Beiträge von aixman

    Hallo,

    du sprichst mir aus der Seele. Ich war Ende letzten Jahres in einer Privatklinik, die mir sehr geholfen hat und in der ich nach einer nicht so sehr langen Zeit des krankhaften Alkoholkonsums den Ausweg gefunden habe. Ich habe keinerlei inneren Impuls mehr zu trinken, auch wenn ich Alkohol sehe oder in trinkender Gemeinschaft bin. Ich habe das auch in der Klinik schnell gemerkt und bin nach Entzug und Gruppen- sowie Einzeltherapie mit dem abschließenden Statement und dem Optimismus gegangen, dass ich durch bin und das Thema Alkohol hinter mir gelassen habe.

    Die Aussagen "Suchtdruck und Rückfall sind normal/werden kommen/gehören dazu/musst du akzeptieren/sind Teil der Krankheit" waren aber bis zum Schluss (auch im Abschlussgespräch gemeinsam mit meiner Frau) omnipräsent und für mich eine der Erklärungen, wieso in der Klinik so viele Leute waren, die rückfällig geworden sind.

    Ich lasse mich davon aber nicht beeinflussen, sondern gehe meinen eingeschlagenen Weg unbeirrt weiter. Schließlich bin ich es selber, der jedewede Veränderung zum Guten wie zum Schlechten in der Hand hat. Es gibt keine Pille dafür und auch therapeutisches Handauflegen kann nicht helfen. Die Selbstverantwortung ist etwas, das ich während er Zeit in der Klinik klar erkannt und als meine Kernaufgabe definiert habe.

    Letztlich: die Kliniken sind auch Wirtschaftsunternehmen und leben ja u.a. von Rückfällen....;-)

    LG Jochen

    Hab gestern durch Zufall auf Facebook ein paar super Stücke von Pink Floyd mit e-Gitarre von David Gilmour gehört. Es ließ mich davon schweben wie vor 45 Jahren. Herrliches Gefühl, sehr dopaminlastig, besser als jeder Alkohol 😀

    Hallo Tom,

    Alkohol als Beruhigungsmittel zum dämpfen ist erst 2023 in mein Leben getreten. Bis dahin war es der gelegentliche Konsum im Freundeskreis oder z.B. das Feierabendbier im Sommer.

    Überforderung im Job durch - für mich unangenehme- Umstrukturierungen zum Ende meines Arbeitslebens war der entscheidende Auslöser, ich bin selber über kalten Entzug da rausgekommen und hatte zweimal mehrere Wochen und Monate problemlos ohne Alkohol überstanden. In zwischen bin ich seit 1.3.25 in Rente mit 63. Im September 2025 hatte ich dann eine Fuß-OP wegen eines Sehnenrisses und war mehrere Wochen mit einer Orthese und hochgelegten Beinen zu Hause "eingesperrt". Der Frust hat mich zum Trinken einer Flasche Wein veranlasst, damit begann die Spirale mit immer mehr in immer kürzeren Abständen. Heute weiß ich: dies war wieder ein Rückfall und mit der ersten Flasche Wein hat ein Teil meines Gehirns übernommen, das ich bewusst nicht kontrollieren kann. In der zweiten Dezemberwoche war dann der Absturz, der meine Frau veranlasste, einen Platz in einer privaten Entzugsklinik zu organisieren, was meine private Krankenversicherung glücklicherweise bezahlt hat. Der Entgiftung folgten 2 Wochen Therapie, in denen bei mir ein Schalter umgelegt wurde, ich habe die Krankheit verstanden und dadurch wieder zu mir zurück gefunden. Im Moment fühle ich so gut wie ewig nicht mehr, weiß aber auch, dass ich nicht leichtsinnig werden und mich in Sicherheit wiegen darf.

    Ich werde keinen Alkohol mehr trinken und habe einen "Werkzeugkasten" an der Hand, um bei Suchtdruck oder Rückfallgefahr angemessen reagieren zu können. Für die Nachsorge habe ich einen Psychologen ausgesucht, bei dem ich regelmäßig Termine haben werde. Meine Frau ist in alles zu 100% eingeweiht, ich habe keinerlei Geheimnisse (mehr) und werde es auch artikulieren, wenn ich z.B. Suchtdruck aufkommen spüre. Dies ist für mich eine große Stütze.

    Bin neu hier nach 3 Wochen Privatklinik mit 1 Woche Entgiftung/Entzug und 2 Wochen Therapie. Fühle mich gut und derzeit stark und suche Möglichkeiten zum Austausch auch über regionale Gruppen hinaus. Meine Frau, die mir in dieser Zeit eine außerordentliche Stütze war, ist auf dieses Forum gestoßen, und es hat mich auf Anhieb angesprochen. Ich hoffe hier auf ein Geben und Nehmen zur erfolgreichen Abstinenz aller hier.