Hallo,
du sprichst mir aus der Seele. Ich war Ende letzten Jahres in einer Privatklinik, die mir sehr geholfen hat und in der ich nach einer nicht so sehr langen Zeit des krankhaften Alkoholkonsums den Ausweg gefunden habe. Ich habe keinerlei inneren Impuls mehr zu trinken, auch wenn ich Alkohol sehe oder in trinkender Gemeinschaft bin. Ich habe das auch in der Klinik schnell gemerkt und bin nach Entzug und Gruppen- sowie Einzeltherapie mit dem abschließenden Statement und dem Optimismus gegangen, dass ich durch bin und das Thema Alkohol hinter mir gelassen habe.
Die Aussagen "Suchtdruck und Rückfall sind normal/werden kommen/gehören dazu/musst du akzeptieren/sind Teil der Krankheit" waren aber bis zum Schluss (auch im Abschlussgespräch gemeinsam mit meiner Frau) omnipräsent und für mich eine der Erklärungen, wieso in der Klinik so viele Leute waren, die rückfällig geworden sind.
Ich lasse mich davon aber nicht beeinflussen, sondern gehe meinen eingeschlagenen Weg unbeirrt weiter. Schließlich bin ich es selber, der jedewede Veränderung zum Guten wie zum Schlechten in der Hand hat. Es gibt keine Pille dafür und auch therapeutisches Handauflegen kann nicht helfen. Die Selbstverantwortung ist etwas, das ich während er Zeit in der Klinik klar erkannt und als meine Kernaufgabe definiert habe.
Letztlich: die Kliniken sind auch Wirtschaftsunternehmen und leben ja u.a. von Rückfällen....;-)
LG Jochen