Beiträge von Gerchla

    Hallo Leonie,

    ich wundere mich gerade, warum das Thema "co-Abhängigkeit" jetzt plötzlich so hoch kocht. Ich habe jetzt meine beiden Antworten an Dich nicht nochmal durchgelesen, kann mich aber gerade nicht daran erinnern irgendwas in diese Richtung geschrieben zu haben.

    Hast Du Angst Du könntest Co-Abhängig sein?

    Also, ich will jetzt gar nicht mehr viel schreiben. Ich habe alles gesagt was mir wichtig war. Nur eines noch: die Co-Abhängigkeit oder auch "nur" die Gefahr in selbige zu rutschen begleitet sehr viele Anghörige trinkender Alkoholiker. Das ist so und ich denke, das werden qualifizierte Menschen auch außerhalb dieses Forums nicht anders sehen. Ob jemand jedoch tatsächlich co-abhängig ist m. E. nicht an einzelnen Verhaltensmustern fest zu machen sondern man muss immer das Gesamtbild sehen. Sozusagen eine Kombination mehrerer Merkmale. Eigentlich genau so wie bei der Alkoholsucht. Nur weil jemand viel zu viel trinkt und das noch dazu regelmäßig bedeutet nicht, dass er automatisch Alkoholiker ist. Die Wahrscheinlichkeit das es jedoch so ist, ist natürlich hoch und die Wahrscheinlichkeit das so jemand bei weiterem, unveränderten Verhalten zum Alkoholiker wird, ebenfalls.

    Also, ich belasse es jetzt dabei. Was aus meiner Sicht wichtig ist habe ich Dir geschrieben. Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem Weg.

    LG
    gerchla

    Liebe Leonie,

    bei allen klugen daherreden meinerseits weiß ich trotzdem, dass es verdammt schwer ist. Ich kann Dich wirklich zu 100 % verstehen, ich verstehe Dein Hin- und Hergerissen-Sein. Vieles von dem was ich heute als Erfahrung hier und anderswo von mir gebe, kann ich nur tun, weil ich meinen Weg damals dann gegangen bin. Du weißt ja vielleicht, dass ich mich dann damals, kurz nachdem ich trocken wurde, von meiner Frau, damit auch meinen Kindern getrennt habe. Weil es mir als der einzige Weg erschien, dauerhaft ohne Alkohol leben zu können.

    Damals, als ich in dieser Entscheidungsphase hing, so wie Du jetzt in Deiner hängst, habe ich das nicht alles so klar und nüchtern gesehen. Damals war ich auch hin und her gerissen. Wusste eigentlich, dass ich gehen muss um mein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Konnte mir aber andererseits absolut nicht vorstellen ohne meine Kinder zu sein, also nur noch ein Wochenendpapa. Das war eine Vorstellung, die mir beinahe körperliche Schmerzen bereitete. Ich bezeichne diese Zeit immer als die schlimmste aber auch als die wichtigste Zeit in meinem Leben.

    Es ging also hin und her und dann wurde mir irgendwann klar: Das schlimmste was mir passiern könnte wäre, wenn ich wieder trinken würde. Das schlimmste was ich meiner (noch) Frau antun könnte wäre wieder zu trinken und das schlimmste was meinen Kindern passieren könnte wäre, wenn ich wieder trinken würde. Diese Erkenntnis half mir dann endgültig, meine Entscheidung zu treffen. Mir war klar: Wenn ich wieder trinke, dann höre ich so schnell nicht wieder auf und wahrscheinlich geht's dann richtig dahin.

    Bei all den Gedanken die ich damals hatte kam mir immer wieder die Erkenntnis: Wenn ich bleiben würde, dann würde ich das "nur" wegen der Kinder tun. Nicht aus Liebe zu meiner Frau. Auch diese Erkenntnis war enorm wichtig für mich. Der Kinder wegen eine Beziehung aufrecht erhalten. Vielleicht kann man hierzu geteilter Meinung sein, ich habe dazu eine klare Meinung. Und zwar unabhängig davon, ob der Trennungsgrund eine Alkoholsucht ist oder irgend ein anderer. Wenn es nicht mehr stimmt und der Alltag von Streitereien, von Missachtung, von gegenseitiger Respektlosigkeit und was noch alles dazu kommt geprägt ist. Und wenn es nur eine permanente Kälte ist, die man sich gegenseitig spüren lässt. Dann macht es m. E. keinen Sinn eine Beziehung der Kinder zuliebe aufrecht zu erhalten. Dann sollte man lieber darüber nachdenken, wie man sich vernüftig trennen kann und wie die Kinder unter dieser Trennung möglichst wenig leiden bzw. wie der weitere Umgang mit den Kindern dann idealerweise geregelt werden kann.

    Nichts anderes haben meine Ex-Frau und ich dann getan. Ich weiß, dass Du jetzt denkst: Sowas wird mit meinem Mann nicht möglich sein. Er ist nasser Alkoholiker und zu was auch immer fähig aber sicher nicht zur Vernunft. Und ich kann Dir natürlich auch nicht widersprechen, ich kenne ihn ja nicht. Ich kann Dir nur aus meiner Geschichte erzählen, dass ich auch ganz viele solcher Gedanken hatte. Und das vieles, fast alles was ich befürchtet hatte, nicht eingetreten ist. Ganz klar auch, weil ich viele Kompromisse eingegangen bin, viele Kröten geschluckt habe aber hauptsächlich auch, weil sich meine Frau mehr als fair verhalten hat.

    Vorhersehen hätte ich das aber nicht können. Ich hatte auch das Motto: "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende" im Hinterkopf. Ich bin unglaublich dankbar, dass es heute so ist wie es ist aber ich wäre auch einen anderen Weg gegangen, wenn es sein hätte müssen.

    Ich erzähle das, damit Du es auf Deine Situation übertragen kannst. Obwohl meine Situation eine ganz andere war, ich war ja Täter und nicht Opfer, geht es doch um das Gleiche: nämlich darum eine Entscheidung für sich und das eigenene Leben zu treffen. Es ist bei Dir (wie bei mir damals) eine ganz große Entscheidung. Für mich war es damals die größte meines bisherigen Lebens, für Dich ist es das vielleicht auch. Ich konnte sie nicht spontan treffen, ich war hin und her gerissen. Hab verschoben, neu gedacht, wieder versucht klar Schiff zu machen, wieder neu gedacht usw. Aber als es dann mal raus war, ab diesem Moment konnte ich beginnen, mein neues Leben anzugehen. Das war der Moment, ab dem es nur noch darum ging, mein neues Leben zu gestalten, altes zu überwinden und zu verarbeiten und neu anzufangen.

    Ich weiß das es sehr schwer ist. Aber einfach weiter machen und immer unglücklicher werden wird Dich auf Dauer sicher krank machen und, ehrlich gesagt, Deine Kinder wohl auch.

    LG
    gerchla

    Hallo Leonie,

    ich möchte Dir auch ein paar Gedanken von mir da lassen.

    Ich denke, Du solltest Dir immer eines bewusst machen:

    Du und Deine Kinder sind das Wichtigste in Deinem Leben. Sei Dir wichtig! Bei allem was Du tust oder nicht tust solltest Du Dich, Dein Leben, Dein Wohlbefinden in den Vordergrund rücken. Das gilt ungeingeschränkt natürlich auch für Deine Kinder.
    Das ist das eigentlich Entscheidende. Es geht nicht um Deinen Mann, um seine Sucht, sein Leben sondern es geht um Deines. Es ehrt Dich ja, wenn Du erkennst, dass Dein Mann krank ist. Und das stimmt natürlich auch. Das darf aber nicht dazu führen, dass Du deshalb Dein Leben (inkl. das Deiner Kinder) dauerhaft hinten an stellst.

    Weißt Du, hier geht es ja nicht um eine Krankheit wie z. B. Krebs, wo der Patient es selbst nicht mehr in der Hand hat, wo er angwiesen ist auf fremde Hilfe. Es geht auch nicht um einen Pflegefall, der sich selbst nicht mehr versorgen kann und den man nicht einfach mal so sitzen lassen will. Es geht um Alkoholsucht, eine schlimme Krankheit, deren Genesung jedoch im Gegensatz zu z. B. einer Krebserkrankung, ausschließlich in den Händen des Betroffenen selbst liegt. Dein Mann (wie jeder andere Alkoholiker auch) hat es in der Hand. Es ist seine Entscheidung: weiter trinken oder die zahlreich vorhandenen Hilfsangebote annehmen und etwas gegen die Sucht unternehmen. Er ist dieser Krankheit also nicht hilflos ausgeliefert.

    So sieht es einfach mal aus.

    Vielleicht stellst Du Dir jetzt die Frage: Was kann denn dann jetzt dazu führen, dass er umdenkt, dass er tätig wird, etwas unternimmt? Würde er vielleicht zur Erkenntnis kommen, wenn Du und die Kinder ihn verlassen würden?

    Und genau das wäre meiner Meinung nach der falsche (Denk-)Ansatz. Du solltest Dir keine Gedanken darüber machen, was Du tun könntest, dass er "zur Vernunft" kommt. Du solltest einfach nur das tun, was Du möchtest und was idealerweiese auch gut für Dich und Deine Kinder ist. Kompromisslos. Sollte das dann dazu führen, dass er in Grübeln kommt, schön führ ihn. Sollte es dazu führern, dass er nochmehr säuft, nicht schön für ihn aber seine Entscheidung. Verstehst Du was ich Dir sagen will? Es wird Dir (und auch ihm) nichts helfen, wenn Du seine Krankheit, sein Wohlbefinden in Deinen Fokus rückst. Du musst Deine Bedürfnisse und Wünsche durchsetzen, notfalls auch harte Entscheidungen treffen.

    Zitat

    Natürlich sehe ich in uns auch eine Familie. Abgesehen von dem Alkoholprob lieben wir uns.


    Zu diesen beiden Punkten möchte ich noch etwas sagen:

    Die Familie, die Kinder. Kinder leiden am meisten, ich weiß es aus eigener Erfahrung. Meine Tochter (im Grundschulalter als ich aufhörte), hatte anschließend psychologische Betreuung um das ganze verarbeiten zu können. Es ist fatal der Kinder zu liebe eine Beziehung aufrecht erhalten zu wollen. Fatal für die Kinder, aber auch fatal für einen selbst. Und was die Liebe betrifft: Liebe ist keine Einbahnstraße und Lippenbekenntnisse sind keine Basis für eine echte Liebe. Ich bin selbst Alkoholiker und ich sage heute, dass ich in meiner nassen Zeit nicht fähig war zu lieben. Nicht so, wie es dieses große Wort eigentlich meint. Zwar gab es Liebesschwüre meinerseits zu jeder passenden Gelegenheit, jedoch waren es nur Worte. Der Alkohol hat die eigene Seele viel zu sehr im Griff um noch Platz für echte Liebe zu lassen. Am Ende hat er immer gesiegt, hat immer verhindert das ich mich gegen ihn und für die Liebe entschieden habe.

    Das waren meine Gedanken zu Deiner Geschichte. Alles Gute wünsche ich Dir und das Du die richtigen Entscheidungen treffen kannst.

    LG
    gerchla

    Guten Morgen Bine,

    ich habe den sehr interessanten Dialog zwischen Dir und Dietmar jetzt eben gelesen. Ich habe ein paar Gedanken dazu, die ich Dir gerne mitteilen möchte.

    Dazu will ich Dir von meinen eigenen Erfahrungen berichten. Ich bin 50 Jahre alt und Alkoholiker. Ich trinke jetzt aber schon lange keinen Alkohol mehr. Bevor ich es geschafft hatte aufzuhören habe ich über 10 Jahre abhängig getrunken. Die letzten Jahre davon war ich quasi im "Dauerrausch", d. h. ich begann morgens nach dem Aufstehen und noch vor der Arbeit und endete irgendwann abends, wenn ich den Kanal soweit voll hatte. Meist blieben mir dann max. 6 oder 7 Stunden nachts, wo ich keinen Alkohol zu mir nahm. Den Zustand, dass ich auch nachts trinken musste habe ich glücklicherweise nicht erreicht.

    Über die Jahre veränderte ich mich stark. Körperlich merkte man mir die Sucht sehr lange nicht an, psychisch begann die Veränderung schon recht früh. Bei mir "verschoben" sich vor allem mein Empfiden für Recht und Unrecht, man könnte auch sagen, mein Charakter wurde immer schlechter. Ich begann immer mehr zu lügen, oft um eben meine Sucht geheim zu halten, oft aber auch um Problemen aus dem Weg zu gehen. Mit Problemen konnte ich gar nicht umgehen. Ich trank fast meine ganze Alkoholikerkarriere über heimlich, konnte es auch gegenüber meiner Familie trotz am Ende wirklich ganz erheblicher Mengen an Alkohol geheim halten. Jedoch erforderte das eben sehr viel "Kreativität", so dass ich oft nur durch Lug und Trug meine Fassade aufrecht erhalten konnte.

    Aber das alles ist eigentlich gar nicht so wichtig, ich schreibe Dir das nur, damit Du ein wenig einschätzen kannst mit dem Du es zu tun hast und wo ich bezüglich der Sucht stand. Ich war also ein heimlicher Trinker mit Frau und Kindern, der einen guten Job hatte, einen normalen Freundeskreis (welcher allerdings zu Ende hin aufgrund meiner passiven Verhaltensweise erheblich litt) und der das alles bis zum Ende hin auch aufrecht halten konnte. Von Außen gesehen war bei mir immer alles prima. Durch meine Täuschungen und Lügen erschien mein Leben sicher auch einigen Menschen als außergewöhnlich erfolgreich oder positiv. Die Wahrheit war aber eine komplett andere.

    Nun kam der Tag, an dem ich mit dem Trinken aufhörte. Ich will jetzt gar nicht so tief darauf eingehen, wieso, weshalb und warum. Er kam, sehr spontan aufgrund einer bestimmten Situation, und ich wusste von diesem Momant an, dass ich nie wieder trinken möchte. Selbstverständlich, das will ich Dir auch sagen, habe ich in den vielen Jahren meiner Sucht mehrere Versuche unternommen, meinen Konsum einzuschränken oder auch zu beenden. Es wurden immer nur Trinkpausen daraus, anfangs sehr lange über Monate andauernd, später immer kürzere.

    Immer war da der Wunsch, nicht mehr zu trinken. Anfangs durchaus "erst mal nichts mehr zu trinken", später dann, als ich merkte das ich da irgendwie schon tief drin hing, auch der Wunsch nie mehr zu trinken. Auslöser für solche Pausen waren meist Erlebnisse vom Vortag /Vorabend. Irgendwas ist eskalliert, ich habe nur mit großem Glück meine Sucht weiter verheimlichen können, irgendwas in diese Richtung. Und am nächsten Morgen wollte ich dann wirklich endlich aufhören, nahm es mir fest vor und .... scheiterte, früher oder später.

    Bis eben zum Tag x, seit dem ich nun nichts mehr trinke.

    Aber, was war denn jetzt an diesem Tag x anders als an den anderen Tagen? Diese Frage konnte ich mir erst im Nachhinein beantworten und es hat auch eine gute Zeit gedauert, bis ich sie mir richtig beantworten konnte.
    Ich will Dir sagen, dass ich ab diesem Tag x bereit war, dass ich ab diesem einen kurzen Moment, wo ich "beschloss" jetzt ist Schluss, bereit war ALLES für ein neues Leben ohne Alkohol zu tun. Dieser Zustand hält bis heute an!

    Das hatte genau in diesem Moment zur Konsequenz, dass ich meiner Frau und meiner Familie eröffnete, dass ich Alkohliker bin. Das wussten sie nämlich bis dato nicht. Ich wusste, wenn ich das jetzt ausspreche, wird nichts mehr so sein wie es vorher war. Dann habe ich genau von diesem Moment an begonnen, alle meine Lügen und Betrügereien zu erzählen, in dem Wissen dass das meiner Frau und Familie den Boden unter den Füßen wegreißen wird. Mir war klar, mit diesem Moment wird nichts mehr so sein wie es einmal war. Und alles was ich über die Jahre versucht habe irgendwie aufrecht zu erhalten, wird wie ein Kartenhaus zusammen brechen. Und so kam es auch.

    Dann bin ich bereits am nächsten Abend in eine SHG, welche mich die ersten Wochen und Monate fast täglich begleitete. Selbstverständlich war ich absolut bereit eine Therapie zu machen, wenn ich eine benötigen sollte. Also bin ich zur Beratung und zum Arzt. Ich ging zum Psychologen, hatte dort aber zunächst eine sehr lange Wartezeit. Ich versuchte irgendwie klar zu werden, meine Gedanken zu ordnen, die gröbsten Baustellen in meinem Leben anzugehen. IMMER wusste ich: Ich will nie mehr trinken, meine Abstinenz steht über allem.

    Daraus erfolgte dann die Trennung von meiner Frau, ganz am Anfang meiner Trockenheit. Ein ganz wesentlicher Einschnitt in mein Leben und diese Trennung ging von mir aus. Meine Kinder waren erschüttert, ich war es auch. Jedoch wusste ich, wenn ich bleibe werde ich rückfällig werden.

    Es war eine ganz intensive Zeit, über viele Monate. Es war ein prägende Zeit und es war "meine" Zeit. Eine Zeit, in der ich mich gefühlt nur mit mir selbst, meinem Leben, meinen Wünschen, wer ich bin und wer ich sein möchte usw. auseinander gesetzt habe. Das alles habe ich vorher nie gemacht, schon gar nicht in der Zeit in der ich trank. In dieser Zeit hatte ich ganz viele Gespräche mit vielen für mich wichtigen Menschen. Einer davon war ein Mönch (eine andere Geschichte, die jetzt den Rahmen sprengen würde), der mich durch die schwerste Zeit begleitete. Meine größte Bürde, mein größtes Problem war die Schuld, die ich durch meine Trinkerei und die vielen vielen Lügen auf mich geladen hatte. Und die Tatsache, dass ich die Zukunft meiner Familie damit zerstört hatte.

    Dabei konnte mir der Psychologe nicht helfen, der Mönch jedoch sehr, wobei ich noch sagen möchte, dass es hier nicht um Religion ging. Diese war sozusagen "außen vor", denn ich war nicht sonderlich gläubig. So merkte ich mehr und mehr, dass ich mich iin die für mich richtige Richtung entwickelte. Eine Therapie in der klassischen Form rückte für mich mehr und mehr in den Hintergrund, denn mein Gefühl (nicht andereres als das) sagte mir: Es ist genauso gut, wie du das gerade machst.

    Und so gingen die Monate in Land und ich "arbeitete" ganz intensiv an mir, viel alleine, immer wieder mit Hilfe von Außen (Mönch / Psychologe / Freunde). Ich denke, dass ich nach etwa einem Jahr mit dem Gröbsten "durch war". Aber noch lange nicht fertig. Je länger ich mich mit mir und meiner Sucht, meinem Leben beschäftigte, desto mehr Erkenntnisse kamen mir. Desto mehr begann ich zu verstehen, was bei mir eigentlich "schief" gelaufen ist. Dieser Zustand hält übrigens bis heute an und ich denke, er wird nie enden. Für mich ist das einfach die Weiterentwicklung meiner Persönlichkeit.

    Was will ich Dir jetzt damit sagen? Im Grunde, so denke ich, ist es dem was Dietmar Dir geschrieben hat, recht ähnlich. Es ist m. E. nicht die Therapie an sich, die die Sucht zum Stillstand bringen kann, sondern der Trinker selbst ist es. Geht er mit der richtigen Einstellung in die Therapie, ist er bereit und offen sein Leben zu verändern, wird er dort die Hilfe finden, die er dazu braucht. Es er es aber nicht, wird die Hilfe verpuffen. Die Bereitschaft, der Wille, der unbedingte Wunsch, die eigene Sucht zu überwinden, ein neues Leben zu beginnen, das ist m. E. der Schlüssel. Bereit zu sein, alles dafür zu tun, auch die Dinge, die richtig "weh tun", wenn es denn sein muss.

    Man hört ja oft so Sätze wie "du musst dein komplettes Leben verändern, du musst es umkrämpeln" - nun, ich denke das ist was dran aber manchmal muss man nicht alles umkrämpeln, wohl aber die richtigen Dinge. Welche das sind, das kann man u. a. z. B. in einer Therapie erarbeiten. Ich habe letztlich mit Hilfe des Psychologen und es Mönchs nicht anderes getan. Und eben auch ganz viel selbst gearbeitet um mir dann aber immer wieder Input von Außen zu holen.

    Vielleicht ist in dem was ich Dir geschrieben habe was dabei, was Dir weiter hilft.

    Ich wünsche Dir jedenfalls nur das Beste und das Du Deinen Weg finden wirst.

    LG
    gerchla

    Guten Morgen Marion,

    herzlich Willkommen bei uns im Forum.

    Ich bin 50 Jahre alt, Alkoholiker und trinke jetzt schon länger keinen Alkohol mehr.

    Ich möchte Dir gerne meine Gedanken zu Deinen Schilderungen da lassen:

    Ganz spontan kam mir beim Lesen Deiner Zeilen der Gedanke, dass ich starke Parallelen zu meinem Vater sehe. Mein Vater ist jetzt Anfang 70, und er trank "sein Bier" so lange ich denken kann. Ich erinnere mich an Zeiten, als ich Jugendlicher war und er mit dem Rauchen auf hörte (oder besser: aufhören musste weil ihm der Arzt sehr deutlich gesagt hat, dass er so nicht mehr lange leben wird). Da war er praktisch jeden Abend richtig betrunken, über Monate ging das, und ich dachte: Gott, ich hab wirklich nen Alki als Papa. Dann kamen aber wieder Zeiten, wo er zwar trank, wo er auch deutlich mehr trank als das, was man als unbedenklich bezeichnen könnte, jedoch ohne sich abzuschießen. Ohne wirklich betrunken zu sein bzw. so zu wirken.

    D. h. er trank täglich "seine" Biere, mal 3 oder 4, mal 5 oder 6, oder auch mal nur eins. Er konnte eigentlich auch immer verzichten, wenn er das musste. Also z. B. weil er noch Auto fahren musste.

    Und so wechselten über die Jahre, soweit ich das im Nachhinein beurteilen kann, unterschiedliche Phasen ab. Mal eine Phase, wo er deutlich zu viel trank und auch unangenehm war, wenn er ein bestimmtes Level überschritten hatte, mal Phasen, wo er nach ein paar Bier aufhörte und eben dieses Level nicht erreichte. Abhängig war das, zumindest denke ich das, immer von seinem Wohlbefinden, seinem Stresslevel. Viel Stress bzw. Probleme = mehr Alkohol / Weniger Stress bzw. Probleme = weniger Alkohol. Ich kann mich auch an ganz wenige Zeiten erinnern, wo er gar keinen Alkohol trank.

    Da er in diesen Zeiten dann aber immer ganz besonders betonte, dass er ja schon soooo lange nichts mehr getrunken hat, gehe ich heute (wo ich selbst die Erfahrungen als Alkoholiker habe) davon aus, dass er hier bewusst Trinkpausen eingelegt hat. Weil er wusste, dass es zu viel ist und er eigentlich schon was dagegen tun wollte. Hielt aber immer nicht so lange an.

    Gut, also weiter. Auch er hat, wie meine ganze Familie, Probleme immer verdrängt. Probleme gab es offiziell nicht und es wurde schon gar nicht darüber gesprochen. Man machte es mit sich selbst aus. Einer der Gründe, warum ich selbst den Alkohol als Problemlöser gewählt habe, was mir aber natürlich erst im Nachhinein bewusst wurde.

    Nun, natürlich kam es, wie es kommen musste. Durch den Alkohol, sicher auch in Kombination mit dem fast immer deftigen Essen und zu wenig Bewegung, stellten sich nach und nach die üblichen Begleiterscheinungen = Krankheiten ein. Gicht ist z. B. eine davon. Aber auch Probleme mit dem Blutdruck, dem Magen / Darm Bereich usw. Über das viel zu hohe Körpergewicht will ich mal gar nicht sprechen.

    Wenn ich ihn also heute besuche, sehe ich immer seine Medikamentensammlung. Also das, was er gegen all seine Beschwerden von Mo - So täglich einwerfen muss. Und auch brav ein wirft. Auf sein Bier, das seiner Meinung nach ja so gesund ist und ihm einfach schmeckt, würde er niemals verzichten. Er ist zwar etwas "ruhiger" geworden, trinkt aber nach wie vor regelmäßig seine viel zu hohe Dosis und schlägt nach wie vor bei geselligen Runden deutlichst über die Stränge. Und kann aber nach wie vor verzichten, wenn er es muss (Stichwort: Auto fahren).

    Würdest Du mich jetzt fragen, ob ich glaube, dass mein Vater Alkoholiker ist, würde ich sagen: Ich weiß es nicht! So lange ich ihn kenne, wandelt er an diesem Grad des deutlichen Missbrauchs entlang. Mal einwenig mehr auf der "Alkoholiker-Seite", mal ein wenig mehr auf der "Etwas zu viel trinken"-Seite. Den klassischen Weg, den ich nun so oft schon gelesen und auch persönlich erzählt bekommen habe, nämlich den kontinuierlichen Weg immer tiefer in die Sucht hinein bis zum unvermeidbaren Untergang, den ist er nie gegangen. Und ich vermute, den wird er so auch nicht mehr gehen.

    Was will ich damit sagen?

    Ich will Dir damit erst mal sagen, dass ich keine Ahnung habe, ob Dein Mann Alkoholiker ist oder nicht. Klar ist, dass er zu viel trinkt und damit seine Gesundheit enorm gefährdet. Klar ist auch, dass er hochgefährtet ist, in die Sucht zu rutschen, wenn er sich nicht schon darin befindet.

    ABER: Das alles hilft Dir ja nichts. Für Dich ist es doch egal, ob er Alkoholiker ist oder nicht. Du hast ein Problem mit der jetzigen Situation. Dich ekelt es an ihn so zu sehen. Du willst das alles nicht.

    Völlig unabhängig davon ob er Alkoholiker ist oder nicht. Und er will nicht darüber reden und er will weiter trinken (egal aus welchem Grund).

    Somit stellt sich doch jetzt die Frage, was das für DICH bedeutet. Welche Konsequenzen Du daraus ziehen willst.

    Ich nehme nochmal Bezug auf meinen Vater. Meine Mutter war sicher nicht immer glücklich mit dem Alkoholkonsum ihres Mannes. Aber, so meine ich jedenfalls, sie hat sich damit arrangiert. Die zwei haben ihren Weg gefunden und ich möchte behaupten, sie lieben sich nach wie vor. Sie gehen ihren Weg gemeinsam, meine Mutter lässt ihm seins, lässt ihm auch "seine Bierchen" und hat ihre eigenen Freiräume geschaffen. Ich möchte jetzt mal meinen: Die beiden harmonieren.

    Ich denke, auf nichts anderes kommt es an. Zumindest wenn ich das mal aus der Sicht meiner Mutter sehe. Ginge es ihr nicht gut damit, müsste sie Konsequenzen ziehen.

    Ähnlich sehe ich das bei Dir bzw. auch bei jedem anderen Angehörigen eines Trinkers. Es ist ja gemeinhin bekannt, dass niemand einen Trinker vom Alkohol weg bringt, wenn dieser das nicht selbst möchte. D. h. jetzt nicht, dass man den trinkenden Partner einfach machen lassen soll, weil man ja sowieso nichts erreichen kann. Selbstverständlich sollte man ihn oder sie ansprechen, seinen Standpunkt klar machen. Und natürlich kann man dem Trinker auch klar machen, dass man ihn unterstützen möchte, im helfen möchte oder helfen wird um vom Alkohol weg zu kommen. Jedoch halte ich es für mindestens genauso wichtig klar zu machen, was passiert, wenn er weiter trinkt. Und zwar nicht bezogen auf die zu erwartende gesundheitliche Entwicklung des Trinkenden, sondern bezogen auf die Konsequenzen, die man als Partner ziehen wird wenn sich am Trinkverhalten nichts ändert.

    Aus Deinen Zeilen entnehme ich, dass Du bereits mehrmals versucht hast mit ihm zu reden. Er aber immer blockt oder abstreitet. Es liegt also an Dir, wie Du jetzt damit umgehst, was Du Dir diesbezüglich noch zumuten möchtest oder wo Du Deine Grenzen ziehst. Er scheint nicht bereit zu sein, etwas zu ändern. Also gar nichts, wenn ich Dich richtig gelesen habe. Damit musst Du Dir die Frage stellen, ob und wie lange Du das dann noch so weiter machen willst. Oder ob Du Dich z. B. lieber trennen willst.

    Wobei ich betonen möchte, dass ich es immer für gut empfinde um eine Beziehung zu kämpfen. Wenn man denn auch einen Sinn darin sieht. Wie das bei Dir / Euch ist, kannst nur Du beantworten. Wenn alles versucht wurde, nichts fruchtet, bleibt am Ende aus meiner Sicht nichts anderes als eine Entscheidung!

    Zitat

    Was hat denn dir den Anstoß gegeben einzusehen, dass es so nicht mehr weitergeht? :)


    Du hast diese Frage ja Trotzpeter gestellt. Ich will sie trotzdem mal beantworten, also auf meine Person bezogen:

    Ich war am Ende! Psychisch ein Wrack, körperlich zeigten sich deutliche Symptome meiner Alkoholkrankheit. Ich hatte eine Lügenwelt aufgebaut, funktionierte nur noch irgendwie und hatte keinerlei Perspektive mehr. Äußerlich wusste aber niemand wie es wirklich war. Ich hatte Familie, Kinder, war gut im Job und tat so, als wäre ich der Held und alles prima. Tatsächlich aber hatten mich über 10 Jahre Sucht in einen komplett anderen Menschen verwandelt.

    Eines Abends kam es zu einer Konfrontation mit meiner Frau. War ne' schlimme Geschichte, auf die sie mich ansprach, jedoch nichts, was ich nicht wieder durch zahlreiche Lügen hätte hinbügeln können. Plötzlich und völlig ungeplant wusste ich aber in diesem Moment: Jetzt ist Schluss. Jetzt mache ich reinen Tisch und ab jetzt werde ich nie mehr Alkohol trinken.

    Tja, und so kam es dann auch. Ähm - stark gekürzt und es folgten die intensivsten und teilweise auch wirklich schlimmen Tage, Wochen und Monate meines Lebens. Ich ging sofort in eine SHG, ging zum Arzt, zur Beratung, zum Psychologen und viele mehr. Nie mehr trinken, das war alles was ich wollte. Es folgte Trennung von meiner Frau, damit auch der "Verlust" meiner Kinder. Ich ging duch die Hölle (selbstverschuldet durch meine Sucht, wie ich betonen möchte) und aus selbiger wieder heraus. Ich bin heute ein sehr glücklicher Mensch.

    Die Gründe, warum jemand mit dem Trinken aufhört sind genauso vielfältig, wie die, warum jemand damit anfängt. Bei manchen langt der Verlust des Führerscheins, oder des Jobs. Andere hören "einfach so auf", spontan, weils "klick" gemacht hat. Leider aber, leider trinken die meisten Alkoholiker einfach weiter. Schaffen es nicht, oder nur kurz mit dem Trinken aufzuhören und leiden dann an den Folgen ihrer Sucht. Und ich denke mir: Das ist ok so, wenn ich mich für Trinken entscheide, dann muss ich auch die Konsequenzen tragen. Was ich aber eben nicht in Ordnung finde ist, wenn Anghörige oder Partner ebenfalls mit in den Abgrund gerissen werden. Und das ist leider fast immer der Fall.

    Darum kann ich nur sagen: Achte auf DICH, es ist DEIN Leben. Er hat seines und dafür auch selbst verantwortlich. Und Du bist für Deines verantwortlich. Gehe achtsam damit um, Du hast nur dieses eine.

    Alles alles Gute, viel Kraft und ich wünsche Dir, dass Du einen guten Weg für Dich finden wirst.

    LG
    gerchla

    Hallo Minihexla,

    ok, dann kann ich Deine Situation jetzt besser einschätzen. Und ich denke Du liegst dann auch richtig mit Deiner Selbsteinschätzung bezüglich Deiner Co-Abhängigkeit. Ich denke es ist wichtig, dass Du Dir genau diesbezüglich Hilfe holst. Klar, gerne auch hier im Forum aber schau Dich unbedingt auch in der realen Welt um. Es handelt sich ja auch um eine ernste Krankheit, das ist jetzt kein Schnupfen oder so.

    Aber ich denke mal, Du bist auf einem guten Weg. Weil Du die Dinge offen ansprichst und meiner Meinung nach auch erkennst, dass Du ihm nicht helfen kannst. Das ist m. E. eine ganz wichtige Erkenntnis. Und Du bist ja auch dabei gerade nach Alternativen für Dich und Deine Kinder zu suchen. Das zeigt ja auch, dass Du etwas tun möchtest, für DICH und Deine Kinder. Nicht für ihn.

    Ich habe absolutes Verständnis dafür, dass das alles nicht so einfach ist. Selbstverständlich rede ich mich aus nicht Betroffener leicht, es ist einfach Ratschläge zu erteilen, aus der Ferne nüchtern und sachlich zu analysieren und zu sagen "du musst das und das machen". Wenn man aber selbst in so einer besch....eidenen Situation drin hängt, dann ist das alles nicht so einfach. Ich hab's ja selbst erlebt, wenn auch auf der anderen Seite.

    Also, ganz wichtig aus meiner Sicht: Wenn bereits alles gesagt ist, Du bereits (wahrscheinlich mehrmals) offen mit ihm über seine Sucht gesprochen hast, ihm die Konsequenzen seines Handels klar gemacht hast und wenn das alles nichts gebracht oder verändert hat (und genau so schilderst Du es), dann ist es sicher an der Zeit, dass Du einen Plan für Dich und Deine Kinder machst. In diesem Plan geht es um DICH, um DEIN Leben (und das Deiner Kinder natürlich). Es geht nicht um ihn, nicht darum wie es ihm geht, was er denken könnte, ob er sich dann in den Abgrund säuft oder was auch immer. Es geht nur um Dich und um Dein künftiges Leben.

    Du rückst Dich in den Fokus und Du bist (neben Deinen Kindern) der wichtigste Mensch in Deinem Leben. Dein Mann, er ist erwachsen, ist für sein Leben selbst verantwortlich. Er kann sich jederzeit dazu entschließen mit dem Trinken aufzuhören. In die Entgiftung zu gehen, eine Therapie zu machen oder was auch immer. Sollte er das tun, könntest Du die Situation neu überdenken oder auch einfach Dein neues Leben weiter voran bringen. Solange er allerdings weiter trinkt, brauchst Du über solche Dinge erst mal gar keine Gedanken verschwenden.

    Und, was ich Dir noch sagen möchte: Aus eigener Erfahrung weiß, dass irgendwann auch mal ein Punkt erreicht ist, wo es eben kein zurück mehr gibt. Wo es keinen Sinn mehr macht, sich an Hoffnungen oder Erinnerungen zu klammen, zu denken, man könnte einen Zustand wieder erreichen, den man doch mal hatte und der doch so toll und ideal war. Manchmal muss man eine Entscheidung treffen und zu dieser dann auch stehen - Ich musste so eine Entscheidung treffen nachdem ich trocken wurde. Das war die Trennung von meiner damaligen Frau und damit auch vom bisherigen Papasein was meine Kinder betraf. Glaube mir, dass war die Hölle für mich, die schlimmste Zeit meines Lebens. Hätte ich diese Entscheidung damals nicht getroffen, ich bin mir sehr sicher, dass ich längst wieder trinken würde oder nie richtig damit aufgehört hätte.

    Hab Mut! Ich wünsche Dir ganz viel Kraft!

    LG
    gerchla

    Hallo Minihexla,

    herzlich Willkommen bei uns im Forum. Eine gute Entscheidung von Dir, Dich hier anzumelden und Deine Gedanken einfach mal nieder zu schreiben. Wie Du selbst schreibst hat es Dir gut getan und ich denke, Du kannst von einem aktiven Austausch hier nur profitieren.

    Nebenher: Vielleicht wäre ja auch eine reale SHG von Angehörigen etwas für Dich. Kannst ja mal darüber nachdenken.

    Zu Deiner Geschichte: Was soll ich sagen, eine recht typische, und wie eigentlich immer, schlimme und tragische Geschichte über den Alltag mit einem nassen Alkoholiker. Was Du von ihm schreibst, seine Ansichten, seine Sprüche, sein Leugnen usw, alles ganz typisch. Ich weiß ja wovon ich spreche, denn ich war bzw. bin selbst Alkoholiker, trinke aber glücklicherweise seit langer Zeit keinen Alkohol mehr.

    Ich finde, Du hast die Situation sehr gut erkannt. Du beschreibst sie sehr klar, bist Dir darüber bewusst das es so nicht weiter gehen kann und hast wohl auch schon einen Weg für Dich geplant. Diese r sieht so aus, dass Du ihn verlässt, also ausziehst, sobald Du eine Wohnung gefunden hast. Da würde ich jetzt mal spontan sagen wollen: Damit bist Du schon weiter als viele Deiner Leidensgenossen.

    Mich beschleicht aber ein wenig das Gefühl (wobei ich mich gerne irre), dass es so einfach und so klar für Dich dann doch nicht ist, oder? Liegt es wirklich "nur" daran, dass Du noch bei ihm wohnst weil bisher keine Wohnung gefunden hast oder "hängt" da noch mehr hinten dran? Gefühle? Ängste? Hoffnung es könnte doch noch klappen?

    Ich will Dir auf keinen Fall irgendwas einreden was es gar nicht gibt. Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du ganz klar bist und Deinen Weg genau kennst. Die Tatsache, dass Du Dich selbst als Co-Abhängig bezeichnest spricht dann aber für mich eine andere Sprache.

    Was ich Dir eigentlich nur sagen wollte: Schreib uns was Dich umtreibt, frag was Du wissen möchtest - wir schildern Dir unsere Sicht der Dinge, aus eigenen Erfahrungen heraus. Hol Dir alle Hilfe die Du sonst noch bekommen kannst, SHG, Suchtberatung, was geht, nimms mit. Du steckst hier in einer Lebenskrise, in einer ganz entscheidenden Phase in Deinem Leben (und eben auch im Leben Deiner Kinder), da hast Du jede Unterstützung verdient.

    Dabei will ich es erst mal belassen. Alles Gute für Dich und ich wünsche Dir einen guten Austausch hier im Forum!

    LG
    gerchla

    Guten Morgen Astrid,

    herzlich Willkommen bei uns im Forum. Ich bin leider gerade unterwegs und habe nicht so viel Zeit zum Schreiben. Wollte Dir aber trotzdem mal ein paar Gedanken von mir da lassen.

    Ich bin selbst Alkoholiker, 50 Jahre alt, mehrfacher Papa und trinke jetzt schon länger keinen Alkohol mehr.

    Du steckst gerade in einer Zwickmühle, so lese ich das jedenfalls. Einerseits ist es so, dass Dein Mann zu viel trinkt, möglicherweise auch bereits abhängig ist und er trotz Deines offenen Ansnprechens des Problems nicht bereit oder in der Lage ist etwas zu ändern. Was dazu führt, dass Du mehr und mehr Aufgaben übernimmst, er kaum Zeit hat bzw. sich in seiner wenigen freien Zeit via Alkohol weg beamt. Und Du fühlst Dich damit zunehmend unwohl, machst Dir Sorgen um seine Gesundheit und hast quasi fast Angst vor dem Wochenende, weil er dort immer mehr trinkt als üblich.

    Anderseits (das ist einfach und schnell abgehandelt) liebst Du ihn nach wie vor! Was so einfach und banal klingt, zeigt genau die Zwickmühle in der Du gerade steckst. In der übrigens lange Zeit oft sehr viele Partner von (uneinsichtigen9 Alkoholikern stecken.

    Guter Rat ist also teuer. Ich versuche es trotzdem mal. Erst mal finde ich es sehr gut, dass Du ihn ansprichtst bzw. angesprochen hast. Allerdings macht es aus meiner Sicht keinen Sinn das quasi in Dauerschleife und ständig zu tun. Das kann dann auch schnell ins Gegenteil umschlagen und er ist nur noch genervt und will einfach seine Ruhe habe und trinken. Mich würde interessieren, wie er da dann genau reagiert. Wie argumentiert er denn? Zeigt er eine Einsicht, sieht er ein Problem oder weißt er alles von sich? Diesbezüglich möchte ich Dich unbedingt auf das CRAFT-Programm hinweisen. Bitte google das doch einfach mal, Du erhälst dann detaillierte Informationen.

    Hier mal eine ganz kurze Beschreibung dieses Programms:
    Der CRAFT-Ansatz (Community Reinforcement and Family Training) wurde in den USA
    entwickelt und erfolgreich erprobt.
    Das Programm wurde für Angehörige entwickelt, die ein alkohol- oder drogenabhängiges Mitglied
    der Familie zur Aufnahme einer Behandlung bewegen wollen.
    CRAFT unterscheidet sich von anderen Programmen insofern, als es nicht ausschließlich mit
    Distanzierung oder Konfrontation arbeitet, sondern versucht, durch eine aktive und positive
    Mitarbeit des Angehörigen den Abhängigen in Behandlung zu bringen.
    Angehörige werden als ideale Partner im Prozess einer Behandlungsaufnahme betrachtet

    Das habe ich jetzt aus einem Papier, welches der Kreuzbund heraus gegeben hat. Wenn Du möchtest, wirst Du einiges an Informationen dazu finden. Vielleicht wäre das ein Weg für Dich / Euch.

    Ich halte soetwas für sinnvoll oder wenigstens als "prüfungswürdig", immer dann, wenn nicht bereits zu viel Porzelan zerschlagen wurde. Wenn sich der Partner eines Alkohlikers bereits darüber im klaren ist, dass er eigentlich nur noch weg möchte, dass er seinen Partner nicht mehr liebt und auch gar keine Perspektive mehr für eine gemeinsame Zukunft sieht, dann braucht man sich m. E. gar nicht mit diesem Programm beschäftigen.

    In Deinem Fall jedoch scheint es ja so, dass Dein Mann noch nicht so viel "kaputt" gemacht hat. Du liebst ihn ja nach Deinen eigenen Angaben auch noch und würdest dann wohl auch sicher gerne Deine / Eure Zukunft weiter zusammen gestalten. Nur er, er hängt eben in seiner Sucht fest.

    Denk doch mal darüber nach und informiere Dich. Ich kann Dir auch nur raten, einmal zur Suchtberatung zu gehen und Dich auch von dieser Seite beraten zu lassen.

    Weißt Du, leider gibt es kein Patantrezept, wie man einen nassen Alkoholiker wachrütteln kann. I. d. R. ist es leider einfach so, dass sich Angehörige / Partner sehr schwer tun, den Trinkenden zu erreichen. Meist erreichen sie ihn gar nicht. Er selbst entscheidet, ob er trinken will oder nicht. Die Gründe, warum nasse Alkoholiker plötzlich auf die Idee kommen, ihr Leben ändern zu wollen sind vielfältig. Bei manchen sind es einschneidende Erlebnisse, z. B. der Verlust des Führerscheins oder des Jobs, auch der Verlust des Partner (der irgendwann mal doch die Nase voll hatte und gegangen ist) können dazu beitragen, dass ein Umdenken statt findet. Oder auch eine negative Diagnose des Arztes.... Bei manchen macht es aber einfach auch nur "klick" und sie wollen nicht mehr. So war es bei mir, ich war an meinem persönlichen Tiefpunkt angelangt. Als ich morgens das Haus verließ, hätte ich nicht gedacht, dass die Biere die ich tagsüber getrunken habe die letzten meines Lebens gewesen sind.

    Als ich dann abends heim kam, reichte eine kleine Diskussion mit meiner Frau aus um in mir den qausi spontanen Entschluss fassen, nie mehr zu trinken. Vereinfacht gesagt, wie ich zugeben muss.

    Du siehst also, es ist nicht einfach planbar. Und leider trinkt die überwingende Mehrheit der Alkoholiker einfach weiter, d.h. da gibt's kein "klick" und kein noch so einschneidendes Erlebnis führt dazu, dass der Trinker umdenkt. Oder wenn, dann nur kurz und anschließend gehts weiter.

    Es ist m. E. eminent wichtig, dass Du in dieser ganzen Geschichte auf Dich und Deine Kinder achtest. Und eben lernst, wie Du mit dieser Situation bestmöglch umgehen kannst. Ohne dabei ebenfalls krank zu werden. Stichwort hier: Co-Abhängigkeit!

    Eines noch: Meist oder oft ist es ja so, dass gesagt wird: Lass den Alkoholiker sitzen, soll er sehen wie der zurecht kommt. Nimm die Beine in die Hand und nix wie weg!

    Das mag in einigen, vielleicht auch in vielen Fällen der richtige Weg sein. Auf jeden Fall auch immer dann, wenn Beziehungen bereits irreperabel beschädigt sind, oder aber auch wenn z. B. Gewalt im Spiel ist. Bei Dir jedoch, so meine Diagnose aus der Ferne, könnte es sich noch lohnen zu kämpfen. Nur Du allein kannst das einschätzen.

    Sicher ist wohl, wenn sich bei ihm nichts ändert, wenn er einfach weiterhin trinkt, dann wird es schwer werden für Dich und Deine Kinder. Seine Sucht wird fortschreiten, er wird sich (weiter) verändern und Du wirst aufpassen müssen, nicht mit ihm zusammen unter zu gehen. Deshalb ist es nur richtig, dass Du Dir jetzt darüber Gedanken machst und jetzt Schritte unternimmst. Wie diese dann letztlich genau aussehen, wirst Du wissen, wenn Du Dir genug Input und Infos geholt hast.

    Alles alles Gute wünsche ich Dir und einen guten Austausch hier im Forum!

    LG
    gerchla

    Guten Morgen Ellen,

    herzlich Willkommen hier im Forum.

    Ich bin Alkoholiker, 50 Jahre alt, habe drei Kinder und lebe jetzt schon länger ohne Alkohol.

    Für mich ist es immer wieder auf's neue Neue sehr schlimm, wenn ich die Geschichten von Angehörigen alkoholkranker Menschen lesen muss. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich dabei immer an meine eigene Geschichte denken muss und was ich meiner Frau und meinen Kinder durch meine Sucht zugemutet habe.

    Ich möchte nur ein paar Gedanken von mir da lassen:

    Erst mal dazu

    Zitat

    Vielleicht habt ihr ja ein paar Ideen wie ich ihn umstimmen kann, zwecks des Entzugs...


    Ich kann Dir aus meinen eigenen Erfahrungen heraus sagen, dass das der komplett falsche Ansatz ist. Ich verstehe Deinen Wunsch ein Werkzeug, ein Mittel, an die Hand zu bekommen, mit dem Du ihn sozusagen zur Vernuft bringen kannst. Aber Du hast es ja schon selbst geschrieben und ich denke Du weißt es auch selbst: Das gibt es leider nicht - Von außen gibt es keine zuverlässige Möglichkeit den Trinker zum Undenken zu bringen. D. h. heißt aber im Umkehrschluss nicht, dass bestimmte Ereignisse im Leben des Trinkers nicht dazu führen können, dass er von sich aus umdenkt.

    Was meine ich damit? Also z. B. gibt es Menschen, die im Suff den Führerschein verlieren. Bei manchen reicht das aus um etwas gegen ihre Sucht zu unternehmen. Andere verlieren den Job und werden dadurch wach gerütttelt. Wieder andere werden z. B. von ihrem Partner / Partnerin verlassen und nehmen das zum Anlass ihre Sucht zu bekämpfen. Und das, obwohl sie vorher jahrelang behauptet haben sie hätten gar kein Problem. Ich kenne auch jemanden, der mir erzählte, dass er auf einer Wanderung in den Alpen bei einem Blick ins Tal plötzlich wusste, dass jetzt Schluss mit trinken ist. Bei mir selbst war es ein sehr spontaner Entschluss, der allerdings erst dann erfolgte, als ich ganz tief am Boden war und einfach nicht mehr konnte und nicht mehr wollte. Ich hatte sozusagen meinen persönlichen Tiefpunkt erreicht.

    Ich sage deshalb "persönlicher" Tiefpunkt, weil diese Sucht leider nach dem Prinzip "schlimmer geht immer" funktioniert. So hatte ich z. B. noch meine Familie und meinen Job. Mein Tiefpunkt bestand aus einer absoluten innerlichen Leere und völliger Verzweifeltheit. Kombiniert mit kaum mehr zu ignorierenden körperlichen Problemen.

    Leider, das muss ich sagen, erreichen sehr viele Alkoholiker "ihren" Tiefpunkt eben nicht. Und saufen sich sozusagen zu Tode oder sterben an den Nebenwirkungen, an den Begleitkrankheiten die diese Alkoholsucht mit sich bringt.

    Alles was ich Dir damit sagen möchte ist, dass Du es leider nicht in der Hand hast. Selbstverständlich sollte man einen Alkoholiker auf seine Sucht ansprechen (ich denke über dieses Stadium bist Du längst hinaus), selbstverständlich sollte man auch Konsequenzen ziehen, wie z. B. Kontaktabbruch oder eben Kontakt ninimieren (auch das hast Du bereits getan) aber dann ist auch irgendwann eine Grenze erreicht. Aus meiner Fernsicht hat Dein Vater bereits viele Anstösse erhalten, die ihn hätten zum Nachdenken bringen können. Da ist viel passiert in seinem Leben inklusive der Tatsache, dass er bei seiner eigenen Frau mit ansehen hat dürfen, wohin die Sucht führt. Du hast den Kontakt minimiert, angesprochen hast Du ihn auf seine Sucht sicherlich auch.

    Jetzt hat er also auch noch schwerste körperliche Schäden davon getragen. Ein weiterer Schuss vor den Bug, von dem Du jetzt noch nicht weißt, ob er ihn zum Nachdenken bringen wird.

    Ich denke spätestens jetzt muss für Dich der Punkt erreicht sein, wo es nur noch um Dich geht. Um DEIN Leben. Alles worum Du Dich aus meiner Sicht kümmern solltest ist DEIN Leben. Lass Deinem Vater seines. Welche weiteren Schritte Du jetzt noch tun kannst, solltest Du mit Ärzten und der Suchtberatung besprechen. Ich meine damit Deine Sorge, dass er alleine nicht mehr wohnen kann. Es geht ja vielleicht auch darum, ob er in ein Heim überführt werden kann/soll. Werde aktiv und informiere Dich diesbezüglich, damit Du hier vielleicht Perspektiven finden kannst, die Dir helfen Dein eigenes Leben mit möglichst wenig Einfluss durch die Sucht Deines Vater zu gestalten.

    Gerne möchte ich Dich auch auf Selbsthilfegruppen für Angehörige hinweisen. Du hast geschrieben, dass Du Dich sehr schwer tust Dich zu öffnen. Ja das Du Dich sogar schämst. Ich bitte Dich nicht so zu denken! Niemand kann und wird Dich dafür verurteilen das Dein Vater trinkt. Im Gegenteil, in den SHG wirst Du auf Menschen treffen, die ähnliches erlebt haben, es vielleicht auch schon durchlebt haben und die Dir dadurch prima zur Seite stehen können. Es ist wie bei uns Alkoholikern auch. Auch wir haben die Möglichkeit in SHG zu gehen und treffen dort auf Menschen, die genau wissen was uns bewegt. Weil sie es selbst erlebt haben. Hab den Mut und öffne Dich, ich bin sicher es wird Dir helfen.

    Ich hoffe sehr, dass Du einen Weg finden wirst. Ganz wichtig finde ich, dass Du darauf achtest, dass DU der wichtigste Mensch in Deinem Leben bist und dass sich Dein Leben um Dich drehen sollte. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, das ist nur die Grundregel dafür, dass Du nicht ebenfalls von der Sucht Deines Vaters mit in den Abgrund gerissen wirst.

    Alles alles Gute wünsche ich Dir und einen guten Austausch hier im Forum.

    LG
    gerchla

    Hallo Viktoria,

    ich habe mir jetzt lange überlegt ob ich Dir überhaupt noch schreiben soll. Nachdem Greenfox Dir geantwortet hatte und Du die Dinge genau wie er siehst, könnte man ja sagen: Thema erledigt.

    Ich vermute allerdings, dass es das nicht sein wird. Er ist der Vater Deiner Kinder, ihr habt dann wohl auch weiterhin regelmäßig Kontakt und irgendwie scheint sich Deine Familie um Dinge zu kümmern, die ihr eigentlich nichts angehen. Und Du ziehst Dir noch den Schuh an, irgendwas beweisen zu wollen.

    Der Grundaussage von Greenfox, nämlich dass Du wohl so einen "schwarz auf weiß"-Beiweis nicht bekommen wirst, kann ich nur zustimmen. Und ja, es gibt schwere Alkoholiker mit guten Leberwerten. Wie es Menschen gibt die erst kurz trinken und vor trotzdem vor einer Leberzirrhose stehen.

    Ich denke also, dass es für Dich wohl darauf ankommt, "Deinen Frieden" mit dieser Situation zu schließen. Lass ihm seine Sucht und Deinen Verwandten ihre Denkweise. Mach' das nicht zu Deinem Problem sondern lass das bei ihnen. Es ist ihr Problem. Umso mehr Du (oder er oder wer auch immer) darüber diskutiert ob er nun Alkoholiker ist oder nicht und ob Du nun Recht hast oder nicht, umso mehr und stärker wird SEINE Sucht Dein Leben belasten. Sogar jetzt noch, wo Ihr Euch bereits getrennt habt und Du eigentlich damit beginnen könntest, dieses Kapitel aufzuarbeiten und dann zu den Akten zu legen. Um richtig neu beginnen zu können.

    Ich weiß, dass ich mich leicht rede. Deine Kinder hängen da ja auch noch mit drin (ist der Papa nun Alkholiker oder nicht?). Trotzdem kann ich nur sagen, dass ich versuchen würde, einen einigermaßen "neutralen" Umgang mit ihm und diesem Thema zu finden. Damit Du Dich auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren kannst.

    Und nebenbei: Wenn er weiter trinkt, den Absprung nicht schafft, dann wird die Sucht mit großer Wahrscheinlichkeit immer weiter fort schreiten und dann werden es die "anderen" auch irgendwann sehen. Doch das liegt nicht in Deiner Hand und sollte für Dein Leben keine Rolle spielen.

    Alles Gute wünsche ich Dir.

    LG
    gerchla

    Hallo Tanja,

    herzlich Willkommen bei uns im Forum.

    Ich bin Alkoholiker, 50 Jahre und lebe jetzt schon längere Zeit ohne Alkohol.

    Zitat

    Sicher werden Einige von euch denken ich wäre dumm,weil ich mein Leben von dem Alkoholismus meiner Mutter vermiesen lasse.


    Gleich zu Deinem ersten Satz möchte ich Dir sagen, dass niemand denkt, dass Du dumm bist. Erst mal möchte ich sagen, dass ich der Meinung bin, dass eine ordentliche Portion Mut dazu gehört sich hier im Forum öffnen und über "sein Problem" zu sprechen. Egal ob es nun, wie bei Dir, um eine Suchtproblematik bei Angehörigen geht oder ob man selbst Alkoholiker ist. Mit anderen darüber zu sprechen, und sei es auch "nur" im anonymen Internet ist m. E. ein großer Schritt. Schön, dass Du diesen gegangen bist.

    Ich denke Du hast in den Beiträgen der anderen Teilnehmer hier ja nun schon viel Rückmeldung erhalten. Ich glaube auch, dass Du Dir bereits darüber im Klaren bist, dass Du Deiner Mutter nicht aus ihrer Sucht heraus helfen kannst. Es ist weder Deine Aufgabe noch liegt es in Deiner Macht. Mir ist es deshalb wichtig Dir zu sagen, dass es m. E. nur darum gehen kann, wie es Dir geht und was Du für Dich tun kannst. Um, entweder mit dieser Situation einigermaßen gut leben zu können oder aber um in die Möglichkeit versetzt zu werden, diese Situation für Dich zu verändern. Eine Veränderungsmöglichkeit, nämlich eine räumliche größere Distanz zwischen Dir und Deiner Mutter aufzubauen, hast Du ja selbst bereits abgehakt.

    Aus der Tatsache, dass Du nach Deinen eigenen Worten wünschen würdest Du hättest die (finanziellen) Möglichkeiten sie durch einen Umzug Deinerseits ihrem Schicksal zu überlassen, schließe ich das Du nicht in einem co-Abhängigen Verhältnis lebst. Auch die Tatsache, dass Du hier nicht um Tipps bittest, wie man Deine Mutter vielleicht davon überzeugen könnte, das sie mit dem Trinken aufhört lässt mich annehmen, dass bei Dir kein co-abhängiges Verhalten vorliegt. Das empfinde ich als positiv, denn dann hast Du diese "Baustelle", diese ebenfalls sehr ernste Krankheit, nicht auch noch an der Backe.

    Es geht bei Dir also wohl eher darum, wie Du mit dieser schlimmen Situationen so umgehen kannst, dass sie Dich möglichst wenig belastet. Bei dem was Du hier schilderst ist das Aufgabe genug und ich habe, das sage ich ganz ehrlich, keine einfache Lösung aus meiner Sicht. Selbstverständlich würde ich an Deiner Stelle versuchen in Kontakt mit einre Selbsthilfegruppe zu kommen (was ich als Alkoholiker auch getan habe), einfach schon deshalb, weil Du dort auf Menschen treffen wirst, die eine ähnliche Situation durchleben oder durchlebt haben wie Du. Du wirst selbst merken, ob Du Dich dort wohl fühlst, ob es Dir hilft und ob es Dich weiter bringt.

    Ich kenne jetzt hier auch nicht genau die rechtliche Situation, aber sollten die geistigen "Ausfälle" Deiner Mutter sich häufen oder zur Regel werden (hört sich ein wenig so an, als wäre sie bereits ein Pflegefall?), könnte es Möglichkeiten geben sie evtl. in ein Heim zu überführen. Vielleicht ist hier ja jemand der darüber richtig Bescheid weiß und schreibt Dir, ich kann leider nicht mehr dazu sagen, habe nur Halbwissen. Evtl. wäre das auch etwas, was Du mit dem Arzt mal diskutieren könntest. Wie das ganze dann finanziell aussehen würde weiß ich natürlich auch nicht.

    Auf jeden Fall halte ich es für enorm wichtig, dass Du Dir Freiräume für Dich selbst schaffst und nicht zusammen mit Deiner Mutter durch ihre Sucht unter gehst. Bei ihr kannst Du es nicht ändern, auf Dich musst Du aufpassen, aber deshalb suchst Du ja auch nach Hilfe.

    Es tut mir wirklich Leid, dass ich Dir nichts Konkreteres schreiben kann. Ich wünsche Dir, dass Du noch viele gute und hilfreiche Anregungen und Tipps bekommt und dass sich bald ein guter Weg für Dich auftut.

    Alles alles Gute und einen guten Austausch hier im Forum!

    LG
    gerchla

    Guten Morgen Husky,

    ich will Dich nicht bequatschen, denn dann laufe ich Gefahr, dass ich beginne Dich zu nerven. Zu dem was Du geschrieben hast würde ich Dir aber gerne noch kurz meine Meinung sagen:

    Zitat

    dass mein (Ex?)Freund derzeit gar nicht in der Lage ist, Probleme zu erkennen, geschweige denn Lösungen dafür zu finden.


    Wenn ich an meine Trinkerzeit zurück denke, dann muss ich sagen, dass ich sehr wohl sogar relativ früh erkannt hatte, dass ich ein Problem hatte (wenngleich ich es lange als "bekomme ich locker wieder in den Griff" angesehen habe). Ich glaube auch nicht, dass das nur bei mir so war sondern ich habe mich jetzt schon mit vielen trockenen Alkoholikern ausgetauscht und alle erzählen, dass ihnen irgendwann mal bewusst wurde, dass sie ein Problem haben. Was jedoch nicht bedeutet, dass ich ernsthaft was dagegen unternommen hätte. Immer dann, wenn es mir mal besonders bewusst wurde, z. B. weil ich im Suff großen Mitst gebaut hatte, war ich motiviert etwas zu tun. Das führte dann meist entweder zu einer Trinkpause (paar Wochen ohne) oder zu einer Reduzierung der Menge (paar Tage / Wochen nur 3 oder 4 Bier). Letztlich fiel ich dann aber immer recht schnell wieder in mein altes Muster zurück. Mein Gewissen war dann aber erst mal beruhigt, dann ich hatte mir ja bewiesen, dass ich reduzieren kann bzw. dass ich auch mal ohne sein kann. Somit konnte ich ja kein Problem haben.

    Mit zunehmender Dauer der Sucht fiel mir das dann immmer schwerer und zum Ende hin musste ich immer trinken. Ich weiß nicht wie das bei Deinem Freund ist, aber Du machst es ihm natürlich verdammt leicht, wenn Du sagst "er ist nicht in der Lage Probleme zu erkennen". Das er sie als nasser Alkoholiker nicht lösen, da stimme ich Dir zu. Darum schiebt er sie vor sich her, versucht sie abzuwälzen (z. B. auf Dich), zu verdrängen usw.. Ich will Dir damit eigentlich nur sagen, dass viele nasse Alkoholiker sehr wohl wissen das sie ein gewaltiges Problem haben, dieses aber je schlimmer es wird, desto mehr verleugnen. Immer wieder nach Situationen suchen, die ihnen zeigen, dass es so schlimm ja gar nicht ist. Sehr beliebt sind hier dann auch Vergleiche mit anderen Trinkern die noch mehr konsumieren. Dagegen ist man dann ja ein Milchbubi. Letztlich geht es dabei aber ja immer nur darum, die Sucht entweder vor sich selbst oder auch vor anderen zu rechtfertigen und zu verharmlosen. Und so lange man das tut, kann man weiter trinken, was man ja eigentlich auch unbedingt möchte.

    Zitat

    Und in einer Partnerschaft ist man meiner Meinung nach füreinander da - auch in schlechten Zeiten.


    Da gebe ich Dir ausnahmslos Recht. So sollte es sein. Z. B. dann, wenn Dein Partner ein Pflegefall wäre und sich nicht mehr selbst helfen könnte, wenn er einen schweren Unfall erlitten hätte, oder vielleicht an einer Krebserkrankung leiden würde durch die Du ihn begleitest. Bei all diesen Fällen kann Dein Partner nichts dafür, hatte vielleicht Pech und kann nun aus eigener Kraft wirklich nicht mehr aus dieser Situation heraus oder mit dieser Situation leben.

    Im Falle eines Alkoholikers sieht die Geschichte aber ganz anders aus. Er ist in der luxuriösen Situation seine Krankheit SELBST stoppen zu können. Er ist sogar in der Situation, dass NUR er sie stoppen kann. Er muss es nur "einsehen" und wollen. Seine "schlechten Zeiten", die Du so treu begleitest, müssten also gar keine sein. Und durch Deine Begleitung trägst Du sogar nicht unerheblich dazu bei, diese schlechten Zeiten zu verlängern. Naja, dazu habe ich ja schon alles gesagt.

    Zitat

    Aber ich hab ihm ja auch gesagt, dass ich ihn gerne unterstütze, wenn ich darf und kann.


    Weißt Du, das finde ich z. B. absolut ok. Du bietest ihm Deine Hilfe an. Aber dazu muss er sich bewegen. Das ist doch nur fair, oder. Wenn er was unternimmt, wenn er z. B. in Therapie geht, dann stehst Du an seiner Seite und unterstützt ihn. Wunderbar. Du tust das obwohl Du weißt, dass die Gefahr eines Rückfalls sehr hoch ist, Du tust das obwohl Du die Statistiken kennst, wie viele Alkoholiker innerhalb des ersten Jahren wieder zu trinken beginnen und wieviele dann spätestens nach 2 Jahren wieder an der Flasche hängen. Damit bist Du sicher keine schlechte Partnerin sondern eine, die für ihren Partner sehr viel auf sich nehmen würde. Denn es wäre auch absolut verständlich wenn Du sagen würdest: Ich kann das nicht, ich will das nicht, ich will nicht in ständiger Angst leben, dass er irgendwann wieder mit dem Trinken beginnt und alles von vorne los geht - Ich finde, so könnte man das auch sehen.

    Aber um ihn überhaupt zu unterstüzten sollte er WENIGSTENS selbst in die Gänge kommen. Naja, auch dazu habe ich schon alles gesagt.

    Zitat

    Ich würde mir einfach wünschen, dass er genauso zur Vernunft kommt wie du und wie Andere hier in diesem Forum, die den Weg aus der Sucht gesucht und gefunden haben und dann auch gegangen sind!


    Liebe Husky, ich muss Dir sagen: mit Vernunft hatte das bei mir gar nichts zu tun. Eher mit damit, dass ich völlig am Ende war, ein absolutes Wrack, psychisch und teilweise auch schon physisch. Ich hatte wohl meinen persönlichen Tiefpunkt erreicht. Hätte es was mit Vernuft zu tun gehabt. hätte ich mindestens 10 Jahre früher mit dem Trinken aufgehört.

    Du darfst gerne darauf hoffen, dass er zur Vernunft kommt oder sonstirgendwie aufhört.Aber auch hier kannst Du gerne mal in den Statistiken stöbern. Von all den nassen Alkoholikern sind es meines Wissen nur etwa 10 % die sich überhaupt behandeln lassen. Und die Rückfallquote ist enorm. Damit will ich Dir keinesfalls die Hoffnung nehmen, Dich aber in die Realität zurück holen. Natürlich gibt es auch wenige, die tatsächlich wie aus dem Nichts und ohne großes zuTun mit dem Trinken aufhören (persönlich kenne ich da aber niemanden). Nicht selten trinken Alkoholiker einfach so lage bis sie irgendwann sterben. Entweder an direkten Folgen der Sucht, an daraus resultierenden schweren Erkrankungen oder manchmal auch an irgendwas anderem. Manche können viele Jahrzehnte auf hohem Niveau trinken bevor es zu Symptomen kommt, andere werden schon nach kurzer Zeit schwer krank. Egal wie, diese schlechte Zeiten von den Du sprichst, sind wirklich schlechte Zeiten. Die Du freiwillig mit ihm durch machst, denn es müsste nicht sein, wenn er etwas unternehmen würde.

    Warum hat es dann bei mir also "geklappt"? Und warum bei so vielen anderen nicht? Keine Ahnung, letztlich war ich derart tief unten, dass ich nur noch raus wollte. Einfach nur noch weg von dem Zeug. Endlich wieder leben. Mir ging es derart schlecht, dass mir plötzlich all die Konsequenzen die sich durch mein Outing ergeben würden und die es mir voher "unmöglch" gemacht hatten diesen Schritt zu gehen, als weniger schlimm vorkamen als wenn ich weiter trinken würde. Ich habe also diesen Punkt erreicht und wollte nicht mehr. Viele erreichen diesen Punkt nicht und trinken, trinken, trinken..... Wenn Du Dich dauerhauft von ihm trennst, und wenn Du wichtig für ihn bist, dann könnte das für ihn einen Tiefpunkt bedeuten. Der ihn vielleicht zur Umkehr bringt. Kommt in sehr intensiven Partnerschaften manchmal vor. Wenn nicht, dann ...... - stellst Du Dir vielleicht die Frage ob er es wert ist! Denn Liebe ist keine Einbahnstraße...

    So, das war's jetzt aber von mir. Ein letzter Versuch meinerseits Dir meine Erfahrungen mitzugeben. Ich wünsche Dir nur das allerbeste, Deinem Freund natürlich auch. Achte auf DICH, Du hast nur dieses eine Leben. Alles alles Gute.

    LG
    gerchla

    Hallo Simba,

    solltest Du Dich von mir angegriffen bzw. attakiert gefühlt haben bitte ich Dich herzlich um Entschuldigung. Das lag nicht in meiner Absicht. Ich wollte erstmal nur deutlich machen, dass es nicht so einfach ist bei jemanden eine Alkoholsucht zu diagnostizieren. Auch meine Frage, was Du tun würdest, wenn Du es sicher wüsstest war nicht provizierend gemeint. Mir ging es hier eher darum deutlich zu machen, dass wir Alkoholiker (da gehöre ich auch dazu) unsere Genesung selbst in die Hand nehmen müssen, idealerweise auch aus eigenem Antrieb heraus. Dazu kann aber natürlich ein Anstoss von außen sehr sinnvoll sein und dieser könnte in diesem Fall von Dir kommen oder auch von seiner Mutter. Aber es ist eben auch wichtig, dass Du dabei auf Dich selbst achtest und es für Dich klare Grenzen gibt wie weit Du gehen willst und kannst. Leider geraten nicht wenige Angehörige von Alkoholiker, gerade weil sie diese ja lieben, in ein co-abhängiges Verhältnis. Und da kommen viele nur sehr schwer wieder heraus. Ich hoffe Du erlaubst mir / uns einen Neustart und nimmst meine Entschuldigung an.

    Denn das mit der Whisky-Flasche in der Tasche und der dazugehörigen Erklärung ist tatsächlich kein gutes Zeichen. Das deutet wirklich darauf hin, dass er hier ein Problem hat. Alleine schon die Erklärung dafür lässt mich die Stirn runzeln. Wie weit er da jetzt aber schon drin hängt kann ich natürlich nicht sagen, aber gut hört sich das nicht an.

    Nun ist die Frage was Du tun kannst. In jedem Fall kannst Du ihn darauf ansprechen. Das wäre ein erster und wichtiger Schritt. Aber ich vermute mal, dass Du das schon getan hast, denn Du kennst ja bereits den Grund für den Alkohol in seinen Taschen. Habt Ihr denn noch weiter darüber gesprochen? Wie hat er denn allgemein reagiert? Eher abweisend und verschlossen oder ganz offen? Du schreibst auch er nimmt Psychopharmaka und es ist, wie Dietmar schon schrieb, alles andere als zielführend das in Kombination mit Alkohol zu tun. Vielleicht ist er sich dessen nicht bewusst, vielleicht kann er aber auch nicht anders, weil er trinken muss.

    Aus meiner Sicht kannst Du das jetzt nur nochmal offen ansprechen und schauen wie er reagiert. Wenn er offen reagiert, vielleicht sogar selbst ein Problem sieht,dann könntest Du mit ihm über weitere Schritte sprechen ihn motivieren und ggf. auch begleiten. Ich weiß nicht genau wie das in Amerika ist, hier wären solche Schritte z.B. ein Outing gegenüber dem Arzt, der Besuch einer Suchtberatung, oder auch der Besuch von Selbsthilfegruppen. Und ggf. auch eine Therapie.

    Sollte er jedoch alles abstreiten wird es schwer für Dich ihn weiter zu unterstützen.

    Ich wünsche Dir alles Gute!

    LG
    gerchla

    Hallo Husky,

    erkläre mir doch bitte mal warum Du ihn im Stich lässt. Das würde mich wirklich interessieren. Nicht im Stich lassen würde bedeuten, dass Du ihn bei der Ausübung seiner Sucht begleitest. Nichts anderes. Damit verminderst Du seinen Leidensdruck und verlängerst damit gleichzeitig seinen Verbleib in der Sucht. Du machst es ihm dann richtig bequem in seiner Sucht.

    Kann man machen, wenn man selbst dabei mit drauf gehen möchte. Da Du auch krank bist, werden Dich meine Worte wahrscheinlich nicht so erreichen wie ich es mir gerne wünsche. Ich hoffe aber trotzdem, dass ich Dich zum Nachdenken anregen kann. Du heulst einer Beziehung nach, die dabei ist Dein Leben kaputt zu machen. Natürlich schlägt sein Herz für etwas anderes, nämlich für den Alkohol. Wenn Du aber Ruhe gibst und ihn schön betütelst und es ihm mit seiner Nummer 1, dem Alkohol, bequem machst, bist Du gerne an seiner Seite willkommen. Wenn Du unbequem wirst oder gar eigene Bedürfnisse in den Vordgrund stellst, dann störst Du. Dann werden erst mal ein paar Tricks ausgepackt um Dich wieder in die Spur zu bekommen. Ein wenig Depressionen, ein paar Liebesschwüre, vielleicht auch ein wenig "Du hast was Besseres verdient" kombiniert mit "zusammen schaffen wir das" - die Liste ist lang und es gibt zahlreiche Variationen. Er wird wissen, welche Knöpfe er bei Dir drehen muss. Und wenns am Ende dann halt eine Umarmung ist...

    Dein lieber Freund, der Alkoholiker, wird nicht im Stich gelassen. Denn sobald er sich dafür entscheiden würde etwas gegen seine Sucht zu unternehmen, hätte er ganz viele Menschen an seiner Seite die ihn dabei unterstützen würden seine Sucht zu überwinden. Schau mal, z. B. dieses Forum hier, oder er könnte in eine SHG gehen, natürlich zum Arzt, oder zur Suchtberatung, er könnte eine Therapie machen, er könnte ganz ganz viel machen und so aus der ganzen Geschichte heraus kommen. Aber, er will nicht. Der arme bedauernswerte Alkoholiker, er ist ja so elend dran, weil er einfach nur trinken will und keine Hilfe sucht. Und Du würdest ihn dabei am liebsten auch noch unterstützen in dem Du ihn nicht im Stich lässt. Na dann: Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß im velängerten Elend.

    Mir ist schon klar, dass Du, weil Du eben auch krank bist, nicht einfach einen Schalter umlegen kannst. Ich hoffe nur, Du nimmst genau das ernst und lässt Dir auch noch anderweitig helfen. Ich wünsche Dir ganz fest, dass Dich eine Umarmung nicht schwach werden lässt. Vielleicht solltest Du ihn genauso meiden wie der Alkoholiker den Alkohol meiden sollte.

    LG
    gerchla

    Hallo Simba,

    weißt Du, selbst wenn man jemanden gut kennt, oft mit ihm zusammen ist und sein Verhalten beobachten kann, ist es nicht oft nicht einfach eine Alkoholsucht zu diagnostizieren. Mal abgesehen, dass richtige Diagnosen dann doch eher Ärzten vorbehalten sein sollten ist es einfach so, dass es bei der Alkoholsucht keine ganz Grenze gibt ab wann jetzt sicher süchtig ist.

    Es gibt natürlich Indikatoren die für eine Alkoholsucht sprechen aber ob der Betroffene dann tatsächlich auch süchtig ist kann deshalb nicht ungedingt mit 100%iger Sicherheit gesagt werden. Es gibt auch Menschen, die regelmäßig sehr viel trinken und trotzdem nicht süchtig sind. Sie betreiben dann Alkoholmissbrauch, sind natürlich hochgefährdet, müssen deshalb aber noch nicht süchtig sein. Einfach gesagt: Süchtig ist man, wenn man nicht mehr aufhören kann, wenn der Betroffene den Alkohol braucht um funktionieren zu können.

    Du wirst verstehen, dass Dir deshalb hier niemand (nicht zuletzt aufgrund der ganz wenigen Informationen die Du uns gegeben hast oder geben kannst) auch nur eine einigermaßen seriöse Einschätzung der Situation Deines Freundes geben kann.

    Aber mal eine andere Frage: Was würdest Du denn tun, wenn Dir jemand bestätigen würde, dass Dein Freund Alkoholiker ist? Ich weiß ja nicht, in wieweit Du Dich schon mit dieser Krankheit beschäftigt hast, aber ich möchte Dir sagen, dass Du für Deinen Freund nichts tun könntest. Darüber musst Du Dir im Klaren sein. Sollte er Alkoholiker sein, dann muss er sich um die Lösung seines Problems selbst kümmern.

    Alles Gute!

    LG
    gerchla

    Guten Morgen Alina,

    ich will mal versuchen Dir meine Sicht bezüglich Deines Vaters und auch was Deine eigene Rolle betrifft zu schildern. Es fällt mir aber sehr schwer.

    Vorher möchte ich Dir aber sagen, dass mich Deine Geschichte sehr bewegt hat. Es macht mich immer traurig, wenn ich lesen muss, was die Alkoholsucht besonders bei Angehörigen anrichtet. Und wenn es dabei um Kinder geht, wie in Deinem Fall, dann trifft es mich noch mehr. Ich bin selbst Alkoholiker, trinke jetzt aber schon lange nicht mehr. Ich habe eine Tochter, die ist jetzt etwa so alt wie Du, sie war noch ein kleines Mädchen als ich aufgehört habe mit dem Trinken. Und dann habe ich noch einen Sohn, der ist ein ganzes Stück älter als Du. Er war damals, als ich aufhörte, ziemlich genau in Deinem Alter. Das ist sicherlich ein Grund, warum mich Deine Geschichte so berührt.

    Ich möchte Dir einfach ein paar Dinge sagen. Weißt Du, es leider so, dass Du Deinem Vater nicht helfen kannst. Das hat noch nicht mal damit was zu tun, dass er in Russland lebt und ganz weit weg von Dir ist. Auch wenn er bei Dir im Hause leben würde, könntest Du nichts tun. Ich schreibe Dir das, weil ich das ja selbst erlebt habe. Ich liebte meine Kinder wirklich wie ich noch nie jemanden geliebt habe (tue ich natürlich immer noch), aber das reichte nicht aus um mit dem Trinken aufzuhören. Obwohl ich wusste, dass ich damit ihr Leben enorm belaste und das es ganz schlimm enden kann. Es ist so, dass nur Dein Vater selbst seine Sucht besiegen könnte. Wenn er das wirklich möchte. Ich denke, es ist für so eine junge Frau wie Dich schwer zu verstehen und dazu bist Du ja auch noch seine Tochter. Du willst helfen, willst ihn weg bringen von dem Zeug, glaube mir, ich verstehe Dich sehr sehr gut.

    Aber weißt Du, das ist nicht Deine Aufgabe und es gäbe ja auch keine Aussicht auf Erfolg. Erfolgreich könnte es nur sein, wenn er es selbst, von sich aus, angehen würde. Du startest jetzt gerade in Dein Leben, bei Dir geht es jetzt erst mal so richtig los. Lass Dir das nicht nehmen. Es ist schwer die richtigen Worte zu finden. Ich gehe jetzt einfach mal auf ein paar Aussagen von Dir ein:

    Zitat

    Grund für die Trennung war hauptsächlich sein Alkoholkonsum. Mit den Jahren wurde es immer schlimmer.


    Was Du hier beschreibst ist ein ziemlich normaler Verlauf dieser Sucht. Irgendwie geht es mal los, meist mit noch ganz überschauberen Mengen an Alkohol und mit der Zeit wird es mehr und mehr und schlimmer und schlimmer. Deine Mama hat damals Konsequenzen gezogen und sich getrennt, so nehme ich jetzt mal an. Kannst Du mit ihr darüber sprechen oder machst Du das alles mit Dir alleine aus? Ich denke mir, dass diese Trennung bestimmt auch für Deinen Vater nicht einfach war, schließlich hat er Dich damit erst mal "verloren". Bei mir war das auch so, es war ganz schlimm meine Kinder nicht mehr um mich zu haben. Aber es hat bei Deinem Papa nicht ausgereicht um ihm den Anstoss zu geben, sein Trinkverhalten zu verändern. Da siehst Du schon, wie mächtig diese Krankheit ist und wie hilflos Außenstehende sind, selbst die eigenen Kinder.

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    Nüchtern ist er so ein toller Mann, so humorvoll und intelligent. Ein guter Mann.


    Ja, ich weiß genau was Du meinst. So ist das oft. Hinter der alkoholisierten Fassade steckt oft ein ganz anderer Mensch. Je länger die Sucht andauert und je schlimmer sie wird, desto seltener kommt dieser Mensch zum Vorschein. Manchmal verschwindet er auch ganz, weil die Sucht das Wesen und den Charakter des Trinkers oft sehr verändert. Aber natürlich kennt man ja diesen Menschen und wünscht sich, er wäre wieder so, wie er einmal war.

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    immer wenn ich ihn besuchen komme, ist es ist als würden wir immer zusammenleben und es fühlt sich so normal und gut an


    Damit hast Du etwas, das viele nicht haben. Wie Du schreibst wird er auch nicht gewaltätig und ich nehme jetzt mal an, das er auch verbal nicht ausfällig wird. Das ist trotz der ganzen Tragik positiv, denn bei ganz vielen ist das anders. Aber gleichzeitig macht es das Dir natürlich schwer, weil er ja eigentlich ein lieber Mensch ist und Du nur möchtest, dass er nicht mehr trinkt. Und alles wäre gut.... Aber leider ist das eben nicht so einfach. Es gibt sicher Gründe weshab Dein Vater da hinein gerutscht ist. Warum es bei ihm so ist wie es ist. Darum müsste er sich kümmern. Er müsste erst mal nicht mehr trinken wollen und dann an sich arbeiten um dauerhaft nicht mehr trinken zu müssen. Dazu gibt es hier in Deutschland sehr viele Hilfsangebote, ich weiß nicht wie das in Russland ist. Aber auch hier müsste er es wollen und sich diese Hilfe selbst suchen. Er müsste zum Arzt gehen, er müsste in die Klinik zum Entgiften, er müsste anschließend eine Therapie beantragen usw. Das wären alles seine Aufgaben, keinesfalls Deine.

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    Diese bedingungslose Liebe die ich gegenüber ihm empfinde, weil er mein Vater ist, quält mich weil ich keine Lösung finde wie ich ihm helfen könnte, weil er so weit weg ist.


    Das verstehe ich gut, denn ein Vater ist ein Vater und noch dazu war er Dir gegenüber nie böse. Aber das ist genau der Punkt. Mit seiner Krankheit belastet er jetzt Dein Leben, Dein Wohlbefinden. Gleichzeitig kannst Du nichts tun. Du musst also lernen ihn loszulassen, ihm seins zu lassen und zu aktzeptieren das es ist wie es ist.

    Hier nochmal meine Frage, ob Du mit dieser ganzen Geschichte alleine bist. Oder ob Du z. B. Deine Mutter an Deiner Seite hast. Oder jemand anderen? Vielleicht wäre es auch gut für Dich, wenn Du Dich z. B. einem Psychologen gegenüber öffnen würdest. Meine Tochter hatte damals psychologische Hillfe, in dem Fall war es eine Kinderpsychologin. Ich weiß nicht wie sie ohne klar gekommen wäre, obwohl sie eine starke Mama an ihrer Seite hatte. Vielleicht kannst Du darüber ja auch mal mit Deiner Mutter sprechen?

    Ich kann Dir leider nicht mehr schreiben. Ich lese Deine Verzweiflung und ich möchte Dir sagen: Hol Dir Hilfe auch im "richtigen" Leben, nicht nur hier im Forum. Das was da bei Dir gerade passiert ist was großes, was richtig großes und da wäre es nur gut, wenn Du Menschen an Deiner Seite hättest, die mit Dir zusammen einen Weg für Dich finden. Damit Du lernst gut damit umzugehen und damit Du erkennen kannst, was gut für Dich ist, aber auch wo Deine Grenzen liegen.

    Ich wünsche Dir alles alles Gute!

    LG
    gerchla

    Hallo Husky,

    Depressionen sind häufig ein Begleiter der Sucht. Im Grunde ist es egal, ob er durch die Sucht depressiv wurde oder wegen Depressionen mit dem Trinken begann. Denn eine Behandlung seiner Depressionen kann erst nach dem Stillstand seiner Sucht beginnen.

    Solange er trinkt ist das sinnlos. Oft ist es auch so, dass die Depressionen mit Beendigung des Trinkens verschwinden.

    Es ist also wie es vorher schon war. Er hat es in der Hand und Du kannst nichts tun außer auf Dich selbst zu schauen. Du brauchst kein schlechtes Gewissen haben. Er kann einfach zum Arzt gehen und sich Hilfe holen. Das wäre ein normales Verhalten.

    LG
    Gerchla

    Guten Morgen Husky,

    ich möchte ein wenig auf das eingehen, was Du geschrieben hast:

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    In meiner ersten Nachricht war ich noch nicht mal sicher, ob das (Trink)Verhalten meines Freundes bedenklich ist oder ob ICH überreagiere


    Du hattest ja geschrieben, dass er nahezu täglich irgendwas zwischen 3 und 10 Bier trinkt. Und Du nicht sicher bist, ob es nicht noch mehr ist. Also ehrlich, wenn das nicht bedenklich ist, dann weiß ich auch nicht... ABER, eigentlich ist das gar nicht so wichtig. Wichtig ist nur, dass es DICH stört. Egal welche Menge, egal ob es unbedenklich ist oder nicht. Also, musst Du dafür sorgen, DEINE Wünsche durchzusetzen. Selbstverständlich funktioniert eine Partnerschaft nur, wenn man auch bereit ist mal Kompromisse einzugehen, jedoch sollten diese beiderseitig sein. Dein Partner ist bezüglich seines Alkoholkonsums absolut kompromisslos. Somit musst Du Deine Konsequenzen ziehen.

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    Aber ich werde mich tatsächlich nach einer SHG umsehen


    Das würde ich für sehr wichtig erachten!

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    Ich denke, es liegt ein elendslanger, mühsamer Weg von mir, der von Rückschlägen und neuerlicher Hoffnung geprägt sein wird,


    Das ist möglich, vielleicht sogar wahrscheinlich. Aber Du machst Dich wenigsten auf den Weg und wenn Du ihn konsequent zu Ende gehst und Dich trotz möglicher Rückschläge nicht beirren lässt, dann wirst Du dafür reichlich belohnt werden. So wie ich das auch wurde, nachdem ich geschafft hatte meine Sucht zu überwinden. Dieser Weg lohnt sich, glaube mir. Mit der Alternative die Du hättest, nämlich zu verharren und weiter vor Dich hin zu hoffen und zu leiden, würdest Du einfach nur weitere wertvolle Lebenszeit verschwenden. Nichts würde sich ändern, es ginge einfach immer so weiter. Dann lieber einen langen Weg einschlagen der am Ende aber eine mehr als positive Veränderung bedeutet.

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    Liebend gerne würde ich das mit ihm gemeinsam durchstehen, aber ich bin realistisch genug, dass das eher unwahrscheinlich ist


    Schon wieder ER - lass ihm sein Leben! Wenn er aufhören will mit dem Trinken, dann soll ER sich darum kümmern und aufhören. Hilfe dazu gibt es genug, er muss es wollen und die Hilfe annehmen. Und wenn er trinken will, dann soll er trinken.

    Du bist NUR für Dich verantwortlich. Kümmere Dich um Dich, damit hast Du mehr als genug zu tun.

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    Mein Freund hat mich letztens gebeten ihm Bier vom Einkaufen mitzunehmen


    Das Du für ihn Alkohol besorgst ist ein Co-Abhängiges Verhaltensmuster. Genau wie z. B. für ihn zu lügen usw. Du übernimmst damit seine Aufgaben, in dem Du Dich um seinen Alkoholnachschub kümmerst. Solltest Du auch für ihn lügen, dann würdest damit quasi seine Probleme zu lösen versuchen, z. B. das Problem dass er aufgrund seiner Sauferei nicht in die Arbeit kann oder nicht mit zu einer Verabredung etc. Das alles sind Merkmale einer Co-Abhängigkeit. Richtig wäre es, wenn er seinen Stoff selbst besorgt, denn er will ihn ja, nicht Du.

    Zitat

    Im Supermarkt ists zumindest billiger.


    Naja, ich denke das dient Dir jetzt eher als Rechtfertigung Dir selbst gegenüber. Weil Du wohl irgendwie schon weißt, dass es nicht richtig ist, wenn Du für ihn auch noch den Alkohol besorgst.

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    Ich war nur irritiert von der fehlenden Selbstkritik und fehlenden Reflexion.


    Ich nehme mal an Du meinst hier die fehlende Reflexion seinerseits, oder? Also bitte, für ihn ist doch alles wunderbar. Du hast mal wieder so funktioniert wie er es sich wünscht, was will man(n) mehr? Das, was ihm am wichtigsten ist hat er doch bekommen, seinen Alkohol. Alles gut aus seiner Sicht.

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    Am selben Tag hat er mir außerdem einen Zeitungsartikel geschickt, wo behauptet wurde, dass Bier ein besseres Schmerzmittel als Paracetamol sei. Will er mich damit ärgern oder sucht er nur nach Vorteilen des Trinkens?


    Warum beschäftigst Du Dich damit? Warum denkst Du darüber nach was er Dir damit sagen wollte? Wenn er überhaupt irgendwas wollte dann Dich manipulieren. Ich meine, Du musst doch eine eigene Meinung haben. Und so eine Aussage wirst Du doch für Dich einordnen können. Alleine schon wenn Du seinen "Gesamtzustand" ansiehst. Er ist Alkoholiker, nass, will nicht aufhören, hat keinerlei Ambitionen irgendwas an seinem Leben zu verändern was auch sein gutes Recht ist. Und DU? Du denkst über so schwachsinnige Nachrichten von ihm nach?

    Ich kann's nur wiederholen. Kümmere Dich um Dich un Dein Leben und lass ihm seins. Wenn er lieber säuft weil Bier bei Schmerzen angeblich besser wirkt als Paracetamol, ja dann darf er das doch. Ist doch seine Sache. Darum geht es doch gar nicht. Es geht doch um Dich, völlig egal was er denkt, glaubt, erreichen will etc.

    LG
    gerchla

    Hallo Mia69w,

    herzlich Willkommen bei uns im Forum. Schade, dass Du Grund hast hier zu schreiben, schön dass Du den Mut hattest es zu tun.

    Ganz kurz zu mir. Alkoholiker, 50 Jahre, trinke schon lange nicht mehr.

    Meine Gedanken zu Deinen Zeilen:
    Rücke Dein eigenes Leben, Deine eigenen Wünsche und Bedürfnisse in den Vordergrund. Es darf nicht wichtig für Dich sein, was Dein alkoholkranker Partner macht, wie er sein Leben gestaltet, ob er trinkt oder nicht. Ob er seine Versprechen hält oder bricht. Wichtig ist nur, wie Du dich damit fühlst, wie es Dir damit geht und was es mit Dir macht.

    So wie Du schreibst, ist das alles sehr schlimm für Dich und es belastet Dein Leben ganz enorm. Dein ganzes Wohlbefinden ist im Eimer, Deine Gedanken drehen sich um seine Sucht und wie es ihm geht und Du selbst kannst Dein Leben, Deine Wünsche, Deine Bedürfnisse nicht mehr so gestalten wie es für Dich gut wäre, wie Du es eigentlich möchtest.

    Aus meiner Sicht solltest Du also Konsequenzen ziehen. Wenn Du (noch) nicht Co-Abhängig bist, wird Dir das auch gelingen. Du solltest also den Zustand Deiner persönlichen Zufriedenheit anstreben. Und wenn das bedeutet, dass Du keinen trinkenden Alkoholiker mehr um Dich haben willst, dann solltest Du entsprechend auch handeln. Und zwar ohne darauf zu achten, wie es ihm damit geht. Denn es geht hier ja um DICH.

    Er, wie ich Dir als ehemals trinkender Alkoholiker versichern darf, hat es selbst in der Hand. Und er ist sogar der EINZIGE der es in der Hand hat. Will sagen, nur er allein kann seine Situation verändern, wenn er denn möchte. Ja, er ist krank, so wie ich auch. Aber er ist auch verantwortlich für seine Krankheit, so wie ich auch. Niemand anders als ich selbst war es, der zur Flasche griff, niemand hat mir das Zeug mit Gewallt eingeflösst, keiner hat mich gezwungen immer weiter und immer mehr zu trinken. Ich alleine wollte das so.

    So ist es auch bei ihm. Und sag mir: ist es fair das er damit auch Dein Leben kaputt macht? Mit seinem kann er ja machen was er will, aber Deines gehört nur DIR.

    Das waren meine Gedanken.

    Alles Gute wünsche ich Dir und eine guten Austausch hier im Forum.

    LG
    gerchla