Hallo und wieder vielen Dank für die aufmunternden Worte. Das ist sehr hilfreich. Es läuft ganz gut. Heute Nacht war ich zwei Stunden wach und hab mir Dokus über Alkohol angeschaut. Da gibt es ja jede Menge. Es waren auffallend viele junge Frauen dabei, die ihre Geschichte erzählt haben. Aber die Sucht kann ja jeden treffen. Bei meiner Entgiftung waren die Teilnehmer auch so bunt gemischt, dass von außen vielleicht niemand auf eine Alkoholgruppe getippt hätte. Und auffällig war auch, das man viele Freunde hat, solange man gut trinkt. Wenn man aber zuviel trinkt und auffällig wird, dann sind die Freunde schnell weg. War bei mir auch so. Das wird ja auch oft geraten. Fand ich noch nie gut, den Betroffenen dann auch noch alleine zu lassen. Ich hab auch den Beitrag darüber gelesen, woher die Sucht kommt. Den mit den Rattenversuchen und der Heroinlösung. Hat mich erst mal erstaunt, aber eigentlich klingt es ganz logisch. Vielleicht macht einen der Alkohol gar nicht einsam und enttäuscht, vielleicht ist man das schon vorher aufgrund seines Umfeldes. Wenn man das ändert und verbessert braucht man den Alkohol gar nicht mehr. Das find ich einen sehr ermutigenden Ansatz. Das versuch ich jetzt. War nachmittags mit meinem Sohn Fußball spielen und will jetzt auch wieder mehr Sport machen. ![]()
Beiträge von LetzteChance
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Vielen Dank für die netten Worte und guten Tipps. Mich hier anzumelden war erst mal das, was ich am schnellsten machen konnte. Bei mir im Ort gibt es auch eine Selbsthilfegruppe. Da kann ich sogar hin laufen. Vor acht Jahren war ich schon mal dort aber nur einmal. Naja frei reden vor Fremden liegt mir nicht so. Beim schreiben kann ich besser formulieren was ich meine. Aber vielleicht probier ich es trotzdem noch mal. Abgeneigt bin ich nicht, eher zu schüchtern. Immerhin ist meine Familie wieder da und wir waren heute spazieren und zusammen essen. Ist ja erst Tag zwei aber bis jetzt fühl ich mich gut. Anfang August hab ich schon mal zehn Tage geschafft, vielleicht kann ich das jetzt überbieten.

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Hallo zusammen,
ich möchte mich hier kurz vorstellen. Ich bin 47 Jahre alt, verheiratet und Vater eines neunjährigen Sohnes. Vor acht Jahren hab ich hier schon mal ein paar Beiträge hinterlassen, aber ich wusste meine alten Zugangsdaten nicht mehr und denke dass sie gelöscht wurden. Also hab ich mich neu angemeldet. Vor acht Jahren war ich auch zweimal für zehn Tage bei einer Entgiftung. Leider ohne dauerhaften Erfolg. Über die Jahre ist es eher schlimmer geworden. Ich habe fast täglich Bier oder Wein getrunken. Und mit der Zeit auch härtere Sachen. Am Samstag habe ich nach einem Streit mit meiner Frau eine Flasche Whiskey gekauft und getrunken. Abends bin ich aggressiv geworden, hab meine Eltern beschimpft und rausgeworfen. Meine Frau und mein Sohn haben bei ihrer Schwester übernachtet. Auch Sachen hab ich kaputt gemacht. Mir ist das so peinlich und ich schäme mich auch so. So ein Verhalten ist in meinem Alter doch absolut unmöglich. Und mein Sohn bekommt das ja auch mit. So wie es aussieht bekomme ich noch eine letzte Chance damit aufzuhören. Aber ich will das jetzt auch. Das macht mir nur Ärger. Ich hab so ein schlechtes Gewissen und hoffe dass es jetzt klappt. Für mich selber rechtfertige ich mein trinken damit, dass ich mich allein gelassen und unverstanden fühle. Ich hab riesen Glück mit meiner Familie. Aber ich fühle mich immer unbeachtet und unwichtig. Natürlich bilde ich mir das ein. Und ich werde immer einen Grund finden was zu trinken. Ich bin ja auch immer gereizt und reg mich über alles auf. Kein Wunder dass alle abhauen. Freunde gibt's nicht mehr, Sportverein auch nicht. Früher war ich sehr aktiv und hatte viele Bekannte. Jetzt niemanden mehr. Deshalb muss das jetzt klappen, sonst wird ich meine Familie verlieren und wohl früh sterben. Und das will ich nicht. Also letzte Chance
