Hallo Zusammen,
irgendwie habe ich das Bedürfnis mal ein Update zu geben.
Seit Anfang Januar ist mein Ex nun in der Rehaklinik. Es hat lange gedauert, bis der Aufenthalt bewilligt wurde. Bis es soweit war war es für mich sehr schwierig. Ihm ging es körperlich schlecht und ich hatte immer Angst, dass er es nicht bis zum Klinikaufenthalt schafft. Leberzhirrose 3. Grades, fahlgelbe Haut, geschwollene Füsse, Nachtblindheit. Und dazu die Depression. Immer wieder getrunken zwischendurch.
Ich habe versucht, ihn in dieser Zeit zu unterstützen, Gespräche anzubieten usw. Inzwischen haben wir seine Finanzen aufgeräumt, eine Lebensversicherung von ihm aufgelöst, die Schulden damit bezahlt. Jetzt kann er zumindest da neu starten ohne Altlasten.
Er hat es geschafft, vor der Klinik nüchtern zu sein. Inzwischen habe ich den Eindruck, dass seine Sucht vor allem mental ist. Er kann nicht trinken und hat keine für mich wahrnehmbaren Entzugserscheinungen. Aber wenn er mental unten ist trinkt er. Nicht, dass das besser ist. Aber ich war überrascht, dass er nicht vorher einen Entzug machen musste. Aber egal.
Jetzt ist er da und es gefällt ihm ganz gut. Aber inwieweit er das richtig an sich ranlässt, das kann ich gar nicht sagen. Es geht im natürlich körperlich besser. Aber ob er bei der Rückkehr in der Lage sein wird, das weiterzuführen weiß ich nicht. Aber bis zur Entlassung ist es ja auch noch ein bisschen.
Für mich ist es sehr erleichternd, dass er dort ist. Ich habe das Gefühl Verantwortung abgeben zu können (die ich ja eigentlich nicht habe, aber das ist wieder ein anderes Thema). Ich habe keine Ahnung wie es danach wird, aber ich weiss, dass ich getan habe, was ging. Mehr geht nicht. Danach muss er alleine weiter. Wenn er es dann nicht schafft, dann kann ich daran nichts mehr ändern, auch nicht für meine Kinder. Dann müssen wir alle akzeptieren, wie es ist.
Ich weiss, dass die Rückfallquote hoch ist. Seine Chancen stehen nicht gut. Die Leber erholt sich nicht mehr. Er muss abstinent bleiben, wenn er für seine Kinder da sein will. Aber dass er diesen Weg jetzt zumindest eingeschlagen hat ist eine gute Sache. Auch für die Kinder. Er hat es zumindest versucht.
Mein Motto ist: Prepare for the worst, but hope for the best.
Mehr kann ich jetzt nicht tun.
Danke für Eure Unterstützung
Neko/ Ailin