Beiträge von Sparkassen_Helga

    Allein dieser Schalk im Nacken, dass man alles Mögliche begründen und sich rechtfertigen muss, wenn man etwas nicht mag, will, möchte oder sonst wie ablehnt.

    Das witzige ist, dass ich damit am Anfang oft damit konfrontiert war. Dann kam lange nix mehr und letzten Monat wurde ich wieder völlig unglaublig gefragt: Waaas? Du trinkst nichts? Ja, warum das denn nicht?

    Meine Standardantwort ist heute: weil ich ein spaßbefreiter Langweiler bin. Ich überlege aber das nächste Mal einfach zu sagen: ich verstehe Deine Frage nicht. Kam aber jetzt wirklich sehr lannge nicht mehr vor und verunsichert mich nicht mehr wie am Anfang, als ich wirklich noch das Gefühl hatte ich müsse mich rechtfertigen. Vielleicht probiere ich es auch mal mit "Ich bin schwanger" - versuch das doch auch mal.

    In der chinesischen Gesellschaft ist das noch viel stärker verankert. Da gibt es kein Wort für nein und die Hierarchien in Unternehmen sind so hirnrissig, dass teilweise richtig dumme Entscheidungen getroffen werden, weil man seinem Vorgesetzten nicht widersprechen kann.

    Im chinesischen kann man nur Inhalte mit "bu" verneinen. Auf die Frage "Bist Du Deutscher?" könnte man nie "Nein" antworten, sondern nur "Ich bin kein Deutscher". Das führt im Gespräch zu grotesken Ergebnissen.

    Die Deutschen sind als brutal schonungslos ehrlich verschrien, oder besser als total unhöflich, weil sie Nein antworten. Und das meine ich nicht nur im chinesischen Kontext, sondern auch im anderen Ausland. Man muss doch nur mal nach USA oder Skan gehen. Du lädst jemanden ein oder fragst, ob man mal einen Kaffee zusammen trinken will und die Antwort ist immer ja. Passieren wird das wahrscheinlich nie. Es kommt nicht mal ein ich überleg´s mir, sondern eher ein "Ja klar" und bei nächsten Kontakt ist das wieder als hätte man einen Fremden vor sich.

    Es geht also noch viel schlimmer.

    Es ist ja nicht so, dass unendlich viele Stunden des Tages für das Saufen draufgegangen wären. Es ist viel mehr der Zeitgewinn dadurch, dass man nicht mehr bis in den frühen Nachmittag verkatert ist, dass man nicht mehr die seeligen 2-3 Stunden bis zum Schlafen gehen mit Trinken beschäftigt ist oder man am Wochenende auf einmal um 07:00 glockenwach ist und den ganzen langen Tag füllen darf oder dass man auf einmal mehr Zeit hat, weil die Dinge des Alltags plötzlich viel leichter von der Hand gehen und dadurch schneller erledigt sind. Zumindest geht es mir so. Dadurch sind körperliche und geistige Kapazitäten freigeworden, die nun sinnvoll kanalisiert werden müssen. Ich bin dem anfangs auch mit viel Aktionismus begegnet und tue mich auch heute noch schwer einfach nichts zu machen, aber mit der Zeit und den vielen Monaten der Abstinenz habe ich angefangen zu lernen mich einfach mal im Nichtstun zu ertragen.

    Sport habe ich immer irgendwie im Rahmen der gesundheitlichen Möglichkeiten betrieben, merke aber jetzt wieviel effizienter man trainieren kann, wenn der Körper nicht permanent mit Entgiften beschäftigt ist. Ich bin im Wettbewerb mit weniger Einsatz viel erfolgreicher geworden. Und auch im Bildungsbereich bin ich wieder aktiver geworden. Ich hab lange Zeit keine Fremdsprachen mehr gelernt, weil ich für mich keinen Sinn mehr darin gesehen habe Sprachen zu lernen, die ich nicht anwenden kann. Heute bin ich wieder täglich dabei und hole mir meinen täglichen Dopaminkick beim Vokabellernen - verrückt, oder?

    Die Sinn des Lebens Frage ist für mich immer noch problematisch, aber ich habe ja statistisch noch knapp 30 Jahre, um diese für mich zu klären.

    Das ist interessant. Das "Ich kann nicht mehr trinken" - war für mich der Anstoß das Trinken aufzugeben. Es ging einfach nicht mehr, es hat zuviel Zeit, Kraft, Raum und Gesundheit in meinem Leben gekostet. Die letzten Wochen vor der Abstinenz. Das "Ich will nicht mehr trinken" waren für mich die ersten nüchternen Wochen, wo ich wirklich mit Kraftanstrengung gegen die Trink-Gedanken arbeiten musste und einfach durchhalten musste. Die Nüchternheit ertragen lernen vielleicht. Heute kann ich wirklich sagen ich brauche nicht mehr trinken. Ich denke im Alltag überhaupt nicht mehr ans trinken. Es reizt mich auch gar nicht mehr. Ich denke dann meist an Kopfschmerzen, vertrödelte Stunden und daran wie ich immer wieder die ersten Wochen leiden muss, wenn es zu einem Rückfall kam. Ich mag die Nüchternheit heute sehr.

    Guck einfach mal in nahezu jeden Supermarkt. Wie viele der Lebensmittel haben keine oder nur wenige Nähstoffe (Mineralstoffe, Vitamine, etc.) weil entweder nur Zucker, Kohlenhydate und Fett weil schmeckt ja so lecker oder das Obst kommt aus Peru eingeflogen.

    Der Verbraucher hat aber die Wahl. Nicht im Supermarkt, wo er zwischen 4 Sorten Wassertomaten wählen kann, sondern beim Blick über den Tellerrand.

    Ich bin seit 12 Jahren Solawi Mitglied und habe daher immer feinstes Biogemüse aus samenfestem Gemüse im Bauch. Ich bestelle mein Olivenöl direkt beim Erzeuger, Saborita in Spanien. Mein Obst bestelle ich ebenfalls beim spanischen Biobauern oder vom lokalen Anbieter im Sommer und das Brot kaufe ich beim Demeterbäcker, schneide es mit der Maschine und friere es dann ein, genauso Brötchen und Teilchen, um nicht immer 25km für ein Brötchen fahren zu müssen. Dafür nehme ich gewisse Wegstrecken in Kauf.

    Das Problem ist nicht die böse Industrie, sondern der Verbraucher selbst. Wie oft höre ich von meinem Umfeld, dass das mit dem Gemüse für sie ja gar nicht ginge, weil sie dann immer das kochen müssten, was gerade Saison hat. Da fällt mir nichts mehr zu ein. Das frischeste Gemüse vollgepackt mit Mineralien und Vitaminen wird abgelehnt, weil man außerhalb der Saison lieber pestizidbelastete Erdbeeren aus Ägypten haben will. Die kleinbäueriche Landwirtschaft wird komplett ruiniert. Ich will das hier nicht OT sprengen, aber das Problem sitzt beim Endkunden.

    Als strenger Atheist findet Weihnachten bei mir überhaupt nicht statt. Ich dekoriere auch nix. Auf Weihnachtsmärkte bin ich früher nur gegangen, um mich durchzufressen. Schmalzkuchen - herrlich. Aber ich mag Menschenmassen nicht. Ich weiß nicht wie christlich die Nachbarn wirklich sind, denn unsere Kirche läd immer zu kostenloser Currywurst ein und so latschen hier alle am 1. Advent brav in die Kirche. Die probieren es mit allen Tricks :D mich kriegen sie auch nicht mit ner Wurst!

    Und Geschenke gibt bei uns auch überhaupt nicht, zu keinem Anlass, außer Geburtstag - und das auch nur, weil mein Mann ein Geschenk haben will :) dafür flüchten wir jedes Jahr pünktlich vor Weihnachten in die Sonne und kommen auch erst im neuen Jahr zurück. Unsere Tradition ist an Heiligabend ein Eis am Strand. Was ich gut finde ist eine neue Tradition innerhalb der Familie, dass wir uns immer alle im Dezember zum Essen bei meiner Schwägerin treffen. Und das ist ein ehrliches Treffen, auf das alle Teilnehmer wirklich Lust haben. Ich hörte mal, dass es die schwerwiegendsten Familienstreitereien an Weihnachten gäbe.

    Ich mag zur Zeit überhaupt nicht Radio hören.

    Im Gegensatz zu allen anderen Menschen auf diesem Planeten höre ich total gerne "Last Christmas" von George Michael und kann auch aus vollem Halse mitgröhlen. Der Song ist mir nie über.

    Zitat

    Mein Wunsch wäre, dass mehr Menschen, gerade mit unserer Vergangenheit, wieder mehr strahlen

    Das sehe ich in Zeiten von social media, wo jeder ja so besonders und perfekt und optimiert ist, etwas kritischer. Man muss einfach lernen, dass die meisten Menschen eben nicht besonders sind, sondern einfach nur Durchschnitt. Und das ist auch überhaupt nicht schlimm.

    Mit der permanenten Selbstoptimierung versucht man ja einen schlechten Zustand zu verbessern. Also ist das, wo man steht, erstmal grundsätzlich schlecht und muss verändert werden. Und da sehe ich auch die große Gefahr der Suchtverlagerung. Junge Mädels haben heutzutage ein sehr schlechtes Selbstbild, Essstörungen, Sexualstörungen und psychologische Probleme. Der erste Schritt sollte sein, sich so zu mögen wie man ist, trotz oder wegen seines Aussehens und Seins. Und auch ist das Leben im ständigen Wettbewerb mit anderen Menschen nicht unbedingt förderlich für´s Seelenheil. Sei es beruflich, sportlich, you name it.

    Sport muss mE in erster Linie Spaß machen und nicht an ein Ergebnis gebunden sein. Ich hab mich früher auch gequält. Oh, heute wieder 20km laufen - scheiß ich hab eigentlich überhaupt keinen Bock, muss aber. Oh shit, ich hab schon 150g KH gefuttert, der Kuchen passt jetzt grad gar nicht mehr. Heute mit 50 habe ich eine Gelassenheit und Akzeptanz für mich entwickeln können, die mich erfolgreicher gemacht hat, als alle Anstrengungen davor. Ich war dieses Jahr bei unseren Clubmeisterschaften nach der ersten Runde auf Platz 1, leider am nächsten Tag durch meine Migräne auf Platz 3 gerutscht. Aber was soll ich sagen? Ich habe mich nicht angestrengt, nicht gequält. Ich hatte an Tag 1 diesen Flowmoment, wo ich das Match einfach genossen habe. Die Platzierung war mir völlig egal und dadurch konnte ich mein wirkliches Potenzial entwickeln.

    Anyway, wo wir gerade wieder bei Anglizismen sind, das sind nur meine 2cents.

    Das mag alles richtig sein, aber nicht jeder Mensch hat Bock soviel Sport zu machen, täglich Yoga, der Fit-Dad zu sein, an Wettkämpfen teilzunehmen, die Ernährung umzustellen und 5mal die Woche zu pumpen. Es gibt auch andere Lebensentwürfe. So wie ich Loner verstanden habe ist er nach 300 Tagen manchmal wieder gedanklich beim Alk. Da bietet die Sport-Bude eine Alternative dazu mit komischen Gedanken und langen Abenden umzugehen.

    Häng dir einen Zettel an den Spiegel: ‚Ich geh ins Fitnessstudio. Und wenn ich keinen Bock habe, geh ich trotzdem. Warum? Weil es richtig ist.‘

    Ich würde es wahrscheinlich anders formulieren: "Ich denke gerade an Alk oder an den Weihnachtsmarkt oder mir ist irgendwie langweilig, also gehe ich ins Fitnesscenter. Dort bekomme ich bessere Glücksgefühle und bin in einer Safe Area."

    Ich finde Ausdauer und Kraft schließt sich nicht aus. Ich liebe auch Wandern und plane gerade verschiedene Routen durch die Sierra Nevada. Als Vorbereitung mache ich hartes Beintraining. In meiner Gegend gibt´s einfach keine Berge - hier gibt´s nur Gegend.

    DIe Damenwelt ... ich bin glücklich verheitatet.

    Nimm sie doch mit. Gerade Frauen in den Wechseljahren sollten Kraftsport zur Osteoposeprävention machen.

    aber vielleicht kann ich meine Abscheu gegen Muckibuden irgendwann mal überwinden

    Für mich hängt das ganz stark am Publikum. Ich mag diese 10,-EUR Billigketten nicht, weil da echt ätzende Leute sind und brechend voll mit Schlangen vorm Gerät ist es dazu. Ich hab das Glück einen Sportverein mit angeschlossenem Fitnesscenter zu haben. Da ist tolles Publikum. Morgens die Rentnerfraktion und Hausfrauen, ab nachmittag Schüler, Schichtarbeiter und unsere erfolgreichen Handballer, abends die Bürofraktion und Spinning-Crew. Wirklich nette Leute, wo man sich noch kennt und ein Schwätzchen hält.

    Muss ich noch mal drüber nachdenken. Großartig Pumpen ist in meinem Alter (52) eh nicht mehr. Aber Mitochondrien züchten macht ja auch in einem kleineren Rahmen Sinn. Zumal die Rumpfmuskulatur nach so vielen Jahren Vernachlässigung sicherlich davon profitieren würde.

    Quatsch, ich bin 50, als Frau hat man kaum Testo und selbst ich hab einen definierten Trizeps entwickelt. 52 ist das beste Alter für einen Mann um einen knackigen Körper zu entwickeln. Und nicht nur das, eine gute Körperhaltung und ein besseres Selbstwertgefühlt gibt´s gratis dazu :)

    Vielleicht gefällt´s Dir ja so gut, dass Du im Sommer weitermachst :S

    Kennt Ihr das auch, dass der Winter bzw. die Weihnachtszeit schwierig ist?

    Ich habe vielleicht das Glück, dass ich Weihnachtsmärkte nicht so gerne mag. Zuviele Menschen. Schlechte Erfahrungen.

    Meine Strategie für die langen dunklen Tage im Winter ist das Fitnesscenter. Im Sommer bin ich zum Sport immer draußen, aber im Dunklen geht halt nix. Und so schiebe ich da jeden 2. bis 3. Tag soviel Gewicht wie möglich, koche mir im Anschluss eine richtig geile Pumpermahlzeit und freue mich dann im Frühjahr, dass alles gut und knackig aussieht, wenn andere noch mit dem Weihnachtsspeck kämpfen. :evil:

    Durch mein Alter brauche ich mehr Regenerationszeit und kann ich leider nicht mehr regelmäßig jeden zweiten Tag hohes Gewicht bewegen und daher muss da noch mehr Abendaktivität her. Ich lerne gerne Sprachen und so schaue ich dann entweder Serien in der gewünschten Sprache oder übe mit Duolingo. Dinge vom Dachboden gehen im Winter über Kleinanzeigen weg und die Gitarre wird auch wieder öfter ausgepackt. Ich war früher sehr ungeduldig. Ich musste etwas sofort beherrschen oder haben oder was auch immer. Heute bin ich geduldiger und auch gnädiger mit mir.

    Ich war gestern Abend auch "feiern" und die einzige, die nix konsumiert hat. Belohnt wurde ich damit, dass ich um 7:00 Uhr ausgeschlafen aufstehen konnte, keine Kopfschmerzen habe und Dir nun hier schreiben kann. Ich merke immer mehr wieviel Mehrwert das Nichttrinken hat. Alleine oder Einsam ist man auch mit Alkohol. Das kann der Alkohol nicht lösen.

    Sollte trotzdem sich das Suchtgedächtnis melden, keine Panik, das gehört ein Stück weit zum Weg dazu. und geht auch wieder vorbei.

    Bei mir klopft das auch gelegentlich an, aber nicht mehr wie früher "jetzt jetzt jetzt - sofort!" sondern mehr "Wie wär´s mit nem Bier?" - und ich denke dann einfach "Och nö". Der Preis für das kurze vermeintliche Glück ist einfach zu hoch.