologe hat ihr das genommen. Und zwar komplett und bis heute. Selbst unsere Trennung und die schlimme Zeit davor und danach konnten sie nicht mehr aus dem Gleichgewicht bringen. Ich wünsche Dir, dass es bei Dir genauso ist.

    Zitat


    Mein Mann sagt, sein schuldgefühl macht ihn fertig. Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll.


    Ich sag mal so: Das ist jetzt nicht Dein Ding, also seine Schuldgefühle. Wenn Du kannst, wenn es Deine verletzten Gefühle zu lassen, dann behandle ihn immer korrekt, versuche immer offen und ehrlich zu sein, immer klar und deutlich. Meine Frau hat so gehandelt und das war im Nachhinein der Schlüssel dafür, dass wir heute ein fast freundschaftliches Verhältnis haben. Gerne kannst Du ihm auch mal fragen, ob er sich bei dieser Geschichte nicht helfen lassen möchte. Also extern meine ich. Psychologen kümmern sich um sowas. Bei mir war es der schon besagte Mönch. Fakt ist: Auf Schuld wird er kein neues Leben aufbauen können. Es ist aber auch nicht gut so zu tun, als wäre er ja gar nicht Schuld, weil das ja alles vom bösen Alkohol kommt. Es hat ihn ja niemand gezwungen das Zeug zu trinken bzw. zum Alkoholiker zu werden, da ist er schon selbst für verantwortlich. Du siehst, da steckt schon etwas mehr dahinter. Aber ich finde eben das es Dinge gibt, da ist der eigenen Partner (noch dazu wenn dieser Opfer war) nicht der richtige Ansprechpartner.

    Zitat

    Ich kann ihm nicht helfen und er mir.


    Das meinte ich, dass es Dinge gibt, wo der eigene Partner nicht unbedingt der richtige Ansprechpartner ist. Manchmal braucht es einfach Hilfe von außen.

    Zitat

    Ich sage ein Wort und er macht eine große Diskussion auf und behauptet schlimme sachen über mich, die ich niemals sagen würde oder gesagt habe.


    Das klingt nun wieder nach typisch nassem Alkigefasel. Und Du darfst auch nicht vergessen: Auch wenn er jetzt gerade nicht trinkt ist er noch lange nicht trocken. Die Denke ist noch lange nass. Ich musste lange an mir arbeiten, bis meine nassen Denk- und Verhaltensweisen weg hatte. Ich musste vieles ganz bewusst mit dem Kopf übersteuern. Also quasi wirklich direkt über Aussagen von mir, die spontan kamen, nachdenken und dann ggf korrigieren. Alleine es zu schaffen, nicht mehr zu lügen war ein langwieriger Prozess. Wenn man etwas über 10 Jahre gemacht hat kann man es nicht von heute auf morgen einfach abstellen. Wenn er länger (Monate) trocken bleibt, müsste sich da aber was ändern. Es gibt aber auch Alkoholiker die nichts mehr trinken und trotzdem weiter nass denken. Kenne ich nur vom Lesen hier aus dem Forum und scheint jetzt auch nicht die Regel zu sein sondern eher die Ausnahme.

    Zitat

    Ich komme ihm in der Beziehung entgegen, aber von ihm kommt nichts. Bekommt er das alles nicht mit momentan?


    Das kann sein, weil er evtl. zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist. Das könntest Du u. U. auch verzeihen, aber nur dann, wenn Du das Gefühl hast das er wirklich an sich arbeitet und Du eine Chance siehst, diese Beziehung fortzuführen. Wenn Du das Gefühl hast, dass er ernsthaft weg will vom Alkohol und auch dauerhaft weg bleiben will. Du solltest Dir das aber auch nicht ewig gefallen lassen. Irgendwann muss dann auch mal von ihm was kommen, das Dir das Gefühl gibt, es entwickelt sich in die richtige Richtung.

    Zitat

    ch fühle mich so hilflos und selbst angeschlagen. Kann es auch sein, das jeder erstmal nur für sich sein muss?


    Ja, das könnte ein Weg sein. Es könnte auch ein Weg sein, dass Ihr Euch räumlich erst mal trennt und jeder für sich schaut das er erst mal klar kommt. Bei mir war das ja so. Ich war mir nicht sofort darüber im klaren, dass ich mich auf jeden Fall von meiner Frau trennen muss. Das kam dann nach und nach und verfestigte sich aber sehr schnell. Ich weiß nicht was passiert wäre, wenn ich zuhause geblieben wäre. Ich vermute, nein ich bin mir sicher, ich hätte bald wieder mit dem Trinken begonnen. Das kann jetzt bei Euch eine komplett andere Situation sein, bitte nicht falsch verstehen. Du musst wissen was DU willst. Und das musst DU tun. Und er muss sich um sich selbst kümmern.

    Wenn Du bei ihm bleiben willst und ihm helfen willst, dann tu das. Aber tue es zu Deinen Bedingungen. Mache Deine Grenzen klar und ziehe dann auch Konsequenzen wenn diese überschritten werden. Du musst Dich schützen und natürlich auch Deine Kinder. Das ist ganz wichtig. Und es wird nur dann positiv verlaufen, wenn er sich bewegt. Wenn er klar wird und wenn auch er Dich und seine Familie halten möchte. Dann habt ihr eine echte Chance. Wenn er rumeiert, oder gar wieder trinkt, dann nimm die Beine in die Hand und rette Dich und Deine Kinder.

    LG
    gerchla

    Hallo Risu,

    herzlich Willkommen oder vielleicht besser welcome back, Du warst ja schon mal hier.

    Ich bin Ende 40, Alkoholiker und trinke jetzt schon länger keinen Alkohol mehr. 44 ist ein gutes Alter um mal über sein Leben nachzudenken und sich zu überlgen, was man eigentlich von Leben noch erwartet. Wenn Du weiter trinkst, wird Dein Leben einfach weiter so dahin fließen wie bisher. Wahrscheinlch wird es irgendwann schlimmer werden mit der Sucht und was Dich dann da alles so erwarten könnte, das kannst Du hier ha vielfach lesen.

    Aber Du hast ja beschlossen einen anderen Weg zu gehen. Dazu kann ich Dich nur beglückwünschen.

    Darf ich Dir ein paar Fragen stellen? Ich mach einfach mal:

    Was tust Du noch außer hier im Forum zu schreiben? Warst Du beim Arzt, Suchtberatung, Selbsthilfegruppe, Psychologe? Oder planst Du in diese Richtung irgendwas zu machen? Wie sieht es mit Deinem Umfeld aus? Wissen die Bescheid, hast Du Dich geoutet oder willst Du das tun?

    Welche Pläne hast Du für Dein künftiges Leben, wie willst Du Dein neues Leben gestalten? Konntest Du darüber schon mal nachdenken oder ist das noch zu früh?

    Ich frage deshalb so nach, weil die vielen Geschichten anderern Alkoholiker zeigen, dass es wichtig ist mehr zu tun, als nur nicht mehr zu trinken. Nicht jeder muss seine gesamte Alkoholgeschichte bis in Detail aufarbeiten und analysieren, aber jeder sollte sich Gedanken machen, wie er die Abstinz erreichen kann und wie er sie auf Dauer sichern möchte.

    Ich freue mich auf einen Austausch mit Dir und wünsche Dir alles Gute!

    LG
    gerchla

    Guten Morgen Hoffnungslos,

    ich habe jetzt nochmal ein wenig über das nachgedacht, was Du geschrieben hast. Schön, dass Du so offen schreibst, dadurch kann können wir Deine Situation viel besser einschätzen.

    Erst mal dachte ich mir, dass Du Deinen Mann dann wahrscheinlich nur ganz kurz ohne Alkoholproblem erleben durftest. Ihr seid 7 Jahre verheiratet, kennt Euch wahrscheinlich schon etwas länger und er trinkt aber nach seinen Angaben bereits seit 5 Jahren. Ich vermute mal, dass der Mann, der Dir gegenüber ein toller Mann war, aus der Zeit vor Beginn seiner Sucht stammt. Vielleicht auch aus der Zeit vor der Geburt Eures gemeinsamen Kindes. Wie Du schreibst, scheint er ja mit seiner Rolle als Familienvater nicht ganz so zu recht zu kommen. Hast Du darüber jemals mit ihm gesprochen? Also darüber, ob er mit seiner kleinen Familie und seiner Rolle darin glücklich ist? Jetzt mal völlig unabhängig vom Alkohol, meine ich. Ich glaube es könnte für Dich sehr wichtig sein, wie er das sieht.

    Du schreibst, dass Du bereits vermutest hattest, dass er ein Alkoholproblem hast. D. h. er hat all die Jahre versucht seine Sucht vor Dir zu verheimlichen, hat heimlich getrunken bzw. in Deinem Beisein wahrscheinlich nur moderate Mengen und hat sich den "Rest" dann heimlich gegeben. Der hohe Wert von 3,8 Promille spricht dafür, dass er ganz tief in der Sucht hängt. Solche Werte erreicht man nicht einfach so und ein normaler Mensch, auch einer der regelmäßig zu viel trinkt, erreicht solche Werte nicht einfach so. Das ein Wert, der durchaus dazu geeignet ist, dass das ganze mal tödlich enden könnte. Bei ihm hat ja offenbar auch nicht mehr viel gefehlt.

    Ich schreibe Dir das nur, damit Du Dir im Klaren darüber bist, dass es sich bei Deinem Mann höchstwahrscheinlich nicht um jemanden handelt, der gerade mal seinen Alkoholkonsum eine Zeit lang nicht im Griff hatte und der halt mal längere Zeit etwas zu viel getrunken hat. Und wenn er da raus will, dann wird er richtig an sich arbeiten müssen.

    Ich erzähl Dir mal, wie das bei mir war. Ich trank weit über 10 Jahre abhängig. Ich kann Dir die genaue Dauer meiner Suchtzeit nicht sagen, denn die Übergänge waren fließend. Vielleicht waren es 12 Jahre, vielleicht 13 oder 14. Ist im Nachhinein aber auch egal. Begonnen habe ich mit dem klassischen Feierabendbierchen. Hier in Bayern wo ich lebe, ist das etwas völlig normales und ich kannte das auch meiner Familie auch gar nicht anders. Also trank ich eben mein Feierabendbier und ich begann schon bald, es wirklich sehr regelmäßig zu trinken. Jeden Abend ein Bier. An sich eine Menge, die fast noch unter "unkritisches Konsumverhalten" fällt. Das ging längere Zeit so bis mich irgendwann mal meine Frau darauf ansprach ob es denn wirklich sein muss, dass ich jeden Abend Bier trinke.

    Muss es nicht, war meine Antwort und ich trank erst mal nichts mehr. Jedoch bemerkte ich schon zu diesem frühen Zeitpunkt, dass ich "mein" Bier vermisse und so schlich sich dieses Ritual wieder in mein Leben. Wieder sprach mich meine Frau an, wieder hörte ich auf. Und wieder schlich es sich ein und wieder sprach sie mich an. Das ging über einige Jahre so und das ist das, was ich immer als meine Suchtanfangszeit bezeichne. Irgendwann fasste ich dann den fatalen Beschluss, offiziell gar nichts mehr zu trinken um nicht immer mit meiner Frau diskutieren zu müssen. Von diesem Zeitpunkt an begann ich heimlich zu trinken. Diese Zeit dauerte dann etwa 10 Jahre an bis ich den Ausstieg geschafft habe.

    Ich gehöre zu den ganz wenigen Alkoholikern, die das Trinken offenbar wirklich sehr gut verheimlichen konnten. Oft ist es so, dass der Alkoholiker zwar meint, er hätte alles im Griff und niemand bekommt etwas mit, jedoch wissen eigentlich alle bescheid, nur sagen tut halt meistens keiner was. Bei mir war das etwas anders. Meine Frau bestätigte mir nach meinem Outing, dass sie damit niemals gerechnet hätte.

    Es war bei mir so, dass ich über die Jahre immer mehr Alkohol zu mir nehmen musst. Am Ende meiner Suchtzeit trank ich täglich zwischen 10 und 12 Bier und oft noch eine Flasche Wein dazu. Ich begann morgens vor der Arbeit, hatte am Arbeitsplatz (der eigentlich sehr alkoholfern ist) im Keller einen geheimen Raum wo ich ebenfalls trank und gab mir dann abends den Rest. Alles komplett heimlich. Nebenher habe ich mir ein richtiges Doppelleben aufgebaut. Dadurch, dass ich im Beruf sehr erfolgreich war, diente mir dieser als idealer Grund für den Aufbau dieses Doppellebens. Ich war dienstlich auch auf Reisen, kam durch Deutschland, Europa und sogar die ganze Welt. Diese Dienstreisen nahmen irgendwann erheblich zu, wobei sie dann aber nicht tatsächlich statt fanden, sondern ich z. B. im besagten Kellerloch nächtigte und vor mich hin trank. Manchmal verlängerte ich tatsächliche Reisen auch und nutzte die Zeit um zu trinken. Natürlich mimte ich in all der Zeit den sich sorgenden Familienvater. Ich hatte mittlerweile 2 wunderbare Kinder die auch wirklich über alles liebte (und noch liebe ;D ). Wenn ich also "dienstlich" unterwegs war, habe ich immer angerufen, nachgefragt wie es geht usw. Eine Geschichte erfunden wie es bei mir gerade so ist usw.

    Ich schreibe Dir das hier so offen und ehrlich, damit Du Dir ein Bild davon machen kannst, wie viele Alkoholiker eigentlich so ticken. Lügen und betrügen war für mich an der Tagesordnung. Fiel mir das am Anfang meiner Sucht noch sehr schwer, war es zum Ende hin höchst professionalisiert. Ich wusste gar nicht, wie es ohne Lügen hätte funktionieren können. Das wurde dann auch insofern zum Problem, weil ich nach Jahren der Lügerei oft selbst nicht mehr wusste, was jetzt denn wahr war und was nicht. Denn irgendwann baute ja die eine Lüge auf der anderen auf. Du wirst Dir das als normaler Mensch gar nicht vorstellen können.

    Und so ging es also dahin und natürlich war meine Ehe im Eimer, meine Frau spürte und wusste das auch und hat immer versucht gegenzusteuern. Da sie aber nicht wusste warum, hatte sie gar keine Chance. Wir lebten dann also jahrelang zusammen und ich habe ihr dabei ihr Leben gestohlen. Für meine Kinder wollte ich immer ein guter Vater sein und da habe ich auch alles gegeben, wozu ich noch in der Lage war. Meine Kinder waren mir immer das wichtigste in meinem Leben und doch reichte diese Liebe nicht aus, dass ich mit dem Trinken aufgehört hätte. Du siehst, diese Sucht hat es wirklich in sich.

    Gründe zu trinken, die Du ja bei Deinem Mann leicht angedeutet hast, hatte ich z. B. keine. Also das stimmt so natürlich nicht ganz, aber die wahren Gründe konnte ich erst finden, nachdem ich aufgehört hatte und mich intensiv mit meiner Sucht und meinem Leben beschäftigt habe. Aber so klassische, offizielle Gründe hatte ich absolut nicht. Also ich hatte eine gute Kindheit, Schule prima, Freundeskreis super, verliebt und Familie gegründen, wunderbare gesunde Kinder bekommen, beruflich einen (für mich) Traumjob bekommen, schnell in eine Führungsposition gekommen mit einem wunderbaren Team um mich herum, keine Geldsorgen, keine gesundheitlichen Sorgen, keine Schicksalschläge etc. Dennoch rutschte ich, wie oben beschrieben, langsam in die Sucht.

    Die letzten Jahre waren dann die Hölle für mich. Und natürlich auch für meine Frau, das möchte ich nicht vergessen. Während ich lange Zeit immer wieder noch versucht hatte, mal mit dem Trinken aufzuhören (natürlich heimlich, weil ja keiner was wusste und ich mir dachte das ist ja ideal), habe ich das in den letzten Jahren erst gar nicht mehr versucht. Ich konnte nicht mal mehr einen Tag ohne Alkohol aushalten. Es war schon ein großer Erfolg, wenn ich mal nur 5 Bier am Tag getrunken hatte. Jetzt bekam ich dann auch schon körperliche Symptome, nahm z. B. stark zu, hatte Schmerzen im Bauchraum usw. Psychisch war ich längst ein Wrack. Total kaputt, wobei ich immer noch in der Lage war das irgendwie zu verheimlichen. Natürlich sprachen mich immer wieder Menschen (inkl. meiner Frau) darauf an, jedoch fand ich immer gute Ausreden.

    Dann kam der Tag X. Ich kam abends nach Hause, meine Frau stellte mich wegen einer schlimmen Sache zur Rede. Ich hätte es auch hier sicher wieder geschafft, mich aus dieser Situation geschickt heraus zu lügen. Doch ganz plötzlich wollte ich nicht mehr! Das war wie eine Erleuchtung. Jetzt ist es vorbei, ich will nie mehr trinken! Mir war klar, wenn ich mich jetzt oute, dann wird sich mein ganzes Leben ändern und nebenbei werde ich das Leben meiner Familie komplett über den Haufen werden.

    Ich outete mich und musste meiner Frau meine geheimen Alkoholverstecke zeigen (z. B. gab es im Auto kein Reserverad mehr, weil ich das raus hatte um im Reseveradkasten Bier zu verstecken). Erst als sie diese Vorräte sah, glaubte sie mir das ich ein Alkoholproblem hatte. Bereits am nächsten Tag ging zu einer SHG, die mir besonders am Anfang ganz viel geholfen hat. Ich zog auch quasi sofort aus der gemeinsamen Wohnung aus, ich hatte die Möglchkeit dazu und ich konnte nicht mehr bei meiner Frau wohnen. Nicht das sie mich raus geschmissen hätte aber ich wollte es so. Sofort machte ich auch einen Termin bei der Beratung aus, ich machte einen Termin bei Psychologen (leider mit 7 Wochen Wartezeit) und ging dann auch zum Arzt. Und ich outete mich auch bei meiner Familie (Eltern, Geschwister und gute Freunde). Ich war so fest entschlossen nie mehr dort landen zu wollen, wo ich gerade war und ich war bereit alles dafür zu tun.

    Die Trennung von meiner Familie war die Hölle für mich, vor allem wegen meiner Kinder. Mein großer war damals fast erwachsen, hatte trotzdem zu knabbern, verstand jedoch wenigstens worum es ging. Meine Kleine war im Grundschulalter und ihr gliebter Papa war weg. Die schlimmste Zeit meines Lebens war das.

    Und so vergingen die Wochen und ich trank nicht, ging täglich zur Gruppe und irgendwann auch zum Psychologen. Bald merkte ich, dass mich vor allem meine enorme Schuld erdrückte. Ich merkte, dass ich es nicht schaffen werde dauerhauft trocken zu bleiben, wenn ich es nicht lerne mit dieser Schuld klar zu kommen. Und ich wurde mir darüber bewusst, dass ich mich von meiner Frau trennen muss. Das war sehr schlimm, denn sie war wahrlich keine schlechte Frau. Sie hat immer versucht unsere Ehe positiv zu gestalten und sie hat mich wirklich geliebt. Ich wusste aber: Gehe ich zurück, werde ich wieder trinken. Und das wäre das schlimmste was passieren könnte. Und zwar für ALLE Beteiligten.

    Die Zeit verging, der Psychologe konnte mir nicht so recht helfen was die Belastung durch meine Schuld betraf und ich ging eigenen Wege. Ein Mönch (das ist eine längere Geschichte) halt mir dann, mit meiner Schuld klar zu kommen. Und er war es auch, der mich in vielen Gesprächen dazu "brachte" mich bei meiner Frau und Familie zu entschuldigen und um Verzeihung zu bitten. Ohne jedoch zu erwarten, diese auch zu erhalten.

    Je länger ich trocken war, desto klarer wurde ich. Langsam konnte ich alle Altlasten der Trinkerzeit abbauen, alle Lügen aufklären und damit beginnen mir zu überlegen, wer ich eigentlich bin und wer ich gerne sein möchte. Und was ich mir von meinem Leben noch so erwarte. Ein langer Prozess der bis heute an dauert.

    Zusammenfassend möchte ich noch sagen, dass ich heute wieder verheiratet bin mit einer wunderbaren Frau, vor zwei Jahren nochmal Papa wurde einer wunderbaren Tochter und ein sehr glückliches Leben führe. Gleichzeit ist die Beziehung zu meiner ersten Frau wieder sehr gut geworden und meine "kleine" jetzt schon fast erwachsene Tochter geht bei uns ein und aus. Sie hatte eine sehr schwere Zeit und es ist nicht zu letzt meiner ersten Frau zu verdanken, dass sie da einigermaßen unbeschadet hindurch gekommen ist. Mein großer ist ein wuderbarer Mensch und geht seine Wege. Ich bin stolz auf ihn und ich liebe ihn sehr.

    Das wir heute als, ich sage jetzt mal sehr gut funktionierende Patchworkfamilie (ich mag diesen Begriff eigentlich gar nicht) so ein wunderbares Leben geniesen können, liegt zum großen Teil am Verhalten meiner ersten Frau, die sich trotz aller fürchterlichen Verletzungen die ich ihr zugefügt hatte immer korrekt mir gegenüber verhalten hat und zum anderen an mir, weil ich nicht mehr trank und ich mein Leben so verändern wollte, das ich wenigsten jetzt ein verlässlicher, immer ehrlicher Mensch war. Und natürlich auch an meiner jetzigen Frau, die immer offen war für alles was meine "alte" Familie betraf und niemals sich selbst irgendwie "zurück gesetzt" fühlte.

    So, das war jetzt sehr viel aus meinem Leben und doch oft nur ganz oberflächlich angekratzt. Wenn Dich einzelne Dinge genauer interessieren, dann frag einfach nach.

    Bei mir war das so, dass ich irgendwann mal eine Entscheidung treffen musste. Und ich denke, dass das bei Dir auch so ist. Ich denke Du musst Dich fragen, ob Du Dir überhaupt noch ein Leben mit Deinem Mann vorstellen kannst, bei allem was passiert ist. Meine Frau konnte das, sie hätte es gerne versucht. Ich wollte es aber nicht mehr. Bei Dir sieht die Sache vielleicht etwas anders aus.

    Da hast jetzt gelesen, was ich alles getan habe um trocken zu werden und zu bleiben. Das ist natürlich nicht bei jedem gleich aber es reicht halt nicht einfach nur nichts mehr zu trinken. Ab und an mal zur Selbsthilfegruppe zu gehen wird wahrscheinlich auch nicht ausreichen. Es muss der Wille und Wunsch da sein, sein Leben wirklich komplett ändern zu wollen. Bist Du der Meinung, dass Dein Mann dazu bereit ist bzw. das er sein weiteres Leben ohne Alkohol leben möchte?

    Vielleicht könnte es Dir auch helfen, wenn Du ebenfalls eine Selbsthilfegruppe besuchst. Die gibt es ja auch für Angehörige. Wenn ihr diesen Weg zusammen gehen wollt, dann wirst wahrscheinlich auch Du an Dir arbeiten müssen. Wenn Dein Mann trocken wird und bleibt, dann wird er sich verändern und mit diesen Veränderungen musst Du klar kommen und wahrscheinlich wirst auch Du Dich verändern müssen. Leider gibt es eben auch viele Beispiele wo das nicht funktioniert hat und die Beziehungen zerbrachen nachdem ein Partner mit dem Trinken aufgehört hat. Glücklicherweise gibt es aber auch viele positive Geschichten.

    Ich denke es lohnt sich für eine Beziehung zu kämpfen, wenn man das Gefühl hat, dass es diese Beziehung wirklich wert ist. Das kannst nur Du entscheiden und die absolute Grundvoraussetzung ist aber immer, dass er nicht mehr trinkt und dauerhaft nicht mehr trinken möchte. Ansonsten hat das überhaupt keinen Sinn.

    Was Deinen Sohn betrifft: Wir waren damals mit unserer Tochter beim Kinderpsychologen. Da gibt es bestimmt auch welche speziell für Jugendliche. Das war das beste, was wir tun konnten. Ich weiß nicht wie sie das ohne diese Hilfe durchgestanden hätte und ehrlich gesagt hat uns diese Psychologin eben auf viele wertvolle Tipps gegegeben wie wir mit der Situation umgehen können. Sie sagte z.B., dass wir unserer Tocher nur immer die absolute Wahrheit sagen sollten, also auch was unsere Trennung und meine Sucht betraf. Ich weiß nicht, ob ich das von selbst auch so gemacht hätte.

    Vielleicht überlegst Du mal ob das ein Weg für Euch wäre. Damit er diese Bilder aus dem Kopf bekommt bzw. lernt damit umzugehen.

    Also, das war jetzt ganz viel von mir. Eigentlich geht's ja um Dich. Ich habe das geschrieben, damit Du vielleicht ein paar Anregungen bekommst und damit Du Dich ein wenig in das Denken eines Alkoholikers hinein versezten kannst. Das geht natürlich nicht 1:1, aber was z. B. das Lügen und Betrügen und verheimlichen, versprechen und nicht halten usw. betrifft, da sind wir dann doch alle gleich.

    Ich hoffe Du kannst was für Dich mitnehmen. Alles alles Gute erst mal.

    LG
    gerchla

    Hallo Hoffnungslos,

    herzlich Willkommen bei uns im Forum.

    Ich bin Ende 40 und selbst Alkoholiker. Lebe jetzt aber schon länger ohne Alkohol.

    3,8 Promille, das ist schon mal eine Hausnummer. Du darfst davon ausgehen, dass Dein Mann richtig tief in der Sucht hängt.

    Ich glaube Britt wollte Dir schreiben, dass es mit der Entgiftung NICHT getan ist. Eigentlich geht es jetzt erst richtig los. Wenn er ernsthaft weg will vom Alkohol dann muss er genau jetzt aktiv werden. Der körperliche Entzug ist vorbei, jetzt geht's an die Psyche. Und das ist die eigentliche Sucht. Das ist der Teil der Sucht, der für die Rückfälle verantwortlich ist.

    Ok, er geht schon mal zur Selbsthilfegruppe, das ist schon mal was und ich kenne Menschen, die über diesen Weg und nur über diesen Weg dauerhaft trocken wurden und blieben. Bis zum heutigen Tag. Vielleicht solltest Du ihm etwas Zeit geben. Wenn es ihm ähnlich geht wie mir damals, dann ist er gerade mitten drin in einem Nebel der Ungewissheit. Sein Leben ist zerbrochen, seine Fassade eingestürzt. Wenn er es ernst meint, dann wird er jetzt etwas Zeit brauchen um seine Gedanken zu ordnen, um wieder einigermaßen klar sehen zu können. Alles immer vorausgesetzt, er trinkt nicht mehr. Die SHG kann ihm dabei helfen und wenn das passiert, wird er sich auch Dir gegenüber öffnen.

    Ich z. B. habe mich nach ein paar Wochen Trockenheit von meiner Frau getrennt. Auch sowas kann passieren, es wird darauf ankommen, wie er sein künftiges Leben führen möchte, was er für Gründe für sich findet, weshalb er dort unten gelandet ist wo er gelandet ist. Ich kenne aber natürlich auch einige, wo der Partner trocken wurde und die Beziehung dann wieder sehr gut funktioniert hat. Jedoch ist das niemals ein Selbstläufer. Da müssen dann der Alkoholiker und der Partner gemeinsam an sich arbeiten.

    Liebe Hoffnungslos, jetzt wirst Du Dich fragen: Und wo bleibe ich bei dem ganzen miesen Spiel? Du wirst sagen: Ich bin doch Opfer, nicht er! Er ist doch Täter und jetzt erzählt der mir hier so einen Mist. Ja, Du bist das Opfer - er wird das jetzt aber alles noch nicht so recht sehen können. Zu sehr verändert sich gerade sein Leben, zu sehr ist er damit beschäftigt trocken zu bleiben. Wenn es gut läuft bei Euch, dann wird er aber bald erkennen was Sache ist. Kann jedoch auch anders laufen.

    Darum musst Du Dir überlegen, was Du willst. Ob Du überhaupt noch mit ihm zusammen bleiben möchtest nach diesem Vertauensverlust und wenn ja, was Deine Bedingungen dafür sind. Denn allein DU zählst. Er hat sein Leben in der Hand gehabt, es war seinen Verantwortung. Wenn er jetzt was ändern will, ist das prima. Aber deshalb musst Du nicht automatisch "Hurra" schreien, wenn Du doch so verletzt und hintergangen wurdest. Überlege Dir gut, was Du eigentlich willst und welche Chancen Du für eine Fortführung der Beziehung überhaupt noch siehst.

    Liebe Hoffnungslos, ich würde Dir gerne tiefer und noch viel mehr schreiben, bin jedoch gerade sehr in Eile, so dass ich Dir dass jetzt mal nur schnell als erste Reaktion da lassen wollte. Erzähle doch noch ein wenig von Deinem bisherigen Leben mit Deinem Mann, dann können wir Deine Situation und das was genau passiert ist besser einschätzen. Ich werde Dir, wenn ich mehr Zeit habe, auch meine Geschichte etwas ausführlicher erzählen. Vielleicht ist da dann was dabei das Dich weiter bringt!

    Jetzt erst mal alles Gute und viel Kraft und einen guten Austausch hier im Forum.

    Lg
    gerchla