Ich sehe in deiner subjektiven Erfahrung keinen Zusammenhang zu meinen
kleinen historischen Abriss. Es gab bis in die Achtziger hinein meines Wissens
keine LZT`s.
Was hat das dann mit dir zu tun?
Ich sehe in deiner subjektiven Erfahrung keinen Zusammenhang zu meinen
kleinen historischen Abriss. Es gab bis in die Achtziger hinein meines Wissens
keine LZT`s.
Was hat das dann mit dir zu tun?
Allerdings bin ich der Auffassung, dass es der teuren Dienste der Frau Stüben nicht bedarf, um aus dem Alkohol auszusteigen.
Lieber Rekonvaleszent . Das ist natürlich ein gewagter Satz, aber ich denke, ich weiss in welche Richtung du damit zeigen willst. Und ich liefere noch die passende Formel gratis dazu: Das erste Glas stehen lassen! Das wird aber kaum jemand so durchziehen können. Und so gab es durch die Jahrzehnte verschiedenste Modelle. Vielleicht wurde von Walther H. Lechler und dem damit verbundenen Bad Herrenalber Modell zum ersten mal in einem grösseren Rahmen der Versuch unternommen die Einrichtung der alterwürdigen Trinkerheilanstalt zu ersetzen.
Unser gemeinsamer Lebensprozess im Haus kann auf folgende Kurzform gebracht werden: Von morgens 5.45 Uhr bis abends 22.30 Uhr fanden ohne Unterbrechung eine Fülle von Begegnungen und Beziehungen (Interaktionen) statt, wo die Einzelnen wie in einem Spiegel ihre selbstzerstörerischen Verhaltensweisen und unangemessenen Einstellungen erkennen konnten. Und gleichzeitig das Angebot bekamen, neue, an der Realität orientierte und zum Leben führende Verhaltensweisen während sechs bis acht Wochen zu erproben und einzuüben und dann an der «Front», wie ich das immer genannt habe, weiter zu üben.
Eine Besonderheit fällt mir auf.
Die Langzeittherapie hat es zu dieser Zeit noch nicht gegeben. Ist sie nötig? Sechs bis acht Wochen sind genug! Vllt eine anderes Thema!
Die Süchte jedenfalls wurden edenfalls zu dieser Zeit schon tüchtig abgeklopft wo noch der eine oder andere Taler abfallen könnte. Und im Internetzeitalter intensivierte sich dieser Trend. Frau Stüben ist nur die Speerspitze einer Bewegung. Da stehen noch andere Gewehr bei Fuss. Alkohol ade bringt ein ähnliches Muster mit zahlreichen Büchern und YT Videos.
Möglicherweise sind die Hürden die kostenlosen Angebote der Krankenkassen oder SHG`s zu nutzen zu schambehaftet oder wie es weiter oben bei AmSee schon hiess: Was nix koscht ..."
Gruss Brant
07.05.2023
Bayern
Alkohol ist Hauptthema bei digitaler Suchtberatung
Bei der neuen digitalen Suchtberatung DigiSucht steht nach Angaben des Bayerischen Gesundheitsministeriums
das Thema Alkohol an erster Stelle. Demnach drehen sich 37 Prozent der Anfragen um diese Form der Sucht, in
23 Prozent der Fälle geht es um das Rauschgift Cannabis, in 12 Prozent um Aufputschmittel und Amphetamine. "
ntv.de
Vllt kann man es nicht unbedingt als eine News bezeichnen ist jedoch, und wird es wohl noch
eine Zeit sein, Teil der Auseinandersetzung mit dem Alkohol in der Gesellschaft hierzulande..
22.11.2022
Fußball und Bier: Wer verdient wirklich? | WDR Doku
Für viele Fans gehört das einfach zusammen: Fußball und Bier. Aber ist das wirklich nur eine harmlose
Verbindung von Sport und Genuss? Oder steckt mehr dahinter? Denn Fußballvereine und Brauereien
sind in Deutschland oft eng vernetzt. Ausnahmslos jeder Verein in der ersten und zweiten Bundesliga
wird von einer Brauerei gesponsert und auch viele Amateurclubs sind auf das Geld der Bierindustrie
angewiesen. Stadien tragen die Namen von Brauereien und Bier-Werbung ist rund um den Fußball
omnipräsent.
Dabei verursacht Alkohol in Deutschland großen Schaden: 1,6 Millionen Menschen sind alkoholabhängig,
mehr als 14.000 sterben jährlich in direkter Folge von Alkohol. Hinzu kommen Krebserkrankungen, die
durch Alkohol ausgelöst werden, außerdem Unfalltote, Gewalt, Missbrauch, Vergewaltigungen – alles
unter Alkoholeinfluss. Rund 57 Milliarden Euro kostet unsere Volkswirtschaft das alles.
Die Story “Fußball und Bier“ nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf eine Reise durch das
Bier-und-Fußball-Land Deutschland, von alkoholkranken Fans im Ruhrgebiet über Lokalvereine mit
Brauerei-Sponsor bis hin zu Bier-Lobbyisten und der Politik in Berlin und Brüssel. Denn gemeinsam sind
Bier und Fußball äußerst einflussreich.
Experten sprechen sich seit langem für Alkoholwerbeverbote im Sport und strengere Gesetze zum
Bierkonsum in Stadien aus. Unsere Recherchen zeigen, wie gut es der Alkohollobby gelingt, das zu
verhindern und wie sie auch gemeinsam mit Fußballvereinen und –verbänden politisch Einfluss nimmt.
Meine Erfahrungen mit Schlagworten wie "Niedrigschwelliges Angebot" oder "Kontrolliertes Trinken" und weiteren, haben mir immer wieder gezeigt das es in dem Gesellschaftsmodell in dem wir leben dieses Vokabular in vielen Fälle benutzt wird um den "ewigen Klienten" zu binden und nicht um einen Weg der Heilung zu beschreiten. Da dies so Usus ist bemerke ich kaum mehr die eventuelle Absurbität, das "Geschmäckle".
Ich spüre diese westliche Grundhaltung sehr stark im Gesundheitswesen. Kein Besuch ohne das Angebot einer kostenpflichtigen IGeL Leistung. Keine Untersuchung wo ich mich nicht frage: Wem dient der Aufwand eigentlich?
ZitatInteressant finde ich, wie Rockefeller reagiert hat und warum er Wilson nur eine bescheidene Summe zur Verfügung gestellt hat.
Zumindest hat es Auswirkungen auf das spätere Vorgehen wie sie in den 12 Traditionen der AA festgelegt sind. Wilson wird wohl nur zähneknirschend zugestimmt haben, immerhin war er ja Börsenmakler.
7. Jede A.A.- Gruppe sollte sich völlig selbst tragen und jede Spende von Außenstehenden ablehnen.
8. Alcoholics Anonymous sollte für immer nichtprofessionell bleiben, aber unsere Dienststellen können spezielle Arbeiter beschäftigen.
ZitatBei Wilson erkenne ich wenigstens noch, dass das Geld für auf Alkoholismus spezialisierte Krankenhäuser und damit auch für Fachpersonal verwendet werden sollte. So etwas ist nun einmal sehr teuer und ohne Finanzierung nicht zu realisieren.
...
Wen finanziert Frau Stüben denn mit ihren Online-Kursen? Fachpersonal? Eine eigene professionelle, überaus fundierte Ausbildung im Bereich Alkoholismus?
Hierzu nimmt Nathalie Stüben ziemlich ausführlich auf ihrer Website Stellung.
Warum nimmst Du Geld für Deine Programme?
Und zu guter letzt noch.
Gruss Brant
Meins ist diese Nathalie Stüben nicht. Dieses Video hat für mich so „ein Geschmäckle“. Wenn‘s nur darum ginge, die eigene Geschichte zu erzählen, um zu inspirieren… Doch letztlich kommt es für mich nicht anders als ein Werbevideo zu ihren social media Plattformen daher, wo sie wiederum Werbung für ihre kostenpflichtigen Online-Kurse macht.
Sie ist eine dieser „Influenzer“. Für MICH hat das ganze Marketing, das sie um sich aufgebaut hat, keinen besonders guten Beigeschmack.
Ich seh das genauso. Vllt aber ohne oder nur sehr wenig Beigeschmack. Durch meine Vergangenheit
ist das Interesse einfach wach was sich da so auf dem "Markt" tut. Ich kenne da noch weitere Videos
und da tauchen einige Leutchen aus den verschiedensten Branchen auf und ich habe da den Eindruck
die machen sich eifrig Gedanken wie sie von diesen "Geschäftsmodell profitieren können.
Neu sind solche Aktivitäten nicht.
Schon 1937 hat Wilson einige ziemlich hochfliegende Pläne, wie sich das Programm in großem Stil weiter verbreiten lassen würde. So erwägt er zum Beispiel die Schaffung einer auf Alkoholismus spezialisierten Krankenhauskette und die Einstellung bezahlter Arbeiter als Missionare
In Bezug auf die Gruppe werden die Bemühungen, einen großzügigen Geldgeber zu finden jedoch fortgesetzt. Dies ist zunächst erfolglos; als es im Frühjahr 1938 gelingt, ein Treffen mit der Rockefeller-Foundation, einer Wohltätigkeitsstiftung des damals reichsten Amerikaners zu arrangieren, wird dies als die große Chance gesehen.
John D. Rockefeller steht dem ihm vorgetragenen Programm durchaus positiv gegenüber, ist jedoch der Meinung, daß Geld diesen Versuch, das Christentum des ersten Jahrhunderts auszuleben, nur verderben würde. Deshalb stellt er der Alkoholiker-Gruppe lediglich die in Anbetracht der erhofften Beträge äußerst bescheidene Summe von $5000 zur Verfügung.
Credit: Eine kritische Auseinandersetzung mit denAlcoholics Anonymous
Und hier dann 2.2.3 Suche nach Sponsoren
Gruss
Die Welt verändert sich und infolge des Computers sogar drastisch. Wer heutzutage Hilfe bei einem Alkoholproblem im Internet sucht landet vllt nicht mehr bei den ganzen Foren, die sich einst aus den beliebten Homepages entwickelten. Was sich da jetzt herauskristallisiert hat und wohl in den folgenden Jahren weiterentwickelt ist glaube ich heute sogar nicht absehbar.
Eine dieser Frontfrauen ist Nathalie Stüben. Für mich selbst ist es nicht mehr interessant. Ich habe meinen Frieden mit dem Alkohol gefunden und zwar auf eine ähnlich tiefe Art und Weise wie der ehemalige Gittarist der Guns N’ Roses.
1994 entging Duff McKagan, damals Bassist bei Guns N’ Roses, wegen einer akuten Pankreatitis knapp dem Tod, nachdem seine Bauchspeicheldrüse aufgrund von jahrelangem übermässigem Alkohol- und Drogenkonsum Schaden genommen hatte. Die Ärzte sagten das er sterben würde
wenn er nur einen weiteren Drink nehmen würde.
Meine Mutter hatte Parkinson und ich sah wie sie weinend hereinkam und sah wie ihr jüngster Sohn an Schläuchen hing. Das veränderte mich.
Und das war so ziemlich das Einzige, was ich an Reha Massnahmen brauchte.
Doch zurück zum Thema. Hören wir doch einfach Nathalie in einem ca. 24 minütigen Video mal zu.
Alkoholsucht: Mein Weg aus der Abhängigkeit – Nathalie Stüben
Wie es bei mir lief, wie ich in die Sucht gerutscht bin und wie ich wieder rausgefunden habe,
das möchte ich in diesem Video mit Dir teilen – in der Hoffnung, Dich zu inspirieren.
01.04.2023
E-Roller
Unfallursache Alkohol
E-Scooter sind ein beliebtes, weil schnell verfügbares Transportmittel
in Großstädten. Doch die Unfallzahlen steigen. Auch, weil oft Alkohol
im Spiel ist.
tagesschau.de
13.04.2023
Kooperation mit Transgender-Influencerin
Boykottaufrufe für "Bud Light"
In den USA regt sich heftiger Widerstand der Konservativen gegen "Bud Light"
mit dem Aufruf zum Boykott. Grund ist eine Kooperation zwischen der
Transgender-Influencerin Dylan Mulvaney und der Biermarke.
tagesschau.de
03.05.2023
Kulturkampf um Budweiser-Bier
Bitterer Nachgeschmack
Eine Transgender-Influencerin als Gesicht für eine Marketingkampagne -
mit dieser Idee geriet Budweiser in den US-Kulturkampf. Es folgten
Boykottaufrufe und der Versuch einer Kehrtwende.
tagesschau.de
Vielen Dank euch drei für die Begrüssung!
Und schön zu lesen, dass es Dir nach wie vor gut geht (zumindest in Bezug auf den Alk)- möge es noch lange so bleiben!
So wie ich doch schon vor Jahren schrieb:
So wie das Meer nur einen Geschmack hat,
den Geschmack des Salzes -
so hat mein Leben nur einen Geschmack,
den Geschmack der Abstinenz.
Ich nehme mal Bezug auf einen Teil eines Beitrags aus einen anderen Thread bei dem es um dieses vielbeschworene andere Forum geht.
….
Ich habe so 2008 etwa mein Internet angemeldet. Spät vllt - die Wahrheit ist es hat mich nicht interessiert. Dann erkundigte ich wie wohl alle die verschiedensten Möglichkeiten. Dabei stiess ich auf dieses andere Forum als stiller Leser. Ich hielt nicht allzuviel davon da es nicht die Nähe (Intimität?) brachte die ich für Heilung erforderlich hielt.
Ein Thread belehrte mich eines Besseren. Ich meldete mich mit dem Namen >Old Flatterhand< an aus dem nach kurzer Zeit schon >OF< wurde. Es leben die Abkürzungen.
Es gefiel mir bis auf diese bornierte Stricktheit, die in Susanne`s Zitat ja anklingt. Der Adminstrator K. hatte das Forum ca.2005 eröffnet und in einem offenen und in einem geschlossenen Bereich eingeteilt. Für letzteren verlangte er einen kleinen Betrag (ca.10€) verlangte. Soweit gut. Ich hab da grob recherchiert. In der Zeit vor Social Media waren da mehrere hundert Beiträge täglich! Also durchaus in Ordnung und für diese bezahlte Variante wurde eifrigst getrommelt. Nebenbei. Facebook& Co machte sich schon heftig durch sinkende Besucher und Beiträge bemerkbar. K. hielt soweit ich weiss an diesem Modell noch ein Jahrzehnt fest und übergab es dann an A. Ich weiss jedenfalls nicht wie es dort momentan ist. Den Mod H. scheint es ja noch zu geben.
Zu mir. Anno Domini bereits 14 Jährchen trocken wollte in keinen geschlossenen Bereich und Tagebuch schreiben.
Die Spannungen zwischen drinnen und draussen waren ziemlich spürbar. Nicht nur bei mir.
Leider habe ich eine ordentliche Portion des guten britischschwarzen Humors obwohl ich nie bei den Angelsachsen war. Ich schrieb einen Beitrag den Bruce dann etwas später so kommentierte:
ZitatDas war ein gewohnt augenzwinkender, fast schon versöhnlicher Beitrag von Old Flatterhand, aber trotzdem ist schon wieder Holland in Not.
Und das war es auch. Es war der Anfang vom Ende. Ich hatte keinen Bock mehr.
Hier noch der besagte Beitrag.
ZitatAlles anzeigenWie OF es sieht.
Wir Leute im Offenen Bereich sind sehr einfache Menschen.
Bescheiden in dem was wir uns zum Leben wünschen, jedoch
freigiebig wenn es darum geht das Wenige miteinander zu teilen.
Manchmal schauen wir auf das altehrwürdige Gebäude mit
den vergitterten Fenstern und wir fühlen uns unbehaglich.
Was ist das nur für ein Geräusch, das sich wie Pantoffelgeschlurfe
anhört und uns Offenen wird´s dabei richtig mulmig.
Sind dort vielleicht Menschen eingesperrt, die in Flügelhemdchen
gekleidet den ganzen lieben Tag einen weissgetünchten Gang
auf und ab schlurfen ?
Manchmal bricht aus diesem Gebäude Jemand aus und sagt
das wir Offenen schlechte Manieren hätten und üble Rede
führen würden .
Dann bekommen wir Offenen es noch mehr mit der Angst zu tun.
Doch wenn wir wieder auf dem Bänkchen vor unserem Häuschen
sitzen und Offenen Herzens über die Äcker, Wiesen und Felder
hinüber zum Horizont schauen, bis dorthin wo Himmel und Erde mit
einanderverschmelzen, erst dann verschwinden unsere Ängste wieder
und wir verspüren nur noch die Harmonie und den Frieden in
unserem glücklichen Sein.
Das sind wir Leute aus dem Offenen Bereich.
Einfach gestrickt und vielleicht ein ganz, ganz bisschen meschugge.
Und wenn wir nicht gestorben sind sitzen wir noch immer auf
diesem Bänkchen vor unserm Häuschen und warten auf das
Ende des Sommers wohl irgendwann im September.
Gruss
Das ist es dann auch heute für mich.
Ich habe hier schon mal vor Jahren geschrieben. Warum ich mich jetzt angemeldet habe.
Ich weiss es nicht. Es ist wenig los im Forum und das ist sehr schade. Vllt mag ich nur
meine kleine Geschichte reinsetzen um etwas Hoffnung und den Glauben zu verbreiten
das die Lage nie so aussichtslos ist wie sie in der tiefsten Nacht erscheint.
Meine letzten fünf nassen Jahre
lebte ich mehr oder weniger
am Drogenumschlagplatz
einer ganz gewöhnlichen Stadt.
Morgens trudelte ich meist ein
und es waren immer dieselben Leute da.
Diejenigen aus der Notschlafstelle,
(sie musste um acht verlassen sein)
und die, die unbedingt was brauchten
und auch die, die was verticken wollten.
Ich selbst nahm nur sehr wenige
Tabletten und Drogen, vom
Haschisch mal abgesehen.
Alkohol war mein Ding.
Zwei, dreimal am Tag
kontrollierte die Polizei.
Wurde es mal eng trotteten
wir ein paar hundert Meter weiter
zu einem Ausweichplatz.
Es war eine gute Zeit.
Eine Alternative war die
Säufer Wg. Es war ein gemütliches
Zusammensein bei sinnlosen
Brett- und Würfelspielen und noch
hirnigeren Gesprächen.
Wurde Geld und Stoff knapp
(die Umrechnung erfolgte immer
ohne Umweg) eskalierte
die Situation immer in ziemlichen
Extremen.
Ab und zu gab jemand den Löffel ab.
Alle paar Wochen, oder
auch nur Tage ein neuer Kandidat
für eine tödliche Überdosis.
Wir alle auf der Scene waren dann
immer einhellig der Meinung das
X wohl übertrieben hat oder auch
das der verschreibende Arzt völlig
unverantwortlich das Falsche
verschrieben hatte.
Jemand musste ja schuld sein.
Am Abend fuhr ich dann mit
dem Bus nach Hause, oft ohne
irgendeine Erinnerung an die Heimkehr.
Ich fühlte mich nur sauelend morgens
beim Erwachen und schuldig
meines Tuns.
Zumindest brauchte ich mir Schuhe und
Hose nicht mehr anziehen.
In der vermüllten Wohnung
verbrachte ich dann oft Tage.
Nur mit Shit und Bölkstoff ausgestattet.
Ohne Zeitgefühl ist jetzt morgen, mittag
oder Abend , Freitag oder Sonntag.
Egal.
Was zählte war der Griff zur Flasche.
So dämmerte ich dahin mit
Filmrissen, die unbemerkt blieben.
Ging Flüssiges und Geld zu Ende
passierte immer dasselbe.
Trockenwürgen, Zittern,
Schweissausbrüche.
Damit nicht genug besuchten mich
die Geister und sprachen mit mir.
Lang und ausgiebig.
Ich muss sehr glücklich gewesen sein
damals.
Einmal wachte ich fixiert und mit Nadeln
in den Armen in einem Krankenhausbett auf .
Ich hatte gekocht und war eingeschlafen.
Die Nachbarn hatten aufgrund der
Rauchentwicklung den Notruf verständigt.
Der verkohlten Topf wurde von der
Feuerwehr auf den Balkon gestellt.
Vielleicht als Erinnerung.
Ich trank weiter.
Nur nicht unterkriegen lassen.
Hartnäckige Selbstmordgedanken
beherrschten mich und liessen sich
nur mit Quantum vertreiben.
Nervenzusammenbrüche häuften sich.
Ich lag auf dem Bett und heulte tagelang
über mein auswegloses Dilemma.
Einmal wollte ich mir nachts an
der Tankstelle Nachschub holen.
Flaumte die zufällig anwesenden
Polizisten an. Sie waren so nett
mich an einem Ort zu bringen, der
sich Ausnüchterungszelle nannte.
So konnte ich meine sozialen
Feldstudien um ein weiteres Spektrum
erweitern.
Kam der Scheck konnte es passieren
das ich mit dem Einlösen einenTag warten
musste,da ich nicht unterschreiben konnte.
Old Flatterhand...
Eines Morgens gegen sechs klingelte
und pochte es an der Tür.
Ich hatte es aufgegeben auf die Post
aus dem Briefkasten zu reagieren.
Nüchtern betrachtet wäre es mit einem
Schnippen des kleinen Fingers aus
der Welt zu schaffen gewesen.
Jetzt war es zu spät.
Die nächsten Wochen verbrachte ich
im Gefängnis. Vermisste nicht mal
den Alkohol.
Nach der Entlassung führte mich mein
erster Weg an den Kiosk.
Ich kniete neben dem Bett und bat Gott
nicht mehr trinken zu müssen.
Spätestens eine Stunde später
war ich beim Griechen.
Zahlte keine Miete mehr
da ich für mein Geld eine
bessere Verwendung sah.
Auf Mahnungen reagierte ich nicht.
Eines Abends kam ich Nachhause
und das Schloss war ausgewechselt.
Ich war obdachlos.
Campierte im Park, trank wie gewöhnlich,
wechselte keine Kleidung mehr und weiss
von meinen letzten nassen
Wochen kaum noch was.
Ein dreiwöchiges Blackout.
An einem Sonntagmorgen wachte
ich auf in meinem Zelt und fuhr
zur Suppenküche.
Ich hatte Hunger, kriegte es aber
nicht auf die Reihe den Löffel vom
Teller zum Mund zu jounglieren.
Old Flatterhand...
Ich fühlte mich so verzweifelt und unten.
Diese ganze Aussichtslosigkeit.
Ich fuhr hungrig in den Park zurück
Legte mich in den Schlafsack.
Ich hatte aufgegeben.
Dann dieser innerer Schrei
"Ich kann nicht mehr"
und während dieses Nachmittags
stürzte ein Stück innerer Mauer ein
und ich hatte zum ersten Mal die
Möglichkeit zu sehen wer ich war und bin:
ein Alkoholiker.
Seit diesem Tag hab ich nichts mehr
getrunken und das sind morgen genau
26 Jahre!
Dies ist nicht geschrieben um mir ein paar Glückwünsche abzuholen.
Meine Botschaft, wenn ich überhaupt eine habe, ist ziemlich simpel:
ABSTINENZ IST NICHT DER WEG IN DEN HIMMEL
... SONDERN DER AUS DER HÖLLE !
und wenn der Brant diesen Weg gegangen ist dann kannst Du das auch.