"Der Rückfall gehört dazu."
Was suggeriert dieser Satz?
Alles nicht so schlimm, kann ja mal passieren? Ähnlich einem kleinen Kind: hingefallen, macht nichts, aufstehen und weiter machen?
Gehört zum Schwimmen, Ertrinken auch dazu, zum Dschungelbesuch die Malariainfektion, beim über Glatteis laufen/fahren, der Genickbruch?
Wissen Menschen was im Körper passiert, bei regelmäßigen Alkoholkonsum - wirklich? D.h. haben sie es begriffen und gehen bewusst dieses Risiko ein?
In Kliniken u.ä. Einrichtungen hört man nicht selten diesen o.g., beschwichtigenden Satz.
Lässt er die Menschen fahrlässiger werden? Zugegebenermaßen, sollte man ganz frisch Abstinente, nicht noch zusätzlich stressen.
Doch dieser Satz, trägt er wirklich zur Entspannung bei oder verharmlost er?
Viele werden oft oder immer wieder rückfällig, doch gehört es dann dazu? Ist es deshalb normal? Auch die Formulierung Suchtdruck, wird hin und wieder sehr fahrlässig benutzt ... ist das wirklich "gottgegeben", dem man willenlos ausgesetzt ist ... genetisch bedingt, vielleicht auch noch?
Führe ich mir eine bewusstseins-/neurotransmitterverändernde Substanz zu, ein Gift, dessen Dosis auch massgeblich entscheidend ist, über die Wirkung (Schaden an den Zellen), gehört es selbstverständlich dazu, dass man eben wieder ... denn das Zeug verliert ja nicht seine Wirkung. Gut, der Körper braucht mehr, da er eine höhere Toleranz entwickelte, doch bleiben die Vergiftungserscheinungen.
Macht man also immer wieder den gleichen Fehler ... vergiftet sich - gehört das wohl dazu!
Ist man selbst nicht in der Lage dazu, dieses zu begreifen und dementsprechend zu handeln, wird "der" Rückfall wohl ein ständiger Begleiter bleiben bzw. die Furcht davor.