Hello again und ich hoffe, ihr hattet ein paar schöne Feiertage.
Ich bin seit meiner Anmeldung hier vor 9 Tagen FAST ohne Alkohol. Ich habe an Heilig Abend mit meinem Mann ein Glas Wein genossen. Und ja, es blieb auch bei einem und das war total okay für mich.
Und ich muss sagen, auch wenn es jetzt nur wenige Tage ohne Alkohol waren, ich bin mental sooo klar und körperlich viel fitter ohne. Das merke ich bei mir echt sofort. Die Laune steigt von Tag zu Tag, wenn ich GAR NICHTS trinke.
Ich hatte die anderen Tage viel Zeit, mal wirklich darauf zu achten, was der Grund dafür ist, dass ich an vielen Tagen dieses Jahr zu tief und zu oft ins Glas geschaut habe. Also was quasi der Auslöser ist.
Mein Auslöser ist SO dämlich, dass ich nun versuchen werde, diesen bewusst in meinem Hirn zu entknüpfen.
Ich war ja vor gar nicht allzu langer Zeit schwanger und habe auch gestillt und die gesamte Zeit ohne Alkohol verbracht. Anfang des Jahres ging ich wieder Vollzeit arbeiten. Die Arbeit plus ein Baby/Kleinkind zu Hause ist einfach ultra anstrengend. Der chronische Schlafmangel tat sein übriges. Dann war es echt so, dass ich es genossen habe, wenn abends meine Tochter schläft (wenn sie denn mal durchgehend geschlafen hat abends) und ich Zeit mit meinem Mann verbringen kann, wir was kochen, spielen oder einen Film schauen. Oder eine Freundin kam vorbei, wir tranken Wein und redeten über die guten alten Zeiten, wo wir uns noch wöchentlich gesehen und gefeiert haben. Also bevor ich Mutter wurde und 1 1/2 Std. entfernt aufs Land gezogen bin.
Ja wie soll ich es zusammenfassend erklären, dieses übermäßige Trinken ist eine Art bewusstes "ausbrechen" aus meinem Alltag. Mittlerweile ist das so der einzige Part, der mich an meine "alte" Identität erinnert. Bevor ich Mutter wurde. Irgendwie flüchte ich mich wohl da rein.
Was total bescheuert ist, denn ich liebe es Mutter zu sein, zu arbeiten .. ich liebe mein Leben genau so wie es ist mit allem und jedem der dazu gehört... und auch wenn der Alltag oft anstrengend ist, körperlich wie mental, ist der viele Wein dafür definitiv nicht die Lösung. Das weiß ich selbst. Denn am nächsten Tag bin ich nicht fit genug, weder für meine Tochter, noch für die Arbeit, noch für meinen vielen Sport (ich bin Sportlerin). Zumindest nicht so fit wie OHNE EIN TROPFEN.
Noch dazu macht Trinken einfach wirklich depressiv, wenn man das zu lange so treibt.
Jedenfalls möchte ich diese Illusion in meinem Kopf auflösen und für mich ist da der einzige Weg, erstmal eine Zeit lang komplett trocken zu leben. Meine Frist dafür ist der 31.03. und danach werde ich weitersehen, ob ich ab und zu mal ein Glas Wein trinken kann oder ob das einfach nicht mehr machbar ist, ohne in alte Muster zu verfallen.
Ich bin eigentlich guter Hoffnung, da ich mich persönlich wirklich noch nicht als süchtig sehe. Dafür fällt es mir viel zu leicht, Tage/Wochen komplett ohne zu leben.
Aber dennoch, sobald ich in alte Muster verfalle, wird es direkt wieder gestrichen. So ehrgeizig bin ich auch, dass ich das schaffe.
Ich habe auch lange mit meinem Mann darüber gesprochen (witzigerweise bei einem Glas Wein, der macht Gespräche bekanntermaßen so viel tiefgründiger). Er sieht mich zwar überhaupt nicht als gefährdet an, findet meine Vorsorge in die Richtung aber super und sagt mir auch ehrlich seine Meinung, sollte ihm zukünftig was auffallen.
Soweit so gut, das ist der Plan.
Ich hoffe, das war verständlich geschrieben, ansonsten bitte gerne nachfragen 