Beiträge von Mojo

    Guten Morgen Honk eine Frage an Dich:

    Hast Du hier im Thread in eigentlich auch schon irgendwas zur konkreten Fragestellung geantwortet? Es tut mir leid aber ich kann es einfach nicht finden...

    Es geht hier im Thread nicht darum, ob eine Alkoholproblematik Deiner Ansicht nach eine Krankheit ist oder nicht. Dafür sind bereits einige andere Threads offen.

    Es geht um Ausreden.

    Nutzt Du welche? Hast Du schonmal welche genutzt? Wenn ja, welche? Und warum? Wenn nein, warum nicht, und welche Erfahrungen hast Du damit gemacht? ...?

    LG, Mojo

    Hallo Ciara,

    Danke für Deine Antwort!

    Wie Du siehst, kommt hier auch nicht immer jeder gleich zum Antworten…

    Wenn Du das so im Griff hast ist es ja gut.

    Ich hoffe aber auch, dass Du verstehst, dass bei sowas hier durchaus die ein oder andere Alarmglocke läutet. Es gibt natürlich Leute, auch hier im Forum, die es so handhaben oder gehandhabt haben und damit gut klar kommen auf ihrem Weg. Über die Jahre hinweg ist die Beobachtung hier im Forum aber halt, dass es immer wieder Leute gibt die da ähnlich (nachlässig?) heran gehen. Und die weite Überzahl, ich würde sagen gefühlt sind es locker über 9 von 10 Leuten (eher mehr), die eine ähnliche Begebenheit schreiben wie Du, schicken wenn es hoch kommt vielleicht noch einen Post hinterher und dann warden sie nicht mehr gelesen...

    Wie gesagt, ich möchte das nicht auf Dich ummünzen. Ich möchte Dich nur sensibilisieren.

    Das schaffen eines alkoholfreien Zuhauses ist ein erster, ganz simpler und einfacher „Skill“, der bereits viel bewirken kann. Die ganzen Stunden die man täglich zuhause ist, und man weiß, hier ist es alkohol-frei. Hier muss ich mir keine Gedanken drum machen, ob oder ob doch lieber nicht. Geschützter Bereich, nennt man das auch.

    Und gerade die nahestehendsten Menschen wie der Ehepartner oder leibliche Kinder sollten, wenigstens in den ersten Wochen bis alles gefestigt ist, Verständnis dafür zeigen und selbst mit allen Kräften das Vorhaben, und den geliebten Menschen, mit unterstützen.

    So denke ich jedenfalls.

    Wie gehts denn so weiter bei Dir? Gibt es Fragen oder ein bestimmtes Thema wobei wir Dir helfen, für Dich da sein können?

    Liebe Grüße sendet Dir, Mojo

    Herrje... Da fragt man nach einer Mücke, und spätestens auf Seite 2 des Threads geht es mal wieder um den ganzen, großen Elefanten.

    Hier im Thread soll es nicht darum gehen ob man Erklärungen oder Ausreden erfindet, oder nicht. Meine Fragen hier richten sich mehr (aber nicht ausschließlich) an die Leute, die beschlossen haben, dem mitunter eben mit einer kleinen "Ausrede" oder auch "Notlüge" zu begegnen.

    Habe ich das Threadanliegen missverständlich formuliert? Ich werde mir Gedanken darüber machen es beim nächsten Mal eventuell drastischer zu formulieren...

    Bis dahin, an Alle hier: ist es bitte möglich hier entweder a) BEIM THEMA zu bleiben und/oder b) bitte eigene Threads zu eröffnen über weitere Themen die Euch bewegen? Das würde das Forum sicher bereichern. Danke.

    Solch ausufernden Abschweifungen machen den Thread für den der sich für das eigentliche Thema interessiert unleserlich, und sind auch unhöflich gegenüber dem Threadersteller (das bin in dem Falle ich). Die Moderation des Forums hatte in den letzten Wochen bereits mehrmals solche Diskussionen aus Threads herauslösen und verschieben müssen. Bestimmt haben die Moderatoren auch andere Dinge zu tun in ihrer Freizeit...

    Was ein Marketing, da hört man mit etwas grundgesundheitschädlichen auf, und wird weiter per ICD als krank bezeichnet.

    Das stimmt so nicht. Geht man mit einer akuten Alkoholproblematik zum Hausarzt, zum Beispiel vor einer Reha, wird nach ICD 10 eine Diagnose gestellt z.B. Abhängigkeitssyndrom. Aus einer erfolgreichen verlaufenden Reha wird man, ganz offiziell mit ärztlichen Entlassungspapieren, als geheilt entlassen.

    Auch ohne Reha, nach einer gewissen Anzahl von symptomfreien Wochen (genau weiß ich es nicht, waren es irgendwas von 6 oder 10 Wochen?) wird vom Arzt die Diagnose F10.2 nicht gestellt.

    Gute Grüße, Mojo

    Wenn einem die Abstinenz ein neues Selbstbewusstsein seine schenk, ist's doch fein! Der benötigt auch keine "kleinen Ausreden".

    Sorry, aber, ääääh... Nein. Das ist doch Quatsch. Das Eine hat doch mit dem Anderen nicht zwangsläufig was zu tun.

    Kann nicht einfach der Eine Schreiben schreiben "Ich mach es so", der Andere "Ich mach es wiederum so". Und wenn der Eine Schreibt "ich habe Ausrede XY", und der Andere "Ich verwende gar keine Ausrede" - man auch das einfach mal so, jedes für sich, einfach so stehen lassen? Ohne das gleich in solche Verallgemeinerungen zu ziehen?

    Außerdem glaube ich kaum, dass jemandem mit der Abstinenz schlagartig, sozusagen von Heute auf Morgen ein neues Selbstbewusstsein geschenkt bekommt. Auch das ist etwas das sich erst nach und nach wieder aufbaut. War jedenfalls bei mir so.

    Anders als vor dem Ausstieg muss ich nichts mehr vor anderen verstecken

    Ich denke ich weiß wie du es meinst. Dennoch möchte ich es mal aufgreifen. Denn verstecken tu ich mich ganz sicher auch nicht. Im Gegenteil. Ich bin von Beginn an stolz auf meine Entscheidung und dass es mir gelingt diesen Weg zu gehen. Ich kommuniziere auch schon immer sehr offen und gerade heraus dass ich keinen Alkohol trinke. Wo ich es für nötig befinde auch sehr offensiv.

    Aber ich sehe -für mich persönlich- nicht nur Vorteile eines totalen Offenlegens. Von unnötigen Diskussionen über Dinge die einfach nicht Jeden was angehen mal ganz abgesehen.

    Ich habe z.B. in der ersten Zeit meines Ausstiegs sehr lange (gute 1 1/2 Jahre) über mehrere Instanzen hinweg darum gekämpft eine Umschulung/Weiterbildung gefördert zu bekommen. Hätte mir für meinen Ausstieg sicher weitere Perspektive und Kraft gegeben. Aber was wurde da, vor öffentlichem Gericht von amtlicher Seite her(!), bzw. deren Rechtsabteilung, mit Dreck geworfen. Es sei doch von einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit auszugehen dass ich Rückfällig werden würde, und die Ausbildung unter diesen Umständen vermutlich nicht mit Erfolg abschließen würde und dergleichen... Es war vermutlich nicht ausschlaggebend, aber eingeschritten und diese Art der Argumentation unterbunden hat auch niemand. Das war schon krass.

    Nach fast zwei Jahren habe ich mir dann über parallele Eigeninitiative, und mit viel Glück, einen anderen Weg für die Ausbildung erarbeitet. Bestanden habe ich mit Auszeichnung. Und über meinen heutigen, weiteren Qualifizierungsstand ist im internen Bereich zu lesen.

    Ok, ich schweife etwas ab. Was ich eigentlich sagen will, gerade auf beruflicher Ebene bin ich persönlich in der Hinsicht sehr vorsichtig wem ich was erzähle oder eben besser nicht.

    Aber wie gesagt, meine alkohol- und nikotinFREIE lebensweise an sich lebe ich überall. Und zwar sehr selbstbewusst und offen.

    Guten Morgen Ciara,

    auch von mir noch ein herzliches willkommen im Forum hier an Dich! Schön dass Du uns gefunden hast! :)

    weil mir eine Flasche Schnaps geschenkt wurde und ich diesen unbedingt wegen der Schenkerin probieren musste!

    Zu dem "müssen" haben die Anderen hier schon geschriebenen. Du selbst setzt in Deinem Leben die Prioritäten was Du musst und was nicht.

    Für mich ist das aber auch irgendwie nur der Anfang der Geschichte. Denn: jetzt steht da ja irgendwo eine frisch geöffnete, fast volle Flasche Schnaps herum. Oder? Der gute alte "Seelentröster" (oder auch Seelenzerstörer) und "Problemlöser" (oder auch Problemverstärker) ganz nah...

    Was ist damit? Wie geht es damit weiter? Vielleicht habe ich es ja auch überlesen...

    Ich wünsche Dir, dass Du die richtige Entscheidung triffst und das Zeug schnellstmöglich in den Ausguss schüttest, oder, wenn auch ökologisch vielleicht nicht ganz korrekt, einfach im nächstbesten Fluss versenkst.

    Von Herzen alle gute Kraft für Deinen Weg weiterhin!

    Liebe Grüße, Mojo

    Warum brauche ich überhaupt eine Ausrede, einen Deckmantel, ein Alibi, eine Notlüge?

    Ich denke das liegt an der starken Stigmatisierung die mit der Alkoholproblematik einhergeht, und den falschen Bildern welche viele Menschen davon haben.

    Und "brauchen" tut man sie ja nicht unbedingt wirklich. Es gibt ja eben immernoch auch andere Wege. Die tatsächlich offene Konfrontation etwa. Oder das Umgehen solcher Situation zumindest erst mal für eine Weile. Bestimmt auch noch andere Möglichkeiten. Wichtig war und ist für mich immer, dass ich absolut ehrlich und aufrichtig zu mir selbst bin. Also, dass ich so eine Ausrede nie verwende um mir etwa selbst in die Tasche zu lügen oder so. Mein Entschluss mich aus der Sucht zu befreien, und den Weg konsequent zu gehen, stand -nach der ersten Zögerlichkeit- schon nahezu von Beginn an felsenfest. Ich hab solche Ausreden eigentlich nur verwendet, um mir gewisse Situationen zu vereinfachen. Es gab gerade in der ersten Zeit genug andere schwierige Dinge die ich wirklich zu bewältigen hatte.

    Nach der Threaderöffnung möchte ich auch gleich selbst mal beginnen:

    In den ersten Monaten haben nur Leute in der Suchtberatung/Suchthilfe, SHG, die Leute damals hier im Forum und meine mir wirklich nahestehendsten Menschen von meiner Problematik und von meinem Ausstieg gewusst. Und das ist auch bis heute noch so, über zehn Jahre später. Meine persönliche Meinung ist es, dass ich meine intimen persönlichen Problematiken nicht jedem x-beliebigen Menschen preisgeben, oder auf die Nase binden muss. Das geht, so finde ich es für mein Leben, einfach nicht jeden was an.

    Der Klassiker "ich muss noch Autofahren." geht natürlich immer.

    In Situationen wo sehr starker Gruppenzwang vorherrscht habe ich mich bis heute nicht mehr begeben, weil mir solche Menschen oder Begebenheiten nicht mehr zusagen. Das umgehe ich und befasse mich lieber mit Dingen die mich persönlich bereichern. Trotzdem gibt es ja noch z.B. die Weihnachtsfeiern bei der Arbeit, Geburtstage von Freunden die wiederum Freunde mitbringen, etc.

    Ich selbst hatte das große Glück, dass ich nur wenige Zeit nach dem Alkohol ebenso auch aus der Nikotinsucht ausgestiegen bin.
    >>Meine "kleine Ausrede" war von da an, dass ich derzeit keinen Alkohol trinke, weil ich gerade mit dem Rauchen aufhöre. Und das ist so eng bei mir verknüpft, dass ich sofort wieder rauchen würde wenn ich was trinken würde.

    Aaaaaa... Ja. DAMIT konnten die Drängler dann tatsächlich was anfangen. Oooh jaaaa... DAS stimmt...! Das gehört einfach zusammen...! das versteht man sofort.
    Es wurde stets unkompliziert und anstandslos akzeptiert. Ich fand das sogar etwas eigenartig dass mir für das Rauchen aufhören dann auch stets größter Respekt ausgesprochen wurde etc. Weil ich glaube nicht dass es umgekehrt (in Bezug auf Alkohol) ebenso gewesen wäre....

    Nun, soweit meine persönliche kleine Ausrede. Heute ist das eigentlich schon sehr lange gar kein Thema mehr für mich. Aber dazu vielleicht lieber später in einem anderen Post mehr.

    Im konsequenten Ausstieg aus einer Alkoholproblematik steht man mehr oder weniger oft vor der Herausvorderung alkoholhaltige Getränke abzulehnen. Vor allem bei Zusammentreffen oder Feiern. Dabei sieht man sich selbst zunächst einer gewissen Unsicherheit und vielleicht sogar vermeintlichem Erklärungszwang ausgesetzt.

    Hier im Thread soll es nicht darum gehen ob man Erklärungen oder Ausreden erfindet, oder nicht. Meine Fragen hier richten sich mehr (aber nicht ausschließlich) an die Leute, die beschlossen haben, dem mitunter eben mit einer kleinen "Ausrede" oder auch "Notlüge" zu begegnen.

    Klassiker sind ja so Dinge wie:

    "Ich muss heute noch Auto fahren."
    oder
    "Ich nehme (derzeit) ein bestimmtes Medikament das nicht mit Alkoholkonsum vereinbar ist."

    Wie war oder ist das denn bei Euch so?
    Welche "Ausreden" habt Ihr Euch bereits so ausgedacht?
    Haltet Ihr es für in Ordnung in solcher Situation auch mal mit einer "Ausrede" oder "Geschichte" aufzuwarten?

    Freue mich dazu auf einen Austausch.

    LG, Mojo

    So schnell kann's gehen: gestern eine Mail an eine Therapieeinrichtung geschrieben, heute Rückruf von einem Sozialarbeiter des Hauses und nächsten Mittwoch einen Termin zum Besprechen des weiteren Vorgehens.

    Hallo nochmal Paddy, oh sorry da hatte ich Deinen Post heute früh wohl falsch verstanden... Weil da von unverhältnismäßig langen Wartezeiten und einem Therapeuten geschrieben war, hatte ich es so gedeutet dass Du auf der Suche nach einem Psychologen, also Einzeltherapie wärest. (Von so langen Wartezeiten und Aufnahmestopps habe ich bei Ambulanter Reha noch nie gehört, und sie besteht -so wie ich es kenne- auch nicht nur aus einem Therapeuten). Aber sei es wie es sei, ich war es der es falsch gedeutet hat.

    Dass Du nach dem qualifizierten Entzug nun dran bleibst und der Weg den Du da gehst finde ich sehr gut!

    Etwas speziell finde ich, dass der Sozialarbeiter zu mir nach Hause kommen wird, ich vermute mal, er will sich ein Bild von meiner Lebenssituation machen. Auch gut, damit habe ich kein Problem.

    Ja, das ist genau so wie Du es deutest. Eine Zugangsvoraussetzung für eine ambulante Therapie ist es, dass durch ein entprechend soziale Situation und Umfeld von einer gesicherten Absinenz ausgegangen werden kann, und die Reha auch auf ambulanten Weg im alltäglichen, häuslichen Umfeld, Erfolg versprechend ist. Und das wird im Vorfeld meist auch überprüft.

    Ich Wünsche Dir viel Erfolg, und alles Gute weiterhin!

    Mojo

    Hallo Paddy,

    ich lese Deinen Thread von Beginn an hier immer wieder interessiert mit. Auch von mir Gratulation zu Deiner Entscheidung für ein gesundes, nüchternes Leben. Und meinen ganzen Respekt für die entschlossene Umsetzung!:thumbup:

    Als Gedanke zu Deinem Post heute: es gibt auch die Möglichkeit eine ambulante Alkohol(Entwöhnungs)therapie zu machen. Gerade im Anschluss an einen qualifizierten Entzug kann das sinnvoll sein. Die ambulante Therapie umfasst über mehrere Monate hinweg wöchentliche SHG Besuche, die Gruppen sind dann oft therapeutisch geleitet/ moderiert und gehen themenbezogen noch tiefer, gezielter gerade auf die Bedürfnisse und Problemlösungen gerade in der Zeit des Ausstiegs an sich ein. Weiterhin finden in der Therapie auch regelmäßige Einzelsitzungen mit (Sucht-)Psyhologen/Therapeuten statt.

    Anbei mal ein schnell gesuchter Link:

    https://www.tk.de/techniker/kran…2016032?tkcm=ab

    Angebote und Beratung dazu gibts in jeder örtlichen Suchtberatungsstelle der verschiedenen Träger. Vielleicht wäre das ja interessant für Dich? Entweder generell oder zur Überbrückung....?

    Als Idee oder Gedankenanstoß.

    Alles Gute weiterhin!

    Und liebe Grüße,

    Mojo

    Mir ist das, von früher, auch sehr bekannt. Bei mir war es ganz gern mal das Aufwachen, verbunden mit einem felsenfesten - und an sich auch wirklich ernst gemeinten: "Nie wieder! Jetzt aber wirklich, nie nie wieder." ...tja... um dann, noch am selben frühen Abend, wie plötzlich wieder ausgetauscht, doch wieder los zu ziehen und neuen Treibstoff zu besorgen.......

    Mit jedem Rückfall wird der nächste Anlauf wieder schwieriger.

    Diesen Punkt habe ich für mich persönlich vor allem in der letzten Zeit etwas anders erlebt. Bei aller Enttäuschung, aber von Mal zu Mal sah ich deutlicher und deutlicher was da eigentlich los war, und ich beobachtete mich, zunehmend fremdbestimmt, mitunter wie ferngesteuert.

    Und eben das war eins der ganz wichtigen Dinge, die ich in meinem Ausstieg unbedingt, mit aller Kraft und aller Unterstützung los haben wollte. Ich wollte wieder Frei davon sein! Das wurde für mich gerade in der Anfangsphase zu einem starken Antrieb.

    Ich kann mich gerne dem Anschließen was Stilles Wasser weiter oben geschrieben hat: Es gibt einen Weg da raus. Und da wo der Weg hin führt kann es sogar ziemlich gut sein.

    Alles Gute und liebe Grüße,

    Mojo

    Wie gehe ich das am besten an…ab morgen und so….wie trickse ich mein Hirn aus?

    Es geht vor allem darum, die eigene Position zum Alkohol grundlegend zu überdenken und neu auszurichten.

    Diese Inventur geschieht auf einer sehr ehrlichen Ebene. Da geht es nicht darum sich auszutricksen. Im Gegenteil, ist es m.M.n. vielmehr wichtig, sich gewisse Dinge bewusst zu machen.

    Auch von mir noch ein Willkommen hier im Forum!

    Einen guten Austausch hier und alles Gute auf Deinen Weg,

    Mojo

    Hallo Nyssa,

    danke für Deine Zeilen wieder.

    Diesmal ist er informiert und er hat auch angeboten, nichts mehr zu trinken und nichts mehr zu kaufen. (wäre für ihn auch besser). Zumindest weiss er, dass mich momentan stresst und nimmt total Rücksicht drauf.

    Das ist gut!:thumbup: Man muss es ja nicht gleich jedem auf die Nase binden. Aber Verständnis und Unterstützung von den nahestehenden Menschen zu haben ist wichtig.

    Mir wurde dadurch klar, dass ich nicht nur ein Problem mit Alkohol habe, sondern wirklich süchtig bin. Deswegen fühle ich mich ziemlich schlecht. Seitdem reagiere ich ziemlich allergisch auf Alkohol- in Filmen zum Beispiel. Das war die Wochen davor nicht der Fall.

    Das ist doch okay so und darf auch so sein dass Du so empfindest. Wenn ich mich zurück entsinne so hab ich da natürlich auch so manchen inneren Schatten erst mal überwinden dürfen.

    Aber: Du fühlst Dich...!

    Die Bezeichnung "Schlecht" ist ja kein Gefühl an sich. Worte wie "Gut" oder "Schlecht" sind eher (Be-)Wertungen. Gelingt es Dir vielleicht, für Dich, da offen hin zu schauen und wahrzunehmen was es für ein Gefühl ist?

    Zu lernen ein Gefühl wertungsfrei anzusehen, kann mir mitunter wertvolle Dinge über mich selbst beibringen. Mich anzunehmen wie ich bin. Auch wenn es damit vielleicht um „Defizite“ oder „Schwächen“ von mir geht.

    Wir waren in einem Kurzurlaub in einem Hotel. Ich hatte da vorher nicht nachgedacht. Aber abends war der Druck sehr gross, weil Abende im Hotel einfach mit Alkohol verbunden waren.

    Solche Triggerpunkte werden nach und nach weniger. Bei vielen verschwinden sie irgendwann ganz. Es braucht etwas Geduld. Das nächste Mal wenn Du in ein Hotel gehst zum Beispiel, weißt Du schon dass es auch nüchtern sehr gut funktioniert und Du gehst da vorbereiteter rein. Man kann sogar ein Stück weit das Belohnungssystem überschreiben, indem man in solchen Situationen, oder auch generell, sich ganz bewusst mit schönen, nüchternen und gesunden Dingen verwöhnt und selbst belohnt.

    In diesem Sinne, genieße noch einen feinen Tee, lies vielleicht ein par Zeilen in einem guten Buch und mach Dir noch einen schönen Abend!

    Mojo

    Seit ein paar Tagen ist es wieder schwieriger. Darum habe ich mich hier wieder angemeldet.

    Das finde ich sehr gut! 😊

    Der Ausstieg, das Bewältigen einer Trinkproblematik ist ja oft sozusagen sowas wie „die Flucht nach vorne“. Man stellt für sich fest es geht so irgendwie nicht weiter - es muss sich was ändern. Aber wie das anzustellen, das weiß man oft noch gar nicht so genau. Es ist wichtig und sehr gut, sich offen (wo nötig offensiv) mit der Thematik an sich, und auch mit den kritisch-sensiblen Punkten auseinander zu setzen und zu beschäftigen.

    Einfach nur nicht mehr trinken/konsumieren reicht in den meisten Fällen nicht. Wenn es so einfach wäre, wäre das Problem bei den Allermeisten (mich inbegriffen) schon viel früher gelöst gewesen.

    Weiter oben hier in Deinem Thread lese ich zum Beispiel, dass das Umfeld und der Partner „wie gewohnt“ weiterhin regelmäßig/täglich konsumiert haben. Solche Dinge machen es nicht unmöglich, aber mitunter eben auch nicht gerade einfacher. Ich hätte mir das für mich selbst z.B. überhaupt nicht vorstellen können. Ich habe mir ein (überwiegend) alkohol- und suchtmittelfreies Umfeld geschaffen. Es kann aber natürlich auch anders funktionieren.

    Aber, egal um was es auch geht: das Umfeld und die Triggerpunkte von Außerhalb, die eigene Prägung und Konsumgewohnheiten über mehrere Jahrzehnte von der frühen Jugend an, die Umstellungen biochemischer Abläufe in der Entwöhnungsphase der ersten Monate… es braucht da Etwas, das man an innerer Ausrichtung und Motivation entgegen setzen kann.

    Ich wünsche Dir dafür hier im Forum hilfreiche Anregungen, und Dir und uns einen guten Austausch.

    Gibt es Dinge die Du durch die nüchterne Lebensweise spürst, die für Dich einen Zugewinn darstellen?

    Sind die Punkte für Dich greifbar an denen es in den letzten Tagen schwieriger wurde? Kannst Du sie für Dich formulieren?

    Gute Grüße in einen schönen Abend sende ich Dir!

    Mojo


    PS: Wenn ich hier Fragen stelle, dann sind diese rein aus Interesse, oder als Gedankenanstoß gedacht. Ich freue mich natürlich, wenn Du zum Ein oder Anderen was schreiben möchtest. Aber es gibt auch keine Pflicht für Dich hier auf alles Antworten zu müssen oder so.