Beiträge von 4Emmi

    AmSee13 ich habe mir viele Beiträge von dir durchgelesen, inklusive deinem Ankommen hier. Da wir eine sehr sehr ähnliche Geschichte haben, würde ich dich gerne etwas ausfragen, wenn du dafür die Muse hast ^^

    Wie genau sich dein Leben seit deiner Abstinenz verändert? Bzw. fehlt es dir gar nicht mehr, wie lange hat es gedauert, bis die Gedanken daran gänzlich verschwinden, insofern sie das überhaupt tun?

    Ich kann zwar längere Zeit ohne Alkohol, im Sinne von selbst auferlegten Pausen, aber der Gedanke an ein "nie wieder" ist für mich extrem merkwürdig. Allein der Gedanke daran, wenn "bald" :D der Frühling kommt, die Gartenarbeit beginnt, man sich mit einem kalten Bier nach Feierabend in die Sonne setzt.. also versteh mich nicht falsch, für Menschen die gar nicht trinken ist das auch so schon schön genug, ohne das Bier. Für mich ist das Bier aber so die Kirsche auf der Sahne. Und ich schätze genau da liegt das Problem. Die Konditionierung in meinem Gehirn, die es tatsächlich gar nicht wirklich anders kennt (außer in "Zwangspausen" wie Schwangerschaft etc.).

    Mich würde daher sehr interessieren, ob diese Gedanken wirklich verschwinden, oder sie permanent unterdrückt/kleingeredet werden müssen


    Ganz liebe Grüße und einen schönen Abend für dich und alle Mitlesenden <3

    Hello again und ich hoffe, ihr hattet ein paar schöne Feiertage.

    Ich bin seit meiner Anmeldung hier vor 9 Tagen FAST ohne Alkohol. Ich habe an Heilig Abend mit meinem Mann ein Glas Wein genossen. Und ja, es blieb auch bei einem und das war total okay für mich.

    Und ich muss sagen, auch wenn es jetzt nur wenige Tage ohne Alkohol waren, ich bin mental sooo klar und körperlich viel fitter ohne. Das merke ich bei mir echt sofort. Die Laune steigt von Tag zu Tag, wenn ich GAR NICHTS trinke.

    Ich hatte die anderen Tage viel Zeit, mal wirklich darauf zu achten, was der Grund dafür ist, dass ich an vielen Tagen dieses Jahr zu tief und zu oft ins Glas geschaut habe. Also was quasi der Auslöser ist.

    Mein Auslöser ist SO dämlich, dass ich nun versuchen werde, diesen bewusst in meinem Hirn zu entknüpfen.

    Ich war ja vor gar nicht allzu langer Zeit schwanger und habe auch gestillt und die gesamte Zeit ohne Alkohol verbracht. Anfang des Jahres ging ich wieder Vollzeit arbeiten. Die Arbeit plus ein Baby/Kleinkind zu Hause ist einfach ultra anstrengend. Der chronische Schlafmangel tat sein übriges. Dann war es echt so, dass ich es genossen habe, wenn abends meine Tochter schläft (wenn sie denn mal durchgehend geschlafen hat abends) und ich Zeit mit meinem Mann verbringen kann, wir was kochen, spielen oder einen Film schauen. Oder eine Freundin kam vorbei, wir tranken Wein und redeten über die guten alten Zeiten, wo wir uns noch wöchentlich gesehen und gefeiert haben. Also bevor ich Mutter wurde und 1 1/2 Std. entfernt aufs Land gezogen bin.

    Ja wie soll ich es zusammenfassend erklären, dieses übermäßige Trinken ist eine Art bewusstes "ausbrechen" aus meinem Alltag. Mittlerweile ist das so der einzige Part, der mich an meine "alte" Identität erinnert. Bevor ich Mutter wurde. Irgendwie flüchte ich mich wohl da rein.

    Was total bescheuert ist, denn ich liebe es Mutter zu sein, zu arbeiten .. ich liebe mein Leben genau so wie es ist mit allem und jedem der dazu gehört... und auch wenn der Alltag oft anstrengend ist, körperlich wie mental, ist der viele Wein dafür definitiv nicht die Lösung. Das weiß ich selbst. Denn am nächsten Tag bin ich nicht fit genug, weder für meine Tochter, noch für die Arbeit, noch für meinen vielen Sport (ich bin Sportlerin). Zumindest nicht so fit wie OHNE EIN TROPFEN.

    Noch dazu macht Trinken einfach wirklich depressiv, wenn man das zu lange so treibt.

    Jedenfalls möchte ich diese Illusion in meinem Kopf auflösen und für mich ist da der einzige Weg, erstmal eine Zeit lang komplett trocken zu leben. Meine Frist dafür ist der 31.03. und danach werde ich weitersehen, ob ich ab und zu mal ein Glas Wein trinken kann oder ob das einfach nicht mehr machbar ist, ohne in alte Muster zu verfallen.

    Ich bin eigentlich guter Hoffnung, da ich mich persönlich wirklich noch nicht als süchtig sehe. Dafür fällt es mir viel zu leicht, Tage/Wochen komplett ohne zu leben.

    Aber dennoch, sobald ich in alte Muster verfalle, wird es direkt wieder gestrichen. So ehrgeizig bin ich auch, dass ich das schaffe.

    Ich habe auch lange mit meinem Mann darüber gesprochen (witzigerweise bei einem Glas Wein, der macht Gespräche bekanntermaßen so viel tiefgründiger). Er sieht mich zwar überhaupt nicht als gefährdet an, findet meine Vorsorge in die Richtung aber super und sagt mir auch ehrlich seine Meinung, sollte ihm zukünftig was auffallen.

    Soweit so gut, das ist der Plan.

    Ich hoffe, das war verständlich geschrieben, ansonsten bitte gerne nachfragen :)

    Hi Zusammen,

    ich bin durch die Feiertage und Kita-Ferien leider derzeit sehr eingespannt, antworte aber am Montag auf euren ganzen Input, für den ich echt dankbar bin und der mir sehr sehr geholfen hat. Ich möchte mir für eine Antwort aber Zeit nehmen und das nicht halbherzig zwischen Kind bespaßen und mit dem Hund Gassi gehen tun.

    Ich hoffe, ihr habt die Feiertage genießen können!

    Ein herzliches Hallo in die Runde und eine kurze Vorstellung meinerseits.

    Ich bin weiblich, 30 Jahre jung, habe eine wundervolle 2 Jährige Tochter und einen tollen Ehemann an meiner Seite. Ich arbeite hauptberuflich als Finanzbuchhalterin und nebenberuflich noch ab und an als Ernährungsberaterin sowie Fitnesstrainerin.

    Ich komme aus etwas schwierigen Familienverhältnissen. Alkohol wurde in meiner Familie von geselligen Vereinsmenschen schon immer sehr groß geschrieben. Zu jedem Anlass, jedes Wochenende, oft auch abends nach Feierabend. Ich bin so aufgewachsen und auch ich hatte mit 14 das erste Mal im Verein (damals Fasching) getrunken.

    Mein Papa hatte damit größere Probleme. Er hatte 2 erfolgreiche Unternehmen, war wenig zu Hause. Und wenn, dann nur um mit Bier und Kippen vor dem Fernseher runterzukommen. Familienausflüge gab es kaum bis gar nicht. Meine Mama hat ihn vor die Wahl gestellt. Entweder er macht eine Therapie, oder er muss gehen. Er entschied sich für sein Bier und ist ausgezogen. Da war ich 13. Danach ist er leider richtig abgestürzt. Hat seine Firmen in die Insolvenz getrieben, falsche Freunde gefunden und immer mehr getrunken. Dann auch schon mittags. Ich habe ihn 2 Mal "zwangsweise" in eine Entzugsklinik gesteckt. Bei jedem ersten Freigang saß er in der Kneipe und hat sich ein Bier bestellt. Gut, ich kürze die Geschichte an der Stelle mal ab: Mein Vater war kein "klassischer" Alkoholiker, wie er im Buche steht. Er war zum Schluss dann tatsächlich ein Pegeltrinker ("nur" Bier). Das hat ihm vor 3 Jahren leider das Leben gekostet. Mit 53. Da ist er über Nacht ein einer Varizenblutung gestorben. Begleiterscheinung von alkoholkranken Menschen. Seitdem beschäftigt mich die Frage des Trinkens mehr denn je.

    Ich habe schon immer darauf geachtet, immer wieder eine Alkoholpause einzulegen, weil ich Angst habe, genauso zu werden. Suchtverhalten hat schließlich auch eine genetische Komponente. Aber ich stelle fest, dass das gar nicht so leicht ist. Ich bekomme es zwar hin, mal ein paar Tage nichts zu trinken und freu mich darüber dann auch, dass mein Vorhaben gelungen ist. Aber noch mehr freue ich mich darauf, dann Samstag Abend eine Flasche Wein aufzumachen und was leckeres zu kochen. Bis ich dann mit Erschrecken feststelle, dass die Flasche Wein den Abend nicht überlebt hat. Ich habe sie alleine getrunken, mein Mann trinkt gar keinen Alkohol. Nicht nur das, als der Wein dann leer war, wollte ich aber weiter trinken, also hab ich mir noch ein Bier aufgemacht. Vielleicht noch ein weiteres. Bei mir gilt wohl das ganz oder gar nicht Prinzip. Dosieren klappt irgendwie nicht mehr. Ich kann nicht nur ein Gläschen genießen und dann ist gut. Ich trinke einfach immer weiter und merke teilweise gar nicht, dass das letzte Glas schon zu viel war. Bei einer Körpergröße von 1,63 und 56 kg sollte ich eigentlich auch nicht so viel vertragen können. Meine Toleranz ist sehr hoch. ZU hoch. Ich bin teilweise so motiviert, dem Alkohol ganz den Rücken zu kehren. Vor allem an Tagen, wo ich leicht verkatert bin. Aber das dauert einen Tag und dann kommen automatisch wieder die Gedanken daran. Diese Woche war ich schon an 3 Tagen verkatert. Das war für mich jetzt auch der Knackpunkt, dass sich was ändern muss und ich mich hier angemeldet habe.

    Gestern hatten wir Glühwein Treff mit der Nachbarschaft, ich hab nur Punsch getrunken ohne Alkohol. Weil ich mir beweisen wollte, dass es auch ohne geht. Erst als alle weg waren, habe ich mir einen kleinen Schluck gegönnt. Ich kann mir aktuell ein Leben ganz ohne Wein und Bier ehrlich gesagt überhaupt nicht vorstellen. Ich kenne es einfach nicht anders und habe es auch nie anders vorgelebt bekommen. Wisst ihr was ich meine? Dabei wünsche ich mir, dass ich das wollen würde. Ohne einen Verlust zu empfinden.

    Die Feiertage stehen an und ich habe mir fest vorgenommen, weder an Weihnachten noch an Silvester zu trinken. Der Gedanke ängstigt mich aber ehrlicherweise schon ein bisschen. Ich habe (bis auf meine Schwangerschaft und Stillzeit) noch nie ein Weihnachten oder Silvester ohne Alkohol erlebt. Wie soll das gehen, denke ich mir. Total bescheuert.

    Daher die Frage.. Seht ihr mein Verhalten als suchtgefährdet an? Ratschläge, Tipps?

    Für jeden der sich das durchliest und sogar darauf antwortet... danke für die Zeit!