Beiträge von Stilles Wasser

    Meine Erfahrungen mit Schlagworten wie "Niedrigschwelliges Angebot" oder "Kontrolliertes Trinken" und weiteren, haben mir immer wieder gezeigt das es in dem Gesellschaftsmodell in dem wir leben dieses Vokabular in vielen Fälle benutzt wird um den "ewigen Klienten" zu binden und nicht um einen Weg der Heilung zu beschreiten. Da dies so Usus ist bemerke ich kaum mehr die eventuelle Absurbität, das "Geschmäckle".
    Ich spüre diese westliche Grundhaltung sehr stark im Gesundheitswesen. Kein Besuch ohne das Angebot einer kostenpflichtigen IGeL Leistung. Keine Untersuchung wo ich mich nicht frage: Wem dient der Aufwand eigentlich?

    Zitat

    Interessant finde ich, wie Rockefeller reagiert hat und warum er Wilson nur eine bescheidene Summe zur Verfügung gestellt hat.

    Zumindest hat es Auswirkungen auf das spätere Vorgehen wie sie in den 12 Traditionen der AA festgelegt sind. Wilson wird wohl nur zähneknirschend zugestimmt haben, immerhin war er ja Börsenmakler.

    7. Jede A.A.- Gruppe sollte sich völlig selbst tragen und jede Spende von Außenstehenden ablehnen.
    8. Alcoholics Anonymous sollte für immer nichtprofessionell bleiben, aber unsere Dienststellen können spezielle Arbeiter beschäftigen.

    Zitat

    Bei Wilson erkenne ich wenigstens noch, dass das Geld für auf Alkoholismus spezialisierte Krankenhäuser und damit auch für Fachpersonal verwendet werden sollte. So etwas ist nun einmal sehr teuer und ohne Finanzierung nicht zu realisieren.
    ...
    Wen finanziert Frau Stüben denn mit ihren Online-Kursen? Fachpersonal? Eine eigene professionelle, überaus fundierte Ausbildung im Bereich Alkoholismus?

    Hierzu nimmt Nathalie Stüben ziemlich ausführlich auf ihrer Website Stellung.

    Warum nimmst Du Geld für Deine Programme?

    Und zu guter letzt noch.

    Was kosten Deine Programme?

    Gruss Brant

    Meins ist diese Nathalie Stüben nicht. Dieses Video hat für mich so „ein Geschmäckle“. Wenn‘s nur darum ginge, die eigene Geschichte zu erzählen, um zu inspirieren… Doch letztlich kommt es für mich nicht anders als ein Werbevideo zu ihren social media Plattformen daher, wo sie wiederum Werbung für ihre kostenpflichtigen Online-Kurse macht.

    Sie ist eine dieser „Influenzer“. Für MICH hat das ganze Marketing, das sie um sich aufgebaut hat, keinen besonders guten Beigeschmack.


    Ich seh das genauso. Vllt aber ohne oder nur sehr wenig Beigeschmack. Durch meine Vergangenheit
    ist das Interesse einfach wach was sich da so auf dem "Markt" tut. Ich kenne da noch weitere Videos
    und da tauchen einige Leutchen aus den verschiedensten Branchen auf und ich habe da den Eindruck
    die machen sich eifrig Gedanken wie sie von diesen "Geschäftsmodell profitieren können.
    Neu sind solche Aktivitäten nicht.

    Schon 1937 hat Wilson einige ziemlich hochfliegende Pläne, wie sich das Programm in großem Stil weiter verbreiten lassen würde. So erwägt er zum Beispiel die Schaffung einer auf Alkoholismus spezialisierten Krankenhauskette und die Einstellung bezahlter Arbeiter als Missionare
    In Bezug auf die Gruppe werden die Bemühungen, einen großzügigen Geldgeber zu finden jedoch fortgesetzt. Dies ist zunächst erfolglos; als es im Frühjahr 1938 gelingt, ein Treffen mit der Rockefeller-Foundation, einer Wohltätigkeitsstiftung des damals reichsten Amerikaners zu arrangieren, wird dies als die große Chance gesehen.
    John D. Rockefeller steht dem ihm vorgetragenen Programm durchaus positiv gegenüber, ist jedoch der Meinung, daß Geld diesen Versuch, das Christentum des ersten Jahrhunderts auszuleben, nur verderben würde. Deshalb stellt er der Alkoholiker-Gruppe lediglich die in Anbetracht der erhofften Beträge äußerst bescheidene Summe von $5000 zur Verfügung.

    Credit: Eine kritische Auseinandersetzung mit denAlcoholics Anonymous
    Und hier dann 2.2.3 Suche nach Sponsoren

    Gruss

    Die Welt verändert sich und infolge des Computers sogar drastisch. Wer heutzutage Hilfe bei einem Alkoholproblem im Internet sucht landet vllt nicht mehr bei den ganzen Foren, die sich einst aus den beliebten Homepages entwickelten. Was sich da jetzt herauskristallisiert hat und wohl in den folgenden Jahren weiterentwickelt ist glaube ich heute sogar nicht absehbar.
    Eine dieser Frontfrauen ist Nathalie Stüben. Für mich selbst ist es nicht mehr interessant. Ich habe meinen Frieden mit dem Alkohol gefunden und zwar auf eine ähnlich tiefe Art und Weise wie der ehemalige Gittarist der Guns N’ Roses.

    1994 entging Duff McKagan, damals Bassist bei Guns N’ Roses, wegen einer akuten Pankreatitis knapp dem Tod, nachdem seine Bauchspeicheldrüse aufgrund von jahrelangem übermässigem Alkohol- und Drogenkonsum Schaden genommen hatte. Die Ärzte sagten das er sterben würde
    wenn er nur einen weiteren Drink nehmen würde.
    Meine Mutter hatte Parkinson und ich sah wie sie weinend hereinkam und sah wie ihr jüngster Sohn an Schläuchen hing. Das veränderte mich.
    Und das war so ziemlich das Einzige, was ich an Reha Massnahmen brauchte.

    Doch zurück zum Thema. Hören wir doch einfach Nathalie in einem ca. 24 minütigen Video mal zu.

    Alkoholsucht: Mein Weg aus der Abhängigkeit – Nathalie Stüben

    Wie es bei mir lief, wie ich in die Sucht gerutscht bin und wie ich wieder rausgefunden habe,
    das möchte ich in diesem Video mit Dir teilen – in der Hoffnung, Dich zu inspirieren.

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    01.04.2023
    E-Roller
    Unfallursache Alkohol

    E-Scooter sind ein beliebtes, weil schnell verfügbares Transportmittel
    in Großstädten. Doch die Unfallzahlen steigen. Auch, weil oft Alkohol
    im Spiel ist.
    tagesschau.de

    13.04.2023
    Kooperation mit Transgender-Influencerin
    Boykottaufrufe für "Bud Light"

    In den USA regt sich heftiger Widerstand der Konservativen gegen "Bud Light"
    mit dem Aufruf zum Boykott. Grund ist eine Kooperation zwischen der
    Transgender-Influencerin Dylan Mulvaney und der Biermarke.
    tagesschau.de

    03.05.2023
    Kulturkampf um Budweiser-Bier
    Bitterer Nachgeschmack

    Eine Transgender-Influencerin als Gesicht für eine Marketingkampagne -
    mit dieser Idee geriet Budweiser in den US-Kulturkampf. Es folgten
    Boykottaufrufe und der Versuch einer Kehrtwende.
    tagesschau.de

    Vielen Dank euch drei für die Begrüssung!


    Und schön zu lesen, dass es Dir nach wie vor gut geht (zumindest in Bezug auf den Alk) :) - möge es noch lange so bleiben!


    So wie ich doch schon vor Jahren schrieb:

    So wie das Meer nur einen Geschmack hat,
    den Geschmack des Salzes -
    so hat mein Leben nur einen Geschmack,
    den Geschmack der Abstinenz.

    Ich nehme mal Bezug auf einen Teil eines Beitrags aus einen anderen Thread bei dem es um dieses vielbeschworene andere Forum geht.

    ….

    Ich habe so 2008 etwa mein Internet angemeldet. Spät vllt - die Wahrheit ist es hat mich nicht interessiert. Dann erkundigte ich wie wohl alle die verschiedensten Möglichkeiten. Dabei stiess ich auf dieses andere Forum als stiller Leser. Ich hielt nicht allzuviel davon da es nicht die Nähe (Intimität?) brachte die ich für Heilung erforderlich hielt.
    Ein Thread belehrte mich eines Besseren. Ich meldete mich mit dem Namen >Old Flatterhand< an aus dem nach kurzer Zeit schon >OF< wurde. Es leben die Abkürzungen.
    Es gefiel mir bis auf diese bornierte Stricktheit, die in Susanne`s Zitat ja anklingt. Der Adminstrator K. hatte das Forum ca.2005 eröffnet und in einem offenen und in einem geschlossenen Bereich eingeteilt. Für letzteren verlangte er einen kleinen Betrag (ca.10€) verlangte. Soweit gut. Ich hab da grob recherchiert. In der Zeit vor Social Media waren da mehrere hundert Beiträge täglich! Also durchaus in Ordnung und für diese bezahlte Variante wurde eifrigst getrommelt. Nebenbei. Facebook& Co machte sich schon heftig durch sinkende Besucher und Beiträge bemerkbar. K. hielt soweit ich weiss an diesem Modell noch ein Jahrzehnt fest und übergab es dann an A. Ich weiss jedenfalls nicht wie es dort momentan ist. Den Mod H. scheint es ja noch zu geben.
    Zu mir. Anno Domini bereits 14 Jährchen trocken wollte in keinen geschlossenen Bereich und Tagebuch schreiben.
    Die Spannungen zwischen drinnen und draussen waren ziemlich spürbar. Nicht nur bei mir.

    Leider habe ich eine ordentliche Portion des guten britischschwarzen Humors obwohl ich nie bei den Angelsachsen war. Ich schrieb einen Beitrag den Bruce dann etwas später so kommentierte:

    Zitat

    Das war ein gewohnt augenzwinkender, fast schon versöhnlicher Beitrag von Old Flatterhand, aber trotzdem ist schon wieder Holland in Not.

    Und das war es auch. Es war der Anfang vom Ende. Ich hatte keinen Bock mehr.

    Hier noch der besagte Beitrag.

    Das ist es dann auch heute für mich.

    Ich habe hier schon mal vor Jahren geschrieben. Warum ich mich jetzt angemeldet habe.
    Ich weiss es nicht. Es ist wenig los im Forum und das ist sehr schade. Vllt mag ich nur
    meine kleine Geschichte reinsetzen um etwas Hoffnung und den Glauben zu verbreiten
    das die Lage nie so aussichtslos ist wie sie in der tiefsten Nacht erscheint.

    Meine letzten fünf nassen Jahre
    lebte ich mehr oder weniger
    am Drogenumschlagplatz
    einer ganz gewöhnlichen Stadt.
    Morgens trudelte ich meist ein
    und es waren immer dieselben Leute da.
    Diejenigen aus der Notschlafstelle,
    (sie musste um acht verlassen sein)
    und die, die unbedingt was brauchten
    und auch die, die was verticken wollten.
    Ich selbst nahm nur sehr wenige
    Tabletten und Drogen, vom
    Haschisch mal abgesehen.
    Alkohol war mein Ding.
    Zwei, dreimal am Tag
    kontrollierte die Polizei.
    Wurde es mal eng trotteten
    wir ein paar hundert Meter weiter
    zu einem Ausweichplatz.
    Es war eine gute Zeit.


    Eine Alternative war die
    Säufer Wg. Es war ein gemütliches
    Zusammensein bei sinnlosen
    Brett- und Würfelspielen und noch
    hirnigeren Gesprächen.
    Wurde Geld und Stoff knapp
    (die Umrechnung erfolgte immer
    ohne Umweg) eskalierte
    die Situation immer in ziemlichen
    Extremen.


    Ab und zu gab jemand den Löffel ab.
    Alle paar Wochen, oder
    auch nur Tage ein neuer Kandidat
    für eine tödliche Überdosis.
    Wir alle auf der Scene waren dann
    immer einhellig der Meinung das
    X wohl übertrieben hat oder auch
    das der verschreibende Arzt völlig
    unverantwortlich das Falsche
    verschrieben hatte.
    Jemand musste ja schuld sein.


    Am Abend fuhr ich dann mit
    dem Bus nach Hause, oft ohne
    irgendeine Erinnerung an die Heimkehr.
    Ich fühlte mich nur sauelend morgens
    beim Erwachen und schuldig
    meines Tuns.
    Zumindest brauchte ich mir Schuhe und
    Hose nicht mehr anziehen.


    In der vermüllten Wohnung
    verbrachte ich dann oft Tage.
    Nur mit Shit und Bölkstoff ausgestattet.
    Ohne Zeitgefühl ist jetzt morgen, mittag
    oder Abend , Freitag oder Sonntag.
    Egal.
    Was zählte war der Griff zur Flasche.


    So dämmerte ich dahin mit
    Filmrissen, die unbemerkt blieben.
    Ging Flüssiges und Geld zu Ende
    passierte immer dasselbe.
    Trockenwürgen, Zittern,
    Schweissausbrüche.
    Damit nicht genug besuchten mich
    die Geister und sprachen mit mir.
    Lang und ausgiebig.
    Ich muss sehr glücklich gewesen sein
    damals.


    Einmal wachte ich fixiert und mit Nadeln
    in den Armen in einem Krankenhausbett auf .
    Ich hatte gekocht und war eingeschlafen.
    Die Nachbarn hatten aufgrund der
    Rauchentwicklung den Notruf verständigt.
    Der verkohlten Topf wurde von der
    Feuerwehr auf den Balkon gestellt.
    Vielleicht als Erinnerung.
    Ich trank weiter.
    Nur nicht unterkriegen lassen.


    Hartnäckige Selbstmordgedanken
    beherrschten mich und liessen sich
    nur mit Quantum vertreiben.
    Nervenzusammenbrüche häuften sich.
    Ich lag auf dem Bett und heulte tagelang
    über mein auswegloses Dilemma.


    Einmal wollte ich mir nachts an
    der Tankstelle Nachschub holen.
    Flaumte die zufällig anwesenden
    Polizisten an. Sie waren so nett
    mich an einem Ort zu bringen, der
    sich Ausnüchterungszelle nannte.
    So konnte ich meine sozialen
    Feldstudien um ein weiteres Spektrum
    erweitern.


    Kam der Scheck konnte es passieren
    das ich mit dem Einlösen einenTag warten
    musste,da ich nicht unterschreiben konnte.
    Old Flatterhand...


    Eines Morgens gegen sechs klingelte
    und pochte es an der Tür.
    Ich hatte es aufgegeben auf die Post
    aus dem Briefkasten zu reagieren.
    Nüchtern betrachtet wäre es mit einem
    Schnippen des kleinen Fingers aus
    der Welt zu schaffen gewesen.
    Jetzt war es zu spät.
    Die nächsten Wochen verbrachte ich
    im Gefängnis. Vermisste nicht mal
    den Alkohol.
    Nach der Entlassung führte mich mein
    erster Weg an den Kiosk.


    Ich kniete neben dem Bett und bat Gott
    nicht mehr trinken zu müssen.
    Spätestens eine Stunde später
    war ich beim Griechen.


    Zahlte keine Miete mehr
    da ich für mein Geld eine
    bessere Verwendung sah.
    Auf Mahnungen reagierte ich nicht.
    Eines Abends kam ich Nachhause
    und das Schloss war ausgewechselt.
    Ich war obdachlos.


    Campierte im Park, trank wie gewöhnlich,
    wechselte keine Kleidung mehr und weiss
    von meinen letzten nassen
    Wochen kaum noch was.
    Ein dreiwöchiges Blackout.


    An einem Sonntagmorgen wachte
    ich auf in meinem Zelt und fuhr
    zur Suppenküche.
    Ich hatte Hunger, kriegte es aber
    nicht auf die Reihe den Löffel vom
    Teller zum Mund zu jounglieren.
    Old Flatterhand...


    Ich fühlte mich so verzweifelt und unten.
    Diese ganze Aussichtslosigkeit.


    Ich fuhr hungrig in den Park zurück
    Legte mich in den Schlafsack.
    Ich hatte aufgegeben.


    Dann dieser innerer Schrei
    "Ich kann nicht mehr"
    und während dieses Nachmittags
    stürzte ein Stück innerer Mauer ein
    und ich hatte zum ersten Mal die
    Möglichkeit zu sehen wer ich war und bin:
    ein Alkoholiker.


    Seit diesem Tag hab ich nichts mehr
    getrunken und das sind morgen genau
    26 Jahre!


    Dies ist nicht geschrieben um mir ein paar Glückwünsche abzuholen.
    Meine Botschaft, wenn ich überhaupt eine habe, ist ziemlich simpel:

    ABSTINENZ IST NICHT DER WEG IN DEN HIMMEL
    ... SONDERN DER AUS DER HÖLLE !

    und wenn der Brant diesen Weg gegangen ist dann kannst Du das auch.