Beiträge von ichso

    Wir lernten damals in der Gruppe: Wir reden miteinander, nicht übereinander.

    Da das aber schon viele Jahre zurück liegt und ich fast vermute, der (damals schon) ältere Mann ist inzwischen wahrscheinlich verstorben, krame ich mal im Gedächtnis. Was mir lebhaft in Erinnerung blieb, war, dass er mit seinem Rentendasein nicht gut zurechtkam. Er hatte ewig eine liebe Frau, aber das war für beide schwierig, als er dann täglich zuhause war. Er fing an, Vogelhäuschen zu bauen, was ihn intellektuell ziemlich unterforderte. Die Hochzeit war im engsten Familienkreis mit anstehendem Umzug der frisch Vermählten. Soweit von aussen. Als Mensch war er überaus klug, ein ruhiger Mann mit feinem, leisen Humor. Niemals aufbrausend oder genervt. Das ist alles, was ich noch im Kopf habe. Alles andere wäre spekulativ.

    Wichtiger finde ich sowieso, bei sich selbst zu bleiben. Und im jetzt. Es hat uns damals halt echt geschockt, er war unser Vorbild für vieles.

    Das hoffe ich auch immer, dass es jemandem gut tut hier zu lesen 🤘😊

    Und zu dem Rückfall "sozusagen aus dem Nichts": da konnten wir schon in der Gruppe klären, welche Anzeichen im Nachhinein zu erkennen waren. Ohne das ich jetzt AmSees Artikel gelesen habe, bin ich sicher, dort wird es bestimmt gut erklärt.

    So wie bei Bighara auch ist es bei mir mit der Zeit immer einfacher geworden, gottseidank. Denn wie AmSee empfinde ich ja auch mein Leben ohne Suchtmittel als Bereicherung und habe superselten Lust auf das Elend. Ist tatsächlich bei Zucker eine andere Hausnummer. Und wenn ich Sehnsucht habe mich zu betäuben, dann schaue ich - mittlerweile durch das erarbeitete Wissen, die therapeutische Arbeit, der Achtsamkeit um meiner selbst willen (weil ich mich ja lieben gelernt habe und als wertvoll empfinde) - genau hin, wo der Schuh drückt. Und dann gucke ich, ob ichs annehmen oder ändern kann. Dafür die vielen "Werkzeuge". Und dann löse ich es für mich ohne Suchtmittel. Und dann klopfe ich mir ordentlichst auf die Schulter, weil Eigenlob stimmt^^ ☺️

    Jetzt wird es etwas schwierig ^^ Denn mein "war ich frei" bezog sich ja auf den Cassius Clay Beitrag von Brant. Wird mich freuen, wenn er ihn hier nochmal einfügen mag, er passt wie die Faust aufs Auge^^ zu deinem Blog.

    Ich kann nur für mich schreiben. Hatte mal beim Blauen Kreuz einen Mensch erlebt, der nach 23 Jahren trocken am Morgen beim Aufräumen nach einer Hochzeitsfeier (die er komplett nüchtern mitfeierte) anfing, die Reste aus den herumstehenden Gläsern auszusaufen. Einfach so. Sozusagen aus dem Nichts. Wir haben das längere Zeit mit ihm und seiner Frau in den Gruppengesprächen versucht zu verstehen, denn wir waren alle ziemlich geschockt!

    So bin ich mein Leben lang achtsam. Und mein "ich war frei" bezog sich darauf, dass ich nicht mehr gegen die Erkenntnis kämpfe, dass ich gegen Suchtmittel irgendwie (durch kontrollierten Konsum z.B.) "gewinnen" könnte. Meine Freiheit besteht also in dem Wissen, das ich kapituliere. Ich bin süchtig mit einer Nulltoleranzgrenze. Und seit ich das verstanden habe, brauche ich nicht mehr um/mit den Suchtmitteln kämpfen, wer der/die Stärkere ist. Ok, Suchtmittel, du bist stärker. Alles klar, ich gehe dir komplett aus dem Weg. Deshalb seit vielen Jahren: Nur heute nicht.

    Und deshalb auch immer mal wieder Gruppe oder dieses Forum. Hochmut kommt vor dem Fall. In meinem Kopf.

    Puuuhhh, viel Text...

    Achjee... Hattest du auch Geburtstagsgäste? Das tut mir leid wegen dem schlimmen Ereignis... Nichtstun/faul sein wollen/müssen ist bei mir völlig in Ordnung. Dieses ich sollte oder müsste noch dies und das hat mich auch damals in die Sucht geschickt. Wobei diese Gedanken leider auch extrem hartnäckig sind. Ich drück dich mal unbekannterweise wenn du magst 🌈

    Lasse mal kurz ein paar Gedanken hier: Lecker Essen ist gekocht und im frisch geschrubbten Tiefkühler eingefroren. Wohnung ist tippitoppi aufgeräumt und geputzt.

    Und ich so?^^ Bin übelst nervös. Schwanke zwischen alles super und Katastrophenalarm. Und ja, der Kopf weiß, das ist (auch) einer meiner psychischen Diagnosen geschuldet. Und doch will die Seele am liebsten flüchten... Aus Angst vor Streit und Missfallen und daneben benehmen und so Sachen.

    Danke fürs Lesen. Ich gehe besser jetzt mal laufen. Statt saufen 👍

    Habe eben nochmal "Endgegner" gegoogelt, kenne den Begriff nur von meinen Söhnen früher. Meine Gedanken dazu stehen in kursiv.


    -Ein "Endgegner" ist im Videospiele-Jargon ein besonders starker Gegner, der am Ende eines Spielabschnitts oder des gesamten Spiels besiegt werden muss.- Die Gnade meiner frühen Geburt: Musste/wollte noch nie im Leben im Internet/auf einer Spielekonsole einen Endgegner besiegen, lächel...

    -Im übertragenen Sinn kann "Endgegner" auch für eine Person oder Situation stehen, die das ultimative Hindernis oder den größten Herausforderer darstellt.- Und da geht es los: Solange ich dachte, ich will Siegerin über die Suchtmittel sein - indem ich versuchte, kontrolliert zu kiffen/saufen/rauchen, habe ich mir selbst mein Leben extremst schwer gemacht. Als ich jedoch begriff, da komme ich egal mit was nicht gegen an und los gelassen habe - war ich frei 🤘😎

    "Abstinenz ist nicht der Weg in den Himmel sondern der aus der Hölle." Plus Cassius Clay als Endgegner^^

    Lieber Brant, ich danke dir herzlich für diese großartigen "Text-Bilder" 😎 Ich kannte beide nicht, und nehme die echt gern für mich mit 🤘😊

    Am Montag wird es spannend. Ich hatte mir schon so oft vorgenommen, nichts zu trinken und dann war mir abends nach der Arbeit doch wieder alles egal, weil ich so fertig war.

    Moinsen Klara,

    Wandern ist klasse 🥰 Wenn du nach der Arbeit das Gefühl hast, erschöpft zu sein (auch wenn dein Kopf meint, dass da wenig Stress war) hilft evtl. ein "Mädchen-Ritual": In die Wanne legen mit leiser Musik. Wenn du keine Badewanne hast (so wie ich leider auch schon länger) magst du evtl. eine Tuchmaske (gibt es günstig fertig zu kaufen in den Drogerien) auflegen und ab auf die Couch? Ansonsten findest du bestimmt in den Artikeln wie Emily schrieb etwas Passendes. Manchmal will es etwas Scharfes/Schockierendes sein, manchmal ein Seelenstreichler.

    Moinsen. Kein Bild, aber ich schwör^^ ich bin eifrig in eigenen Geburtstagsvorbereitungen 🤘 Alle Gäste haben zugesagt 🥲 und ich bereite alles gut vor, damit mein kaputtes Herz nicht allzu gestresst wird. Noch viermal schlafen 😉 und die Vorfreude darf gut im Bauch rumglucksen^^

    So ein weiter Weg vom Entzug bis zum Wohlwollen von Teilen meiner Familie - ich wünsche, es bleibt anderen süchtigen/entzogenen Elternteilen erspart...

    Auch von mir ein freundliches Willkommensmoinsen^^ Klara* 😊

    Evtl. ist das Sternchen an deinem Nicknamen nur dem Umstand geschuldet, dass es hier eine Klara schon gab? Für mich steht das Sternchen aber auch für "geboren am" sein. Und so wünsche ich dir trotz aller Qualen in der ersten Zeit ohne Sucht (wieder mal) vor allem Durchhaltevermögen in ein neues Leben 🍀🍀🍀

    Ich bin schon eine alte Häsin in Sachen Sucht. Was mir aber immer noch gut tut, sind Buchstaben 🥰 Nicht irgendwelche selbstredend^^ Sondern die hier im Forum 😎 Wissen ist Macht und nichts wissen macht was 😢 So freue ich mich, von dir zu lesen, ob du dir für die kommenden Abende ein paar Ideen vorgestellt hast? Schreib dir gern erstmal Zeug von der Seele, wenn dir danach ist - mir hilft es immer noch 🤘

    Aufschreiben und aufschreien ist manchmal dasselbe -Kristiane Allert-Wybranietz-

    Netten Gruß, ichso

    Und? Was hast du nun vor, weniger trinken oder völlig aufhören?

    Moinsen. Dem habe ich (erstmal^^) nichts hinzuzufügen. Oder doch: Die allermeisten brauchen den "tiefsten Punkt" um zu verstehen und vor allem, um ändern zu wollen. Und obwohl ich deinen Nicknamen tatsächlich unterirdisch finde, wünsche ich dir unbekannterweise, dass dein evtl. tiefster Punkt dir nicht komplett die Hosen auszieht. Oder deine Seele zersplittern lässt. In echt. 🍀🍀🍀

    Moinsen. Aus Liebe zu manchen Traditionen^^ hatte ich eben die Vorschau für heute gelesen: Münster, Klamauk, Boerne im Vollrausch ein "Fiderallala" (Titel). Ansonsten wohl zusätzlich Mengen "lustiger" Alk 🤢 plus zwei Tote.

    Ich bin raus. Evtl. auch weil ich mir gestern stundenlang 75 Jahre ARD Show angetan habe. Erstaunlich, wie alt Menschen werden^^ Die meisten hatten Last, die Showtreppe unfallfrei hinunter zu gehen. Traurig. Ich empfehle auch hier gern wieder: Laufen statt saufen^^

    Und tatsächlich ist es mir auch egal, ob es der Gärtner war. Bin noch müde und traurig von gestern. Morgen wieder Deutsch lernen mit der Nachbarin. Wird mich aufbauen 🌈👵🏻

    Kurz vorm Tagesende noch schnell hier reingelesen. Ja, ich hätte mir das früher auch nie vorstellen können. Es ist tatsächlich ein worst case in meinem Leben.

    Deshalb bin ich auch zwiegespalten mit dem aufschreiben hier. Manchmal tut es mir gut und manchmal ist es auch ein 'Brandbeschleuniger". Werde auch deshalb nichts zu dem Stiefvater schreiben. Das ist alles schon Jahre her. Und im Hier und Jetzt werde ich in ein paar Tagen 61 Jahre alt und bin schon einige Jahre Großmutter.

    Und trotzdem danke für deine emphatischen Rückmeldungen 💐 Der Tag ist fast herum. Evtl. war es die runde Zahl, oder weil meine anderen Kinder kürzlich erzählten, dass sie ihm begegnet sind. Merke gerade beim erklären wollen, wie es wieder traurig wird.


    So sage ich für heute gute Nacht 🌠👋

    !Achtung! Evtl. Trigger! Beschreibung einer Panikattacke und ihrer Überwindung 💜

    Nachtrag knapp 3 Stunden später. Gedankensplitter kamen überfallartig. Und Bilder. Nach 10 Monaten das liebevolle Abstillen. Ich damals noch suchtfrei. Der Scheiß kam erst später. Einer meiner besoffenen Stiefväter: "Die Queen" Ihr kennt diesen ätzenden Ton, der Kinder (mich) fertig machte? Tränen, Tränen, Tränen. Herzschmerzen (physisch? psychisch?). Angst. Wut. Scham. Ich wollte so gern mal wieder schreien. Keine Chance, die Wohnung zu verlassen. Blei an den Beinen. Also nachgegeben. Meine Arme und meine Kopfhaut sehr fest massiert (statt schreien). Denn ich darf ja traurig sein.

    Doch nicht zu lange. Wegen dem operierten Herz. Also Radio wieder an. Wäsche zusammengefaltet, bissi aufgeräumt. Und eben der Schlussgedanke: Mein Stiefvater war ein krankes A..., und ich war das auch. Er hat nie aufgehört mit saufen. Ich schon. Und genau das unterscheidet mich auch von meinem Sohn. Ich kann ihn nicht retten. Das kann er nur selbst. Oder nicht. Habs jetzt mal wieder Jesus gegeben. Und mir überlegt, was denn das Allerfeinste ist, das ich meinem Sohn wünsche? Ich wünsche ihm, dass er wach wird 💔🌈 und nicht mehr konsumieren will.

    Genug für heute hier. Ich wünsche uns allen einen guten Tag.

    Moinsen. Ich las gerade irgendwas von Gefühlen, und da will ich euch dran teilhaben lassen. Es ist jetzt kurz nach sechs Uhr morgens und ich bin klar und fröhlich in der Birne. Und tiefenentspannt 😎 Klar, die Arthrose jammert rum, weil ich mich im Schlaf jetzt stundenlang kaum bewegt habe. Aber so what: Radio an, beim Kaffee machen und später beim Bett lüften rumtanzen, ist in meinem Kopf für Körper und Seele gleichzeitig ein guter Start.

    Habe heute Zeit zum grübeln. Mein jüngster Sohn, den ich viele Jahre nicht gesehen habe, wird heute 30 Jahre alt. Ich wünsche ihm aus der Ferne und doch aus tiefstem Herzen das Allerfeinste 💜

    Und gestern der Besuch bei meiner Tochter hallt auch nach. Wir hatten beim Malen (sie hat für sich die Kunst entdeckt, wie cool ist das denn??) tiefsinnige Gespräche.

    Ja, aber was fühle ich "eigentlich"? Als erstes fühle ich immer Dankbarkeit, auch für blöde Sachen. Dankbarkeit für mein Tun und Sein, für Liebe und Schmerz, für Wut (die kommt seltenst noch vor) und für Angst - ok, die ist meine Lebensbegleiterin in hohem Maß. Das ist halt so.

    Naja, laberrhabarber... Ich mache mal Radio und Wasserkocher an^^ und freue mir gerade einen Keks, dass ich nüchtern bin 🤘 Was für ein riesiges Geschenk - von mir an mich ❤️‍🩹

    Ja tatsächlich. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Lange Zeit fügte ich hinzu: Guck, tot.

    Manchmal, wenn ich hier von Start- u/o Fehlversuchen lese, spüre ich nochmal, wie unfassbar schwer mir das anfangs schien, ohne Suchtmittel (über)leben zu können/wollen. Und obwohl ich anfangs nüchtern vor Scham (der Kopf weiß ja, das Sucht eine Krankheit ist, die Mutterseele wollte sich das aber keinesfalls "schönreden") am liebsten nicht mehr leben wollte - bin ich nun wirklich dankbar... Für die Scherze, die wir entwickelten in unserem besonderen Familienverbund und die kleinen Gesten, die meinen: 🎶Hurra, wir leben noch🎶 und das gar nicht so schlecht...

    Moinsen. Ich lasse mal einen "mein Arm tut weh von der ersten Gürtelrose-Impfung"-Gruß hier.

    Ansonsten bin ich guter Dinge. Plane meinen Geburtstag mit 6 Familienmitgliedern. Ich werde nach einigen Jahren wieder mal selbst kochen. Also ich für mich koche ja sowieso mind. alle 2 Tage. Aber gefeiert hatte ich die letzten Jahre fast immer gewollt allein. Da war viel Scham und Wut, also auf allen Seiten. Irgendwie habe ich jetzt gerade wieder das Gefühl von Erntezeit. Also im Guten. Großes Geschenk in meinem Kopf. Evtl. auch, weil es fast 20 Jahre dauerte.

    Es war ein schönes Ende ... ohne happy end. Ein Ende was mehr Fragen aufwirft ... das lässt die Geschichte im Kopf weitergehen.

    Im Nachgang dachte ich: Typischer Cliffhanger.

    Nee, Tatort ist auch nicht mehr meins. Immerhin, dieses Jahr wird er 75. Hat mich viele Jahre wirklich treu fast immer gut unterhalten. Alles hat wohl seine Zeit.