Beiträge von Sparkassen_Helga

    Als strenger Atheist findet Weihnachten bei mir überhaupt nicht statt. Ich dekoriere auch nix. Auf Weihnachtsmärkte bin ich früher nur gegangen, um mich durchzufressen. Schmalzkuchen - herrlich. Aber ich mag Menschenmassen nicht. Ich weiß nicht wie christlich die Nachbarn wirklich sind, denn unsere Kirche läd immer zu kostenloser Currywurst ein und so latschen hier alle am 1. Advent brav in die Kirche. Die probieren es mit allen Tricks :D mich kriegen sie auch nicht mit ner Wurst!

    Und Geschenke gibt bei uns auch überhaupt nicht, zu keinem Anlass, außer Geburtstag - und das auch nur, weil mein Mann ein Geschenk haben will :) dafür flüchten wir jedes Jahr pünktlich vor Weihnachten in die Sonne und kommen auch erst im neuen Jahr zurück. Unsere Tradition ist an Heiligabend ein Eis am Strand. Was ich gut finde ist eine neue Tradition innerhalb der Familie, dass wir uns immer alle im Dezember zum Essen bei meiner Schwägerin treffen. Und das ist ein ehrliches Treffen, auf das alle Teilnehmer wirklich Lust haben. Ich hörte mal, dass es die schwerwiegendsten Familienstreitereien an Weihnachten gäbe.

    Ich mag zur Zeit überhaupt nicht Radio hören.

    Im Gegensatz zu allen anderen Menschen auf diesem Planeten höre ich total gerne "Last Christmas" von George Michael und kann auch aus vollem Halse mitgröhlen. Der Song ist mir nie über.

    Zitat

    Mein Wunsch wäre, dass mehr Menschen, gerade mit unserer Vergangenheit, wieder mehr strahlen

    Das sehe ich in Zeiten von social media, wo jeder ja so besonders und perfekt und optimiert ist, etwas kritischer. Man muss einfach lernen, dass die meisten Menschen eben nicht besonders sind, sondern einfach nur Durchschnitt. Und das ist auch überhaupt nicht schlimm.

    Mit der permanenten Selbstoptimierung versucht man ja einen schlechten Zustand zu verbessern. Also ist das, wo man steht, erstmal grundsätzlich schlecht und muss verändert werden. Und da sehe ich auch die große Gefahr der Suchtverlagerung. Junge Mädels haben heutzutage ein sehr schlechtes Selbstbild, Essstörungen, Sexualstörungen und psychologische Probleme. Der erste Schritt sollte sein, sich so zu mögen wie man ist, trotz oder wegen seines Aussehens und Seins. Und auch ist das Leben im ständigen Wettbewerb mit anderen Menschen nicht unbedingt förderlich für´s Seelenheil. Sei es beruflich, sportlich, you name it.

    Sport muss mE in erster Linie Spaß machen und nicht an ein Ergebnis gebunden sein. Ich hab mich früher auch gequält. Oh, heute wieder 20km laufen - scheiß ich hab eigentlich überhaupt keinen Bock, muss aber. Oh shit, ich hab schon 150g KH gefuttert, der Kuchen passt jetzt grad gar nicht mehr. Heute mit 50 habe ich eine Gelassenheit und Akzeptanz für mich entwickeln können, die mich erfolgreicher gemacht hat, als alle Anstrengungen davor. Ich war dieses Jahr bei unseren Clubmeisterschaften nach der ersten Runde auf Platz 1, leider am nächsten Tag durch meine Migräne auf Platz 3 gerutscht. Aber was soll ich sagen? Ich habe mich nicht angestrengt, nicht gequält. Ich hatte an Tag 1 diesen Flowmoment, wo ich das Match einfach genossen habe. Die Platzierung war mir völlig egal und dadurch konnte ich mein wirkliches Potenzial entwickeln.

    Anyway, wo wir gerade wieder bei Anglizismen sind, das sind nur meine 2cents.

    Das mag alles richtig sein, aber nicht jeder Mensch hat Bock soviel Sport zu machen, täglich Yoga, der Fit-Dad zu sein, an Wettkämpfen teilzunehmen, die Ernährung umzustellen und 5mal die Woche zu pumpen. Es gibt auch andere Lebensentwürfe. So wie ich Loner verstanden habe ist er nach 300 Tagen manchmal wieder gedanklich beim Alk. Da bietet die Sport-Bude eine Alternative dazu mit komischen Gedanken und langen Abenden umzugehen.

    Häng dir einen Zettel an den Spiegel: ‚Ich geh ins Fitnessstudio. Und wenn ich keinen Bock habe, geh ich trotzdem. Warum? Weil es richtig ist.‘

    Ich würde es wahrscheinlich anders formulieren: "Ich denke gerade an Alk oder an den Weihnachtsmarkt oder mir ist irgendwie langweilig, also gehe ich ins Fitnesscenter. Dort bekomme ich bessere Glücksgefühle und bin in einer Safe Area."

    Ich finde Ausdauer und Kraft schließt sich nicht aus. Ich liebe auch Wandern und plane gerade verschiedene Routen durch die Sierra Nevada. Als Vorbereitung mache ich hartes Beintraining. In meiner Gegend gibt´s einfach keine Berge - hier gibt´s nur Gegend.

    DIe Damenwelt ... ich bin glücklich verheitatet.

    Nimm sie doch mit. Gerade Frauen in den Wechseljahren sollten Kraftsport zur Osteoposeprävention machen.

    aber vielleicht kann ich meine Abscheu gegen Muckibuden irgendwann mal überwinden

    Für mich hängt das ganz stark am Publikum. Ich mag diese 10,-EUR Billigketten nicht, weil da echt ätzende Leute sind und brechend voll mit Schlangen vorm Gerät ist es dazu. Ich hab das Glück einen Sportverein mit angeschlossenem Fitnesscenter zu haben. Da ist tolles Publikum. Morgens die Rentnerfraktion und Hausfrauen, ab nachmittag Schüler, Schichtarbeiter und unsere erfolgreichen Handballer, abends die Bürofraktion und Spinning-Crew. Wirklich nette Leute, wo man sich noch kennt und ein Schwätzchen hält.

    Muss ich noch mal drüber nachdenken. Großartig Pumpen ist in meinem Alter (52) eh nicht mehr. Aber Mitochondrien züchten macht ja auch in einem kleineren Rahmen Sinn. Zumal die Rumpfmuskulatur nach so vielen Jahren Vernachlässigung sicherlich davon profitieren würde.

    Quatsch, ich bin 50, als Frau hat man kaum Testo und selbst ich hab einen definierten Trizeps entwickelt. 52 ist das beste Alter für einen Mann um einen knackigen Körper zu entwickeln. Und nicht nur das, eine gute Körperhaltung und ein besseres Selbstwertgefühlt gibt´s gratis dazu :)

    Vielleicht gefällt´s Dir ja so gut, dass Du im Sommer weitermachst :S

    Kennt Ihr das auch, dass der Winter bzw. die Weihnachtszeit schwierig ist?

    Ich habe vielleicht das Glück, dass ich Weihnachtsmärkte nicht so gerne mag. Zuviele Menschen. Schlechte Erfahrungen.

    Meine Strategie für die langen dunklen Tage im Winter ist das Fitnesscenter. Im Sommer bin ich zum Sport immer draußen, aber im Dunklen geht halt nix. Und so schiebe ich da jeden 2. bis 3. Tag soviel Gewicht wie möglich, koche mir im Anschluss eine richtig geile Pumpermahlzeit und freue mich dann im Frühjahr, dass alles gut und knackig aussieht, wenn andere noch mit dem Weihnachtsspeck kämpfen. :evil:

    Durch mein Alter brauche ich mehr Regenerationszeit und kann ich leider nicht mehr regelmäßig jeden zweiten Tag hohes Gewicht bewegen und daher muss da noch mehr Abendaktivität her. Ich lerne gerne Sprachen und so schaue ich dann entweder Serien in der gewünschten Sprache oder übe mit Duolingo. Dinge vom Dachboden gehen im Winter über Kleinanzeigen weg und die Gitarre wird auch wieder öfter ausgepackt. Ich war früher sehr ungeduldig. Ich musste etwas sofort beherrschen oder haben oder was auch immer. Heute bin ich geduldiger und auch gnädiger mit mir.

    Ich war gestern Abend auch "feiern" und die einzige, die nix konsumiert hat. Belohnt wurde ich damit, dass ich um 7:00 Uhr ausgeschlafen aufstehen konnte, keine Kopfschmerzen habe und Dir nun hier schreiben kann. Ich merke immer mehr wieviel Mehrwert das Nichttrinken hat. Alleine oder Einsam ist man auch mit Alkohol. Das kann der Alkohol nicht lösen.

    Sollte trotzdem sich das Suchtgedächtnis melden, keine Panik, das gehört ein Stück weit zum Weg dazu. und geht auch wieder vorbei.

    Bei mir klopft das auch gelegentlich an, aber nicht mehr wie früher "jetzt jetzt jetzt - sofort!" sondern mehr "Wie wär´s mit nem Bier?" - und ich denke dann einfach "Och nö". Der Preis für das kurze vermeintliche Glück ist einfach zu hoch.

    Ist die Frage, vergeude ich meine Zeit? Oder anders gefragt, sind tägliche Highlights das ultimative Leben?

    Die Frage ist: wen fragst Du? Ich habe meinen Urlaub komplett durchgeplant, weil ich nur eine begrenzte Zeit habe und diese optimal nutzen möchte. Für mich ist Action gleichbleibend mit Erholung. Ich erhole mich auch ansonsten besser im Tun, als im Nichtstun. Und so sind wir alle anders.

    Durch die Abstinenz gelingt es mir endlich viel besser, mich vom ständigen vergleichen mit anderen zu lösen und irgendwie einfach mehr bei mir zu sein

    Ich hab da ein paar Tage drauf rumgedacht. Ja, genau das ist es. Ich glaube das kann ich auch für mich bestätigen. Vor allem in Hinblick darauf, dass ich mich anfangs immer für mein Nichttrinken rechtfertigen wollte. Das war auch eine Art von Vergleich. Ich wollte einfach nicht der Exot sein. Nicht die andere, die unfähig ist, normal zu trinken. Diesen Vergleich habe ich abgelegt. Mir ist mittlerweile sowas von egal, was Fremde von mir denken. Und ehrlich gesagt sind eigentlich alle Menschen Fremde, solange sie nicht zum innercircle gehören.

    Hallo Alex,

    ich kenne alle Seiten. Als Kind mit meiner Oma und meinem abhängigen Opa, wo man als Kriegsgeneration 50 Jahre verheiratet bleibt egal, wie schrecklich es ist. Als anfang Zwanzigjährige, selbst mit ungesundem Konsum von Substanzen und heute als selbstbetroffene Süchtige. Und ich kann Dich auch nur darin bekräftigen auszuziehen. Warum sollte er sich für Dich ändern? Du hast ihn so kennengelernt, Du hast ihn so geheiratet. Er wird sich nicht für Dich ändern. Er muss es für sich wollen.

    Du solltest in seiner Therapie und Deinem Auszug eine Chance für euch beide sehen. Und natürlich ist er als abstinenter Mann ein anderer Mensch. Vielleicht entdeckt er Sport für sich oder ein lange vergessenes Hobby. Und hoffentlich wechselt er seinen Freundeskreis, denn sonst wird es wahrscheinlich schwierig abstinent zu bleiben. Möglicherweise passt ihr dann nicht mehr zusammen.

    Es gehen soviele Gedanken in meinem Kopf umher... vielleicht bin ich ja nüchtern für ihn gar nicht mehr von Interesse. Vielleicht verändert er zum positiven sein Leben, treibt nun Sport, ändert seinen Freundeskreis und ich bin da fehl am Platz.

    Willst Du eine gleichberechtigte Beziehung auf Augenhöhe oder willst Du, dass er von Deiner Zuneigung in seinem trostlosen Leben abhängig ist? Das klingt mir nicht nach einer gesunden Beziehung. Eine gesunde Beziehung bedeutet nicht, dass man sich braucht, sondern, dass man sich will.

    Ich war 6 Jahre mit einem (12 Jahre älteren) Mann zusammen, von 19 bis 25. Wir waren damals beide verschiedenen Partysubstanzen zugeneigt. Damals, würde ich sagen, hätte ich noch gut die Kurve kriegen können. Ich hab immer wieder Vorschläge gemacht, ein nüchternes Leben zu führen. Wir waren trotz allem beide sehr sportlich (sogar Marathon). Am Ende würde ich sagen war es eine Mischung aus eigener Suchterkrankung und Co-Abhängigkeit. Ich habe für mich die Entscheidung getroffen aus dieser Beziehung auszutreten, um mich zu retten. Er hat mir damals immer mit Suizid gedroht, wenn ich mich trenne, und auch immer wieder angekündigt nun auch ein abstinentes Leben führen zu wollen. Das hat immer so ca. 1-2 Wochen gehalten - Vorsatz - Umsatz und Rückfall. Ich kann Dir versichern, dass ich wahnsinnig verliebt war. Er war meine erste wirklich große Liebe und es ist mir unendlich schwer gefallen.

    Jetzt rückblickend kann ich Dir sagen, dass die Trennung schon viel früher hätte passieren müssen. Er hat mir viele Jahre meines Lebens geklaut. Ich hab das früher nicht so gesehen, aber heute aus der Perspektive als Erwachsene kann ich sicher sagen, dass eine 19jährige einfach nicht die Reife hat tiefgreifende Lebensentscheidungen sinnvoll zu treffen, bzw. ich wollte mein Leben verändern und er hat mich darin über Jahre blockiert und manipuliert. Er hätte als Mittdreißiger seine Verantwortung erkennen müssen, hat mich aber aus egoistischen Gründen lieber weiter mit in den Abgrund ziehen wollen.

    Wir haben nur dieses eine Leben und man sollte das eigene nicht für einen anderen aufgeben. Mal ehrlich, ihr seid gerade mal 6 Jahre zusammen. Was verbindet euch? Außer Deiner Sorge um seine Sucht? Dazu schreibst Du, dass Du einen sicheren Ort brauchst. Der Partner sollte immer der sichere Ort sein, ansonsten ist er kein Partner.

    Dein Auszug kann auch eine Chance sein. Er kann sich um seine Abstinenz kümmern und vielleicht findet ihr in einem Jahr wieder zueinander, auf einer neuen Ebene. Und wenn Du dann feststellst, dass ihr nicht mehr zusammenpasst - dann ist es doch auch eine gute Erkenntnis. Warum willst Du mit einem Mann Dein einzigartiges kurzes Leben teilen, dass nur durch den Alkohol zusammengehalten wird.

    Du kannst zum letzten Beitrag springen, wenn Du auf den User ganz recht in der Beitragsliste drückst. Da steht auch "zum letzten Beitrag" springen. Ich hab gerade mal versucht was passiert, wenn man den Beitrag abonniert und dann halb liest - funktioniert nicht.

    Ich frag mal intern.

    Hallo und willkommen zurück auch von mir.

    Ich kann mich der Frage nur anschließen. Was ist diesmal anders? Hast Du eine Erklärung wie es zu dem Rückfall gekommen ist und was Du dieses Mal anders machen willst?

    Du warst vor 10 Jahren schon im Entzug und ich erinnere mich, dass es auch sehr kritisch mit Deiner Familie ist. Ist Deine Frau noch da?