Beiträge von Atreju

    Wie füllst du die gewonnene Zeit aktuell?

    Nun, da ich ja fast immer nur beim zocken oder Filme schauen getrunken habe, ist diese Zeit ja nicht jetzt quasi frei. Ich habe ja das Zocken und Filme schauen deswegen nicht aufgegeben.
    Das einzige was neu ist, ich muss keinen Rausch ausschlafen, schlafe aber dennoch noch gerne am Wochenende so lang wie vorher auch.
    Ich will meinem Körper hier auch die maximale Regeneration gönnen. :)

    Tag 20 (Montag):

    Unglaublich, fast schon 3 Wochen. Ich hätte nicht gedacht, dasss das Nichttrinken nichtmal schwer ist, wenn man wirklich weiß, dass man nicht mehr trinken will.

    Was mir schon bei anderen Süchten ( wie beim Rauchen ) geholfen hat, ist den Zeitraum in kleine Einheiten aufzuteilen, also für mich waren Tage am Anfang zu lange, also habe ich immer den Anfang meiner Abstinenz in Stunden gemessen ( da kann man sich selbst öfter feiern^^ ). Und was mir auch beim Rauchen dabei geholfen hat aufzuhören, war das Wissen, das neue Gewohnheiten oder Entwöhnungen mindestens 6 Wochen beötigen um sich im Gehirn zu manifestieren. Dannach wird es definitiv sehr viel besser, was das craving angeht. Beim Rauchen wurde es bei mir bei ca. 600 Stunden viel besser.

    Krank ist auch, wenn man mal ausrechnet wieviel Alkohol das jetzt wäre, den man nicht getrunken hat.
    In meinem Fall also ca. 6 Kästen Bier = 2,4 kg reiner Alkohol = 6 x 1 Liter Schnaps (40%).
    Das musste mein Körper schonmal nicht mehr entgiften. Yeah.

    Wünsche euch eine angenehme Woche :)

    Ja, nein, vielleicht - keine Ahnung!!!

    Das hängt doch von eurer Beziehung ab, wer wie was formuliert ... wird es vorwurfsvoll, sachlich-nüchtern, ist der Partner selbst gerade gestresst und nicht gerade offen für diese Gespräche, jetzt in diesem Moment? Habt ihr die Ruhe und auch die Muse, sachlich zubleiben, ohne Schuldzuweisung?

    Gibt es überhaupt einen richtigen Moment?

    Danke, ja da hast du Recht. Ich entscheide das in den nächsten Tagen spontan.

    Hi Paul,

    hmm, wenn man, wie du schreibst, während der ersten Wochen der Abstinenz erstmal reizbarer, hinterfragender, zweifelnder, oft auch "schwarzsehender" ist, sollte ich ggf. die Beziehungsgespräche erstmal noch lassen um nichts schlimmer zu machen? Es hängt hier halt auch mein Sohn (2. Klasse) mit drin.


    Aber ich kann hier auch nicht ewig warten, es belastet mich sehr und ich hab es schon über 1 Jahr aufgeschoben konkrete Gespräche zu führen, weil ich in den vergangenen 2 Jahren erstmal meiner Mutter das Leben retten musste (das war psychisch für mich auch keinesfalls leicht). Das hab ich jedoch nun erfolgreich abgeschlossen. Sie ist nun aber versorgt und hat auch wieder einen Lebenswillen.

    Heute ist Tag 13 (Montag).
    Ich habe somit mein 2. Wochenende ohne Alkohol schonmal geschafft. Ich halte mich immernoch weiterhin an meine Ersatzgetränke Wasser/Gemüsesaft/Tee, damit geht es.

    Ich hab mir einige Filme über Alkoholismus reingezogen und bin ehrlich gesagt schockiert, wie drastisch Alkoholiker ihren Mitmenschen, sogar ihren Liebsten (Familie & Co) Schaden zufügen nur um weitertrinken zu können. Unfassbar. So will ich auf JEDEN Fall NIE werden.
    Körperlich fühlt es sich gut an aktuell, aber psychisch gerade nicht so gut. Wahrscheinlich liegt das auch an den Filmen, aber sicher auch an privaten Problemen die nun viel stärker fühlbar sind. Ist das normal, dass man nach Alk-Stopp viel emotionaler / gefühlsduseliger wird? Sollte man da gleich die Probleme z.B. schon länger bestehende Beziehungsprobleme mit dem Partner bereden oder lieber abwarten, bis man weniger traurig / sentimental ist?

    Insgesamt bin ich heute ziemlich down, ich wollte mich schon fast krank melden (konnte schlecht schlafen / Gedankenkarussell).
    Bin nun dennoch am Arbeiten, das lenkt zumindest von den Problemen ein wenig ab.
    wobei es hier am Arbeitsplatz zusätzlich neue Probleme gibt: Die Firma in der ich seit über 10 Jahren arbeite scheint derzeit auf dem absteigenden Ast zu sein. Das Betriebsklima wird immer schlechter und keiner weiß wo die Reise hingeht und wie lange es noch gut geht.

    Tag 9.

    Mittlerweile hab ich schonmal mehr als 200 Stunden ohne Alk. geschafft. :)
    Bisher kann ich schonmal sagen, dass der Schlaf wohl besser wird, auch wenn ich noch etwas verstärkt schwitze nachts. Auch die Verdauung läuft gefühlt besser. Leistungsmäßig (lange laufen) ist zumindest keine Verschlechterung eingetreten, obwohl mein Körper sich nun umstellen und sicher auch einiges reparieren muss. Bin am Sonntag in ca. 3 Stunden über 30 km gelaufen.
    Wobei ich sagen muss, dass das natürlich auch nass kein Problem für mich war. Bis hin zum Marathon war alles drin, trotz 6-8 Bier am Abend. Das soll jetzt aber für niemanden ein Grund sein wieder zu saufen! Denn natürlich überwiegen die Nachteile dennoch um Längen auch wenn man sich körperlich zusätzlich zur Sucht fit hält. Zum Beispiel ist man ja morgens dennoch dehydriert vom saufen und Laufen dehydriert zusätzlich, daher war morgens laufen gehen eher schwierig (mal abgesehen, dass dann früh aufstehen nach dem abendlichen Bierkonsum eh schwer fällt). Und viel schlimmer fand ich eher noch die psychischen Nachteile durch die Sucht, wie Verringerung des Selbstbewusstseins (sich schämen) und des Selbstwertgefühls.

    Tag 3 ist vorbei.

    Eigentlich dachte ich Tag 3 wird besonders schwierig, denn es war Freitagabend. Der Tag wo ich immer am meisten trinken konnte, da Samstagvormittag in der Regel nichts anstand und ich somit gut und lange ausschlafen konnte.
    Ok, gut und lange ausgeschlafen habe ich auch heute, aber nicht um wieder normal zu werden (nüchtern zu werden), sondern einfach weil es gut tat, bis 11 Uhr liegenzubleiben. Theoretisch hätte ich auch um 8 Uhr aufstehen können.
    Gestern habe ich mir dann noch einen Film über Alkohol reingezogen "One for the road" und noch etwas gelesen (echt hart zu sehen, wie man sich als trinkender Mensch blamieren kann) und sogar 20 Minuten gezockt. Ok zocken ohne dicht zu sein fühlt sich erstmal seltsam an (obwohl meine "Spielleistung" wohl besser war), so verlor ich recht schnell die Lust daran.

    Dann hab ich mir mal ausgerechnet wieviel kcal ich bereits eingespart habe in den vergangenen 3 Tagen. Das ist auch immens, wenn man sich das immer mal wieder vor Augen hält.
    Da ich ca. 6 - 7 Flaschen Bier pro Tag getrunken hatte (Freitag gerne auch mal 8) wäre so schon wieder ein Kasten Bier zusammen gekommen.
    Das bedeutet 200 kcal pro Flasche x 20 = 4.000 kcal (abzüglich 4 Liter Gemüsesaft (800 kcal)), so komme ich nach nur 3 Tagen auf ein Kaloriendefizit von 3.200 kcal. Und da ich aufgrund von besseren Leistungen im Ausdauersport eh ein paar Kilogramm abnehmen möchte (wiege 70 kg derzeit) ist das ein weiterer supertoller Ansporn weiterzumachen.

    Auch ist es angenehm nicht mehr jede Woche mindestens 2 Kästen Bier ins Haus bugsieren zu müssen, welche sich quasi automatisch in den kommenden Tagen in Leergut verwandelt hätten, welches natürlich wieder entsorgt werden musste. Dazukommend natürlich hin und wieder viele Körbe von Einzelflaschen die man hier und da zusätzlich gekauft hatte. Denn wenn man das Wochenende und Feiertage falsch kalkuliert hatte, musste man schonmal Sonntags zur Tanke um eine sogenannte "Herrenhandtasche" ( = Sixpack Bier) zu besorgen.

    Bin nun bei ca. 84 Stunden ohne. Freue mich schon darauf die 100er Marke heute Nacht hinter mir zu lassen. :D
    Es ist noch nicht viel, aber dennoch bin ich schonmal ein wenig stolz auf mich.

    Weiter geht´s... Let´s gooooooo! :)


    Achja, mein Alter hatte ich in der Vorstellung noch nicht erwähnt: Ich bin 46 Jahre alt und ich will noch seeeehr alt werden (gesund natürlich).


    und habt ein schönes Wochenende :)

    Hi AmSee,

    wie sorgst du heute bzw. im Moment für dich? Planst du bewusst Aktivitäten ein, die du als angenehm empfindest, die dir Freude oder Spaß machen?

    Ja, ich plane schon seit Jahren bewusst angenehme erfüllende Aktivitäten (2 x Ausdauersport jede Woche) in meinen Wochenplan mit ein.
    Aber logischerweise finden die außerhalb der Zeiten statt, wo ich früher konsumierte -> Abends.
    Zusätzliche angenehme Aktivitäten in der Zeit des ehemaligen Konsums hab ich (bis auf mehr Hörbücher / Podcasts zum Thema Alkohol hören) noch nicht geplant. Ist halt spät Abends (22 Uhr - 01 Uhr ca.).

    Normalerweise hab ich da immer Computerspiele gespielt oder Filme / Serien geschaut. Das geht aber auch ohne Alkohol.

    Hallo Helga,

    ich hatte irgendwann wieder Stress in der Arbeit und dann sah ich beim Einkaufen mein Lieblingsbier ist im Angebot.
    Und da dachte ich naja einmal kannst ja wieder was trinken. Hab den 4er-Pack direkt am Abend leer gemacht. Hätte ich noch eine 5. Flasche gehabt, hätte ich die auch noch getrunken. Interessanterweise hatte sich in den 5 Monaten Abstinenz die Toleranzentwicklung scheinbar überhaupt nicht zurückentwickelt, wie man das von anderen Drogen ja kennt. Dachte 2 Bier oder so reichen dann wenigstens die erste Zeit. Aber nö, war bei mir nicht so. Diese Sucht scheint sich direkt unwiederbringlich einzubrennen im Gehirn.
    Tja und dann fing halt die Regelmäßigkeit direkt wieder an.

    Was will ich anders machen:
    Damals bin ich umgestiegen auf die selbe Menge alkoholfreies Bier abends. -> Diesmal Wasser, Gemüsesaft und ggf. Tee
    Und diesmal diesen ersten Pack Bier eben einfach nicht kaufen, egal wie billig er ist.
    Und ich will diesmal Tagebuch führen und mich hier outen (viell. hilft das auch irgendwie).


    In einer Selbsthilfegruppe war ich noch nie, hab bisher immer alle meine angefangenen Süchte selbst und eigenständig wieder beendet (z.B.: Zigaretten rauchen).

    LG und danke für deine freundliche Antwort

    Hi zusammen,

    mein Forumname ist Atreju und ich habe gestern beschlossen nichts mehr zu trinken, bin also heute bei Tag 2.
    Ich weiß das es bei mir zuviel ist und das schon ziemlich lange.
    Ich trinke nun schon ca. 25 Jahre.
    Ihr kennt das sicher, es steigerte sich die Frequenz und auch die Menge kontinuierlich von ab und zu mal zu jedes Wochenende und wurde über die letzten 10 Jahre zu täglich.
    Schlussstand war aktuell 5 - 7 x 0,5 Liter Bier pro Tag (manchmal auch 8). Immer nur Abends. Selten schon am Nachmittag. Aber halt jeden Tag.
    Ich hab 2021 schonmal beschlossen aufzuhören, da hatte ich es tatsächlich schonmal für ganze 5 Monate geschafft. Dann fing ich jedoch wieder an.
    Nun startet Versuch Nummer 2.

    Liebe Grüße

    Atreju