Beiträge von Gerchla

    Hallo Liv,

    herzlich Willkommen bei uns im Forum.

    Zitat

    Ganz ehrlich: Eigentlich würde ich gerne "nur" massiv reduzieren - ein Leben ganz ohne Alkohol kann ich mir schwer vorstellen.


    Hast Du das nicht schon versucht? Hat nicht funktioniert, oder?

    Das kannst Du jetzt beliebig oft wiederholen. Ich habe da einige Versuche hinter mir. Sowohl was das gar nichts mehr trinken betrifft, als auch das "ich trinke ab sofort nicht mehr als x Bier pro Tag". Aus gar nichts mehr trinken wurden bei mir Trinkpausen. Diese reichten von mehreren Monaten (am Anfang meiner Sucht) bis hin zu wenigen Tagen im fotgeschrittenem Stadium. In den letzten Jahren, den ganz schlimmen, konnte ich gar keine Pausen mehr einlegen. Selbst das Reduzieren war kaum noch möglich. Ich erinnere mich auch gut daran, dass ich irgendwann dann auch gar keinen Sinn mehr darin sehen konnte. Denn, es war ja ohnehin schon alles egal.

    Ein dauerhaftes Reduzieren der Trinkmenge ist meiner Meinung nach also nur möglich, wenn man noch nicht süchtig ist. Leider gibt es keine Formel ab wann dieser Punkt erreicht ist. Es es gibt einige Indikatoren die, erfüllt man sie, für eine Sucht stehen. Bei Dir deuten einige Indikatoren auf eine Sucht hin. Wenn Du süchtig bist steht "nur" noch der Weg in ein komplett alkoholfreies Leben zur Debatte. Oder einfach weiter trinken. Die Entscheidung triffst Du ganz alleine.

    Als kleine Motivation möchte ich Dir noch sagen, dass ein Leben ganz ohne Alkohol überhaupt kein Verlust ist. Aktuell denkst Du das (noch), wenn Du diesen Weg jedoch mal konsequent gehen solltest, wirst Du Dich irgendwann fragen, warum Du so lange an dem Zeug gehangen bist. Und warum Du schon nicht viel früher aufgewacht bist und Dir Dein Leben zurück geholt hast.

    Allerdings, das möchte ich auch sagen, wird das nicht funktionieren, wenn Du nur einfach nichts mehr trinkst. Schließlich willst bestimmt auch Du, wie eigentlich jeder andere auch, Freude an Deinem Leben haben. Du möchtest das es Dir gut geht, das Du Dich wohl fühlst, das Du zufrieden bist mit Dir und Deinem Leben. Ich glaube, das ist wohl das, wonach die meisten Menschen sich sehnen, ob nun bewusst oder unbewusst. Die Steigerung dazu wäre dann noch ein wirklich glückliches Leben zu führen, wobei ich Glück für ein ganz großes Wort halte das unterschiedlich interpretiert werden kann. Und, für Glück braucht man halt auch oft Glück und hat es nicht immer selbst in der Hand.

    Ob man mit sich und seinem Leben zufrieden ist hat man aber schon in der eigenen Hand. So jedenfalls meine Meinung und meine Erfahrung.

    Was hat das jetzt alles mit der Sucht zu tun? Nun, ich denke, wir Alkoholiker haben das Suchtmittel Alkohol eben genau dafür genutzt ober benutzt. Um eben zufrieden / glücklich sein zu können oder um Dinge, die das verhindert haben, durch die Wirkung des Alkohols zu eliminieren. "Mit Alkohol bin ich viel lockerer, besser drauf" = ich bin nicht zufrieden mit mir und der Alkohol hilft mir das zu ändern. "Heute hatte ich einen Scheii*tag, jetzt brauch ich erst mal ein Bier" = Meine aktuelle Situation ist komplett unbefriedigend, es geht mir schlecht und der Alkohol hilft mir, diesen Zustand zu verbessern. "Stell Dir vor, heute habe endlich mein Projekt erfolgreich abgeschlossen, das muss gefeiert werden" = Ich bin zwar schon in positiver Stimmung, aber ich will deutlich mehr um dieses Gefühl noch zu verstärken und der Alkohol hilft mir dabei.

    Das sind nur mal so Gedanken von mir. Was wir trockenen Alkoholiker also u. a. lernen müssen, ist diese Gefühle, die wir ja alle haben, ohne Alkohol entweder auszuhalten oder auch zu genießen. Je nachdem aus welcher Ecke sie kommen. Wir müssen lernen, dass wir Probleme nicht wegtrinken sondern sie aktiv beseitigen. Wir müssen lernen, wie wir ganz ohne Alkohol locker, witzig, gesellig usw. sein können, sofern uns das wichtig ist (das geht, weiß ich aus eigener Erfahrung), wir müssen lernen, wie wir uns bei Erfolgen selbst so richtig belohnen können, ohne das wir dazu den Alkohol brauchen.

    Das ist ein Prozess, der etwas dauern kann. Bei mir dauerte es ca. 1 Jahr bis ich mal so aus dem Gröbsten heraus war. Die Jahre danach bis heute dienen jetzt dem Feinschliff. Ohne Alkohol kann man wunderbar an seinem eingenen Ich arbeiten und sich in die Richtung entwickeln in die man gerne möchte. Ich empfinde das als mit den größten Gewinn, den mir mein abstinentes Leben bietet. Gleichzeitig bin ich mir auch darüber im Klaren, dass ich ohne die vorherige Sucht so eine bewusste Entwicklung wahrscheinlich nie angestrebt hätte, weil mir eben das Bewusstsein dafür gefehlt hätte. Wenn man so will ist das etwas Positives, das man aus der Sucht ziehen kann. Allerdings nur, wenn man sie zum Stillstand bringt.

    Ich kann Dir nur aus meiner Erfahrung heraus ans Herz legen, gerade am Anfang so viel Hilfe wie möglich in Anspruch zu nehmen. Du wirst dann selbst ganz schnell merken, was Dich weiter bringt und was Dir gar nicht hilft. Ich würde es aber ausprobieren. Ich würde zum Arzt gehen, mit ihm/ihr über die aktuelle Situation reden, ich würde zur Suchtberatung gehen, ich würde ggf. auch mit einem Psychologen sprechen, je nachdem was Dich drückt und ich würde mir auch eine reale SHG vor Ort ansehen. Ggf. auch diverse SHG, falls Du bei Dir ein entsprechendes Angebot hast. Ich würde mich outen, also den Menschen die mir nahe stehen sagen was Sache ist.

    Wenn Du also wirklich vor hast dauerhaft auf Alkohol zu verzichten, dann halte ich o. g. Maßnahmen für recht sinnvoll. Irgendwann wirst Du dann Deinen Weg finden. Ich habe alles was ich da geschrieben habe selbst "probiert", jedoch nicht alles auf Dauer fortgeführt. Weil ich Schritt für Schritt meinen Weg fand und wusste, was ich brauche, was mir hilft. Ich denke, so könnte es bei Dir auch laufen.

    Alles Gute auf jeden Fall und einen guten Austausch hier im Forum.

    LG
    gerchla

    Liebe schlaflos,

    ich will gleich mal auf Dein Problem mit Deinem Arbeitsplatz eingehen. Meine Meinung dazu ist folgende:

    Der Arbeitsplatz ist ein Ort, an dem man sehr viel Zeit verbringt. Je nach Höhe der Wochenarbeitszeit, sagen wir mal als normale Vollzeitkraft, sind das dann irgendwas um die 40 Stunden pro Woche. Wenn man mal die Zeit, wo man schläft wegrechnet, ist der Anteil der Zeit in der Arbeit verglichen mit der Zeit die einem so noch bleibt sehr hoch. Alleine schon deshalb halte ich es für sehr wichtig, dass die Arbeitszeit keine Horrorzeit ist. Und wenn Du beginnst Deinen Arbeitsplatz zu hassen, dann würde ich sagen, Du musst diese Situation dringend verändern.

    Für mich stellt sich noch die Frage, ob Du Deinen Arbeitsplatz inkl. dem Umfeld (Vorgesetzte, Kollegen usw.) hasst oder ob es Deine Arbeit an sich ist. Das würde ich rein interessehalber gerne wissen.

    In der Sache ändert das meiner Meinung nach eigentlich nichts. Du hast hier eine Situation, die Dich ganz offensichtlich auf's stärkste belastet. In der Vergangenheit hast Du diese Belastung weggetrunken, was die ganze Situation aber sicher nicht verbessert hat. Nur temporär überspielt. Irgendwann wäre ganz sicher der Totalzusammenbruch gekommen. Also kann Dein Weg jetzt nur sein, dass Du Dich dieser Situation stellst und zwar ohne Alkohol.

    Wenn Du für Dich innerbetrieblich keine Lösung siehst, dann bleibt nur die Kündigung. Ein ausharren und aushalten in dieser Situation halte ich angesichts Deiner Sucht für sehr gefährlich. Denn Dein Suchtgedächtnis weiß ja genau, was Dir immer "geholfen" hat. Nun weiß ich sehr genau, dass ich mich verdammt leicht rede. Das ist mir vollkommen klar. ABER - Das Schlimmste was Dir m. E. passieren kann, wäre wenn Du wieder mit dem Trinken beginnen würdest. Wenn Du für Dich ausschließen kannst, dass Dich der Druck in Deinem Job küftig kalt lässt, Du diese Belastung anderweitig kompensieren kannst (also nicht durch Alkohol), dann kannst Du Dir überlegen wie lange Du das noch machen willst. Wenn Du aber Bedenken hast, dann solltest Du diese Situation schnell verändern.

    Ich kann Dir jetzt keine genauen Ratschläge geben, ich kenne weder Deinen Job noch die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt für diesen Beruf, noch die strukturellen Gegebenheit bei Dir vor Ort. Grundsätzlich leben wir gerade in Zeiten, wo es relativ einfach ist den Job zu wechseln, sogar die Chancen als "ungelernter" einen brachenfremden Job zu ergattern ist in vielen Regionen Deutschlands recht hoch. Aber, das kann bei Dir alles anders sein.

    In jedem Fall, so meine Meinung, würde ich keinen Job machen den ich hasse. Niemals, denn das würde mich innerlich zerstören, kaputt machen. Natürlich würde ich versuchen Lösungen zu finden. Weiter meinen verhassten Job zu machen, wäre aber keine. Notfalls wäre ich bereit mich extremst einzuschränken.

    Ja, auch hier gebe ich reine Theorie von mir. Ich weiß das. Aber ich halte meine psychische Gesundheit für elementar wichtig. Mindestens so wichtig wie die pysische. Vielleicht an manchen Stellen sogar wichtiger.

    Ich wünsche Dir, dass Du gute Entscheidungen treffen kannst und eine Lösung für Dich findest. Und was Deine 32 Tage ohne Alkohol betrifft: 44.

    LG
    gerchla

    Guten Morgen Britt,

    schön mal wieder ein kleines Update von Dir zu hören. Und Hut ab vor der Reaktion Deines Vaters. Das ist echt stark, dass er da mal mitgeht. Das könnte eine ganz wichtige Erfahrung für Dich werden.

    Alles alles Gute weiterhin!

    LG
    gerchla

    Guten Morgen K.Br.

    Zitat

    Für mich trockenes Urgestein,in meinem Alter,meiner eher autonomen Lebensweise und dem langen Abstand zu lange zurückliegenden "Ereignissen" flüssiges Natur,wird es auf die Dauer nicht gehen.

    Ich möchte mich einfach bei Dir dafür bedanken, dass Du Deine Geschichte hier mit uns geteilt hast. Ich kann nur für mich sprechen: Mir hat das was ich von Dir gelesen habe sehr viel Zuversicht gegeben. Es geht also auch auf Dauer und, das wusste ich aber schon vorher, auch ohne ständigen Kampf und ständiger Angst. Danke nochmal, dass Du hier vorbei geschaut hast.

    Und bezogen auf das obige Zitat von Dir sage ich: Alles hat seine Zeit.

    Alles Gute weiterhin!

    LG
    gerchla

    Guten Morgen Avalon,

    na da hast Du doch jetzt schon mal ein paar wichtige Dinge erledigt. Dein Freund weiß jetzt Bescheid, er weiß jetzt, dass Du komplett auf Alkohol verzichten möchtest. Ich nehme jetzt auch mal an, dass das für Dich / Euch bedeutet, dass Ihr keinen Alkohol mehr im Haus habt. Falls doch, wäre meine Empfehlung etwaige Vorräte ebenfalls zu entsorgen. Entweder verschenken oder aber, was für mich nochmal eine stärkere psychologische Botschaft darstellt, demonstrativ in den Ausguss zu schütten.

    Die Gläser sind auch weg, prima. Ich kann mir schon vorstellen, dass das jetzt erst mal ambivalente Gefühle in Dir auslöst. Ist ja jetzt schon auch ein ganz großer Schritt, eine ganz große Entscheidung, die Du da getroffen hast.

    Aber glaube mir, es ist keine Entscheidung für ein Leben in Verzicht. Es ist die Entscheidung, künftig ein selbstbestimmtes Leben führen zu wollen! Im Laufe der Zeit wirst Du merken, Du wirst spüren, dass Alkohol wirklich absolut überflüssig ist und man auch wirklich ALLES ohne Alkohol mindestens genaus gut erleben / spüren / wahrnehmen usw. kann. Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem Weg.

    LG
    gerchla

    Hallo 27Jahreohne,

    herzlich Willkommen bei uns im Forum. Du bist eines der Beispiele, die so richtig motivieren können. Die einfach zeigen, dass es auch auf Dauer prima funktionieren kann. Bestimmt gibt es sehr viele Alkoholiker die bereits sehr lange ohne Alkohol leben. Einige haben wir ja auch hier im Forum. Trotzdem kommen hier im Forum natürlich meist Menschen an, die gerade ein akutes Problem haben oder auch ab und an mal Menschen, die nach langer Zeit einen Rückfall hatten und sich hier Hilfe erhoffen.

    Und ja, genau dafür ist das Forum ja auch da. Was man aber hier halt nicht so bewusst mitbekommt, sind die vielen Alkoholiker die über Jahrzehnte zufrieden abstinent leben und weiter gar nicht darüber sprechen. So habe ich manchmal das Gefühl, es wäre eher die Ausnahme, wenn jemand 20 Jahre oder mehr ohne Alkohol lebt. Umso mehr bin ich dann auch immer erschüttert, wenn hier jemand ankommt, der nach sehr langer Zeit wieder mit dem Trinken begonnen hat. Das zeigt mir dann, man kann nie sicher sein. Und ich überlege dann, was ich tun kann, damit ich auch in 10 oder 20 Jahren noch ein zufrieden abstinent lebender Alkoholiker bin.

    Darf ich fragen, wie Du durch diese lange Zeit gegangen bist? Welche Rolle der Alkohol während dieser Zeit noch bei Dir gespielt hat? Ich meine damit, in wieweit Du Dich mit Deiner Sucht noch auseinander gesetzt hast. Kannst Du sagen, was für Dich der Schlüssel war / ist um das zu erreichen was Du erreicht hast? Das würde mich sehr interessieren.

    Alles Gute und einen guten Austausch hier im Forum wünsche ich Dir.

    LG
    gerchla

    Hallo Avalon,

    herzlich Willkommen bei uns im Forum.

    Also, die Situation die Du von Dir so beschreibst sieht für mich ein wenig wie ein "Einstiegszenario" in eine Suchtkarriere aus. Es ist sehr gut, dass Du für Dich erkannt hast, dass da irgendwas nicht so ganz stimmt und dass Du daran was ändern möchtest.

    Was ich auch sehr positiv finde, ist die Tatsache, dass Du offenbar nicht für Dich ausschließt, gar keinen Alkohol mehr zu trinken. Oder liege ich da falsch? Mir scheint, dass diese Option jetzt keine Horrorvorstellen bei Dir hervor ruft.

    Zitat

    Das seltsame ist, dass das in meinem Freundeskreis völlig akzeptiert ist. Ich bin da ja nicht alleine wenn ich ausgehe. Die finden das alle normal und die meisten finden, dass ich halt auch im angetrunkenen Zustand eher netter bin als normalerweise.


    Nun, so ist das eben in unserer Gesellschaft. Alkohol gehört dazu, fast jeder trinkt, der eine mehr der andere weniger. Alkohol ist der Schmierstoff, der unsere Gesellschaft zusammen hält. Wie, wenn nicht besoffen, sollte man seinem besten Freund sagen, dass man ihn liebt? Ok, jetzt mal weiter ohne Ironie.... Alkohol ist eben gesellschaftlich komplett akzeptiert, er gehört dazu und hat leider einen hohen Stellenwert. Du brauchst Dir also weiter keine Gedanken darüber zu machen, Dein Bekanntenkreis sollte nicht der Maßstab Deines Handelns sein.

    Zitat

    Wie geht man denn sowas an? Sollte man dann seine Freunde informieren? Oder ist es besser man macht das einfach mit sich aus um nicht unnötig Druck aufzubauen?

    Ich kann Dir das nicht so einfach beantworten. Ich kann nur sagen wie das bei mir war. Ich trank fast meine ganze Karriere lang heimlich. Und ich versuchte mehrmals heimlich damit aufzuhören. Ich dachte, da ja keiner weiß das ich trinke, kann ich auch heimlich damit aufhören, dann ist es so, als wäre nie was gewesen. Ich muss nichts erklären, verlieren nicht mein Gesicht usw. Nun, Du kannst Dir vielleicht denken wie das bei mir ausging. Ja genau, ich schaffte es nicht. Auch ich machte monatelange Pausen. Um dann wieder in mein altes Muster zurück zu fallen und meinen Konsum meist sogar noch zu steigern.

    Als ich dann soweit war wirklich mit dem Trinken aufzuhören, war es keine Frage mehr für mich. Das Outing gehörte dazu, mehr noch, es war ein ganz wichtiger Bestandteil für den Start in mein neues Leben. Das bedeutet nicht, dass man es jedem auf die Nase binden muss. Bei manchen kann es sogar kontraproduktiv sein. Dein enges Umfeld sollte es schon wissen. Denn damit schließt Du ein Hintertürchen für Dich. Und sie können Dich ggf. auch unterstützen.

    Vielleicht willst Du ja auch noch andere Wege gehen? Vielleicht willst Du darüber auch mal mit einem Psychologen sprechen, der was davon versteht? Oder auch eine reale SHG besuchen? Wenn man Dich so liest, dann klingt es teilsweise noch recht moderat, noch ein wenig so, als könntest Du vielleicht das Ruder noch selbst herum reißen. Andererseits hast Du das aber schon mehrmals versucht und bist immer gescheitert. Vielleicht brauchst Du hier Hilfe von außen.

    Dietmar hat es Dir bereits geschrieben. Du hast Kontrollverlust. Und Du trinkst der Wirkung wegen, wie Du selbst geschrieben hast. Mal locker sein, mal in eine andere Rolle schlüpfen, mal entspannen. Du bedienst Dich der Wirkung des Alkohols. Das merkt sich Dein Hirn, so funktioniert die Sucht.

    Auf jeden Fall bin ich für klare Verhältnisse. Wenn Du wirklich ernsthaft keinen Alkohol mehr trinken möchtest, dann mach' Nägel mit Köpfen! Nix halbes und keine Kompromisse. Und, Du wirst dadurch nichts verlieren, Du kannst nur gewinnen.

    LG
    gerchla

    Liebe Sunrise,

    erst mal möchte Dir meinen Respekt dafür aussprechen, dass Du Dich auf den Weg gemacht hast, Dich von dieser Beziehung zu lösen. Was ich da von Dir lese, liest sich gut und mir scheint, Du bist klar und konsequent. Das finde ich sehr schön.

    Jetzt gibt's NATÜRLICH noch ein paar Dinge die Dich beschäftigen, über die Du Dir Gedanken machst und die Dich auch belasten. Aber, ganz ehrlich, ist das nicht völlig normal? Du befindest Dich doch gerade in einem Prozess, der sicher noch eine Zeit andauern wird. Ein langjährige Beziehung, noch dazu eine extreme Beziehung weil mit einem nassen Alkoholiker, die kann man nicht mal ebenso abstreifen. Auch nicht mit Hilfe von außen.

    Lass all diese Gedanken und Gefühle zu. Setze Dich damit auseinander, rede darüber und reife dadurch an Deiner Persönlichkeit. Ich müsste das gar nicht schreiben, denn genau das tust Du ja gerade.

    Lass mich mal ein paar Sätze dazu sagen:

    Zitat

    Sondern auch dass er generell bei allem so tut als wäre alles ok und in bester Ordnung. (Obwohl arbeitslos, mittlerweile keinen guten Draht mehr zur eigenen Familie) und auch bezogen auf seinen Tonfall und seine Arroganz wie er spricht, ein Fremder.


    Hier bist Du emotional einfach noch recht nahe dran. Da solltest Du Dich noch lösen. Sein Verhalten ist eines der möglichen Verhaltensmuster eines Alkoholikers. Er demonstriert Dir jetzt mal, wie gut es ihm doch geht, ohne Dich. Er erzählt das auch jedem der hören will und auch jenen, die es nicht hören wollen. Da lebt er in seiner eigenen Welt. Arroganz und Überheblichkeit sind bei Alkoholiker oft ein Begleiter, wechselweise auch manchmal kombiniert mit tiefer Traurigkeit, Niedergeschlagenheit und dem Gefühl völlig wertlos zu sein. Im Grunde, und das solltest Du wissen und weist Du wohl auch, ist alles was er tut, wie er sich gibt, seiner Krankheit geschuldet. Vielleicht noch kombiniert mit seinen grundsätzlichen Charaktereigenschaften die eben durch die Sucht noch verstärkt werden können.

    Nun, das alles, liebe Sunrise, ist nicht Dein Problem. Es ist sein Leben und Du solltest sein Leben bei ihm lassen. Wenn Du das schaffst, Dich hier komplett zu befreien, dann hast Du einen ganz wichtigen Schritt für Dich selbst getan. Und ich finde, Du bist hier schon ganz weit gekommen.

    Kommen wir mal zu den Menschen, die Dich fragen wie ihm geht oder die darauf hinweisen, dass er professionelle Hilfe benötigt. Ich würde mich hier nicht rechtfertigen. Sag ihnen doch, sie sollen ihn selbst fragen. Sag ihnen doch, sie sollen ihm helfen, wenn sie der Meinung sind er bräuchte Hilfe. Sag ihnen, dass Du dabei bist, wieder Dein eigenes Leben zu leben und dass sie sich gerne um ihn kümmern können, wenn sie das für notwendig halten.

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    Was mich an solchen Situationen sehr traurig macht, ist dass die Menschen anscheinend nicht wahrgenommen haben wieviele Jahre ich genau dafür gekämpft habe, ohne Erfolg.


    Das kann ich sehr gut verstehen. Aber ist das nicht ein wenig auch ein Spiegel unserer Gesellschaft? Redet man in unserer Gesellschaft nicht gerne über andere, gibt man nicht gerne schlaue Ratschläge, redet klug daher wenn man nicht selbst betroffen ist. Und das ganze ohne überhaupt auch nur einen Schimmer davon zu haben, wie die Situation in Wirklichkeit aussieht. Ist das nicht ein ganz normales gesellschaftliches Phänomen? Ich habe die Feststellung gemacht, dass es gar nicht so einfach ist, sich aus solchen Mechanismen zu lösen. Und ich habe auch die Feststellung gemacht, dass sich der Bekannten- und Freundeskreis ziemlich ausdünnt, wenn man Wert darauf legt, sich nur mit Menschen zu umgeben, die ein gewisses Bewusstsein für ihre Umwelt und ihre Mitmenschen besitzen.

    Aber, wenn ich die Wahl habe, dann umgebe ich mich nur mit den Menschen, die es mir wert sind. Und gerade in solchen schwierigen Lebenssituationen erkennt man, wer zu einem hält, wer eben "echt" ist und wer nicht. Das sind genau die Situationen, wo einem die Augen geöffnet werden. Das solltest Du als Chance sehen. Ich kenne jetzt keine Details von Dir, weiß nicht wer diese Menschen sind. Aber, überlege Dir wen Du in Deinem neuen Leben noch an Deiner Seite haben möchtest.

    Zitat


    Es ist einfach immer noch manchmal unfassbar für mich, zu sehen wie so ein rießiges Lügenkonstrukt so lange nach außen hin bestehen kann.


    Es ist SEIN Lügenkonstrukt. Lass es bei ihm!

    Zitat

    Obwohl ich es extrem ins wanken gebracht habe läuft nun alles weiter wie gewohnt.


    Es ist nicht Deine Aufgabe, sein Lügenkonstrukt zum Einsturz zu bringen. Warum auch? Sein Leben, seine Scheinwelt, sein Lügenkostrukt. Du bist gerade dabei das alles hinter Dir zu lassen. Lass es bei ihm!
    Dein Ziel sollte es sein, Dich soweit zu lösen, dass Du nichteinmal mehr nach dem Zusammenbrechen seines Kartenhauses sagst: Ich wusste es, ich hab's euch ja gesagt! Nicht mal mehr das sollte in Deiner Denke passieren. Wenngleich das höchst menschlich ist. Nein, wenn Du Dir wirklich darüber im Klaren bist, dass das alles nicht Dein Leben ist und es Dein Leben auch nicht mehr beeinflusst, dann wirst Du bestenfalls noch ein wenig Mitleid empfinden. Ehrliches und echtes Mitleid oder aber vielleicht sogar irgendwann mal etwas ehrliche Freude, wenn er es vielleicht doch geschaft hat, seine Sucht zu besiegen. Falls Du das dann überhaupt noch mitbekommst, denn vielleicht geht Dein Leben auch auch mal andere Wege und Du verschwindest ganz aus seinem Umfeld.

    All die anderen Gefühle, die Schuldgefühle, das Verletztsein, das sich vera**cht vorkommen, die Enttäuschung das andere nicht erkennen wie schlecht es Dir eigentlich ging usw., das alles hat in Deinem neuen Leben keinen Bedeutung mehr. Wenn Du mal ganz losgelassen hast haben diese Gefühle keinen Raum mehr. Du hast Dich bereits auf den Weg gemacht. Gehe ihn weiter, Du wirst das Ziel erreichen. Kann ein wenig dauern, aber das ist völlig in Ordnung.

    Alles alles Gute weiterhin.

    LG
    gerchla

    Und da ist sie wieder, die Diskussion über das KT. Ich habe mir lange überlegt, ob ich da jetzt noch was dazu schreiben möchte. Ich mach's mal:

    Erst mal finde ich es sehr schön, dass man hier in diesem Forum überhaupt über dieses Thema reden darf und dass es keinen Maulkorb gibt oder man mit Verachtung gestraft wird, wenn dieses böse KT erwähnt. Das ist wirklcih sehr schön.

    Meine Meinung dazu ist, dass KT selbstverständlich bei "süchtigen" (also echten) Alkoholikern nicht funktioniert. Ich meine, dass ein Alkoholiker keine Chance mehr hat zu einem KT zurück zu finden. Ihm bleibt nur die absolute Abstinenz, was nach meiner eigenen Erfahrung kein Verlust sondern ein enormer Gewinn ist.

    Also, folglich sollte auch ein bereits trockener Alkoholiker nicht mal ansatzweise einen Gedanken daran verschwenden, dass KT für ihn vielleicht doch eine Alternative wäre.

    ABER, darum geht es ja gar nicht. So glaube ich jedenfalls. KT richtet sich meiner Meinung nach an all jene, die noch nicht zur Erkenntnis gekommen sind, dass sie süchtig sind, dass sie bereits "echte" Alkoholiker sind. Es richtet sich an jene, die bei sich ein Problem feststellen, die in jedem Fall bereits Alkoholmissbrauch betreiben, die auch etwas ändern möchten, sich aber bei bestem Willen nicht vorstellen können, für immer auf Alkohol zu verzichten. Was unbestritten die beste aller Lösungen wäre.

    Diese Menschen stehen also vor dem Problem oder der Entscheidung, entweder einfach weiter zu trinken oder zu reduzieren. Reduzieren ist, wie wir ja alle wissen, nicht ganz so einfach. Ein Programm wie das funktionieren könnte, kann dabei hilfreich sein. Und es kann einen Missbräuchler dabei helfen, wieder zurück in die Spur zu finden. Es WIRD einen bereits süchtigen Trinker nicht helfen. Das wird dieser aber spätestens merken, wenn er dieses Programm durchläuft und scheitert.

    Also, ich denke mir, für alle, die noch nicht süchtig waren und die durch KT zurück in die Spur kommen, ist das eine positive Sache. Denn die Alternative gar nicht mehr zu trinken hatten sie für sich ja ausgeschlossen, wäre also nur ein "weiter so" geblieben was diese Menschen sicher in die Sucht getrieben hätte. Die anderen, bei denen es nicht funktioniert, die können sich nun ganz sicher sein, dass sie definitv Alkoholiker sind und schon mal damit anfreunden, dass ihnen nur die absolute Abstinenz als Alternative zu einem Leben mit Alkohol bleibt.

    WIN-WIN Situation auf neudeutsch. Ok, da verdient dann noch irgend ein Professor einen Haufen Geld mit. Wird ja auch immer wieder betont. Also, wenn ich nicht abstinent Leben kann oder will und über KT zu einen moderaten Trinken finde, dann ist es gut investiert (meine Meinung). Wenn ich darüber zur Erkenntnis komme das ich Alkoholiker bin und in der Folge zu einem komplett abstinenten Leben finde, dann ist es auch gut investiert. Und wenn ich trotz allem weiter saufe, dann ist sowieso völlig egal was ich mit meinem Geld gemacht habe.

    Eine einzige, für mich berechtigte, Gefahr sehe ich. Nämlich dass bereits lange trockene Alkoholiker durch das "Gerede" über KT auf die Idee kommen könnten, es doch mal auszuprobieren. Ja, diese Gefahr sehe ich durchaus. Aber, da meine ich, ist dann auch was nicht ganz so gelaufen wie es idealerweise hätte laufen sollen. Denn wenn jemand mal länger trocken ist ist, sollte er irgendwann mal eine Stufe in seinem Bewusstsein erreichen können, die ihn gegen solche Einflüsse von außen imun werden lässt. Weil er die fantastischen Vorzüge eines Lebens komplett ohne Alkohol erfahren hat und keinen Grund mehr finden kann, weshalb er überhaupt noch Alkohol konsumieren sollte. Selbst dann nicht, wenn er es könnte.

    Und eines noch: Ich denke es ist klar, dass bei jemanden der über KT zu einem moderaten Trinkverhalten zurück gefunden hat immer ein gewisses, erhöhtes Risiko besteht, doch mal wieder abzurutschen. Ein deutlich höheres Risiko als bei Menschen die mit Alkohol keine oder kaum Erfahrungen gemacht haben. Denn die Menschen, die bereits längere Zeit Missbrauch mit Alkohol betrieben haben, auch wenn sie noch nicht in die Sucht gerutscht sind, wissen ganz genau um die Wirkung des selbigen. So besteht also immer eine erhöhte Gefahr, sich alter Mechanismen zu bedienen, wenn z. B. mal eine sehr schwierige Lebenssituation eintritt. Aber ehrlich, dagegen sind auch wir trockenen Alkoholiker nicht zu 100% gefeit.

    Also, leben und leben lassen, würde ich hier sagen.

    Jetzt höre ich aber mal auf, weil eigentlich sprengt das ja diesen Thread hier. Das ist ja ein eigenes Thema.

    LG
    gerchla

    Liebe Nicole,

    lass mich mal kurz ein paar Worte zu Deinem Wunsch, wie eine ganz normale Familie funktionieren zu wollen, sagen.

    Ich habe da folgenden Gedanken im Kopf:

    Dein Mann ist Alkoholiker, hat keine Krankheitseinsicht und es gibt aktuell keinerlei Anzeichen, dass er auch nur ansatzweise ernsthaft über eine Veränderung seines Lebens bzw. seines Trinkverhaltens nachdenkt. Soweit so schlecht. Das weißt Du alles, zumindest rational ist Dir das bewusst. Du weißt auch, wir haben es Dir hier oft geschrieben, das diese Sucht eine sehr schwere und sehr schwer überwindbare Krankheit ist. Und Du weißt auch, was er tun müsste, was überhaupt passieren müsste, damit er eine reelle Chance hätte vom Alkohol weg zu kommen.

    Das alles weißt Du.

    Nun kann ich Deinen Wunsch natürlich absolut nachvollziehen. Aber ich halte ihn in Anbetracht aller Fakten für illusorisch. Da kannst Du auch auf einen 6er im Lotto hoffen. Die Chancen könnten ähnlich hoch sein.

    In meiner SGH der AA sagte man mir: Erst wenn Du akzeptierst, dass der Alkohol stärker ist als Du, erst wenn Du vor dem Alkohol kapitulierst, erst wenn Du Dir darüber im Klaren bist, dass Du keine, absolut keine Kontrolle über ihn hast und nie mehr haben wirst, dann hast Du eine Chance Deine Sucht zu besiegen (sinngemäß). Ich konnte das nachvollziehen. Mir wurde klar, dass ich es nur schaffen werde, wenn ich den Alkohol komplett aus meinem Leben verbanne. Keinen Gedanken mehr daran verliere, ihn irgendwann mal wieder „genießen“ zu können.

    Zu Dir möchte ich im übertragenen Sinne sagen: Erst wenn Du akzeptierst, dass die Alkoholsucht Deines Mannes stärker ist als Du, dass Du vor seiner Sucht kapitulieren musst, dass Du Dir absolut im Klaren sein musst, dass Du keine Kontrolle über seine Sucht hast und niemals haben wirst, dann hast Du eine Chance wieder in Dein eigenes Leben zurück zu finden. Und dann kannst und wirst Du die richtigen Entscheidungen für Dich treffen können.

    Ich wünsche Dir, dass Du zu dieser Erkenntnis finden kannst.

    LG
    Gerchla

    Hallo Nicole,

    schön, dass Du uns mal wieder ein update da gelassen hast. Schade aber, dass sich bei Dir nichts verändert hat. Also nichts zum Positiven meine ich damit.

    Auf ein paar Sachen von Dir möchte ich eingehen, meine Grundeinstellung kennst Du ja bereits:

    Zitat

    Ich habe das Gefühl, jetzt trinkt er noch mehr.


    Dein Gefühl könnte richtig sein. Ich habe diese Erfahrung bei mir mehrmals gemacht. Fast nach jeder Trinkpause, egal ob sie nun einige Monate oder ein paar Wochen war, hat sich mein Konsum gesteigert. Es ist nicht einfach das zu erklären. Einerseits war es wohl so, dass ich dachte, ich könnte ja jetzt mal ohne mich groß beherrschen zu müssen, weil ich hatte ja jetzt sooooo lang gar nichts getrunken. Dann war es auch ein Gefühl von Gier. Endlich wieder den Stoff bekommen, auf den man mit soviel Kraftaufwand verzichten "musste". Da darf man jetzt schon mal ein bisl mehr trinken. Leider blieb mir dieses erhöhte Niveau dann immer erhalten. Waren es vor der Pause 3 - 4 Bier am Tag, waren es danach 4 - 5 Bier. Ein Phänomen, dass andere auch schon beschrieben haben.

    Zitat

    Der letzte Kasten hielt von Samstag bis Sonntag...


    Ich sag mal so: So ein normaler Bierkasten hat 20 Flaschen. Wenn er jetzt am Samstag abend 10 trinkt und dann am Sonntag abend nochmal 10, dann ist der leer. Vielleicht trinkt er die 10 Bier am Wochenende auch nicht nur abends, sondern fängt schon etwas früher an. In meiner Endphase weiß ich nicht, ob mir dieser Kasten übers Wochendene gereicht hätte. Mit Mühe, normalerweise hätte ich wohl noch ein - zwei Flaschen Wein zur Sicherheit gebraucht......

    Zitat

    Und bei der Menge, die jetzt angesagt ist, kann das ja nicht mehr lang auf sich warten lassen.


    Siehe meine Worte von oben drüber. Die Zeit in der ich pro Tag so zwischen 8 - 10 Bier, manchmal 12 + oft noch Wein trank, die dauerte bei mir etwa 2 Jahre. Und sie endete nicht mit einem Totalausfall. Ich hatte nie einen solchen Totalausfall wie Du ihn Dir vielleicht vorstellst. Diese Zeit endete bei mir damit, dass ich irgendwann nicht mehr konnte. Und da machte es Klick und ich wollte nie mehr trinken - das ist jetzt die seeeeeehr vereinfachte Version.

    Hätte es diese Klick-Situation bei mir nicht gegeben, ich weiß nicht wie lange das alles noch weiter gegangen wäre. Leider kannst Du nicht darauf bauen, dass es bei Deinem Mann irgendwann mal Klick macht. Dafür gibt es keine Formel, kein Rezept. Bei einigen wenigen passiert das, bei den meisten nie. Andere, leider auch nur wenige, kämpfen sich ohne Klick aus der Sucht heraus, nutzen die Hilfsangebote, machen Therapien usw. Grundvoraussetzung ist der Wille des Trinkers die Sucht überwinden zu wollen. Aber das weißt Du ja alles schon.

    Was ich Dir sagen wollte, Du brauchst nicht auf einen Totalausfall Deines Mannes zu warten. Es könnte sein, dass der erst mal nicht kommt. Und wenn doch, dann lässt Du ihn einliefern. Schön, damit erfüllst Du Deine Führsorgepflicht, die wir alle für Menschen in akuter Not haben. Nach ein paar Tagen ist er wieder draußen aus dem KH und dann? Geht es wahrscheinlich einfach weiter....

    Zitat

    Vor 18 Uhr trinkt er in der Regel nix, so dass ich hoffe, das meine Tochter nicht all zuviel mitbekommt.


    Vor allem darauf, dass Deine Tochter nichts mitgekommt, würde ich an Deiner Stelle nicht wetten. Das genaue Gegenteil wird der Fall sein. Sie bekommt mehr mit als Du Dir schönreden kannst. Leider muss ich auch das aus eigener Erfahrung sagen. Obwohl ich heimlich trank und meine Frau nicht wusste was los war, hat meine kleine Tochter es gewusst bzw. geahnt. Ganz feine Antennen, sag ich da nur. So und jetzt war ich wirklich sehr bemüht und hochprofessionell im Vertuschen. Ich trank ja offiziell NIE, wir hatte (offiziell) keinen Alkohol im Haus. Sie haben mich nie betrunken erlebt. D. h. natürlich war ich quasi immer betrunken, jedoch war ich das ja so gewöhnt, das man mir das nicht angemerkt hat. Oder aber eben man hat meinen Zustand als den normalen Zustand eines sehr gestressten und überarbeiteten Familienvaters interpretiert.

    Dein Mann hingegen trinkt ja vor Euch, wenn auch erst ab 18 Uhr. Aber das nimmt sie sicher wahr. Und auch was das alles für Dich bedeutet nimmt sie sicher wahr. Mach Dir hier nichts vor. Deine Tochter bekommt hier ein ganz schönes Bündel mit auf ihr zukunftiges Leben, so ist das leider.

    Und was die 18 Uhr und vorher nix betrifft: 1. Verlass Dich da mal nicht drauf. Er wird Dir sicher nicht auf die Nase binden wann er sein erstes Bier trinkt und 2. selbst wenn es so ist, das wird sich wohl mit Dauer der Sucht ändern.

    Die längste Zeit meiner Sucht trank ich erst ab dem Abend. Nach Feierabend, ganz klassisch. Irgendwann schlich es sich ein, dass ich zumindest am Wochendende schon mal am Nachmittag was trank. Irgendwann gab es dann die "eiserne" Regel, kein Bier vor 12 Uhr mittags! Die hielt ich lange ein, sehr lange. Irgendwann, anlässlich einer Zeitumstellung, brach ich diese letzte für mich so wichtige Regel. Die Zeit wurde von 12 Uhr auf 11 Uhr zurück gestellt und ich trank kurz nach 11 Uhr, ich weiß es noch wie heute.Weil eigentlich war's ja schon kurz nach 12 Uhr ::)

    Von da ab, gab es kein Halten mehr. Es wurde immer früher bis ich soweit war, dass ich bereits vor der Arbeit bzw. meist auf dem Weg in die Arbeit ein oder zwei Bierchen brauchte. Da kommen dann natürlich leichter mal 10 - 12 Bier pro Tag zusammen. Also, Du kannst Dich da noch auf einiges eintellen. Luft nach oben gibt's immer. Ich erinnere mich an einen AA-Freund, der mir erzählte, dass er Bier, fast in den Mengen die ich am Ende trank, nur so als Flüssigkeitsaufnahme trank. So ähnlich hat er sich ausgedrückt. Den Alkohol nahm er via Vodka zu sich. Also sozusagen oben drauf. 2 Flaschen waren die Regel. Selbstverständlich trank er auch nachts, durchschlafen konnter er schon lange nicht mehr.

    Man mag sich nicht vorstellen, dass das überhaupt möglich ist. Jedoch hätte er keinen Grund mir irgendwelche Geschichten zu erzählen.

    Warum schreibe ich Dir das so ausführlich? Überlege Dir gut, wie weit Du diesen Weg noch zusammen mit Deinem Mann gehen möchtest. Und vor allem zusammen mit Deiner Tochter. Wenn er nicht zur Einsicht kommt, was aktuell nach Deinen Zeilen wirklich nicht zu erwarten ist, dann ist auf Eurer Leidensskala noch ganz viel Luft nach oben. Und Du allein hast es in der Hand das Dir und Deiner Tochter zu ersparen.

    Alles alles Gute wünsche ich Euch!

    LG
    gerchla

    Hallo Rainer,

    44. schön das alles von Dir zu lesen!

    Was Deine Frau betrifft: Es ist nicht ihre Aufgabe Dir zu sagen wie toll Du bist weil Du nicht mehr trinkst. Aber es wäre schön, vielleicht auch motivierend für Dich, wenn sie es trotzdem wenigstens ab und zu mal tun würde. Es wäre auch schön, wenn sie Dir sagen würde, dass sie stolz auf Dich ist. Oder das Du großes vollbracht hast, denn das hast Du zweifellos.

    Ich finde aber, Du hast die Situation für Dich gut analysiert. Wie soll sie Dich für etwas loben was für andere ganz normal ist und das sie selbst nicht nachvollziehen kann, weil sie es nicht kennt?

    Ich finde es wirklich sehr stark von Dir, dass Du das nach anfänglicher Enttäuschung akzeptieren kannst. Vielleicht hilft Dir hier auch etwas die Denkweise, dass Du das ja primär für Dich gemacht hast. Die Tatsache, dass Dein Leben um Dich herum dadurch jetzt auch ein sehr positives geworden ist, ist eine Konsequenz daraus. Das ist Deine Leistung die Du für Dich und Dein Leben vollbracht hast. Dazu kann ich Dich nur beglückwünschen und Dir meinen Respekt zollen. Denn ich weiß ja aus eigener Erfahrung, dass das kein Selbstläufer ist.

    Schön, dass Du mal wieder über Deine aktuelle Situation berichtet hast. Noch schöner, dass alles so positiv bei Dir läuft. Ich wünsche Dir, dass es so weiter geht und dass Du Deine weiteren Ziele (z. B. 15-20 kg abzunehmen) erreichst. Aber ich denke, wer so einer Krankheit die Stirn geboten hat, der kann auch andere Herausforderungen gut meistern!

    LG
    Gerchla

    Liebe Lilly,

    Zitat

    Ja, ich weiß, mein Abstand sollte inzwischen größer sein, aber ich habe Angst, dass er in der Gosse landet.

    Also ich finde, Du hast schon sehr viel geschafft. Du bist Deinen Weg gegangen und Du bist ihn konsequent gegangen. Das Tempo bestimmst Du!

    Ich finde, Dietmar hat Deine Situation wunderbar beschrieben. Du hast meinen großen Respekt dafür, dass Du das alles so umsetzt. Auch dass Du jetzt ganz konsequent die Scheidung einreichst, nicht auf irgendwas wartest, ein Wunder oder ähnliches. Ob Du ihm das nun vorher sagen willst oder ob er es einfach zugestellt bekommt, mache das doch davon abhängig womit Du Dich wohler fühlst. Nicht davon wie er sich fühlen könnte.

    Er hatte ja jetzt fast ein ganzes Jahr Zeit um mal in sich zu gehen. Er hätte zur Erkenntnis kommen können, dass er vielleicht doch ein anderes Leben bevorzugen würde. Aber, er hat sich eben in seiner Sucht eingerichtet, er kann und will sich ein anderes Leben nicht vorstellen. Die Sucht lässt ihn da nicht raus weil er nicht heraus will. Umso wichtiger ist es, finde ich, dass Du alle noch vorhandenen Schwebezustände aufhebst und Deinen Neustart auf eine ganz klare und sichere Basis stellst. Und das tust Du ja, die Scheidung ist dann quasi der letzte Akt um Euch zumindest rechtlich zu zwei völlig unabhängigen Menschen zu machen.

    An der emotionalen Unabhängigkeit musst Du vielleicht noch ein wenig arbeiten. In Deinem Tempo. Und vielleicht kannst und willst Du ja auch eine gewisse emotionale Verbundenheit zu lassen. Aber eben nur in dem Maße, wo es für Dich und Dein Leben nicht belastend ist. Dieses Maß zu finden, zu lernen wie viel Empathie Du ihm gegenüber noch zulassen kannst oder willst ohne das es Dich belastet, das wird vielleicht Deine Aufgabe für die Zukunft sein.

    Ich finde jedenfalls, Du hast sehr viel erreicht und bist wirklich gut und konsequent voran gegangen. Du bist auf einen sehr guten Weg Dir Dein Leben zurück zu holen.

    Lieben Dank für Dein update und alles alles Gute für Deine Zukunft wünsche ich Dir.

    LG
    gerchla

    Hallo Sammy,

    Zitat

    Wir haben alles durchgekaut, ich habe das Gefühl, dass er das " Abschalten" mit zunehmenden Alkoholpegel öfters mal braucht, keine Ahnung.....

    Dann könnte das eigentliche Problem nicht das Einnässen sein sondern die Tatsache, dass er Alkohol braucht und nicht darauf verzichten will (kann). Dann wird meine, auf der Hand liegende einfache Lösung, leider nicht funktionieren (können).

    Das würde jetzt nämlich erst mal bedeuten, dass Dein Mann seinen Alkoholmissbrauch oder vielleicht sogar schon seine Alkoholsucht in Angriff nehmen müsste. Das ist dann aber was, was von ihm selbst gewollt sein sollte. Sonst hat es wohl wenig Sinn. Und idealerweise holt er sich dazu dann auch Hilfe von außen (Suchtberatung, Arzt, Selbsthilfegruppe etc.).

    Ich wünsche Dir und Deinem Mann alles Gute und hoffe für Euch, dass Ihr einen Weg findet.

    LG
    gerchla

    Hallo Jutta,

    schön das Du so gut durch die ersten Tage ohne Alkohol kommst.

    Mach schön langsam, Schritt für Schritt, überfordere Dich nicht. Freue Dich darüber, dass es so gut klappt, motiviere Dich dadurch aber achte auch auf Deine Wachsamkeit.

    Zitat

    Ich würde ihr gerne helfen, aber leider sieht sie kein Bedarf, sie hat noch nie eine Alkoholpause gemacht.


    Konzentriere Dich jetzt nur auf Dich, die nächsten Monate, vielleicht einfach mal das ganze Jahr. Wenn sie dann zum Jahreswechsel 2020 immernoch Deine Freundin ist und Du zufrieden ohne Alkohol lebst, dann kannst ja überlegen, ob Du helfen kannst /darfst /willst.

    Jetzt stehst Du erst mal am Anfang Deines neuen Lebens. Diesen Weg musst Du jetzt erst mal meistern und ich denke, da wirst Du noch etwas Kraft brauchen um die ein oder andere Herausforderung zu meistern. Und wenn Du dann mal Meisterin bist irgendwann, dann kannst ja weiter sehen und entscheiden in wieweit Du die dann freigewordene Kraft für andere einsetzen willst / kannst.

    Alles Gute weiterhin auf Deinem Weg wünsche ich Dir.

    LG
    gerchla

    Hallo Lelilu,

    zur Frage wann ist jemand trocken:

    Ich weiß gar nicht, ob es eine offizielle Definition dafür gibt. Meine Meinung ist, dass man dann trocken ist, wenn man auch trocken denkt. Ich würde das gar nicht so sehr mit einer Zeitschiene versehen wollen. Klar brauchts erst mal eine gewisse Zeit in der man nichts mehr trinkt um sich überhaupt auf den Weg zum richtig trocken werden zu machen.

    Wenn ich mich mal als Beispiel nehme: Ich trank mal viele Monate lang keinen Tropfen Alkohol, fast ein Jahr lang. Trotzdem war ich nicht trocken, denn meine Gedanken drehten sich immer wieder um Alkohol und ich hatte auch nicht den Wunsch, dauerhaft nicht mehr zu trinken. Erst mal eine Zeit lang nicht mehr trinken, das waren damals meine Gedanken. Und ich habe das auch für jemand anderen getan, nicht für mich. Ich wurde dann also auch nicht rückfällig, sondern ich beendete meine lange Trinkpause.

    Als ich dann wirklich aufgehört hatte, fühlte es sich vom ersten Tag ganz anders an als die vielen Versuche vorher. Es war der tiefe Wille und Wunsch nie mehr zu trinken und ich wollte das für mich tun, um mein Leben wieder selbst leben zu können, um überhaupt eine Chance zu bekommen, wieder ein lebenswertes Leben zu führen.

    Nach und nach veränderte sich alles mögliche bei mir. Erst mal der Körper rein äußerlich, und langsam Schritt für Schritt auch die Psyche, der Geist, das Denken. Im Nachhinein kann ich sagen, ich hatte keine Rückfallgedanken, ich hatte fast keine Triggermomente und ich spürte jeden Tag die positiven Auswirkungen des alkoholfreien Lebens. Und hatte dabei nie das Gefühl, dass ich etwas vermisse. Ich denke mal, ich war recht früh auch im Kopf "trocken".

    Also, lange Rede, wenig Sinn: Eine allgemeingültige Formel wird's wohl nicht geben, denke ich. Und die Gefahr rückfällig zu werden, die bleibt ja ein Leben lang. Es ist für den Betroffenen einfach so, dass er sich sein Leben lang irgendwie mit seiner Krankheit außeinder setzen muss, zumindest mit ihr umgehen muss. Er kann nicht sagen: jetzt ist soviel Zeit vergangen, jetzt bin ich trocken, jetzt kann nichts mehr passieren. Und somit können auch Angehörige nie sagen, er/sie wird nie mehr trinken, denn er/sie ist ja jetzt trocken.

    Zitat

    Einen Tag nach dem Termin habe ich ihm gesagt, dass ich einfach nicht mehr kann, weil schon so viele Jahre einiges schief läuft und ihm gesagt, dass ich eine räumliche Trennungbrauche, um erstmal ein bisschen Abstand zu bekommen und mir über meine Gefühle klar werden möchte. Seitdem geht es mir total schlecht und ich bereue es schon, dass ich es ausgesprochen habe, obwohl ich eigentlich weiß, dass es so nicht mehr ging. Dann mache ich mir jetzt Vorwürfe, weil er jetzt endlich etwas unternehmen möchte und ich ihm zeitgleich sage, dass er sich eine Wohnung suchen soll. Was meint ihr dazu?


    Dazu meine ich, dass Du Dir keine Vorwürfe zu machen brauchst. Du musst Dir nur selbst die Frage beantworten, ob Du mit ihm weiter zusammen leben möchtest, wenn er tatsächlich trocken werden sollte. Wenn Du jetzt Abstand brauchst um z. B. genau diese Frage für Dich beantworten zu können, dann ist das eben so. Das sollte er akzeptieren. Du musstest seine Trinkerei ja auch akzeptieren. Hier hat er auch alleine entschieden und Dich nicht gefragt. Sein Leben, seine Entscheidung - Dein Leben, Deine Entscheidung.

    Es kann ja durchaus sein, dass Du gar nicht mehr mit ihm leben willst, auch wenn er trocken werden würde. Vielleicht ist schon zu viel kaputt gegangen, vielleicht kannst Du kein Vertrauen mehr aufbauen und willst nicht dauerhaft in der Angst leben dass er rückfällig werden könnte, vielleicht habt ihr Euch einfach generell außeinander gelebt oder was auch immer. Es muss nicht immer alles mit dem Alkohol zusammen hängen.

    Andererseits könntest Du auch zu dem Schluss kommen, dass Du weiter mit ihm Leben willst, wenn er nicht mehr trinkt. Und dass Du bereit bist ihn hier auch zu unterstützen. Auch ok, Deine Entscheidung die Du nach räumlicher Trennung und reiflicher Überlegegung vielleicht so getroffen hast.

    Wenn er es ernst meint, dann sollte er sich auf seine Therapie konzentrieren. Die größte Chance sein Leben weiter mit Dir zu verbringen hätte er doch, wenn er Dir zeigen würde, dass er schaffen will und schaffen wird. Und dass er es in erster Linie für sich macht, weil er verstanden hat, dass darin ein Schlüssel zum Erfolg liegt.

    Weißt Du, es hört sich für mich halt nicht gut an, wenn er sagt, Du hättest ihn zur Suchtberatung geschickt. Das impliziert für mich, dass er der Meinung ist, dass er dort nicht hingehört. Es hört sich so an wie: dann mach ich da halt mal damit sie zufrieden ist. Das ist nicht der beste Start in ein abstinentes Leben. Allerdings kenne ich auch Geschichten von ehemals zur Therapie "gezwungenen" Alkoholikern, die im Laufe dieser Therapie gemerkt haben, dass sie sehr wohl dort hin gehören und es darüber auch tatsächlich geschafft haben ihr Leben dauerhaft ohne Alkohol zu leben. Leider gibt es aber eben auch die vielen anderen, die nach der Therapie (oder schon während) wieder trinken, weil sie ja nie wirklich eingesehen haben, dass sie Alkoholiker sind.

    Also, ich finde Deine Idee einer Ausszeit und einer (temporären) räumlichen Trennung gar nicht schlecht. Es gibt beiden die Möglichkeit aus dem Alltag mal raus zu kommen und die Dinge in Ruhe zu überdenken. Vielleicht solltest Du das durchziehen.

    LG
    gerchla

    Hallo Sammy,

    ist es nicht eigentlich recht einfach? Wenn Dein Mann kein Alkoholiker ist (so wie Du das aus Deiner Sicht geschrieben hast) jedoch trotzdem vermehrt nach Alkoholkonsum einnässt, dann liegt die Lösung doch erst mal auf der Hand.

    1. Er trinkt erst mal keinen Alkohol mehr, was für ihn kein Problem sein wird wenn er kein Alkoholproblem hat
    2. Während dieses Zeitraums, der schon etwas länger andauern sollte (vielleicht einfach mal 3 Monate oder noch länger), beobachtet Ihr ob das Einnässen komplett aufgehört hat
    3. Wenn ja: dann wunderbar. Er verzichtet küftig auf Alkohol und Problem ist dauerhaft gelöst
    4. Wenn nein: er sucht sich ärtzliche Hilfe, da er dann offensichtlich ein Problem mit der Blase hat, das auch ohne die verstärkende Wirkung des Alkoholkonsums besteht und behandelt werden müsste. Ein genereller Verzicht auf Alkohol wäre dann wohl auch in diesem Fall grundsätzlich nicht die schlechteste Idee.

    So würde ich das mal angehen. Dann werdet Ihr wohl klarer sehen, denke ich mir.

    Und wenn das mit dem "ich trinke jetzt erst mal für ein paar Monate mal keinen Alkohol mehr" nicht funktionieren sollte, dann hat Dein Mann noch ein ganz anderes Problem neben seiner Blasenschwäche an der Backe. Darüber sollte er sich dann auch im Klaren sein.

    LG
    gerchla